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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Absetzen von Seroxat

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
AnjaC
Beiträge: 12
Registriert: 20.06.2004 21:12

Absetzen von Seroxat

Beitrag von AnjaC »

Hallo an alle!
Fast habe ich geglaubt, es geht alles von vorne los, da habe ich dieses Forum entdeckt. Bin so dankbar, daß es dieses Forum gibt.
Aufgrund einer Angsterkrankung mit somatischen Beschwerden (ich habe monatelang geglaubt, ich sei totkrank), habe ich mich im vergangenen Jahr während meiner Psychtherapie entschlossen Seroxat (20mg) zu nehmen. Ich habe lang gezögert, da ich doch immer die "Starke" bin, die alles allein kann und niemand braucht und die sämtliche Arten von Abhängigkeiten (Nikotin, Alkohol etc.) haßt.
Irgendwie kam ich trotz Therapie aus diesem Loch nicht heraus. Mitten in der Krankheit ist auch noch unsere Tochter (damals acht Jahre) sehr krank geworden und wir wußten nicht, ob die es überlebt (Ist alles wieder 100% in Ordnung).
Ich habe die Verbesserung nur schleichend wahrgenommen, die Zeiten in denen es gutging wurden nach und nach immer länger und mehr. Mit meinen körperlichen Beschwerden kam ich immer mehr klar und irgendwann habe ich sie wochenlang nicht mehr gespürt. Ich habe die Therapie im Februar dann ausschleichen lassen, da ich meinte,meine Probleme erkannt zu haben. (Ist nichts besonderes, immer wieder kommt die Abhängigkeit von meinen Eltern ins Spiel).
Seroxat habe ich auf 10mg reduziert ohne irgendetwas zu merken. Dann habe ich auf 5mg reduziert vor ca. 3-4 Wochen. Meine Therapeutin meinte, ich kann sie auch ganz absetzen, sie hätte von Absetzsyndromen bei ihren Patienten nie gehört. Leider bekam mir das Absetzen nicht so gut und deshalb meine Frage:
Können von der Reduzierung auf 5mg vor 3 Wochen jetzt erst Reaktionen eintreten? Zu Beginn hatte ich die bekannten Stromstöße -ich habe sie immer Hirnzucken genannt-, mit denen ich aber leben konnte. Jetzt bin ich sehr antriebslos und müde, viele körperlichen Symptome wie Kopfdruck, Oberbauchbeschwerden und allgemeines oft nicht zu beschreibendes Unwohlsein. Können dies wieder erste Symptome für eine Neuerkrankung sein oder handelt es sich wirklich um Absetzsymptome, die erst jetzt so massiv werden? Für eure Antworten bin ich euch dankbar und grüße alle

Anja
Seroxat 20mg seit 05/03
Seroxat 10mg seit 03/04
Seroxat 5mg seit Ende 05/04
10mg seit 06/04 laaaaaangsam reduziert bis auf Körnchen
seit 25.08. auf 0 (und hoffentlich für immer)
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Anja.

Willkommen im Forum :)

Hoffe, das Du hier die Unterstützung findest die Du brauchst.

Wenn Du wissen willst, ob Du Absetzerscheinungen hast, gehe am besten wieder auf die letzte Dosierung, bei der Du noch keine Probleme hattest zurück. Wenn es Dir dann innerhalb von ein paar Tagen wieder bessser geht, weisst Du es genau. Lies mal unser Infopaket (Link in meiner Signatur)

Alles Gute
Oliver
Ich sag jetzt auch einfach mal in meiner Signatur Hallo und Tschüss :)

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Wenn es um Probleme direkt mit Entscheidungen des Teams geht, dann wende Dich bitte per PN oder mail ( forenmaster@adfd.org) an mich.
Hippo
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Beitrag von Hippo »

Hallo Anja,

da ich in Deiner Geschichte einige Parallelen zu meiner eigenen gefunden habe, möchte ich mal spontan antworten...
Ich denke erstens, daß Du beim Absetzen etwas zu schnell vorgehst. Aber klar, wenn die ersten 10 mg scheinbar spurlos an einem vorrübergehen, ist man geneigt, in ähnlichem Tempo weiterzumachen. Eine verzögerte Reaktion auf die 5mg ist glaube ich schon möglich, hört man immer wieder. Da das "Hirnzucken" (...treffende Bezeichnung übrigens) zu 100% ein Absetzsymptom ist (auch wenn Ärzte oder Therapeuthen noch niiiiiiie was davon gehört haben...), halte ich es bei Dir für sehr wahrscheinlich, daß auch die übrigen (typischen) Symptome eher vom Absetzen kommen. Gerade für "Krankheits-Phobiker" ist diese Unterscheidung natürlich extrem wichtig.
Wenn die Symptome momentan einigermaßen auszuhalten sind, könntest Du versuchen, die 5 mg durchzuziehen und eben auf keinen Fall weiter zu reduzieren, bevor diese nicht verschwunden sind (...könnte aber dauern). Wenn nicht, eben wieder auf 8 oder 10 erhöhen, um nach Besserung in noch kleineren Schritten zu reduzieren.

Alles Gute noch !
Hippo

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Absetzzeit 8 Monate
seit 12.04.04 auf 0
AnjaC
Beiträge: 12
Registriert: 20.06.2004 21:12

Beitrag von AnjaC »

Hallo Hippo,
danke für deine Antwort (auch an Oliver). Ich habe keine Lust, die Dosis zu erhöhen. Bei mir ist es einfach so: wenn ich mir erklären kann, woher die Symptome kommen (Absetzen und nicht Neuerkrankung) kann ich damit leben. Ich habe eben nur wahnsinig Angst, daß wieder alles von vorne losgeht.
Dein Gewichtsverlust nach Seroxat läßt mich hoffen. Ich bin zwar groß (1,78m) und das Gewicht ist nicht so leicht zu erkennen, aber leider passen viele Kleider nicht mehr.
Mich würde aber interessieren, wie es dir nach Seroxat sonst noch geht, ob du "ganz geheilt" bist oder mit einigen Dingen einfach besser klar kommst?
Danke und Gruß ANJA
Seroxat 20mg seit 05/03
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Hippo
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Danksagung erhalten: 3 Mal

Beitrag von Hippo »

Hallo Anja,

O.K., das kenne ich auch. Man kann durch Symptome oder gar Schmerzen gehen, schlimmer ist die Angst oder die Ungewissheit über die Gründe dafür. Extreme Realisten haben genau mit den Sachen Probleme, die nicht oder nur schwer erklärbar sind (...und darunter fällt ein großer Teil der Psychosomatik).
Die Frage nach meinem Befinden würde ich prinzipiell mit GUT beantworten, aber was ist schon "ganz geheilt" ?
Paroxetin hat mich therapierbar gemacht und hat vor allem einen großen Teil dazu beigetragen, daß so was wie "phobischer Schwindel" überhaupt in meinem Realistenschädel ankommt, da sich alle meine körperlichen Symptome erheblich und schlagartig besserten. Zusammen mit der ausführlichen und eindeutigen Befundlage war es letztendlich das einzige, was mich überzeugen konnte. O.K., mit der Absetzproblematik wurde ich erst später konfrontiert und auch da möchte ich mit einem abschließenden Urteil noch etwas warten...
Es gibt einige Erklärungen dafür, wie ich in diesen Sumpf hineingeraten bin und ich glaube auch nicht, daß ich jemals wieder solche Angst haben werde. Dennoch, neue, diffuse Symptome und ein aktivierter "Body-Scanner" - und man wird zumindest wieder unsicher...

LG
Hippo
Gesperrt