Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->


 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


7 Wochen Absetzen plus 7 Wochen ohne macht 14 Wochen Horror!

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Sven
Beiträge: 75
Registriert: 16.08.2004 08:01
Wohnort: Zürich

7 Wochen Absetzen plus 7 Wochen ohne macht 14 Wochen Horror!

Beitrag von Sven »

Hallo zusammen,

an der Stelle ein Zwischenbericht wie es so läuft nach 7 Wochen ohne irgendwelche Psychomittel.

Immernoch schlecht, allerdings tun sich manchmal Fenster auf, in denen ich mich besser fühle, letztes WE war es ein ganzer Abend, es war wie ein Urlaub.
Es kommen immer wieder fürchterliche Zwangsgedanken durch, die mich verunsichern und sehr verängstigen. Es sind Gedanken sehr aggresiver Natur.
Die schlimmsten Gedanken drehen sich um Selbstmord, es sind eher Satzfetzen, manchmal nur das Wort ,,Selbstmord" das aufflackert und dann dreht sich
wieder die Gedankenspirale: will ich das denken, warum drängt sich mir sowas auf, was hats zu bedeuten, willst du das vielleicht sogar denken ( bei dem Gedanken dreht sich mir dann der Magen um
und ich bekomme Kotzreflexe). Ich weiss inzwischen nicht mehr ob das durch das Absetzen kommt oder ob es mit den eigentlichen Zwängen in zusammenhang steht. Dann lese ich im Intenet, dass sich aufdrängende Selbstmordgedanken ernsthafte Warnzeichen sind, dass sie im Kern ,,wahr" sind. Na toll seit dem ich das gelesen habe habe ich zusätzlich noch Todesangst ich könnte durchdrehen und mirch vor ein Auto werfen, obwohl ich eigentlich keinen Todeswunsch verspühre, im Gegenteil ich will dass alles wieder gut und ,,normal" wird.
Immerhin meine Laune ist nicht mehr auf null sondern ist bei einem Pegel von 3 anbelangt, mein normaler Level ist 10 ! Auch sexuelle Lust habe ich wieder vermehrt, eigentlich ein gutes Zeichen, wären da nicht die aufdringlichen Gedanken über Tod und Gewalt. Ich bin so verunsichert, dass ich wirklich überlege wieder ein AD zu nehmen, obwohl auch dieser Gedanke mich zum kotzen bringt. Dann habe ich inzwischen solchen Unmut in Hinsicht auf ADs, dass ich noch nicht mal mehr Johanniskrsaut nehme aus Angst dass sich die Zwänge noch mal verstärken. Ich hoffe das die Zeit alle Wunden heilt und ich wieder normal werde, es ist die 7 Woche und ich werde ungeduldig.
Ich fange an mich selbst zu hassen, dass ich mein Leben nicht Leben kann so wie es bestimmt ist und sich alles nur noch um Angst, Zwang und Horror dreht, ich will einfach mal wieder das leben genießen können
ohne Horror, ohne AD, nur in den Tag leben usw.
Ich kann momentan allen Ernstes behaupten, dass das was ich momentan bin nicht ich bin. Das ist ein Schatten meiner Selbst im Spiegel bis zur Unkenntlichkeit verzehrt.
Wie lange kann der Horror noch andauern?
S
oldsumsel
Beiträge: 31
Registriert: 18.09.2004 23:09

...

Beitrag von oldsumsel »

Lieber Sven,
auch ich bin jetzt seit 3 Wochen "ohne" und glaube mir, ich habe schon bessere Zeiten erlebt!!! :wink: Meine Zwangsgedanken sind natürlich auch verstärkt zurückgekehrt - mal aggressiver, mal sexueller Natur. Bei mir ist es diese sch... AGGRESSION, die mich fast wahnsinnig macht. Jeder Satz von anderen Menschen bringt mich auch die Palme! :evil: Dann habe ich das Gefühl, schreien zu müssen, mein Gesicht zu "verformen", mit verstellter Stimme zu reden (was dann wieder enorme Angst hervorruft, ich könne nun schizophren sein...) - nur mit der Uni klappt es wieder ganz gut (mit Bus fahren 1 Stunde hin und eine Stunde zurück ohne Angst!).
Meine Mutti kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie ich mich fühle - gestern sagte sie noch, daß ich aber in den letzten Tagen auch wirklich ungenießbar sei... :( - habe danach natürlich wieder einen totalen Heulkrampf bekommen.
Ich bin in meiner Art sehr sehr schüchtern, nett und zurückhaltend - aber immer, wenn ich jetzt unterwegs bin, kommt die Angst, wie ein Irrer plötzlich durchzudrehen!!

Ich hoffe für dich, daß bessere Zeiten kommen! Ich denke, du solltest durchhalten!
*ganz doll die Daumen drück*

Susi
seit 11.06.04 20mg Paroxetin
seitdem auf und ab - bis zu 5mg reduziert
Versuch seit 01.11.04 auf 0mg

tgl. 1 Kapsel Johanniskraut
Rieke
Beiträge: 227
Registriert: 10.01.2004 11:42

Beitrag von Rieke »

Hallo Sven,
habe gerade Deinen Beitrag gelesen, er könnte haargenau aus meiner Feder stammen. Wie lange hast Du das AD genommen.Hast Du es wegen der Zwangsgedanken bekommen, oder sind die Gedanken während der Einahme des AD gekommen? Ich habe 2 Jahre lang Citalopram geschluckt und bin nicht davon abzubringen, dass durch Einnahme des AD die Zwangsgedanken in meinen Kopf geschossen sind. Nach Rücksprache mit 3 Ärzten wurde es mir auch bestätigt, dass die AD dieses hervorrufen können. Seit Juli lebe ich jetzt ohne, aber es geht mir beschissen, bin teilweise nur am heulen, bin wütend auf mich selbst, aggressiv und lustlos, setze nach aussen meine berühmte Maske wieder auf. Ich weis, sobald ich wieder beim Neurologen bin, heißt es, nehmen sie wieder AD, ich will aber nicht. Bin jetzt bei einem Homöopathen in Behandlung und setze meine ganze Hoffnung auf den. Ich halte mich tagsüber mit hochdosiertem Baldrian über Wasser.
Wenn Du überlegst, hat das AD Dir denn geholfen? Mir eigentlich gar nicht und ich könnte mich heute noch ohrfeigen, es jemals genommen zu haben. Ich werde ohne weiter kämpfen.
Sven
Beiträge: 75
Registriert: 16.08.2004 08:01
Wohnort: Zürich

Beitrag von Sven »

Hallo Rieke,

das ist schwer zu sagen. Ich leide seit meiner Kindheit phasenweise an Zwangsgedanken, diese Phasen dauerten aber nur recht kurz, sagen wir mal maximal ein halbes Jahr, danach war wieder 2 Jahre Ruhe.; Eigentlich war ich ab 15 wieder ganz Beschwerdefrei, dann habe ich mit 19 gekifft (einen Joint) und die Gedanken waren wieder für einhalbes Jahr da. Der große Knall kam mit 26, als ich wieder mal so überaus dumm war zu kiffen und diesmal waren die Gedanken fürchterlich stark, so stark dass ich dissoziierte (kam mir selbst fremd vor, das ist eine Art Schutz der Seele); das war vor 2,5 Jahren. Ich bekam damals Citalopram und der erste Monat war Hölle plus.; Meine Ängste und Zwänge wurden verstärkt. Danach allerdings ging es mir Woche um Woche besser und nach nur 3 Monaten war ich Beschwerdefrei, nach 6 Monaten setzte ich innerhalb 3 Wochen ab. Seltsam, damals ohne große Absetzerscheinungen, lediglich starker Schwindel und Übelkeit. Vor inzwischen 8 Monaten, hatte ich eine Gehirnerschütterung, mir wars komisch und ich hatte Angst deswegen, worauf dann diese dämliche Depersonalisation wieder gekommen ist. Das hat mich so genervt, dass ich wieder Citalopram genommen habe. Diesmal war es aber der Nonstopterror. Die ersten 2 Wochen bekam ich eine Depression, ich fühlte NICHTS MEHR, null Antrieb, keine Gefühle oder irgendwas. Dann wurde die Depression etwas besser, es ging mir, sagen wir mal aushaltbar. Latent war es immer so, als sei ein Teil von mir abgestorben, ich hatte zwar kaum noch Angst, aber auch keine positiven Gefühle mehr. Das ging mir dann irgendwann so auf den Kecks, dass ich versuchte abzusetzen, das erste mal ging nach 3 Wochen schief, ich war völlig am Boden. Das zweite mal ging etwas besser, innerhalb 7 Wochen habe ich ausgeschlissen, es ging mir gut! Genau eine Woche lang. Dann kam wieder die absolute Gefühlsleere, Lustlosigkeit, dazu war ich innerlich aufgedreht, unruhig fahrig, ich konte nicht schlafen. Zwänge kannte ich, Depression und Leere lernte ich durch Citalopram kennen. Nach zwei Wochen kamen Zwangsideen dazu, die bis dato anhalten, sie drehen sich um Selbstmord, was natürlich ultimativ runterzieht. Ich sehe mein voriges Leben und mein jetziges und es wird mir schlecht in welcher Verfassung ich gerade stecke. Ich überlege mir die ganze Zeit, ob ich wieder das Citalopram nehmen sollte, damit ging es mir ja immerhin einigermassen bis schlecht gelaunt, jetzt gehts mir ja nur noch dreckig. Oder aber ich beiss mich weiter durch und irgendwann kommt der Tag an dem alles beim alten ist, ganz ohne Tabletten. Momentan ist es die Hölle und eigentlich kann es nur noch besser werden.

Sven
S
Rieke
Beiträge: 227
Registriert: 10.01.2004 11:42

Beitrag von Rieke »

Hallo Sven,
ich warte auch auf den Tag, dass ich halbwegs wieder die "Alte" werde, aber ich glaube, diesen Tag gibt es nicht. Denn das was das AD gemacht hat, ist bei mir wohl nicht wieder zu reparieren. Ich habe es auf Anraten des Neurologen ad hoc (15 mg ) abgesetzt, weil ich fürchterliche Panikattaken bekam. Ob ich noch Depressionen habe, weis ich eigentlich selber nicht. Was mich so ärgert, dass sind die Zwangsgedanken, die ich auch seit 2 1/2 Jahren täglich mit mir rumtrage. Es ist zum Ko.....Ich wäre schon etwas zufriedener, wenn nur nicht diese verdammte Unruhe in mir wär, insbesondere, wenn ich alleine bin, ich könnte dann alles vor lauter Wut auf mich und auf die Ärzte kurz und klein schlagen. Baldrian und Passionsskraut hilft auch so langsam nicht mehr. Was machst Du in solchen Fällen.
Gruß Rieke
SandraF
Beiträge: 258
Registriert: 24.05.2004 22:29

Beitrag von SandraF »

Hallo Rieke,

hast du die Zwangsgedanken erst während der SSRI-Einnahme bekommen oder hattest du sie auch schon vorher?

Wie hast du die SSRI abgesetzt? Nimmst du Passionskraut-Tabletten oder Tropfen?

Liebe Grüße
Sandra
Rieke
Beiträge: 227
Registriert: 10.01.2004 11:42

Beitrag von Rieke »

Hallo Sandra,
die Zwangsgedanken sind mit Beginn der Einahme der AD aufgetreten und nicht nur diese, sondern ich hatte auch schlimme Halluzinationen.
Abgesetzt habe ich das Citalopram ad hoc, nachdem ich eine schlimme Panikattacke erlitten habe. Der Neurologe meinte dann, dann ist das Medikament wohl nichts für Sie und das nach 2 jahren. Habe zuletzt 15 mg geschluckt.
Im Moment nehme ich Passiflora (Tabletten) und jede Menge Baldrian und täglich eine Fischölkapsel. Vielleicht sollte ich hier die Dosis erhöhen. Mit der Unruhe könnte ich vielleicht noch gut leben, aber die verdammten Zwangsgedanken, wenn ich dazu in der Lage wäre, würde ich sie in die Nordsee werfen, damit sie mit den Fluten davonschwimmen. Geht es Dir genauso?
Liebe Grüße und soweit es geht einen schönen Abend.
Rieke
SandraF
Beiträge: 258
Registriert: 24.05.2004 22:29

Beitrag von SandraF »

Hallo Rieke,

habe dir gerade eine ganz lange Antwort geschrieben, die leider plötzlich verschwunden ist..... :evil:

Jetzt habe ich gerade nicht so viel Zeit, noch eine ausführliche Antwort
zu schreiben. Ich melde mich aber noch.

Liebe Grüße
Sandra
Rieke
Beiträge: 227
Registriert: 10.01.2004 11:42

Beitrag von Rieke »

Hallo Sandra,
bin schon sehr gespannt auf Deine Zeilen. Hast Du es schon einmal mit der Homöopathie versucht? Ich habe im Moment meine ganze Hoffung auf einen Homöopathen gesetzt. Wenn das nichts bringt, dann weis ich nicht, was ich noch weitermachen soll.
Gruß Rieke
oldsumsel
Beiträge: 31
Registriert: 18.09.2004 23:09

...

Beitrag von oldsumsel »

Hallo Rieke,
ich denke auch, daß die Zwangsgedanken bei mir eingesetzt haben, nachdem ich ein paar Wochen Antidepressiva genommen habe; heute könnte ich mich dafür schlagen!!! :evil:
Nachdem ich das Paroxetin abgesetzt habe, ging es in den ersten Tagen - aber jetzt ist es streckenweise unerträglich! :cry: Zuerst waren es aggressive ZG gegen meine Familie und Freunde - seit ein paar Tagen allerdings sexuelle ZG (denke, ich könnte kleine Kinder missbrauchen) - bei diesen Gedanken könnte ich mir einen Strick nehmen!
Werde es vielleicht mal mit Akupunktur versuchen... Welche Art von ZG hast du?

Danke für deine Antwort! LG von Susi
seit 11.06.04 20mg Paroxetin
seitdem auf und ab - bis zu 5mg reduziert
Versuch seit 01.11.04 auf 0mg

tgl. 1 Kapsel Johanniskraut
Sven
Beiträge: 75
Registriert: 16.08.2004 08:01
Wohnort: Zürich

Beitrag von Sven »

Hllo Rieke, hallo Susi.

Ich glaube nicht, dass SSRI die Zwangsgedanken verursachen kann. Ich denke (und weiss aus eigener Erfahrung) allerdings, dass Stimmulantien jeglicher Art,
also Amphetamine, Hasch, natürlich SSRI ( vor allem wenn am Anfang zu schnell hochdoseirt ) das Serotoninsystem nach oben fahren können und bei manchem dann Zwänge,
die Latent im verborgenen waren, heraufbeschwören. Bei mir waren es weniger die SSRI ( die das allerdings können) als vor allem Hasch oder exzessives Trinken.

1. Susi, was Du beschreibst sind TYPISCHE Zwangsgedanken, ob SSRI oder nicht, eine Neigung zu dieser Krankheit muss da gewesen sein so wie bei mir.
2. Zwangsgedanken sind immer genau das Gegenteil, deiner Wertevorstellung, Deines Charakters. Auch wenn Du aggressive Gedanken hast, Du bist unter aller Garantie ein sehr sehr friedlicher
und wahrscheinlich zurückhaltender freundlicher Mensch, der unter Garantie niemandem etwas zu leide tun könnte. Du wirst auch sicher keinem Kind etwas antun, denn Dein Sexualleben, Deine
Vorlieben (dafür lege ich die Hand ins Feuer) sind eher zu normal als abnormal, richtig ???
Zwangsgedanken wollen massiv provozieren und einen wachrütteln. Dazu ein paar hilfreiche Facts, die Du mir einfach glauben musst! Ich habe Zwänge seit meiner Kindheit, meinen schlimmsten habe ich zur Zeit
nämlich ich könnte mich umbringen, Selbstmord begehen. Ich kenne mich also aus...

BITTE GLAUBE MIR :

Das sind nur Gedanken, nichts weiter. Es sind weder feste Wünsche, noch feste Absichten! Es sind falschgeleitet Gedanken, eines übererregten Nervensystems, welches völlig überlastet ist.
Zwischen Gedanken und Taten liegen Welten. Daran zu denken einem Kind etwas anzutun ist eine Sache. Es planen, sich überwinden, es tun und dabei Spaß zu haben ist eine ganz andere Sache!
Mach Dir klar, lies das hier 100 mal:

EIn Killer, der gerade denkt dass er mordet, der hat keinerlei Angst vor seinen Gedanken, geschweige denn vorm durchführen. DER bringt kaltblütig um OHNE LANGE GEDANKEN !
Ein Triebtäter hat in aller Regel keinerlei Skrupel oder auch nur ansatzweise Angst davor seine dreckigen Sachen mit Kindern durchzuziehen, es bereitet ihm lüsterne Freude, niemals nie Angst!!! (Marc DUTRUX hatte niemals Angst, ausser vielleicht erwischt zu werden )
Einer der echte Selbstmordgedanken hegt, plant seinen Selbstmord, hat keine Angst vor diesen Pahntasien und strebt danach es durchzuziehen. (der Satz ist an mich gerichtet)
Und falls Du den oft vorkommenden Gedanken hast, irgendwie sexuall abartig zu sein, durchzudrehen, jemanden zu vergewaltigen oder z.B. plötzlich die Gedanken hast Du seist homosexuell, pedophil,
triebhaft der sonstwie abnormal -> wieder das selbe: jemand der schwul oder bi ist, den juckts nicht! Der ist das gerne und praktiziert das auch gerne, eine Lesbe hätte nie Angst im Gedanken eine Frau zu lieben.
An der Stelle ganz klar ich hab nix gegen homos, das sind Beispiele, wie Zwangsgedanken vorkommen !
Generell können sich Zwänge gegen alles richten: Ich hatte mal den Gedanken, dass ich alle meine Lieblingsmusik nicht mehr mag, dann wieder den Gedanken, dass ich meine Freundin nicht mehr liebe- > alles BLABLA und nicht war !!!!!

Beantworte mir die Fragen ganz ehrlich Susi: warst Du je gewalttätig? Tief in Dir: Du magst ganz normales Sex, oder? Du wirst beides mit JA beantworten, denn der Zwang gaukelt Dir vor es wäre nicht so. Mehr nicht!

Nochmal: es sind nur Gedanken und keine Taten ! Viele Leute haben mal so Gedanken, nur die juckt es nicht, die denken ganz kurz drüber nach und gut is. Zwänge sind Kurzschlüsse, überhastete Informationsprozesse, die man normalerweise bewusst gar nicht mitbekommt. Das ist die Wahrheit! Du bist weder irre noch dauergeschädigt durch SSRI!!!

Dreh nicht durch von wegen Strick usw. DU hast normale Zwangsgedanken, 1,5 Mio. (!!!) in Deutschland haben das!!!

Sven
S
oldsumsel
Beiträge: 31
Registriert: 18.09.2004 23:09

...

Beitrag von oldsumsel »

Hallo Sven,
viiielen Dank für deine liebe Antwort! Es stimmt schon, ich bin eher ein sehr schüchterner Mensch, der noch nie so richtig "ausgerastet" ist ect... Allerdings habe ich so einen Hang zum "Perfektionismus" entwickelt; z.B. bei schriftlichen Hausarbeiten für die Uni. Mein Neurologe denkt immer, daher könnten dann auch meine Zwangsgedanken kommen!? Zwangsgedanken wegen Selbstmord habe ich noch nie gehabt - es fing bei mir an, als ich erfahren habe, daß mein Hund Krebs hat - ständig habe ich ihn in Gedanken erstochen und gewürgt. Ich konnte zum Schluss nicht mehr allein mit ihm in einem Zimmer sein, solche Angst hatte ich. Mein "Ex-Therapeut" denkt, daß diese Zwangsgedanken aus dem ganzen Ärger und Kummer um meinen Hund entstanden sind, so nach dem Motto: Wie kann mir mein Hund nur sowas antun; wie kann er mich verlassen?!
Dann gingen die ZG gegen meine Eltern und gegen meine beste Freundin. Manchmal denke ich, sie entstehen, weil ich solch einen Ärger auf sie habe; oder weil ich extrem neidisch auf sie bin (beste Freundin hat geheiratet, jetzt schwanger, supertolles Leben...)!? Ich kann aber mit ihr nicht direkt darüber reden - ich schäme mich so sehr! :( Sven, du hast ganz Recht: Mein Sexualleben ist ganz normal (das einzig Unmoralische: Ich habe schon mal an Sex mit einer Frau gedacht - obwohl ich es mir in der Realität nicht vorstellen kann?! - und selbst wenn; Menschen die homosexuell oder "bi" sind, müssen ja keine Kinderschänder sein!?) Allerdings machen mich diese sexuellen ZG fast wahnsinnig - man malt sich die ganze Tat immer wieder in Gedanken aus - ich traue mich kaum noch aus dem Haus - bei Sendungen mit Kindern im TV schalte ich immer weg und ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich in mich "hineinhorche", ob mich Kinder sexuell erregen könnten... :cry: Ich könnte mit meiner Freundin schon deshalb nicht darüber reden, weil sie ja auch gerade schwanger ist...

Das Paroxetin hat meine ZG damals nicht stark gemäßigt - dafür war ich im Kopf wie benebelt und auch die Angst war stärker... "Ohne" ist zwar die Angst weniger, aber die Aggressionen größer und die ZG stärker...

LG von Susi
seit 11.06.04 20mg Paroxetin
seitdem auf und ab - bis zu 5mg reduziert
Versuch seit 01.11.04 auf 0mg

tgl. 1 Kapsel Johanniskraut
SandraF
Beiträge: 258
Registriert: 24.05.2004 22:29

Beitrag von SandraF »

Hallo Susi,

warst du schon im Zwangsforum www.zwaenge.de, dort haben viele Betroffene aggressive Zwangsgedanken. Es gibt auch einige Bücher, die hilfreich sein können.Infos findest du dort.

Weiterhin kann ich dir nur immer wieder raten, lass die Diane weg! Ich habe sie früher auch genommen und bin depressiv geworden! Die Diane eine sehr starke "Hormonbombe" und wenn du Zwangsgedanken hast, würde ich sie auf keinen Fall nehmen! Es gibt doch noch andere Verhütungsmöglichkeiten......


Liebe Grüße
Sandra
SandraF
Beiträge: 258
Registriert: 24.05.2004 22:29

Beitrag von SandraF »

Hallo Rieke,

ich kann nur für meine 16-jährige Tochter schreiben, die hat aufgrund einer Zwangserkrankung ca. ein Jahr lang Cipralex 10 mg eingenommen hat. Die Zwänge sind in der Zeit nicht besser gewesen, der Leidensdruck war, so sagt meine Tochter, etwas geringer, dafür waren aber zahlreiche Nebenwirkungen vorhanden: Bewegungsdrang der Beine, Aggressivität, Horrorbilder, allergischer Hautausschlag usw..
Meine Tochter sollte eigentlich 15 mg Cipralex einnehmen, das hat sie auch für einige Tage gemacht, aber sie wurde dann ganz merkwürdig, sie hat uns zeitweise mit glasigen Augen angeguckt und lachte ganz extrem auffällig (oft und laut und irgendwie "irre"), so dass ich es schon mit der Angst bekam und nicht nur ich, mein Mann und meine älteste Tochter haben das auch so empfunden....Der Arzt sagte nur, naja Jugendliche in dem Alter sollten ja auch viel lachen.... :evil: Ich habe dann die Dosis wieder auf 10 mg reduziert und das Lachen wurde wieder normal. Um die Aggressivität durch die Cipralex zu dämpfen sollte meine Tochter zusätzlich Risperdal (Neuroleptikum) einnehmen, dadurch bekam sie aber Panikattacken, z. b. im Kaufhaus oder im Bus, das hatte sie vorher noch nie! Der Arzt wollte auch davon nicht viel wissen :evil: , sie hat das Risperdal weggelassen, die Panikattacken waren auch weg!
Aufgrund der allergischen Hautreaktion musste sie die Cipralex absetzen, darüber bin ich heute richtig froh. Die Absetzsymptome waren ziemlich heftig, verstärkte Zwänge, Ohrgeräusche, Geräuschempfindlichkeit, Schwindel, viele Selbstgespräche!!, Ängste u. Horrorbilder (besonders abends), Stromschlaggefühle usw.. Durch Johanniskraut, gelegentlich Fischöl und Passionsblumenkraut-Tropfen, hat sie die schlimme Zeit überwunden und ihr geht es besser, insgesamt ging es ihr ca. 8 Wochen nach dem Weglassen schlecht und in der Zeit des Reduzierens fühlte sie sich auc sehr miserabel. Sehr auffällig war, dass nach der Einnahme der Passionblumenkraut-Tropfen, die Selbstgespräche plötzlich fast ganz verschwunden waren, das war ein kleines Wunder.
Sie hat immer noch die Zwänge, aber ihr geht es insgesamt besser!

Während der Cipralex-Einnahme fing meine Tochter an, sich gelegentlich mit der Hand gegen die Stirn schlagen zu müssen. Daraus hat sich ein regelrechter Reflex entwickelt, der auch heute noch zeitweise vorhanden ist. Vor der Cipralex-Einnahme hat sie das nicht gemacht! Ich hoffe, dass sie das auch noch irgendwann in den Griff bekommt.
Ich würde heute einer SSRI-Einnahme nicht mehr zustimmen.

Wie heißen die Passionsblumenkraut-Tabletten, die du nimmst?

Wenn deine Zwangsgedanken nicht besser werden, würde ich auf jeden Fall eine Verhaltenstherapie beginnen, aber es muss ein Therapeut sein, der sich mit Zwängen auskennt. Zwänge können sich nämich schnell verselbstständigen, wenn man nichts gegen sie unternimmt und man wird sie dann nur schwer wieder los. Infos findest du auch unter www.zwaenge.de .
Eine homöopathische Behandlung, wenn gleichzeitig auch eine Psychotheraopie erfolgt, ist bestimmt ein Versuch wert, aber vorher kann man leider nie genau sagen, was hilft und was nicht hilft.

Ich wünsche dir eine gute Besserung und alles Gute!

Liebe Grüße
Sandra
oldsumsel
Beiträge: 31
Registriert: 18.09.2004 23:09

...

Beitrag von oldsumsel »

Hallo Sandra,
ich bin froh, daß es deiner Tochter wieder besser geht. Bei mir war es auch so - durch das Paroxetin war ich im Kopf wie "benebelt"; die Angstattacken wurden immer stärker. "Eigentlich" sollte ich laut Arzt ja auch 40mg Paroxetin täglich nehmen - ich bin aber selbst nie über 20mg gegangen - wer weiß, wie ich sonst rumlaufen würde??! :shock: Jetzt nach knapp 4 Wochen sind meine Ängste wirklich viel besser geworden!
Ich trage mich mit dem Gedanken, Akupunktur auszuprobieren. Bei einem neuen Therapeuten stehe ich noch auf der Warteliste. Leider sind die Zwänge im Moment so unerträglich, daß ich gestern Abend nur noch geweint habe.
Ich habe ständig die Gedanken und Bilder vor Augen, ein kleines Mädchen unsittlich zu berühren! :evil: DIESE GEDANKEN QUÄLEN MICH SO SEHR!!! Am meisten habe ich davor Angst, daß mir diese Gedanken eines Tages gar keine Angst mehr machen! Ich traue mich aber nicht, mit meinen Eltern darüber zu sprechen...

So, dann wünsche ich deiner Tochter noch viel Kraft!

LG von Susi!
seit 11.06.04 20mg Paroxetin
seitdem auf und ab - bis zu 5mg reduziert
Versuch seit 01.11.04 auf 0mg

tgl. 1 Kapsel Johanniskraut
Rieke
Beiträge: 227
Registriert: 10.01.2004 11:42

Beitrag von Rieke »

Hallo Sandra,
schön, dass Deine Tochter sich wieder etwas bekrabbelt hat. Ich möchte es auch so gern, ich schaffe es nicht. Es hat schon eine Zeit gegeben, wo ich mit den Zwangsgedanken umgehen konnte, aber im Moment quälen sie wieder wahnsinng. Zu Deiner Frage, ich nehme Sidroga Passiflor Dragees (Passionsblumenkraut-Trockenextrakt). Weist Du etwas besseres? Ich habe Tage, da bin ich nur am heulen und dann wieder Tage, wo ich mit meiner Aggression nicht weis, wo ich hin soll. :sports: :sports: :sports: :sports: :sports: Möchte dann einen Sandsack haben und draufschlagen.
Bin in der letzten Woche eine neue Therapie angefangen (muß ich leider selbst bezahlen), die Krankenkasse hat weitere Stunden bei meiner anderen Therapeutin abgelehnt. Mal sehen, vielleicht ist es ja auch gut, mit einem anderen Menschen zu arbeiten. In der anderen Therapie habe ich mich zuletzt nur noch im Kreis gedreht. Ich weis wohl, was mir fehlt, was ich tun soll, bloß ich kann es einfach noch nicht umsetzen. Ich weis nur, dass ich mir immer wieder sage, ich schaffe es.
Rieke
Beiträge: 227
Registriert: 10.01.2004 11:42

Beitrag von Rieke »

Hallo Sandra,
ich bins nochmal. Auch ich nehme Hormone, keine Pille mehr. Wenn ich so über mich nachdenke, ging bei mir das ganze Dilemma los, als ich mit den Hormonen anfing, später Hormonpflaster geklebt habe. Bist Du der Ansicht, dass auch hiervon die Depressionen bzw. Aggressionen kommten könnten? Bin schon gespannt auf die Antwort.
Schönes Wochenende
Rieke
SandraF
Beiträge: 258
Registriert: 24.05.2004 22:29

Beitrag von SandraF »

Hallo Rieke,

das mit den Hormonen ist eine Sache für sich.... Depressionen können durch sie, wenn man sie nicht verträgt (das weiß man vorher ja nie), entstehen, das steht auch auf jeder Packungsbeilage. Ich persönlich habe noch nie Hormone vertragen, mir ging es durch sie grundsätzlich stimmungsmäßig schlechter. Viele Frauen vertragen z. B. auch die Mirena-Spirale (Hormonspirale) nicht, die enthält nur ein Hormon , die Östrogene fehlen, angeblich soll sie sehr gut verträglich sein und doch haben viele Frauen Probleme (Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Akne usw.).
Gegen Wechseljahresprobleme gibt es auch Phytohormone, die auch sehr wirksam sind, z. B. Rotklee, Soja usw. Sie sind wirksam , haben aber nicht die extremen Nebenwirkungen.
Wenn deine Probleme auftauchten, als du anfingst Hormone zu nehmen, dann würde ich vielleicht doch schauen, wie es ohne diese Hormone geht...... .

Warum nimmst du überhaupt Hormone?

Liebe Grüße
Sandra
oldsumsel
Beiträge: 31
Registriert: 18.09.2004 23:09

...

Beitrag von oldsumsel »

Hallo Rieke,
welche Zwangsgedanken quälen dich denn?

LG! Susi
seit 11.06.04 20mg Paroxetin
seitdem auf und ab - bis zu 5mg reduziert
Versuch seit 01.11.04 auf 0mg

tgl. 1 Kapsel Johanniskraut
CloneX
Gründer
Beiträge: 1165
Registriert: 10.10.2003 17:01
Wohnort: Deutschland :)
Danksagung erhalten: 20 Mal

Re: ...

Beitrag von CloneX »

oldsumsel hat geschrieben:DIESE GEDANKEN QUÄLEN MICH SO SEHR!!! Am meisten habe ich davor Angst, daß mir diese Gedanken eines Tages gar keine Angst mehr machen!
Aber wäre das nicht von Vorteil ? Ich kenne mich da nicht so aus (hatte kurze Phasen von Zwangsgedanken nach dem Absetzen). Ist es nicht vor allem die Angst durch die man sich noch mehr in die Gedanken reinsteigert ? Oder dadurch das man sich dagegen wehrt ?

Was ist wenn man die Gedanken einfach akzeptiert und sich sagt "sowas mache ich sowieso nicht" ?

Naja, wahrscheinlich zu einfach gedacht. Ernähren sich Zwangsgedanken von Angst ?
Gesperrt