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Heißhungerattacken - und warum Fett glücklich macht

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Astrid
Beiträge: 313
Registriert: 26.11.2003 18:02
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Heißhungerattacken - und warum Fett glücklich macht

Beitrag von Astrid »

An alle, die wie ich unter Gewichtszunahme leiden.

Ich habe mich schon mehrmals als regelrecht fettsüchtig entlarvt.
Heute las ich folgenden Artikel, der mir recht plausibel erschien:

Fett im Mund aktiviert das Glückszentrum im Hirn.

Lecker klingt es nicht, was Ivan de Araujo und Edmund Rolls ihren zwölf hungrigen Testpersonen zumuteten: Die Probanden mussten einen Tubenbrei aus geschmacksneutraler Zellulose futtern, versetzt mit Wasser, Maisöl, Sirup oder einfachem Pflanzenöl. Während der seltsamen Mahlzeit maßen die Forscher der Oxford University die Gehirnaktivitäten der Teilnehmer mithilfe eines Computertomographen. Das Resultat: Fett im Mund aktiviert das Glückszentrum im Hirn.

Fettiges Essen ist ein angenehmes Erlebnis
Vergleichbare Studien gab es bisher vor allem über den Geschmack, nicht jedoch zu Eigenschaften wie ölig, sahnig oder wässrig, schreiben die Mediziner in der Fachzeitschrift "Journal of Neuroscience" (Bd. 24, S. 3086). Insbesondere die Proben mit dickerer Substanz hätten eine Hirnregion angesprochen, die teilweise mit dem für die Geschmackswahrnehmung zuständigen Bereich überlappe. Daraus folge, dass das Gehirn nicht nur den Geschmack, sondern auch die Beschaffenheit des Essens abbilde. Fettige Mischungen kurbelten außerdem den cingulären Kortex an, einen Hirnbereich, der auch durch andere angenehme Erlebnisse wie Zärtlichkeiten, verführerische Düfte oder einen Lottogewinn aktiviert wird. Dies erkläre, warum Nahrung mit einem Schuss Sahne besonders gern gegessen werde, erklärte Rolls.

Eine Folge der Evolution
Es sei jedoch noch unklar, wie genau die unterschiedliche Beschaffenheit von Speisen im Mund erkannt werde. Rolls glaubt, dass das genaue Erkennen fettreicher Nahrung letztlich eine Folge der Evolution ist. Menschen entwickelten diese Fähigkeit, um für Nahrungsknappheit vorzusorgen. Überraschenderweise gebe es keine Essensbeschaffenheit, die der Mensch grundsätzlich vermeide, sagte der Forscher. Dazu gehöre auch schleimige Nahrung. "Kaviar und Lachs würden in diese Kategorie fallen."

Nahrungsmittelindustrie nutzt Wissen
Auch Nahrungsmittelkonzerne nutzen Gehirnscans, um herauszufinden, welche Produkte am besten schmecken, berichtet der Psychologe David Zald dem Online-Wissenschaftsdienst "Nature Science Update". Die dafür eingesetzten Mittel von einigen Hunderttausend Dollar seien jedoch wenig im Vergleich zu dem, was die Branche üblicherweise für Marktforschung investiere, sagte der Forscher von der amerikanischen Vanderbilt University. Künftig könnten diese Erkenntnisse dazu dienen, völlig neuartige Nahrungsmittel zu kreieren - etwa Getränke, die kalt schmecken, obwohl sie Zimmertemperatur haben. Zald: "Möglicherweise tricksen wir eines Tages das Gehirn aus."
(Quelle: Spiegel online aktuell)
Uschi
Beiträge: 527
Registriert: 22.12.2003 08:41

Beitrag von Uschi »

Hallo Astrid,

nun weiß ich auch warum mich das genüßliche essen einer Packung Eis immer so glücklich macht, dass ich nicht mehr aufhören kann. Wenn da nur nicht diese Gewichtszunahme wäre! Oder diese leckeren Tortenstücke und die schöne leckere Schokolade! Allerdings fette Fleischgerichte eckeln mich an. Sicher spielt da auch der Zucker eine Rolle mit.
Ich hab ja schon mal geschrieben wegen meinen Heißhungerattacken, seit ein Paar Tagen habe ich es wieder im Griff. Meine Waage zeigte sogar heute morgen fast 2 kg weniger an. Dás war mal ein Erfolgserlebnis. Mal sehn wie es weitergeht.

Gruß an Dich Uschi
Astrid
Beiträge: 313
Registriert: 26.11.2003 18:02
Danksagung erhalten: 1 Mal

Beitrag von Astrid »

Hallo Uschi,

hast du es gut. Bei mir ist genau das Gegenteil der Fall. Ich könnte mich besinnungslos futtern und wiege mehr denn je.
Ich glaube, ich werde mich demnächst von meiner Freundin akupunktieren lassen. Sie hatte mir das mal angeboten, mir eine dauerhafte Nadel ins Ohr zu setzen, die den Appetit zu zügeln helfen kann.
Meine Kondition ist auch futsch. Sport war nie so anstrengend. Irgendwie - ich weiß nur noch nicht wie - muss ich diesen Teufelskreis durchbrechen.

Sei gegrüßt von
Astrid
Candy
Beiträge: 91
Registriert: 21.03.2004 19:19

Beitrag von Candy »

Hallo ihr,

als ich damals in der Klinik war und als AD Aponal bekommen habe, habe ich innerhalb von 12 Wochen 8 Kilo zugenommen. Da ich nur 1,62 cm groß (eh - klein) bin, stand mir das natürlich "besonders gut" - ich fühlte mich zum Kot... und unendlich schwach, weil ich soviele Süssigkeiten in mich reinstopfen musste.
Während der Schwangerschaft mit meiner kleinen Tochter vor 6 Jahren habe ich ganz aufgehört, was Süsses zu essen - es hat mich einfach geekelt, und komischerweise ist das auch nach der Geburt nicht wieder gekommen. Ich nichts, aber auch gar nichts Süsses, kein Kuchen, kein Keks, kein Weingummi - nicht mal Joghut mit Frucht. Eis??? Neeeee!
Ich hatte jetzt mit dem Paroxetin eigentlich auch gedacht, ich würde wieder Hungerattacken entwickeln, vor allem auf Süsses - aber, weit gefehlt. Seit ich das nehme, zwinge ich mich, pro Tag wenigstens 2 Brötchen zu essen, damit ich irgendwo noch Kraft hernehme, weil Hunger habe ich überhaupt nicht mehr seit ich das AD nehme.
Ich meine, noch geht es: 50 kg bei 162 cm, aber weniger ist dann nicht mehr so gut. Ich muss da aufpassen wg. meiner Vorgeschichte.....
Kann das noch kommen mit dem gesteigerten Appetit???

Liebe Grüße, Candy
Symptome: Depressionen, Ein- und Durchschlafstörungen, Alpträume, dissoziative Zustände in allen Ausprägungen, SVV, Essstörungen; Diagnosen: Posttraumatische Belastungsstörung; atypische Anorexie; soziale Phobie; Borderline Persönlichkeitsstörung; rezidivierende, mittelschwere Depression
Medikation: Paroxetin (Paroxetin ratiopharm / Tagonis ab März 2004, 20 mg 2 Monate
>> 40 mg 1 Monat >> 20 mg 1 Monat >> 0); Reboxetin (Edronax ab Juni 2004, 8 mg 3 Monate); Venlafaxin (Trevilor ab Sept. 2004, 225 mg 2,5 Monate))
Zusätzlich: seit Feb. 2004 bei Bedarf 1 - 2,5 mg Lorazepam (Tavor)
Absetzverlauf: Paroxetin wg. gesteigertem SVV problemlos abgesetzt; Reboxetin wg. gesteigerter Aggression und allergischer Reaktion problemlos abgesetzt; Venlafaxin Mitte Dez. 2004 zunächst von 225 mg auf 150 mg, dann ganz abgesetzt (2 Wochen erhebliche Absetzsymptome: Zaps, Schwindel, Übelkeit, Zittern, bis heute noch zeitweise vorhanden).
Seit Ende Dezember 2004 "clean".
Uschi
Beiträge: 527
Registriert: 22.12.2003 08:41

Beitrag von Uschi »

Hallo Candy,

wie lange nimmst Du eigentlich schon Paroxetin, ich verfolge wohl immer die Beiträge aber alles kann man sich nicht merken. Als ich anfing mit dem Paroxetin nahm ich erst mal ab. Ich mußte mich zwingen zu essen ich hatte keinen Apettit mehr. Nach ner Zeit fing es dann an ich könnte den ganzen Tag essen. Ich muß mich da echt zügeln, hab ja schon 10kg zugenommen. Aber wahrscheinlich wirkt das Zeug bei jedem anders. Ich hab vor Jahren auch mal Aponal bekommen, da nahm ich noch viel schneller zu. Da stopfte ich den Kuchen und die Süßigkeiten auch grad so rein. Das hat mich manchmal auch richtig angekotzt. Aber es hörte erst wieder auf als ich mit dem Aponal aufhörte.

Hallo Astrid,
ist ja noch nicht gesagt, dass es dabei bleibt!
Vielleicht wiege ich ja morgen schon wieder mehr.


Liebe Grüße Uschi
Candy
Beiträge: 91
Registriert: 21.03.2004 19:19

Beitrag von Candy »

Hallo Uschi,

am Freitag werden es 4 Wochen, dass ich das Paroxetin nehme. Also passt das, was du beschreibst, wenn du am Anfang auch keinen Appetit hattest.
Gut möglich, dass mich die Heißhungerattacken dann noch "heimsuchen". Oh wei, da muss ich aber aufpassen, sonst kriege ich die nächste psychische Krise, wenn ich dann zunehme...

Astrid, Uschi,

macht ihr eigentlich irgendwas an Sport? Astrid, von dir weiss ich ja nun, dass du in Jan Ulrich' Fußstapfen treten wirst. Aber hast du bisher irgendwas gemacht?
Ich will das jetzt endlich wieder angehen. Werni meinte ja auch, dass das unheimlich hilft, Druck und Depressionen abzubauen, und das hat mich unheimlich motiviert. An dieser Stelle mal: vielen Dank für deine tollen Tips, Werni!

Gaaaaaanz liebe Grüße von der Candy
Symptome: Depressionen, Ein- und Durchschlafstörungen, Alpträume, dissoziative Zustände in allen Ausprägungen, SVV, Essstörungen; Diagnosen: Posttraumatische Belastungsstörung; atypische Anorexie; soziale Phobie; Borderline Persönlichkeitsstörung; rezidivierende, mittelschwere Depression
Medikation: Paroxetin (Paroxetin ratiopharm / Tagonis ab März 2004, 20 mg 2 Monate
>> 40 mg 1 Monat >> 20 mg 1 Monat >> 0); Reboxetin (Edronax ab Juni 2004, 8 mg 3 Monate); Venlafaxin (Trevilor ab Sept. 2004, 225 mg 2,5 Monate))
Zusätzlich: seit Feb. 2004 bei Bedarf 1 - 2,5 mg Lorazepam (Tavor)
Absetzverlauf: Paroxetin wg. gesteigertem SVV problemlos abgesetzt; Reboxetin wg. gesteigerter Aggression und allergischer Reaktion problemlos abgesetzt; Venlafaxin Mitte Dez. 2004 zunächst von 225 mg auf 150 mg, dann ganz abgesetzt (2 Wochen erhebliche Absetzsymptome: Zaps, Schwindel, Übelkeit, Zittern, bis heute noch zeitweise vorhanden).
Seit Ende Dezember 2004 "clean".
Astrid
Beiträge: 313
Registriert: 26.11.2003 18:02
Danksagung erhalten: 1 Mal

Beitrag von Astrid »

Von wegen!
Grottenfaul bin ich geworden. Jeglichen Sport hatte ich mit der Zeit aufgegeben. Ich konnte mich zu nichts mehr aufraffen und fühlte mich anschließend sogar noch schwächer als vorher.
Jetzt - zwei, drei Jahre später - wo es mir wieder besser geht, möchte ich mich mit 12kg Übergewicht wieder aufraffen. In dem Zusammenhang hoffe ich sehr, durchs Radfahren wieder auf Vordermann zu kommen.

Zwischendurch habe ich es versucht zu joggen. Ich habe ideale Momente dafür abgewartet, fühlte mich anschließend aber dem Tode näher als dem Leben. Mein Puls und Herz rasten, obwohl ich es wirklich sehr locker angehen ließ.

Mittlerweile sage ich mir, dass ich auch zu meiner alten Kondition wieder finden werde. Ich war immer sehr schlank, beweglich und sportlich. Das will ich wieder werden. Doch ein Schritt nach dem anderen! Ich will deshalb nicht in Stress geraten.

Ich beneide jeden, der Sport zu treiben vermag und dem das hilft!
Uschi
Beiträge: 527
Registriert: 22.12.2003 08:41

Beitrag von Uschi »

Hallo Candy,

ich bewege mich fast jeden Tag. Ich habe zwei große Hunde, mein eigener und der meines Sohnes. Mit denen gehe ich jeden Tag eine Stunde. Ab und zu walke ich auch. Wenn das Wetter wieder besser wird fahre ich auch ab und zu mit dem Rad. Über den Winter hat meine Fitness etwas gelitten, ich habe ja auch noch ein paar Kilos zugelegt. Das merke ich jetzt natürlich. Letztes Jahr nach meiner Kur war ich total fit, das will ich jetzt auch wieder erreichen. Ich habe nämlich festgestellt, wenn ich mich ordentlich bewege, geht es auch meiner Psyche gut.
Das kann mir ja auch beim absetzen helfen.

Liebe Grüße an Dich Uschi


Medikamente
seit 2 Jahren 40mg Paroxetin
seit 17.02 30mg Paroxetin und100mg Opipramol(Insidon)
seit 01.03 25mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon
seit 06.03 22,5mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon
seit 11.03. 20mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
seit 22.03. 15mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
seit 28.03. 12,5mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
seit 31.03. 10 mg Paroxetin und 100mg Opipramo (Insidon)
seit 06.04. 7,5 mg Paroxetin und 100 mg Opipramol ( Insidon)
täglich Fischölkapseln, ab und zu nehme ich Vitamin C, Zink, Magnesium
Gesperrt