Hallo zusammen
Ich habe von meinem Psychiater Citalopram verschrieben erhalten. Ich leide schon meiner Kindheit über phasenweise auftretende Angststörungen unbekannter Ursache. Nachdem ich ein ziemlich verschissenes Wochenende hatte, hat er mir spontan 10 mg Citalopram verschrieben.
Folgende Nebenwirkungen hatte ich am ersten Tag:
Morgens nach der Einnahme einer halben Tablette (10mg) war mir kurz schwindlig und ich hatte das Gefühl ich hätte Konzentrationsprobleme.
Vom Mittag an uns seither immer noch habe ich einen vermehrten Speichelfluss (extrem nervig)
Am zweiten Tag:
Morgendliche Übelkeit und Appetitlosigkeit und wiederum nervender Speichelfluss, war zudem am Abend unendlich traurig
Heute ist der dritte Tag und mein Psychiater meinte, dass sei alles normal, das werde schon aufhören und die Wirkung anfangen.
Heute bin ich schon den ganzen Tag sehr sehr müde und habe irgendwie Sehstörungen.
Jetzt wollte ich kurz die deklarierten Nebenwirkungen dieser Tablette des Herstellers nachschauen und stosse auf dieses Forum. Ich scheine hier ja lebende Zeitbomben einzunehmen und tue mir hier wohl kein Gefallen?!
Soll ich die Einnahme nun unterbrechen? Ich finde diese SSRI je länger je mehr ein Teufelszeug und hatte von Anfang an ein komisches Gefühl dabei, vorallem weil ich sie nicht unbedingt benötige (so hoffe ich doch).
Danke für Eure Antwort!
Citalopram nach drittem Tag schon wieder absetzen?
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Oliver
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Kommt drauf an ...
Hallo Pitsch
Willkommen im Forum
Deine Nebenwirkungen sind durchaus normal für SSRI - das heißt aber nicht, dass Du sie hinnehmen musst. Fals sich Deine Traurigkeit unter dem Einfluss des SSRI noch weiter verstärken sollte (in Richtung Selbstmordgedanken z.B.), würde ich das Medikament auf jeden Fall sofort wieder absetzen. Wenn Du Citalopram nach drei Tagen absetzt, dürfte das keine Probleme geben.
Es gibt sicher andere Arten mit Deinen Ängsten umzugehen - Psychopharmaka sind zumindest für mich mittlerweile das Letzte auf meiner Liste das ich ausprobieren würde.
Alles Gute
Oliver
Willkommen im Forum
Das klingt ja nicht sehr durchdacht oder weitsichtig ... eher nach Verzweiflungstat Deines Arztes ... was hast du denn sonst noch unternommen, um mit Deinen Ängsten umzugehen? Was hat Dein Arzt denn diagnostiziert? Hast Du schon mal eine Gesprächstherapie gemacht?Pitsch hat geschrieben:Nachdem ich ein ziemlich verschissenes Wochenende hatte, hat er mir spontan 10 mg Citalopram verschrieben
Wenn Du Deine Zweifel am Sinn der Medikamente hast und sie sogar für ein Teufelszeug hältst, ist das keine gute Ausgangssituation. Gehe doch morgen noch mal zu Deinem Arzt, erzähle ihm von Deinen Bedenken und frage ihn, warum er SSRI in Deinem Fall für sinnvoll hält. Dann kannst Du Dich ja entscheiden, ob dich seine Ausführungen überzeugen. Frage ihn auch mal, ob es beim Absetzen des Medikamentes eventuell zu Absetzsymptomen kommmen könnte. Wenn er diese Frage rigoros verneint, heißt das nichts gutes was seinen Kenntnisstand bzgl. SSRI angeht (siehe: link:infopaket).Pitsch hat geschrieben:Soll ich die Einnahme nun unterbrechen? Ich finde diese SSRI je länger je mehr ein Teufelszeug und hatte von Anfang an ein komisches Gefühl dabei, vorallem weil ich sie nicht unbedingt benötige (so hoffe ich doch).
Deine Nebenwirkungen sind durchaus normal für SSRI - das heißt aber nicht, dass Du sie hinnehmen musst. Fals sich Deine Traurigkeit unter dem Einfluss des SSRI noch weiter verstärken sollte (in Richtung Selbstmordgedanken z.B.), würde ich das Medikament auf jeden Fall sofort wieder absetzen. Wenn Du Citalopram nach drei Tagen absetzt, dürfte das keine Probleme geben.
Es gibt sicher andere Arten mit Deinen Ängsten umzugehen - Psychopharmaka sind zumindest für mich mittlerweile das Letzte auf meiner Liste das ich ausprobieren würde.
Alles Gute
Oliver
Was jetzt?
Was ich sonst schon unternommen habe? Nicht sehr viel. So im Nachhinein muss ich selber sagen, dass ich viel zu schnell auf die Chemieschiene gegangen bin.
Ich will das Medikament auf jeden Fall absetzen, habe mir das jetzt gründlich überlegt.
Ich will nicht unbedingt wieder zu diesem Therapeuten. Ich habe diesen sehr neu und ich vertraue ihm einfach nicht mehr. Kann ich tatsächlich unter Absetzsymptomen leiden, wenn ich eine so kleine Dosis nach so kurzer Zeit absetze? Welcher Art?
Kann es sein, dass diese schlimmer sind als die Nebenwirkungen unter denen ich seit ich es einnehme leide?
Danke für Deine Antwort
Ich will das Medikament auf jeden Fall absetzen, habe mir das jetzt gründlich überlegt.
Ich will nicht unbedingt wieder zu diesem Therapeuten. Ich habe diesen sehr neu und ich vertraue ihm einfach nicht mehr. Kann ich tatsächlich unter Absetzsymptomen leiden, wenn ich eine so kleine Dosis nach so kurzer Zeit absetze? Welcher Art?
Kann es sein, dass diese schlimmer sind als die Nebenwirkungen unter denen ich seit ich es einnehme leide?
Danke für Deine Antwort
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Wunderwuzzi
- Beiträge: 52
- Registriert: 24.01.2005 18:39
Hallo Pitsch!
Mir geht es ähnlich bzw. ist es ähnlich gegangen. Sieh Dir meinen Beitrag an (Absetzerscheinungen von Cipralex nach 7 Wochen...).
Ich habe Cipralex bloß 11 Tage genommen und leide heute noch unter den Absetzerscheinungen (Spannungskopfschmerz, Muskelzuckungen, Agitation, Nervosität....). Ich habe auch den Fehler gemacht, viel zu schnell auf die Chemieschiene aufgesprungen zu sein. Was ich Dir bei Angststörungen empfehlen kann, ist eine integrative Verhaltenstherapie (mache ich zur Zeit auch, aber ich kämpfe jetzt quasi an zwei Fronten: a) die ursprünglichen Symptome wie Sozialphobie, Panickattacken, Angststörungen und b) die Absetzerscheinungen wie Spannungskopfschmerz, Muskelzuckungen, Agitation). Kein befriedigender Zustand.
Zur Verbesserung der Situation mache ich zur Zeit folgendes: Wenig Fernsehen (und wenn, dann keine gewaltätigen oder sehr aufwühlenden Filme; ich beschränke mich zur Zeit lieber auf trashige SF-Serien wie UFO aus den 60er Jahren
), Kamillentee, Tabletten mit Passionsblumenextrakt (Danke Linda!), Fischöl (vor allem die mit EPA/DHA/Vitamin E - gibt's in der Drogerie, müssen nicht unbedingt aus der Apotheke sein), wenig Stress, Biofeedback (System der Fa. Isense, www.isense.at), ausreichend Schlaf (aber nicht zuviel, ganz wichtig max. 7-8 Stunden), viel leichte Bewegung wie spazierengehen, bummeln, usw.
Ich würde derzeit alles vermeiden, was Dein empfindliches Nervenkostüm weiter strapaziert.....
Alles Gute
Wunderwuzzi
Mir geht es ähnlich bzw. ist es ähnlich gegangen. Sieh Dir meinen Beitrag an (Absetzerscheinungen von Cipralex nach 7 Wochen...).
Ich habe Cipralex bloß 11 Tage genommen und leide heute noch unter den Absetzerscheinungen (Spannungskopfschmerz, Muskelzuckungen, Agitation, Nervosität....). Ich habe auch den Fehler gemacht, viel zu schnell auf die Chemieschiene aufgesprungen zu sein. Was ich Dir bei Angststörungen empfehlen kann, ist eine integrative Verhaltenstherapie (mache ich zur Zeit auch, aber ich kämpfe jetzt quasi an zwei Fronten: a) die ursprünglichen Symptome wie Sozialphobie, Panickattacken, Angststörungen und b) die Absetzerscheinungen wie Spannungskopfschmerz, Muskelzuckungen, Agitation). Kein befriedigender Zustand.
Zur Verbesserung der Situation mache ich zur Zeit folgendes: Wenig Fernsehen (und wenn, dann keine gewaltätigen oder sehr aufwühlenden Filme; ich beschränke mich zur Zeit lieber auf trashige SF-Serien wie UFO aus den 60er Jahren
Ich würde derzeit alles vermeiden, was Dein empfindliches Nervenkostüm weiter strapaziert.....
Alles Gute
Wunderwuzzi
Symptome: Herzstolpern, Leeregefühl, Panikattacken, Kopfschmerzen, Nackenverspannung, Muskelzuckungen, Nervosität
Medikation: Cipralex 10 mg (11 Tage genommen/Okt. 2004 - Serotonin Syndrom, abrupt abgesetzt), Valium genommen (Dez. 2004/Jänner 2005): paradoxe Reaktion. Seit Juni 2005 Lexotanil für Notfälle (1/3 Tablette täglich, Niedrigdosisabhängigkeit), Sinequan 25 mg abends seit Juni 2005
Bisherig Absetzversuche: November 2004
Absetzverlauf: Einnahme von Cipralex über 11 Tage mit schweren Nebenwirkungen (adverse event bzw. Serotonin Syndrom), dann abruptes Absetzen; schrittweises Absetzen von Sinequan seit April 2006 auf 12 mg reduziert (Juni 2006);
Medikation: Cipralex 10 mg (11 Tage genommen/Okt. 2004 - Serotonin Syndrom, abrupt abgesetzt), Valium genommen (Dez. 2004/Jänner 2005): paradoxe Reaktion. Seit Juni 2005 Lexotanil für Notfälle (1/3 Tablette täglich, Niedrigdosisabhängigkeit), Sinequan 25 mg abends seit Juni 2005
Bisherig Absetzversuche: November 2004
Absetzverlauf: Einnahme von Cipralex über 11 Tage mit schweren Nebenwirkungen (adverse event bzw. Serotonin Syndrom), dann abruptes Absetzen; schrittweises Absetzen von Sinequan seit April 2006 auf 12 mg reduziert (Juni 2006);
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Oliver
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- Registriert: 10.10.2003 23:58
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- Danksagung erhalten: 420 Mal
Hallo Pitsch.

Du scheinst sehr besorgt zu sein. An Deiner Stelle würde ich einfach zusehen, dass ich in den nächsten Tagen nichts mache, was Deine volle Reaktionsfähigkeit in Anspruch nimmt (Maschinen bedienen, Autofahren, etc.) und sicherstellen, dass ich nicht alleine bin.
Nimm Dir vielleicht ein paar Tage frei. Lass uns hier einfach mal in den nächsten Tagen hören, wie Du Dich fühlst - wird schon schiefgehn
Alles Gute
Oliver
Nach drei Tagen ist die Gefahr wirklich minimal, dass größere Probleme auftreten, zumal Du ja auch nur die Hälfte der empfohlenen Dosis nimmst, also lass es einfach gleich ganz weg - ausschleichen macht nach so kurzer Zeit keinen Sinn und die Alternative es aus Angst vor Absetztsymptomen entgegen Deinem Willen weiterzunehmen ist ja auch nicht sonderlich verlockendPitsch hat geschrieben:Kann ich tatsächlich unter Absetzsymptomen leiden, wenn ich eine so kleine Dosis nach so kurzer Zeit absetze? Welcher Art?
Kann es sein, dass diese schlimmer sind als die Nebenwirkungen unter denen ich seit ich es einnehme leide?
Du scheinst sehr besorgt zu sein. An Deiner Stelle würde ich einfach zusehen, dass ich in den nächsten Tagen nichts mache, was Deine volle Reaktionsfähigkeit in Anspruch nimmt (Maschinen bedienen, Autofahren, etc.) und sicherstellen, dass ich nicht alleine bin.
Nimm Dir vielleicht ein paar Tage frei. Lass uns hier einfach mal in den nächsten Tagen hören, wie Du Dich fühlst - wird schon schiefgehn
Alles Gute
Oliver