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Jamies "all in a tumble" Thread

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Jofab
Beiträge: 2476
Registriert: Mittwoch, 16.08.17, 19:51

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jofab » Montag, 18.05.20, 23:00

Liebe Jamie,

auch mich haben deine Worte, dein Offenheit sehr berührt – in dunklen, hoffnungslosen Momenten kommen
auch mir solche Gedanken. Danke, dass du dieses Tabuthema angesprochen hast.

Von Herzen alles Gute
Ilse
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Philine
Beiträge: 1433
Registriert: Freitag, 02.08.19, 15:47

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Philine » Montag, 18.05.20, 23:43

Liebe Jamie,
ich unterschreibe alles, was meine Vorrednerinnen sagen.

Besonders aber freue ich mich darüber, dass du meist recht "aufgeräumt" bist. 😊

Ich weiß zwar nicht, wie du das schaffst in deiner Situation, aber es zeigt deine große Stärke, durch die du alles überwinden wirst. Bin ich von überzeugt.
Liebe Grüße,
Philine
Mitte Okt. 2018-bis Mitte Jan. 2019: 30 x Tavor 0.5
Mitte Okt. – Ende Nov. 2018 Esci. 5-10-5 mg
seit Dez. 2018 Sertr. 25, langsam runterdosiert auf 16
weitere Medikation:
nach SD-OP 100 Euthyrox
Calcium 500

Jimbo
Beiträge: 45
Registriert: Mittwoch, 30.01.19, 4:07

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jimbo » Dienstag, 19.05.20, 21:20

Hallo liebe Jamie,
seit Ostersonntag weiß ich auch was Schmerzen bedeuten, habe mir da, auf einer Mountainbiketour drei Rippen gebrochen, musste mit Feuerwehr und RTW aus dem Wald geborgen werden und habe es erst nicht ernst genommen...
vier Stunden später als die erste Novamin Invusion nachlies habe ich dann die erste Klatsche bekommen. Ich saß auf dem Krankenhausbett und habe nach Luft Luft gejappst bis die Schwester mir nen zweiten Tropf gelegt hat. Die Schwestern hatten ärztliche Anweisung mir soviel Schmerzmittel zu geben wie ich will und auch ohne weitere Nachfrage Opiate (Oxycodon) bis 20 mg/Tag zu geben.

Am Freitag danach habe ich mir von meiner Hausärztin Oxycodon verschreiben lassen... und wie es der Teufel wollte habe ich mich zwei Stunden später an nem dusseligen Glas Milch verschluckt und bekam einen Hustenanfall...

Viel Schlimmer als die Schmerzen der Rippen war die akute Atemnot, ich dachte ca. 10-15 Minuten ich ersticke und war nur damit beschäftigt nicht ohnmächtig zu werden. Als ich wieder halbwegs Atmen und Aufstehen konnte habe ich mir zwei Oxycodon reingehauen und nach 20 Minuten war es dann halbwegs erträglich!

Das Einzige was schlimmer ist als akute, sehr starke Schmerzen ist die akute Gefahr/Angst zu ersticken. Atmen geht definitiv vor Schmerzen! Reflexartig.
Ich schreibe dir dies um dir ein bisschen Mut zu machen und dir zu sagen, es geht auch schlimmer!

Auch wenn ich dir en paar von meinen Schutzengeln abgeben habe hat der Rest noch einen guten Job gemacht und mich vor dem Schlimmsten bewahrt! Immerhin geht es mir wieder ganz gut und es wird jeden Tag besser! Ich bereue es nicht einige Engel an dich überstellt zu haben, trotz starker Schmerzen... die kann ich einige Wochen aushalten!

Halte durch liebe Jamie auch für dich wird Besserung eintreten!
MfG
Jimbo/Tim

PS: Ich glaube du wirst ein Engel werden! Wer so viel Leid ertragen kann muss der geborene Engel sein, irgendwann wirst du über uns Wachen und du wirst ein gnadenvoller Engel sein...
In 2012 bis ca. 2013 sporadisch Alprazolam genommen am Ende nach ca. 3-4 wöchiger Dauereinnahme leichtes Entzugssyndrom nach Kaltentzug gehabt... war aber nicht wirklich schlimm und nach wenigen Tagen erledigt.

Bis Jan. 2018 keine Psychopharmaka.

Januar 2018 bis ca. August 2018 in Psychotherapeutischer Behandlung wegen, Panikattacken, Schwindel/leichte Derealisation, depressive Verstimmung. Behandlung erfolgreich beendet wegen deutlicher Besserung des Befindens und der Symptomatik.

Jan. 2018 - Mitte Dez. 2018 --- 10 Stk. Alprazolam a´0,5mg pro Monat nach Bedarf
21.12.18 - 20.01.19 --- täglich ca. 0,75mg Alprazolam insgesamt also ca. 50 Stk. a`0,5mg
Seit 21.01.19 --- 0 mg Alprazolam (also Kaltentzug, war eine Woche etwas anstrengend aber ging ganz gut)
Am 27.01.19 --- einmalig 0,75mg Alprazolam (nochmal 3-4 Tage Entzugssymptomatik)

Februar - Juni 2019: Unregelmäßige Einnahme: ca. 1x pro Woche 0,5 - 0,75mg

Dann zwei mal starke Absetzsymptomatik Mitte 2019:

18.06.19 --- 1 x 0,5 mg Alprazolam
Mehrere Tage akutes Gedankenkreisen (Sinn des Lebens), stark depressiv, extremes Gefühl der Sinnlosigkeit des Lebens, Panikattacken

13.07.19 --- 1 x 0,5mg Clonazepam

Entzugs-Verlauf Tagebuch:
14.07. - 16.07. Durchgehend akutes Gedankenkreisen zwanghaft, stark depressiv, extremes Gefühl der Sinnlosigkeit des Lebens, Panikattacken
17.07. + 18.07. Alkohol getrunken zur Deckelung der Symptomatik (ganz schlechte Idee!!!)
19.07. Durchgehend schwerstes Gedankenkreisen zwanghaft, stark depressiv, extremes Gefühl der Sinnlosigkeit des Lebens, evtl. sogar leicht suizidal
20.07. Minimale Verbesserung, sehr starke Symptome durchgehend
21.07. Leichte Verbesserung, sehr starke Symptome wellenartig
22.07. Verschlechterung, sehr starke Symptome fast durchgehend + Sorge das es nicht besser wird
>>> 23.07. Extreme Verbesserung über Nacht nach fast 11 Std. Schlaf, wahrscheinlich Alk. Nachwirkungen ausgeschlafen (große Erleichterung) <<<
24.07. Gleichbleibend, leichte Symptome wellenartig, schlecht Geschlafen
25.07. Verbesserung, nur noch unterschwellig Symptome, keine Wellen mehr, leicht reizbar, schlecht Geschlafen
26.07. Gleichbleibend, unterschwellige Symptome, Stimmung gedämpft, nicht mehr so reizbar, mittelmäßig geschlafen ca. 5 Std., von Benzoentzug geträumt
27.07. Verbesserung der allgemeinen Stimmung, manchmal noch leichtes Gefühl der Distanziertheit, Kopf läuft noch nicht ganz rund, netter Grillabend mit Freunden, alle be/angetrunken außer mir, ganz gut geschlafen 6 Std., von Benzoentzug geträumt
28.07. Leichte Verschlechterung Innere Unruhe, Grübeln (leicht) 13:30 - 15:00 Uhr 0,7 L Bier getrunken, war nicht so toll, 19:30 Uhr Alk. Wirkung vorbei >>> Befinden wieder besser, sogar richtig gut, ganz gut geschlafen 5,5 Std.
29.07. Gleichbleibend Noch leicht kreisende Gedanken. Stimmung über den Tag noch leicht schwankend, gut geschlafen 6 Std.
30.07. Verbesserung Nahezu Symptomfrei, Feststellung: Rauchen bekommt mir nicht gut... unangenehmer Schwindel nach Zigarette, muss aufhören! Entzug scheint nahezu abgeschlossen zu sein, ebenso so mein Entzugs-Tagebuch... hoffe ich!
31.07. Keine spürbaren Symptome mehr, Stimmung und allgemeines Befinden normal/gut, Schlaf: Gut aber etwas kurz (ca. 6 Std.)
01.08. Alles stabil und gut. Tagebuch Ende. Restliche Benzotabletten im Keller eingelagert.
09.12.19 Keine weitere Benzoeinnahme, alles OK

Bittchen
Beiträge: 1210
Registriert: Freitag, 24.11.17, 9:35

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Bittchen » Mittwoch, 20.05.20, 7:42

Liebe Jamie,

es freut mich,dass du weiterhin hier so offen als Moderatorin hier schreibst ,ich habe dich immer als sehr hilfsbereit und einfühlsam wahr genommen.
Der Charakter veränder sich ja nicht,egal was das Leben für böse Überraschungen für uns bereit hält .
Es ist sehr beruhigend,dass du nach Hilfe in Fachkliniken suchst,dafür wünsche ich dir sehr schnellen Erfolg.
Alles erdenklich Gute für dich.

Liebe Grüße
Brigitte
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

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