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 ! Nachricht von: Oliver

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Fluoxetin-Absetzproblematik

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Dieter

Fluoxetin-Absetzproblematik

Beitrag von Dieter »

Hallo!

Motiviert durch Lilis Fluoxetin-Beitrag vom heutigen Tag kommt nun meiner. Zunächst muss ich anmerken, dass ich froh bin, die Diskussion auf diesem Weg ein wenig Richtung Fluoxetin lenken zu können, von dem insgesamt behauptet wird, es sei durch die lange Halbwertszeit noch relativ leicht abzusetzen. Dieser Meinung bin ich übrigens momentan nicht mehr so sehr.

Auch ich bin zur Zeit dabei, Fluoxetin zu reduzieren. Die erste Reduktion von 20mg auf 15mg war noch relativ gut erträglich, vielleicht, weil sie auch in eine sehr angenehme Urlaubszeit gefallen ist. Seit 08.09. nehme ich nun nur noch 10mg. Die ersten beiden Wochen mit dieser Dosis waren eigentlich auch sehr positiv und zum Teil von einem Gefühl der "Befreiung" geprägt. Seit 1-2 Wochen werde ich allerdings von zahlreichen Absetzsymptomen heimgesucht, die mich manchmal sehr stark einschränken:

Müdigkeit, Schwindel, Benommenheit, Schwäche, depressive Verstimmung, grippeähnliche Zustände, Muskelschmerzen

Die körperlichen Erscheinungen und die eher ungewöhnliche Art der depressiven Verstimmung lassen eigentlich keinen Zweifel daran, dass es sich um Absetzsymptome und nicht um ein Wiederauftreten der Grunderkrankung handelt. Nachdem ich auch heute morgen wieder wie ein Wrack aus dem Bett gestiegen bin, stellt sich aber langsam die Frage, wie lange diese Symptome noch anhalten werden.

Über einen Erfahrungsaustausch mit anderen Fluoxetin-Patienten würde ich mich daher freuen.

Lg,
Dieter.
lili
Beiträge: 2
Registriert: 30.09.2004 15:42

hallo dieter,

Beitrag von lili »

...darf ich fragen, was deine grunderkrankung ist/ war?
bei mir sind es immer wiederkehrende depression mit starken suizidgedanken, die bei dosisreduzierung mit etwas verzögerung doch wieder auftreten, genauso stark wie bei beginn der einnahme.. oder sogar noch stärker ?!
ich befürchte fast, daß das nichtmal eine absetzproblematik ist, sondern schlichtweg mein grundcharakter und dieser quasi durch das fluctin nur künstlich übertüncht ist sozusagen.
was meinst du denn mit 'eher ungewöhnlicher depressiver verstimmung'?
gruß
lili
20 mg Fluoxetin seit 2001
29.08. 10 mg
Totalabsturz am 29.09.
2 Tage lang 30 mg
seit 2.10. 20 mg
Dieter

Fluoxetin-Absetzproblematik

Beitrag von Dieter »

Hallo, Lili!

Bei mir ist die Grunderkrankung eine längere Depression ohne Suizidgedanken.

Ich glaube aber schon, dass es sich um eine Absetzproblematik handelt. Die zeitliche Verzögerung des Eintritts spricht dafür und scheint in direktem Zusammenhang mit der langen Halbwertszeit zu stehen.

Die ungewöhnliche depressive Verstimmung äußert sich bei mir zur Zeit so, dass ich plötzlich völlig depressiv werde, was nach 1-2 Stunden wieder total verschwindet, als wäre nichts gewesen (bin nachher völlig stabil). Außerdem habe ich während dieser depressiven Phasen nicht das Gefühl, dass es einen Grund bzw. Auslöser dafür gibt. Bei meinen richtigen Depressionen hatte ich zumindest immer das Gefühl, dass etwas dahinter steht, auch wenn ich nicht genau wusste, was es ist. Gewissermaßen fehlt mir jetzt also "irgendetwas" währenddessen. Insgesamt kommt es mir vor wie ein "künstliches Symptom".

Sollte es bei dir keine Absetzproblematik sein, ist es aber sicher nicht dein Grundcharakter, höchstens die Grunderkrankung. Dass Fluoxetin imstande ist, etwas zu übertünchen, glaube ich hingegen auch.

Ich bleibe jetzt erst mal bei den 10mg täglich. Alles in allem möchte ich nämlich nicht zu viel mit Dosisänderungen herumexperimentieren, weil beim Fluoxetin scheinbar alles mit dieser langen Zeitverzögerung eintritt. Womöglich geht's mir morgen schon besser, auch wenn ich heute völlig am Boden bin. Zumindest bin ich zuversichtlich!

Lg,
Dieter.
CloneX
Gründer
Beiträge: 1165
Registriert: 10.10.2003 17:01
Wohnort: Deutschland :)
Danksagung erhalten: 20 Mal

Beitrag von CloneX »

Fluoxetine hat den Ruf leichter absetzbar zu sein - Das wird mit der längeren Halbwertszeit begründet. Und für den akuten Entzug stimmt das sicher auch. Denn viele Menschen reduzieren viel zu schnell und da macht sich eine kurze Halbwerztszeit wie bei Paroxetine stark bemerkbar.

Für den chronischen bzw. verzögerten Entzug hat es jedoch glaube ich keinen so starken Einfluss. Denn wer über Wochen, Monate oder sogar Jahre leidet hat mit anderen "Schäden" durch diese Medikamente zu kämpfen.
Ben
Beiträge: 10
Registriert: 06.12.2004 20:38

Beitrag von Ben »

Hallo Dieter,

falls Du noch ab und zu im Forum bist würde mich interessieren wie
es Dir heute geht und wie Du das Absetzen überstanden hast!

Bin neu hier und habe schon einen Beitrag geschrieben. Habe
vor 2 Wochen Fluoxetin von 20 mg auf 0 abgesetzt auf Anraten meiner
Ärztin und es geht mir nicht gut.

Wie waren Deine ABsetzsymtome?

Wie lange hat es gedauert bis es wieder ok war?

viele Grüsse

Ben
Dieter

Beitrag von Dieter »

Hallo, Ben!

Habe gerade deinen ersten Beitrag gelesen. Hört sich ja nicht gut an, aber ich muss sagen, dass es mir wahrscheinlich ähnlich gegangen wäre, wenn ich plötzlich von 20 mg auf 0 abgesetzt hätte. Wie ist zur Zeit die Grundtendenz? Wird es besser, schlechter, oder ist es gleichbleibend?

Bei mir war es nach jeder Reduktion bis jetzt so, dass ich mich in den darauffolgenden 2 Wochen eigentlich ganz gut gefühlt habe. Erst in Woche 3 und 4 nach dem Reduzieren kam dann der Einbruch mit den oben beschriebenen Symptomen (Depressionen, ständige Müdigkeit, Schwindel, Muskelschmerzen und grippeähnliche Zustände). In der 5. Woche war bis jetzt der Spuk immer wieder vorbei, und ich fühlte mich ganz gut.

Kann dir aber sicher bald mehr berichten. Ich will in Kürze von 7,5 mg auf 5 mg zurückgehen, da ist der Spaß ja wieder vorprogrammiert. Das Ganze wird halt langsam lästig, weil ich bei jeder Reduktion berücksichtigen muss, ob ich in Woche 3 und 4 eventuell mal für einen Tag ausfallen kann oder nicht.

Trotzdem muss man sagen, dass die Absetzsymptome bei dir vielleicht ganz anders verlaufen. Ich denke, du hast das Fluoxetin nur kurze Zeit genommen, oder?

Lg,
Dieter.
Ben
Beiträge: 10
Registriert: 06.12.2004 20:38

Beitrag von Ben »

Hallo Dieter,

danke für die Antwort. Ich hatte 20 mg Paroxetin ca. 2 Monate genommen dann umgestellt auf Fluoxetin. Habe dies für ca. 6 Wochen
genommen, na ja wohl eher 2 Monate, weiss es nicht mehr auf die Woche genau.

Tendenz ist gleichbleibend schlecht zur Zeit. Ich habe hier im Forum auch schon den Tip von Hannes bekommen langsam zu reduzieren.
Aber ich bin ein furchtbarer Dickkopf ich bin seit 14 Tagen bei Null
und ich kann mich nicht aufraffen wieder etwas davon zu nehmen.
Allerdings wenn es noch schlimmer wird werde ich wohl nicht darumherumkommen. Es macht mir Sorge das es bei Dir erst in Woche
3 und 4 zur Spitze der Symtome kommt. Klasse dann habe ich das wohl
noch vor mir. Wie gesagt dann muss ich wohl wirklich langsam ausschleichen.

Bei Deinen Symtomen kann ich Dir nur beipflichten habe genau die gleichen und noch einige andere.

Um es kurz zu sagen ich fühle mich wie ein Zombie. Hatte auch mal
Imipramin genommen ist schon lange her hatte da überhaupt kein
Probleme abrrupt abzusetzen. Eins muss ich sagen wem es hilft ok,
ich für meinen Teil werde nie mehr einen SSRI im Leben nehmen.

Versuche das ganze mit Fischölkapseln, Multivitaminen und Magnesium
abzumildern, bis jetzt leider mit mässigem Erfolg.

Wie gesagt wenn es schlimmer wird werde ich wieder etwas Fluoxetin
nehmen und langsamer ausschleichen.

Danke für Deine Antwort und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und alles
Gute!

Gruss Ben
Dieter

Beitrag von Dieter »

Hallo, Ben!

Ich glaube trotzdem, dass das Ganze milder verläuft, wenn man es nicht so lange genommen hat. Das ist bei dir schließlich der Fall. Darum solltest du nicht automatisch das schlimmste Szenario vor Augen haben. Vielleicht ist es in ein paar Tagen schon wieder vorbei.

Fischölkapseln hab ich auch mal probiert, aber irgendwie hat das meinen Zustand eher verschlechtert als verbessert. Hab mal gelesen, dass das in manchen Fällen sein kann. Die Multivitamin-Präparate haben bei mir aber auch eine durchaus positive Wirkung.

Einen Dickkopf finde ich aber nicht schlecht. Den hab ich auch, und der hilft mir, diesen Irrsinn zu überstehen.

Lg,
Dieter.
Unicorn
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Wohnort: Istanbul

Beitrag von Unicorn »

Hallo ihr,

Ich wollte nur noch sagen, dass die Absetzproblematik von Mensch zu Mensch verschieden ist. Ich habe auch mehrere Monate Fluoxetin eingenommen und hatte damit überhaupt keine Absetzschwierigkeiten. Wobei mirdie Absetzprobleme von Venlafaxin wirklich Schwierigkeiten machen. Also... es ist bei jedem anders.

Ich hoffe, dass ihr die Absetzsymptomatik in den Griff bekommt ohne wieder mit dem Antidepressivum anzufangen.

Liebe Grüsse
Unicorn
Seit 08/2003: 300 mg Trevilor Retard, 50 mg Trazodon
Seit 01/2004: 300 mg Trevilor Retard
Seit 09/2004: 225 mg Trevilor Retard, 4 mg Edronax
Seit 12/2004: 150 mg Trevilor, 150 mg Nortrilen, 50 mg Stangyl
Seit 02/2005: 300 mg Trevilor Retard, Quilonum, Atosyl (+ Trevor oder Diazepam)
Linda
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Danksagung erhalten: 8 Mal

Beitrag von Linda »

Ich habe gestern ein jetzt veröffentlichtes, vertrauliches Dokument von GSK gelesen, in dem stand, dass Eli Lilly wohl weiss, das die Absetzsymptome bei Fluoxetin genauso schwerwiegend wie bei den anderen SSRI sein können. Sie treten nur später auf. Es ist dann schwieriger, sie eindeutig als Absetzsymptome zu identifizieren.

Linda
Dana
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Registriert: 12.12.2004 08:51

Beitrag von Dana »

hallo linda,

kannst du bitte das dokument hier reinstellen bzw. den link angeben, wo es nachzulesen ist??

ich habe fluctin sehr lange eingenommen und seit pfingsten 2004 komplett auf 0 abgesetzt

lg
dana
Linda
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Beitrag von Linda »

Hallo Dana,

hier ist der Link:

http://abcnews.go.com/images/Primetime/ ... eresmy.pdf

Linda
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