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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


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Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
Murmeline
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Deister-Weser-Zeitung vom 13.10.2016:
Antidepressiva zu häufig verordnet
Coppenbrügger Ehepaar setzt sich in Buch kritisch mit Psychopharmaka-Verordnung auseinander

Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Panikattacken – Menschen mit diesen Symptomen werden immer öfter mit Antidepressiva behandelt. Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland verordnete Antidepressiva. Das sei fatal, meint Dr. Peter Ansari. und hat Zusammen mit seiner Frau hat er ein Buch geschrieben.

„Antidepressiva werden viel zu schnell verordnet und den Patienten regelrecht aufgezwungen“, konstatiert er. Seit mehr als zehn Jahren hat der in der Hirnforschung tätige Wissenschaftler theoretisch und praktisch zum Thema Antidepressiva geforscht – unterstützt von seiner Frau Sabine, Heilpraktikerin in Marienau.

Akribisch haben beide in Kellerarchiven von psychiatrischen Anstalten etliche Patientenakten gelesen und die Krankengeschichten miteinander verglichen. Sämtliche verfügbaren alten und neuen Studien wurden unter die Lupe genommen und Betroffene befragt.

„Alle beklagten eine unzureichende Information über Risiken, Nebenwirkungen und Absetzschwierigkeiten“, bedauert Sabine Ansari. Vielen Betroffenen war von Ärzten und Psychiatern versichert worden, Antidepressiva könnten jederzeit problemlos abgesetzt werden. „Das ist eine Falschaussage mit schwerwiegenden Folgen“, betont der Hirnforscher. Ebenso verhalte es sich mit der Behauptung, die Einnahme von Psychopharmaka könne Suizid verhindern. „Antidepressiva bieten keinen Schutz vor Suizid“, appelliert der Wissenschaftler. Suizide seien auch trotz antidepressiver Therapie nicht zu verhindern. Aufklärungsarbeit müsse deshalb oberste Priorität haben.

Aus dieser Motivation heraus hat der Wissenschaftlicher gemeinsam mit seiner Frau ein Buch geschrieben, in dem anhand von Fallbeispielen der Nutzen von Antidepressiva nicht nur in Frage gestellt, sondern als Lüge entlarvt wird. Das Buch mit dem Titel „Unglück auf Rezept – Die Anti-Depressiva-Lüge und ihre Folgen“ ist kürzlich im Klett-Cotta-Verlag erschienen und kann in Buchhandlungen bestellt werden. „Es soll ein leicht verständlicher Ratgeber sein für Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, sowie für deren Angehörige“, so Sabine Ansari. Aber auch für Ärzte und Psychiater sei es empfehlenswert, um „verkrustete Denkmuster“ aufzuweichen.

In dem aus 300 Seiten bestehenden Buch wird dargelegt, dass viele Menschen und ganze Branchen von der schnellen und dauerhaften Verschreibung der Antidepressiva profitieren. „Jeden einzelnen Menschen, der seelisches Leid erlebt und in seiner Verzweiflung Tabletten dagegen einnimmt, können wir zutiefst verstehen“, betont Dr. Ansari. Niemand brauche sich schlecht zu fühlen, wenn er Psychopharmaka einnehme, sollte sich jedoch nicht als „hoffnungsloser Fall“ fühlen, wenn bei ihm die versprochene Wirkung ausbleibe. Für jeden Betroffenen gebe es Alternativbehandlungen. Anhand von wahren Fallbeispielen wird dargelegt, welchen Teufelskreis Betroffene durchbrechen mussten, um von den Antidepressiva loszukommen. Als oberstes Gebot gelte: „Antidepressiva nicht abrupt absetzen, sondern ausschleichen lassen!“ Ein abruptes Absetzen des Medikaments verursache nicht nur psychische und physische Qualen, sondern könne lebensbedrohliche Folgen haben.

Bei einem Fallbeispiel haben die Autoren das Schicksal des Sängers Robbie Williams aufgegriffen. An seinem 35. Geburtstag hat sich der Prominente in eine Klinik in Arizona einweisen lassen, die spezialisiert ist auf den Entzug von Antidepressiva. Trotz mehrfacher Versuche hat es Williams nicht geschafft, das Medikament aus eigener Kraft abzusetzen, das für ihn lange Zeit als „lebensrettend“ gegolten hatte. Viel zu spät erkannte er seine körperliche Abhängigkeit. „Er bezeichnete diese Erfahrung als Höllenqual“, schreiben die Autoren in ihrem Buch.

„Viele Irrtümer über Antidepressiva werden auch heute noch verbreitet und halten die Patienten davon ab, sich nach Alternativen zur medikamentösen Therapie umzusehen“, bedauert Sabine Ansari. Die Behauptungen, Antidepressiva seien das Ergebnis moderner Wissenschaft, sie beseitigen ein biochemisches Ungleichgewicht, sie seien Placebo deutlich überlegen, sie beseitigen Depressionen, sie helfen allen Menschen, sie haben keine Nebenwirkungen, sie machen nicht abhängig und so weiter und so weiter, stehen auf wackligen Beinen. Welche Alternativen infrage kommen, sei individuell zu entscheiden. Das Mittel der Wahl sei zunächst die Psychotherapie. Parallel dazu seien außerdem Bewegung, Biofeedback, Massagen, Kräuterextrakte, Meditation, Tagebuchschreiben und Gespräche mit einem Seelsorger zu empfehlen, um nur einige Alternativen zu nennen. „Ein Patentrezept für jedermann gibt es nicht. Jeder Fall ist anders“, betont Sabine Ansari.
http://www.depression-heute.de/presse/d ... 13-10-2016

Zum Buch gibt es auch hier Austausch.
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Annanas »

Hallo Murmeline,
daß diese Zeitung das Thema aufgegriffen hat, finde ich ja in Ordnung und gut.

Leider finde ich es etwas unglücklich (oder etwa bewußt) , daß die den Fall Robbie Williams rausgegriffen haben.
Das impliziert ja geradezu zum Absetzen in eine Klinik zu gehen u. es nicht zu Hause zu versuchen.

Hoffentlich bleiben den Lesern dabei der Status des Sängers und seine finanziellen Möglichkeiten im
Kopf.

LG Anna
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von LinLina »

Hallo Anna :-)

ich habe das Gefühl, dass er extra in eine Klinik gegangen ist, unterstreicht noch wie schwer der Entzug sein kann, vielleicht deswegen? Außerdem steht da, dass die Klinik extra auf Antidepressiva-Entzug spezialisiert ist, sowas gibt es ja hier nicht, aber ich versteh was du meinst.

lg Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Hallo ihr,

in Bremen scheint man das Thema zu kennen. Uwe Gonther von den AMEOS Klinikum Dr. Heines Bremen erklärt in einem Interview mit Peter Ansari:
DH: Würden sie dann bestätigen, dass es eine Abhängigkeit von Antidepressiva gibt?

Gonther: Solche Fälle erleben wir immer wieder bei uns. Meistens geht es darum, dass die Menschen bereits seit einigen Jahren ein Antidepressivum einnehmen. Das Medikament hat jedoch keine Wirkung. Die Patienten reduzieren langsam ihre Dosis, doch es gelingt ihnen nicht, die letzte Tablette weg zu lassen. Das erfordert dann unsere Unterstützung. Glücklicherweise haben wir bereits viel Erfahrung im Suchtbereich, insbesondere durch unsere Arbeit im Opiat- oder Alkoholentzug. Darauf können wir zurückgreifen. Allerdings ist die Abhängigkeit von Antidepressiva anders, sie vollzieht sich eher auf einer subtil körperlichen Ebene, die sehr tückisch sein kann. Ein „Craving“, also ein Verlangen nach der Rauschwirkung der Stoffe gibt es hier fast nie.
http://www.depression-heute.de/blog/int ... -realitaet

Ich denke nicht, dass man sagen kann, diese Klinik sei extra auf Antidepressiva-Entzug spezialisiert, aber zumindest wird dort wohl anerkannt, dass es schwierig sein kann, die Medikamente komplett wegzulassen und in irgendeiner Form scheint es dafür dort Unterstützung zu geben.

Grüße, Murmeline
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Kimeta »

Ich glaube, das wurde hier noch nicht verlinkt: Tabletten gegen die große Traurigkeit

Anders, als der Titel vermuten lässt, setzt sich der Beitrag von "Deutschlandradio Kultur" sehr kritisch mit dem Thema auseinander. U.a. werden die Ansaris zitiert. Auch zum Absetzen gibt es Hinweise:
Trotzdem betonen selbst die größten Kritiker der Tabletten: Niemals sollte man die Medikamente abrupt und ohne Rücksprache mit Ärzten einfach absetzten . Robert Whitaker:

"Es führt zu Problemen, wenn man einfach aufhört, die Pillen zu nehmen. Es ist so, dass sich das Gehirn an das Medikament gewöhnt hat. [...] Deswegen gibt es da ein Risiko. Über dieses Risiko sollte die Psychiatrie sprechen. Und die Psychiatrie sollte darüber informieren, dass einer der Nachteile, wenn man einmal anfängt die Medikamente zu nehmen, das Risiko eines abrupten Entzugs von diesen angeblich so sicheren Medikamenten ist."

Auch der Brite Tim Kendall warnt vor dieser Gefahr:

"Ich weiß, dass die Entzugssymptome beim Absetzen von Antidepressiva einer Depression sehr ähnlich sind. Das ist so, als hätte man eine ausgeprägte Depression plus Angst. Das würde mich sehr zurückhaltend machen, wenn es um die Verschreibung geht. Man sollte bei der Verschreibung immer beachten, welche Nebenwirkungen es gibt."
Viele Grüße,
Kimeta
- Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
- Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013.
- Aktuell seit 23.12.2021: 0,70 mg

Hintergründe und Absetzverlauf:
► Text zeigen
:schnecke: Mein Thread :schnecke:
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Re: Venlafaxin Absetzsymptome ... und jetzt ??

Beitrag von gelblack »

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13531479.html

Liebe Foris,

Ich war heute Nacht mal wieder im Internet unterwegs und habe einen Spiegel Artikel aus dem Jahr 1988 entdeckt, den ich lesenswert finde. Bis auf den Suizid von Uwe Barschel, der wohl auf eine Entzugsproblematik von Benzos zurückzuführen ist, finde ich den Inhalt noch erschreckend aktuell.

Bei Interesse der Mods würde es eventuell Sinn machen den Link in einen passenden Thread zu verschieben.

Ansonsten einen big :hug: in die Runde ...

Take Care
gelblack :)
[spoil]Anpassungsstörung mit Aufnahme Krisenintervention in 05.2012
Tavor, Neuroleptika und eindosieren von Venlafaxin während Klinikaufenthalts
Absetzen von Tavor während Klinikaufenthalts
Entlassung mit Venlaflaxin und Olanzapin
- Ausschleichen Olanzapin da. Ende 2013 unter ärztlicher Aufsicht
- Reduktion Venla von 75mg auf 37,5mg unter ärztlicher Aufsicht
- Reduktion Venla Januar 2015 von 37,5mg auf 18,5mg nach Rücksprache mit Arzthelferin
- ca. 3 Wo später Februar 2015 Reduktion auf "0" / Kalt abgesetzt

Ca. 6 Wochen keine Probleme / dann Absetzsymptome in unterschiedlicher Ausprägung.
Starker Schwindel, Brainzaps, depressiv, traurig, Suizidgedanken ... später Grübelzwang (einmal), Panikattacke (2mal im Ansatz) / Versuch von Eindosieren nach intensiven Recherchen im Forum seit 25.06.2015
Absetzsymptome vor Eindosieren - schlechte Nächte abwechselnd mit gutem Schlaf, leichte Brainzaps morgens, Spannungskopfschmerz, Tinnitus, Aggression, Gewaltfantasien, Tendenz zum Grübelzwang ...
Start Eindosieren Venlafaxin am 25.06.2015

- 2mg 25.6.2015
- 1mg 26.6. / trockene Augen, leichter Kopfschmerz, leicht depressiv, leicht schwammiges Gefühl in den Beinen, Zischen in den Ohren / Fazit: leichte Besserung zum 24.6.
- 2mg 27.6.
- 2mg 28.6.
- 2mg 29.6. sehr durchlässig hinsichtlich Emotionen, Aggressionen, Tinnitus reduziert, frustriert
- 4mg 4.7. Erhöhung der Dosis da keine Besserung der Absetzsymptome
- 4mg 12.7. sehr emotional und aggressiv, Zischen im Kopf, Dosis erhöhen?!
- 6mg 13.7. Dosiserhöhung wegen Grübelzwang, zermürbend
- 6mg 18.7. leichte Brainzaps, körperliche Unruhe mit Spannungskopfschmerz, Tinnitus, emotional, Aggression
- 6mg 25.7. Verbesserung, alle Symptome da, aber abgeschwächt ... die Wohlfühldosis??, 1mg on top; 7mg
- 7mg 25.7.
- 7mg 2.8. Spannungskopfschmerz, Tinnitus, Aggressionen, Unruhe ... Wohlfühldosis??
- 10mg 2.8. Dosiserhöhung :cry:
- 10mg 7.8. an der Wohlfühldosis gekratzt, guten Nachmittag gehabt
- 10mg 8.8. Symptome da; Kopfschmerzen, Tinnitus, Gewaltfantasien
- 10mg 9.8.
- 10mg 13.8. Symptome abgeschwächt, Dosis nachgerechnet ... 10mg war gerundet // tatsächlich sind es ca. 9,6mg
- 8,6mg 25.9. Dosisreduktion
- 8,0mg 27.10. Reduktion
- 7,4mg 28.11. Reduktion Aggression, Grübelzwang noch präsent

- 6,45mg 3.01.2016 Reduktion fühle mich ziemlich stabil
- 6,25mg 22.02. ziemlich stabil
- 6,00mg 5.03. micro tapering start
- 5,50mg 30.03. morgens Symptome, Zischen, Kopfschmerzen ... Cortisolausschüttung ?!
- 5,10mg 23.05. fühle mich ziemlich stabil
- 4,50mg 26.06.
- 4,00mg 31.07.
- 3,60mg 01.09.
- 3,20mg 11.10. schlechter Schlaf, Neuroaggressionen als Dauererscheinung
- 2,70mg 15.11.
- 2,26mg 25.12.

- 2,17mg 10.01.2017 mäßiger Schlaf, Wut präsent
- 1,83mg 28.01. unruhiger Schlaf, Harndrang, Wut moderat
- 1,74mg 17.02. unverändert, vor allem nach moderaten Sport
- 1,45mg 05.03. morgendliches Cortisol hoch, Zwangsgedanken, gereizt
- 1,18mg 05.04. Symptome unverändert, aber moderat
- 0.9mg 22.05. Symptome gleichbleibend
- 0,6mg 03.07.
- 0,3mg 14.08. Zielgerade
- 0,0mg 25.09.2017 game over[/spoil]

0,00mg seit 25.09.2017
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Hier ein interessanter Artikeln. Erneut wurden Klagen wegen (unzureichender Information über) Entzugsproblematiken durch den Hersteller von Eli Lilly durch Zahlungen und offenbar Verschwiegenheitsvereinbarungen beigelegt.
More than 200 patients were suing Lilly, claiming the drug maker didn’t fully disclose the severity of Cymbalta’s withdrawal symptoms. The plaintiffs in the cases said they experienced headaches, dizziness, nausea, nightmares, anxiety, mania, suicidal ideation, brain zaps (which feel like a lightning bolt going off inside the head) and other symptoms after they stopped taking Cymbalta.

Drugmaker Eli Lilly and Company has quietly settled hundreds of personal injury lawsuits involving patients who claim they experienced withdrawal symptoms while quitting Cymbalta.

When asked for an update on the cases, Robin McCall, media relations director for Baum, Hedlund, Aristei & Goldman, P.C., one of the firms handling the cases, wrote in an email, “All we can say is that the suit has been resolved.
http://www.prohealth.com/library/showar ... Ginmg.uxfs
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von LinLina »

Hallo :-)

ich bin gerade zufällig auf einen kurzen Artikel in der Ärztezeitung aus dem Jahr 1988 gestoßen den ich interessant finde, weil er mehrere Aussagen wiedergibt, die ziemlich verharmlosend sind und ähnlich klingen wie die Verteidigung der SSRI heute.

https://www.aerzteblatt.de/pdf/85/1/a24.pdf

Es geht darum, dass sich der Hersteller von Tavor gegen die Nennung des Produktnamens in der Berichterstattung wegen des Barschel-Todesfalles wehrt (Hervorhebungen von mir).
Mit ihrer Presseverlautbarung über die Medikamentenabhängigkeit des früheren Kieler Ministerpräsidenten Uwe Barschel habe die Lübecker Staatsanwaltschaft gleichzeitig gegen mehrere Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches, des Landespressegesetzes und der Richtlinien der Landesjustizminister über öffentliche Erklärungen von Staatsanwaltschaften sowie gegen ein Urteil des Bundesgerichtshofes verstoßen. Dies erklärte der Rechtsberater des Arzneimittelherstellers Wyeth, RA Doepner, in einer Fachpressekonferenz. Wyeth ist Produzent von Tavor®, von dem Barschel
in der letzten Zeit bis zu 10,4 mg täglich genommen haben soll (die höchstzulässige Dosis ist unter stationären Bedingungen 7,5 mg).

Der Anwalt beanstandete, daß die Staatsanwalt den Handelsnamen genannt habe, obwohl die Angabe „Lorazepam" oder „ein Benzodiazepin" genügt hätte. In der Roten Liste gibt es fünf Lorazepame und insgesamt etwa 50 Benzodiazepine, und die sind alle in ihrer Wirkungsweise prinzipiell gleich; auch die Abhängigkeitsprobleme sind nicht unterschiedlich. Stellvertretend für alle Hersteller hat Wyeth jetzt aber, wie Prokurist Gastmeyer sagte, „den Schaden zu tragen". Patienten, die Tavor® verschrieben bekommen, sind verunsichert, weil sie ähnliche Persönlichkeitsveränderungen bis zum Kriminellwerden befürchten, wie sie das von der Lübecker Staatsanwaltschaft mitgeteilte Gutachten beschrieben hat. Dieses Gutachten selbst kennt man bei Wyeth nicht; seinen Inhalt konnte man bisher nur aus Zeitungsmeldungen rekonstruieren.

Das aber, was auszugsweise aus dem Gutachten bekannt ist, wurde in der Pressekonferenz von den Psychiatern Prof. Beckmann (Würzburg), Prof. Burchardt (Hamburg) und dem Frankfurter Pharmakologen Prof. Mutschier hart kritisiert.
Es gebe nur wenige beschriebene Fälle von primärer Benzodiazepin-Abhängigkeit, obwohl die Präparate das Potential dazu besitzen (und weshalb das Absetzen auch ausschleichend erfolgen sollte). Die anxiolytische Wirkung aber trete vornehmlich nur bei neurotischen oder psychotischen, also krankhaften Ängsten ein, nicht aber bei „realen", objektiven Ängsten, der Furcht vor konkreten Gefahren.
Benzodiazepine euphorisieren auch nicht. Vom „Herabsetzen der Hemmschwelle" könne deshalb nicht die Rede sein — dies sei vielmehr beim Alkohol der Fall.

Die Frage, ob Benzodiazepine zum Suizid anregen könnten, wie es das Gutachten behauptet, beantwortete Prof. Beckmann mit einem eindeutigen Nein. Unter therapeutischer Dosierung könne es zu einer Verstärkung vorhandener Persönlichkeitsmerkmale kommen; bei hoher Überdosierung seien paradoxe Reaktionen möglich.


Im übrigen wies der Pharmakologe darauf hin, daß die Benzodiazepine „synthetische Gewebshormone des Gehirns" seien, die mit natürlich vorhandenen Rezeptoren reagieren — deren natürliche Liganden kennt man allerdings noch nicht. Insofern kann man Vergleiche mit den Endorphinen und Endokinen ziehen. Und Prof. Burchardt betonte, die Benzodiazepine seien das letzte Glied einer Kette von Beruhigungsmitteln, die aber die unerwünschten und gefährlichen Eigenschaften ihrer Vorgänger, wie beispielsweise Brom oder die Barbiturate, nicht aufwiesen.
lg Lina
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Tja, Verharmlosung und vereinfachte Aussagen:
Vor Antidepressiva muss man sich nicht fürchten“
Beim Gesundheitsfrühstück der Kleinen Zeitung klärten Psychiater Dietmar Bayer und Apothekerin Alexandra Mandl Vorurteile rund um das Thema Depression auf.

„Nein, Antidepressiva machen nicht abhängig und sie verändern auch nicht die Persönlichkeit.“ Damit räumte Psychiater Dietmar Bayer gleich mit zwei der häufigsten Vorurteile rund um die Therapie von Depressionen auf.

„Die Depression ist behandelbar“, sagte Bayer. Aber es brauche manchmal Geduld: „Die Medikamente brauchen Zeit, bis sie wirken. Leider sind die Nebenwirkungen manchmal schon früher spürbar“, sagte Apothekerin Mandl. Übelkeit, Mundtrockenheit oder Schlafstörungen können auftreten - „doch diese verschwinden bei längerer Einnahme wieder“, sagte Mandl. Was Patienten auf keinen Fall tun sollten, ist, die Medikamente eigenhändig abzusetzen oder die Dosis selbst zu verändern! „Es braucht einen gleichmäßigen Spiegel im Blut, damit die Medikamente wirken können“, sagte Bayer.

„Bewegung ist ein wichtiger Teil der Therapie“, unterstrich Bayer. Auch Psychotherapie und eine soziale Begleitung gehören zu einer Behandlung von Depressionen. Damit das aber überhaupt möglich sei, müsse zunächst die Balance der Botenstoffe im Gehirn wiederhergestellt werden.
http://www.kleinezeitung.at/lebensart/g ... t-furchten
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Kaulquappe 411 »

Ach du Schreck, immer noch kein bisschen Fortschritt, immer die alte Leier. Nee, nee, mit mir nicht mehr, ist unverantwortlich, dass die Menschheit weiterhin für dumm erklärt wird.

Bild
Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, Tendovaginitis an den Füßen
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!
KG 170 g
22 Kügelchen
Seit dem 15. August 2018 auf NULL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Arianrhod
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Arianrhod »

O wie froh macht mich Depot..... :o
Auch wenn die Fortschritte einem manchmal langsam erscheinen, so hat sich doch viel getan in der Behandlung schizophrener Frauen und Männer.


Eine Abendsprechstunde für Patienten mit Depot-Neuroleptika anbieten zu müssen, weil diese es auf Grund ihrer Arbeitszeiten nicht anders einrichten können, ist ein gutes Zeichen.
Aha, Patienten mit den neuen Depotmedikamenten sind also in der Lage, ihren Beruf auszuüben, schön , dachte ich - es wurde nachgehakt.
Die ehrliche Antwort des Arztes lässt für mich die Situation allerdings etwas anders relativieren:

Einige unserer Depot-Patienten sind in EU-Rente, einige arbeiten ehrenamtlich oder auf 450€-Basis, aber es gibt auch einige, die in ihrem erlernten Beruf tätig sein können. Da sehe ich durchaus einen Fortschritt in den letzten 10 Jahren.
http://news.doccheck.com/de/blog/post/4 ... lock=22815

auch bitte die Kommentare lesen.
[spoil]2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Ich weiß mittlerweile 2019 , dass ich Asperger- Autistin bin .
Murmeline
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

SWR Odysso über die Deutsche Depressionshilfe
17.11.2016 im TV

Wie die Kampagne wirkt
Menschen mit Depressionen können sich beim Bündnis gegen Depressionen über Hilfsangebote informieren. Kritiker sehen die Gefahr, dass sich Gesunde danach für krank halte

Deshalb und auch aus anderen Gründen gibt Stimmen, die die Ausrichtung der Depressions-Kampagne kritisch sehen. Für die Veranstalter geht es in den Augen des Soziologen und Psychiaters Fritz B. Simon viel zu sehr darum, eine niedergeschlagene Verfassung und schlechte Gefühle als eine Krankheit darzustellen: „In dem Moment, wo ich eine Diagnose habe, verändere ich mein Selbstbild. Dann heißt es: ‚Ich bin krank’. Dann gebe ich gewissermaßen die Verantwortung ab und deponiere die bei Ärzten. Das ist eigentlich das Fatale an der medizinischen Sicht auf psychisches Leid.“
Dennoch sind die Wuppertaler davon überzeugt, eine sehr wichtige Arbeit zu leisten. Ziel ist es, über Depressionen aufzuklären, damit sich Betroffene schneller helfen lassen. Die Gabe von Psychopharmaka hält man dabei für geboten – und unproblematisch. Im Vortrag heißt es: „Wichtiger Hinweis noch, wenn’s um Medikamente geht: Die Antidepressiva machen nicht süchtig. Es ist ein häufiges Vorurteil dass diese persönlichkeitsverändernd seien beziehungsweise dass sie abhängig machen. Letzteres und auch die Persönlichkeitsveränderung trifft nicht zu.“
Dass diese Angaben wissenschaftlich umstritten sind, wird nicht erwähnt.
http://www.swr.de/odysso/wie-gesundheit ... index.html
siehe auch: http://www.swr.de/odysso/versteckte-int ... index.html

Dazu ein Artikel von Peter Ansari
Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Hegerl erklärt im Interview seine Organisation würde keine Spendengelder von Pharmafirmen annehmen, da sie sonst nicht glaubwürdig wäre. Depressionsforscher Tom Bschor ist skeptisch, da Ulrich Hegerl viele Beraterverträge mit pharmazeutischen Firmen unterhält und seine Empfehlungen über die der ärztlichen Behandlungsleitlinie hinausgehen. Beispielsweise empfiehlt die Deutsche Depressionshilfe Antidepressiva auch bei leichten Depressionen anzuwenden und stellt Antidepressiva als „hochwirksame Medikamente“ dar.
http://www.depression-heute.de/blog/deu ... r-verdacht
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Kimeta »

Ein Beitrag bei Focus-Online: Diese 6 Standard-Medikamente sollten Sie niemals einfach absetzen.

Genannt werden in dieser Reihenfolge:
- Bluthochdruckmittel
- PPI
- Antidepressiva
- Hormone in den Wechseljahren
- Kortison
- Nasenspray

Leider, leider enthält der Absatz über Antidepressiva 1. die Aussage, dass Probleme nach dem Absetzen bedeuten, dass die Depression wieder da ist, 2. werden Probleme, die dann trotz Wiedereinnahme des Medikaments auftreten, folgendermaßen kommentiert: "Die Erfahrung zeigt, dass später das Antidepressivum nicht mehr so gut wirkt, wenn das Medikament wegen eines Rückfalls wieder eingenommen wird.", 3. wird zum Ausschleichen empfohlen, die Dosis tageweise auszulassen und 4. wird suggeriert, dass die medikamentöse Therapie der Depression 3/4 bis 1 Jahr dauert.

Fazit: Der Absatz über ADs enthält alle Aussagen, gegen die das ADFD arbeitet.

Interessant ist auch, dass Antidepressiva als "Standard-Medikamente" bezeichnet werden. Ach so, ja, wir sollen ja die Angst vor ADs verlieren.

Viele Grüße,
Kimeta
- Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
- Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013.
- Aktuell seit 23.12.2021: 0,70 mg

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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Kimeta »

Diese Seite enthält etliche Beiträge mit Erfahrungen und Schlussfolgerungen, die sich mit unserem Wissen decken.

Beispiele:
Antidepressiva treiben die Selbstmordrate in die Höhe
So entwickelt die Pharmaindustrie eine Krankheit
Psychiatrie. Wo sind die Fortschritte?
Psychopharmaka verursachen meist Krankheiten, die sie heilen sollten

Betreiber ist ein Ehepaar, das eine Schmerztherapie-Praxis in der Schweiz betreibt. Es sind keine Ärzte. Die Seite wirkt auf jeden Fall engagiert, sie stellen viele Informationen ein, versprechen keine Heilung und verweisen auf die Notwendigkeit eines begleitenden Arztbesuchs.

Viele Grüße,
Kimeta
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Hallo Kimeta,

verrückter Artikel.

Beim Blutdruckmittel: Pharmakologische Gegenreaktion, die Anzahl der Rezeptoren nehme ab.
Beim PPI: Rebound tritt auf nach körperlichen Veränderungen
Bei Hormonene: ein richtiger Entzug, weil Hormone so viel im Körper beeinflussen, sechs Monate auszuschleichen!
Bei Kortson: Veränderung der Funktion der Nebennieren in der Produktion
Bei Nasenspray: schrittweise absetzen.

Bei Antidepressiva: Absetzen produziert Rückfall und dann wirkt das Medikament nicht mehr.

Tz.

Murmeline
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Serie: Paranoid

Mir wurde erzählt: Es ist eine Krimiserie und es geht um Psychopharmaka. Ein Hersteller von Psychopharmaka hat eine Studie durchgeführt, die nicht erfolgreich war. Es kommt zu einem Busunglück und mehreren Suiziden. Die Firma bringt dann nach und nach alle um, die an der Studie beteiligt waren. Akathisia und akute Entzugszustände/Unverträglichkeiten werde wohl auch thematisiert. Es gibt auch einen Psychiater, der gefälschte Diagnose und Pillen austeilt.

Hier Infos:
https://en.wikipedia.org/wiki/Paranoid_(TV_series)
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Kimeta »

Murmeline hat geschrieben:verrückter Artikel.
Liebe Murmeline,

wie meinst Du das? Sind die Infos zu den anderen Medikamenten ebenfalls zweifelhaft?

Betablocker sind eine gängige Migräneprophylaxe, ich habe sie auch mehrfach erfolglos getestet, von Ausschleichen war nie die Rede. Ich habe keine Probleme bemerkt, habe aber auch einen sehr niedrigen Blutdruck.

Da wir hier einen PPI-Thread haben, erschienen mir die Aussagen zu Punkt 2 glaubhaft

Über 3 müssen wir nicht reden....

Kortison und Nasenspray habe ich selbst auch ausgeschlichen. Kortison musste ich früher öfter nehmen und habe immer über einen sehr langen Zeitraum mit genau der geschilderten Begründung ausgeschlichen, die Aussage war sogar noch dramatischer: man könne die Funktion bereits mit einer einmaligen Kortisonkur dauerhaft zum Stillstand bringen :shock:.

Falls Du irgendwas zu den anderen Medikamenten weißt, würdest Du sie dann bitte kurz kommentieren?

Viele Grüße,
Kimeta
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Moin Kimeta,

nein ich meinte nur, alle Medikamente machen auch wegen körperlichen Anpassungsprozessen Probleme beim Absetzen, außer die ADs, da wird da nicht explizit erwähnt, da gibt es nur die noch drunterliegende Grunderkrankung. War wohl zu kurz, sorry für die Verwirrung.

Murmeline
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Unser Hilfesystem steckt quasi noch in den Kinderschuhen. Seelische Erkrankungen sind oft sehr komplex und gar nicht so weit erforscht, wie man im Allgemeinen annimmt. So sind die oft so hoch gelobten und sehr schnell verschriebenen Antidepressiva nicht so spezifisch einsetzbar, wie sie sein müssten, um effizient helfen zu können.

Bekommt man Antidepressiva verschrieben, folgt meist eine längere Phase des Ausprobierens. Zuerst wird durch Schlucken einer kleinen Dosis getestet, ob das Antidepressivum überhaupt irgendeine positive Wirkung hat, die im Übrigen bei jedem anders sein kann und meistens nicht ohne Nebenwirkungen auftaucht. Dann wird mit der Dosis herumexperimentiert. Mal mehr, mal weniger, um herauszufinden, was gut wirkt.

Oft sind die Nebenwirkungen so stark, dass gleich das nächste Antidepressivum ausprobiert wird. Dann geht das Spiel mit der Dosis von vorne los. Solange bis man endlich etwas Passendes gefunden hat oder aufgibt, weil die Wirkung nicht die ist, die man sich erhofft hat, oder man die Nebenwirkungen nicht in Kauf nehmen kann.

Das ist zurzeit ein geläufiger Ansatz, um Menschen mit Depressionen zu helfen. Aber Depressionen oder andere seelische Erkrankungen haben nicht nur eine körperliche Komponente, die es zu bewältigen gilt. Viel mehr geht es um Alltagsprobleme, um das Miteinander. In puncto Medikamente geht es oft auch um die Frage der Selbstbestimmung.
https://www.taz.de/Seele-in-Trauer/!5358170/
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Arianrhod »

Murmeline hat geschrieben:

. Zuerst wird durch Schlucken einer kleinen Dosis getestet, ob das Antidepressivum überhaupt irgendeine positive Wirkung hat, die im Übrigen bei jedem anders sein kann und meistens nicht ohne Nebenwirkungen auftaucht.
https://www.taz.de/Seele-in-Trauer/!5358170/
Eine kleine Dosis zum Testen, wer macht das? Meiner Erfahrung nach verfahren viele Psychiater nach der Devise "VIEL HILFT VIEL". Und wenn das AD keine positive Wirkung hat, dann ist der Patient nicht compliant/ beratungsresistent/ unwahrscheinlich krank - und bekommt als add-on noch ein Neuroleptikum oder ein anderes AD mit draufgepackt.

liebe Grüße Arian
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http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
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Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

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