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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


*aaaahhh* Absetzen und der alltägliche Wahnsinn

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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Verrückte
Beiträge: 27
Registriert: 18.12.2003 22:33

*aaaahhh* Absetzen und der alltägliche Wahnsinn

Beitrag von Verrückte »

Hallo!

Es ist wohl etwas schwieriger, aber ich halte mich kurz: ich habe eine Dissoziative Identitätsstörung. Die Psychotante hat die unterschiedlichsten Psychopharmaka verordnet und raffte es auf keinem Auge. Letztendlich 15kg schwerer, 1/2 Jahr später und mit den Nerven zuende, weil die Bulimie wiederkommt, musste das jetzige Zeug abgesetzt werden.

Zuerst das Doxepin (am Abend 25 mg). Abrupt vor ca. 4 Wochen abgesetzt. War heftig, aber ging noch. Leider treibt das Paroxetin das ganze System in den Wahnsinn. Erst gab es Schweissausbrüche, dass es nicht auszuhalten war. Ich wurde von der Frau zum Neutrum ohne jegliche sexuellen Bedürfnisse, geschweige denn überhaupt etwas in der Richtung.

OK, das musste auch abgesetzt werden. Das Gewicht treibt mich noch zum Wahnsinn. *kotz* (<- im wahrsten Sinne des Wortes)

also eben auf die "übliche" Tour: jeden 2. Tag nur noch die Dosis (20 mg), dann irgendwann ganz weggelassen. So und jetzt ist der Haufen am Dampfen. Stromschläge, Dauerdurchfall, Kotzübel, Selbstverletzung, Panikattacken, Suizidal, eben alles was man sich so an psychischen Leckereien frisch vom Gabentisch der Alpträume vorstellen kann.

Ich kann und will bald nicht mehr! Nungut, wozu gibts die Psychotante, die den Müll verordnet hat? Dort vorbeigeschlichen und ihre Reaktion? Sie hat mich regelrecht rausgeschmissen mit der Bemerkung dass ich nicht mehr zu kommen brauche und dass ich ja einen Therapeuten hätte (ja, habe ich).

Ich halts nicht mehr aus!!! Hilfe! Bitte, weiss jemand, was ich machen kann? Nachts fahre ich Achterbahn, an Schlaf ist nicht zu denken, tagsüber könnte ich gleich die Wände einrennen und meiner psychischen Störung ist das nicht gerade zuträglich!

Ich bin kurz davor die Segel zu streichen. Heute ganz besonders, als ich aus der Praxis dieser inkompetenten "Dame" rauskam (<- meine Gedanken, die nahezu an Mordgelüsten grenzen, behalte ich bei mir, aber jemand mit geeignet großer Fantasie möge sich einfach einen schicken Splattervideo vorstellen *argh*).

die Verrückte
Linda
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Beitrag von Linda »

Hallo, willkommen im Forum.

Die "einen Tag weglassen" Methode ist leider sehr verbreitet und verursacht recht oft die Beschwerden, die Du beschreibst.
Ich würde sofort wieder auf 20 mg täglich gehen. Hast Du die Absetzpläne auf der Hauptseite www.antidepressiva-forum.de im Infopaket unter "medizinische Infos" gelesen? Wenn nicht, lese sie in Ruhe durch, hole Dir die Seroxat-Suspension und setze nach den Plänen ab.

Falls Du noch Fragen hast, melde Dich.

Ach ja - suche Dir auf jeden Fall einen anderen Arzt oder eine andere Ärztin - die taugt ja wirklich nichts.

Liebe Grüße

Linda
Hoschi
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Beitrag von Hoschi »

Hi,

ich kann Dir leider nichts zu deiner Lage schreiben. Ich kann nur zu der Psychotante sagen:
"Vergiss sie und such Dir sofort eine andere Ärtzin oder Arzt".
Es gibt bei den Medizinern leider viel zu viele Dilettanten. Ich habe mehr als 5 Ärzte besucht, bis mir endlich einer sagen konnte, dass ich Depressionen habe. Unter den 5 Ärzten war auch so ein Psychoonkel. Ich habe das Gefühl, dass in Deutschland einfach jeder armselige Student sein Dr. bekommt, egal was er kann. Z.b. dauert eine Dissertation bei den Medizinern in der Regel ca. ein halbes Jahr. In der Zeit kann man nichts lernen. Bei uns Ingenieuren dauert eine Dissertation über drei Jahre. Das sagt doch schon vieles aus. Ich möchte hiermit nicht sagen, dass alle Mediziner Dilettanten sind. Ich möchte nur damit sagen, dass man nicht glauben soll, dass wenn man einen Dr.med. vor sich hat, dass man ihm alles glauben soll. Und heilig sind sie allemal nicht!

Ich hoffe ich konnte Dir helfen.
Hoschi
Verrückte
Beiträge: 27
Registriert: 18.12.2003 22:33

Beitrag von Verrückte »

Genau an der Sache mit der anderen Ärztin / dem anderen Arzt scheitert es. Zuviel Vertrauen in diese Leute verloren. Innerhalb von 1,5 Jahren haben 4 (!!!!) Ärzte es schafft mir das Leben mehr oder weniger zu Hölle zu machen. Dabei soll dieser Berufsstand helfen *kotz*

Naja, nicht so tragisch. Hab sie nach wie vor weggelassen. Hab aber dafür, weil ich nachts nicht schlafen kann mir ein Schlafmittel (frei verkäuflich in der Apotheke) geholt. Der Wirkstoff ist ein Antihistaminikum. Nach der ersten ganz brauchbar geschlafenen Nacht (vorgestern) und reichlich Erfahrung mit viel und wenig Schlaf aufgrund von Schlafproblemen, musste ich feststellen, dass es bei mir einen Zusammenhang mit Schlaf/Wach-Rhytmus und der Schlafmenge in Bezug auf die Absetzprobleme gibt. Habe ich sehr wenig geschlafen (also definitiv zu wenig, sowas um die 4 bis 5 Stunden oder noch weniger), dann wirds schlimmer. Mehr Schlaf verbessert die Situation. Leichte körperliche Anstrengung macht es schlimmer, wenn es aber dann stärker wird, wirds besser, also wenn man sich ausgiebig auspowert, hatte ich eine kurze Zeit Ruhe.

Das Schlafmittel half im Übrigen auch. Dieser "Drehkreisel" im Kopf wurde signifikant weniger. Die Stromschläge ebenfalls. Das Mittel hat als Wirkstoff Diphenhydramin-HCL, die Dosis betrug 50 mg (auch empfohlen durch die Packungsbeilage). Ich habe nicht vor das Zeug regelmäßig zu nehmen, aber ich schlucke nix mehr vom Paroxat. Wenn, dann verbunkere ich mich solange in meiner Bude, falls es tatsächlich noch extremer werden könnte. Ich habe es ja erst vor 2 Wochen abgesetzt. Davor sehr unregelmäßig genommen. Manchmal alle 2 Tage oder auch mal alle 3.

Jetzt hab ich das halbe Internet abgegrast und werde mir selbst versuchen zu helfen. Auf diese Triefnasen mit hippokratischem Eid, die einen fast verblutend liegen lassen, einem partout bei einer definitiven NUR-Reizung des Blinddarms den Bauch aufschlitzen wollen und ihrer Forderung durch kurzerhander Demonstration von Schmerzen des Patienten Nachdruck verleihen wollen, kann ich gerne verzichten. Der Typ drückte mir voll auf den Bauch. Ich hatte eh schon Schmerzen wir nen Ross und dachte, dass jetzt gleich die Lichter ausgehen :evil:. Das, nachdem man feststellen konnte, dass es noch nicht eitert und deswegen eigentlich eine OP noch nicht nötig war. Nein, es könnte ja mal das Eitern anfangen :evil: - toll, warum werden dann nicht gleich Babies nach der Geburt der Wurmfortsatz am Blinddarm entfernt, könnte ja auch mal irgendwann eitern *argh*

Tschuldigung, ich krieg nur noch Hasstiraden, wenn ich dran denke, wie die mit mir in der letzten Zeit umgesprungen sind. Und ich bin wirklich ein sehr lieber Patient, ich mache keinen Blödsinn, ich widerspreche nicht, wenn der Halbgott in Weiss etwas anordnet (außer es ist eine Blinddarm OP für die Katz, wo sich das Teil tatsächlich nach 1 Woche von selbst, ohne Medikamente beruhigte) und ansonsten habe ich auch richtig lange Geduld. Diese Psychotante habe ich seit 3/4 Jahr aufgesucht und wegen Problemen immer wieder die Medikamente gewechselt. Nur, als es nach 3/4 Jahr immer noch nicht brauchbar war, da ist mir die Geduld ausgegangen und ich habe abgesetzt. War das denn zu wenig Zeit?

die Verrückte

(sorry fürs Abkotzen, ist normalerweise nicht meine Art, bin nur zwischenzeitlich reichlich gefrustet....)
CloneX
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Beitrag von CloneX »

Hi Verrückte,

hehe...netter Name :)

Ich würde dir auch empfehlen nur langsam von den Antidepressiva runtertzugehen. Gerade beim Absetzen von Paroxetine kann das ziemlich böse sein. Wie Linda schon gesagt hatte, guck dir die Infopakete auf der Hauptseite an (www.antidepressiva-forum.de) - da findest du auch mehr Informationen zu dem Thema.

Und keine Sorge....das Gewicht reduziert sich normalerweise von alleine nach dem man Paroxetine abgesetzt hat. Trotzdem nicht schnell absetzen...denn um so stärker sind die Symptome und es kann auch passieren dass die Symptome dann länger anhalten. Gerade bei den letzte Milligramm (<5mg) würd ich ganz langsam vorgehen.

Viel Erfolg :)
Verrückte
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Beitrag von Verrückte »

Ja, das weiss ich auch. Aber dieses Zeug nehme ich nicht mehr und wenn ich dafür zwei Monate noch Achterbahn fahren werde :twisted: :shock:

Derzeit nehme ich zwei Medikamente parallel, die ich mir selbst aus der roten Liste rausgesucht habe und reichlich viel gegoogelt habe:

L-Tryptophan und Diphenhydramin-HCL - beide in ihrer empfohlenen Dosierung. Tatsächlich bleiben die Absetzsymptome innerhalb der ersten 3 - 4 Stunden des darauffolgenden Tages (ich nehme sie kurz vor dem Schlafengehen) so gut wie aus und werden im Laufe des Tages stärer. Ab ca. 20:00 Uhr ist es, als hätte ich nichts genommen. Ergo: Das bleibt jetzt erstmal eine Zeitlang so, man kann Diphenhydramin-HCL bis zu 3 Monate nehmen, bei L-Tryptophan bleibe ich auch innerhalb dieses Rahmens. Aber nie mehr wieder dieses Zeugs. Nie!

Vor allem, nachdem ich feststellen musste, dass man ein trizyklisches AD mit einem SSRI nicht gerade in der Weise kombinieren sollte, wie es mir diese Tante aufs Auge drückte und sie mich nichtmal darauf hinwies, dass man das einschleichen sollte. Hab doch gleich die von ihr verordnete Dosis auf Anhieb genommen und die ersten zwei Wochen waren wirklich nicht von schlechten Eltern. :? :shock: Hätt mich wegwerfen können. Achterbahn 24h am Tag sind doch nicht so der Bringer :roll: :roll: Bin aber hart im Nehmen, von daher: Nö, ich nehms nicht mehr. Brauche nur ab und zu etwas Zuspruch :D :P und ich versuchskaniniere an mir weiter :P :P mit den obigen Medikamenten....

die Verrückte (tja, den Namen habe ich mir rausgesucht, weil er irgendwie passt. Mittelschwere Depressionen, SVV, Panikattacken und noch ein paar Kleinigkeiten mehr - kommt in den besten Familien vor - mein Sprüchlein dazu. Hab meinem Therapeuten schon oft genug gesagt, dass ich befürchte verrückt zu werden, kann ja ein bisschen vorgreifen :twisted: :twisted: :twisted: )
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Verrückte.

Hut ab. Du hast Dich selber schlau gemacht, hast eine eindeutige Entscheidung getroffen und bist bereit die Konsequenzen zu tragen. Ich wünsche Dir, daß die Achterbahnfahrt nicht allzu lange geht.

Kannst Du in der Sektion alternative Therapien mal ein paar Links zu Infos über Deine beiden Medikamente posten? L-Tryptophan ist mir bekannt - es ist soweit ich weiss eine Vorstufe von Serotonin und soll sich positiv auf den Serotoninhaushalt auswirken - wäre also einleuchtend, wenn es die Absetzsymptome abschwächt.

Von Diphenhydramin-HCL habe ich noch nie was gehört ... aber die SSRIs sind auch alle Hydrochloride - was immer das bedeutet :)

Halte uns auf dem laufenden. Ich wünsche Dir alles Gute.
Oliver
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Beitrag von Verrückte »

Hallo Oliver,

klar, das werde ich gerne machen. Beide Medikamente schaffen tatsächlich die Absetzsymptome so gut zu mildern, dass sie meistens erst ab ca. 18:00 Uhr wieder zum Tragen kommen. Der restliche Tag ist eigentlich nicht schlecht. Normalerweise gehe ich gegen 23:00 Uhr schlafen und stehe irgendwas um 06:00 Uhr auf. Gehöre ja zur arbeitenden Bevölkerung. Deshalb heute Nacht nicht mehr, möchte noch ein Nickerchen auf den letzten Arbeitstag einlegen ;)

Zu beiden Medikamenten krame ich gerne die Infos wieder raus, die ich gefunden habe. Ich musste eine Lösung finden, die mich arztunabhängig machte, die meine Schlafprobleme in den Griff kriegte und noch dazu diese Absetzproblematik milderte, bis sogar stark zurückdrängte. Irgendwie will ich ja auch arbeiten gehen können und nebenher noch leben. Zum Funktionieren ist mir mein Leben definitiv zu schade!

Ich bin positiv gestimmt. Bei mir wirkts :) und ich schätze, mich wirds nicht so heftig erwischen, wie ich ursprünglich befürchtet habe. :wink:

die Verrückte
Verrückte
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Beitrag von Verrückte »

So, jetzt kann ich über mehrere Tage Erfahrung berichten und die beiden Medikamente habe ich auch mal jeweils einzeln und dann in Kombi weggelassen.

Ergo: Das war die ideale Wahl bei mir. Beides hilft die Absetzerscheinungen in den Griff zu kriegen. (bei mir!) Ich schreibe nochwas in dem Bereich für die alternativen Medikamente.

Brauche aber keine Hilfe mehr bzgl. der Absetzerscheinungen. Mir gehts gut! Zumindest, was das betrifft. Die Grunderkrankung ist zwar nach wie vor da, aber das ist ja ein anderes Kapitel..... :roll:

die Verrückte
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo

Schön, daß es Dir absetztechnisch wieder gut geht :)Dankeschön für die Infos und ich wünsch Dir weiterhin alles Gute - und guten Rutsch.

Oliver
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Beitrag von Verrückte »

Huhuuu

Ich habe bei den alternativen Medikamenten nochmal kurz einen Kommentar hinterlassen. Ich habe das Paroxetin nicht mehr genommen. Und das abrupte Absetzen ging wirklich :wink: :wink: :wink:

Derzeit nehme ich nur noch Diphenhydraminhydrochlorid, aber es ginge auch alternativ ein anderes Antihistaminikum das die H1 Rezeptoren blockiert. Nach einigen Recherchen im Internet und div. Datenbanken und eben allem, was mir auch an der Uni in der Bibliothek über den Weg geschlichen ist, weiss ich inzwischen, dass man damit die Absetzerscheinungen masiv mindern, bis gänzlich unterdrücken kann.

die Verrückte
CloneX
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Beitrag von CloneX »

Die Frage ist nur, ob die Absetzungserscheinungen wiederkommen wenn du auch das absetzt. Wahrscheinlich wird der Entzug dadurch nur verzögert ?
Verrückte
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Beitrag von Verrückte »

Unwahrscheinlich, weil es sich ja um ein vollkommen anderes Medikament handelt. Es gibt Allergiker, die müssen Antihistaminika über einen extrem langen Zeitraum nehmen. Manchmal ein komplettes Halbjahr lang, sobald die ersten blühenden Pflanzen erscheinen.

die Verrückte
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