Hallo ihr lieben Leidensgenossen!
Nach 2 Jahren melde ich mich hier erst wieder, da mir von allen Seiten (Ärzten) eingeredet wurde, meine Symptome seien psychischer Natur. Absetzsymptome gibt es nach so langer Zeit nicht. Nach erneuter organischer Untersuchungsodyssee (MS wurde ausgeschlossen!!) konnte keine Erkrankung diagnostiziert werden. Außer, dass ich ein Leaky Gut (durchlässiger Darm) habe. Wird vom HP behandelt.
Ich bin so verunsichert, da alle Ärzte behaupten, sie hätten noch nie Patienten mit solchen Absetzproblemen gehabt. Auch diejenigen unter Ihnen, die ich für sehr aufrichtig und ehrlich halte!! Hinzu kommt, dass ich hier praktisch niemanden gefunden habe, der die gleichen Beschwerden (Kopfgefühl) schildert wie ich sie habe. Nach wie vor habe ich mit durchaus vorhandenen Fenstern dieses widerliche Gefühl im Kopf (und Vieles mehr), das sich so schwer beschreiben lässt. Zu der Einnahme des Sertralins (Sommer 2011) bin ich gekommen, da ich nach der Geburt meines Kindes Schlafentzug hatte (Stillprobleme Tag und Nacht) und Krankheitsängste hatte. Diese Ängste sind vorbei, seitdem ich nicht mehr stillte und ich wieder durchschlafen konnte (Winter 2011). Niemals aber hatte ich in dieser Zeit die Probleme, die ich jetzt habe.
Nun haben mit alle Ärzte aber immer wieder gesagt, dass es nicht an einem abgesetzten AD liegen kann, so habe ich gedacht es muss eine andere Erkrankung sein und habe mich seit 2014 auf die Suche gemacht aber eben nichts außer dem kaputten Darm gefunden. Die operativ entfernte Hirnblutung kann auch nichts damit zu tun haben. Seit dem letzten Jahr wurde aus meiner Krankschreibung nun eine Dienstunfähigkeit, was mich sehr belastet, da ich meinem Beruf als Lehrerin sehr gerne nachgegangen bin.
Symptome seit 2014 (also meinem letzten Eintrag) in Schüben aber eigentlich ist immer irgendwas:
wiederliches Gefühl im Kopf (Druck mit schwummrigem Gefühl als wenn das Gehirn sich teilweise ausschaltet; nicht nur Konzentrationsschwäche; Druck auf Schädeldecke und Ohren). Meine Beschreibungen treffen irgendwie nicht die Heftigkeit, da mein Körper dann völlig außer Gefecht gesetzt ist. Meist kann ich dann nur noch wimmern. Dieser Zustand kann nur kurz oder Tage anhalten. Das ist für mich das Allerschlimmste!!!!!!!!!!
abnorme Müdigkeit (kommt und geht überfallsartig); dann falle ich fast um
heftige Reaktion auf Gabe von Magnesium mit extreeeeeemer Müdigkeit, hat mir kein Arzt geglaubt, habe ich aber sehr gründlich ausprobiert. Mein Blutdruck ist schon sehr niedrig ich denke aber das ist nur eine meiner Ideen, dass er dadurch evt. noch weiter in den nicht mehr tollerrierbaren Bereich abrutscht
Schwindel
Kribbeln (punktuell nicht flächig!) wie von Brenessel; fühlt sich elektrisch an
Kitzeln/ Kribben in Wirbelsäule
Faszikulationen (einzelne Muskelfasern zucken) überall im Wechsel auch Zunge
ständig dichte Nebenhöhle einseitig
ständig das Gefühl krank zu werden
Gelenkschmerzen/Muskelschmerzen
Sehstörungen
Augen brennen (Geleeartiges im Auge, wie Allergie)
Jucken teilweise Ausschlag im Gesicht (Stirn u. Augenlider)
Ich habe bestimmt noch einiges vergessen aufzuzählen außerdem merke ich, wie schlimm mein Beitrag verfasst ist. Ich bitte um Entschuldigung, da mich derzeit wieder mein Kopfsymptom im Bann hält.
Meine Hochachtung vor euch, dass Ihr so kontinuierlich im Forum am Ball bleibt und dieses Forum am Leben haltet. Es hat mir wieder sehr geholfen von den vor allem Langzeitentzügen zu lesen, da ich ja offensichtlich mit meinen 4 Jahren auf 0 auch dazugehöre. Wenn ich nicht meine Kinder hätte, die ich zwar leider kaum noch versorgen kann aber trotzdem ja um mich habe, wüsste ich nicht ob ich so lange durchgehalten hätte. In meinem Umkreis weigern sich nicht nur die Ärzte an Absetzsymptome zu glauben, daher lebe ich ziemlich isoliert, da ich die Psychoschiene nicht mehr ertragen kann. Alle, auch Freundinnen, die es sicherlich gut meinen, sind der Meinung, wenn der Arzt nichts findet, dann ist es psychisch. Somit verlangt auch jeder, dass ich meine Beschwerden versuche auf dieser Ebene zu bekämpfen. Das ist sehr anstrengend, da ich es nicht leisten kann, auch nicht ihnen zu Liebe. In mir kommt dann immer so eine ohnmächtige Wut auf, da ich ja nie in der Lage sein werde, es ihnen zu beweisen, dass es an dem AD liegt/lag. Immer wieder diese Fragen: In welchen Situationen tritt denn das Gefühl im Kopf ein? Hatten Sie Stress? Was macht es besser?
Ich kann dann nur immer wieder sagen: Es tritt auf, wenn es auftreten will!!!! Und nichts macht es besser, höchstens besser aushaltbar. Z.B. wenn ich dann das machen darf, was mir gut tut z.B. mich einfach hinzulegen, wenn mir schwindelig ist und nicht Spazieren zu gehen weil ihr es wollt!!!
Wie habt ihr es geschafft, Menschen davon zu überzeugen, dass es Absetzsymptome sind? Einmal hebe ich meinen Mann dazu bekommen hier einen Beitrag zu lesen um mir zu glauben. Da zeigt er auf die Diagnose eines Beitragsschreibers und sagt: Der hat vorher eine Angst- und Panikstörung gehabt, wieso glaubt der jetzt, dass seine Symptome wie Herzrasen, Unruhe, hoher Blutdruck u.s.w. jetzt plötzlich am Absetzen des Medikaments liegen und nicht mehr an seiner Grunderkrankung?
Tja, was sollte ich da sagen?
Man braucht einfach viel Kraft, die ich aber nicht mehr habe. Ich habe mir eine Psychologin gesucht, die mir bei der Bewältigung der Symptome helfen sollte. Jetzt dürft ihr mal raten, was sie in die Diagnose geschrieben hat!!!
Richtig: SOMATISIERUNGSSTÖRUNG
Viel Kraft wünscht euch
Tanja