Ich bin weiblich, 56 Jahre alt und lebe mit meinem nicht-deutschen Mann und zwei erwachsenen Kindern in einem nicht-
europäischen Ausland.
In der letzten Zeit hatte ich öfter depressive Einbrüche. Mir wurde wegen eines depressiven Ausfalls am Arbeitsplatz
(2 mal die Woche Sprachlehrerin an einem Culture-Center) nahegelegt, zum Arzt zu gehen, und mir wurde dort empfohlen,
eine längere Zeit (4-6 Monate) ein Antidepressivum zu nehmen, das dann mein Gehirn wieder richtig einstellen würde. Es
wurde aber gleich dazu gesagt, daß das meine Entscheidung sei, ob ich ein Antidepressivum nehmen wolle oder nicht, das
Krankenhaus hat einen sehr guten Ruf, glaube ich. Da ich das wollte, habe ich drei Tage lang Cymbalta eingenommen, aber
wegen der auftretenden Kopfschmerzen und der Zweifel, die mir durch das Lesen im Internet kamen, wieder aufgehört. Beim nächsten Mal habe ich dann dem Arzt gesagt, daß ich doch lieber kein Antidepressivum nehmen möchte und mich auch
schon besser fühle. Er sagte, es gäbe ja auch noch andere Antidepressiva, aber wenn ich keines möchte, könnte ich ja eine
zeitlang zum Krankenhaus kommen, nur um etwas zu sprechen. Dazu habe ich mich jetzt entschlossen, und beim letzten
mal hat mir der Arzt noch einen leichten Tranquilizer gegeben nur für Tage, an denen ich mich wieder sehr schlecht fühle.
(Ich nehme sowieso schon ein Thienodiazepin zum Schlafen, was ich vom Hausarzt bekomme. Das macht mir nichts aus
und möchte ich auch im Moment nicht absetzen.) Wenn ich allerdings so depressiv wäre, daß ich dieses Beruhigunsmittel
jeden Tag nehmen möchte, sollte ich doch lieber ein Antidepressivum nehmen, meinte der Arzt. Ich meine jetzt, daß das
nicht der Fall ist. Aber es geht mir oft so, daß ich negative Gedanken nicht abstellen kann.
Unsere ältere Tochter (25) ist früher ca dreieinhalb Jahre in Behandlung bei zwei Psychiatern gewesen, hat am Anfang ein
Neuraleptikum, beim zweiten Arzt aber mehr Antidepressiva bekommen. Aber dann hat sie die Behandlung ganz aufgehört,
der Arzt , den ich darüber benachrichtigte, sagte mir auch, daß das ginge. Seitdem ist sie fast 8 Jahre ohne Medikamente
und Behandlung. Ihr Zustand hat sich aber in dieser Zeit wieder verschlechtert, und wir wünschten uns, daß sie wieder in
ärztliche Behandlung gehen würde. Sie wollte das aber nicht mehr. Es gab immer bessere und schlechtere Zeiten. Anfang
dieses Jahres ging sie dann von sich aus eine Zeitlang zu einem Psychiater und nahm das Mittel Cymbalta ca 5 Wochen lang,
was sie deutlich aus ihrem negativen Zustand herausholte. Der Arzt wollte auch die Eltern zu einem Gespräch herbitten, was
für die Klinik spricht. Das wolle sie aber zu dem Zeitpunkt noch nicht, wie sie sagte. Dann brach sie die Behandlung aber
wieder ab. Sie sagte auch etwas über die Gefahren dieser Arzneien.
Nachdem ich jetzt soviel über die Gefahren dieser Medikamente gelesen habe, war ich ein wenig offener dafür, und sie
sagte mir, daß sie beim Absetzten der Medikamente damals Angstgefühle als Absetzerscheinung gehabt hatte.
Der Arzt, zu dem ich jetzt gehe, sagte mir, es sei gut , wenn sie, unabhängig davon, ob sie ein Mittel einnehme oder nicht,
zu einem Arzt, dem sie vertraue, regelmäßig gehen könnte.
Jetzt wußte ich nicht, ob ich das alles so schreiben sollte, auch das über meine Tochter, was ja nicht direkt mit mir zu tun
hat, aber ich habe das mal geschrieben, damit Ihr Euch ein Bild von meiner Situation machen könnt, da das ja zu meinem
Problem dazu gehört. Ich hoffe, daß es mir helfen kann, darüber zu sprechen und mich mit anderen auszutauschen.
Viele Grüsse
Veilchen
Ich möchte mich vorstellen
Ich möchte mich vorstellen
In der letzten Zeit häufiger auftretende depressive Zustände; mir wurde ein AD empfohlen,
ich habe mich aber dagegen entschieden.
seit 10 Jahren: 0,5 mg Etizolam zum Schlafen
im Moment Clotiazepam 5 mg für akute depressive Zustände tagsüber
ich habe mich aber dagegen entschieden.
seit 10 Jahren: 0,5 mg Etizolam zum Schlafen
im Moment Clotiazepam 5 mg für akute depressive Zustände tagsüber
-
Das-kleine-Runde
Re: Ich möchte mich vorstellen
Hallo Veilchen
,
nochmal ein herzliches Willkommen
.
Ich denke, es war klug von Dir, gar nicht erst mit Cymbalta oder einem anderen modernen AD anzufangen, wenn Du noch andere Möglichkeiten hast, Deine Beschwerden anzugehen, denn bei manchen Betroffenen verbessern sie zwar tatsächlich für´s Erste den Zustand, allerdings weiß niemand, ob es so kommen wird oder ob man zu den Betroffenen gehört, die bereits auf wenige Pillen paradox reagieren oder schwierige Absetzverläufe erleben müssen, die mit schlimmeren Zuständen verbunden sind, als die ursprüngliche Problematik.
Ich finde es übrigens toll, daß man dort, wo Du lebst, zu therapeutischen Gesprächen in die Klinik gehen kann, nicht nur um medikamentös behandelt zu werden.
Wenn Du nur ein Mittel für gelegentlich Notsituationen brauchst und damit sparsam umgehst, dann ist ein Notfallbenzo im Arznei-Schrank wohl das harmlosere Mittel.
Wichtig ist nur, daß Du die Warnungen vor einer Abhängigkeitsentwicklung nicht auf die leichte Schulter nimmst.
Daß man nicht zwingend in eine Abhängigkeit geraten muß, sobald ein Benzo im Spiel ist, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
Zu einer Benzo-Sucht gehört nicht nur ein Medikament, sondern auch ein Mensch, der entweder schlecht informiert ist oder zu süchtigem Verhalten neigt, auch wenn manche entsprechend Betroffene es gerne anders darstellen.
Was genau nimmst Du denn zum Schlafen?
Du kannst gerne auch über Dinge schreiben, die Deine Tochter betreffen, um Dich zu beraten und zu informieren.
Zur AD-Problematik kannst Du dich hier einlesen:http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=6456und
Benzo-Infos findest Du hier :http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=16&t=6465
Alles Liebe
Rundi
nochmal ein herzliches Willkommen
Ich denke, es war klug von Dir, gar nicht erst mit Cymbalta oder einem anderen modernen AD anzufangen, wenn Du noch andere Möglichkeiten hast, Deine Beschwerden anzugehen, denn bei manchen Betroffenen verbessern sie zwar tatsächlich für´s Erste den Zustand, allerdings weiß niemand, ob es so kommen wird oder ob man zu den Betroffenen gehört, die bereits auf wenige Pillen paradox reagieren oder schwierige Absetzverläufe erleben müssen, die mit schlimmeren Zuständen verbunden sind, als die ursprüngliche Problematik.
Ich finde es übrigens toll, daß man dort, wo Du lebst, zu therapeutischen Gesprächen in die Klinik gehen kann, nicht nur um medikamentös behandelt zu werden.
Wenn Du nur ein Mittel für gelegentlich Notsituationen brauchst und damit sparsam umgehst, dann ist ein Notfallbenzo im Arznei-Schrank wohl das harmlosere Mittel.
Wichtig ist nur, daß Du die Warnungen vor einer Abhängigkeitsentwicklung nicht auf die leichte Schulter nimmst.
Daß man nicht zwingend in eine Abhängigkeit geraten muß, sobald ein Benzo im Spiel ist, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
Zu einer Benzo-Sucht gehört nicht nur ein Medikament, sondern auch ein Mensch, der entweder schlecht informiert ist oder zu süchtigem Verhalten neigt, auch wenn manche entsprechend Betroffene es gerne anders darstellen.
Was genau nimmst Du denn zum Schlafen?
Du kannst gerne auch über Dinge schreiben, die Deine Tochter betreffen, um Dich zu beraten und zu informieren.
Zur AD-Problematik kannst Du dich hier einlesen:http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=6456und
Benzo-Infos findest Du hier :http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=16&t=6465
Alles Liebe
Rundi
Re: Ich möchte mich vorstellen
Hallo Das-kleine-Runde,
Danke für Deine liebe Antwort!
Ja, ich nehme seit über 10 Jahren Etizolam 0,5 mg zum Schlafen.
Der Hausarzt hat mich auch bei der ersten Verschreibung, als ich
etwas zur Beruhigung wollte, gewarnt, es würde abhängig machen,
wenn man es länger als zwei Wochen durchgängig nähme. Das hatte
ich aber schon vergessen, als ich später in eine Krise kam, wo ich
viele Nachtstunden in der küche am Herdabzug zubrachte, mit
Zigaretten, oft mehreren Gläsern Rotwein bzw. Kaffee. Als ich
das Mittel dann regelmäßig einnahm, konnte ich schlafen. Gleich-
zeitig hatte es den Vorteil, daß ich dadurch dem Alkohol gänzlich
fern blieb, da das eine sich ja nicht mit dem anderen verträgt.
Damals habe ich einige Jahre 30 Zigaretten am Tag geraucht, was
ich mir zum Glück inzwischen - fast hundertprozentig - abgewöhnt
habe. Jetzt, als Nicht-mehr-Raucherin, fühle ich mich erheblich
gesünder. Von Etizolam bin ich sicher schon abhängig, was ich
auch merke, wenn ich mal ohne es schlafen will, aber die Menge
ist immer die gleiche geblieben.
Was mir der Psychiater jetzt gegeben hat, ist Clotiazepam 5 g,
weil ich ihm sagte, daß ich mich gerade am vergangenen
Wochenende wieder sehr unten gefühlt hatte.Ja, ich habe es
an dem Tag einmal genommen und es half mir. Ich werde es
bestimmt nicht unnötig einnehmen. Ich habe dasselbe Mittel
nämlich schon einmal vor 6 Jahren von einer Psychiaterin bekommen,
habe es ein Jahr lang dreimal täglich genommen. Damals fiel es
etwas schwer, aufzuhören, ich hatte noch eine Monatsration,
die ich über ein halbes Jahr verteilt noch ab und zu genommen
habe.
Ja, man kann hier zum Arzt gehen, ohne Medikamente zu
bekommen, wenn man will, die Psychiaterin fragte damals
extra, ob ich ein Medikament wollte oder nur etwas sprechen.
Sie hatte immer eine Viertelstunde für mich Zeit.
Der Arzt, zu dem ich jetzt gehe, hat so zehn Minuten Zeit.
Ich gehe jetzt erst mal eine Weile dorthin, einfach auch,
um mich zu stabilisieren, und ich hatte ja auch ein Attest
gebraucht für meinen Arbeitsplatz. Jetzt geht es mir
schon wieder besser.
Ja, ich habe die Information über das Absetzen von
Benzodiazepinen gelesen, vielen Dank !
Ja, ich werde auch gern über Dinge schreiben, die
meine Tochter betreffen, wenn ich Beratung möchte,
danke !
Viele Grüsse
Veilchen
Danke für Deine liebe Antwort!
Ja, ich nehme seit über 10 Jahren Etizolam 0,5 mg zum Schlafen.
Der Hausarzt hat mich auch bei der ersten Verschreibung, als ich
etwas zur Beruhigung wollte, gewarnt, es würde abhängig machen,
wenn man es länger als zwei Wochen durchgängig nähme. Das hatte
ich aber schon vergessen, als ich später in eine Krise kam, wo ich
viele Nachtstunden in der küche am Herdabzug zubrachte, mit
Zigaretten, oft mehreren Gläsern Rotwein bzw. Kaffee. Als ich
das Mittel dann regelmäßig einnahm, konnte ich schlafen. Gleich-
zeitig hatte es den Vorteil, daß ich dadurch dem Alkohol gänzlich
fern blieb, da das eine sich ja nicht mit dem anderen verträgt.
Damals habe ich einige Jahre 30 Zigaretten am Tag geraucht, was
ich mir zum Glück inzwischen - fast hundertprozentig - abgewöhnt
habe. Jetzt, als Nicht-mehr-Raucherin, fühle ich mich erheblich
gesünder. Von Etizolam bin ich sicher schon abhängig, was ich
auch merke, wenn ich mal ohne es schlafen will, aber die Menge
ist immer die gleiche geblieben.
Was mir der Psychiater jetzt gegeben hat, ist Clotiazepam 5 g,
weil ich ihm sagte, daß ich mich gerade am vergangenen
Wochenende wieder sehr unten gefühlt hatte.Ja, ich habe es
an dem Tag einmal genommen und es half mir. Ich werde es
bestimmt nicht unnötig einnehmen. Ich habe dasselbe Mittel
nämlich schon einmal vor 6 Jahren von einer Psychiaterin bekommen,
habe es ein Jahr lang dreimal täglich genommen. Damals fiel es
etwas schwer, aufzuhören, ich hatte noch eine Monatsration,
die ich über ein halbes Jahr verteilt noch ab und zu genommen
habe.
Ja, man kann hier zum Arzt gehen, ohne Medikamente zu
bekommen, wenn man will, die Psychiaterin fragte damals
extra, ob ich ein Medikament wollte oder nur etwas sprechen.
Sie hatte immer eine Viertelstunde für mich Zeit.
Der Arzt, zu dem ich jetzt gehe, hat so zehn Minuten Zeit.
Ich gehe jetzt erst mal eine Weile dorthin, einfach auch,
um mich zu stabilisieren, und ich hatte ja auch ein Attest
gebraucht für meinen Arbeitsplatz. Jetzt geht es mir
schon wieder besser.
Ja, ich habe die Information über das Absetzen von
Benzodiazepinen gelesen, vielen Dank !
Ja, ich werde auch gern über Dinge schreiben, die
meine Tochter betreffen, wenn ich Beratung möchte,
danke !
Viele Grüsse
Veilchen
In der letzten Zeit häufiger auftretende depressive Zustände; mir wurde ein AD empfohlen,
ich habe mich aber dagegen entschieden.
seit 10 Jahren: 0,5 mg Etizolam zum Schlafen
im Moment Clotiazepam 5 mg für akute depressive Zustände tagsüber
ich habe mich aber dagegen entschieden.
seit 10 Jahren: 0,5 mg Etizolam zum Schlafen
im Moment Clotiazepam 5 mg für akute depressive Zustände tagsüber
-
Das-kleine-Runde
Re: Ich möchte mich vorstellen
Liebe Veilchen
,
ich habe das Thema geteilt, weil es jetzt um Benzo Absetzen geht.
Hier geht´s weiter: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=16&t=7212
Alles Liebe
Rundi
ich habe das Thema geteilt, weil es jetzt um Benzo Absetzen geht.
Hier geht´s weiter: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=16&t=7212
Alles Liebe
Rundi