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Das Ende einer Depression

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Gesperrt
Lill
Beiträge: 25
Registriert: 31.12.2003 10:30

Das Ende einer Depression

Beitrag von Lill »

Ich bin von meiner Kur zurück die ich aufgrund meiner Erschöpfungszustände antrat. Ich wollte andere Wege aus der Depression finden als immer nur Medikamente zu schlucken.
So kam ich in eine psychosomatische Klinik bei der man lernt Verhaltensmuster zu durchschauen die einem Streß machen und die einen runterziehen. Man lernt sie zu erkennen und durch andere Gedanken andere Gefühle zu provozieren.
Das war sehr interessant und aufschlußreich.
Ich denke, ich werde das auch umsetzen können, was ich dort gelernt habe; angefangen habe ich schon damit!
Aber das Beste ist: ich habe gar keine Depression!
Die Ursache meiner Kraftlosigkeit, meiner Konzentrationsstörungen, meines Rückzugs aus dem Leben ist NICHT eine Depression, sondern eine Schilddrüsenerkrankung!
Genauer gesagt eine Schilddrüsenentzündung die in Schüben verläuft und bei der nach jedem neuen Schub weniger Hormone produziert werden.
Wenn ich mir das so überlege.....
Das erste Mal war ich vor 18 Jahren beim Arzt und meinte, daß ich nie mehr richtig wach bin, und das er doch mal mein Blut untersuchen solle.
Hat er auch gemacht. Aber wohl nicht gründlich genug.
Mein Leben war durch diese verflixte Müdigkeit immer sehr eingeschränkt; ich habe mich mit allem an "Extras" was über Arbeit, Wohnung und Versorgung meines Hundes hinausging, überfordert gefühlt.
Auf dem Level hielt es sich so knapp 10 Jahre. Dann würde ich noch müder. Ich machte eine Psychotherapie die nicht half. Die Müdigkeit wurde nicht besser. Vor 2 Jahren, nach einer sehr stressigen Jahr, das mit dem Tod meines Hundes endete,ging nichts mehr. Ich war so erschöpft, daß mir alles zuviel war. Ich bekam Cipramil und damit ging es wieder.
Ich selbst hielt den Tod meines Hundes für den Auslöser (was er wohl auch war; aber das war wohl nur der i-Punkt. Und der Streß darüber hat wohl einen neuen Entzündungschub nach sich gezogen).
Als ich nach einem Jahr keine Besserung fühlte, wollte ich eine Kur. Aber mein Hausarzt meinte, ich müsste erst eine Analyse beginnen, sonst würde er mir keinen Antrag ausfüllen. Ich wollte das nicht, weil ich sicher war keine zu benötigen, worauf er richtig beleidigend wurde.
Ich ging zu meinen Neurologen, und der setzte sich für eine Kur mit Verhaltenstherapie ein, so wie von mir gewünscht.
Dort wurde ich erstmal organsich richtig durchgecheckt und man stieß auf die Schilddrüsenerkrankung die wohl anfangs (wenn ich es richtig verstanden habe) bei den üblicherweise untersuchten Werten durchaus Normalwerte aufweisen kann. Erst weitere Untersuchungen sollen die Erkrankung anzeigen; zumindest, wenn es noch nicht so ausgeprägt ist.
Ferner fand man den Verdacht darauf, daß ich möglicherweise eine Borreliose habe; also diese Erkrankung die Zeckenbisse verursachen können. Das muß an anderer Stelle noch weiter abgeklärt werden.
Auch das kann Müdigkeit verursachen.

Das denkt man doch, solche Fehler kommen in unserer modernen Welt nicht mehr vor. Eine popelige Schilddrüsenerkrankung.
Eigentlich das erste, an was man denkt.
Dumm nur, wenn die Standartlaborwerte okay waren.
Dann ist man auf der Psychoschiene, und kommt dort nicht mehr runter.
Und man findet ja auch Bestätigung: man hat eine schwere Zeit oder ein schlimmes Ereignis, und danach geht es einem noch schlechter. Dann muß es wohl die Psyche sein, nicht?
Es kann aber auch der Körper sein der durch den Streß eine Verschlimmerung der Erkrankung erfahren hat. Wie ich jetzt weiß.

Meine Therapeutin hat mir übrigens seelische Gesundheit bescheinigt. Bis auf 2 kleine Neuröschen. Nichts gravierendes. Fehler im Denken was meinen Selbstwert angeht (aber wer hat keine Selbstwertprobleme) und was die Verarbeitung von Trennungen angeht. Da leide ich zu lange. Aber das kann ich mit Hilfe dessen was ich neu gelernt habe langsam verändern.

Jetzt werden die entsprechenden Schilddrüsenhormone langsam hochgefahren (was über einen Zeitraum von 4 Monaten sehr langsam geschehen wird) und dann wird sich zeigen, ob 18 Jahre quälende Müdigkeit nicht hätten sein müssen....
Gruß, Lill
Kein Cipramil mehr, sondern Euthyrox (Schilddrüsenhormon)
CloneX
Gründer
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Beitrag von CloneX »

Hi Lill,

das sind ja super Nachrichten :) Ich meine, organisch krank zu sein ist sicherlich auch nicht schön. Aber falls die Schilddrüsenerkrankung wirklich der Grund ist dann kann man das mit bestimmten Medikamente sehr viel besser angehen als mit Antidepressiva (die sicher auch ne Nummer härter sind als Schilddrüsenmedikamente).

Also viel Erfolg. Ich wünsch dir dass der Spuk bald vorbei ist :D
Astrid
Beiträge: 313
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Beitrag von Astrid »

Hallo Lill,

seit ich 12 Jahre alt bin, nehme ich Schilddrüsenhormone ein. Vor 15 Jahren wurde ich an der Schilddrüse operiert. Während der Schwangerschaft war ich total unterversorgt mit Thyroxin. Dem Gynäkologen war das nie aufgefallen. Erst der Aufmerksamkeit des Arztes, der mich wenige Minuten bei der Entbindung sah, ist es zu verdanken, dass ich wieder ins Lot kam und auch die Schilddrüse unsere Tochter von Geburt an regelmäßig untersucht wurde und gesund blieb.

Letzte Woche lernte ich eine junge Frau kennen, die jetzt gerade wegen ihrer Schilddrüse im Krankenhaus ist. Silvester wurde sie gerade noch rechtzeitig nach einem Selbstmordversuch von der Polizei in die Psychiatrie eingewiesen. Dort stellte man fest, dass die Ursache ihres 8jährigen Martyriums in einer Fehlfunktion der Schilddrüse liegt.

Die Dunkelziffer von Fehldiagnosen und Falschbehandlungen die eigentlich eine Schilddrüsenerkrankung zur Ursache haben schätze ich sehr hoch ein.

Lill, es ist nahezu unglaublich, dass man das bei dir erst so spät festgestellt hat, bzw. dass man erst so spät auf die Idee kam, die Schilddrüse genauer zu untersuchen. Aber sei froh, dass es überhaupt erkannt wurde und du nun einen gesunden Lebensweg einschlagen kannst.

Dafür wünsche ich dir alles Liebe und Gute!

Astrid
Lill
Beiträge: 25
Registriert: 31.12.2003 10:30

Beitrag von Lill »

Hallo Astrid,

Die Dunkelziffer von Fehldiagnosen und Falschbehandlungen die eigentlich eine Schilddrüsenerkrankung zur Ursache haben schätze ich sehr hoch ein.

Ja, das ist wohl so! Aber das hätte ich nie gedacht!
Es wird allerdings eher zunehmen, daß jede Laboruntersuchung Geld kostet und von Budget abgeht, was der Arzt für den Patienten bekommt.

Aber sei froh, dass es überhaupt erkannt wurde und du nun einen gesunden Lebensweg einschlagen kannst.

Ja, das bin ich auch! Ich hatte zwischendurch auch mal überlegt wie anders mein Leben hätte verlaufen können...
Aber es bringt nichts darüber nachzudenken!
Wichtig ist das was kommt, und nicht das was war!

Dafür wünsche ich dir alles Liebe und Gute!

Ich danke Dir! :-)

Liebe Grüße, Lill
Kein Cipramil mehr, sondern Euthyrox (Schilddrüsenhormon)
lunix
Beiträge: 7
Registriert: 24.12.2003 03:24

Beitrag von lunix »

Hallo Lill,
Dein Beitrag hat mir gerade wieder etwas Mut gemacht.
Nachdem ich wirklich jedes Vertrauen in die Ärzte verloren habe und mit Citalopram die Hölle durchlebte, will ich nun doch mal wieder Hoffnung schöpfen.
Ich hatte den Verdacht auf Schilddrüsenunterfunktion auch schon seit Jahren, aber alle Ärzte haben diesbezüglich abgewinkt...

Was Kann ich nur tun, um zumindest mal testweise Schilddrüsenhormone zu bekommen?
Schlimmer kann es eh kaum noch werden! :?:
1 Monat 20 mg Citalopram, dann kalter Entzug
Lill
Beiträge: 25
Registriert: 31.12.2003 10:30

Schilddrüsenhormone

Beitrag von Lill »

Hallo Lunix,
testweise Schilddrüsenhormone zu nehmen ist ganz sicher der falsche Weg; denn eine Überdosierung macht auch krank.
Du musst bei einem Arzt Blut abnehmen lassen um die Schilddrüsenwerte bestimmen zu lassen. Dann weißt Du, ob Du welche brauchst.
Wenn Dein Hausarzt sich weigert die untersuchen zu lassen, dann suche einen anderen auf. Günstig wirken sich auch Familienmitglieder aus die auch eine Erkrankung der Schilddrüse haben; dann kann ein Arzt schlecht eine solche Untersuchung ablehnen.
Viel Glück!
Lill
Kein Cipramil mehr, sondern Euthyrox (Schilddrüsenhormon)
karin
Beiträge: 98
Registriert: 12.02.2004 14:38

Beitrag von karin »

@lunix:

probiers mal mit ausgewogener ernährung und sport. mir hats sehr geholfen.

lg,
karin
mitte 05/2003 10mg zoldem->anfang 06-09/2003 0,75mg xanor, 150mg trittico->10/03 30mg remeron->anfang 12/2003 bis mitte 01/2004 50mg gladem->mitte 01/2004 50mg gladem, 75mg trittico->ende 02/2004 50mg gladem->mitte 03/2004 25mg gladem-> ausgeschlichen
lunix
Beiträge: 7
Registriert: 24.12.2003 03:24

Beitrag von lunix »

Sorry, das sehe ich ganz anders. :!:
Selbstverständlich lebe u. ernähre ich mich weitestgehend gesund u. ausgewogen.
Aber für die meisten Ärzte ist man ja eh nur ein Wirtschaftsfaktor, der dazu beiträgt, die Praxisinvestition zu tragen. :twisted:
Außerdem untersuchen u. verschreiben die ja auch meistens nach dem try&error Prinzip.
Wer soll meinen Körper besser kennen, als ich selbst? :!:
1 Monat 20 mg Citalopram, dann kalter Entzug
Astrid
Beiträge: 313
Registriert: 26.11.2003 18:02
Danksagung erhalten: 1 Mal

Beitrag von Astrid »

Hallo lunix,

du schriebst:
Ich hatte den Verdacht auf Schilddrüsenunterfunktion auch schon seit Jahren, aber alle Ärzte haben diesbezüglich abgewinkt...

Haben die Ärzte den Verdacht "abgewinkt" nachdem sie dich untersucht hatten? Oder hatten sie die Möglichkeit einer Untersuchung "abgewinkt"?

Das sind zwei verschiedene Dinge.
Im ersten Fall, hättest du vermutlich keine Schilddrüsenunterfunktion. Die Einnahme von Schilddrüsenhormonen wäre dann kontraindiziert und gesundheitsgefährdend.
Ein guter Allgemeinmediziner schließt bei entsprechenden Verdachtsmomenten die Untersuchung der Schilddrüse grundsätzlich mit ein. Solltest du im zweiten Fall deinem "abwinkenden" Arzt nicht trauen, rate ich dir zu einer Überweisung zu einem geeigneten Facharzt (Radiologe, Internist). Die wissen dann, worauf sie zu achten haben.

Was Kann ich nur tun, um zumindest mal testweise Schilddrüsenhormone zu bekommen?

Würdest du auch testweise mal Kopfschmerztabletten einnehmen, auch wenn du keine Kopfschmerzen hast?
Würdest du bei Gelenkschmerzen gleich zu Rheumamitteln greifen?
Würdest du testweise ein Herzmittel einnehmen, um zu sehen, ob dein Herz dann anders schlägt?

Vorsicht lunix! Dein Misstrauen in die Ärzte sollte dich nicht zu Dummheiten verleiten. Hormone und andere Mittel, die auf unsere Organe einwirken brauchen wir nur, wenn diese Organe krank sind und nicht richtig funktionieren. Ansonsten brauchen wir sie definitiv NICHT! Also red dir da nichts ein und lass deine Schilddrüse lieber vom Facharzt untersuchen.

Mit herzlichen Grüßen
von
Astrid


rdest du Kopfschmerzentabletten
lunix
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Beitrag von lunix »

Die Werte waren schon immer im unteren Bereich der Normwerte, man sah aber keinen Handlungsbedarf. Außerdem hatte man vor 10 Jahren schon mal 2 Schilddrüsenadenome (Kalte Knoten?) diagnostiziert.

Inzwischen ging doch durch alle Medien, daß auch in diesem Falle die Einnahme von Schilddrüsenhormonen die Symptome (Tagesmüdigkeit, Antriebslosigkeit, Abgeschlagenheit) deutlich gebessert habe. :idea:
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Lill
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Beitrag von Lill »

Die Werte waren schon immer im unteren Bereich der Normwerte, man sah aber keinen Handlungsbedarf. Außerdem hatte man vor 10 Jahren schon mal 2 Schilddrüsenadenome (Kalte Knoten?) diagnostiziert.

Das könnte für eine Hashimoto sprechen!
Da ist es ganz oft so, daß die Werte nur leicht erniedrigt sind, und die Ärzte keinen Handlungsbedarf erkennen.
Aber bei dieser Erkrankung sind auch leicht erniedrigte Werte oft so, daß sie mit heftigster Müdigkeit einhergehen können.
Bei mir z.B ist das so!

Du solltest unbedingt Antikörper auf Hashimoto untersuchen lassen!
Aber gerade deshalb muß ich nochmal sagen: die unkontrolierte Einnahme von Schilddrüsenhormonen kann in diesem Fall lebensgefährlich werden!
Bei Hashimoto darf man die Hormone nur extrem langsam steigern. Ich bin jetzt bei 35 und merke noch nicht die geringste Wirkung. Ich muß mich wohl noch einige Monate gedulden, bis mein Spiegel erreicht ist.
Gruß, Lill
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Astrid
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Danksagung erhalten: 1 Mal

Beitrag von Astrid »

Hi lunix,

bei mir entdeckte man einen eigroßen kalten Knoten als ich 12 Jahre alt war. Ich bekam Thyroxin (das Schilddrüsenhormon) in niedriger Dosierung. Auf die musste ich mich ganz ganz langsam steigern. Halbjährlich wurde die Schilddrüse untersucht. In der Pubertät änderte sich der Bedarf an Thyroxin. Die Dosis wurde dementsprechend neu eingestellt, wieder ganz ganz langsam.

Neben dem Knoten bildeten sich auch Zysten. Alles harmlos und ich war gut eingestellt. Als ich 1990 ohnehin wegen einer OP ins Krankenhaus musste, bat ich darum, mir auch gleich den Schilddrüsenknoten zu entfernen. Gesagt getan - es war ein Klax. Seitdem bin ich auf dem gleichen niedrigen Thyroxinniveau eingestellt, dass den Verlust des produktionsunfähigen zystischen und knotigen Schilddrüsengewebes ausgleicht. So bleibe ich von einer Unterfunktion sowie von einer Überfunktion verschont.
Auch ich lernte auf diese Weise meinen Körper sehr gut kennen.
Wenn dir dein Körper also sagt, "da stimmt was nicht", dann folge seinem Rat und lass es GUT untersuchen. Aber nimm bloß nicht voreilig Hormone.

Mit besten Wünschen

Astrid
lunix
Beiträge: 7
Registriert: 24.12.2003 03:24

Vielen Dank für Eure Hinweise!

Beitrag von lunix »

Hashimoto ist eine ganz neue Sichtweise. :idea:
Ich habe dazu mal im Net gestöbert u. festgestellt, daß 80% der Symptome auf mich zutreffen. Ich werde also meine HÄ dringend darauf stoßen. :!:

Übrigens hatte man mir ja auch auf bloßen Verdacht hin Citalopram gegen eine vermeintliche Depression verpaßt.
Darunter ging es mir wirklich saudreckig, auch noch nach einem Monat.
Dann hatte ich die Tortur selbstständig beendet. :idea:
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