Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->


 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Guten Tag!

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
MSS
Beiträge: 2
Registriert: 02.03.2010 12:50

Guten Tag!

Beitrag von MSS »

Hallo :)

Schön, dass es solch ein Portal gibt. Ich habe mich schon etwas umgeschaut und eingelesen.

Nun zu mir: Ich bin 19 Jahre alt. Seit meinem 13 Lebensjahr leide ich an sämtlichen Störungen. Damals wurden nur starke Depressionen, SVV und eine Angststörugn sowie Verlustängste diagnostiziert. Seit ein paar Wochen habe ich nun aber die Diagnose Borderline. Über die Jahre haben sich noch weiterhin viele Paniken, Ängste usw entwickelt, u.a Essstörungen, Emotophobie, leichte Soziale Phobie, Albträume, Schlafstörungen usw usw. Momentan ist wirklich alles nicht so rosig.
Vor einigen Wochen wurde ich auf Mirtazapin eingestellt, was aber nur Nebenwirkungen mit sich brachte, so ganz und gar nicht mein Medikament.
Mein neuer Psychiater hat mir nun eine Therapie nach DBT besorgt und stellt mich auf Fluoxetin dura 20mg (morgens) und Trimineurin 25mg Abends und bei Bedarf ein. Heute morgen erfolgte die erste Einnahme des Fluoxetins und heute Abend folgt dann Trimineurin. Angst machen wir die Nebenwirkungen. Ein normales Leben kann ich momentan aber wirklich gar nicht führen und so will ich den Versuch starten.
Ist es denn wirklich möglich Trimineurin bei Bedarf (auch abends bei Bedarf) zu verwenden? Eigentlich heißt es ja, das man es regelmäßig nehmen soll, aber mein Arzt meinte eben nur nach Bedarf (kommt drauf an, ob ich schlafen kann oder nicht). Geht das ohne Schäden und Probleme?
Und wie sieht es mit dem Alkohol aus? Ich bin recht neu auf dem Gebiet und würde eigentlich ungerne auf mein Glas Wein am Wochnende verzichten.

Ich freue mich über einen interessanten Austausch und hoffe, dass mir die Medikamente helfen und ich irgendwann wieder von los komme.

LG MSS
walfisch
Beiträge: 103
Registriert: 02.03.2010 14:43
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 5 Mal

Re: Guten Tag!

Beitrag von walfisch »

Hi Du.

Gerade dachte ich, ach, da geht es ja jemanden wie mir. Was gleichzeitig schön und traurig ist.

Deine ganzen "Psychomacken" kann ich genau so unterschreiben, inklusive Borderline und Emetophobie (die ja eher exotisch ist). Nur, dass bei mir die AD-Phase vorbei ist, oder vorbei sein soll (steht in meinem Thread oben genauer drin).

Hast Du denn das Gefühl, die Medis ganz unbedingt zu brauchen? Ist ja super, dass Du einen DBT-Platz hast! Da freu ich mich für Dich.

Ich hab grad wenig Zeit, deshalb fasse ich mich so kurz.

Aber ich lass nen lieben Gruß da und bis bald,
walfisch
seit 01/2008: Citalopram bis 40 mg wegen schweren Panikattacken, Agoraphobie, Depressionen, Suizidgedanken

In den folgenden Jahren diverse Dosierungen, Absetzversuche immer gescheitert.
Zwischendurch mal ein halbes Jahr auf 0 gewesen. Dann wurde die Krankheit wieder schlimmer (heute würde ich sagen, es war eher ein spätes Absetzsyndrom wegen sehr schnellem Absetzen, aber das wusste ich damals nicht).

Aus Unwissen und Verzweiflung mehrmals hoch und runter dosiert.

Nach Monaten der Stabilität auf 10mg dann erneut mit Absetzen begonnen.:
ab 26.04.2016: 9mg ,
ab 08.06.2016: 8mg,
ab 27.07.2016: 7,5mg, keine Probleme,
ab 15.08.2016: 7mg – Schwindel, Übelkeit, Panikattacken, starke Angstgefühle, heftige Depression, extreme Neuro-Emotionen,
ab 05.01.2017: 6,3mg – leichter Schwindel, Gedankenrasen, Depression und Ängste, starke Neuro-Emotionen,
ab 18.02. 2017: 5,89mg – Gedankenrasen, hypersensitiv auf alles, 5%-Reduktion scheint aber besser zu gehen
ab 04.05.2017: 5,6mg – das gleiche Spiel wie immer, akute Beschwerden weniger, immer noch anhaltende und wiederkehrende Phasen von Depression und Angst
11.08.2017: 5,75mg – aufdosiert wegen nur mühsamer Stabilisierung und Neuro-Depression/Panik, außerdem Umstieg auf Wasserlösemethode
17.05.18: Reduktion um 1% – keine körperlichen Symptome, aber nach ca. 3 Wochen große psychische Probleme bis zum Suizidwunsch. Nach Aufdosierung schnell wieder alles okay.
14. 10.18: Reduktion um 0,5% – erst keine Symptome, aber nach ca. 2 Wochen Verzweiflung, panische Ängste, Verkrampfung im Kiefer und Schwindel. Großer Frust und Aufdosierung auf 5,75 am 01.11


Überlegung, das Absetzen zu beenden oder eine ganz lange Pause einzulegen.

Angry young woman, there’s no way back, so just keep walking. (Yoko Ono)
mücke
Beiträge: 2922
Registriert: 30.12.2004 09:24
Hat sich bedankt: 156 Mal
Danksagung erhalten: 19 Mal

Re: Guten Tag!

Beitrag von mücke »

Hallo MSS

Herzlich Willkommen.

Heute kann ich deine Frage nicht beantworten, da ich gerade eines meiner Tiere ( Wellensittich ) habe einschläfern lassen müssen.
Antwort morgen.

Da hier nur die Vorstellung, bitte im zutreffenden Unterforum neu thematisieren.
Kannste ja kopieren.

Gruss Mücke
mücke
Beiträge: 2922
Registriert: 30.12.2004 09:24
Hat sich bedankt: 156 Mal
Danksagung erhalten: 19 Mal

Re: Guten Tag!

Beitrag von mücke »

Hallo MSS
Mein neuer Psychiater hat mir nun eine Therapie nach DBT besorgt und stellt mich auf Fluoxetin dura 20mg (morgens) und Trimineurin 25mg Abends und bei Bedarf ein.
Das DBT ist gut, aber mit 19 J. schon mit ADs anfangen?
Wie erging es dir nach dem 1. Tag der Einnahme?
Ist es denn wirklich möglich Trimineurin bei Bedarf (auch abends bei Bedarf) zu verwenden? Eigentlich heißt es ja, das man es regelmäßig nehmen soll, aber mein Arzt meinte eben nur nach Bedarf
Die Einnahme eines ADs sollte regelmäßig sein.
Nur bei Bedarf habe ich nie versucht.
Ich hatte als schlafanstossendes AD Trazodon ( Thombran, Trittico ).
Die Wirkung setzte gleich nach der 1. Tbl. ein.
Und wie sieht es mit dem Alkohol aus?
Psychopharmaka und Alkohol vertragen sich nicht.
Ich habe nie beides zusammen genommen.
Lass lieber die Finger davon.

Gruss Mücke
Marsupilami

Re: Guten Tag!

Beitrag von Marsupilami »

Alkoholfreien Sekt gibt es. Vielleicht gibt es auch alkohlfreien Wein?

Gruß,

Marsu
MSS
Beiträge: 2
Registriert: 02.03.2010 12:50

Re: Guten Tag!

Beitrag von MSS »

Danke für die Antworten!

@ Mücke: Ja leider muss ich schon mit 19 Jahren AD's nehmen. Was heißt 'muss', es führte eigentlich kein Weg mehr dran vorbei. Ich hätte es gerne anders gehabt, aber momentan gibt es eigentlich keine anderen Möglichkeiten. Ich bin aber auf der Suche und werde mich, wenn es möglich ist, wieder von den AD's trennen.

@ Marsupilami: Vielen Dank für den Tipp, ich werde mich gleich mal genauer damit befassen.

Nunmal ein kleiner Zwischenbericht:
Nun nehme ich seit 2 Wochen das Fluoxetin und Trimineurin. Das Fluoxetin habe ich gut aufgenommen. Das Trimineurin gar nicht. Es hat mich brutal umgehauen. Ich habe mindestens 12 Stunden am Tag geschlafen und bin 2 Mal umgekippt und ich war nicht richtig bei mir. Das Wochenende über habe ich dann eine Einnahmepause eingelegt (wie es laut meinem Psychiater ja auch okay wäre - da Bedarfsmedikation) und konnte die erste Nacht grade mal 2 Stunden schlafen. Die 2 ging dann sehr gut. Da ich trotzt des Trimineurins sehr schwer einschlafen konnte und kurz vor dem Einschlafen schreckliche Panik bekam und es mir jegliche Mobilität nahm, habe ich es gestern abgesetzt. Heute ging es mir gar nicht gut. Mir war schlecht, ich war total down, habe 15 Stunden geschlafen und mir war weiterhin schwindelig. Langsam kann ich wieder 'normal' denken und bin nicht mehr so gelähmt. Leider konnte ich meinen Arzt bisher noch nicht erreichen, konnte so aber die Einnahme nicht mehr unterstützen.
Sonst geht es mir so lala. Ich weine nicht mehr so schnell und reagiere nicht mehr so über. Ich kann mich leichter von meinem Freund und meiner Familie 'trennen' ohne gleich schlimme Verlustängste zu erleiden.
Ja, zufrieden bin ich aber eigentlich ganz und gar nicht. Wenigstens blieb mir der Heißhunger erspart, der mir damals das Mirtazapin brachte.
Das mit meiner Therapie hat sich leider zerschlagen. Mein Arzt klang so, als gäbe es 100% für mich einen Platz (wollte auch dort anrufen usw usw). Leider hat die Dame frühestens Ende Juni, eher aber Anfang 2011 für mich Zeit. Das hat mich ganz schön runter gehauen, aber nun gut. Wenigstens bin ich dank der Medikamente nicht so tief gestürzt.
Jetzt hoffe ich auf weiter Ideen, Hoffnungen und Hilfe.

Liebe und doch sehr verzweifelte Grüße,

mss
Gesperrt