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Grund für Zeit-verzögertes Auftreten von AbsetzSymptomen

Verfasst: 21.12.2021 17:40
von imFor
Hallo zusammen,

ich habe noch eine Frage, die ich wegen der Verlinkungsmöglichkeiten jetzt doch auch nochmal hier in dem "alten" Forum stelle

Warum können psychische u./o. körperliche AbsetzSymptome z.T. erst Wochen- o. Monate später auftreten?
Liegt es an den unterschiedlichen Anpassungsfähigkeiten/ -Schnelligkeit des ZNS des einzelnen Patienten?
Bei manchen treten die AbsetzSymptome ja recht schnell auf nach ein paar Tagen, max. wenigen Wochen auf.

Und ist es richtig, daß die Mediziner genau das dann als Ursprungserkrankung deuten, eben weil es erst Wochen-, bzw. Monate später
auftritt?
Wenn es nur wenige Tage nach Reduzieren/ Absetzen auftritt, dann sind es deren Meinung nach eher psychische AbsetzSymptome, eben
diese ReboundPhänomene?

Ich hoffe, meine Frage ist verständlich, bin extrem übernächtigt u. dementsprechend wenig Konzentration...
Viele Grüße,
imFor

Re: Grund für Zeit-verzögertes Auftreten von AbsetzSymptomen

Verfasst: 22.12.2021 09:36
von Straycat
Hallo imFor,

ich fürchte so exakt lässt sich das nicht beantworten, weil man ja nicht direkt sehen kann, was im Gehirn beim Absetzen vorgeht.
Aber ich vermute auch, dass es daran liegt, dass jeder Betroffene individuell auf das Absetzen reagiert.

Von dem was man in Betroffenenforen liest und auch von meinen eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass von manchen Medizinern alles als Wiederauftreten der Grunderkrankung fehldiagnostiziert wird. Da ist der zeitliche Zusammenhang fast egal und auch, ob man die Symptome schon vor dem Absetzen hatte oder ob sie neu sind. Ich vermute je nach Informiertheit des Behandlers differenzieren diese da besser oder schlechter.

Hier gibt es auch die Übersetzung eines Artikels zum Thema "Klassifizierung der Symptome": viewtopic.php?f=6&t=12480
Darin wird zwischen Absetzsymptomen, Reboundsymptomen und protrahiertem Entzug unterschieden.

Ich verschiebe den Thread noch in den Bereich "Diskussion" - da passt er besser hin.

Liebe Grüße,
Cat

Re: Grund für Zeit-verzögertes Auftreten von AbsetzSymptomen

Verfasst: 22.12.2021 17:48
von Felia
Hallo ihr,
Ich frage mich ob zeitverzögerter Entzug vorallem dann eintritt wenn man Psychopharmaka sehr lange eingenommen hat.
Als ich nach 11 oder 12 Jahren escitalopram abgesetzt habe kamen Entzugssymptome sehr zeitverzögert. Nach 0 aber auch schon vorher bei Dosisreduktion, was ich damals noch nicht in als Entzug erkannt habe. Jetzt nach Wiedereinnahme dosiere ich zwei ADS ab, unter anderem wieder escitalopram und jetzt fangen Absetzsymptome bereits nach ein paar Tagen an, steigern sich von Woche zu Woche aber der Beginn ist recht unmittelbar. LG Felia

Re: Grund für Zeit-verzögertes Auftreten von AbsetzSymptomen

Verfasst: 22.12.2021 19:24
von Dietrich
Hey Felia!
Ich hätte 16 Tage Prozac. Davor nie ein AD. 3 Monate später begannen extreme Angst- und Panikattacken aus dem Nichts. Soviel zu deiner Frage.
Grüße

Re: Grund für Zeit-verzögertes Auftreten von AbsetzSymptomen

Verfasst: 22.12.2021 19:30
von padma
hallo zusammen, :)

ein Faktor, wann Entzugssymptome auftreten, ist die HWZ. So ist es bei Fluoxetin (lange HWZ) sehr häufig so, dass Entzugssymptome sehr zeitverzögert auftreten, während z.B. bei Venlafaxin (kurze HWZ) sie teilweise schon beim Vergessen einer Einnahme auftreten.

Aber die HWZ ist dabei nur ein Faktor.

liebe Grüsse,
padma

Re: Grund für Zeit-verzögertes Auftreten von AbsetzSymptomen

Verfasst: 23.12.2021 16:47
von imFor
Hallo nochmal,

könnte dieser thread wohl in den Bereich "Hintergrundinformationen zu Psychopharmaka" u. damit in den
zukünftig öffentlich lesbaren Bereich verschoben werden?

viele Grüße
imFor