Absetzsymptome?
Absetzsymptome?
Hallo,
meine 16-jährige Tochter nimmt jetzt seit ca. 6 Wochen keine Cipralex mehr. Stattdessen nimmt sie seit Samstag Johnanniskraut (Aldi, weil sie von hochdosierten Tabletten bestimmt wieder Hautprobleme bekommt) und 1 bis 2 Kapseln Fischöl (Abtei 500 mg , weil sie von hochdosierten Kapseln Durchfall bekommt).
Sie ist besonders immer abends aggressiv und auch sehr ängstlich, sie friert plötzlich am Abend sehr stark (sie sagt: ein kaltes Zittern von innen), will sich nur noch in eine Decke eindrehen und auf einem Fleck sitzen. Sie will sich auch gar nicht mehr abends verarbreden und das verunsichert mich sehr, weil sonst war ihr gerade das immer so wichtig... Das hatte sie vor einem Jahr, vor den Tabletten, nicht. Am Tage ist es nicht so extrem. Ich versuche schon, sie zum Nordic Walken mitzunehmen, aber da ist sie dann auch so schlecht drauf, dass sie meinem Mann und mir die Stimmung "versaut". Ich bin manchmal so verzeifelt und werde langsam auch gelegentlich unwirsch....
Verständnis bringt nicht, Gespräche bringen nichts, Zureden bringt nichts, Tabletten bringen nichts, Therapie bringt im Moment keine Entlastung,
wie soll man das aushalten und wie soll sie das aushalten?
Sind das typische Absetzsymptome?
Normalerweise ist es doch so, dass es Depressiven morgens schlechter geht und nicht abends!? Oder ist das bei Zwangserkrankten anders?
Den Beitrag habe ich versehentlich hier, unter "Diskussionen", geschrieben.
Viele Grüße
Sandra
meine 16-jährige Tochter nimmt jetzt seit ca. 6 Wochen keine Cipralex mehr. Stattdessen nimmt sie seit Samstag Johnanniskraut (Aldi, weil sie von hochdosierten Tabletten bestimmt wieder Hautprobleme bekommt) und 1 bis 2 Kapseln Fischöl (Abtei 500 mg , weil sie von hochdosierten Kapseln Durchfall bekommt).
Sie ist besonders immer abends aggressiv und auch sehr ängstlich, sie friert plötzlich am Abend sehr stark (sie sagt: ein kaltes Zittern von innen), will sich nur noch in eine Decke eindrehen und auf einem Fleck sitzen. Sie will sich auch gar nicht mehr abends verarbreden und das verunsichert mich sehr, weil sonst war ihr gerade das immer so wichtig... Das hatte sie vor einem Jahr, vor den Tabletten, nicht. Am Tage ist es nicht so extrem. Ich versuche schon, sie zum Nordic Walken mitzunehmen, aber da ist sie dann auch so schlecht drauf, dass sie meinem Mann und mir die Stimmung "versaut". Ich bin manchmal so verzeifelt und werde langsam auch gelegentlich unwirsch....
Verständnis bringt nicht, Gespräche bringen nichts, Zureden bringt nichts, Tabletten bringen nichts, Therapie bringt im Moment keine Entlastung,
wie soll man das aushalten und wie soll sie das aushalten?
Sind das typische Absetzsymptome?
Normalerweise ist es doch so, dass es Depressiven morgens schlechter geht und nicht abends!? Oder ist das bei Zwangserkrankten anders?
Den Beitrag habe ich versehentlich hier, unter "Diskussionen", geschrieben.
Viele Grüße
Sandra
Hallo (tatjana) !
Mir geht es auch abends schlechter als morgens !
Das mit dem Frieren abends kenne ich sehr gut, ich habe das seit der Einnahme von Cipralex.
Bei mir steht ja noch die Überlegung mit dem Wechsel auf Clomipramin an, ich bin zur Zeit auch am Grübeln, wie es weitergehen soll.
Ohne Medikamente geht es nicht, mit auch nicht.
Meine Zwangsgedanken sind durch das Cipralex wesentlich besser geworden, dafür verstärkt die innere Unruhe wiederum den Zwang
Zum Durchdrehen alles !!!
Wie kommt deine Tochter mit dem Rosenwurz klar ?
Ich hoffe, dass es bei euch endlich bergauf geht !!!
Viele Grüße
Maja (Winnie)
Mir geht es auch abends schlechter als morgens !
Das mit dem Frieren abends kenne ich sehr gut, ich habe das seit der Einnahme von Cipralex.
Bei mir steht ja noch die Überlegung mit dem Wechsel auf Clomipramin an, ich bin zur Zeit auch am Grübeln, wie es weitergehen soll.
Ohne Medikamente geht es nicht, mit auch nicht.
Meine Zwangsgedanken sind durch das Cipralex wesentlich besser geworden, dafür verstärkt die innere Unruhe wiederum den Zwang
Zum Durchdrehen alles !!!
Wie kommt deine Tochter mit dem Rosenwurz klar ?
Ich hoffe, dass es bei euch endlich bergauf geht !!!
Viele Grüße
Maja (Winnie)
Nebenwirkungen und Absetzsymptome
Liebe Sandra,
das sind ja jede Menge Fragen.... also, bin nun nicht der Fachmann in der Runde, aber soweit mir bekannt ist, kann man mit einer Wirkungen der Johanniskraut-Präperate nach etwa 6 Wochen rechnen.... ist also kein Wunder, wenn Deine Tochter noch keine Besserung verspürt.
Ich habe seit meinem 16. Lebensjahr Depressionen (bin mittlerweile 35) und seit 2 Jahren noch zusätzlich Panikattacken. In "Behandlung" bin ich jetzt seit ca. 3 Monaten... na ja, hab auch einen Arzt "erwischt", der meint, dass die AD's völlig unproblematisch in der Einnahme sind *kein Kommentar* Seit 14 Tagen verzichte ich auf die Tabletten - körperlich geht es mir relativ gut, psychisch ist das so eine Sache. Ist halt ein ständiges Auf und Ab.
Sage mal, wer hat Dir denn erzählt, dass Depressionen morgens am schlimmsten sind??? Ich würd ja meinem Herrgott auf Knien danken wenn dem so wäre!! Häufig ist es so, dass ich morgens erstmal gar nicht aus dem Bett komme, bzw. erst wenn mein Wecker eine geschlagene Stunde geklingelt hat. Danach schlepp ich mich noch irgendwie Richtung Kaffeemaschine, Körperpflege wird auf ein Minimun reduziert - es gibt Tage, da schaffe ich es nicht mal mehr mir die Zähne zu putzen und danach geht's dann in's Büro... da funktioniere ich dann mal mehr oder weniger und wenn ich abends zuhause bin, ist auch das letzte bisschen Kraft total aufgebraucht. Das sind dann häufig auch die Momente wo ich mir ernsthaft überlege, ob diese miserable Leben überhaupt noch weiterführen will.... In solchen Situation kann mein Freund noch so nett mit mir reden, Vorschläge machen, mich versuchen zu Dingen zu animieren - das ist mir dann, tschuldige den Ausdruck "scheissegal!" es geht einfach nicht mehr
Wenn es mir seelisch wieder etwas besser geht, dann tut mir mein Verhalten ja auch leid, aber in den Momenten.....
ich denke, wenn Deine Tochter sich trotz allem zu noch zu Aktivitäten mit Euch aufraffen kann, dann sag ich nur "Hochachtung". Unterstützt sie für jeden noch so kleinen Versuch aus diesem Loch herauszukommen. Ich denke aber auch, dass Ihr Eurer Tochter nicht "helfen" könnt, dass muss sie selber tun... unterstützt sie darin, seid für sie da wenn sie Hilfe möchte oder nur Trost braucht, aber akzeptiert auch, dass sie sich im Moment nicht nach den "normalen Masstäben" verhalten KANN selbst wenn sie es wollte.... dieses Gefühl von Unfähigkeit und Hilflosigkeit ist für einen Betroffenen noch schlimm genug, auch ohne die Erwartungshaltung von Außen
Vielleicht gibt es bei Euch in der Gegend auch eine Selbsthilfegruppe o.ä. für Angehörige von psychisch Kranken? Glaube schon, dass es für Euch auch sehr wichtig ist, sich mit anderen auszutauschen, um Eure Tochter besser zu verstehen.
Fühl Dich ganz lieb gedrückt und Kopf hoch
Chelsea
das sind ja jede Menge Fragen.... also, bin nun nicht der Fachmann in der Runde, aber soweit mir bekannt ist, kann man mit einer Wirkungen der Johanniskraut-Präperate nach etwa 6 Wochen rechnen.... ist also kein Wunder, wenn Deine Tochter noch keine Besserung verspürt.
Ich habe seit meinem 16. Lebensjahr Depressionen (bin mittlerweile 35) und seit 2 Jahren noch zusätzlich Panikattacken. In "Behandlung" bin ich jetzt seit ca. 3 Monaten... na ja, hab auch einen Arzt "erwischt", der meint, dass die AD's völlig unproblematisch in der Einnahme sind *kein Kommentar* Seit 14 Tagen verzichte ich auf die Tabletten - körperlich geht es mir relativ gut, psychisch ist das so eine Sache. Ist halt ein ständiges Auf und Ab.
Sage mal, wer hat Dir denn erzählt, dass Depressionen morgens am schlimmsten sind??? Ich würd ja meinem Herrgott auf Knien danken wenn dem so wäre!! Häufig ist es so, dass ich morgens erstmal gar nicht aus dem Bett komme, bzw. erst wenn mein Wecker eine geschlagene Stunde geklingelt hat. Danach schlepp ich mich noch irgendwie Richtung Kaffeemaschine, Körperpflege wird auf ein Minimun reduziert - es gibt Tage, da schaffe ich es nicht mal mehr mir die Zähne zu putzen und danach geht's dann in's Büro... da funktioniere ich dann mal mehr oder weniger und wenn ich abends zuhause bin, ist auch das letzte bisschen Kraft total aufgebraucht. Das sind dann häufig auch die Momente wo ich mir ernsthaft überlege, ob diese miserable Leben überhaupt noch weiterführen will.... In solchen Situation kann mein Freund noch so nett mit mir reden, Vorschläge machen, mich versuchen zu Dingen zu animieren - das ist mir dann, tschuldige den Ausdruck "scheissegal!" es geht einfach nicht mehr
Wenn es mir seelisch wieder etwas besser geht, dann tut mir mein Verhalten ja auch leid, aber in den Momenten.....
ich denke, wenn Deine Tochter sich trotz allem zu noch zu Aktivitäten mit Euch aufraffen kann, dann sag ich nur "Hochachtung". Unterstützt sie für jeden noch so kleinen Versuch aus diesem Loch herauszukommen. Ich denke aber auch, dass Ihr Eurer Tochter nicht "helfen" könnt, dass muss sie selber tun... unterstützt sie darin, seid für sie da wenn sie Hilfe möchte oder nur Trost braucht, aber akzeptiert auch, dass sie sich im Moment nicht nach den "normalen Masstäben" verhalten KANN selbst wenn sie es wollte.... dieses Gefühl von Unfähigkeit und Hilflosigkeit ist für einen Betroffenen noch schlimm genug, auch ohne die Erwartungshaltung von Außen
Vielleicht gibt es bei Euch in der Gegend auch eine Selbsthilfegruppe o.ä. für Angehörige von psychisch Kranken? Glaube schon, dass es für Euch auch sehr wichtig ist, sich mit anderen auszutauschen, um Eure Tochter besser zu verstehen.
Fühl Dich ganz lieb gedrückt und Kopf hoch
Chelsea
Hallo Maja, hallo Chalesa,
danke für eure Antworten.
@Maja (Winnie), so trifft man sich wieder in der Not.
Ich weiß auch nicht, wozu ich dir raten kann. Einerseits sollen die Medikamente helfen, andererseits sind da die teilweise heftigen Nebenwirkungungen oder Absetztsymptome. Meine Tochter nahm bisher Anafranil (1996, abends zusätzlich Ludiomil, damit sie schlafen konnte, Zwänge wurden besser, Gewichtszunahme u. Haarausfall), Fluoxetin (Zwänge wurde nicht besser, allergischer Hautausschlag), Dogmatil (2003, Zwänge wurden besser, abends extreme Ängste, Gewichtszunahme, Prolaktinwert wurde extrem hoch, Zittern der Beine...), Zoloft (2003, Zwänge wurden nicht besser, Aggressivität, allergischer Hautausschlag mit Blasenbildung), Cipramil und Risperdal (Zwänge wurden nicht deutlich besser, Aggressivität, IGe-Wert erhöht (Allergiewert) daher vorssichthalber auf Cipralex umgestellt aber auch da, erhöhter IGe-Wert, Zwänge waren ganz minimal besser, allergischer Hautausschlag, die Beine mussten bewegt werden, durch das Risperdal Panik und komische unheimliche Bilder und Gewichszunahme durch Risperdal. Risperdal haben wir nach 2 Monaten wieder abgesetzt. Panik war dann wieder verschwunden, Cipralex mussten wir wegen allergischer Hautreaktionen absetzten. Dann kamen auch noch typische Absetzsymtome, Stromschlaggefühle, komisches Gefühl beim Drehen des Kopfes, Ohrgeräusche usw.
Insgesamt kann ich sagen, durch die Tabletten ist nichts deutlich besser geworden und wenn es etwas besser wurde, dann waren starke Nebenwirkungen da.
Dass es dir abends auch schlechter geht, finde ich ja interessant. Was machst du dagegen? Schaffst du es, dich dann sportlich zu bewegen o. ä. oder schaffst du gar nichts mehr? Meine Tochter hatte nie Angst vor der Dunkelheit, jetzt, nach dem Absetzen der Cipralex hat sie diese Angst.
@Chalesa,
danke für deine netten Worte. Die Erfahrung, dass es morgens bei den Depressionen schlimmer ist, habe ich früher selber gemacht und meine Mutter (63 Jahre alt), die noch heute sehr schwere Depressionen hat, der es aber durch Trevilor im Moment aber wieder gut geht, war morgens immer ganz schlecht drauf und abends besser. Abends hatte ich z. B. immer Hunger und tagsüber konnte ich nichts essen.
Der Neurologe hat das damals bestätigt, meistens ist es so, dass es morgens schlimmer ist, weil man den Tag noch vor sich hat.
Wenn es am Tage gar keine Veränderung gibt, dann muss es ja noch schlimmer sein. Bist du in einer Selbsthilfegruppe?
Liebe Grüße
Sandra
danke für eure Antworten.
@Maja (Winnie), so trifft man sich wieder in der Not.
Ich weiß auch nicht, wozu ich dir raten kann. Einerseits sollen die Medikamente helfen, andererseits sind da die teilweise heftigen Nebenwirkungungen oder Absetztsymptome. Meine Tochter nahm bisher Anafranil (1996, abends zusätzlich Ludiomil, damit sie schlafen konnte, Zwänge wurden besser, Gewichtszunahme u. Haarausfall), Fluoxetin (Zwänge wurde nicht besser, allergischer Hautausschlag), Dogmatil (2003, Zwänge wurden besser, abends extreme Ängste, Gewichtszunahme, Prolaktinwert wurde extrem hoch, Zittern der Beine...), Zoloft (2003, Zwänge wurden nicht besser, Aggressivität, allergischer Hautausschlag mit Blasenbildung), Cipramil und Risperdal (Zwänge wurden nicht deutlich besser, Aggressivität, IGe-Wert erhöht (Allergiewert) daher vorssichthalber auf Cipralex umgestellt aber auch da, erhöhter IGe-Wert, Zwänge waren ganz minimal besser, allergischer Hautausschlag, die Beine mussten bewegt werden, durch das Risperdal Panik und komische unheimliche Bilder und Gewichszunahme durch Risperdal. Risperdal haben wir nach 2 Monaten wieder abgesetzt. Panik war dann wieder verschwunden, Cipralex mussten wir wegen allergischer Hautreaktionen absetzten. Dann kamen auch noch typische Absetzsymtome, Stromschlaggefühle, komisches Gefühl beim Drehen des Kopfes, Ohrgeräusche usw.
Insgesamt kann ich sagen, durch die Tabletten ist nichts deutlich besser geworden und wenn es etwas besser wurde, dann waren starke Nebenwirkungen da.
Dass es dir abends auch schlechter geht, finde ich ja interessant. Was machst du dagegen? Schaffst du es, dich dann sportlich zu bewegen o. ä. oder schaffst du gar nichts mehr? Meine Tochter hatte nie Angst vor der Dunkelheit, jetzt, nach dem Absetzen der Cipralex hat sie diese Angst.
@Chalesa,
danke für deine netten Worte. Die Erfahrung, dass es morgens bei den Depressionen schlimmer ist, habe ich früher selber gemacht und meine Mutter (63 Jahre alt), die noch heute sehr schwere Depressionen hat, der es aber durch Trevilor im Moment aber wieder gut geht, war morgens immer ganz schlecht drauf und abends besser. Abends hatte ich z. B. immer Hunger und tagsüber konnte ich nichts essen.
Der Neurologe hat das damals bestätigt, meistens ist es so, dass es morgens schlimmer ist, weil man den Tag noch vor sich hat.
Wenn es am Tage gar keine Veränderung gibt, dann muss es ja noch schlimmer sein. Bist du in einer Selbsthilfegruppe?
Liebe Grüße
Sandra
Liebe Sandra,
nein, leider gibt's hier bei uns vor Ort keine Selbsthilfegruppe für psychisch Kranke. Hätte ich die Möglichkeit, würde ich gern dort hingehen. Bin zwar erst sehr kurz hier in diesem Forum, aber mir persönlich hilft es wirklich, mal über solche Themen zu schreiben... bin von Natur aus aber auch eher ein sehr zurückhaltender Mensch, der andere dann nicht auch noch mit seinen Problemen "belästigen" möchte. Mein Lebensmotto war immer "das schaff ich auch alleine..."
Nun gut, wenn ich mal auf die letzten Jahre zurückblicke, dann hab ich doch schon vieles erreicht - komisch, das ich das nur immer nicht warnehmen kann.
Ich kann ja nun nur für mich sprechen, aber was mir fast immer geholfen hat, sind meine beiden Hunde. Wir haben uns die Jungs vor 4 Jahren geholt und die helfen doch über vieles hinweg. Selbst wenn ich abends noch so tief unten bin und dann schauen mich die brauen Augen an, in der freudigen Erwartung, dass wir dann spazierengehen..... da fällt es mir gar nicht mehr so schwer mich wieder aufzuraffen. Außerdem benötigen sie doch viel Aufmerksamkeit - das lenkt prima von eigenen Problemen ab und man hat zusätzlich viel Spass mit ihnen. Außerdem bleibt immer die Verantwortung die ich übernommen habe und... das hält mich doch häufig davon ab irgendwelchen "Unsinn" zu machen.....
Weiterhin bin ich gestern wieder bei meinem Heilpraktiker gewesen. Der macht Reiki. Gut, ist warscheinlich geschmackssachen, aber ich fühle mich nach so einer Sitzung immer total relaxt und entspannt. Wäre vielleicht auch mal einen Versuch wert für Deine Tochter?
Was ich in dem Zusammenhang total interessant fand.... ich habe ihm erzählt, dass ich seit ein paar Tage die Fischölkapseln nehme und mich doch deutlich besser fühle. Er meint, dass wäre kein Wunder - ich hätte eh Probleme mit dem Leber / Galle Stoffwechsel und die Omega 3 Fettsäuren im Fischöl unterstützen die Entgiftung... So im Rückblick. Ich war vor einem Jahr bereits bei ihm wegen meiner diversen körperlichen/psychischen Probleme und wir haben da mal einen ausfühlichen Check gemacht. Ergebnis war, dass mein Körper total übersäuert ist (zu viel Kaffee, Süsskram, Tabletten, etc.). Kann man recht einfach überprüfen (pH-wert im Urin). Ich hab damals so einiges an homöopatischen Dingen bekommen und gute Ratschläge für die Ernährung und es ging mir wirklich besser damit!
Na ja, aber wie das dann so ist.... man fühlt sich besser, läßt die Behandlung langsam ausklingen, fängt wieder an Kaffee in Mengen zu konsumieren, Schokolade schmeckt ja immer noch..... tja, und dann ist man plötzlich wieder ganz unten.
So, genug mit den Romanen.
liebe Grüße
Chelsea
nein, leider gibt's hier bei uns vor Ort keine Selbsthilfegruppe für psychisch Kranke. Hätte ich die Möglichkeit, würde ich gern dort hingehen. Bin zwar erst sehr kurz hier in diesem Forum, aber mir persönlich hilft es wirklich, mal über solche Themen zu schreiben... bin von Natur aus aber auch eher ein sehr zurückhaltender Mensch, der andere dann nicht auch noch mit seinen Problemen "belästigen" möchte. Mein Lebensmotto war immer "das schaff ich auch alleine..."
Nun gut, wenn ich mal auf die letzten Jahre zurückblicke, dann hab ich doch schon vieles erreicht - komisch, das ich das nur immer nicht warnehmen kann.
Ich kann ja nun nur für mich sprechen, aber was mir fast immer geholfen hat, sind meine beiden Hunde. Wir haben uns die Jungs vor 4 Jahren geholt und die helfen doch über vieles hinweg. Selbst wenn ich abends noch so tief unten bin und dann schauen mich die brauen Augen an, in der freudigen Erwartung, dass wir dann spazierengehen..... da fällt es mir gar nicht mehr so schwer mich wieder aufzuraffen. Außerdem benötigen sie doch viel Aufmerksamkeit - das lenkt prima von eigenen Problemen ab und man hat zusätzlich viel Spass mit ihnen. Außerdem bleibt immer die Verantwortung die ich übernommen habe und... das hält mich doch häufig davon ab irgendwelchen "Unsinn" zu machen.....
Weiterhin bin ich gestern wieder bei meinem Heilpraktiker gewesen. Der macht Reiki. Gut, ist warscheinlich geschmackssachen, aber ich fühle mich nach so einer Sitzung immer total relaxt und entspannt. Wäre vielleicht auch mal einen Versuch wert für Deine Tochter?
Was ich in dem Zusammenhang total interessant fand.... ich habe ihm erzählt, dass ich seit ein paar Tage die Fischölkapseln nehme und mich doch deutlich besser fühle. Er meint, dass wäre kein Wunder - ich hätte eh Probleme mit dem Leber / Galle Stoffwechsel und die Omega 3 Fettsäuren im Fischöl unterstützen die Entgiftung... So im Rückblick. Ich war vor einem Jahr bereits bei ihm wegen meiner diversen körperlichen/psychischen Probleme und wir haben da mal einen ausfühlichen Check gemacht. Ergebnis war, dass mein Körper total übersäuert ist (zu viel Kaffee, Süsskram, Tabletten, etc.). Kann man recht einfach überprüfen (pH-wert im Urin). Ich hab damals so einiges an homöopatischen Dingen bekommen und gute Ratschläge für die Ernährung und es ging mir wirklich besser damit!
Na ja, aber wie das dann so ist.... man fühlt sich besser, läßt die Behandlung langsam ausklingen, fängt wieder an Kaffee in Mengen zu konsumieren, Schokolade schmeckt ja immer noch..... tja, und dann ist man plötzlich wieder ganz unten.
So, genug mit den Romanen.
liebe Grüße
Chelsea
Hallo Chelsea,
dass dich die Hunde ablenken und dich aufmuntern, das kann ich mir gut vorstellen.
Wir haben auch einen Hund, eine Westhighland-Terrier, 11 Jahre alt und sie ist gesund und fit. Mir hat der Hund, damals hatte ich auch psychische Probleme, sehr geholfen. Gerne gehen mein Mann und ich mit ihr an der Weser spazieren, das macht einfach Spaß.
Leider ist das Tier total auf mich und meinen Mann fixiert und will mit meinen Töchtern gar nicht laufen, sie bleibt stehen und will nicht weiter, ein typischer Terrier...
Damals waren die Kinder auch noch zu klein (heute sind sie auch zu faul
), sie hat sich einfach daran gewöhnt, dass ich u. mein Mann mit ihr gehen.
Meine Töchter kuscheln hauptsächlich mit ihr.
An Reiki habe ich auch schon gedacht, da könnte ich mich auch noch informieren.
Die Fischöl-Kapseln verträgt meine Tochter nicht so gut, sie nimmt 1 x eine 500 mg-Kapsel und hatte heute wieder Magen- und Darmprobleme.
Jetzt will sie jeden 2. Tag eine Kapsel nehmen (besser, als gar keine), vielleicht klappt wenigstens das.
Meine Tochter isst auch gerne Kuchen und Süßigkeiten, zwar auch Gemüse usw. aber Süßes nur zu gerne...
Liebe Grüße
Sandra
dass dich die Hunde ablenken und dich aufmuntern, das kann ich mir gut vorstellen.
Leider ist das Tier total auf mich und meinen Mann fixiert und will mit meinen Töchtern gar nicht laufen, sie bleibt stehen und will nicht weiter, ein typischer Terrier...
Meine Töchter kuscheln hauptsächlich mit ihr.
An Reiki habe ich auch schon gedacht, da könnte ich mich auch noch informieren.
Die Fischöl-Kapseln verträgt meine Tochter nicht so gut, sie nimmt 1 x eine 500 mg-Kapsel und hatte heute wieder Magen- und Darmprobleme.
Jetzt will sie jeden 2. Tag eine Kapsel nehmen (besser, als gar keine), vielleicht klappt wenigstens das.
Meine Tochter isst auch gerne Kuchen und Süßigkeiten, zwar auch Gemüse usw. aber Süßes nur zu gerne...
Liebe Grüße
Sandra
Liebe Sandra,
ach ja, unser Hundis haben zwar ein etwas größeres Format - ABER - an der Weser gehe ich häufig spazieren....
Da werden wir doch nicht etwas nah beieinander wohnen??
Das mit der Schokoladenvorliebe Deiner Tochter kann ich auch gut nachvollziehen... davon könnt ich mich auch fast ausschliesslich ernähren, wenn es da nicht immmer so unangenehme Klamottenprobleme geben würde. Ja. ja.... Schokolade macht halt glücklich!
Ich hab schon gute Erfahrungen mit Heilpraktikern / Homöopathie gemacht. Wobei ich auch wirklich nicht empfehlen kann, "Selbstversuche" mit pflanzlichen Mitteln zu starten. Die können durchaus heftige Nebenwirkungen verursachen, wenn man das falsche Mittel/Dosierung nimmt. Glaube, das wird im Allgemeinen immer unterschätzt.
Na ja, vielleicht ist es ja auch nur die psychische Variante.... da gibt es tatsächlich Menschen, die sich Zeit nehmen und die Probleme die man hat nicht immer "nur" als Einbildung abtun. Vielleicht ist es ja einfach das Gefühl mal Ernst genommen zu werden...
liebe Grüße
Chelsea
ach ja, unser Hundis haben zwar ein etwas größeres Format - ABER - an der Weser gehe ich häufig spazieren....
Das mit der Schokoladenvorliebe Deiner Tochter kann ich auch gut nachvollziehen... davon könnt ich mich auch fast ausschliesslich ernähren, wenn es da nicht immmer so unangenehme Klamottenprobleme geben würde. Ja. ja.... Schokolade macht halt glücklich!
Ich hab schon gute Erfahrungen mit Heilpraktikern / Homöopathie gemacht. Wobei ich auch wirklich nicht empfehlen kann, "Selbstversuche" mit pflanzlichen Mitteln zu starten. Die können durchaus heftige Nebenwirkungen verursachen, wenn man das falsche Mittel/Dosierung nimmt. Glaube, das wird im Allgemeinen immer unterschätzt.
Na ja, vielleicht ist es ja auch nur die psychische Variante.... da gibt es tatsächlich Menschen, die sich Zeit nehmen und die Probleme die man hat nicht immer "nur" als Einbildung abtun. Vielleicht ist es ja einfach das Gefühl mal Ernst genommen zu werden...
liebe Grüße
Chelsea
Hallo Sandra,
habe gerade mit Interesse deinen Beitrag gelesen. Dieses "Frieren von innen heraus", "Angst im Dunkeln" - können, müssen aber keine Absetzprobleme sein.
Genau dieses Frieren, aber auch Angst habe ich zur Zeit auch ganz schlimm, obwohl ich meine Trevilor weder runtergeschlichen, geschweige denn abgesetzt habe.
Das können auch Symptome der psychischen Erkrankung sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese sich ständig verändern. Ein Symptom verschwindet - ein anderes kommt hinzu, usw.
Was mir spontan beim Lesen deines Beitrags in den Sinn kommt, ist, daß es ganz, ganz wichtig ist, daß ihr eurer Tochter das Gefühl vermittelt, daß sie so o.k. ist, wie sie eben ist. Wenn du permanent versuchst, sie aus "ihrem Loch zu holen", oder sie zu überzeugen, etwas zu unternehmen, auch wenn ihr nicht danach ist, manifestiert sich in ihr zusätzlich zum eigentlichen Krankheitsproblem wohlmöglich noch das Gefühl, mit ihren Symptomen so nicht mehr geliebt und angenommen zu sein, und das ist es, was sie ganz, ganz dringend braucht: Geduld, das Gefühl von "So, wie ich jetzt bin, werde ich akzeptiert und angenommen", "Das, was ich jetzt brauche (auch wenn es Rückzug und Ruhe ist), wird von meiner Umgebung mitgetragen", "ich kann mir Zeit lassen, um Auswege und Lösungen zu finden".
Da ich genau diese Art der Zuwendung jetzt gerade bekomme, ist mir überdeutlich bewusst, WIE sehr genau das gefehlt hat, um mich "in Ruhe", ganz sicher und geborgen, um meinen Heilungsprozess kümmern zu können. Wenn man in dieser Zeit auch noch ständig das Gefühl hat, auf die Umgebung Rücksicht nehmen zu müssen, verstärkt das den Druck, steigert das schlechte Gewissen, die anderen zu sehr zu belasten und blockiert somit die Heilung total.
Ist jetzt aber nicht als Kritik gemeint, sondern als gut gemeinter Rat.
Also, seid gaaanz lieb zu ihr und habt unendlich Geduld.
Ganz viel Kraft deiner Familie - das ist zu schaffen, auch wenn's lange dauert!
Liebe Grüße, Candy
habe gerade mit Interesse deinen Beitrag gelesen. Dieses "Frieren von innen heraus", "Angst im Dunkeln" - können, müssen aber keine Absetzprobleme sein.
Genau dieses Frieren, aber auch Angst habe ich zur Zeit auch ganz schlimm, obwohl ich meine Trevilor weder runtergeschlichen, geschweige denn abgesetzt habe.
Das können auch Symptome der psychischen Erkrankung sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese sich ständig verändern. Ein Symptom verschwindet - ein anderes kommt hinzu, usw.
Was mir spontan beim Lesen deines Beitrags in den Sinn kommt, ist, daß es ganz, ganz wichtig ist, daß ihr eurer Tochter das Gefühl vermittelt, daß sie so o.k. ist, wie sie eben ist. Wenn du permanent versuchst, sie aus "ihrem Loch zu holen", oder sie zu überzeugen, etwas zu unternehmen, auch wenn ihr nicht danach ist, manifestiert sich in ihr zusätzlich zum eigentlichen Krankheitsproblem wohlmöglich noch das Gefühl, mit ihren Symptomen so nicht mehr geliebt und angenommen zu sein, und das ist es, was sie ganz, ganz dringend braucht: Geduld, das Gefühl von "So, wie ich jetzt bin, werde ich akzeptiert und angenommen", "Das, was ich jetzt brauche (auch wenn es Rückzug und Ruhe ist), wird von meiner Umgebung mitgetragen", "ich kann mir Zeit lassen, um Auswege und Lösungen zu finden".
Da ich genau diese Art der Zuwendung jetzt gerade bekomme, ist mir überdeutlich bewusst, WIE sehr genau das gefehlt hat, um mich "in Ruhe", ganz sicher und geborgen, um meinen Heilungsprozess kümmern zu können. Wenn man in dieser Zeit auch noch ständig das Gefühl hat, auf die Umgebung Rücksicht nehmen zu müssen, verstärkt das den Druck, steigert das schlechte Gewissen, die anderen zu sehr zu belasten und blockiert somit die Heilung total.
Ist jetzt aber nicht als Kritik gemeint, sondern als gut gemeinter Rat.
Also, seid gaaanz lieb zu ihr und habt unendlich Geduld.
Ganz viel Kraft deiner Familie - das ist zu schaffen, auch wenn's lange dauert!
Liebe Grüße, Candy
Symptome: Depressionen, Ein- und Durchschlafstörungen, Alpträume, dissoziative Zustände in allen Ausprägungen, SVV, Essstörungen; Diagnosen: Posttraumatische Belastungsstörung; atypische Anorexie; soziale Phobie; Borderline Persönlichkeitsstörung; rezidivierende, mittelschwere Depression
Medikation: Paroxetin (Paroxetin ratiopharm / Tagonis ab März 2004, 20 mg 2 Monate
>> 40 mg 1 Monat >> 20 mg 1 Monat >> 0); Reboxetin (Edronax ab Juni 2004, 8 mg 3 Monate); Venlafaxin (Trevilor ab Sept. 2004, 225 mg 2,5 Monate))
Zusätzlich: seit Feb. 2004 bei Bedarf 1 - 2,5 mg Lorazepam (Tavor)
Absetzverlauf: Paroxetin wg. gesteigertem SVV problemlos abgesetzt; Reboxetin wg. gesteigerter Aggression und allergischer Reaktion problemlos abgesetzt; Venlafaxin Mitte Dez. 2004 zunächst von 225 mg auf 150 mg, dann ganz abgesetzt (2 Wochen erhebliche Absetzsymptome: Zaps, Schwindel, Übelkeit, Zittern, bis heute noch zeitweise vorhanden).
Seit Ende Dezember 2004 "clean".
Medikation: Paroxetin (Paroxetin ratiopharm / Tagonis ab März 2004, 20 mg 2 Monate
>> 40 mg 1 Monat >> 20 mg 1 Monat >> 0); Reboxetin (Edronax ab Juni 2004, 8 mg 3 Monate); Venlafaxin (Trevilor ab Sept. 2004, 225 mg 2,5 Monate))
Zusätzlich: seit Feb. 2004 bei Bedarf 1 - 2,5 mg Lorazepam (Tavor)
Absetzverlauf: Paroxetin wg. gesteigertem SVV problemlos abgesetzt; Reboxetin wg. gesteigerter Aggression und allergischer Reaktion problemlos abgesetzt; Venlafaxin Mitte Dez. 2004 zunächst von 225 mg auf 150 mg, dann ganz abgesetzt (2 Wochen erhebliche Absetzsymptome: Zaps, Schwindel, Übelkeit, Zittern, bis heute noch zeitweise vorhanden).
Seit Ende Dezember 2004 "clean".
Hallo Candy,
du hast Recht, man darf nicht zu viel Druck ausüben und auch nicht mit Gewalt versuchen jemanden "aus dem Loch" zu holen. Meine Tochter hat nicht das Gefühl "ständig Rücksicht nehmen zu müssen", sie ist, auch weil die Pubertät im Moment ein große Rolle spielt, zeitweise schon sehr egoistisch. Sie sucht eigentlich nicht die Ruhe (wenn, dann lassen wir sie auch..), sondern will in der Famillie gerne im Mittelpunkt stehen und manchmal auch "bemitleidet" werden, sie kann die Familie gelegentlich schon etwas tyrannisieren. Das hört sich hart an, es ist aber wirklich so. Wenn man nicht aufpasst, dann sind ihre Probleme z. B. während des Essens immer "das Thema" und das geht nicht. Sie muss auch lernen, dass die anderen Familienmitglieder auch noch gewisse Lebensrechte haben und dass das Leben nicht "nur" aus ihrer Zwangserkrankung besteht. Ein sanfter Druck und Gespräche in Richtung "man muss auch selber etwas tun, damit es zu einer Veränderung kommt" (und z. B. nicht nur auf die Wirkung irgendeiner Tablette warten), sei es durch regelmäßige Bewegung, Verabredungen, Hobbys sind, so glaube ich, sehr wichtig. Dass sie kein strammes Programm "durchziehen" soll, das ist richtig, aber wenn sie nur ein merkt, dass sich die Stimmung durch ein wenig körperliche Bewegung durchaus auch verbessern kann, das finde ich richtig und das hat sie auch schon gespürt. Sie geht z. B. seit kurzer Zeit zum "Kieser Training" und merkt, dass sich das nicht nur ihrem Rücken (sie hat oft Rückenschmerzen wg. einer Skoliose) postiv auswirkt, sondern dass sie sich auch nach dem Training insgesamt wohler fühlt.
Meine Tochter hat die Zwangserkrankung schon seit 7 Jahren, wir können uns leider schon gar nicht mehr vorstellen, wie es sein könnte "ohne".
Ich meine, dass gerade ich besonders darauf achten muss, meine Tochter nicht "mit Liebe zu überschütten", sie muss sich freischaufeln und in der Pubertät auch von uns "lösen". Im Moment ist es noch so, dass sie
sie gerne "an meinem Rockzipfel hängt", das darf und soll sie auch, aber nicht nur, das ist nicht gut.
Liebe Grüße
Sandra
du hast Recht, man darf nicht zu viel Druck ausüben und auch nicht mit Gewalt versuchen jemanden "aus dem Loch" zu holen. Meine Tochter hat nicht das Gefühl "ständig Rücksicht nehmen zu müssen", sie ist, auch weil die Pubertät im Moment ein große Rolle spielt, zeitweise schon sehr egoistisch. Sie sucht eigentlich nicht die Ruhe (wenn, dann lassen wir sie auch..), sondern will in der Famillie gerne im Mittelpunkt stehen und manchmal auch "bemitleidet" werden, sie kann die Familie gelegentlich schon etwas tyrannisieren. Das hört sich hart an, es ist aber wirklich so. Wenn man nicht aufpasst, dann sind ihre Probleme z. B. während des Essens immer "das Thema" und das geht nicht. Sie muss auch lernen, dass die anderen Familienmitglieder auch noch gewisse Lebensrechte haben und dass das Leben nicht "nur" aus ihrer Zwangserkrankung besteht. Ein sanfter Druck und Gespräche in Richtung "man muss auch selber etwas tun, damit es zu einer Veränderung kommt" (und z. B. nicht nur auf die Wirkung irgendeiner Tablette warten), sei es durch regelmäßige Bewegung, Verabredungen, Hobbys sind, so glaube ich, sehr wichtig. Dass sie kein strammes Programm "durchziehen" soll, das ist richtig, aber wenn sie nur ein merkt, dass sich die Stimmung durch ein wenig körperliche Bewegung durchaus auch verbessern kann, das finde ich richtig und das hat sie auch schon gespürt. Sie geht z. B. seit kurzer Zeit zum "Kieser Training" und merkt, dass sich das nicht nur ihrem Rücken (sie hat oft Rückenschmerzen wg. einer Skoliose) postiv auswirkt, sondern dass sie sich auch nach dem Training insgesamt wohler fühlt.
Meine Tochter hat die Zwangserkrankung schon seit 7 Jahren, wir können uns leider schon gar nicht mehr vorstellen, wie es sein könnte "ohne".
Ich meine, dass gerade ich besonders darauf achten muss, meine Tochter nicht "mit Liebe zu überschütten", sie muss sich freischaufeln und in der Pubertät auch von uns "lösen". Im Moment ist es noch so, dass sie
sie gerne "an meinem Rockzipfel hängt", das darf und soll sie auch, aber nicht nur, das ist nicht gut.
Liebe Grüße
Sandra
...
Hallo Sandra,
schreibe dir hier wieder...
Ich habe im April diesen Jahres starke aggressive Zwangsgedanken bekommen (gegen meine Eltern, Hund, Freunde...) und habe Clomipramin bekommen. Dann hat mir eine andere Ärztin Paroxetin verschrieben. Meiner Meinung nach hat es nie so richtig was gebracht - die ZG waren immer da.. Jetzt habe ich abgestzt - die erste Woche war super - jetzt geht es viel stärker los. Möchte aber das Paroxetin nicht wieder nehmen (fühle mich dann verwirrter, ängstlicher und mehr Schwindel)! Allerdings will ich auch kein Leben mit ZG führen!
Wie ist es bei deiner Tochter gewesen? Hat es sich verbessert?
LG von Susi
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LG von Susi
seit 11.06.04 20mg Paroxetin
seitdem auf und ab - bis zu 5mg reduziert
Versuch seit 01.11.04 auf 0mg
tgl. 1 Kapsel Johanniskraut
seitdem auf und ab - bis zu 5mg reduziert
Versuch seit 01.11.04 auf 0mg
tgl. 1 Kapsel Johanniskraut
Hallo Susi,
meine Tochter wird im Februar 17 Jahre alt und hat seit ca.
7 Jahren eine Zwangserkrankung.
Sie war im letzten Jahr (Sommer) in der Göttinger Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie hat dort die verschiedensten SSRI (Zoloft, Cipramil) ausprobiert und zusätzlich auch noch Neuroleptika (Risperdal, Dogmatil) bekommen. Die Nebenwirkungen waren ziemlich heftig, Dauerzittern der Beine, Gewichtszunahme, Panik (hatte sie vorher noch nie) und merkwürdiges Lachen durch die Neuroleptika, allergischer Hautausschlag mit Blasenbildung usw.. Die Zwänge waren nie weg. Bis vor ca. 6-7 Wochen hat sie Cipralex eingenommen, im Moment nimmt sie kein Medikament mehr. Nach dem Absetzen ging es ihr nicht gut, Ohrgeräusche, Stromschlaggefühle, sehen von Horrorbildern usw., die Stimmung war sehr schlecht, sie führte viele Selbstgespräche usw.
Jetzt nimmt sie die genannten Naturheilmittel (Johanniskraut und Fischöl) und seit einigen Tagen diese Passionsblumenkraut-Beruhigungstropfen. Sie führt im Moment kaum noch Selbstgespräche, für mich ein kleines Wunder! Ich habe den Eindruck sie ist entspannter und kann sich wieder auf die Hausaufgaben konzentrieren, sie schimpft und meckert nicht mehr darüber! Die Zwänge sind natürlich nicht verschwunden, aber wichtig ist, dass die Stimmung besser wird. Hoffentlich bleibt es so oder wird noch besser!
Die SSRI sind mir unheimlich geworden, ich würde einer Einnahme nicht mehr zustimmen, Neuroleptika finde ich auch ganz fürchterlich.
Ich finde insgesamt haben die Cipralex den Zustand gar nicht verbessert, denn die Nebenwirkungen waren ziemlich heftig (Aggressivität, Dauerbewegung der Beine, selbstverletzendes Verhalten, sie fing an sich mit der Hand gegen den Kopf zu schlagen, das macht sie zeitweise immer noch, vor den Tabletten aber nie usw.) und die Absetzprobleme sind fürchterlich. Die Zwänge waren nie verschwunden.
Sie macht seit April eine Therapie bei einem Verhaltenstrainer (übers Telefon), der sich auf Zwänge spezialisiert hat. Die Kosten hierfür übernimmt die Kasse nicht.
Viele Grüße
Sandra
meine Tochter wird im Februar 17 Jahre alt und hat seit ca.
7 Jahren eine Zwangserkrankung.
Sie war im letzten Jahr (Sommer) in der Göttinger Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie hat dort die verschiedensten SSRI (Zoloft, Cipramil) ausprobiert und zusätzlich auch noch Neuroleptika (Risperdal, Dogmatil) bekommen. Die Nebenwirkungen waren ziemlich heftig, Dauerzittern der Beine, Gewichtszunahme, Panik (hatte sie vorher noch nie) und merkwürdiges Lachen durch die Neuroleptika, allergischer Hautausschlag mit Blasenbildung usw.. Die Zwänge waren nie weg. Bis vor ca. 6-7 Wochen hat sie Cipralex eingenommen, im Moment nimmt sie kein Medikament mehr. Nach dem Absetzen ging es ihr nicht gut, Ohrgeräusche, Stromschlaggefühle, sehen von Horrorbildern usw., die Stimmung war sehr schlecht, sie führte viele Selbstgespräche usw.
Jetzt nimmt sie die genannten Naturheilmittel (Johanniskraut und Fischöl) und seit einigen Tagen diese Passionsblumenkraut-Beruhigungstropfen. Sie führt im Moment kaum noch Selbstgespräche, für mich ein kleines Wunder! Ich habe den Eindruck sie ist entspannter und kann sich wieder auf die Hausaufgaben konzentrieren, sie schimpft und meckert nicht mehr darüber! Die Zwänge sind natürlich nicht verschwunden, aber wichtig ist, dass die Stimmung besser wird. Hoffentlich bleibt es so oder wird noch besser!
Die SSRI sind mir unheimlich geworden, ich würde einer Einnahme nicht mehr zustimmen, Neuroleptika finde ich auch ganz fürchterlich.
Ich finde insgesamt haben die Cipralex den Zustand gar nicht verbessert, denn die Nebenwirkungen waren ziemlich heftig (Aggressivität, Dauerbewegung der Beine, selbstverletzendes Verhalten, sie fing an sich mit der Hand gegen den Kopf zu schlagen, das macht sie zeitweise immer noch, vor den Tabletten aber nie usw.) und die Absetzprobleme sind fürchterlich. Die Zwänge waren nie verschwunden.
Sie macht seit April eine Therapie bei einem Verhaltenstrainer (übers Telefon), der sich auf Zwänge spezialisiert hat. Die Kosten hierfür übernimmt die Kasse nicht.
Viele Grüße
Sandra
Hallo Sandra,
die Wirkung von Johanniskraut, Fischöl und Passionsblumenkraut auf das Befinden deiner Tochter klingt ja wirklich vielversprechend!
Das wäre ja wirklich ein super Erfolg, wenn sie sich damit zumindest stabilisieren könnte - Therapie nebenbei ist natürlich genauso wichtig. Aber, dass sie erst mal weg ist von den SSRIs, ist auf jeden Fall ein großer Fortschritt. Du wirkst da auch sehr erleichtert!
Leider vertrage ich Johanniskraut u. einige andere "Kräuterlein" nicht so gut, sonst wäre das für mich auch das Mittel der Wahl gewesen. Fischölkapseln nehme ich auch - wenn ich dann das Trevilor absetze, werde ich die Fischöl-Dosis auf jeden Fall noch mal erhöhen und hoffen, dass das ein wenig bringt!
Freut mich auf jeden Fall, dass ihr auf dem Weg seid und du schon einige Verbesserungen feststellen kannst!
Bleibt feste dabei - ich drück euch die Daumen!
Liebe Grüße, Candy
die Wirkung von Johanniskraut, Fischöl und Passionsblumenkraut auf das Befinden deiner Tochter klingt ja wirklich vielversprechend!
Das wäre ja wirklich ein super Erfolg, wenn sie sich damit zumindest stabilisieren könnte - Therapie nebenbei ist natürlich genauso wichtig. Aber, dass sie erst mal weg ist von den SSRIs, ist auf jeden Fall ein großer Fortschritt. Du wirkst da auch sehr erleichtert!
Leider vertrage ich Johanniskraut u. einige andere "Kräuterlein" nicht so gut, sonst wäre das für mich auch das Mittel der Wahl gewesen. Fischölkapseln nehme ich auch - wenn ich dann das Trevilor absetze, werde ich die Fischöl-Dosis auf jeden Fall noch mal erhöhen und hoffen, dass das ein wenig bringt!
Freut mich auf jeden Fall, dass ihr auf dem Weg seid und du schon einige Verbesserungen feststellen kannst!
Bleibt feste dabei - ich drück euch die Daumen!
Liebe Grüße, Candy
Symptome: Depressionen, Ein- und Durchschlafstörungen, Alpträume, dissoziative Zustände in allen Ausprägungen, SVV, Essstörungen; Diagnosen: Posttraumatische Belastungsstörung; atypische Anorexie; soziale Phobie; Borderline Persönlichkeitsstörung; rezidivierende, mittelschwere Depression
Medikation: Paroxetin (Paroxetin ratiopharm / Tagonis ab März 2004, 20 mg 2 Monate
>> 40 mg 1 Monat >> 20 mg 1 Monat >> 0); Reboxetin (Edronax ab Juni 2004, 8 mg 3 Monate); Venlafaxin (Trevilor ab Sept. 2004, 225 mg 2,5 Monate))
Zusätzlich: seit Feb. 2004 bei Bedarf 1 - 2,5 mg Lorazepam (Tavor)
Absetzverlauf: Paroxetin wg. gesteigertem SVV problemlos abgesetzt; Reboxetin wg. gesteigerter Aggression und allergischer Reaktion problemlos abgesetzt; Venlafaxin Mitte Dez. 2004 zunächst von 225 mg auf 150 mg, dann ganz abgesetzt (2 Wochen erhebliche Absetzsymptome: Zaps, Schwindel, Übelkeit, Zittern, bis heute noch zeitweise vorhanden).
Seit Ende Dezember 2004 "clean".
Medikation: Paroxetin (Paroxetin ratiopharm / Tagonis ab März 2004, 20 mg 2 Monate
>> 40 mg 1 Monat >> 20 mg 1 Monat >> 0); Reboxetin (Edronax ab Juni 2004, 8 mg 3 Monate); Venlafaxin (Trevilor ab Sept. 2004, 225 mg 2,5 Monate))
Zusätzlich: seit Feb. 2004 bei Bedarf 1 - 2,5 mg Lorazepam (Tavor)
Absetzverlauf: Paroxetin wg. gesteigertem SVV problemlos abgesetzt; Reboxetin wg. gesteigerter Aggression und allergischer Reaktion problemlos abgesetzt; Venlafaxin Mitte Dez. 2004 zunächst von 225 mg auf 150 mg, dann ganz abgesetzt (2 Wochen erhebliche Absetzsymptome: Zaps, Schwindel, Übelkeit, Zittern, bis heute noch zeitweise vorhanden).
Seit Ende Dezember 2004 "clean".