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 ! Nachricht von: Oliver

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Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

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Tavor

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
moppel
Beiträge: 4
Registriert: 03.01.2004 09:30
Wohnort: NRW

Tavor

Beitrag von moppel »

Hallo,
ich bin neu hier,Habe gestern Abend das erste Mal in diesem Forum gestöbert.Es gefällt mir sehr gut.Ich möchte mich kurz vorstellen.Ich bin weiblich, 28 Jahre alt, lebe in Scheidung und habe 2 kleine Mädchen(2 Jahre+5 Jahre).Ich lebe in einer neuen Beziehung, die bis auf meine "Krankheit" vollkommen glücklich ist.
Im Oktober fing es das erste Mal an:Ich fühlte mich irgendwie krank, legte mich zu Hause ins Bett, die Kinder waren bei einer Freundin.Plötzlich bekam ich Hitzewellen durch den ganzen Körper, Schweißausbrüche,mir wurde heiß und kalt, mein Herz raste wie verrückt,ich dachte, daß ich jeden Moment umfallen würde.In meiner Panik rief ich den Notarzt an, der mir nur sagte, ich solle nachmittags(Mittwoch) um 16.00 Uhr in die Sprechstunde der Klinik fahren.Meine Mutter kam zu mir und ich nahm erst einmal Korodin Herz-Kreislauf Tropfen.Es ging mir ein bißchen besser.Am nächsten Tag fuhr ich zum Arzt, der eine Bronchitis feststellte, mit leichter Lungennetzündung.Ich bekam Antibiotika und Schmerztabletten.Aufgrund der Diagnose hörte ich für ein paar Tage auf zu rauchen.Nach ein paar Tagen(ich bekam meine Periode) ging es mir besser.Ich ging wieder arbeiten.Zitterte zwar noch ein bißchen und war leicht reizbar, aber ich schob es auf Entzugserscheinungen wegen dem Rauchen.Ich fing wieder an zu rauchen und es ging mir besser.Genau einen Monat später bekam ich das gleiche wieder.Ich ging zum Internisten, der mich auf den Kopf stellte,es wurde alles gemacht:Schilddrüse, großes Blutbild, Ultraschall aller Organe.Alles war in Ordnung.Weiter ging ich zum HNO Arzt und zum Kardiologen.Bei allen war alles ok.Alle Ärzte fragten mich ob ich viel Streß hätte.Oh ja den hatte ich.Ich war 1 Jahr lang von morgens bis abends(ca 22.00Uhr arbeiten, mir fehlte Zeit um einkaufen zu gehen.Und sonntags mußte ich dann die WOhnung machen,Wäsche waschen und bügeln von 4 Personen)Und wieder bekam ich meine Periode.Erst da kam meine Mama auf die Idee, daß es etwas mit meinen Hormonen zu tun hätte.Meine Beschwerden seien typische Wechseljahrsbeschwerden.Ich ging zum Frauenarzt, der meinte sofort Bescheid zu wissen und gan mir ein pflanzliches Präparat(Biofem)bei Menstruationsproblmen.Er sagte daß ich bei meiner nächsten Periode mit einer speziellen Pille anfangen sollte(Cyclosa), die meinen Hormonhaushalt wieder regulieren sollte.Es handele sich um PMS(Prämenstruelles Syndrom)Mein Zustand wurde aber schlimmer,ich steigerte mich so darein,weil ich immer wieder dachte, ich hätte eine schlimme Krankheit.Ich bekam einen dicken Kloß im Hals meinte ich bekäm keine Luft mehr,das Herz raste weiterhin,ich bekam nichts mehr auf die Reihe.Meine Kinder konnte ich nicht mehr alleine versorgen.Ich ging wieder zum Arzt(Internist)Er verschrieb mir Tavor.Ich hatte mich die erste Zeit geziert sie zu nehmen, aber es ging nicht mehr anders,so nahm ich mal eine wenn garnichts mehr ging.Es pendelte sich ein, daß ich seit dem 24.11.03 täglich eine nahm.Es gab Tage da klappte alles besser und es gab Tage an denen ich so aufgeben wollte.Meine Beziehung litt, meine Mutter nervlich am Ende und meine Kinder permanent bei anderen Leuten.Ich fuhr bei einer nächsten Panikattacke in Krankenhaus, der Notarzt verschrieb mir Atosil, er meinte es wäre besser als Tavor und mache nicht abhängig.Ich nahm abends 10 Tropfen und merkte dofort die Sedierung.Ich schlief wunderbar, aber bis zum nächsten Mittag konnte ich nicht richtig sehen, laufen oder sprechen.Ich schmiß das zeug weg und nahm wieder Tavor.Dann kam ich auf einen Heilpraktiker, der mir Zinkum-Valerianicum und Baldrian Novo(200mg) verordnete.Das Zinkum sei sehr bewährt bei solchen Zuständen.Es war kurz vor Weihnachten und ich begann mit dem Zinkum.Mein Allgemeinbefinden verbesserte sich nach ca 4-5 Tagen.Ich war nicht mehr so depressiv, ging viel spazieren, mittlerweile auch in psychologischer Behandlung.Aber es ging mir wie immer nicht schnell genug und immer wieder hatte ich im Hinerkopf, daß ich von dem Tavor wegwollte.Ich fuhr am Samstagnachmittag mit meiner Mutter in die psychatrische Ambulanz.Sie verschrieb mir Remergil.Ich nahm abends 15mg und konnte die erste Nacht wieder richtig gut schlafen.Am nächsten Tag war ich zwar ziemlich benommen,aber total ruhig, brauchte bis 16.00 Uhr keine Tavor, konnte nicht richtig sehen, habe aber den ersten Tag nach einiger Zeit wieder Elan gehabt.Ich räumte die ganze Wohnung auf und machte und tat.Abends nahm ich wieder 15mg.Der nächste morgen war ganz anders.Ich war benommen und total unruhig.Zittrig und mir war wieder total schlecht.Der Hammer, ich hatte keine Kontrolle über meine Blase.Ich wollte duschen gehen und beim ausziehen lief mir der Urin die Beine runter, ohne daß ich das richtig merkte.Ich nahm das Scheißzeug nicht mehr und beschränkte mich wieder auf Tavor.Ich kann mittlerweile wieder normale Dinge tun, wie einkaufen gehen oder mich mit anderen Leuten unterhalten etc.Alles Dinge die vor 2-3 Wochen unmöglich waren.Es geht mir zwar nicht richtig gut, aber ich habe eigentlich nur noch morgendliche anlaufschwierigkeiten, einen trockenen Mund und diesen komischen Kloß im Hals.Nur was ich einfach noch nicht schaffe ,sind beide Kinder auf einmal.Das ertrage ich ohne Tavor nur 2-3 Stunden, dann muß ich sie wieder abegeben.Aber vorher ging es garnicht, auch das ist ein Fortschritt.Ich fahre am Mittwoch zur Mutter-Kind-Kur.Davon verspreche ich mir sehr viel.Möchte auch in der Kur versuchen das Tavor zu reduzieren, bzw abzusetzen.Ich nehme z.Zeit 1-2 Tabletten pro Tage(also 1-2mg).Ausgelöst wurde mein Zustand übrigens, als meine kleine Tochter mit Verdacht auf Epilepsie ins KH kam, es wurde allerdings nichts festgestellt,Sie haben alle Untersuchungen gemacht:EEG,EKG,MRT,Blutabnahnme etc.
Hat irgendjemand hier ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich, oder Erfahrungen mit Tavor in dieser Dosierung(mein Arzt hat mir versichert, daß ich bei dieser niedrigen Dosierung keine Angst haben muß, auch über ca 5 Monate nicht.Ich nehme Tavor jetzt seit dem 24.11.03, also noch keine 2 Monate und ich hoffe, daß das Zinkum, welches seine komplette Wirkung, weil es ja homöopatisch ist, erst nach ca 2-6 Wochen komplett erreicht hat, immer besser wirkt.
So daß war für den Anfang eine ganze Menge, aber ich denke man kann alles besser verstehen, wenn man den kompletten Verlauf eines Menschen kennt.Ich habe bestimmt noch etwas vergessen, aber das Wichtiste müßte drinstehen.

Lieben Gruß an alle und ich freue mich auf eure Anregungen
Moppel :lol:
Linda
Gründer
Beiträge: 654
Registriert: 06.10.2003 11:46
Wohnort: Ravensburg/N. Devon, UK
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Beitrag von Linda »

Hallo Moppel,

willkommen im Forum. Du hast in letzter Zeit wirklich eine Menge mitgemacht - eine Scheidung, eine neue Beziehung, die Belastung mit 2 kleinen Kindern - in solchen Fällen kommt man selbst immer zu kurz, das ist klar. Ich denke, in der Mutter-Kind-Kur wirst Du mit Hilfe der Therapeutinnnen wieder etwas Abstand zum Alltag gewinnen, alles aus einem etwas anderen Blickwinkel sehen und Dein Leben ein Stück weit wieder in Griff bekommen können. Die Medikamente können wirklich nur eine Unterstützung sein, sie verändern Lebensumstände nicht - das muß man selbst machen.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute.

Linda
Astrid
Beiträge: 313
Registriert: 26.11.2003 18:02
Danksagung erhalten: 1 Mal

Beitrag von Astrid »

Hallo Moppel,

ähnlich wie du leide ich unter Panikattacken und Depressionen nach einem Überlastungs-Crash. Seit Mai 2002 werde ich neben einer Therapie mit Paroxetin behandelt. Das Jahr 2004 wird mein Ausschleichejahr werden.
Am Anfang hat mir mein Neurologe 5 Tabletten Tavor 0,5mg gegeben, um für alle Fälle was zur Beruhigung zu Hause zu haben. Er riet mir zum behutsamen Umgang mit dem Medikament, da es abhängig machen könne. Ich will dir keine Angst machen, die du nicht schon selbst hättest, aber ich möchte dir raten und mit dem unten angegebenen link die Möglichkeit geben, dich über Tavor ausführlicher zu informieren.
Ich habe Tavor ingesamt zweimal genommen und zwar in dem ich eine Tablette halbiert habe. Die 4 anderen habe ich vor lauter Respekt vor Tranquilizern nie genommen.

Tavor bzw. der Wirkstoff Lorazepam gehört zur großen Valium-Gruppe zu den Tranquilizern. Über deren Potential abhängig zu machen, kannst du unter diesem link das meiste erfahren:
http://www.btonline.de/krankheiten/such ... ise01.html

Zu dem was ich über dich in diesem sehr geschätzten Forum lesen konnte, möchte ich dir meinen spontanen Eindruck schildern.
Es ist kein Wunder, sondern vielmehr eine logische Schlussfolgerung des Lebens, dass du mit Panikattacken reagierst. Wer würde die in deiner Situation nicht haben? Wer würde diese körperliche, berufliche, familiäre, psychische und emotionale Dauerbelastung auf Dauer bestehen?

Vor allem ist die wichtigste Frage scheinbar noch offen oder noch gar nicht gestellt.
Wo sind Alternativen? Welche gibt es?
Wo und wann ist Licht am Horizont zu sehen?
Wo willst du hin - mit dir - und mit deinen Kindern?
Was ist dein Ziel?
Was brauchst du, um dein Ziel zu erreichen?

Ich wünsche dir, dass du mit Antworten auf solche oder dir naheliegendere Fragen die nächsten Schritte in eine gesundere und glücklichere Zukunft findest.

Mit herzlichen Grüßen
von
Astrid
moppel
Beiträge: 4
Registriert: 03.01.2004 09:30
Wohnort: NRW

Beitrag von moppel »

Hallo Astrid,

vielen Dank für deine Antwort.
Also mir geht es wirklich schon viel besser.Ich nehme ja nicht nur Tavor, sondern auch homöopathische und rein pflanzliche Mittel, die ja nun ihre Zeit brauchen um zu wirken.Aber das tun sie langsam.Heute war der erste Tag an dem ich meine Kinder den ganzen Tag wieder zu Hause hatte und habe trotzdem meine Tavor Dosis angefangen zu reduzieren.Es hat alles geklappt.Das wichtigste ist der eigene Wille, den ich in den letzten Wochen leider ein wenig verloren hatte.Doch von Natur aus habe ich einen sehr starken Willen, muß alles sofort gehen, mit dem Kopf durch die Wand :-))
So blöd sich das anhört, aber ich habe es immer geschafft.Ich werde am Mittwoch mit meinen Kindern nach Rügen zur Kur fahren und in der Kur werde ich langsam, aber sicher die Tavor ausschleichen lassen.Jeden 5. Tag um eine halbe Tablette dosieren.Und das werde ich auch schaffen.
Ich habe mir deinen Link angeschaut, ja Tavor ist sehr verrufen, aber wie auch dort zu lesen ist, bei einer Niedrigdosierung, erst nach 6 Monaten mit einer Abhängigkeit zu rechnen.Viel niedriger als ich es nehme geht es fast nicht, dann wäre es schon homöopathisch.
Jeder Mensch reagiert auch auf jedes Medikament anders.Ich habe ja auch andere verucht, aber mit Tavor werde ich es schaffen mein Leben wieder neu zu starten, bzw dann ohne Tavor :-))
Zu deinen Fragen:

Alternativen: ich werde nicht mehr jeden Tag in die Firma fahren, nur noch 2-3 x die Woche bis 15.00 Uhr.Dann werde ich den Rest des Tages mit meinen Kindern und meinem Haushalt ausfüllen.

Licht am Horizont:
Der 7.01.2004, mein Start in die Kur

Ich will mit meinen Kindern ein schönes Leben führen.Nach meiner Mutter-Kind-Kur werden wir wahrscheinlich noch für 2 Wochen nach Lanzarote fliegen, oder ich mit meinem Mann alleine nach Barbados.Mal schauen.

Ja Ziele habe ich und erreichen werde ich sie auch.Brauchen tue ich dazu nur meinen eigenen Willen und meine Kraft.

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort
und liebe Grüße Moppel
Oliver
Gründer
Beiträge: 11072
Registriert: 10.10.2003 23:58
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Danksagung erhalten: 420 Mal

Beitrag von Oliver »

Hallo Moppel.

Willkommen im Forum :)

Ich hoffe die Kur tut Dir gut. Es klingt zwar ziemlich übel was Du hinter Dir hast, aber für die Zukunft sieht es doch ganz gut aus, oder?

Was das Tavor angeht: klar kann das abhängig machen, aber man kann auch aus allen Abhängigkeiten wieder rauskommen. Die meisten Leute die heute SSRIs (Paroxetin, Fluctin, etc.) verschrieben bekommen, hätten vor 20 Jahren Valium, Tavor und Co. verschrieben bekommen. Heute ist es verrufen, weil es abhängig macht - wie mir scheint hat man da den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben, weil sich eine noch viel fiesere Variante der Abhängigkeit bei den SSRIs herausgestellt hat - die wird nur bis heute von vielen Ärzten ignoriert/missinterpretiert. Du weisst wenigstens auch offiziell was für ein Risiko Du mit Tavor eingehst, wenn Du es zu lange nimmst und kannst auf eine langjährige Erfahrung mit Benzodiazepinentzügen zurückgreifen, falls es doch so weit kommen sollte. Das ist nicht ironisch gemeint, sondern wirklich ein Vorteil - vielleicht ist es Dein Glück, daß Du Remergil nicht verträgst ... es gibt hier wohl mittlerweile einige die Dir ein mehrstimmiges, vielstrophiges Lied davon singen könnten wie eklig es sein kann ohne ärztliche Unterstützung so was absetzen zu müssen ohne überhaupt zu wissen was auf einen zukommen kann.

Ich wünsche Dir alles Gute
Oliver
CloneX
Gründer
Beiträge: 1165
Registriert: 10.10.2003 17:01
Wohnort: Deutschland :)
Danksagung erhalten: 20 Mal

Beitrag von CloneX »

Zu locker würd ich das mit dem Tavor aber auch nicht sehen. Die Gefahr davon abhängig zu werden ist glaube ich immer noch größer als von SSRI.
Gesperrt