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PMS/Zyklusbeschwerden, Wechseljahre und weibliche Hormone

Verfasst: 13.10.2014 12:44
von drehwurm
LIebe Foris, vor allem die Damen unter Euch ;-)!

Ich kämpfe ja immer wieder mit PMS, mal mehr, mal weniger intensiv. Wie auch immer, irgendwo hab ich mal gestreift beim Lesen, dass man zu Zyklusbeginn am besten Dosis reduzieren kann...
OB ich das so richtig mitgenommen habe?

Wie auch immer, mein aktuelles Problem ist, dass ich dieses Mal mit 24 Tagen viel zu früh dran bin. Und der Plan war ja, dass ich die erste Reduzierung um ca. 10% vornehme, wenn die HautOP in Lokalanästhesie vorbei ist. Die ist am 13.11.! Eigentlich wäre das total gut rausgegangen. Die OP abwarten, noch ein paar Tage mitnehmen, dann mit Beginn der Regel reduzieren...
Aber jetzt? Ich kenne Zyklusunregelmäßigkeiten von mir, ich nehme ja auch Mönchspfeffer (Agnus castus). Damit war es halbwegs okay.
Jetzt ist zu befürchten, dass zum OP-Zeitpunkt schon in der ersten Zykluswoche stecke...ist das relevant?

Wie nah nach Zyklusbeginn, also Regelbeginn kann man das Reduzieren denn machen?

Im Voraus danke an alle!
drehwurm
Gibt es Erfahrungswerte?

Re: Frage zu PMS/Regel und Absetzen

Verfasst: 14.10.2014 13:05
von Dia_HB
Huhu drehwurm,

ich leide wie du an pms und das nicht gerade wenig, ich kann nie sagen wann da was anfängt, ich habe mal alle 4 bis 12 Wochen meine Regel, pms tauchen auch Wochen vorher auf, also könnte ich nie runterdosieren, weil der Zyklus so schwankt.
Allerdings ist es nicht schlimmer beim abdosieren, wenn die Regel dann doch kommt, bei mir ist es das Gegenteil, eben besser.
Ich denke es ist immer verschieden von Frau zu Frau.

Liebe Grüße Heike

Re: Frage zu PMS/Regel und Absetzen

Verfasst: 14.10.2014 14:05
von Jamie
Hallo,

also ich bin (auch dank Pille) zyklusstabil und zudem auch nicht sonderlich empfindlich, was den Zyklus und Abdosieren betrifft.
Zumindest ist mir bei meinem Benzoentzug da nichts aufgefallen.
Ich weiß aber von einer sehr versierten Userin hier, deren Name ich aber nicht nennen will (hoffe, das ist okay?), dass sie auch total Probleme mit dem Ausschleichen ihres ADs hat und es nur dann klappt, wenn sie es sich so legt, dass sie die Dosisreduktion auf den Menstruationsbeginn (in etwa) legt.

Vielleicht hilft dir die Info ja?
Viele Grüße
Jamie

Re: Frage zu PMS/Regel und Absetzen

Verfasst: 14.10.2014 16:50
von pina
Hallo,

ich habe einen regelmäßigen Monatszyklus,
leide aber auch am PMS. Bei mir ist es so,
das ich eine Wochen vor der Periode
in ein Depressionsartiges Tief falle bzw
gefallen bin. Ich habe inzwischen heraus
gefunden, das ich zu dieser Zeit ein Progesteron
Mangel habe und nehme in dieser Zeit
einmal täglich Uterogest ein, ein natürlicher
Progesteron Ersatz. Inzwischen geht
es mir dadurch viel besser. Keine extremsten
Tiefs mehr. :)

Das Absetzten lege ich bewusst auf den ersten Tag
meiner Periode, da ich so genug Zeit bis zu meiner
Tiefpunkt Phase habe, denn das Absetzen und
die Periode beeinflussen sich bei mir schon,
aber es ist schon viel besser wie vor ein paar
Monaten.

LG
Pina

Re: Frage zu PMS/Regel und Absetzen

Verfasst: 14.10.2014 17:06
von pina
Hier ein informativer Link zum Thema
PMS:

http://www.dr-neidert.de/index.php/prae ... es-syndrom

Uterogest ist eines der natürlichen Hormone. Bekomme
ich vom Frauenarzt. Es gibt auch eine Creme, dazu die Links
in dem Artikel beachten.

LG
Pina

Re: Frage zu PMS/Regel und Absetzen

Verfasst: 14.10.2014 18:02
von drehwurm
Danke erstmal für Eure Antworten!

@pina: Utrogest hatte ich schon mal in der SChwangerschaft... ich war wahnsinnig müde damit...
Und wegen des PMS nehme ich ja Mönchspfeffer, eine Pille kommt für mich nicht in Frage.

Ich werde abwarten müssen, wie es mit diesem Zyklus weitergeht. Vermutlich werde ich mit dem ersten Reduzieren in der ersten Zykluswoche, also zum Ende der Periode landen... Vielleicht passt das ja, ist aber auf alle Fälle besser, als den Start ins PMS reinzulegen...

LG drehwurm

Re: Frage zu PMS/Regel und Absetzen

Verfasst: 14.10.2014 23:26
von sun7819
@pina:

danke für den tip mit uterogest :)
mir geht es seit absetzen der pille vor knapp einem jahr stimmungsmäßig genauso eine woche vor eintreten der periode.
das AD hat dies ein wenig abgeschwächt aber es war zu spüren.
wenn ich in geraumer zeit das AD ausschleiche dann werde ich das uterogest auch probieren.

lg sun

Re: Frage zu PMS/Regel und Absetzen

Verfasst: 15.10.2014 11:18
von drehwurm
@pina: ich werde mir das durch den Kopf gehen lassen. Dafür müsste mir das Utrogest ja meine Freunärztin verschreiben, und ich weiß nicht, ob sie da wirklich die Notwendigkeit sieht. Sie war damals mit dem Mönchspfeffer sehr überzeugt, und der hat ja auch die Progesteronwirkung, nur eben pflanzlich, nicht gleich als synthetisches Medikament...
Mir geht es nicht so wie Euch gleich eine ganze Woche schlecht, im Normalfall sind es ein bis maximalst drei Tage, wo es etwas bergab geht. Nur das heftige Kopfweh scheint pünktlich am Tag vor bzw. zum Regelbeginn System zu haben...

Wenn ich die erste Reduzierung nun in der ersten Zykluswoche vornehme, dann habe ich immernoch gute zwei bis zweieinhalb Wochen, wo ich von PMS verschont wäre. Da müsste ja dann der Effekt des Reduzierens schon merkbar geworden und damit unterscheidbar sein, oder?
Insgesamt habe ich ja sowieso keine Ahnung, wie ich auf das Reduzieren überhaupt reagiere... ich hoffe ja immernoch, dass ich es halbwegs gut wegstecke und keinesfalls so schlimm Schwindel und Co. haben werde, wie beim ganz absetzen...
Diese Unsicherheit tut mir nicht gut, aber noch ein paar Wochen, dann weiß ich es...

Re: Frage zu PMS/Regel und Absetzen

Verfasst: 15.10.2014 17:52
von pina
Ich komme mit fünf bis zehn % Schritten
recht gut zurecht. Habe drei Kinder und
kann es mir allein deswegen schon nicht erlauben
höher zu reduzieren. 10% werden bei mir schon
kritisch, aber darunter geht ganz gut.
Bis auf Haut und Gewicht, aber das liegt
sicher auch am Reduzieren überhaupt.
Es ist auch abhängig davon, wieviel Stress oder wie
fit Du gerade bist.
Mit der Einnahme zum Perioden beginn, kannst Du das
eigentlich gut unterscheiden und ist eine ideale Lösung
bei diesem Problem.
Wie genau Du auf das reduzieren reagierst und
in welcher Dosis wirst Du selbst heraus finden.
Du schaffst das.
LG, Pina

Uterogest ist auch ein natürliches Hormon.

Re: Frage zu PMS/Regel und Absetzen

Verfasst: 15.10.2014 20:22
von drehwurm
@pina: danke, hab ganz großen Dank! Deine Zeilen sorgen gerade echt für Beruhigung bei mir! Ich habe ja mit den Kindern auch nicht so viel Regenerationszeit. Ich muss mir die Zeitpunkte schon halbwegs günstig legen. Aber ich hoffe, es läuft bei mir mit den 10% maximal dann auch...
Ein erster Gedanke war, dass ich von KügdemdemKügelchen immer 5 wegnehmen könnte, das wären dann keine vollen 10% und auch keine so krumme Zahl.... Ach, abwarten, es sind noch vier Wochen bis dahin...

LG vom heute müden drehwurm

Re: Frage zu PMS/Regel und Absetzen

Verfasst: 16.10.2014 14:36
von pina
Nichts zu danken, dafür sind wir ja alle hier ;)
Wichtig ist einfach sich Zeit zu lassen, auch wenn das schonmal einer der Punkte ist
die einen mit in den Wahnsinn treiben. Eine schönen Zeit ist es nicht und
das abwarten lässt einen auch schonmal verzweifeln.
Aber wie bereits geschrieben, im Verhältnis sind 90% der Zeit bei einer langsamen
Reduzierung auch mit Familie und Beruf gut zu schaffen, auch wenn es nicht immer einfach ist.
Was bei mir überhaupt nicht geht ist Alkohol und bestimmte Sorten an Medizin.
Gegen kribbelnden oder schmerzenden Beine aber auch Kopf jucken, nehme ich wenns akut ist,
3 Tabletten vom Schüsslersalz Nummer 7 und lutsche diese (Magnesium). Das hilft mir gut.

Viel Erfolg :)

PMS/Zyklusbeschwerden/Wechseljahresbeschwerden

Verfasst: 25.01.2016 11:35
von LinLina
Hallo,

viele Userinnen berichten von verstärkten Zyklusbeschwerden oder -veränderungen während der Medikamenteneinnahme und/oder dem Absetzen. Bei manchen kommt die Periode sehr unregelmäßig, manchmal bleibt sie ganz aus oder setzt beim Reduzieren erstmals wieder ein. Infolgedessen ist der Körper zusätzlich "durcheinander" und verschiedene zusätzliche Beschwerden machen den Symptomverlauf beim Absetzen noch unberechenbarer.

Auch die eigentlichen Entzugssymptome können sich an bestimmten Punkten des Zyklus verschlimmern, z.b. kurz vor den Blutungen, währenddessen, oder auch während des Eisprungs.

Bei mir nehmen vor allem Muskelverspannungen, Müdigkeit und depressive Verstimmungen in der Woche bevor ich meine Periode bekomme deutlich zu. Währenddessen bin ich vor allem erschöpft und unkonzentriert und habe oft starke Muskelschmerzen. Danach wird es rasch wieder etwas besser.

Ich handhabe es jetzt meist so, dass ich meinen Reduktionsschritt zum Einsetzen der Blutung mache, weil das am besten mit meinem Entzugssymptomverlauf passt. Meine schwierigste Entzugswoche ist meist die 2. Woche nach dem Reduzieren, gleichzeitig ist dies in meinem Zyklus die leichteste Zeit. Ich denke, jede hat da einen ganz eigenen Rythmus, aber es gibt sicher Tipps und Erfahrungen die etwas helfen können.

Daher entsteht hier eine Sammlung von Berichten über zyklusabhängige Beschwerden während des Absetzens und Möglichkeiten damit umzugehen.

lg Lina

Re: PMS/Zyklusbeschwerden

Verfasst: 25.01.2016 11:37
von LinLina
Leni hat geschrieben:Bei mir hat das Absetzen /Reduzieren des PP immer zu einer kurzzeitigen SD-Unterfunktion geführt. Indirekt war damit auch die Steuerung der weibli. Hormone wie Östrogen und Progesteron betroffen, die bei einem Mangel/einer Inbalance die PMS auslösen können. Da ich aufgrund meiner SD-Fehlfunktion sowieso schon in der Unterfunktion war, hat das Absetzen des PP meiner Meinung nach meine eigentliche Unterfunktion nur noch verstärkt und ich habe zusätzliche Probleme mit den PMS bekommen. In den Blutwerten war davon nicht viel zu sehen, da sie immer im Rahmen lagen. Gespürt habe ich das aber heftig.

Geholfen hat mir dagegen das Trinken von verschiedenen Tees. Bei Problemen in der ersten Zyklushälfte ein Beruhigungstee mit Hopfen und Melisse (wirkt östrogenartig) und bei Problemen in der zweiten Zyklushälfte Frauenmanteltee (wirkt progesteronartig). An den Hormonspitzentagen auch gerne mal drei Kannen Tee am Tag. Ich habe mich da an einer graf. Dastellung der Hormonverläufe im weibl. Zyklus orientiert und das hat wunderbar funktioniert.

Nachträglich habe ich bei mir auch gemerkt, dass die meisten Zyklusprobleme dann entstanden sind, wenn das Ende einer Reduktionsphase mit dem Zyklusbeginn (Tag 1-3) zusammenfiel.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 87#p128087

Re: PMS/Zyklusbeschwerden

Verfasst: 26.01.2016 18:34
von padma
hallo zusammen,

hier gibt es einen Erfahrungsthread zum Thema
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=50&t=8980

lg padma

Re: PMS/Zyklusbeschwerden

Verfasst: 04.04.2016 10:11
von Penelope
Ich merke das bei mir auch sehr stark. Kurz nach dem Eisprung und vor den Tagen sind die Symptome am schlimmsten. Gut wäre, auf Kaffee zu verzichten. Aber ich schaffe das selten. Bin Kaffee-süchtig. Trinke zwar nur zwei Espressi, aber das reicht bei mir schon, um Stimmungsschwankungen zu generieren.

Mir ist klar, dass einige hier nicht an die Serotoninthese glauben. Ich tue es aber schon. Gerade die Verschlimmerung in der zweiten Zyklushälfte ist ein starkes Hinweis darauf, dass Serotonin ein wichtiger Faktor ist. In der zweiten Zyklushälfte sinkt das Östrogen, was die Serotoninsynthese nicht mehr zusätzlich unterstützt. Je nachdem, wie leer die Serotoninspeicher sind, dauern die Symptome auch noch während der ersten Zyklustagen an, wobei es sich dann in der Woche vor dem Eisprung deutlich bessert.

Re: PMS/Zyklusbeschwerden

Verfasst: 04.04.2016 10:33
von LinLina
Hallo Penelope :-)
Mir ist klar, dass einige hier nicht an die Serotoninthese glauben. Ich tue es aber schon. Gerade die Verschlimmerung in der zweiten Zyklushälfte ist ein starkes Hinweis darauf, dass Serotonin ein wichtiger Faktor ist. In der zweiten Zyklushälfte sinkt das Östrogen, was die Serotoninsynthese nicht mehr zusätzlich unterstützt. Je nachdem, wie leer die Serotoninspeicher sind, dauern die Symptome auch noch während der ersten Zyklustagen an, wobei es sich dann in der Woche vor dem Eisprung deutlich bessert.
Serotonin ist eine ganz wichtige Substanz, die zahlreiche Körperfunktionen (mit-) reguliert, ich glaube, dass das hier kaum jemand anzweifelt :-)

Die Serotoninhypothese bezieht sich jedoch speziell darauf, dass psychische Symptome, vor allem solche, die sich eher depressiv äußern, grundsätzlich durch eine verminderte Konzentration des Serotonins im synaptischen Spalt entstehen.

Die Argumente die du anführst, sind nur Indizien, die genauso gut anders gedeutet werden können, und viele andere Dinge können ebenfalls zu systemischen Beschwerden führen. Für die Serotonin-Hypothese als Ursache von Depressionen gibt es kaum Belege, aber viele Anzeichen dass sie nicht zutrifft, oder evtl. nur in wenigen Fällen. Sie ist nur eine Marketing-Strategie, die leider immer wieder unkritisch übernommen wird.

Lies bitte auch hier warum wir hier im Forum nicht über das chemische Ungleichgewicht der Neurotransmitter diskutieren wollen.

lg Lina

Re: PMS/Zyklusbeschwerden

Verfasst: 04.04.2016 12:19
von Annanas
Hallo Penelope,
Mir ist klar, dass einige hier nicht an die Serotoninthese glauben. Ich tue es aber schon. Gerade die Verschlimmerung in der zweiten Zyklushälfte ist ein starkes Hinweis darauf, dass Serotonin ein wichtiger Faktor ist. In der zweiten Zyklushälfte sinkt das Östrogen, was die Serotoninsynthese nicht mehr zusätzlich unterstützt. Je nachdem, wie leer die Serotoninspeicher sind, dauern die Symptome auch noch während der ersten Zyklustagen an, wobei es sich dann in der Woche vor dem Eisprung deutlich bessert.
Ich glaube nicht, daß es etwas mit dem Serotonin zu tun hat - sehr viele Frauen leiden ca. 1 Wo vor der Menstruation u. am Anfang der Blutung unter verschiedenen Symptomen, die unter PMS zusammengefaßt sind. Da müßten ja 3/4 aller Frauen unter Serotoninmangel leiden.
Es ist eher von einer Hormondysbalance auszugehen, dh. vor dem Eisprung hat das Östradiol (Östrogen) seinen höchsten Stand erreicht - wenn ein Eisprung erfolgt (nur dann) steigt das Progesteron an u. übernimmt die Führung. Kommt es zu keiner Schwangerschaft, fallen beide Hormone ab und es kommt zur Blutung. So weit der normale Werdegang.

Durch Stress, Umweltgifte (sehr viel östrogenähnliche Wirkungen, z.B. Weichmacher in Plastik), Medikamente und vieles andere mehr, gerät dieses Gleichgewicht in eine Schieflage (meistens durch zu viel Östrogene u. zu wenig Progesteron im Verhältnis) und es entstehen Zysten in der Brust oder in den Eierstöcken, Migräne und die als PMS bekannten Beschwerden u. z.T starke Monatsblutungen. Da Progesteron das Wohlfühlhormon der Frau ist und u.a. eine antidepressive Wirkung besitzt, können auch die Stimmungsschwankungen u. Gereiztheit vor der Regel bei zu wenig davon, erklärt werden.

Meistens hilft bei PMS schon Mönchspfeffer (Agnus Castus) oder eine Progesteroncreme.

LG Anna

Re: PMS/Zyklusbeschwerden

Verfasst: 04.04.2016 16:12
von Annanas
Hallo Penelope, da kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner - deshalb nur nochmal kurz:
Das ZNS und der Körper sind im Stress durch das Absetzen - bei Stress wird vermehrt Cortisol gebildet, um besser mit den Streßreaktionen umgehen zu können. Cortisol wird in der Nebennierenrinde vorrangig aus Progesteron gebildet, dh. in Stress-Situationen wird der Progesteronspeicher ganz schnell geleert - Östradiol bleibt aber in konstanter Höhe, so daß es zu einem Ungleichgewicht kommt, was die Beschwerden auslöst.

Wenn deine These stimmen würde, müßten die Frauen ja in und nach den Wechseljahren alle in Depressionen verfallen, weil das Östrogen stark zurückgeht. Aber die Frauen bekommen meistens am Anfang der WJ Probleme, weil zuerst das Progesteron weniger wird (durch fehlende Eisprünge) und dann kann es zu Angstattacken, Stimmungsschwankungen usw kommen, Östrogen sinkt erst später.

Dazu noch meine persönliche Erfahrung: Wie in meiner Signatur erkennbar, nahm ich in hoher Dosierung Venlafaxin - also hätte ich bei sinkendem Östrogenspiegel durch meine Eierstock-OP, ja überhaupt keine Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Muskelschmerzen usw bekommen dürfen, weil das Medikament den Spiegel an Serotonin (nach deiner Aussage) hochhält. Aber leider trat das Gegenteil ein.

Das war's dann, ich könnte noch weiter ausführen, aber das sprengt dann den Rahmen des Forums,

lG Anna

Re: PMS/Zyklusbeschwerden

Verfasst: 06.04.2016 14:17
von Penelope
Hallo Anna

Das mit dem gemeinsamen Nenner würde ich jetzt noch nicht behaupten :-) Vielleicht verstehen wir uns gegenseitig noch nicht ganz.

Die Sache mit den Wechseljahren oder auch PMS verhält sich ja ganz anders, wenn man nicht mit einem Absetzsyndrom zu tun hat. Natürlich bekommen nicht alle Frauen in den Wechseljahren Depressionen, und bei PMS übrigens auch nicht. Aber wir gehen hier doch davon aus, dass der Entzug vom SSRI, welches das Serotonin länger im synaptischen Spalt lässt, nach Absetzen zu Symptomen führen kann (gell, ich rede hier nicht von der Ursache von Depris, sondern nur von den Folgen des Absetzens - das ist ja ein massiver Unterschied). Wenn also jemand nach Absetzen eines SSRI mit PMS zu kämpfen hat, also ein zeitweiliger Mangel am vorher im Überangebot dastehenden Serotonins besteht, wird dieser stärker sichtbar in der zweiten Zyklushälfte. Nicht weil zu wenig oder zu viel Östrogen oder Progesteron vorhanden ist, sondern weil der Abfall des Östrogens (welches die Serotoninsynthese vorantreibt) den Mangel überhaupt an die Oberfläche bringt. Im Normalzustand, also ohne Absetzsyndrom, wären Symptome von PMS vermutlich gar nicht vorhanden (ausser die betreffende Person hätte schon vor dem Absetzen PMS gehabt). Der Östrogen- und Progesteronspiegel kann also ganz in der Norm liegen, und trotzdem führt das Absinken des Östrogens in der zweiten Hälfte zu einer Verschlechterung. Der Mangel aufgrund des Absetzens vom SSRI kommt dann zum Tragen.

Ich hoffe, das ist verständlicher.

LG, Penelope

Re: PMS/Zyklusbeschwerden

Verfasst: 08.04.2016 14:11
von Annanas
Hallo Penelope - diese Serotoninmangelgeschichte ist mir nach wie vor suspekt.
Ein SSRI oder SNRI bewirkt ja keine Erhöhung des Serotoninspiegels, sondern wenn überhaupt, dann nur eine verzögerte Aufnahme durch die Nervenenden. Dh. es bleibt angeblich länger im synaptischen Spalt u. wirkt dadurch länger u stärker auf seine Bindungsstellen im
vegetativen Nervensystem. Das würde evtl erklären, warum beim Absetzen das ganze Vegetativum durcheinanderkommt.
Aber die Menge des Serotonins bleibt unbeeinflußt - die würde nur steigen, wenn man in enormer Menge Tryptophan oder wahrscheinlich eher noch, das aus dieser Aminosäure synthetisierte 5HTP einnimmt.
also ein zeitweiliger Mangel am vorher im Überangebot dastehenden Serotonins besteht
Es besteht kein Überangebot, sondern nur eine Wirkungsverstärkung.

Um nochmal auf das bei dir, nur beim Absetzen, auftretende PMS zurückzukommen:
Die Steuerungsstellen für die Hormonbildung liegen im Gehirn (vereinfacht gesagt) - wenn dann das ZNS durch den Entzug gereizt ist, hat das auch Auswirkungen auf die Hormonbildung (wie oben beschrieben: erhöhte Cortisolausschüttung durch den Stress des Entzuges ---> weniger Progesteron --->
dadurch Östrogendominanz ---->>>dadurch PMS). Dann kann man auch davon ausgehen, daß ohne den Entzug kein PMS vorhanden wäre.

Aber ich bin Laie u. das ist nur meine Meinung, die ich mir nach dem Lesen vieler Bücher, gebildet habe.

LG Anna