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Nachricht von: Oliver
Dieses Forum ist im Ruhezustand.
Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:
Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.
Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.
Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.
Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
das Arznei-Telegramm im Internet berichtet in der Ausgabe 10/2014 in einem Artikel über die Beeinträchtigungen der Spermienqualität durch SSRI, aber auch durch ein trizyklisches Antidepressivum.
Hier ein Auszug:
"In einer Untersuchung mit 74 20- bis 50-jährigen Männern, die seit mindestens sechs Monaten wegen Depression ein SSRI einnehmen und zuvor mindestens ein Kind gezeugt haben, nehmen Veränderungen der Spermienqualität hinsichtlich Zahl, Beweglichkeit, Aussehen und DNA-Fragmentationen mit der Dauer der antidepressiven Behandlung zu. Auch für das trizyklische Antidepressivum Clomipramin (ANAFRANIL, Generika) sind Spermienbeeinträchtigungen beschrieben.
Studien, die direkt den Einfluss der Antidepressiva auf die Zeugungsfähigkeit prüfen, liegen bislang nicht vor. Die Daten legen einen negativen Effekt auf die männliche Fertilität aber nahe.Zudem werden in Literaturberichten Männer beschrieben, bei denen ein Zusammenhang zwischen SSRI-Einnahme und Spermienbeeinträchtigung überhaupt erst auffällt, als sich die Betroffenen wegen unerfüllten Kinderwunsches untersuchen lassen. Die Formulierungen in den Fach- und Gebrauchsinformationen der SSRI, dass bislang kein Einfluss auf die Fertilität beobachtet wurde, erachten wir daher als nicht korrekt. "
Viele Grüße
edgar
Angehöriger, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), seit 2008 Mitarbeiter im ambulanten Betreuten Wohnen für Menschen mit psychischer Erkrankung (u.a. auch Beratung und Unterstützung beim Absetzen von Medikamenten), davor 2 Jahre Mitarbeiter in einer Tagesstätte und 1 Jahr lang in einem Wohnheim (stationäres Wohnen) für Menschen mit psychischer Erkrankung. Seit 2013 Mitglied des Fachausschusses Psychopharmaka der DGSP.
Spermien-Krise unter Antidepressiva
Deutsches Ärzteblatt, Freitag, 10. Mai 2013
Bonn – Die Behandlung mit Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI) kann die Spermienqualität beeinträchtigen. Die Wirkung ist nach Ansicht der Arzneimittelagenturen jedoch nach Absetzen der Medikamente reversibel.
Dass SSRI bei Männern die Libido beeinträchtigen und eine erektile Dysfunktion auslösen, ist seit langem bekannt. Vor einiger Zeit wurden dann auch Störungen im Spermiogramm entdeckt. Der Urologe Peter Schlegel von der Cornell University in New York berichtete, dass bei Männern, die Paroxetin eingenommen hatten, 30 Prozent aller Spermien DNA-Fragmentierungen aufwiesen (Fertility & Sterility 2010; 94: 1021-6).
Die Pharmakovigilanz-Arbeitsgruppe (PhVWP) der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) kam im letzten Jahr aufgrund von tierexperimentellen Studien zu dem Schluss, dass SSRI als Gruppe betroffen sind. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat deshalb nach einem Stufenplanverfahren für alle Medikamente mit den Wirkstoffen Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin einen entsprechenden Hinweis in den Fachinformationen verfügt.
Die beiden Arzneimittelagenturen gehen allerdings davon aus, dass es sich um eine reversible Wirkung handelt. Ein Einfluss auf die Fertilität beim Menschen sei bislang nicht beobachtet worden, heißt es künftig in den Fachinformationen.
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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