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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Spätfolgen duch Zoloft

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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mücke
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Spätfolgen duch Zoloft

Beitrag von mücke »

Hi,

Ich begebe mich am Mittwoch in die neurologische Abteilung einer Klinik, zur Abklärung verschiedener Beschwerden wie z. B. Nervenschmerzen, Ataxie (steifer Gang,verbunden mit starken Gleichgewichtsstörungen). Ich hoffe, daß diese Untersuchungen mich weiter bringen werden.

Hi Oliver

Der tread " ich bin neu " ist ja jetzt geschlossen. Sind diese postings verschoben? Ich kann meine Einträge über Zoloft nicht wieder finden.

Hi Phil

Du hast geschrieben, daß Thyronajod nicht gut sei. Man würde entweder nur Jod oder nur ein Schilddrüsenpräparat geben.
Ich hatte 2001 eine Schildrüsenvergrösserung (3 - 4 x über normal), habe dann Thyronajod bekommen, über 3 J. eingenommen. Danach 1 J. nichts mehr. Jetzt soll ich das Medikament wieder nehmen wegen einer Vergrösserung der SD.
T3, T4, TSH waren immer normal.
SD- Szintigramm: Knotenbildung, aber bei noch normal funktionierendem Gewebe, also weder kalter noch heisser Knoten.
Meine Frage: Doch nur Jod nehmen?

Halluzination oder Illusion oder?
Nach dem Absetzen von Bespar hatte ich optischen Wahrnehmungsstörungen, aber nur in geschlossene Räumen. Ich habe den Raum, als auch die Möbel in Schieflage wahrgenommen. Mir war durchaus bewußt, daß das nicht stimmt. Ich habe wegen der Absetzbeschwerden in dieser Zeit auch Atosil zu mir genommen, tgl. 12,5 - 25 mg für 9 Tg. Nach ca. 2 Wochen waren die Wahrnehmungsstörungen verschwunden, kamen nie wieder.
Was war das?

Noch eine Frage.
Bei chronischen, Alkoholmißbrauch (15 J., 2 - 3 Fl. Bier am Abend ) Können Nervenschädigungen wie Polyneuropathien entstehen? Meine Leber hat nie reagiert, immer Normalwerte. Darum habe ich mir auch nie Gedanken über andere Schädigungen durch Alkohol gemacht. Jetzt trocken seit 19 Monaten.

Gruss Annette
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Annette.
Der tread " ich bin neu " ist ja jetzt geschlossen. Sind diese postings verschoben? Ich kann meine Einträge über Zoloft nicht wieder finden.
Lesen kann man die Kategorie noch - man kann da jetzt nur nicht mehr reinschreiben, Deine Beiträge sind da alle noch drin ... aber Du hast recht, man sollte schon auf die Beiträge antworten können. Ich verschiebe die Beiträge jetzt nach Nebenwirkungen ... und löschew die Kategorie.

Oliver
PhilRS
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Beitrag von PhilRS »

Hallo Annette,

das sind ja gleich 3 Sachen auf einmal ! :)
Annette hat geschrieben:Du hast geschrieben, daß Thyronajod nicht gut sei.
Naja, ich hatte geschrieben, dass es in den meisten Fällen fragwürdig sei, weil es bei den einzelnen Indikationen eine "Zugabe" drin hat, die unnötig ist . In vielen Fällen wird es verschrieben, weil es GKV-erstattungsfähig ist, im Gegensatz zu normalen Jodidtabletten (=keine Grundlage für eine solide Verschreibung).
Ich hatte 2001 eine Schildrüsenvergrösserung (3 - 4 x über normal), habe dann Thyronajod bekommen, über 3 J. eingenommen. Danach 1 J. nichts mehr. Jetzt soll ich das Medikament wieder nehmen wegen einer Vergrösserung der SD.
T3, T4, TSH waren immer normal.
SD- Szintigramm: Knotenbildung, aber bei noch normal funktionierendem Gewebe, also weder kalter noch heisser Knoten.
Das ist alles klassisch: für euthyreote Jodmangelstruma.
Latente Unterfunktion wäre bei erhöhtem TSH, wenn gleichzeitig T3/T4 normal, aber da alles im grünen Bereich ist, gibt es keinen Hinweis auf Unterfunktion - und keine Indikation f. Thyroxin.

Der Gedanke dahinter ist ein typisches "Medizinmärchen" (eine nie bewiesene Legende = wie z.B. die "Nephroprotektion" durch ACE-Hemmer bei normalem RR, als anderes berühmtes Beispiel):
Man will die SD "entlasten" von der eigenen T3/4-Produktion, um damit die Vergrößerung zu stoppen bzw. schneller abzubauen (auch die Gewebsveränderungen im Szintigramm weisen auf solch ein erhöhtes "Bemühen" der SD-Zellen hin, die durch Jodmangel verursachten "Produktionsprobleme" wettzumachen).
M.W. hat sich aber nie nachweisen lassen, dass eine zusätzliche Thyroxin-Gabe zum Jod sinnvoll wäre. Es ist auch pharmakologisch nicht überzeugend, denn schließlich ist es ja die Aufgabe der dortigen Zellen, unter Verwendung von Jod Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3, weniger) herzustellen - was sie bei korrektem Jodangebot auch ordentlich machen =ohne Hypertrophie. Und dann geht die Vergrößerung zurück.

Meine Frage: Doch nur Jod nehmen?
Tut mir leid für das Missverständnis: Ich kann zwar die o.g. Informationen geben, aber niemals direkte Empfehlungen für oder gegen ein Medikament! (So kann man übrigens Scharlatane von korrekten Leuten unterscheiden: Der Scharlatan weiß immer "ganz genau" was zu tun ist!)
Diese Entscheidung kann nur Dein Arzt treffen, der die Zusammenhänge kennt, und v.a. Dich einschätzen kann (hoffe ich), mit allem drum und dran.

Hört sich evtl. "inkonsequent"/"feige" an, als ob ich erst was raushaue und dann anderen die Verantwortung auflade => bitte beachten, dass ich Sachen w. o. nur schreibe, nachdem ich Pro+Contra abgewogen habe. Hier gibt es genügend Grund anzunehmen, dass man das Thyroxin weglassen könnte = genügend Grund, die Info zu geben.

Fazit 1: Wenn Symptome wie Nervosität, Schlafstörungen, Gewichtsabnahme o.ä. auftreten, muss man auf jeden Fall dran denken, dass es vom Thyroxin sein kann => Versuchen, auf Standard-Jodid umzusteigen. Wenn es nicht stört, kann man auch dabei bleiben => gerade, wenn es sich bewährt hat.
<hr>
Halluzination oder Illusion oder? ... Was war das?
Aus der Rückschau schwer zu sagen, außerdem - glücklicherweise - Geschichte, also eigentlich keine wirklich essenzielle Frage (nur, falls man das BESPAR nochmal nehmen wollte).

Nehmen wir an es war vom BESPAR. Dann gibt es eine erste, einleuchtende und halbwegs belegbare, und eine zweite, hypothetische, aber auch einleuchtende Variante.

1. Beim Absetzen von BESPAR kann alles Mögliche vorkommen (übrigens auch während der Einnahme)... steht einiges in der Fachinformation. "Halluzinationen" steht da nicht, aber man kann es sich zusammenreimen.

2. BESPAR (Buspiron) ist eine Art Neuroleptikum, d.h. hypothetisch kann es beim Absetzen so genannte Absetzpsychosen geben.

Über derartige Erscheinungen hatte ich vor einiger Zeit eine harte Diskussion mit zwei Klinik-Psychiatern (Thema Clozapin vs. Olanzapin): Die meinten nämlich, dass es sich um "Rebound-Phänomene" handelt. D.h. Pat. mit solchen Symptomen seien schon vorher zwangsläufig psychotisch gewesen = ein Versuch nachträglicher Rechtfertigung einer Fehlbehandlung.

Es ist also nicht so, dass solche Psychose-ähnlichen Bilder beim Absetzen von Neuroleptika nur auftreten, wenn der/diejenige schon zuvor solche Symptome hatte (und sie vielleicht "verschwiegen" hat oder sowas!) - Vielmehr lässt sich mit gängigen Modellen (Dopamin-Rezeptor-Regulation) gut ableiten, dass es gerade auch ohne vorherige Psychose dazu kommt.

Besonders interessant bei Deiner Beschreibung: BESPAR/Buspiron wirkt auffallend über den D2-Rezeptor = eine klare Parallele zu Clozapin (LEPONEX) und Olanzapin (ZYPREXA). Die beiden Letzteren sind bekannt dafür, beim Absetzen Psychose-ähnliche Symptome zu verursachen. (= oft ein Grund, dass LEPONEX überhaupt nicht abgesetzt werden kann - schlimme Sache.)


Fazit 2: Es gibt gewichtige Gründe anzunehmen, dass das Absetzen von BESPAR die Ursache war. Starker Verdacht.
:!: Ich danke Dir für den Hinweis! Macht einen Archiv-Eintrag.
  • Bitte zu überlegen, diese Nebenwirkung an BfArM/NETZWERK/AKdÄ zu melden, da kaum bekannt (es gibt noch keine explizite Warnung); wg. der möglichen Erklärung über D2 sehr aussichtsreich! Ich kann mich bei Interesse drum kümmern, ist kein großer Aufwand.
<hr>
(chronischer Alkoholmißbrauch) Polyneuropathien ... ? Meine Leber hat nie reagiert, immer Normalwerte. Darum habe ich mir auch nie Gedanken über andere Schädigungen durch Alkohol gemacht.
Hier muss ich keinen Roman schreiben. Das Eine hängt mit dem Anderen nicht zusammen. Alk wirkt direkt neurotoxisch (nervenschädigend), selbst wenn die Leber "robuster" sein sollte => also können auch zuerst Neuropathien entstehen (obwohl oft andere Sachen eher auftreten).

Fazit 3: PNP sind oft Folge chronischen Alk-Konsums. Eine (spürbare) Leberschädigung muss dem nicht unbedingt vorausgehen.

Für die Länge der Antwort entschuldigt sich:
-PhilRS.
Potenzieller Interessenkonflikt: Beamter, Forensische Psychiatrie (Finnland) seit 1/08.

Quellen: Medizin allgemein BMJ | JAMA | Lancet | NEJM || Psychiatrie/Neurologie Acta Psychiatr Scand | Am J Psychiatry | Arch Gen Psychiatry | Br J Psychiatry | JAACAP | JCPP | J Clin Psychiatry | J Clin Psychopharmacol | Neurology || Open Access | Ann Gen Psychiatry | BMC Psychiatry | Can J Psychiatry | CMAJ | CNS Spectrums | Depress Anxiety | PLoS Med
mücke
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Beitrag von mücke »

Hi, Phil

Danke für deinen ausfürlichen Bericht.

Alkohol u. Polyneuropathien
Das wäre schlimm, wenn es zuträfe. Ich habe allerdings auch meinen Anteil dazu beigetragen, hätte ja nichts trinken müssen. Da ich an Mittwoch statinär in der Neurologie bin, werde ich dieses Thema ansprechen u. mich entsprechend untersuchen lassen.

Was die Schilddrüse betrifft, so werde ich erst nach dem Klinikaufenthalt meinen Hausarzt aufsuchen. Ich denke, daß ich mit reden kann. Ich habe diese Struma schon mindestens 25 J. u. bin über lange Zeit gut mit nur einem Jodmittel ausgekommen.

Mit dem Bespar ist das so eine Sache. Einerseits möchte ich Informationen darüber, andererseits wehre ich mich innerlich heftigst dagegen. Warum das so ist, kann ich nicht mal sagen. Als damals die Wahrnehmungsstörungen auftraten, habe ich dem Personal nichts davon erzählt. Ich war gerade erst von der geschlossenen auf die offene Station verlegt worden u. wollte nicht riskieren dorthin zurück zu müssen. Außerdem hatte ich die Befürchtung, daß man mir nicht glauben würde u. ich ein Neuroleptikum hätte nehmen müssen. Die vertrage ich aber überhaupt nicht.
Auf 50 mg Eunerpan habe ich mit Schluckbeschwerden reagiert. Ich war so stark sediert, da ich nicht mal die Kraft hatte die Augen aufzuhalten.
Ähnlich reagiere ich auf Atosil, selbst wenn es nur ganz geringe Mengen sind. Bei nur 10 Tr. reagiere ich so gut wie gar nicht mehr, alles Handeln u. Denken ist dann blockiert. Ich habe nur noch auf direkte Ansprache reagiert, ähnlich wie ein Roboter den man einschaltet, der dann die Arbeit verrichtet, um danach weitere Instruktionen zu bekommen. So etwas möchte ich nie wieder erleben.

Bei mir kommt noch schwerwiegend hinzu, daß meine Mutter Jahre an einer Psychose litt. Sie war Langzeitpat. in der Psychiatrie, 33 J., bis zu ihrem Tod.
Hätte ich damals die Wahrnehmungsstörungen dem Personal gegenüber erwähnt, hätte ich bestimmt eine neue Diagnose bekommen, nämlich: PSYCHOSE :shock:
Nach dem Motto: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm oder Wie die Mutter, so auch die Tochter. :vomit:

Zu dem Bespar werde ich mich nach dem Klinikaufenthalt noch mal äußern. Ich hoffe, daß ich auch weiterhin auf dich zählen kann.

Gruss Annette

Es tut mir gut zu wissen, daß es euch ALLE gibt. :group:
mücke
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Beitrag von mücke »

Hallo

Ich bin aus der Klinik zurück. Alle gemachten Untersuchungen fielen positiv aus. Das heißt also keine Nervenschädigungen. Einerseits bin ich glücklich darüber, andererseits auch traurig, da ja immer noch Beschwerden da sind. :frust:

Hi Phil

Betr.: Bespar
Ich habe von meiner Apotheke eine Kopie aus der roten Liste bekommen. Über Absetzprobleme steht da gar nichts drin, aber über zahlreiche Nebenwirkungen.

Selten: Herzinfarkt
( bei mir verstärktes Herzrasen mit ziehenden Schmerzen in der li. Brust während der Einnahme)

Gelegentlich: Halluzinationen
( hatte ich, verschwand aber von allein nach 2 - 3 Wochen. Auftreten nach abruptem Absetzen )
Übrigens, ich hatte nie in meinem Leben Hallus, nur dieses eine Mal.

Gelegentlich: Selbstmordgedanken
Das ist mir während der Einnahme passiert, nur ein einziges Mal, hatte es schon vergessen.

Was meinst du sollte ich denn konkret melden?
Wem? Du hast 3 Stellen erwähnt. Ich kenne nur BfArM ( Bundesinstitut für Arzneimittel mit Sitz in Bonn, richtig?
Da brauche ich doch ein entsprechndes Formolar, woher?
Meist du denn, daß man mir glauben wird. Kann es nicht möglich sein, daß man mich als "DURCHGEKNALLTE KRANKE" zu den Akten legen wird?

Gruss Annette
Linda
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Beitrag von Linda »

Annette hat geschrieben: Da brauche ich doch ein entsprechndes Formolar, woher?
Hallo Annette,

die Formulare sind ganze am Ende vom link:infopaket zu finden.

Linda
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Beitrag von PhilRS »

Auch an dieser Stelle: Hallo Annette, schön dass Du zurück bist!
Annette hat geschrieben:Betr.: Bespar
Ich habe von meiner Apotheke eine Kopie aus der roten Liste bekommen. Über Absetzprobleme steht da gar nichts drin, aber über zahlreiche Nebenwirkungen.
Hm, warum nicht der Beipackzettel? RoteListe-Info ist auch nicht viel besser. Kannst Du ähnlich haben, wenn Du zur Gelben Liste ONLINE gehst (Login: docinfo/docinfo).
Beispiel: Bespar.
Selten: Herzinfarkt
( bei mir verstärktes Herzrasen mit ziehenden Schmerzen in der li. Brust während der Einnahme)
= keine typ. Symptome dafür (obwohl Herzinfarkt bei Frauen oft wesentlich andere Beschwerden macht als bei Männern). Ich verzichte jetzt auf eine Aufzählung der klassischen Anzeichen -- aber so äußert sich ein HI kaum.
Gelegentlich: Halluzinationen
( hatte ich, verschwand aber von allein nach 2 - 3 Wochen. Auftreten nach abruptem Absetzen )
Übrigens, ich hatte nie in meinem Leben Hallus, nur dieses eine Mal.
-> darum schrieb ich ja, dass diese (=Deine) "Hallus" nicht von den offiziellen Informationen erfasst werden. Meine Überlegung zur Entstehung beim Absetzen ist ziemlich gut begründbar, und es kann sich sehr wohl um etwas völlig anderes handeln, als dem Klinikpsychiater X in den Sinn käme.

Darum ist es m.E. in jeder Hinsicht voll gerechtfertigt gewesen, da nicht über diese Dinge zu sprechen. Du hattest einen anderen Hintergrund (Bedenken wg. Diagnose usw.), aber intuitiv das absolut Richtige getan. Ich glaube kaum, dass jemand dort auf den Gedanken gekommen wäre, das BESPAR-Absetzen könnte die Ursache sein. Dabei spricht viel mehr dafür als für eine "endogene"/"erbliche" Ursache -> obwohl ich jetzt die Sache mit Deiner Mutter weiß, ist die Einschätzung dieselbe wie am Anfang.
Gelegentlich: Selbstmordgedanken
Das ist mir während der Einnahme passiert, nur ein einziges Mal, hatte es schon vergessen.
Dafür kommen angesichts der zu vermutenden Umstände diverse Gründe in Frage; das Med. (oder andere) wäre immerhin einer davon. Neuroleptika können sowas auslösen, unter Umständen also auch BESPAR.
Was meinst du sollte ich denn konkret melden?
Wem? Du hast 3 Stellen erwähnt. Ich kenne nur BfArM ( Bundesinstitut für Arzneimittel mit Sitz in Bonn, richtig?
Du musst bzw. sollst fast gar nichts machen. Ich wollte "bloß" Deine Bereitschaft erkunden, ob wir der Sache weiter nachgehen können.
- Ich bin der Meinung, dass es sich sehr lohnt, v.a. weil diese Probleme mit Buspiron bisher völlig unterbelichtet sind und weil ich sogar einen handfesten Erklärungsansatz habe.
Meist du denn, daß man mir glauben wird. Kann es nicht möglich sein, daß man mich als "DURCHGEKNALLTE KRANKE" zu den Akten legen wird?
Naja, kommt eben ein bisschen drauf an, wer was wie meldet, das kann man schon vermuten. Ich würde mich drum kümmern, d.h. natürlich auch um die Formalitäten, bräuchte aber Deine Mithilfe; es geht z.B. darum, sich von einigen der angesprochenen Dinge hinreichend zu überzeugen (um nicht Gefahr zu laufen, dass die Meldung unglaubwürdig wird).
Wenn ein bisschen mehr Luft ist, sende ich eine PN mit Details. Es eilt nicht wirklich, aber vergessen sollten wir das keinesfalls.

Vielen Dank schon mal,
-PhilRS.
mücke
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Beitrag von mücke »

Hi, Phil

Danke! :)
Ich bin mit allem einverstanden. :hug:
Bis bald, Annette
mücke
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Beitrag von mücke »

Hi amanda

Du kannst deine Fragen an mich auch gern ins Forum stellen, falls ich nicht antworten möchte, sage ich es dir.
Dich interessieren also die Nebenwirkungen als auch Absetzbeschwerden von Zoloft.

Vor der Einnahme:
keine körperl. u. psychischen Symptome

während der Einnahme:
bereits nach der ersten Tbl.(50mg) starke Unruhe, ständig zappelnde Füsse,(Entspannung völlig unmöglich, auch das Einschlafen wurde zur Qual)
starkes schwitzen (als wenn ein kl. Wasserhahn, den man vergessen hat zu schliessen, ständig läuft; hat gut gestunken)
zittern der Hände,
Übelkeit, Apetitlosigkeit.
leichte Besserung nach 2 Wochen, aber Auftreten anderer Beschwerden (Durchfall, Ängste, schneller Puls, steifer Gang mit Gleichgewichtsstörungen, allgemeine muskuläre Anspannung)
nach 5 Wo. Kribbeln der Haut am ganzen Körper bis zur Nase (hatte ich beim Bespar während der Einnahme auch, ging weg nach Absetzen))
bleiernde Müdigkeit, spontanes Nasenbluten, Juckreiz der Haut (Verschlimmerung durch kratzen), Blutspucken (2x)
Ich bekam ein Konsil für den HNO-Arzt, traute mich aber nicht im Ort einen aufzusuchen u. somit fiel das Konsil unter den Tisch, wurde auch im E-Bericht nicht erwähnt.
Ähnlich war es mit einem internen konsil. Das war wegen der Muskelschmerzen in den Beinen ausgestellt worden. Diese Konsil fand auch statt, aber ohne mich als Pat. Ich sollte noch zum Nephrologen, traute mich nicht, somit fand auch keine Wiedervorstellung beim Internisten statt, fiel auch wie das andere Konsil unter den Tisch. Als Diagnose hatte man damals geschrieben: Verdacht auf Diabetes insipidus, das heißt, Pat., die daran erkranken saufen u. pinkeln sich zu Tode.
nach 7 Wo. Krämpfe in den Zehen, aus ruhender Position, wenn ich die Füsse bewegt habe.
Bei Entlassung ging es mir deutlich schlechter, als bei der Aufnahme. Man bot mir noch eine Verlängerung von einer Wo. an. Im E-Bericht schrieb man dann, wie toll ich mich doch erholt hatte.

nach dem Absetzen:
erst leichte Besserung, dann aber extreme Verschlimmerung
starke Müdigkeit ( bei Kontrolle der Leberwerte durch den Hausarzt erhöhte Leberwerte, dies Kontrolle hat in der Psychiatrie nie stattgefunden, auch kein Entlasslabor )
Panikanfälle von 2-4 Sekunden Dauer, 25 - 30 x tgl. (hatte ich unter dem Bespar schon während der Einnahme, verschwand aber nach Absetzen völlig)
Stärkste Muskelzuckungen in Armen u. Beinen, durch die Kleidung sichtbar, der li. Arm zuckte so stark, daß er ein paar cm hochhüpfte, sah lustig aus, tat nicht weh.
stärkste Bauchkrämpfe, hab manchmal heulend auf dem Sofa gesesssen, mich vor Schmerzen gekrümmt, aber manchmal auch faszinierend auf den Trichter in meinem Bauch geschaut, der sich durch das Zusammenziehen der Muskulatur zeigte. heute keine sichtbaren Krämpfe mehr, aber doch noch Schmerzen.
Schiefhals, ich brauchte ständig eine Kopfstütze, eine Hand tat es aber auch. Ließ ich diesen Schiefhals zu, traten Schmerzen auf u. mein Kopf flog etwas später ruckartig von re. nach li. So wie der Nacken krampfte, tat es auch der Rücken, bes.zwischen den Schulterblättern.
immer wieder kehrendes Herzrasen mit, später ohne Panik, teils in Ruhe oder unter körperl. Belastung wie Treppensteigen.
Kleinigkeiten wie Übelkeit, Apetitlosigkeit
spontanes Nasenbluten, Blutspucken (2x)
steifer Gang mit Gleichgewichtsst., bes. schlimm bei schnellen Bewegungen.
viel später erst: Nervenschmerzen, Brennen der Haut, kl. elektr. Schläge (im Kopf u. den Füssen)

Bis heute ist fast alles an Beschwerden noch da, allerdings von Seiten der Intensität viel geringer. Kein Nasenbluten, kein Blutspucken.
Bes. störend sind die Nerven/Muskelschmerzen in Armen, Beinen u. Rücken. Meine Füsse sind oft so kalt u. schmerzhaft, als würden sie absterben, bes. die Spitzen der Zehen.

Ich habe folgendes für mich beschlossen:
NIE WIEDER PSYCHIATRIE!!
NIE WIEDER EIN AD!!

Etwas positives hatte das ganze schon, nämlich:
ICH KANN JETZT LAUT UND DEUTLICH "NEIN" SAGEN!!
ICH WEIß GENAU WAS ICH WILL!!
ICH GEHE MEINEN WEG; EGAL WAS DIE ANDEREN DENKEN!!
ICH BIN STARK!! ICH BIN OK!!

So, amanda, das reicht erstmal. Bin jetzt ko. vom schreiben. Bis später. Mein Sofa ruft, werde gleich mit meinen Tieren kuscheln, mein Mann ist noch auf Arbeit, kommt aber auch bald. Er ist übrigens ein ganz toller Partner, unterstüzt mich, hilft wo er kann, und übt keinerlei Druck aus.

Gruss Annette
mücke
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Beitrag von mücke »

Hi amanda

Ich habe noch etwas vergessen, habe es wohl völlig aus dem Gedächtnis gestrichen. Ich habe damals nicht nur das Zoloft abrupt abgesetzt, sondern auch Thombran mite, habe es 3 Wochen eingenommen in niedriger Dosierung von 25 mg. Ob dadurch auch Absetzbeschwerden aufgetreten sind, kann ich nicht sagen, vielleicht.

Gruss Annette
amanda

Beitrag von amanda »

Hallo Annette ich bin zu tiefst entsetzt dass auch du so entsetzlich leiden musstest und auch heute noch so massive Probleme hast. Bei mir ist jetzt eindeutig klar dass ich auf das erste Ad mit einer Leberentzündung reagiert habe und ich deshalb auf jedes weitere Medikament mit noch stärkeren unerträglichen Nebenwirkungen reagiert habe. Meine Leber ist jetzt noch fast 2 Jahre nach der Psychopharmakabehandlung so geschädigt dass ich auf ganz geringe Mengen Alkohol mit erhöhten Leberwerten reagiere!!!Vor meiner ersten Panikattacke habe ich leider Stressbedingt ein paar Monate regelmässig Alkohol getrunken .....und meine Leberwerte waren ganz NORMAL. Bei mir sind auch die Leberwerte in der Klinik nicht regelmässig kontrolliert worden bzw ist mein Blutbild mit einer anderen Patientin (mit der ich heute noch Kontakt habe) vertauscht worden....unglaublich aber leider wahr! ..... und vor meinem Klinikaufenthalt auch nicht. Ich vermute dass wir beide aus diesem Grund TOXISCHE Reaktionen und nicht nur normale Nebenwirkungen auf SSRI bzw SNRI hatten. Ein Apotheker sagte mal zu mir :Wie konnten sie das nur aushalten....zuerst eine absolute Überdosierung und dann das durch die Ärzte in der Klinik veranlasste ABRUPTE ABSETZEN. Ich frage mich heute noch wie ich das aushalten konnte? Aber dir brauche ich ja nichts davon zu erzählen ....du hast die Hölle life erlebt !Ich suche immer noch den Fachbegriff für Schmerzen und Fehlfunktionen im Nackenbereich. In irgenteinem Artikel hier im Forum stand etwas darüber .Ich weiss nicht mehr ob es Nebenwirkungen oder Absetzsympthome von SSRI waren.Im übrigen KRÄMPFE in den Füssen hatte ich auch gelegentlich bis vor ein paar Monaten,ausserdem hatte ich extreme Augenprobleme bis April 2005. Geringe Restbeschwerden mit den Augen habe ich heute noch. Andere Beschwerden die ich vorher nie gehabt habe sind ebenfalls noch vorhanden...mal mehr und mal weniger !Ich wünsche dir alles Gute AMANDA
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