Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->


 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


"Mirtazapin" Wer kennt sich aus?

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Skorpion
Beiträge: 2
Registriert: 10.02.2005 17:32

"Mirtazapin" Wer kennt sich aus?

Beitrag von Skorpion »

Hallo,
ich möchte mich erst einmal vorstellen.Ich leide seit Mitte letzten Jahres unter Burn out.Habe von mir aus eine Gesprächstherapie zu dem Zeitpunkt begonnen. Ich glaubte das Problem so in den Griff zu bekommen. Mußte Anfang diesen Jahres feste stellen, dass man das Problem nicht so einfach nebenher erledigen kann. Ich bin Ende Januar zum Neurologen gegangen, der mich auch gleich für mehrere Wochen krank geschrieben hat. Er verschrieb mir auch Mirtazapin 45mg. Wegen Bluthochdruck und andere Wehwehchen nehme ich noch andere Medikamente ein. Unter anderem auch Lamisil, das für eine Pilzerkrankung verschrieben wurde. Mit einer halben Tablette Mirtazapin täglich Abends ging es los. Bereits am 2. Abend klappte ich zusammen. Mein Blutdruck sang total nach unten ab und mir war sehr übel. Ich habe es auf mein Blutdruckmedikament geschoben , was ich dann für ein paar Tage abgesetzt hatte. Daraufhin bekam ich starke Migräne, worunter ich leider auch seit Jahren leide. So nahm ich sie wieder ein, was zu keinem weiteren Problem führte. Was ich wohl sagen muß, das ich ein leichtes Taubheitsgefühl (kribbeln) im linken Arm einschließlich der Hand habe. Wenn es sehr häftig ist ( so etwa jeden 3.Tag) habe ich kaum Kraft in dem Arm. Heute war ich bei meiner Hautärztin, die mir das Lamisil ( das ja auch nicht ganz ohne bei den Nebenwirkungen ist) verschrieb. Sie sagte, dass das eine Medikament das andere Medikament in der Wirkung erhöht. Daher sollte ich nur noch eine halbe statt bisher einer ganzen Tablette nehmen.
Nun zu meiner Frage: hat irgend jemand gleiche oder ähnliche Erfahrungen mit dem Medikament gemacht?
Als ich Euer Forum heute entdeckte und die Berichte über Mirtazapin las wurde mir doch schon ganz anders. Sind die Entzugserscheinungen immer oder treten sie nur gelegentlich auf?
Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand mit seinen Erfahrungen weiter helfen könnte.

Euer Neuling, der Skorpion
Carpe Diem
Hannes Wien
Gründer
Beiträge: 903
Registriert: 27.10.2003 14:16
Wohnort: Wien
Danksagung erhalten: 6 Mal

Beitrag von Hannes Wien »

Hallo Skorpion,
Bereits am 2. Abend klappte ich zusammen. Mein Blutdruck sang total nach unten ab und mir war sehr übel.
Also Übelkeit gehört zu den häufigen Entzugserscheinungen von Mirtazapine, mit dem Kreislauf hatte ich keine Probleme allerdings möglich ist das auch.
Daraufhin bekam ich starke Migräne, worunter ich leider auch seit Jahren leide.
So nahm ich sie wieder ein, was zu keinem weiteren Problem führte. Was ich wohl sagen muß, das ich ein leichtes Taubheitsgefühl (kribbeln) im linken Arm einschließlich der Hand habe.

Wenn es sehr häftig ist ( so etwa jeden 3.Tag) habe ich kaum Kraft in dem Arm.
Migräne habe ich recht häufig seit dem ich Mirtazapine abgesetzt habe obwohl ich vorher sowas nicht kannte.

Taubheitsgefühl, kribbeln sind eindeutig Entzugserscheinungen.

Sind die Entzugserscheinungen immer oder treten sie nur gelegentlich auf?
Das ist wirklich bei jeden Menschen anders.

Wie lange hast du den Mirtazapine genommen ich würde dir in jedem Fall raten sehr langsam zu reduzieren wieviel mg hatte deine 1/2 Tablette denn?

Liebe Grüße
Hannes
Skorpion
Beiträge: 2
Registriert: 10.02.2005 17:32

Beitrag von Skorpion »

Hallo Hannes Wien,

ich habe mich sehr über Deine Antwort gefreut. Jedoch mußte ich feste stellen, das ich mich undeutlich ausgedrückt habe. Deshalb versuche ich es nochmal verständlicher darzustellen.
Das Mirtazapin nehme ich jetzt erst seit 4 Wochen ein. Im Moment sind es 45 mg täglich. Die Probleme die ich schilderte, traten bei der Einstellung von Mirta am 2. Abend auf. Da ich außerdem auch das Medikament Lamisil (was gegen eine Pilzerkrankung ist, und auch jede Menge Nebenwirkungen hat)nehme,habe ich es darauf zurück geführt.Inzwischen hat mir meine Hautärztin gesagt das Lamisil die Wirkung von Mirta erhöht. Nehme seit dem nur noch eine halbe Lamisil. Da ich, was Medikamente gegen Depressionen betrifft noch keine eigenen Erfahrungen habe, bin ich ein wenig verunsichert. In Eurem Forum ist viel interessantes über die einzelnen
Medikamente und deren Auswirkungen zu lesen. Die ersten Tage habe ich fast nur geschlafen .Mittlerweile geht es mir tagsüber einigermaßen gut und für den Schlaf in der Nacht sorgt Mirta . Ich habe im Frühjahr 2004 zum ersten Mal um Hilfe wegen meiner völligen Erschöpfung bei meiner Hausärztin vorgesprochen. Da ich unter einer Erkrankung der Speiseröhre leide war ich für 4 Wochen darauf zur Kur. Dort hatte ich ein Gespräch mit einen Pychologen und das ganze Gerüst was mich immer wieder zum Weitermachen antrieb stürzte ein. Der Pychologe erkannte das ich unter Burn out leide und etwas dagegen unternehmen muß. Leider war es in der Kur nicht mehr möglich, da ich ja wegen etwas anderem dort war. Ich habe von mir aus nach der Kur einen Therapeuten gesucht. Seit Oktober gehe ich nun einmal die Woche zu ihm. Ich glaubte damit alles in den Griff zu bekommen. Zu spät hatte ich erkannt, das ich damit nur noch eine Schüppe mehr an Belastungen auf mich genommen habe. Ein Burn out kann man nicht so nebenher behandeln. Im Januar 2005 ging es mir so schlecht, das ich mir eingestehen mußte, das ich mit meinem Leben und meiner Arbeit(U-Bahnfahrer) nicht mehr klar komme. Ich konnte nicht mehr schlafen, war und bin auch noch äußerst Agressiv und ungeduldig. Es gab auch Tage, an denen ich mir beim Schlafen gehen wünschte, das ich den nächsten Morgen nicht wieder erwache. Deshalb tat ich den für mich bisher schwersten Schritt und ging zum Neurologen, der mich wie beschrieben sofort für mehere Wochen krank schrieb. Er machte mir klar, das ich auch noch unter Depressionen leide. Nunja, soviel zu meinem bisherigen Werdegang. Würde mich , wenn ich nochmal etwas über den Verlauf dieser Krankheiten von Euch erfahren könnte.
Viele Dank im Vorraus, Euer Skorpion
Carpe Diem
Hannes Wien
Gründer
Beiträge: 903
Registriert: 27.10.2003 14:16
Wohnort: Wien
Danksagung erhalten: 6 Mal

Beitrag von Hannes Wien »

Hallo Skorpioin,

zum Verlauf einer Depression kann ich dir leider nicht viel erzählen da ich keine Psychischen Krankheiten in diesen Sinn hatte.

Ich habe Mirtazapine (leider) zum Schlafen bekommen begleitend zu einem Benzoentzug.

45mg Mirtazapine ist sehr viel und kann unruhig oder eben sehr müde machen.

Wenn du meinst das dir die Tagesmüdigkeit zu viel wird versuch es doch mal 30mg.

Liebe Güße
Hannes
Gesperrt