Hallo Paulina oder Bea,
vor 11 Jahren bekam ich in einer neurologischen Praxis gegen Panikattacken Insidon verschrieben und zwar - jetzt kommt´s - auf Empfehlung der Arzthelferin, der das Mittel geholfen hatte.
Die Arzthelferin flüsterte mir noch zu, das Mittel nicht zu oft zu nehmen, weil es abhängig machen könnte.
In der Not nahm ich es immer dann, wenn überhaupt nix mehr ging.
In meinem Fall half Insidon aber überhaupt nicht gegen Angst und Panik, sondern machte mich nur benommen und müde. Und anschließend war alles wieder beim alten Dilemma.
Außerdem erfuhr ich erst viel später durch meinen Hausarzt, dass Insidon erst nach gewisser Zeit zu wirken beginnen würde.
Also ließ ich es, da es ohnehin nicht half.
Mit Paroxetin habe ich ebenfalls unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Der Vorzug dieses Medikaments war eindeutig, dass ich die Einnahme im Alltag nicht spürte, während Insidon den Alltag beeinträchtigte. Autofahren und Konzentration waren kaum möglich.
Soll es dir zur Überbrückung der Krise helfen, oder Paroxetin ganz ersetzen?
Also als Dauermedikation würde ich mir Insidon nicht wünschen, weil man Gefahr läuft einfach "neben der Spur" zu sein.
Hier kannst du genauere Informationen über Insidon erfahren:
http://www.kompendium.ch/Result.aspx?lang=de
Gibt es denn keine andere Möglichkeit dich aus der Krise zu begleiten?
Drüber zu sprechen oder zu schreiben oder im Wald seinen Frust aus dem Hals zu brüllen kann manchmal sehr wirkungsvoll sein.
Dann fragtest du noch an anderer Stelle: " aber warum schaffen es dann so viele andere Menschen, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen, ohne sich mit dem ganzen Scheiß auseinandersetzten zu müssen?"
Hier ein paar banal klingende aber ernst gemeinte Antwortversuche:
Weil sie es nicht brauchen.
Weil sie anders strukturiert sind.
Weil sie keine Traumata oder Verletztungen zu verkraften hatten.
Weil sie gelernt haben, Konflikte "sauber" klären zu können.
Weil sie Unterstützung hatten und auf Vertrauen bauen konnten.
Weil ihnen Schuldgefühle fremd sind.
Weil sie die Verantwortung für Geschehens ablegen konnten.
Weil ihr Gefühlsleben nicht so sensibel ist.
oder einfach
Weil sie Glück hatten!
Herzlich grüßt dich
Astrid