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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Kurze Vorstellung und viele Fragen

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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walfisch
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Kurze Vorstellung und viele Fragen

Beitrag von walfisch »

Hallo Ihr alle!

Ich habe dieses Forum heute erst gefunden und gleich ein paar Stunden lang gelesen.

Seit 2 Jahren nehme ich Citalopram mit Wechsel auf Cipralex (40mg bzw 20 mg) und schon letzten Herbst habe ich versucht, die Tabletten abzusetzen. Von 20 auf 15 mg Cipralex habe ich gut geschafft, aber von 15 auf 10mg hat mich so unruhig gemacht, dass ich doch wieder hochdosiert habe.

Da mir das Cipralex irgendwie überhaupt nichts mehr bringt, möchte ich es jetzt endgültig loswerden. Seit einer Woche nehme ich nur noch 10 mg ein, und seit einigen Tagen fühle ich mich nervös, ängstlich, vollkommen labil und gereizt. Ich hatte Angst, dass dies ein Rückfall sein könnte, aber das Lesen hier hat mir neue Perspektiven eröffnet.

Verschrieben wurde mir das Zeug wegen Panikstörung und Depression. Im Laufe einer Therapie hat man festgestellt, dass ich das Borderline Syndrom habe (kann mich auch damit identifizieren, durchaus), aber die Therapie als solches hat mir überhaupt nicht weitergeholfen, weshalb ich keinen Antrag auf Verlängerung gestellt habe. Die Medis hat mir mein Hausarzt aber weiter verschrieben.

Ich war vor einem halben Jahr schon einmal bei einem Neurologen, dem ich sagte, dass mir das AD meiner Meinung nach nichts mehr bringt und dass ich es absetzen will. Hatte das Gefühl einer Gewöhnung. Der wollte mir dann gleich Lithium verschreiben, was ich abgelehnt habe, denn ich habe keine Ahnung, was ich denn damit nun soll. Dann empfahl er mir, das Cipralex auszuschleichen, was ich ja auch versucht habe, nur dass ich halt nicht sehr weit gekommen bin. Wegen der Absetzerscheinungen meinte er, da müsste ich halt durch, das war keine große Hilfe.

Tja, nun versuche ich es eben wieder alleine, und Schritt für Schritt.

Eine große Frage habe ich an alle hier: wie macht Ihr das denn mit der Arbeit? Ich habe einen relativ stressigen Job (Werbung) und Ausfälle sind nur schwer zu kompensieren. Andererseits habe ich Momente, in denen ich einfach nicht mehr kann und mich ne Weile im Bad einschließe in der Hoffnung, dass es keiner merkt. Ich will auf jeden Fall weiter arbeiten, denn ich mag meinen Job. Aber meine Leistung leidet, und ich habe Angst, dass mit der weiteren Reduktion alles nur noch schlimmer wird.

Dazu kommt noch: ich habe Anfang des Jahres gekündigt und eine neue Stelle angenommen, die sicherlich ein Schritt auf der Karriereleiter ist und die ich im Juni antrete (bis dahin bin ich bei der alten Firma). Ich hoffe, dass es mir bis dahin wieder gut geht, aber was ist, wenn nicht...bin da grade sehr ambivalent.

Vielleicht nicht der beste Zeitpunkt zum Absetzen, aber ehrlich gesagt, ergab sich bisher noch nie ein wirklich "guter" Zeitpunkt.

Jetzt ist das alles doch ganz schön lang geworden, was?

Mit lieben Grüßen
walfisch
seit 01/2008: Citalopram bis 40 mg wegen schweren Panikattacken, Agoraphobie, Depressionen, Suizidgedanken

In den folgenden Jahren diverse Dosierungen, Absetzversuche immer gescheitert.
Zwischendurch mal ein halbes Jahr auf 0 gewesen. Dann wurde die Krankheit wieder schlimmer (heute würde ich sagen, es war eher ein spätes Absetzsyndrom wegen sehr schnellem Absetzen, aber das wusste ich damals nicht).

Aus Unwissen und Verzweiflung mehrmals hoch und runter dosiert.

Nach Monaten der Stabilität auf 10mg dann erneut mit Absetzen begonnen.:
ab 26.04.2016: 9mg ,
ab 08.06.2016: 8mg,
ab 27.07.2016: 7,5mg, keine Probleme,
ab 15.08.2016: 7mg – Schwindel, Übelkeit, Panikattacken, starke Angstgefühle, heftige Depression, extreme Neuro-Emotionen,
ab 05.01.2017: 6,3mg – leichter Schwindel, Gedankenrasen, Depression und Ängste, starke Neuro-Emotionen,
ab 18.02. 2017: 5,89mg – Gedankenrasen, hypersensitiv auf alles, 5%-Reduktion scheint aber besser zu gehen
ab 04.05.2017: 5,6mg – das gleiche Spiel wie immer, akute Beschwerden weniger, immer noch anhaltende und wiederkehrende Phasen von Depression und Angst
11.08.2017: 5,75mg – aufdosiert wegen nur mühsamer Stabilisierung und Neuro-Depression/Panik, außerdem Umstieg auf Wasserlösemethode
17.05.18: Reduktion um 1% – keine körperlichen Symptome, aber nach ca. 3 Wochen große psychische Probleme bis zum Suizidwunsch. Nach Aufdosierung schnell wieder alles okay.
14. 10.18: Reduktion um 0,5% – erst keine Symptome, aber nach ca. 2 Wochen Verzweiflung, panische Ängste, Verkrampfung im Kiefer und Schwindel. Großer Frust und Aufdosierung auf 5,75 am 01.11


Überlegung, das Absetzen zu beenden oder eine ganz lange Pause einzulegen.

Angry young woman, there’s no way back, so just keep walking. (Yoko Ono)
mücke
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Re: Kurze Vorstellung und viele Fragen

Beitrag von mücke »

Hallo walfisch

Herzlich Willkommen.

Über die Suchfunktion kannst du einiges über das Absetzen von Cipralex finden.
Schau mal nach.

Weitere Diskussion bitte im Bereich Ad absetzen, da hier nur Vorstellung.

Gruss Mücke
Remigius
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Re: Kurze Vorstellung und viele Fragen

Beitrag von Remigius »

Hallo Walfisch,

ich hab die ganze Zeit darauf gewartet, das du in der AD Rubrik einen neuen Thread eröffnest....

Da du dich dazu nicht entscheiden kannst, möchte ich dir hier kurz ein wenig dazu schreiben, was mich am meisten aufhorchen lassen hat:
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Eine große Frage habe ich an alle hier: wie macht Ihr das denn mit der Arbeit? Ich habe einen relativ stressigen Job (Werbung) und Ausfälle sind nur schwer zu kompensieren. Andererseits habe ich Momente, in denen ich einfach nicht mehr kann und mich ne Weile im Bad einschließe in der Hoffnung, dass es keiner merkt. Ich will auf jeden Fall weiter arbeiten, denn ich mag meinen Job. Aber meine Leistung leidet, und ich habe Angst, dass mit der weiteren Reduktion alles nur noch schlimmer wird.

Dazu kommt noch: ich habe Anfang des Jahres gekündigt und eine neue Stelle angenommen, die sicherlich ein Schritt auf der Karriereleiter ist und die ich im Juni antrete (bis dahin bin ich bei der alten Firma). Ich hoffe, dass es mir bis dahin wieder gut geht, aber was ist, wenn nicht...bin da grade sehr ambivalent
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Hat Dein Körper dir noch nicht genügend Signale zukommen lassen, das du, wenn du "gesund" werden willst, etwas mehr darauf achten solltest, das Arbeit und die Karriereleiter hochjagen nicht alles im Leben ist?
Was nützt es dir, wenn du nur noch "als Hülle" ganz oben angekommen bist?

Viele, die ganz nach Oben gekommen sind, stürzen dann sehr, sehr tief!
Du solltest dich entscheiden, entweder die Arbeit und Karriere, oder aber ein gesundes und angenehmes Leben.
Ich glaube, das beides zusammen nicht funktioniert!

Remi :sports:
Ich war von 1974 bis 1989 15 Jahre Heroinabhängig, und bin 14 Jahre danach wegen privaten Problemen ( Krebserkrankung und plötzlicher Tod von meinem Vater ,bin Einzelkind, und musste danach für meine Mutter dasein), auf Oxas gekommen. Durch eine schwere Gehirnerkrankung meiner Frau und der Epilepsie meiner jüngsten Tochter habe ich mich in 3 Jahren von 50mg Oxazepam, auf 150 -250mg Oxazepam gesteigert !
3 Ausschleichversuche nach einem Plan des ADFD sind wegen dem nichtvertagen von Diazepam in hohen Dosierungen2004, 2005 und 2007 , und dem viel zu schnellem Reduzieren nach jeweils einem 1/2 bis 3/4 Jahr gescheitert.
körperliche stationäre Entgiftung vom Oxazepam vom 14.01- 11.02. 2008 im ZPE Emmendingen, wo man mir aber 40 mg. Paroxat "aufgezwungen" hatte! ( hätte ich dieses Paroxat nicht genommen, hätte man mich sofort entlassen!!!)

ab 17.01.2008 40mg Paroxat ( ohne einschleichen)

am 12.02.2008 nach der Entlassung aus der Entgiftung sofort auf 20mg reduziert!
im Juni 2008 während dem Benzoentzug auf 15mg reduziert
im August 2008 auf 10mg reduziert
am 15.12. 2008 auf 5mg reduziert
am 25.12. wieder auf 10mg gesteigert
am 10.01.09 auf 7,5mg reduziert
am 15.02 auf 5mg reduziert
am 15.03 auf 2,5mg reduziert
seit dem 08.05.2009 auf 0!!!!

heute(07.05.2014) bin ich 5 Jahre vom Paroxat weg!


Seit 25. Januar 2014 habe ich 6 Jahre ohne Benzos hinter mir!!!

heute traue ich mich zu sagen, das ich endlich sicher bin, das ich keine Benzos mehr nehmen werde!
denn ich hab die Gehirn-OP meiner Tochter im July 2011 ohne Hilfsmittel durchstanden!
bin heute (01.06. 2014) 6 Jahre clean, was den Benzoentzug anbelangt!
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