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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

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Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Sa23
Beiträge: 4
Registriert: 04.02.2009 15:49

Bin auch hier...

Beitrag von Sa23 »

Hallo!

Ich stelle mich erstmal vor.
Ich bin Sandy (w.24 Jahre, bin verheiratet und habe 2 Kinder im Alter von 3 und 4 Jahren.

Wie bin ich froh dass ich dieses Forum gefunden habe und ich weiß dass ich doch nicht ganz bekloppt bin. ;-) (Wie die Ärzte es mir so rüber bringen...)

Es fing alles vor einen Jahr an als ich Tetrazepam (50mg 1 Tablette abends- um die 4 Wochen täglich) von heute auf morgen absetzte. (Mein ehemaliger HA verschrieb mir diese aufgrund von Schulterschmerzen und klärte mich NICHT auf was er mir da überhaupt gab. Außer dass sie sehr müde machen sagte er mir dazu nichts.Auch nicht, dass man es nicht einfach absetzen dürfe...)

Schon während der Einnahme bekam ich ein Zucken im rechten Nasenflügel. Wieder Arzt, wieder Tetrazepam (25mg), ich solle nur mal probieren ob es davon weg ginge. Wenn nicht solle ich es wieder weg lassen. Meine Frage ob dieses Zucken von den Tabletten ausgelöst wurde verneinte er.
Also weitergenommen bis sie alle waren.
1 Woche ging es gut dann breitete sich das Zucken auf den gesamten Körper aus, auch auf die Zunge.
Konnte nachts nicht mehr schlafen da es keine Sekunde gab wo nichts zuckte.
Arzt konnte sich dass alles nicht erklären und schickte mich ins KH, Neurologie.
Neurologie (stationär): Sämtliche Untersuchungen blieben o.B. Zum Glück, also nichts ernstes.
Ich wies die Ärzte (auch Psychiater) immer wieder auf die Tabletten hin die ich nahm, interessierte sie nicht. :(
(Der Neurologe fragte mich was war bevor bzw. während die Zuckungen auftraten- auch er nahm die Sache mit den Tabletten nicht ernst.)

Seid einem halben Jahr haben sich noch Panikattacken dazu gesellt. (Beginnt mit Schwindel, Übelkeit, Atemnot,Herzrasen und das Muskelzucken (welches schon wieder etwas besser geworden ist), Hände verkrampfen sich und sprechen kann ich dann auch nicht. Schon mehrere Male deswegen in der Notaufnahme...
Habe Tavor bekommen und dann Tschüss. :cry:

Mein Psychologe nimmt mich im Bezug auf den Anfang der Beschwerden auch nicht ernst. Für den Notfall hat er mir Tavor aufgeschrieben.
Toll, die helfen mir auch noch wirklich, könnte sie eigentlich jeden Tag nehmen. Panik verschwindet, Muskelzucken verschwindet.
Aber wehe ich nehme es dann doch mehrere Tage nicht. Muskelzucken wird schlimmer, Krämpfe und diese Benommenheit (ab und an mit verwaschener Sprache-ist dass normal???), Muskelschwäche, Muskelschmerzen,...

Ich habe schon so viel "Mist" in mich reingeworfen.
Die Ärzte nehmen mich nicht mehr ernst.
Kann es nach 4-5 Wochen nach täglicher Einnahme dieser Tabletten schon zu solchen krassen Erscheinungen kommen?

LG Sandy
Ulrich

Re: Bin auch hier...

Beitrag von Ulrich »

Hallo Sa 23

Erstmal willkommen im Forum. Ich denke bevor wir alle mal antworten, könntest Du uns genau mitteilen welche Medikamente
Du eingenommen hast? Hast Du auch Antidepressiva eingenommen? Wenn ja welche ? Das Tetrazepam wie lange und bis wann? Es ist auch ganz logisch, wenn Du Tavor nimmst sind die Beschwerden weg, weil es auf den gleichen Reteptor ( GABA ) geht wie das Tetrazepam! Deine Beschwerden deuten schon logischerweise auf einen Entzug hin. Aber schreib doch bitte mal
auf meine Fragen!

Lg Uli
Sa23
Beiträge: 4
Registriert: 04.02.2009 15:49

Re: Bin auch hier...

Beitrag von Sa23 »

Hallo Ulrich!

Also dieses Tetrazepam habe ich so ca. 5 Wochen genommen. (Das war vor genau 1 Jahr. Von Mitte Januar bis Mitte Februar 2008)
Und während dieser Einnahme bekam ich dieses Zucken. Nachdem sie alle waren, also keine langsames runter dosieren mehr möglich war, ging es auf den ganzen Körper über.
Habe seitdem auch kein Tetrazepam mehr genommen.
Im Juni habe ich dann von meinem Psychologen wegen meiner Schlaflosigkeit Mirtazapin bekommen.
Habe ich ca. 2 Wochen genommen, geholfen hat es mir nicht wirklich.
(Innerhalb von einer Woche habe ich auch 3 Kilo zugenommen. :-( Mir dieser Nebenwirkung bei ADs habe ich sehr meine Probleme...)
Zwischendurch habe ich mal das ganze pflanzliche Zeug probiert (Johanniskraut,...), hat natürlich nix gebracht.

Im Dezember habe ich noch Citalobram verschrieben bekommen. Eine Woche habe ich es ausgehalten, dann habe ich es wieder gelassen. (Kopfschmerzen und Muskelschmerzen) Ich schaffe es absoluz nicht die ADs weiter zu nehmen.#
Nun ja und dieses Tavor hilft mir echt wenn es gar nicht mehr geht.
Habe es jetzt 3 Tage geschafft ohne, nun wieder verstärkt Muskelzucken, Muskelschmerzen/krämpfe... Mal sehen wie lang ich dass noch aushalte...)

Ich habe meinem Psychologen auch schon den Vorschlag gemacht das ich das Tetrazepam nochmal nehme und dann langsam runter dosiere. (haben mir schon viele empfohlen.)
Er geht darauf absolut nicht ein. :-(
Und mit den ADs rennt man ja wieder in die nächste Abhängigkeit, auch wenn es bestritten wird von den Ärzten...

LG Sandy
Ulrich

Re: Bin auch hier...

Beitrag von Ulrich »

Hallo Sandy!
Gut daß Du nur ganz kurz die Ads genommen hast. Ich habe mich mal über das Tetrazepam im Internet schlau gemacht. Das Benzo
geht ja überwiegend in die Muskelmasse über. So kann ich mir vorstellen, daß obwohl Du es ,, nur 5 Wochen genommen hast, sich doch große Ablagerungen in den Muskeln gebildet haben.
Ich selbst habe 3 Jahre gebraucht um das Benzozeug ( Adumbran ) loszuwerden. Habe das Zeug aber auch 4,5 Jahre genommen.
Wie lange nimmst Du schon das Tavor? Ich glaube nicht daß es besser ist mit dem Tetrazepam noch mal anzufangen, sondern
eher mit etwas Diazepam ( Valium ) in Tropfenform zu entziehen.
Mal schauen was die anderen dazu schreiben!

Lg Uli
Sa23
Beiträge: 4
Registriert: 04.02.2009 15:49

Re: Bin auch hier...

Beitrag von Sa23 »

Hi Ulrich!

Danke fürs Helfen.
Dieses Tavor habe ich letzte Nacht wieder nehmen da ich vor zittern, klopfen im Kopf und den ganzen anderen Sachen nicht mehr konnte. Und nun renne ich hier rum und weiß gar nicht so richtig was ich will. :frust:
Aber die Beschwerden sind weg.
Die Tavor nehme ich ca. 2 Wochen und wie gesagt mit Pause zwischendrin die ich dann wieder kaum aushalte.

Muss ich jetzt echt lebenslang mit diesen Zuckungen leben? :shock:
(sagen zumindest die Ärzte. Sie beziehen es aber auch nicht auf die Tabletten)

LG Sandy
Mareile
Beiträge: 99
Registriert: 17.01.2008 20:04

Re: Bin auch hier...

Beitrag von Mareile »

Hallo Sandy,
also mir sieht das nicht nach Entzugserscheinungen aus.
Die Zuckungen haben doch angefangen während der Tetrazepameinnahme, also, da war doch gar kein Entzug. Könnte es nicht sein, dass die Zuckungen zunächst im Nasenflügel ein ganz eigenständiges Phenomen sind, mal unabhängig von der Tetrazepameinnahme also sowieso gekommen wären? Und Tetrazepam dämpft die natürlich, das erklärt dann warum sie ohne schlimmer sind. Und wenn Du ständig Deine Aufmerksamkeit darauf hast wird es natürlich schlimmer. Ich hatte mal einen Juckreiz am ganzen Körper, der hat sich verselbstständigt nur weil ich ständig in mich hineingehorcht habe wo es gleich als nächstes jucken könnte. Das hat mich wahnsinnig gemacht, ich war dauernd irgendwo am kratzen und nachts war auch keine Ruhe. Irgendwann, nach vielen Wochen war es dann plötzlich weg.
Was ich bei Dir wahrnehme ist, dass sich bei dem ganzen Schlamassel noch eine Angststörung hinzugesellt hat. Ich denke, die hat sich auf Deinen Zuckungen- Stress draufgesetzt und gegen die hilft Tavor natürlich optimal. Vielleicht sind die Zuckungen auch rein seelischer Natur, das würde erklären warum sie mit Tavor auch verschwinden. Tavor ist aber auf lange Sicht keine Lösung. Es heilt nicht sondern führt Dich auf Dauer in eine Abhängigkeit.
Sprich doch Deinen Nervenarzt mal darauf an, ob es sich bei Deinen Problemen um psychische Ursachen handeln könnte und mache eine Psychotherapie. Deswegen bist Du auch nicht verrückt oder sowas. Ich habe meinen Hausarzt nachdem bei meinen körperlichen Beschwerden nix gefunden wurde auch mal darauf angesprochen und bei mir war es so.
Mein Psychotherapeut würde jetzt sagen, richte Deine Aufmerksamkeit von den Zuckungen weg auf etwas Schönes oder Neutrales und sowie Dein Körper weniger Aufmerksamkeit bekommt umso weniger werden die Zuckungen. Vielleicht klappts ja.
Es grüßt
Mareile
Nehme seit 2006 Citalopram 40mg wegen Burnoutsyndrom und Angst, seitdem wieder Lebensqualität.
Ausschleichversuch Anfang 2007 ohne Probleme auf 0mg. Nach 6 Wochen ohne kamen die alten Symptome wieder. Erneutes Einschleichen auf wieder 40mg und nach 3 Monaten wieder Besserung.
Fürchte mich irgendwie vor erneutem Ausschleichen, wünsche mir aber ein Leben ohne Medikament
Anfang Februar 2009 auf 20mg reduziert ohne Probleme
Sa23
Beiträge: 4
Registriert: 04.02.2009 15:49

Re: Bin auch hier...

Beitrag von Sa23 »

Hallo Mareile!

Du schreibst:

"Hallo Sandy,
also mir sieht das nicht nach Entzugserscheinungen aus.
Die Zuckungen haben doch angefangen während der Tetrazepameinnahme, also, da war doch gar kein Entzug. Könnte es nicht sein, dass die Zuckungen zunächst im Nasenflügel ein ganz eigenständiges Phenomen sind, mal unabhängig von der Tetrazepameinnahme also sowieso gekommen wären?"
Dass kann ich mir wieder irgendwie nicht so richtig vorstellen. Denn ich nahm es ja ca. 2-3 Tage und bekam dieses Zucken dann in der Nase. Ich beziehe es schon irgendwie mit darauf.
Den Beginn der Zuckungen beziehe ich auf alle Fälle auf das Tetrazepam. (Kann man ja eigentlich in den Beilagen und z.B. hier auch lesen...)

Aber ansonsten hast du schon recht.
Habe mir, als es ganz schlimm wurde, dann bei "Dr.Google" die schlimmsten Krankheiten angelesen die etwas mit Muskelzuckungen zu tun haben. :frust: Bekam natürlich auch etwas Angst.
Die Zuckungen wurden natürlich stärker. Erst als ich mich beruhigt hatte sind sie zurück gegangen, aber nicht komplett verchwunden.
Von daher spielen beide Faktoren bei mir mit rein. Die Tabletten und die Angst, die sich aber gelegt hat nachdem der Neurologe in der Klinik schlimmere Sachen ausgeschlossen hat.
Und dennoch sind die Zuckungen noch präsent. Von daher schiebe ich auch den Tabletten eine bestimmte Wirkung zu.
Denn: Hätte ich die Dinger nie genommen, hätte ich das "Zeug" jetzt auch nicht.
Und nun bringen mich die neuen Tabletten "Tavor" wieder auf den Boden zurück. Was wie ich selber weiß auch keine Lösung ist.
Mein Psychologe hat mir schon eine stationäre Therapie vorgeschlagen. Werde ich auch in Anspruch nehmen.

LG Sandy
mücke
Beiträge: 2922
Registriert: 30.12.2004 09:24
Hat sich bedankt: 156 Mal
Danksagung erhalten: 19 Mal

Re: Bin auch hier...

Beitrag von mücke »

Hallo Sandy
Mein Psychologe hat mir schon eine stationäre Therapie vorgeschlagen. Werde ich auch in Anspruch nehmen.
Dann hoffe ich für dich, daß man dir dort weiter helfen kann.
Deine Kinder brauchen dich.

Gruss Mücke
Gesperrt