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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Hallo bin neu hier! Brauche eure Hilfe!

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Gabriela
Beiträge: 2
Registriert: 04.02.2005 23:13
Wohnort: München

Hallo bin neu hier! Brauche eure Hilfe!

Beitrag von Gabriela »

Hallo alle zusammen, lese jetzt seid ca. 4 Wochen eure Beiträge hier im Forum und habe jetzt den Mut gefasst mich hier anzumelden.
Ich bin 32 Jahre alt und nehme seid 5 Jahren Paroxat 20 mg, weil ich Angst und Panikattacken habe.
Hatte vor ca 9 Wochen keine Tabletten mehr und mein Arzt war im Urlaub, weil es mir phsychisch sehr gut ging, dachte ich mir ich komme die 2 Wochen auch ohne Tabletten zurecht. Es ging auch alles gut bis ich von heute auf morgen eine wahnsinnige Übelkeit bekamm, mit erbrechen,total müde und abgeschlagen war und fast 15 Stunden am Tag schlafen konnte, Schwindel und Kopfschmerzen hatte, totale innere Unruhe, muste dauernd meine Beine bewegen, und hatte grippeähnliche Symptome. Fast 2 Wochen war mir hundeelend und in dieser Zeit bin ich auf dieses Forum gestossen und habe das erste mal über Absetzsymptome und Entzugserscheinungen gelesen. Ich bin total geschockt und verwirrt deswegen. Kann es sein das es bei mir auch Entzugserscheinungen waren?
Nach dem ich meine Tabletten wieder genommen habe, waren alle Symptome wie weggeblasen. Habe jetzt totale Angst das diese verdammte Übelkeit auch wieder kommt. Kann das auch von den weglassen meiner Tabletten gekommen sein?
Nach dem ich das alles gelesen habe, wird mir Angst und Bange!
Bin jetzt total verwirrt ob ich die Tabletten ein Leben lang weiter nehmen soll, oder ob ich auch davon loskommen könnte. Habe dann aber Angst das meine Angst und Panikattacken wieder anfangen.
Gibt es auch andere Medikamente die man nehmen könnte ohne solche Nebenwirkungen?
Wie lange kann man Paroxat nehmen ohne Schaden im Körper zu verursachen? Kann die Leber dadurch vergiftet werden.
Bin vor kurzen erst nach München gezogen und habe noch keinen Neurolgen den ich vertrauen kann. Habe meine Tabletten von einen Hausarzt verschrieben bekommen. Möchte aber proffesionelle Hilfe haben, kann mir jemand einen guten Arzt empfehlen.
Bitte helft mir ich weiß nicht mehr weiter!
Habe auch fast 20 kg zugenommen seid ich Paroxat nehme und bin schon völlig am verzweifeln, will endlich wieder abnehmen.

Bitte helft mir, was ich machen soll!
paroxat 20 mg 1 Tablette abends, sei 5 Jahren
Linda
Gründer
Beiträge: 654
Registriert: 06.10.2003 11:46
Wohnort: Ravensburg/N. Devon, UK
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Re: Hallo bin neu hier! Brauche eure Hilfe!

Beitrag von Linda »

Hallo Gabriela,

erstmal willkommen im Forum.
Gabriela hat geschrieben: Kann es sein das es bei mir auch Entzugserscheinungen waren?
Nach dem ich meine Tabletten wieder genommen habe, waren alle Symptome wie weggeblasen.
Wenn die Symptome "wie weggeblasen" waren, waren sie eindeutig Entzugserscheinungen.
Gabriela hat geschrieben: Habe jetzt totale Angst das diese verdammte Übelkeit auch wieder kommt. Kann das auch von den weglassen meiner Tabletten gekommen sein?
Auf jeden Fall. 90% des körpereigenen Serotonins ist scheinbar im Darm.
Gabriela hat geschrieben: Nach dem ich das alles gelesen habe, wird mir Angst und Bange!
Aus welchem Grund denn hauptsächlich?
Gabriela hat geschrieben: Bin jetzt total verwirrt ob ich die Tabletten ein Leben lang weiter nehmen soll
Es gibt kein Anlass zu meinen, dass man die Tabletten ein Leben lang weiter nehmen soll. Wir sind der Meinung, dass man wirklich alles anders probieren soll, bevor man diese Medikamente nimmt. Sie können dann auch nur höchstens als kurzfristige Unterstützung dienen.
Gabriela hat geschrieben:oder ob ich auch davon loskommen könnte.
Das musst Du natürlich für Dich entscheiden. Allerdings halte ich eine Einnahme von 5 Jahren schon für eine lange Zeit.
Gabriela hat geschrieben: Habe dann aber Angst das meine Angst und Panikattacken wieder anfangen.
Hast Du etwas anderes versucht, Deine Ängste und Panikattacken zu bewältigen?
Gabriela hat geschrieben: Gibt es auch andere Medikamente die man nehmen könnte ohne solche Nebenwirkungen?
Wir geben hier im Forum keine Empfehlungen zur Medikamenteneinnahme außer, dass man sie beim Absetzen brauchen könnte. Wir denken, dass es nicht unbedingt gut ist, ausschließlich auf Medikamente zu setzen, weil sie keine "Heilung" in dem Sinn versprechen, sondern nur höchstens eine Linderung der Symptome des ursprünglichen Problems. Die These, dass ein Serotoninmangel der Auslöser für seelische Leiden ist, wurde nie bewiesen. Es ist alles nur eine Theorie, woran wir persönlich nicht glauben. Wenn man ein psychisches Problem hat, spielt viel mehr eine Rolle als nur ein Mangel an Neurotransmitter.
Gabriela hat geschrieben: Wie lange kann man Paroxat nehmen ohne Schaden im Körper zu verursachen? Kann die Leber dadurch vergiftet werden.
Das weiss niemand. Es gibt keine Langzeitstudien. Die Studien wurden normalerweise höchstens über einen Zeitraum von 6 Wochen gemacht. Es gibt jetzt Anlass zu der Annahme, dass Venlafaxin Herzprobleme auslösen kann.
Gabriela hat geschrieben: Bin vor kurzen erst nach München gezogen und habe noch keinen Neurolgen den ich vertrauen kann. Habe meine Tabletten von einen Hausarzt verschrieben bekommen. Möchte aber proffesionelle Hilfe haben, kann mir jemand einen guten Arzt empfehlen.
Vielleicht kann Dir jemand eine Empfehlung geben. Ich weiss allerdings von einem Dr. Kapuste, der sich angeblich mit Suchtproblemen auskennt. Ich habe von ihm eigentlich nur Gutes gehört. Adresse habe ich nicht.
Gabriela hat geschrieben: Habe auch fast 20 kg zugenommen seid ich Paroxat nehme und bin schon völlig am verzweifeln, will endlich wieder abnehmen.

Gewichtszunahme ist eine bekannte Nebenwirkung bei der Einnahme von SSRI, besonders Paroxetin (Paroxat).
Gabriela hat geschrieben: Bitte helft mir, was ich machen soll!
Ich denke, Du musst Dich erstmal in Ruhe informieren, hier im Forum gibt es auch einiges zu lesen. Es eilt ja nicht. Du nimmst das Medikament schon seit 5 Jahren und ein paar Wochen hin oder her macht jetzt auch nichts mehr aus. Grundsätzlich musst Du Dich natürlich entscheiden, ob Du absetzen möchtest oder nicht. Wenn ja, solltest Du auf jeden Fall sehr langsam vorgehen. Hast Du unser link:Infopaket schon gesehen?

Linda
vivie
Beiträge: 44
Registriert: 28.07.2004 22:23

Beitrag von vivie »

Hallo Gabriela,

Du brauchst wirklich noch nicht verzweifelt sein. Dass Du auf das völlige Weglassen des Paroxetins so heftig reagiert hast, das heißt nicht dass Du nie mehr davon loskommst.

Gut ist doch schonmal, dass Du jetzt nach fünf Jahren den Wunsch hast, auch mal wieder ohne Medikament zurechtzukommen.
Linda hat das meiste ja schon gesagt.
Und auch wenn es mühsam und langwierig und wirklich oft auch beängstigend sein kann. Schrittweise absetzen ist wirklich die beste Möglichkeit.

Ich komme "aus der Nähe von München", kann Dir aber leider keinen bestimmten Neurologen empfehlen. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass meine Ärztin mit Null Ahnung über die Absetzprobleme durchaus ganz aufgeschlossen war, als ich ihr das Infopaket mitgebracht habe.

Wegen der Gewichtszunahme solltest Du Dich vorerst auch nicht fertigmachen. Bei mir war es so, dass ich auch relativ viel zugenommen habe mit dem Paroxetin, aber bereits beim Reduzieren der Dosis habe ich auch etwas abgenommen.
Sei erstmal ganz zuversichtlich, dass sich ohne Paroxetin auch Dein Gewicht wieder auf das ursprüngliche Gewicht einpendelt.
Alles Gute für Dich
vivie
Symptome: Depression, Essprobleme, Selbstverletzungsgedanken
Medikation: Paroxetin >> 4/2002 - 7/2004 >> (zwischen 10 und 30mg...)
Bisherige Absetzversuche: 8/2004 15mg Absetzversuch gescheitert wegen zu starker Entzugserscheinungen - auch nach drei Wochen noch sehr schlimm
Absetzverlauf: innerhalb eines Jahres von 15mg auf 5mg reduziert - sogar deutliche Absetzerscheinungen bei 2mg Reduzierung
am 12.8. abgesetzt von 5mg auf 0mg wegen Zeitmangel für weitere Minischritte) >> 2 Wochen stärkste Absetzprobleme - Dämmerzustand, Schwindel, Alpträume, Übelkeit, Schwitzen und Frieren, Hautjucken
Jetzt endlich paroxetinfrei!!!

[
Gabriela
Beiträge: 2
Registriert: 04.02.2005 23:13
Wohnort: München

Beitrag von Gabriela »

Hallo,

erst mal vielen Dank für eure Hilfe.
Auf deine Fragen zurückzukommen Linda,
Angst und Bange macht mir das ich 5 Jahre das Medikament genommen und auch bekommen habe ohne überhaupt zu wissen, das es so viele Absetzsymptome hat. Habe mich das erste mal überhaupt nach dieser Übelkeit und diesen ganzen Vorkommnissen( Übelkeit, Schwindel, immer müde usw.) auf die Spur gemacht von was ich das haben kann.
Bin dann durch Zufall auf dieses Forum gestossen und habe das erste mal über Entzugserscheinungen gelesen, geschweige denn das erste mal darüber gelesen.
Bin immer gut zurecht gekommen mit Paroxat aber nach dem ich nun fast schon 25 kg zugenommen habe, dachte ich mir ich will aufhören mit diesen Tabletten.
Ich möchte allso schon damit aufhören, aber nach all dem was ich hier gelesen habe über die Entzugserscheinungen und wie lange das dauert,
habe ich tierische Angst, vor dem was kommt.
Am schlimmsten ist die Angst da das ich wieder diese Übelkeit bekomme und den Schwindel, den an arbeiten ist da nicht zu denken.
Vor allem was danach kommt, ob meine Panikattacken wieder auftretten. Habe damals keine Alternative erwägt oder ausprobiert weil ich damals gleich diese Tabletten bekommen habe und der Arzt nichts gesagt hat, das es solche Hammer Dinger sind mit solchen Absetzsymptome. Habe mich voll und ganz auf meinen Arzt verlassen und mir keine Gedanken gemacht, da es mir ja gut ging.
Ich will auf jedenfall wieder abnehmen und anscheinend geht das aber nicht so lange ich die Tabletten nehme.
Auch bin ich immer ziemlich antriebsarm und könnte den ganzen Tag auf der Couch mit schlafen verbringen, was auch schon Probleme in der Partnerschaft mit sich bringt, weil ich mich zu nichts aufraffen kann.
Kann das auch durch das Paroxat kommen?
Ich bin froh dieses Forum gefunden zu haben, werd mich als erstes mal auf die Suche nach einen guten Doktor machen.

Gruß
Gabriela
paroxat 20 mg 1 Tablette abends, sei 5 Jahren
DanielS34
Beiträge: 3
Registriert: 22.02.2005 19:23
Wohnort: Darmstadt

müdigkeit

Beitrag von DanielS34 »

Hallo Gabriela,

mich hat citalopram (auch ein SSRI wie paroxetin) ebenfalls antriebsarm und müde gemacht.
Den Beweis habe ich jetzt beim Wechsel bzw. Schnell-Absetzen des citaloprams erlebt:
gestern halb verschlafen - heute hellwach und sogar das erstemal Selbsthilfegruppe besucht.

Und auch meine zwei Neurologen haben mir von Problemen beim Absetzen nix erzählt.

Versuch doch mal, täglich mit deinem Partner
eine halbe Stunde zu spazieren und dann mal
die Strecke verlängern....?

Dir alle Gute,
Daniel
Diagnose: depr.Episoden Medikation: Johanniskraut 300mg 1 Jahr -- citalopram 10,20,30,20 mg seit Sep2004-- Symptome: starke Müdigkeit Medikation: citalopram 10mg für 4Tage Feb2005 -- edronax 2mg, 1mg ->> Kreislauf,Sex-ausfall,Kälte,...
Gesperrt