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Sport während des Entzuges

Verfasst: 15.06.2016 07:48
von Johanna_1
Hallo Ihr lieben,
ich versuche regelmässig etwas Sport zu treiben trotz meiner extremen Schmerzen. Bin ja seit 4 Wochen auf 0 mit dem Setralin und immer total erschöpft. Da es ja immer wieder heißt, man solle sich schonen während des Entzuges ...sich nicht verausgaben ist meine Frage ...ist es gut Sport zu machen. Ich fahre manchmal eine halbe Stunde Fahrrad...oder gehe schwimmen..oder zum Energydancekurs einmal die Woche. Ich versuche mich jeden Tag für eine halbe Stunde sportlich zu betätigen. Manchmal geht es mir danach schlechter als vorher. Aber nur manchmal. Ich hab natürlich Angst ob ich mir damit schade ...ob mein Körper oder meine Psyche das als Überforderung sieht?....Tja...wie ihr seht steht immer das Thema " Angst" im Mittelpunkt, weil das Vertrauen zum eigenen Körper flöten gegangen ist bei den vielen Symptomen.
Hat jemand von Euch da Erfahrungen oder eine Idee?
Liebe Grüsse
Sophia

Re: Sport während dem Entzug

Verfasst: 15.06.2016 11:14
von padma
liebe Sophia, :)

danke dir für das Eröffnen dieses Threads.

Sport kann enerseits sehr hilfreich sein, andererseits aber auch Symptome auslösen/verstärken (manchmal auch zeitverzögert). Das ist individuell sehr verschieden, daher gibt es keine allgemeine Regel.

Wichtig ist vorsichtig auszuprobieren, wieviel an Sport/Bewegung gut tut.
Ich versuche mich jeden Tag für eine halbe Stunde sportlich zu betätigen. Manchmal geht es mir danach schlechter als vorher. Aber nur manchmal. Ich hab natürlich Angst ob ich mir damit schade ..
Wirklich schaden tust du dir damit nicht. Die Frage ist, wieviel schlechter es dir damit geht. Wenn wirklich Symptome getriggert werden, die dich beeinträchtigen ist es sicherlich sinnvoll, genauer zu schauen. Vielleicht mithilfe eines Art Tagebuchs:
Ging es dir an diesen Tagen sowie so schon schlechter, oder waren da noch andere anstrengende Aktivitäten oder Stress?
Gibt es einen Zusammenhang zu der Art des Sportes?

Wahrscheinlich bedarf es etwas ausprobieren und gutes Beobachten, um herauszufinden, wieviel Sport dir gut tut.

liebe Grüsse,
padma

Re: Sport während dem Entzug

Verfasst: 15.06.2016 13:06
von LinLina
Hallo Sophia :-)

Danke für diesen thread :-)

Ich glaube es kommt immer individuell auf das Maß an Bewegung an, das jeder verträgt. Es ist ein achtsames ausprobieren und nachspüren, was noch gut tut, und was zu viel ist.

Ich komme auch ständig an meine Grenzen, und kann mich nicht viel Bewegen - andererseits denke ich oft, ich sollte doch mehr machen, um meine Muskel- und Gelenkprobleme nicht weiter zu verschlimmern.

Dennoch bringt es nichts, mich zu überfordern, weil ich dann jedes mal mit schlimmen Symptomen konfrontiert bin, die meinen Gesamtzustand verschlechtern.

Ich gehe jeden Tag ein wenig raus, immer so viel wie gerade geht, manchmal gehe ich (langsam und gemütlich) schwimmen. Sport, im Sinne einer starken körperlichen Anstrengung ist mir jetzt im Entzug überhaupt nicht möglich, aber ich denke es ist ein guter Kompromiss, immer so viel Bewegung einzubauen wie gerade gut tut.

Für mich, mit einer hohen körperlichen Grundanspannung die schnell zu starker innerer Unruhe kippen kann, ist starke Anstrengung zur Zeit sowieso eher kontraproduktiv, da das mein Nervensystem zu sehr puscht.

Aber oft wünsche ich mir so sehr, mich mal wieder richtig auspowern zu können. Ich war vor meinen Schmerzproblemen und der ganzen Medikamentenproblematik ein sehr aktiver Mensch, und bin damit oft an meine Grenzen gegangen (zu manchen Zeiten täglich 15 km joggen, + Hundespaziergang + Fahrrad fahren und Schwimmen, und fast jeden Tag Gymnastik/Yoga, manchmal weite Wanderungen und Radtouren), was einerseits eine Art Therapie für mich war, da ich so viele schlechte Gefühle abschütteln konnte, und das Freiheitsgefühl liebte, das die Bewegung mir gab, aber teilweise eben auch die Probleme, die ich jetzt habe, mit verursacht hat.

Ich besaß nie einen inneren "Schweinehund" was Sport und Bewegung betraf, im Gegenteil. Jetzt höre ich ständig von Ärzten/Physiotherapeuten, Bewegungsmangel und Angst vor Bewegung wären Schuld an meinen körperlichen Problemen, was bei mir überhaupt nicht zutreffen kann :-(

Deswegen denke ich jetzt, bei Sport ist es wie bei anderen Dingen sehr individuell, was und wieviel gut tut, und was eher schädlich wirken kann.

Ich würde es ganz ehrlich und aufmerksam beobachten, frei von Bewertungen wie "ich sollte mehr Sport machen" oder "ich darf im Entzug keinen Sport machen". Ich glaube, unsere Körper sagen uns ziemlich genau, was unsere Bedürfnisse sind, wenn wir lernen ihre Sprache richtig zu verstehen.

Liebe Grüße,
Lina

Re: Sport während dem Entzug

Verfasst: 15.06.2016 13:47
von Johanna_1
hallo lina, hallo padma,
danke für eure rückmeldung. es ist sicher richtig...auf seinen körper zu hören. früher wenn ich unruhe fühlte habe ich sport gemacht und die unruhe war danach weg. heute geht es nicht mehr...wenn ich unruhe spüre und mich dann körperlich betätige wird es schlimmer in form von massiven schmerzen und körperlichen symptomen. ach man...bin heute grad wieder verzweifelt. ich möchte so gerne mehr tun...aber ich fühle mich gefangen in dem ganzen sch :censored: . sorry
wie lange nur soll das noch dauern...was kann ein mensch aushalten?...ich bin so unsicher ob ich das alles so akzeptieren soll und aussitzen oder ob ich mich weiter um alternativen kümmern soll. manchmal glaube ich ich werde immer schwächer.
so...nun hab ich gejammert...geht es mir damit besser?...nicht wirlich. das einzig gute ist, dass ihr menschen seid, die das verstehen und die es aushalten so etwas zu lesen ohne dumme kommentare abzugeben. freunde sagen zu mir oft...du musst einfach weiter machen...arbeiten gehen und spaß haben, dann wird das alles schon wieder. sie haben keine ahnung was es heißt mit so einer massiven erschöpfung zu leben.
liebe grüsse
sophia

Re: Sport während dem Entzug

Verfasst: 24.06.2016 12:45
von sinua
Hallo Sophia,

ich habe auch mit dem Thema zu tun gehabt. Während des Ausschleichens ging gar kein Sport. Das war aber meist gar nicht fraglich, denn mir ging es so schlecht, dass Sport eh kein Thema war. Auch bei mir ist Erschöpfung eines der Hauptsymptome.
Im 2. Monat nach 0mg hat kurzer Ausdauersport bei mir noch stark getriggert. Habe dann erstmal nix gemacht, etwas später Gymnastik und dann ultralangsam Spaziergangzeit erhöht, nachdem es beim ersten Versuch (zu schnell zu lang) richtig schlimme Symptome gab.
Du kannst gerne bei mir im Thread (s. Signatur) nachlesen, wie ich es genau gemacht habe, die meisten Posts nach Erreichen der 0mg handeln davon.

Wenn ich versuche, meine Erfahrungen zusammenzufassen, dann so:
> Es ist wichtig, ein gutes Körpergefühl zu entwickeln: Höre auf deinen Körper - vor, während und nach dem Sport. Was sind deine Impulse? Wie geht es dir?
Mit Besserung meines Zustandes wuchs die Lust an und auf Bewegung. Das war auch schon beim Ausschleichen in den Tagen vor jeder neuen Reduktion so.
> Befreie dich so weit wie möglich von allgemeinen Regeln, guten Ratschlägen, universellen Empfehlungen und gut gemeinten Tipps Nicht-Betroffener (auch von Ärzten und anderen "Experten"):
Die Empfehlungen bzgl. Sport, Bewegung usw. sind auf Menschen mit einem "normalen" ZNS ausgerichtet. Nur jeder selbst kann bei sich beurteilen, ob es in der akuten Situation mehr nützt oder schadet. Siehe auch die Problematik, dass viele im Entzug keine Vitamine, NEMs etc. vertragen und das manchmal, obwohl sie da einen Mangel haben. Im Entzug gelten die "normalen Regeln" manchmal nicht.
Ich habe viel versucht und kann sagen: mein Körper sitzt am längeren Hebel. Ich konnte ihm nichts aufzwingen, wozu er nicht bereit war. Das brachte mir immer das Gegenteil.
Ich durfte/konnte meinen Körper nicht in ein Schema pressen, z.B. so wie andere trainieren oder wie schnell ich früher fit geworden bin. Weiteres Beispiel: In einer Welle muss ich anders trainieren als in einer Fenster-Phase.
> Bei mir machte hohe Herz-Kreislauf-Belastung die größten Probleme, wie bei Ausdauersport. Also alles, was einen hecheln, stark schwitzen und auspowern lässt. Diese Belastung war viel schlimmer für meinen Körper/Nervensystem als z.B. Kraftsport. Gymnastik hat mir gar keine Probleme gemacht, aber auch hier klein angefangen und langsam gesteigert.
> Wenn der Zustand es zulässt, in Richtung Ausdauersport zu gehen, aber man noch nicht wieder ganz gesund ist:
Nicht über, an oder direkt unter der Belastungsgrenze trainieren. Immer ein Stück unter der Belastungsgrenze bleiben, aber so weit oben, dass es einen Trainingeffekt bringt. Dadurch steigert man sich viel langsamer als Gesunde. Aber eben so weit wie möglich symptomfrei.
> Wenn man nach einer längeren Pause und entzugsbelastet wieder in regelmäßige Bewegung einsteigt, ist der Anfang die heikelste Phase. Mit wieviel Zeit und Intensität fängt man an? Wie schnell steigert man die Belastung in den ersten Tagen/Wochen/Monaten? Meine Erfahrung: unvorstellbar klein und langsam anfangen und wahnsinnig langsam steigern :)
> Das Ganze ist sehr individuell, jeder muss seinen eigenen Weg finden.
Mit Schmerzproblematiken und ob es Sinn macht, da reinzugehen mit Sport/Bewegung, kenne ich mich z.B. überhaupt nicht aus.

In asiatischen Philosophien und Kampfsportarten heißt es "Gehe mit, gehe nicht dagegen an."

Ich wünsche dir alles Gute,
Sinua

edit: Punkt ergänzt

Re: Sport während dem Entzug

Verfasst: 11.10.2016 01:01
von Straycat
Hallo,
ich kann mich euren Erfahrungen und Aussagen über Sport nur anschließen... Ich denke auch, dass es hier am wichtigsten ist, das eigene Maß zu finden und sehr gut in sich hinein zu hören.
Ich mache derzeit einmal die Woche eine Yogastunde, wobei ich derzeit aufgrund der starken Entzugserscheinungen in Krankenstand bin und daher nicht teilnehmen kann. Aber ich mache weiterhin - soweit es möglich ist - jeden Tag nach dem Aufstehen 4 Sonnengrüße. Das dauert ca. 8 Minuten und strengt mich körperlich nicht wirklich an - trotzdem merke ich einen deutlichen Anstieg meines Energielevels danach.
Es ist glaube ich völlig egal welche Art von Sport oder Bewegung man macht, Hauptsache man macht es eigentlich gerne. Dass es einzelne Tage gibt, an denen einem alles zu viel vorkommt, kenne ich auch. Ich habe mir für solche Tage eine Notfallliste angelegt. Da habe ich alle Kleinigkeiten notiert, die ich immer machen kann, egal wie es mir geht (zum Beispiel den Geschirrspüler ein- oder ausräumen, den Müll rausbringen, eine Dusche nehmen und mir eine Haarkur gönnen, meine Pflanzen gießen...). auch wenn das nur Winzigkeiten sind, helfen sie mir jedes Mal wenigstens irgendetwas zu tun, wenn ich das Gefühl habe gar nichts machen zu können. So baue ich mir schrittweise einige kleine Rituale auf, die ich einfach praktiziere, wenn es gerade ganz schlimm ist - ohne Druck und ohne Erwartung. Mir hilft das sehr, weil ich dann das Gefühl habe, wenigstens irgendetwas getan zu haben.
Jetzt schweife ich aber vom Thema Sport ab ;) Ich glaube, wenn es einem möglich ist, ist Bewegung in jedem Fall gut (sofern es keine physischen Gründe gibt, die dagegen sprechen). Aber auf jeden Fall sollten Dinge wie Erwartungen, Leistung und dergleichen dabei ausgeklammert werden. Es geht nicht darum Leistungen zu schaffen, sondern Freude an der Bewegung wiederzufinden. Sonst setzt man sich nur unnötig unter Druck, was wiederum den gegenteiligen Effekt hat, als der, den man erreichen will.

Ich drücke euch die Daumen, dass es bei euch gut weiterläuft und hoffe das Gleiche auch für mich ;)
Liebe Grüße,
Cat

Re: Sport während dem Entzug

Verfasst: 12.10.2016 11:59
von Straycat
Hallo ubik,
ubik hat geschrieben:
Ich glaube auch, dass Sport heilsam bei Depressionen ist.
Das ist definitiv auch so und es ist auch wissenschaftlich bereits nachgewiesen.
Hier ist ein objektiver Bericht zu diesem Thema von der Chochrane Seite medizin-transparent:
Sport als Antidepressivum?
Er gibt Auskunft über den derzeitigen Forschungsstand zur Frage, ob Sport wirksam gegen Depressionen eingesetzt werden kann.

Cochrane schätze ich vorallem ob ihrer Objektivität, da sie von keinen Pharmafirmen oder ähnlichem gesponstert werden, sondern völlig unabhängige Berichte veröffentlichen. Sie sind zwar etwas kritisch, was alternative Heilmethoden angeht, aber so wie ich das sehe aus dem Grund, dass sie einfach nur wissenschaftliche Studien zu bestimmten Themen untersuchen. Nachdem viele Heilmethoden wissenschaftlich ja (noch) nicht erklärbar sind, geben sie eben diese Forschungsergebnisse bei ihren Berichten wieder - allerdings ohne abwertende Kommentare gegenüber alternativer Heilmethoden, wie man sie sonst oft aus der Schulmedizin kennt (Zumindest wären mir solche wertenden Aussagen noch in keinem Cochrane-Bericht aufgefallen - allerdings habe ich natürlich auch nicht alle gelesen ;) )
Es gibt auch sehr viele andere interessante Artikel bei medizin-transparent und anderen Cochrane Seiten, z.B. über die Wirksamkeit von SSRI. Auch da geben sie die zusammengetragenen Fakten aus Studien wieder.

Sport hilft demnach nachweislich gegen Depressionen. Er wirkt vielleicht nicht so rasch wie Medikamente und geht Problemen nicht so auf den Grund wie Psychotherapie, aber er ist eine nebenwirkungsfreie Methode, Depressions-Symptome zu heilen. Alleine aufgrund der nicht vorhandenen Nebenwirkungen, würde ich einer Bewegungstherapie deshalb bei Depressionen, die nicht akut sind, den Vorzug geben. Befindet man sich gerade direkt in einer depressiven Episode kann es allerdings schwer sein, sich zum Sport aufzuraffen (mehr als es sonst schon für manche schwierig ist). Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Aber wenn man Sport vorbeugend und begleitend einsetzt, kann er wirklich helfen!

Liebe Grüße,
Cat

Re: Sport während dem Entzug

Verfasst: 12.10.2016 13:02
von Straycat
Hallo ubik,

ja klar, es bedarf einer Regelmäßigkeit und Beständigkeit, damit es nachhaltig hilft.
Ich finde es am besten, man baut sich eine Form von Routine auf. Dabei ist es meiner Meinung nach komplett egal, welche Art von Bewegung man ausübt. Man sollte die Bewegung einfach in den Alltag integrieren, so dass man es genauso selbstverständlich macht, wie Zähne putzen.
Dabei muss ich natürlich festhalten, dass das in einer akuten depressiven Phase schlichtweg nicht möglich ist. Da kann man sich einfach nicht bewegen. Aber sobald die Phase abklingt, geht es dann und dann muss man dabei bleiben, auch wenn es einen manchmal nicht so freut. Obwohl ich es am sinnvollsten finde, wenn man tatsächlich die Freude an der Bewegung wiederfindet. Das ist - wie ich aus eigener Erfahrung weiß - nicht immer leicht. Aber es ist definitiv möglich, auch wenn man dafür vielleicht mehrere Anläufe braucht.

Ich weiß von vielen Freunden, die ebenfalls Depressionen haben, und Sport gemacht haben/haben, dass diese dann schnell in einen Leistungsdruck gekommen sind. Sie wollten viel zu schnell besser und schneller und trainierter werden. Darin sehe ich eine gewisse Gefahr, wenn man die Bewegung, die man aus therapeutischen Gründen macht, zu sehr mit einer sportlichen Leistung oder gar dem erreichen medial aufgezwungener Schönheitsideale verknüpft.
Ich versuche mir immer vor Augen zu halten, dass die Leistung ist, dass ich Bewegung mache - und nicht wie schnell, wie weit oder wie intensiv. Vielleicht kommt mir da auch meine mangelnde Konkurrenzkampf-Freude zugute ;) Ich finde das vergleichen mit anderen nämlich eher lästig und unnötig, als anspornend. Ich will nicht besser als jemand anderer sein, sondern einfach die optimale Version von mir selbst :) Klingt doof, aber so ist es wirklich!

Finde ich super, dass dir das Joggen so geholfen hat. Mir gibt regelmäßiges Yoga seit Anfang des Jahres viel mehr Kraft. Es hat einfach so viele unterschiedliche positive Effekte.
Klar helfen Antidepressiva schneller - und ich muss mir eingestehen, dass ich sie auch lange Zeit unreflektiert genommen habe, ohne zu ahnen, welche massiven Auswirkungen sie auf mich, meine Wahrnehmung und mein Leben haben. Aber jetzt bin ich - so hoffe und glaube ich - auf dem richtigen Weg die AD abzusetzen und zu neuer Lebenskraft zu finden!

Liebe Grüße,
Cat

Re: Sport während des Entzuges

Verfasst: 02.03.2017 18:13
von padma
ein Beitrag von Carlotta:
Was Du allerdings unbedingt vermeiden solltest, ist Sport in den Abendstunden. Der verhindert speziell im Entzug den Schlaf! Wenn, dann morgens oder mittags. Überhaupt kann Sport Entzugssymptome triggern, das wird häufig unterschätzt. Es gibt Menschen, die vertragen ihn gar nicht im Entzug. Verträglichere Alternativen wären sanfte Yogaübungen und Spaziergänge, die man sicher auch abends machen kann. Aber alles, was den Körper aufputscht, ist bei uns Betroffenen kontraproduktiv. Bei Nicht-Entzügigen kann Sport gut dazu beitragen, Stresshormone abzubauen, bei uns führt anstrengendere Bewegung tendenziell zu vermehrter Stresshormon-Produktion. Das liegt daran, dass die Medikamente natürliche Prozesse völlig aus dem Lot gebracht haben. :shock:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 60#p181560

Re: Sport während des Entzuges

Verfasst: 02.03.2017 18:25
von Mole25
Hi Padma,
das kann ich nur bestätigen. Ich habe im Nachbars Garten bis 18:00 Uhr gearbeitet. Dachte ich könnte gut schlafen. Ich war die ganze Nacht wach.
Mole
bin übrigens bei 8,5mg Citalopram. Immer noch heftige Entzugssymptome.

Re: Sport während des Entzuges

Verfasst: 03.03.2017 18:12
von Arianrhod
Hallo Johanna, ich seh es so: WEnn es dir gut tut und du merkst, es hilft dir, dich in deinem Körper wohlzufühlen dann ja, ist aber Sport oder zum Sportgehen ein weiterer Stressfaktor in deinem Leben und setzt dich gar unter Leistungsdruck dann ist das nicht so gut für den Entzug.
liebe Grüße Arian

Re: Sport während des Entzuges

Verfasst: 05.03.2017 08:02
von gelblack
Hallo zusammen,

Carlotta trifft 100% auf mich zu. Sport war schon immer ein großer Teil meines Lebens. Aber im Entzug spielt das ZNS einfach nicht mit. Ich habe laufend die Situation dass ich mich gut fühle und Bewegungsdrang verspüre. Dem erliege ich dann, gehe ins Fitness oder mal wieder etwas in die Berge. Und es tut mir so gut im Moment ... allerdings sind massive Schlafstörungen die Quittung und meist 2 Wochen Ruhe geben erforderlich. Ich hoffe das regelt sich nach null wieder.

Euch alles Gute!!
gelblack

Re: Sport während des Entzuges

Verfasst: 26.04.2017 09:47
von Gwen
Hallo zusammen, ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir mit einem gewissen Bewegungsausmass besser geht und die Müdigkeit und Erschöpfung abnehmen.

Aber nur, wenn die Akutphase (Zeit direkt nach dem Reduktionsschritt) vorbei ist. In der Akutphase bin ich so wenig belastbar, dass ich schon angestrengt bin wenn ich im Haus die Treppe schnell hoch laufe. In der Stabilisierungsphase (zwischen den Absetzschritten) hab ich es aber schon geschafft, drei Mal die Woche Laufen zu gehen und mein Körper hatte anscheinend richtig Spaß: die Beine wollten Laufen und ich fand von ganz allein einen gleichmäßigen (zugegebenermaßen langsamen) Rhythmus. Wenn ich noch in der Akutphase bin, merke ich das direkt, weil meine Beine dann nicht wollen, sich kein Rhythmus einstellt und es eher eine Quälerei ist, wenigstens eine kurze Runde durchzuhalten.

Ich versuche dann aber trotzdem wenigstebs Spazieren zu gehen, um an die "frische Luft" zu kommen. Und ich habe das Gefühl, dass ich mich zuhause wenn ich rumsitze mehr in meinen Gedanken drehe als draußen bei Bewegung.

Re: Sport während des Entzuges

Verfasst: 11.07.2017 12:59
von Terko
Hallo,

meine Erfahrung zu Depresion und Sport. Auf jedenfall machen. Ich mache Fitness an Geräten, in der Klinik begonnen und weiter gemacht. Ich kann dabei die Anstrengung kontrolieren und bei den Isolationsübungen verschiedene Muskeln belasten. :sports:
Mit Ausdauer Sport wie z.B. Laufen, HotIron etc. komme ich nicht klar, dort ist mir die Anstrengung zu Kontinuierlich ansteigend.
Bei dem Grätetraining hab ich 3 mal (45sec Übung, 2min Pause) nächstes Gerät. Netter Nebenefekt die Figur ist besser geworden. :D

LG Terko

Re: Sport während des Entzuges

Verfasst: 13.07.2017 09:19
von Terko
Ich möchte noch was ergänzen:

Meine Erfahrung, es ist eine echte Herausforderung als Normalo mit dem regelmäßigem Sport anzufangen. Mir hat zu Anfang ca. 1 Jahr lang immer irgendwas geschmerzt. Mein Sportortopähde sagte mir das es normal sei da nun alles gefordert würde, weitermachen, aushalten es geht vorbei. Stimmt, er hatte Recht. Ich hatte sogar die Sehnen der Finger gereizt :cry:
Heute habe ich nur noch Muskelkater :roll: .
Muskulärebeschwerden gehören bei mir der Vergangenheit an, keine Nacken-, Schulterverspannungen mehr. Mein Gewicht ist normal, meine Figur hat sich verbessert ich essen alles was ich will. Habe auch nie eine Diät gemacht. Und ich sitze Beruflich den ganzen Tag.

War beruflich auf einer Fortbildung zu Thema Demenz: Das wichtigste was man für ein Gehirn machen kann ist Bewegung und am besten unterschiedlichste. Was hat das mit uns tuhen, das Gehirn wird durch die Bewegung und den damit verbundenen Vorgängen aktiviert es bildet neue Verbindungen etc. auf PET Aufnahmen kann man sehen wie toll Bewegung des Körpers für ein Gehirn ist. These: Wenn sich unser Hirn beim Absetzen wieder remodulieren muss ist eine gute Aktivierung bestimmt nicht nachteilig.

Fangt an euch zu bewegen, probiert: Fitness, Yoga, X - Fit und was es noch alles gibt. :party2: Wer denkt das die Bewegung auf der Arbeit ausreichend ist irrt es sind meist immer die gleichen. :zombie: und das bringt nichts. Und Sudoku oder Kreuzworträtsel sind auch nicht geeignet das Hirn zu aktivieren, es fragt nur gelerntes ab. :frust:

Lg Terko

Re: Sport während des Entzuges

Verfasst: 18.07.2017 17:02
von Moselaner
Hallöchen
Für mich eine unmögliche Vorstellung. Ich brauche 20 Minuten aufzustehen, nachdem ich 1 stunde schon wach bin.
ich kann im Moment nicht mal 200m gehen um mir was zu essen zu besorgen. ich geh meist abends kaufen und koche für 4 tage zum bsp Chili, weil ich nicht mal kraft zum kochen habe.
also Sport undenkbar .
viele grüße m.

Re: Sport während des Entzuges

Verfasst: 30.06.2021 15:20
von Jadenfit
Hallo,

ich möchte mich vielleicht nicht als "Paradebeispiel" zählen, da ich neben meinem zu reduzierenden NL noch 2 andere PP einnehme, aber bei mir geht glücklicherweise jede Sportart sehr gut. :)

Ich gehe reglemäßig ins Fitnessstudio und joggen, beides mache ich dann ca. 30 min - 1 Stunde.

Für mich ist der Sport ganz essenziell in meinem Leben, da ich ihn als Ausgleich für meinen Alltag nutze.

LG

Jaden