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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


ich bin schockiert

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
livia
Beiträge: 1
Registriert: 22.05.2005 23:51
Wohnort: 46514 schermbeck

ich bin schockiert

Beitrag von livia »

hallo ihr lieben mitleidenden

kurz zu mir...

ich bin 35 jahre alt seit fast fünf jahren verheiratet und habe eine 2 jährige tochter.
nach der geburt unseres mädchen im nov 2002 fingen meine depressionen zunächst eher schleichend an, ich war lustlos dauernd müde, vom kind und der neuen situation als "nur hausfrau und mutter" überfordert.

zudem waren wir kurz vor der geburt von berlin nach NRW übergesiedelt wo ich so gut wie niemanden kannte und auch nicht so ohne weiters kennen lernte.

zunächst dachte ich noch das sei alles eine phase aber ende des sommers 2003 war ich über 2 montae lang ständig krank... grippe, bronchitis.. eine infektion jagte die andere.

die krönung war ein gebrochenes bein, dass ich mir im november zuzog, es heilte nicht und musste operiert werden .

ich musste zur operation nach süddeutschald zu meinen eltern, weil die kleine ja versorgt werden musste und dort hat sich für mich dann ein richtig tiefes schwarzes loch aufgetan.

ich war teilnahmslos allem und jedem gegenüber, habe stundenlang geschlafen, wäre am liebsten garnichtmehr aus dem bett gekommen, musste ständig heulen.

eine freundin riet mir schon damals mich bezüglich dieser symptome beim arzt vorzustellen, aber ich wollte nicht wahrhaben, das ich psychisch krank sein könnte (anm. meine tante mütterlicher seits, war lange jahre manisch depressiv und hat sich 2001 das leben genommen,daher kannte ich das leid)

ich wurde ende 2003 von meinem mann zurück nach NRW geholt.

zurück in unser leben mit einer selbständigkeit die nicht lief, mit einem kind, das mich überforderte und zurück in meinen ganzen wahnsinn...

die belastungen aus geschäft, familie, haushalt, gesundheit etc. hielt ich bis april 2004 durch, dann hatte ich das was man wohl gemeinhin als nervenzusammenbruch bezeichnet.

ich bekam zunächst ein johanniskrautpräperat verschrieben und dann als die symptome nicht besser wurden cipralex... das nehme ich jetzt seit ende april 2004 und war immer der meinung es sei risikolos (so hat mein arzt es mir "verkauft") aber das was ich jetzt hier gelesen habe schockiert und beängstigt mich.

rückblickend betrachtet denke ich das cipralex mir in meiner situation noch nicht mal wirklich geholfen hat, da ich nach fast 9 monaten täglicher einnahme kurz vor weihnachten letzten jahres erneut einen zusammenbruch hatte.

seither bin ich als akutpatientin in einer gesprächstherapie beim psychotherapeuten und jetzt ändert sich was... eigentlich hatte ich gehofft bald mit den antidepressiva aufhören zu können, aber das scheint ja gar nicht so einfach zu sein...

...das meiste was ich mich von 2004 erinnere ist träge, müde, zu anstregend und mit viel leid verbunden... meine ehe ging fast in die brüche, meine tochter hat gelitten und ich habe wahnsinnig zugenommen....



upps ganzschön lang geworden... wollte mich doch eigentlich nur kurz vorstellen

also mein name ist christine und ich bin seit 2,5 jahren depressiv

ich bin froh diese forum gefunden zu haben, da für mich seit beginn meiner krankheit immer so viel fragen offen standen auf die ich keine antworten fand... möglicherweise finde ich die nun hier...

also guten tag
Symptome: interesselosigkeit, angstattaken, wutausbrüche, ständige infektionen, heulkrämpfe, libidoverlust, fressen und brechen;
Diagnose: schwere depressive phase
Medikation: escitalopram, 10 mg >> einmal täglich abends seit april 2004
Bisherige Absetzversuche: keine
Hannes Wien
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Registriert: 27.10.2003 14:16
Wohnort: Wien
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Beitrag von Hannes Wien »

Servus Christine willkommen im Forum!
ich bekam zunächst ein johanniskrautpräperat verschrieben und dann als die symptome nicht besser wurden cipralex... das nehme ich jetzt seit ende april 2004 und war immer der meinung es sei risikolos (so hat mein arzt es mir "verkauft") aber das was ich jetzt hier gelesen habe schockiert und beängstigt mich.
Ja die meisten Ärzte wissen oder wollen nicht wissen in welchem Ausmaß die Entzugserscheinungen sein können.
rückblickend betrachtet denke ich das cipralex mir in meiner situation noch nicht mal wirklich geholfen hat, da ich nach fast 9 monaten täglicher einnahme kurz vor weihnachten letzten jahres erneut einen zusammenbruch hatte.
Das ist gut möglich, denn nicht alle Menschen sprechen auf SSRI AD an, wenn es nach so langer Zeit nix geholfen hat, kannst du es auch LANGSAM über einige Monate wieder absetzen.

Eszitalopram (Cipralex) gibt es auch flüssig!

Liebe Grüße

Hannes
Linda
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Beiträge: 654
Registriert: 06.10.2003 11:46
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Danksagung erhalten: 8 Mal

Beitrag von Linda »

Hallo Christine,

auch von mir ein herzliches Willkommen :).

Erstens: Es muss nicht sein, dass Du beim Absetzen Probleme bekommst. Viele haben damit gar keine Probleme - nur weiss man das leider im voraus einfach nicht. Lieber auf Nr. Sicher gehen und langsam anfangen, und bei jedem Schritt auf den Körper hören.

Zweitens: Ich denke, es ist ein ziemlich weit verbreitetes Phänomen, dass frau nach der Geburt erstens mit hormonellen Umstellungen zurechtkommen muss und dann auch noch mit der neuen Situation als Hausfrau und Mutter - was schnell zu einer gewissen Isolation, Unzufriedenheit und schliesslich Verzweiflung führen kann. Dazu kommt noch, dass es von uns erwartet wird, dass wir ganz in einer mütterlichen Rolle aufgehen und darin die vollkommene Erfüllung finden sollen ... ist mir ehrlich gesagt auch nicht passiert. Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Freundinnen mit gleichaltrigen Kindern und war oft tageweise alleine mit dem Kind zu Hause - mir ist auch die Decke auf den Kopf gefallen. Im Nachhinein denke ich mir, ich hätte mich mehr mit gleichgesinnten Frauen in Krabbelgruppen o.ä. zusammentun sollen; da kann man schnell Anschluß zu anderen Familien bekommen und sich teilweise auch gegenseitig aushelfen mit Babysitten usw. Wenn die Kinder in den Kindergarten kommen wird alles ein bisschen einfacher; die Kinder sind selbstständiger, man ist nicht 24 Stunden am Tage gefordert und kommt in den Genuss von ein paar Stunden am Vormittag, die man ausschließlich für sich selbst nehmen kann. Man findet dort auch schnell Anschluss; einige Bekanntschaften, die ich heute nach 20 Jahren noch pflege, sind mit Familien aus der Kindergartenzeit.

Ich kann es mir gut vorstellen, dass Du das AD gar nicht gebraucht hättest. Lebensumstände kann man nicht mit Pillen ändern. Du scheinst aber gerade auf einem guten Weg zu sein und ich wünsche Dir weiterhin viel Glück!

Linda
Gesperrt