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 ! Nachricht von: Oliver

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Trevilor retard 150mg

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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xynana
Beiträge: 1
Registriert: 09.02.2005 15:29

Trevilor retard 150mg

Beitrag von xynana »

hallo an alle,

habe eben diese seite gefunden und nachdem ich einige beiträge gelesen habe bin ich jetzt absolut verunsichert.

also mal von vorne:

seit meinem 18. lebensjahr leide ich an depris und ich habe seit dem verschiedene therapeuten aufgesucht (meine längste therapie = 3 jahre), leider haben alle gespräche nichts gebracht und auf medikamente wollte ich mich nicht einlassen.
ständige stimmungsschwankungen, meißt unglücklich, unzufrieden mit allem, kein sinn im leben gesehen....und das durch die ganzen jahre hindurch.

im juli 2004 (mittlerweile bin ich 35) gab es mal wieder einen nervenzusammenbruch und ich beschloß sofort die psychologische klinik aufzusuchen. man bzw. frau verschrieb mir "trevilor retard 150mg". mir war alles recht, hauptsache "es" hört endlich auf.
seit dem könnte ich buchstäblich die welt umarmen. bisher konnte ich nie wirklich sagen, daß es mir gut geht (ok es gab ausnahmen wie geburt meiner 3 kinder :o oder wenn man mal verliebt war <3 , jedoch als der alltag kam, war wieder der alte trott da :cry: :evil: :frust: )

seit dem ich trevilor nehme, kann ich mit voller überzeugung sagen: es geht mir nicht nur gut :) ....es geht mir ausgezeichnet :haha: ! (außer ab und zu mal etwas hitzewallungen, aber die sind wirklich nicht der rede wert)

nun höre ich von einer bekannten, daß die einnahme von trevilor auf dauer nicht ok ist, da das medikament irgendwann nicht mehr wirkt und die dosis immer wieder erhöht werden muß bis dahin, daß es überhaupt nicht mehr wirkt....und was dann?????

einmal vergaß ich ein neues rezept zu holen, so daß ich von freitag bis montag ohne trevilor auskam. es ging mir auch gut bis auf montag.....schwindel bis kurz vor ohnmacht...habe jedoch nicht gedacht, daß es sich um entzugserscheinungen handeln könnte.

diese woche montag war mal wieder die trevilor-150mg-packung leer und ich nahm seit dem täglich 3 trevilor 37,5mg (hatte ich mal von der hausärztin bekommen aber nie wirklich eingenommen). heute früh (mittwoch) machte sich langsam mein "alter" gefühlszustand wieder breit....es ist zum heulen....bin erst mal zur apotheke und hab mir die 150er geholt.

muß man denn bis ans lebensende medikamente einnehmen bzw. wenn die wirkung wirklich einmal nachläßt - wo soll das denn enden?

gibt es hier jemanden, der/die über längeren zeitraum trevilor eingenommen hat und mir über seine/ihre erfahrungen berichten kann?

ich weiß, daß man nicht alles verallgemeinern kann aber es wäre schön auch mal was positives zu lesen, was jetzt aber die negativen erfahrungen nicht vom tisch fegen soll - bin für jeden betrag dankbar.

liebe grüße
nana
Astrid
Beiträge: 313
Registriert: 26.11.2003 18:02
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Re: Trevilor retard 150mg

Beitrag von Astrid »

Hallo Nana,

herzlich willkommen im Forum.

Ich will gerne versuchen, eine Antwort auf eine deiner Fragen zu geben.
xynana hat geschrieben:muß man denn bis ans lebensende medikamente einnehmen bzw. wenn die wirkung wirklich einmal nachläßt - wo soll das denn enden?
Eine lebenslange Medikamenteneinnahme setzt voraus, eine Gesundung ohne Medikamente ausschließen und gleichzeitig die Wirkung eines Medikaments dauerhaft gewährleisten zu können. An ersteres glaube ich persönlich nicht! Letzteres kann ich nicht beurteilen. Ich glaube aber, dass unser Körper sich im Laufe des Lebens weiterentwickelt und anpassungsfähig ist. Was ein Medikament widerum nicht ist. Also kann es gut sein, dass sich die Wirkung auf Dauer verändert, weil sie dem Körper nicht mehr angemessen ist.

Die Ursachen von Depressionen können sehr unterschiedlicher Art sein und sind bei weitem noch nicht ausreichend erforscht. Daher wirkt es manchmal wie ein Stochern im Dunkeln bei der Suche nach einer persönlichen Lösung. Die sollte nur als allerletzte Möglichkeit eine dauerhafte Medikamenteneinnahme sein. Vorher gilt es, nach Alternativen Ausschau zu halten.

Wichtig fände ich es, im Vorfeld deine Schilddrüsenfunktion untersuchen zu lassen. Sie spielt für den Hormon- und Stoffwechselhaushalt unseres Körpers eine entscheidende Rolle. Ist mit der Schilddrüse alles o.k., würde ich nach psychischen Zusammenhängen als Ursachen für deine Depressionen suchen.
Du sprachst von 3 Jahren Therapie ohne Erfolg. Es kann sein, dass du jetzt, ein halbes Leben später, mit anderen Therapieansätzen sehr wohl zu Erfolg kommen kannst. Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert. Es gibt so viele Möglichkeiten!

Ich kann verstehen, dass man hier im Form beim Lesen regelrecht Angst vor Antidepressiva bekommen kann. Ich finde, die ist nur bedingt angebracht. Nicht jeder reagiert auf ADs, bzw. ihre Nebenwirkungen und Absetzsymptome im gravierenden Ausmaß. Viele Menschen haben auch das Glück, ADs komplikationslos zu vertragen. Deshalb rate ich dir, dich nicht "verrückt" zu machen, sondern dem Forum die für dich brauchbaren und ratvollen Informationen zu entnehmen.
In deinem Fall steht zweifelsfrei die positive Wirkung deines ADs im Vordergrund. Bevor du durch abrupte Dosisveränderungen oder -reduzierungen deinen guten Zustand gefährdest, würde ich dir eher dazu raten, dir ein "Netz an Alternativen" um dich herum aufzubauen, bevor du dich in behutsam kleinen Schritten von Trevilor verabschiedest.

Dafür wünsche ich dir viel Erfolg!

Herzlichst
Astrid
xavro1
Beiträge: 36
Registriert: 21.01.2005 15:21
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Re: Trevilor retard 150mg

Beitrag von xavro1 »

Hallo nana,

es ist schön, dass es dir gut geht. Lass dir das nicht kaputt reden.
nun höre ich von einer bekannten, daß die einnahme von trevilor auf dauer nicht ok ist, da das medikament irgendwann nicht mehr wirkt und die dosis immer wieder erhöht werden muß bis dahin, daß es überhaupt nicht mehr wirkt....und was dann?????
Welche Qualifikation hat denn diese Bekannte. Ist sie vom Fach? Hat sie sich mit der Thematik beschäftigt? Oder gibt sie nur irgendwelches Gerede wieder? Das wären die ersten Fragen, die ich mir stellen würde.

Es gibt natürlich unterschiedliche Auffassungen darüber, ob es sinnvoll ist, ein Antidepressivum über einen sehr langen Zeitraum zu nehmen. Fakt ist aber, dass Trevilor seitdem es auf den Markt ist, auch zur Langzeittherapie eingesetzt wird. So ein Therapieansatz wäre nicht möglich, wenn eine ständige Dosiserhöhung erforderlich wäre.

Und selbst wenn. Solange es dir mit dem Mittel gut geht ist doch alles okay. Über das danach, kannst du dir Sorgen machen, wenn es soweit ist.
einmal vergaß ich ein neues rezept zu holen, so daß ich von freitag bis montag ohne trevilor auskam. es ging mir auch gut bis auf montag.....schwindel bis kurz vor ohnmacht...habe jedoch nicht gedacht, daß es sich um entzugserscheinungen handeln könnte.

diese woche montag war mal wieder die trevilor-150mg-packung leer und ich nahm seit dem täglich 3 trevilor 37,5mg (hatte ich mal von der hausärztin bekommen aber nie wirklich eingenommen). heute früh (mittwoch) machte sich langsam mein "alter" gefühlszustand wieder breit....es ist zum heulen....bin erst mal zur apotheke und hab mir die 150er geholt.
Ich hoffe du lernst daraus, dass du dir immer rechtzeitig ein Rezept besorgen solltest und auch nicht ohne ärztliche Anweisung mit der Dosis rumspielen solltest. Offensichtlich neigst du zu einem gewissen Maß an Absetzsymptomen, es scheint aber nicht extrem zu sein, denn sonst wärst du kaum ein Wochenende lang ohne ausgekommen. Das ist schon mal gut zu wissen. Auch die spontan wieder auftauchende Depression dürfte eher ein Absetzsymptom, als die ursprüngliche Krankheit sein.

Wenn ihr die Medikation einmal absetzt, solltest du also darauf achten, dass ihr das langsam und allmählich macht. Dann sollten eigentlich keine nennenswerten Probleme auftauchen, da du ja nicht so heftig reagierst.
muß man denn bis ans lebensende medikamente einnehmen bzw. wenn die wirkung wirklich einmal nachläßt - wo soll das denn enden?
In der Schulmedizin ist in manchen Fällen tatsächlich eine lebenslange Medikation vorgesehen. Ob das bei dir erforderlich ist, wird sich noch zeigen müssen. Die klassische Vorgehensweise sieht vor, das Medikament auf jeden Fall noch mindestens 6 Monate nach dem völlständigen Verschwinden der Symptome weiter zu nehmen.

Danach kann man das Medikament dann allmählich ausschleichen und den weiteren Verlauf beobachten. Spontan auftretende Depressionen deuten wie gesagt eher auf Absetzerscheinungen hin. Hinsichtlich der ursprünglichen Depression, sollte das Medikament auf jeden Fall noch mindestens mehrere Wochen nachwirken.

Stellt sich dann aber heraus, dass du immer noch Rückfälle hast, dann wärst du tatsächlich ein Kandidat für eine dauerhafte Medikation. Aber das sind alles Dinge, die natürlich nur der Arzt vor Ort wirklich beurteilen kann.
gibt es hier jemanden, der/die über längeren zeitraum trevilor eingenommen hat und mir über seine/ihre erfahrungen berichten kann?

ich weiß, daß man nicht alles verallgemeinern kann aber es wäre schön auch mal was positives zu lesen, was jetzt aber die negativen erfahrungen nicht vom tisch fegen soll - bin für jeden betrag dankbar.
Für positive Berichte über Antidepressiva bist du hier eigentlich im falschen Forum. Hier geht es ja explizit um die problematischen Seiten der Antidepressiva.

Es scheint aber irgendwie auch in der Natur der Sache zu liegen, dass sich in den Foren über Depressionen vor allem Problemfälle sammeln. Was sollte auch jemand, dessen Behandlung problemlos verläuft oder der wieder gesund ist auch in einem Forum? Jedenfalls sind in allen Foren, die ich kenne die negativen Aspekte überrepräsentiert. Lass dich davon und von diversen Bekannten aber nicht irre machen.

Gruß
Xavro
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Re: Trevilor retard 150mg

Beitrag von CloneX »

xavro1 hat geschrieben:Und selbst wenn. Solange es dir mit dem Mittel gut geht ist doch alles okay. Über das danach, kannst du dir Sorgen machen, wenn es soweit ist.
Bekommen das Benzodiazepine-Patienten auch gesagt ?
xavro1
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Beitrag von xavro1 »

Hallo Clone-X,

da kann ich nicht wirklich sachkundig drauf antworten, da ich mich mit dieser Medikamentengruppe nicht so auskenne. Instinktiv würde ich mit 'Nein' antworten, weil - soweit ich weiß - Benzodiazepine nur für einen kurzfristigen Einsatz gedacht sind.

So wie ich die Infos hier im Forum verstanden habe, wird die Gefahr der Abhängigkeit und der Anfälligkeit für Absetzerscheinungen bei Antidepressiva im Behandlungsverlauf nicht größer, als sie für die betreffende Person eh schon ist. "Schlimmer" kann es also nicht werden. Warum also das Medikament dann nicht weiter nehmen, wenn es doch hilft?

Gruß
Xavro
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Xavro.

Die Bemerkung von CloneX über die Benzodiazepine hatte wohl eine geschichtliche Beinote. Es ist noch nicht sooooo lange her, dass Benzodizepine in sehr großer Zahl über sehr lange Zeit als das Mittel für und gegen alle möglichen Befindlichkeiten verschrieben wurde (ungefähr so wie heute SSRI und Co.) und es hat viele Jahre gedauert, bis das offensichtliche Abhängigkeitspotential dieser Medikamentengruppe von der Ärzteschaft anerkannt wurde - um genau zu sein, machen Benzodiazepine (genau wie SSRI) )nach der neuen DSM-IV Definition von Abhängigkeit offiziell auch nicht abhängig - erstaunlich aber wahr. Charles Medawar beschreibt das z.B. auf seiner www.socialaudit.org.uk Seite (Im Antidepressant Web).
Xavro hat geschrieben:So wie ich die Infos hier im Forum verstanden habe, wird die Gefahr der Abhängigkeit und der Anfälligkeit für Absetzerscheinungen bei Antidepressiva im Behandlungsverlauf nicht größer, als sie für die betreffende Person eh schon ist.
Nun, offiziell gibt es da ja auch gar kein Informationen, aber ich würde sagen, dass das Risiko einer Abhängigkeit mir der Länge der Behandlungsdauer ansteigt, da die Anpassungsprozesse im Gehirn sich mehr und mehr "verfestigen". Vielleicht gibt es sogar zwei Ebenen der Abhängigkeit bei SSRI - die eine kann sich schon nach kurzer Zeit einstellen und verläuft meist auch eher kurfzfristig und die andere tritt erst im Laufe der Monate/Jahre der Einnahme ein, weil sich das Gehirn physiologisch an das ständige Eindringen des psychotropen Moleküls anpasst. Das ist alles nicht so einfach.

Alles Gute
Olive
CloneX
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Beitrag von CloneX »

xavro1 hat geschrieben:Hallo Clone-X,

So wie ich die Infos hier im Forum verstanden habe, wird die Gefahr der Abhängigkeit und der Anfälligkeit für Absetzerscheinungen bei Antidepressiva im Behandlungsverlauf nicht größer, als sie für die betreffende Person eh schon ist. "Schlimmer" kann es also nicht werden. Warum also das Medikament dann nicht weiter nehmen, wenn es doch hilft?
Man kann leider nichts verallgemeinern, aber es ist jedoch häufig so, dass die Wahrscheinlichkeit für Absetzerscheinungen (bzw. eine zunahme der Intensität) mit der Einnahmedauer zunimmt.

WENN man alles ausprobiert hat und sich schließlich für ein Antidepressivum entschieden hat, dann gebe ich dir recht, dass man erstmal glücklich sein sollte, dass es hilft und sich keine Sorgen machen.

Ansonsten würde ich aber nicht blind vorgehen - "echte" Drogen "helfen" einem ja auch erst - da wird auch keiner sagen "Dann freu dich erstmal, dass dir die Drogen helfen - Über das danach kannst du dir später sorgen machen". Aber Antidepressiva sind ja nicht immer schädlich...ramble...ramble..ist halt alles nicht so einfach.
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