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Kehrtwende: Psychiater sagen nun, dass Patienten vor den Risiken eines Antidepressiva-Entzugs gewarnt werden sollten

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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LenaLena
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Kehrtwende: Psychiater sagen nun, dass Patienten vor den Risiken eines Antidepressiva-Entzugs gewarnt werden sollten

Beitrag von LenaLena »

Im Folgenden habe ich einen Artikel aus dem schottischen "Herald" übersetzt, der vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde.


Kleiner Disclaimer/Triggerwarnung:
Im Text werden eventuelle "permamente Schäden" erwähnt. Natürlich wissen wir von PSSD (SSRI-bedingte sexuelle Dysfunktion), was in manchen Fällen permament sein kann, aber führende Experten wie Baylissa sagen sehr deutlich, dass es kaum permanente Schäden gibt, auch wenn einige Schäden sehr lange brauchen, um zu heilen
(Wenn nun jemand z.B. nach 3 Jahren denkt, der Schaden sei permanent, der Schaden aber eben erst nach 5 oder sogar mehr Jahren heilt, entstehen solche Annahmen).
Also bitte nicht ausflippen ;-)




Kehrtwende: Psychiater sagen nun, dass Patienten vor den Risiken eines Antidepressiva-Entzugs gewarnt werden sollten


30. Mai 2019

Patienten, denen Antidepressiva verschrieben wurden, sollten vor der Möglichkeit von „schweren und lang anhaltenden Entzugssymptomen“ gewarnt werden, sagen Psychiater nun.

Die überarbeitete Anleitung, die heute vom Royal College of Psychiatrists (Medizinischer Verband, der Psychiater unterstützt und Standards in der Psychiatrie festlegt, Anm. d. Ü.) herausgegeben wurde, markiert einen wichtigen Wendepunkt in der offiziellen Beratung in Bezug auf Antidepressiva.

Hinweis Murmeline: das positionspapier ist hier:
https://www.rcpsych.ac.uk/docs/default- ... ddea9473_5

Zuvor bestand das College darauf, dass die Nebenwirkungen des Absetzens von Antidepressiva "normalerweise mild und selbstlimitierend" seien und etwa eine Woche andauerten.

Dies wurde jedoch zunehmend von Aktivisten, Forschern, Patientengruppen und parlamentarischen Untersuchungen in Holyrood, Westminster und der walisischen Versammlung in Frage gestellt, die Beweise von Tausenden von Antidepressiva-Konsumenten gesammelt haben, die lang anhaltende oder sogar dauerhafte Schäden erlitten haben, nachdem sie Antidepressiva abgesetzt hatten.

Viele Patienten gaben an, es so schwierig zu finden, mit den Nebenwirkungen des Absetzens umzugehen - wie Halluzinationen, Brain Zaps (elektrische Stromschläge im Kopf), Schwindel, Übelkeit und Schlaflosigkeit - dass sie die Antidepressiva wieder einnehmen mussten – auf unbestimmte Zeit.

Heute sagte das Royal College, es sei "immer offensichtlicher", dass einige Patienten unter schwereren Symptomen leiden können.

Ein veröffentlichter Bericht des Royal Colleges besagt, dass der Einsatz der Medikamente "durch ein Gespräch mit dem Patienten gestützt werden müsse ... über das potenzielle Ausmaß von Nutzen und Schaden, einschließlich Entzug".

Des Weiteren hieß es: „In den Leitlinien und Patienteninformationen des NICE (National Institute of Clinical Excellence [sic!]*; Einrichtung des britischen Gesundheitsamtes, Anm. d. Ü.) sollte das Potenzial für schwere und lang anhaltende Entzugssymptome bei einigen Menschen auf Antidepressiva sowie nach dem Absetzen stärker anerkannt werden.“

Die Präsidentin von RCPsych, Professor Wendy Burn, sagte, sie hoffe, dass sich ihre Position in den neuen Richtlinien von NICE widerspiegeln würde, die zuletzt im Jahr 2009 herausgegeben worden sind.

Änderungen der offiziellen Leitlinien würden auch in Schottland verabschiedet werden.

Prof. Burn sagte: „Wir wissen, dass das NICE an der Aktualisierung seiner Leitlinien arbeitet und möchten, dass diese besser mit dem übereinstimmen, was wir von einigen Patienten – und Allgemeinärzten – über die Erfahrungen mit dem Absetzen von Antidepressiva hören.
Als Psychiater sind wir verpflichtet, die Bedenken von Patienten zu berücksichtigen, bei denen schwerwiegende und lang anhaltende Nebenwirkungen dieser Medikamente aufgetreten sind.“

Sie fügte hinzu: „Antidepressiva können bei der Behandlung mittelschwerer bis schwerer Depressionen sehr wirksam sein, insbesondere in Kombination mit Gesprächstherapien. Wir möchten Richtlinien haben, die ihre Anwendung am besten unterstützen.“

Dr. James Davies vom Rat für evidenzbasierte Psychiatrie (CEP) sagte: „Wir begrüßen diese Änderungen in den Richtlinien, die, wenn sie umgesetzt werden, dazu beitragen werden, den Schaden zu verringern, der bei einer großen Anzahl von Patienten durch Überverschreibung, unzureichende Ausbildung von Ärzten und den oftmals katastrophalen Umgang mit Entzug verursacht worden ist.
Der CEP fordert das Royal College auf, diese Forderungen umzusetzen und sicherzustellen, dass insbesondere die Leitlinien des NICE auf den neuesten Stand gebracht werden, um den neuesten Erkenntnissen Rechnung zu tragen.“

Dr. Davies sagte, er hoffe, dass die Regierung auch auf die "dringende Notwendigkeit von Entzugsunterstützungs-Diensten, einschließlich einer nationalen 24-Stunden-Hotline" für Patienten, die mit der Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten kämpfen, reagieren werde.

Die BMA (British Medical Association; Britischer Medizinerverband, Anm. d. Ü.) - einschließlich der BMA Schottland - drängt ebenfalls darauf, eine nationale Hotline einzurichten.

Professor John Read, ein Experte für klinische Psychologie an der University of East London, der den Entzug erforscht hat, begrüßte die Erklärung des Colleges.

Er sagte: „Es scheint, dass die Bagatellisierung dieses Themas endlich vorbei ist. [Royal College-] Mitglieder, die die Forschung über ihre persönlichen Meinungen stellen und das Gemeinwohl vor die Interessen der Pharmaindustrie, haben sich anscheinend durchgesetzt.
Diese dramatische Kehrtwende des Royal Colleges könnte einen ersten Schritt auf dem Weg zur Wiedererlangung des Respekts der Wissenschaftler auf diesem Gebiet darstellen, der durch die Entfernung von Personen, die von einem Pharmaunternehmen gesponsert werden, aus ihren leitenden Verantwortungspositionen noch beschleunigt werden würde.“

*)Vermutlich eher korrekt: National Institute for Health and Care Excellence

Original-Quelle: https://www.heraldscotland.com/news/176 ... FwEHUPN8w
Zuletzt geändert von Murmeline am 14.06.2019 10:11, insgesamt 3-mal geändert.
Grund: Positionspapier eingefügt
[spoil]Ab 2009: Paroxetin 10mg ohne Einschleichen (Hausarzt) wegen Angst- und Panikstörung.

November 2010: 1. Absetzversuch. Viel zu schnell, starke Entzugssymptome (Bettlägrigkeit) nicht aushaltbar + mit Grunderkrankung verwechselt. Nach 5 Monaten: Erneut Paroxetin. Nach 2. Einnahmetag symptomlos!
*Therapiestunden (2010-17), aber wenige+große Abstände, da ich sie selbst zahlen muss und mir nicht viele leisten kann (in Ö übernimmt das seltenst die Kasse).*
2013: Nach viel Aufarbeitung: 2. Absetzversuch. Selbe Symptome wie damals, nicht aushaltbar, komplettes Leben kommt zum Erliegen. Diesmal erst mit 20mg Paroxetin wieder "gut".
April 2014: Reduziere wegen starker NW auf 10 mg => starke Magen/Darmprobleme (bis hin zu ärztl. vermuteter Gallenkolik), starke Angst, Panikattacken, labile Psyche, starke körperliche Symptome. Bleibe aber bei 10 mg. Keiner fühlt sich zuständig, mich über die Einnahme von SSRI aufzuklären.
Ende 2014: Reduzierung auf 5 mg => sehr schwere Symptome (Schwindel, Unfähigkeit zu gehen, Derealisierung, starke Angst, stärkste Lichtempfindlichkeit, depressiv (was ich vorher NIE war). Liege nur noch am Sofa. Aber: einige "Fenster".
Sept. 2015: Halte es nicht mehr aus, bin überzeugt dass ich einfach schwer krank bin, nehme wieder Paroxetin 10 mg => wirkt nicht. Dann 20 mg => wirkt kaum. Komplett verzweifelt. Neuer Hausarzt überweist mich (erstmals!) zu Psychiater => Paroxetin greife nicht mehr, sei sowieso ein "unsanftes Medikament", verschreibt mir Escitalopram, soll direkt wechseln.
Ab Dez. 2015: Fliegender Wechsel Paroxetin 20 mg zu Escitalopram 10 mg. Sehr starke Entzugssymptome (die ich mittlerweile schon kenne), aber ich schaffe es. Gut geht es mir aber nicht.
März 2016: Auf 20 mg Escitalopram hoch (Psychiater), da es mir noch immer nicht gut geht (Entzug vom Paroxetin, wie ich jetzt weiß). Nach Hochdosierungssymptomen geht es mir recht gut, aber fühle mich von Gefühlen abgekoppelt, kann keine Freude + Zufriedenheit mehr empfinden!
2017, März bis August: Reduktion von Escitalopram. Dank Therapeutin Tabletten sehr oft geteilt und bis in homöopatische Krümeldosen gegangen. Leider mangels Wissen ohne Wiegen, ohne Plan, zu schnell.
9.8.2017: 0 mg! => 2-3 Wochen starke Symptome (erkannte sie als Entzug), dann etwas besser.
Sept + Okt 2017: Viele schlechtere Phasen, einige starke Einbrüche, sehr starke, vielfältige körperliche Symptome, die ich nicht erklären kann. Kann mein Leben nicht normal weiterleben.
1. Nov 2017: Komplett-Zusammenbruch. Da ich nicht weiß, dass Entzug so lange dauern kann, bin ich komplett verzweifelt. Telefonat mit Psychiaterin => Ich sei (noch) nicht gesund, bitte sofort wieder Escitalopram nehmen, vermutlich lebenslang! Bin verzweifelt, suche im Internet und finde das ADFD-Forum!!Mir fällt es wie Schuppen von den Augen...
Da ich schon über 12 Wochen auf 0 mg bin, bleibe ich auf Null.
16.11.2017: Selbst initiierte Untersuchung Schilddrüse => Unterfunktion
Seit 9.8.2017: Im Entzug mit teilweise starken körperlichen und psychischen Symptomen, Horrorspitzen, aber auch Fenstern.[/spoil]
Zu rasches Reduzieren (nur 5 Monate) nach Langzeiteinnahme, seitdem PROTRAHIERTER ENTZUG/ABSETZSYNDROM seit August 2017

Mir hilft: Atemübungen, histaminarme und gesunde Ernährung, bedarfsweise Passionsblumentropfen
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Smilla
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Registriert: 11.01.2019 16:10

Re: Kehrtwende: Psychiater sagen nun, dass Patienten vor den Risiken von Antidepressiva-Entzug gewarnt werden sollen

Beitrag von Smilla »

Hallo.

Das ist super! Ein wirklicher Fortschritt.

Für Benzos sollten die Warnungen noch intensiviert werden, mit dem deutlichen Hinweis darauf, dass eine eintretende Abhängigkeit bei längerem Gebrauch praktisch unausweichlich ist. Und ein Überarbeiten der Abgaberegeln wäre auch notwendig.

Grüße, Smilla
Leider bis heute nicht 💊 frei.

LenaLena
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Registriert: 30.11.2017 17:07

Re: Kehrtwende: Psychiater sagen nun, dass Patienten vor den Risiken von Antidepressiva-Entzug gewarnt werden sollen

Beitrag von LenaLena »

Hallo Smilla,

ja, unzweifelhaft sind bei Benzos sowie bei NL auch Nachbesserungen notwendig! Gar keine Frage.
Nicht nur im Beipackzettel (wo es bei Benzos immerhin schon Zugeständnisse gibt), sondern im Bewusstsein der Ärzte und somit im Patientengespräch!!

Ich denke allerdings, das wird dann nachkommen, wenn sich diese neuen Leitlinien durchsetzen (der Himmel weiß allerdings, wie lange es dauert, bis es das von Großbritannien zu uns herüber schafft).

Erstmal ist das ein guter Schritt und ein wirklicher Fortschritt ... aber es ist noch Luft nach oben. Denn die an mehreren Stellen eingebrachten Hinweise, dass diese starken und schweren Entzüge (sprich: länger als eine milde Woche...) nur bei MANCHEN/EINIGEN Personen auftreten, wage ich ganz ganz stark zu bezweifeln 8-)

LG :)
[spoil]Ab 2009: Paroxetin 10mg ohne Einschleichen (Hausarzt) wegen Angst- und Panikstörung.

November 2010: 1. Absetzversuch. Viel zu schnell, starke Entzugssymptome (Bettlägrigkeit) nicht aushaltbar + mit Grunderkrankung verwechselt. Nach 5 Monaten: Erneut Paroxetin. Nach 2. Einnahmetag symptomlos!
*Therapiestunden (2010-17), aber wenige+große Abstände, da ich sie selbst zahlen muss und mir nicht viele leisten kann (in Ö übernimmt das seltenst die Kasse).*
2013: Nach viel Aufarbeitung: 2. Absetzversuch. Selbe Symptome wie damals, nicht aushaltbar, komplettes Leben kommt zum Erliegen. Diesmal erst mit 20mg Paroxetin wieder "gut".
April 2014: Reduziere wegen starker NW auf 10 mg => starke Magen/Darmprobleme (bis hin zu ärztl. vermuteter Gallenkolik), starke Angst, Panikattacken, labile Psyche, starke körperliche Symptome. Bleibe aber bei 10 mg. Keiner fühlt sich zuständig, mich über die Einnahme von SSRI aufzuklären.
Ende 2014: Reduzierung auf 5 mg => sehr schwere Symptome (Schwindel, Unfähigkeit zu gehen, Derealisierung, starke Angst, stärkste Lichtempfindlichkeit, depressiv (was ich vorher NIE war). Liege nur noch am Sofa. Aber: einige "Fenster".
Sept. 2015: Halte es nicht mehr aus, bin überzeugt dass ich einfach schwer krank bin, nehme wieder Paroxetin 10 mg => wirkt nicht. Dann 20 mg => wirkt kaum. Komplett verzweifelt. Neuer Hausarzt überweist mich (erstmals!) zu Psychiater => Paroxetin greife nicht mehr, sei sowieso ein "unsanftes Medikament", verschreibt mir Escitalopram, soll direkt wechseln.
Ab Dez. 2015: Fliegender Wechsel Paroxetin 20 mg zu Escitalopram 10 mg. Sehr starke Entzugssymptome (die ich mittlerweile schon kenne), aber ich schaffe es. Gut geht es mir aber nicht.
März 2016: Auf 20 mg Escitalopram hoch (Psychiater), da es mir noch immer nicht gut geht (Entzug vom Paroxetin, wie ich jetzt weiß). Nach Hochdosierungssymptomen geht es mir recht gut, aber fühle mich von Gefühlen abgekoppelt, kann keine Freude + Zufriedenheit mehr empfinden!
2017, März bis August: Reduktion von Escitalopram. Dank Therapeutin Tabletten sehr oft geteilt und bis in homöopatische Krümeldosen gegangen. Leider mangels Wissen ohne Wiegen, ohne Plan, zu schnell.
9.8.2017: 0 mg! => 2-3 Wochen starke Symptome (erkannte sie als Entzug), dann etwas besser.
Sept + Okt 2017: Viele schlechtere Phasen, einige starke Einbrüche, sehr starke, vielfältige körperliche Symptome, die ich nicht erklären kann. Kann mein Leben nicht normal weiterleben.
1. Nov 2017: Komplett-Zusammenbruch. Da ich nicht weiß, dass Entzug so lange dauern kann, bin ich komplett verzweifelt. Telefonat mit Psychiaterin => Ich sei (noch) nicht gesund, bitte sofort wieder Escitalopram nehmen, vermutlich lebenslang! Bin verzweifelt, suche im Internet und finde das ADFD-Forum!!Mir fällt es wie Schuppen von den Augen...
Da ich schon über 12 Wochen auf 0 mg bin, bleibe ich auf Null.
16.11.2017: Selbst initiierte Untersuchung Schilddrüse => Unterfunktion
Seit 9.8.2017: Im Entzug mit teilweise starken körperlichen und psychischen Symptomen, Horrorspitzen, aber auch Fenstern.[/spoil]
Zu rasches Reduzieren (nur 5 Monate) nach Langzeiteinnahme, seitdem PROTRAHIERTER ENTZUG/ABSETZSYNDROM seit August 2017

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Quietscheentchen
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Registriert: 01.10.2018 03:43

Re: Kehrtwende: Psychiater sagen nun, dass Patienten vor den Risiken eines Antidepressiva-Entzugs gewarnt werden sollten

Beitrag von Quietscheentchen »

Wenn ich mir anschauen, wie sich Wendy Burn auf twitter verhält, glaube ich nicht, dass diese Kehrtwende von Dauer sein wird. Sie war wohl für die Verantwortlichen ein notwendiges Übel, um die Menschen bei der Stange zu halten.
So einige Psychiater sind schon wieder schnell dabei, die offizielle Stellungnahme abzumildern. Entzug sei aber zum Glück selten und nicht allzu schlimm...
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Vorgeschichte:
[spoil]2014depressive Episode
August 2015 Escitalopram 20mg
Februar 2017 10mg

21. Mai 2018 Escitalopram 5mg
4. Juni Escitalopram 2,5mg
seit 18. Juni 0


Einzelne Beschwerden bis zum verzögerten Knall
Höllenmonate und Besserung Verlauf[/spoil]
Seit 10. Juni 2019
Deutliche Besserung. Nicht symptomfrei aber viel, viel besser

13. Januar 2020: 0,48 mg
24. Februar 2020: 0,46 mg
13. März 2020: 0,44 mg

Diagnosen:
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Smilla
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Re: Kehrtwende: Psychiater sagen nun, dass Patienten vor den Risiken eines Antidepressiva-Entzugs gewarnt werden sollten

Beitrag von Smilla »

Hallo, Entchen.
Quietscheentchen hat geschrieben:
03.06.2019 17:58
Wenn ich mir anschauen, wie sich Wendy Burn auf twitter verhält, glaube ich nicht, dass diese Kehrtwende von Dauer sein wird. Sie war wohl für die Verantwortlichen ein notwendiges Übel, um die Menschen bei der Stange zu halten.
So einige Psychiater sind schon wieder schnell dabei, die offizielle Stellungnahme abzumildern. Entzug sei aber zum Glück selten und nicht allzu schlimm...
Das überrascht nicht. Dennoch ist es ein erster Schritt hin zum Besseren; alle noch so langen Wege beginnen ja damit.

LG Smilla
Leider bis heute nicht 💊 frei.

Quietscheentchen
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Re: Kehrtwende: Psychiater sagen nun, dass Patienten vor den Risiken eines Antidepressiva-Entzugs gewarnt werden sollten

Beitrag von Quietscheentchen »

Hallo Smilla,

ich würde mir sehr wünschen, dass es ein Schritt ist. Sehe es aber derzeit nicht.

Das Royal College retweetete bereits einen Artikel, der sagt, ja, man müsse den Entzug kontrollieren - und die Panikmache(!) ebenso.
Damit meinen sie die Aussagen von Betroffenen und die Medien.

Da wird einfach null begriffen, wie groß das Leid ist.
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Arianrhod
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Re: Kehrtwende: Psychiater sagen nun, dass Patienten vor den Risiken eines Antidepressiva-Entzugs gewarnt werden sollten

Beitrag von Arianrhod »

Quietscheentchen hat geschrieben:
03.06.2019 22:07
Hallo Smilla,

ich würde mir sehr wünschen, dass es ein Schritt ist. Sehe es aber derzeit nicht.

Das Royal College retweetete bereits einen Artikel, der sagt, ja, man müsse den Entzug kontrollieren - und die Panikmache(!) ebenso.
Damit meinen sie die Aussagen von Betroffenen und die Medien.

Da wird einfach null begriffen, wie groß das Leid ist.
Wir sind gerade mitten im Wandel. 2007 hat man mir gesagt , alles wäre völliger Blödsinn und meine (Absetz)symptome nur ein weiterer Beweis dafür, dass ich PP noch länger, in noch stärkerer Dosis benötige. .
Noch ist die Diskussion ein Hin- und ein Her zwischen "progressiven " und " konservativen" Kräften , und es wird noch dauern, aber es geht doch voran.
:party2:

liebe Grüße Arian
[spoil]2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Ich weiß mittlerweile 2019 , dass ich Asperger- Autistin bin .

Quietscheentchen
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Re: Kehrtwende: Psychiater sagen nun, dass Patienten vor den Risiken eines Antidepressiva-Entzugs gewarnt werden sollten

Beitrag von Quietscheentchen »

Arianrhod hat geschrieben:
04.06.2019 18:55
Quietscheentchen hat geschrieben:
03.06.2019 22:07
Hallo Smilla,

ich würde mir sehr wünschen, dass es ein Schritt ist. Sehe es aber derzeit nicht.

Das Royal College retweetete bereits einen Artikel, der sagt, ja, man müsse den Entzug kontrollieren - und die Panikmache(!) ebenso.
Damit meinen sie die Aussagen von Betroffenen und die Medien.

Da wird einfach null begriffen, wie groß das Leid ist.
Wir sind gerade mitten im Wandel. 2007 hat man mir gesagt , alles wäre völliger Blödsinn und meine (Absetz)symptome nur ein weiterer Beweis dafür, dass ich PP noch länger, in noch stärkerer Dosis benötige. .
Noch ist die Diskussion ein Hin- und ein Her zwischen "progressiven " und " konservativen" Kräften , und es wird noch dauern, aber es geht doch voran.
:party2:

liebe Grüße Arian
Ja vermutlich... Und ich sehe es durch die Entzugs-Negativität nicht. Entschuldigt.

Alles was ich derzeit sehe ist das Leid, das noch viele erfahren werden, weil es sich ewig in die Länge zieht, bis den Verantwortlichen ein Licht aufgeht.

Möchte euch hier aber nicht eure Hoffnung kaputtmachen, tut mir leid.

Liebe Grüße
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[spoil]2014depressive Episode
August 2015 Escitalopram 20mg
Februar 2017 10mg

21. Mai 2018 Escitalopram 5mg
4. Juni Escitalopram 2,5mg
seit 18. Juni 0


Einzelne Beschwerden bis zum verzögerten Knall
Höllenmonate und Besserung Verlauf[/spoil]
Seit 10. Juni 2019
Deutliche Besserung. Nicht symptomfrei aber viel, viel besser

13. Januar 2020: 0,48 mg
24. Februar 2020: 0,46 mg
13. März 2020: 0,44 mg

Diagnosen:
Zuletzt mittelschwere Depression
POTS
Spastische Spinalparalyse
Selten Migräne mit Aura
Schwerhörigkeit links
Hashimoto


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Murmeline
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Re: Kehrtwende: Psychiater sagen nun, dass Patienten vor den Risiken eines Antidepressiva-Entzugs gewarnt werden sollten

Beitrag von Murmeline »

Hallo ihr,

ich bin positiv gestimmt, dass der Diskurs insgesamt etwas in Bewegung kommt. Ich hab das Positionspapier mit Hinweis auf die Anerkennung der möglichen schwerwiegenden und langandauernden Symptome an einen Psychiater geschickt, der es wichtig fand und an seine Kollegen weiterleitet.

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen, aber das ist schon eine Veränderung zu der Anfangszeit meiner Aktivitäten in diese Richtung! Es gibt Leute, die das interessiert.

Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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