Wechsel Citalopram gegen Efexor
Wechsel Citalopram gegen Efexor
Hallo,
ich habe Heute zum ersten Mal dieses Forum entdeckt- ich wusste gar nicht dass es sowas gibt...
Jedenfalls bin ich sehr froh dass ich nun mal sehe dass ich nicht die Einzige bin mit diesen Problemen!
Ich habe nun nach 7 Jahren das Citalopram abgesetzt und nehme nun seit heute das Efexor. In letzter Zeit nahm ich noch zusätzlich zum Citalopram Ritalin was aber nicht so das Wahre war...
Man hat ja immer etwas Angst was nun auf einen zukommt. Was erwartet mich nun? Was ist der grosse Unterschied zwischen diesen beiden Produkten?
Vielen Dank und lieben Gruss,
Biggy
ich habe Heute zum ersten Mal dieses Forum entdeckt- ich wusste gar nicht dass es sowas gibt...
Jedenfalls bin ich sehr froh dass ich nun mal sehe dass ich nicht die Einzige bin mit diesen Problemen!
Ich habe nun nach 7 Jahren das Citalopram abgesetzt und nehme nun seit heute das Efexor. In letzter Zeit nahm ich noch zusätzlich zum Citalopram Ritalin was aber nicht so das Wahre war...
Man hat ja immer etwas Angst was nun auf einen zukommt. Was erwartet mich nun? Was ist der grosse Unterschied zwischen diesen beiden Produkten?
Vielen Dank und lieben Gruss,
Biggy
Symptome: (Tagesmüdigkeit, Niedergeschlagenheit, div. körperliche Beschwerden, Ängste, ); Diagnose: (Depressionen)
Medikation: (Seropram bzw. Citalopram) >> (7 Jahre ) >> (...)
Zusätzlich: (Inderal gegen Herzrythmusstörungen, auch nach 7 Jahren nun abgesetzt, in letzter Zeit Ritalin);
Bisherige Absetzversuche: ()
Absetzverlauf (schleichend abgesetzt innerhalb von 9 Tagen): (danach Efexor) >> (Dauer, Dosierung) >> (...)
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Zusätzlich: (Inderal gegen Herzrythmusstörungen, auch nach 7 Jahren nun abgesetzt, in letzter Zeit Ritalin);
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mücke
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- Danksagung erhalten: 19 Mal
Hallo biggy
Informationen über Seropram, Ritalin u. Efexor findest du unter:
http://www.kompendium.ch/Search.aspx?lang=de
Seropram ist ein SSRI, Efexor auch, aber nur bis 150 mg/Tag, darüber ein SNRI, sh. Info: Was sind moderne Antidepressiva? ( hier im Forum ).
Citalopram in 9 Tg. auszuschleichen, bei einer Einnahme von 7 Jahren, finde ich sehr kurz.
Wie hoch war denn die Dosis, als du abgesetzt hast?
Wieviel mg Efexor nimmst du ein?
Gruss Annette
Informationen über Seropram, Ritalin u. Efexor findest du unter:
http://www.kompendium.ch/Search.aspx?lang=de
Seropram ist ein SSRI, Efexor auch, aber nur bis 150 mg/Tag, darüber ein SNRI, sh. Info: Was sind moderne Antidepressiva? ( hier im Forum ).
Citalopram in 9 Tg. auszuschleichen, bei einer Einnahme von 7 Jahren, finde ich sehr kurz.
Wie hoch war denn die Dosis, als du abgesetzt hast?
Wieviel mg Efexor nimmst du ein?
Gruss Annette
Erfahrung mit Bespar, Zoloft, Mirtazapin, Thombran
Benzodiazepinentzug (Lexotanil)
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 71#p184371
viewtopic.php?f=35&t=16516
viewtopic.php?f=66&t=16653
viewtopic.php?f=18&t=15490
Benzodiazepinentzug (Lexotanil)
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 71#p184371
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Hallo,
also ich habe in letzter Zeit nicht mehr soviel Citalopram genommen, wegen dem Ritalin. Vor dem Absetzen war ich auf 40 mg.
Das Efexor ER nehme ich in 75 mg.
Lieben Gruss,
Biggy
also ich habe in letzter Zeit nicht mehr soviel Citalopram genommen, wegen dem Ritalin. Vor dem Absetzen war ich auf 40 mg.
Das Efexor ER nehme ich in 75 mg.
Lieben Gruss,
Biggy
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PhilRS
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VORSICHT !!! HÄNDE WEG !!! !!!
Hi Annette,
Das meine ich nicht besserwisserisch, sondern mit Dank, dass Du mich an die Venlafaxin/TREVILOR,EFFEXOR-Ausarbeitung erinnerst, die bei mir noch herumliegt. Soll heißen: Diese Grenze von 150mg ist mehr "virtuell", und außerdem macht das Venlafaxin auch eine nicht zu unterschätzende Dopamin-Wirkung, im Sinne der Amfetamine ... zu denen das RITALIN zählt (s.d.).
RITALIN darf von Leuten mit Depression - auch bei Depression in der Vorgeschichte - keinesfalls eingesetzt werden.
Irreparable Schäden sind möglich, vor allem Abhängigkeit und dauerhafte, schwer auszugleichende Stimmungslabilität.
Unglaublich, was manche Psychiater so verordnen.
Bewusst deutlich formuliert, mit besten Wünschen:
-PhilRS.
...und zwischen dem, was (1.) die Herstellerseite behauptet, (2.) was die individuellen Befunde, und (3.) was die klinische Relevanz angeht, gibt es gewaltige Unterschiede.Annette hat geschrieben:Seropram ist ein SSRI, Efexor auch, aber nur bis 150 mg/Tag, darüber ein SNRI...
Das meine ich nicht besserwisserisch, sondern mit Dank, dass Du mich an die Venlafaxin/TREVILOR,EFFEXOR-Ausarbeitung erinnerst, die bei mir noch herumliegt. Soll heißen: Diese Grenze von 150mg ist mehr "virtuell", und außerdem macht das Venlafaxin auch eine nicht zu unterschätzende Dopamin-Wirkung, im Sinne der Amfetamine ... zu denen das RITALIN zählt (s.d.).
"Kurz" ist noch freundlich gesagt. Hierbei handelt es sich wohl kaum um ein "Ausschleichen", sondern um einen leicht verzögerten harten Schnitt.Citalopram in 9 Tg. auszuschleichen, bei einer Einnahme von 7 Jahren, finde ich sehr kurz.
biggy hat geschrieben:habe in letzter Zeit nicht mehr soviel Citalopram genommen, wegen dem Ritalin. Vor dem Absetzen war ich auf 40 mg
- RITALIN-Einnahme zusammen mit Citalopram ist kontraindiziert, sollte auf keinen Fall gemacht werden. Extreme Gefahr des potenziell lebensgefährdenden Serotonin-Syndroms !!!
- Außerdem ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Fehldiagnose ("ADHS") gestellt wurde. Zu einigen Hintergründen HIER, HIER und HIER.
RITALIN darf von Leuten mit Depression - auch bei Depression in der Vorgeschichte - keinesfalls eingesetzt werden.
Irreparable Schäden sind möglich, vor allem Abhängigkeit und dauerhafte, schwer auszugleichende Stimmungslabilität.
Unglaublich, was manche Psychiater so verordnen.
Bewusst deutlich formuliert, mit besten Wünschen:
-PhilRS.
Potenzieller Interessenkonflikt: Beamter, Forensische Psychiatrie (Finnland) seit 1/08.
Quellen: Medizin allgemein BMJ | JAMA | Lancet | NEJM || Psychiatrie/Neurologie Acta Psychiatr Scand | Am J Psychiatry | Arch Gen Psychiatry | Br J Psychiatry | JAACAP | JCPP | J Clin Psychiatry | J Clin Psychopharmacol | Neurology || Open Access | Ann Gen Psychiatry | BMC Psychiatry | Can J Psychiatry | CMAJ | CNS Spectrums | Depress Anxiety | PLoS Med
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Das Ritalin bekam ich verschrieben weil ich seit Jahren unter extremer Tagesmüdigkeit leide.
Auch das Citalopram half hier nichts und ich war tagsüber oft so müde wie andere Leute wenn sie Abends zu Bett gehen...
Eine Untersuchung in der Schlafklinik brachte auch nicht unbedingt Erkenntnisse, ausser dass ich Abends noch nicht nachweislich müde war und Morgens bei den Tests einschlief.
Niemand kann sich vorstellen wie schlimm es ist ständig todmüde zu sein und oft nicht mal das Nötigste im Haushalt erledigen zu können...
Der Hausarzt zog einen Psychiater zu Rate und der meinte er solle es mit Ritalin versuchen, er hätte da schon Wunder erlebt.
Es half zwar nicht schlecht, aber es machte mich auch nervös und ich litt unter Herzklopfen.
Nun soll mir das neue Medikament mehr Impulse für den Alltag geben...
Auch das Citalopram half hier nichts und ich war tagsüber oft so müde wie andere Leute wenn sie Abends zu Bett gehen...
Eine Untersuchung in der Schlafklinik brachte auch nicht unbedingt Erkenntnisse, ausser dass ich Abends noch nicht nachweislich müde war und Morgens bei den Tests einschlief.
Niemand kann sich vorstellen wie schlimm es ist ständig todmüde zu sein und oft nicht mal das Nötigste im Haushalt erledigen zu können...
Der Hausarzt zog einen Psychiater zu Rate und der meinte er solle es mit Ritalin versuchen, er hätte da schon Wunder erlebt.
Es half zwar nicht schlecht, aber es machte mich auch nervös und ich litt unter Herzklopfen.
Nun soll mir das neue Medikament mehr Impulse für den Alltag geben...
Symptome: (Tagesmüdigkeit, Niedergeschlagenheit, div. körperliche Beschwerden, Ängste, ); Diagnose: (Depressionen)
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@ Phil,
ich schätze es sehr dass Du hier Dein Wissen weitergibst!
Wie ich schon geschrieben habe, kenne ich das Forum erst seit Kurzem. Nun habe ich gelesen wovor Du warnst und werde etwas unsicher...
Gibt es denn gar nichts was einigermassen "unbedenklich" ist? Was schlägst Du denn depressiven Menschen vor?
Wenn ich das so lese stecke ich ja in ständiger Lebensgefahr...
Gruss Biggy
ich schätze es sehr dass Du hier Dein Wissen weitergibst!
Wie ich schon geschrieben habe, kenne ich das Forum erst seit Kurzem. Nun habe ich gelesen wovor Du warnst und werde etwas unsicher...
Gibt es denn gar nichts was einigermassen "unbedenklich" ist? Was schlägst Du denn depressiven Menschen vor?
Wenn ich das so lese stecke ich ja in ständiger Lebensgefahr...
Gruss Biggy
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PhilRS
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Moment...
kämpfe im Augenblick mit der Technik, Antwort kurzgehalten:
Man kann es gegen Narkolepsie einsetzen (kurze, unwiderstehliche Schlafattacken tagsüber).
Außerdem kann der Arzt unter dem "Etikett" Therapiefreiheit sowieso alles versuchen, speziell wenn Anderes schon zwecklos war.
Die Begründung "wahre Wunder durch RITALIN" klingt aber reichlich ungenügend. ... wenigstens handelt es sich nicht um die vermutete ADHS-Diagnose (die leider in letzter Zeit häufiger wird) - das war ja in den gesetzten Links zu sehen, was ich meinte.
"Ständige Lebensgefahr" nein, weil man die akute Gefährdung durch Citalopram+RITALIN i.d.R. an den Symptomen erkennen kann, und das Absetzen im Akutfall Schlimmeres verhindert.
Ich werde (hoffentlich) nachher noch was raussuchen. Muss in ein paar Stunden erstmal zum Zahnarzt, und fühle mich ziemlich mies (blöde ZA-Angst).
Bis dann
-PhilRS.
kämpfe im Augenblick mit der Technik, Antwort kurzgehalten:
Man kann es gegen Narkolepsie einsetzen (kurze, unwiderstehliche Schlafattacken tagsüber).
Außerdem kann der Arzt unter dem "Etikett" Therapiefreiheit sowieso alles versuchen, speziell wenn Anderes schon zwecklos war.
Die Begründung "wahre Wunder durch RITALIN" klingt aber reichlich ungenügend. ... wenigstens handelt es sich nicht um die vermutete ADHS-Diagnose (die leider in letzter Zeit häufiger wird) - das war ja in den gesetzten Links zu sehen, was ich meinte.
"Ständige Lebensgefahr" nein, weil man die akute Gefährdung durch Citalopram+RITALIN i.d.R. an den Symptomen erkennen kann, und das Absetzen im Akutfall Schlimmeres verhindert.
Ich werde (hoffentlich) nachher noch was raussuchen. Muss in ein paar Stunden erstmal zum Zahnarzt, und fühle mich ziemlich mies (blöde ZA-Angst).
Bis dann
-PhilRS.
Dann wünsche ich erst mal alles Gute beim Zahnarzt! Die Angst kann ich gut nachvollziehen, kennt wohl fast jeder
((
LG Biggy
LG Biggy
Symptome: (Tagesmüdigkeit, Niedergeschlagenheit, div. körperliche Beschwerden, Ängste, ); Diagnose: (Depressionen)
Medikation: (Seropram bzw. Citalopram) >> (7 Jahre ) >> (...)
Zusätzlich: (Inderal gegen Herzrythmusstörungen, auch nach 7 Jahren nun abgesetzt, in letzter Zeit Ritalin);
Bisherige Absetzversuche: ()
Absetzverlauf (schleichend abgesetzt innerhalb von 9 Tagen): (danach Efexor) >> (Dauer, Dosierung) >> (...)
Medikation: (Seropram bzw. Citalopram) >> (7 Jahre ) >> (...)
Zusätzlich: (Inderal gegen Herzrythmusstörungen, auch nach 7 Jahren nun abgesetzt, in letzter Zeit Ritalin);
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Absetzverlauf (schleichend abgesetzt innerhalb von 9 Tagen): (danach Efexor) >> (Dauer, Dosierung) >> (...)
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PhilRS
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der Vollständigkeit halber:
Hi biggy,
beim Aufarbeiten letztens liegengebliebener Sachen fiel mir dieses Teil noch auf; damals eingescannt, aber nicht mehr gebracht -> hiermit nachgeholt.
<hr>
30.2 Serotonin-Syndrom
30.2.1 Ätiologie und Pathogenese
Das Serotonin-Syndrom ist insgesamt selten, auch bei Patienten, die mit einer Kombination aus zwei serotoninergen Medikamenten behandelt werden. Die meisten beschriebenen Fälle traten infolge von Medikamenten-Wechselwirkungen auf: Kombination von Medikamenten, die über verschiedene Mechanismen den zerebralen intrasynaptischen/extrazellulären Serotoninspiegel erhöhen (s. Tab.). Einzelfallberichte über das Auftreten eines Serotonin-Syndroms nach Monotherapie (meist nach Überdosierung) mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) oder Moclobemid sind mit Vorsicht zu bewerten. Häufige Kombinationen mit Neigung zur Entstehung eines Serotonin-Syndroms sind Tranylcypromin (Jatrosom® N) plus SSRI oder (weniger gefährlich) Moclobemid (Aurorix®) plus SSRI. Auch die Kombination Chlorpheniramin plus Brompheniramin (in Erkältungsmitteln) kann ein Serotonin-Syndrom auslösen.
Die Stimulation von postsynaptischen 5-HT1A-Rezeptoren im unteren Hirnstamm und im Rückenmark soll eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für die Entstehung des Serotonin-Syndroms sein. Weitere disponierende Faktoren werden vermutet.
30.2.2 Klinische Symptomatik und Krankheitsverlauf
Die Diagnose wird gestellt, wenn die diagnostischen Kriterien nach Sternbach (s. ... -unten- ) erfüllt sind. Die Symptomatik entwickelt sich in der Regel innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen nach Änderung der Therapie (Dosissteigerung und/oder zusätzliche Gabe eines Medikaments):
30.2.3 Risikofaktoren
Es wird eine Dosis-Wirkungs-Korrelation angenommen. Deshalb beeinflussen pharmakokinetische Parameter das Risiko:
* Lange Halbwertszeit:
MAO-Inhibitoren und einige SSRI (z.B. Fluoxetin) haben einen langen wash out (Verbleib im Körper), so dass beim Umsetzen von einem Medikament zum anderen ein Sicherheitsabstand von 5 Wochen eingehalten werden sollte, um Wechselwirkungen zu vermeiden.
* Metabolisierung einiger Medikamente
(z.B. Paroxetin, Fluoxetin) über CYP450 2D6, das bei bis zu 8% der einheimischen Bevölkerung eine verminderte Aktivität aufweist (sog. "poor metabolizer") >> erhöhte Serumspiegel >> erhöhtes Risiko.
30.2.4 Differenzialdiagnose
Hier ist insbesondere das maligne neuroleptische Syndrom (MNS) zu nennen ...
Im Gegensatz zu MNS sind die Patienten beim Serotonin-Syndrom hyperaktiv und haben häufig einen Tremor und eine Hyperreflexie. Außerdem beginnt das Serotonin-Syndrom schneller als das MNS.
30.2.5 Therapie
Auslösende Medikamente absetzen!
In 90% aller Fälle kommt es allein hierdurch zu einer Besserung innerhalb von 24 Stunden. Je nach Symptomatik sind ... (supportive Maßnahmen) notwendig:
(...)
Die Prognose ist insgesamt gut.
Nach Absetzen der auslösenden Medikamente und symptomatischer Therapie kommt es innerhalb von Stunden zur Besserung.
Fast alle beschriebenen Todesfalle waren durch die Kombination von SSRI mit MAO-Inhibitoren bedingt.
<hr>
Tab.: Substanzen, welche die Serotoninaktivität erhöhen und an der Ausbildung eines Serotonin-Syndroms beteiligt sein können (Auswahl).
FAZIT:
Wenn bei der Umstellung oder kurz danach nichts passiert ist, dann ist das Risiko jetzt jedenfalls geringer - ein begrüßenswerter Zustand ist das natürlich trotzdem nicht.
Alles Gute noch, Dein
-PhilRS.
beim Aufarbeiten letztens liegengebliebener Sachen fiel mir dieses Teil noch auf; damals eingescannt, aber nicht mehr gebracht -> hiermit nachgeholt.
<hr>
- Quelle ist
Prange/Bitsch: Notfallbuch Neurologie.
Wiss. Verlagsges. Stuttgart, 2002; S. 409ff. - Eigene Anmerkungen sind grün bzw. rot gehalten.
30.2 Serotonin-Syndrom
30.2.1 Ätiologie und Pathogenese
Das Serotonin-Syndrom ist insgesamt selten, auch bei Patienten, die mit einer Kombination aus zwei serotoninergen Medikamenten behandelt werden. Die meisten beschriebenen Fälle traten infolge von Medikamenten-Wechselwirkungen auf: Kombination von Medikamenten, die über verschiedene Mechanismen den zerebralen intrasynaptischen/extrazellulären Serotoninspiegel erhöhen (s. Tab.). Einzelfallberichte über das Auftreten eines Serotonin-Syndroms nach Monotherapie (meist nach Überdosierung) mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) oder Moclobemid sind mit Vorsicht zu bewerten. Häufige Kombinationen mit Neigung zur Entstehung eines Serotonin-Syndroms sind Tranylcypromin (Jatrosom® N) plus SSRI oder (weniger gefährlich) Moclobemid (Aurorix®) plus SSRI. Auch die Kombination Chlorpheniramin plus Brompheniramin (in Erkältungsmitteln) kann ein Serotonin-Syndrom auslösen.
Die Stimulation von postsynaptischen 5-HT1A-Rezeptoren im unteren Hirnstamm und im Rückenmark soll eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für die Entstehung des Serotonin-Syndroms sein. Weitere disponierende Faktoren werden vermutet.
30.2.2 Klinische Symptomatik und Krankheitsverlauf
Die Diagnose wird gestellt, wenn die diagnostischen Kriterien nach Sternbach (s. ... -unten- ) erfüllt sind. Die Symptomatik entwickelt sich in der Regel innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen nach Änderung der Therapie (Dosissteigerung und/oder zusätzliche Gabe eines Medikaments):
- Bewusstseinsstörungen:
Desorientiertheit, Verwirrtheit, Euphorie, Agitiertheit, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Halluzinationen, Bewusstseinstrübung bis zum Koma, epileptische Anfälle - Autonome Dysregulation:
Schwitzen, Diarrhöen, Fieber, Tachykardie (beschleunigter Herzschlag), Hyper- oder Hypotonie (erhöhter/verminderter Blutdruck), Tachypnoe (beschleunigte Atmung), Mydriasis (abnorm weite Pupillen), fehlende Pupillenreaktion, Flush (großflächige Hautrötung), Bauchschmerzen, Salivation (Speichelfluss) - Störung anderer neurologischer Systeme:
Hyperreflexie, Zittern, Tremor, Myoklonien, Muskelrigidität (Muskelsteifigkeit), Hyperaktivität, Koordinationsstörungen, Unruhe, Ataxie (Gangstörungen/-unsicherheit), Nystagmus ("Augenzittern"), Zähneklappern, Opisthotonus (extreme Rückbeugung des Körpers durch ungewollte Muskelanspannung), Trismus (Kaumuskelkrampf) - In schweren Fällen:
Disseminierte intravasale Gerinnung, Azidose, Ateminsuffizienz, Rhabdomyolyse, Nierenversagen, Herzrhythmusstörungen, ARDS, Koma, Tod
30.2.3 Risikofaktoren
Es wird eine Dosis-Wirkungs-Korrelation angenommen. Deshalb beeinflussen pharmakokinetische Parameter das Risiko:
* Lange Halbwertszeit:
MAO-Inhibitoren und einige SSRI (z.B. Fluoxetin) haben einen langen wash out (Verbleib im Körper), so dass beim Umsetzen von einem Medikament zum anderen ein Sicherheitsabstand von 5 Wochen eingehalten werden sollte, um Wechselwirkungen zu vermeiden.
* Metabolisierung einiger Medikamente
(z.B. Paroxetin, Fluoxetin) über CYP450 2D6, das bei bis zu 8% der einheimischen Bevölkerung eine verminderte Aktivität aufweist (sog. "poor metabolizer") >> erhöhte Serumspiegel >> erhöhtes Risiko.
30.2.4 Differenzialdiagnose
Hier ist insbesondere das maligne neuroleptische Syndrom (MNS) zu nennen ...
Im Gegensatz zu MNS sind die Patienten beim Serotonin-Syndrom hyperaktiv und haben häufig einen Tremor und eine Hyperreflexie. Außerdem beginnt das Serotonin-Syndrom schneller als das MNS.
30.2.5 Therapie
Auslösende Medikamente absetzen!
In 90% aller Fälle kommt es allein hierdurch zu einer Besserung innerhalb von 24 Stunden. Je nach Symptomatik sind ... (supportive Maßnahmen) notwendig:
(...)
Die Prognose ist insgesamt gut.
Nach Absetzen der auslösenden Medikamente und symptomatischer Therapie kommt es innerhalb von Stunden zur Besserung.
Fast alle beschriebenen Todesfalle waren durch die Kombination von SSRI mit MAO-Inhibitoren bedingt.
<hr>
Tab.: Substanzen, welche die Serotoninaktivität erhöhen und an der Ausbildung eines Serotonin-Syndroms beteiligt sein können (Auswahl).
- Erhöhte Serotonin-Synthese
- L-Tryptophan
Verminderter Serotonin-Abbau - Moclobemid (Aurorix®)
- Selegilin (Movergan®)
- Tranylcypromin (Jatrosom®)
- Isoniazid
Vermehrte Serotonin-Freisetzung - Amphetamine (dazu gehört das RITALIN !)
- Kokain
- Ecstasy
- Reserpin
Serotonin-Wiederaufnahmehemmer:
* SSRI - Fluvoxamin (z.B. Fevarin®)
- Fluoxetin (z.B. Fluctin®)
- Paroxetin (z.B. Tagonis®, Seroxat®)
- Sertralin (Gladem®, Zoloft®)
- Venlafaxin (Trevilor®)
- Citalopram (Cipramil®, Sepram®)
* Trizyklische Antidepressiva - Imipramin (z.B. Tofranil®)
- Clomipramin (z.B. Anafranil®)
Direkte Serotoninrezeptor-Agonisten - Buspiron (5-HT1A) (Bespar®, Busp®)
- LSD (5-HT2)
- Sumatriptan (5-HT1D) (Imigran®)
Andere - Brompheniramin
- Bromocriptin
- Chlorphenamin
- Lithium
- Tramadol
- Dextromethorphan (z.B. in Hustensaft)
- Pethidin
- Tilidin (+Naloxon in Valoron N® u.a.)
- A) Neuverordnung oder Dosissteigerung eines serotoninergen Medikaments
B) Vorliegen von mindestens drei der folgenden Symptome: - Bewusstseinsstörung
- Agitation (Aufgeregtheit ohne erkennbaren Grund)
- Myoklonien (Muskelverkrampfungen)
- Hyperreflexie (gesteigerte Reflexe)
- Schwitzen
- Frösteln
- Tremor (Zittern)
- Diarrhoe (Durchfall)
- Koordinationsstörung
- Fieber
C) Ausschluss anderer Ursachen: Infektionen, metabolische Störungen, Abusus oder Entzug von Substanzen - Keine kürzlich begonnene Therapie oder Dosissteigerung eines Neuroleptikums
FAZIT:
Wenn bei der Umstellung oder kurz danach nichts passiert ist, dann ist das Risiko jetzt jedenfalls geringer - ein begrüßenswerter Zustand ist das natürlich trotzdem nicht.
Alles Gute noch, Dein
-PhilRS.