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 ! Nachricht von: Oliver

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ZUR ABWECHSLUNG MAL ETWAS TOLLES ZUM BERICHTEN!

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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Sven
Beiträge: 75
Registriert: 16.08.2004 08:01
Wohnort: Zürich

ZUR ABWECHSLUNG MAL ETWAS TOLLES ZUM BERICHTEN!

Beitrag von Sven »

Ich bin nun seit mehreren Wochen beim Absetzen des Citalopram.
Ich habe in dieser Zeit oft in diesem Forum nach Hilfe und Wissen gesucht und auch bekommen.

Während des Cipramils und während des Entzugs, bekamen Worte wie Depression, Leere, Nichts, und Tod
neue Bedeutungen für mich. Es waren keine hohlen Phrasen sondern greifbare Sinneszustände. Es war und ist eine quälende Zeit. :?

Doch an dieser Stelle möchte ich auch mal Mut machen und nicht lamentieren.

Gestern war seit 6 Monaten der erste Tag an dem ich mich wie ,,früher" gefühlt habe. Gut gelaunt zuversichtlich
und voller Energie. :o Seltsam aber es war als hätte ich das letzte halbe Jahr nicht gelebt oder bewusst erlebt, aller Kummer war wie vergessen.
Es war wie das Erwachen aus einem finsteren langen Alptraum, von dem ich nun überzeugt bin, dass er von Citalopram verursacht wurde.

Heute gehts mit auch gut. Ich weiss noch nicht ob ich überm Berg bin und um ehrlich zu sein rechne ich sogar mit Rückfällen und weiteren
quälenden Entzugserscheinungen, aber dieser kurze Urlaub von den Erscheinungen ist kraftspendend und beweist einmal mehr für mich:
wahsinn, aber es gibt Medikamente, die Dir helfen sollen und trotzdem alles noch mal schlimmer machen.
Ich war am Anfang skeptisch als ich gelesen habe, dass mein Kummer von SSRIs stammen kann, oft war ich in Versuchung anstatt weiter
durchzuhalten und zu reduzieren, einfach wieder 20 mg einzunehmen und fertig. Und doch habe ich durchgehalten und erkenne, dass ich 6 scheiß
Monate nicht ich selbst war, sondern ein Schatten meiner Selbst (wenn überhaupt), ohne es zu merken wurde ich gesteuert von etwas Unsagbaren. :!:
Ich spüre wie mein Verstand, meine Seele und all meine Emotionen gefesselt und vergewaltigt wurden von diesem Unsagbaren, das ich gerne das SCHWARZE NICHTS nennen möchte.

Es gibt also Hoffnung und Zuvericht, dass ich wieder der Alte werde, ganz ohne SSRI und anderen Chemiemüll. Ich bin auf dem Besten Wege,
zwischen mir und meiner entgültigen Genesung liegen noch 2,5 mg Citalopram und diesmal habe ich wirklich Bammel weiterzureduzieren, denn
mit diesen 2,5 mg fühle ich mich einfach wieder ,,normal" -> einfach ein tolles Gefühl. Was ist ,,normal" zu fühlen ? Beispiel:
Wahnsinn: meine Freundin sagte mir dass Sie mal wieder alleine weggehen will, Frauenabend. Da bekam ich ein Gefühl von Eifersucht und es passte mir nicht.
Ich hätte jubeln & heulen können, denn ich kann wieder Gefühle wahrnehmen; auch wenns Eifersucht war, so wars doch ein Gefühl und das Gegenteil von dieser
lähmenden ,,SCHWARZEN" Gleichgültigkeit! Versteht Ihr das, wie schön es ist die normale Bandbreite der alltäglichen Gefühle wieder Wahrnehmen zu können???
Ich habe seit Monaten nicht mehr weinen können, so abgestumpft war ich.

Ich kann also Jeder und Jedem, die gerade entziehen Mut zusprechen. Es kann dauern, es kann ein Alptraum sein, aber es geht irgendwie vorbei, bei dem Einen scheißlangsam, beim anderen über Nacht (wie bei mir ???), aber: es geht vorbei :o . Es ist wie als hätte man in meinem Kopf wieder den guten alten Porsche Motor angeschmissen der vorher auch drinnen war, und jetzt schnurrt und arbeitet
der Motor wieder ... die Geschwindigkeitsdrosselung ist quasi wieder weg.

In dem Sinne drücke ich allen und auch mir die Daumen, dass unser Alptraum bald ein (entgültiges) Ende findet.

Ich habe von Oliver mal ein wahren Satz gelesen ,, ich brauche SSRI ungefähr so wie ein Loch im Kopf " - ich kann ihm nur zustimmen, denn SSRIs machen bei so manchem
Löcher im Kopf ... und in der Seele.

Sven
S
Robert77
Beiträge: 50
Registriert: 02.06.2004 10:16

Beitrag von Robert77 »

Hallo Sven!

Freut mich sehr, so positive Dinge von Dir zu hören.
Die 2,5mg schaffst Du auch noch...Du weisst ja mittlerweile dass es ohne besser geht. Ich würd aber extrem langsam und sorgfältig ausschleichen.
Hauptsache weg von dem Zeug...ob Du jetzt für die letzten 2,5mg ein paar Wochen oder ein halbes Jahr brauchst, ist da nicht so wichtig!
oldsumsel
Beiträge: 31
Registriert: 18.09.2004 23:09

MEINEN GLÜCKWUNSCH!!!

Beitrag von oldsumsel »

Hallo Sven,

auch ich freue mich, solch einen positiven Bericht von dir zu lesen! :) Ich selbst bin auch "stolz" auf mich.
Habe jetzt wieder zu Paroxetin gewechselt - nach einer halben Woche habe ich dann einfach mal von 10mg auf 5mg reduziert (1/4 Tablette) - und ich fühle mich derzeit auch ganz gut...

Selbst hoffe ich auch, daß ich in absehbarer Zeit die 5mg auch noch schaffe - aber ich will mich nicht unter Druck setzen! Vielleicht muß ich auch wieder auf 10mg erhöhen - wer weiß!? Dennoch bin ich überzeugt, daß es JEDER schaffen kann! Wem SSRI wirklich helfen, dem will ich sie auch nicht "verbieten" - ich bemerke aber, daß meine Zwangsgedanken auch weniger geworden sind. Manchmal habe ich auch "Angst", es könne nie wieder so sein wie "früher" und ich denke ständig über meine Gedanken nach...

Ach Sven, lange Rede kurzer Sinn - ICH FREUE MICH FÜR DICH!!!

LG von Susi!
Juliette1980i
Beiträge: 8
Registriert: 19.10.2004 19:42
Wohnort: Wien

Beitrag von Juliette1980i »

Hallo sven!

ich bin schockiert! :shock:

ich habe am donnerstag mit cipralex nach auscschleichen aufgehört. mache gerade den entzug durch, von dem ich gestern erfuhr, dachte bisher, ich hätte die grippe.

6 monate! das ist ja wahnsinn. warum sagt einem das kein arzt?????
ich dachte, dass dauert vielleicht 1 bis 2 wochen, aber 6 monate. bist du sicher, dass das der entzug und kein rückfall war?

auf der anderen seite stellt sich mir die frage, wenn es dir nun gut geht, dann hat doch das medikament letzten endes doch die grundkrankheit geheilt oder nicht??

lg juliette
Oliver
Gründer
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Danksagung erhalten: 420 Mal

Beitrag von Oliver »

Hallo Katja.

Ich habe Deine Antwort auf Juliette ins Diskussionsforum verschoben, weil Du eine sehr wichtige allgemeine Frage aufgeworfen hast: "Sind Depressionen heilbar?" Das ist etwas, über das man diskutieren sollte, denke ich.

Ich poste Deine Antwort jetzt hier nochmal als Zitat:
Katja hat geschrieben: Hallo Juliette,

ich glaube sicher, dass ADs in manchen/vielen Fällen hilfreich sein können, um die schlimmste Zeit zu ueberstehen (sofern sie wirken), aber heilen ist wohl ein falscher Ausdruck.

Jede Depression oder depressive Phase geht ja auch ohne Medikamente vorbei. Ich habe jetzt zwei Jahre Trevilor genommen, aber ehrlich gesagt bin ich mir bis heute nicht sicher, ob sie mir wirklich geholfen haben. In so einem Fall nur begleitend, den Rest musste ich schon selber machen.

Ich glaube auch, dass Depressionen nicht heilbar sind (ist aber eben meine ureigene Meinung). Fuer mich ist das ein wenig vergleichbar mit z.B. Alkoholismus, wo man zwar trocken, aber nicht gesund oder geheilt ist.

Jedenfalls wird mein Leben nie wieder so sein wie vor den Depris, was mich einerseits erschreckt, aber andererseits dankbar sein lässt fuer gute Zeiten, die ich dann intensiv geniesse.

Egal, mir persönlich gefällt diese These, dass ADs Depressionen heilen können nicht!

Ich wuensche Dir (und mir auch!), dass diese grausigen Absetzsymptome bald nachlassen.

Viele Gruesse sendet Katja
Antworten auf diesen Beitrag bitte hier schreiben.

Oliver
Ich sag jetzt auch einfach mal in meiner Signatur Hallo und Tschüss :)

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