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Kaltabsetzen von Psychopharmaka

Verfasst: 11.06.2015 08:06
von Murmeline
Monica Cassini von http://www.beyondmeds.com hat einen neuen Artikel zum Thema: Risiere keinen Kaltentzug.
Sie verweist dabei auf ein Video vom Council for Evidence-based Psychiatry, in dem Melanie Davis vom REST Project, MIND in Camden spricht.

MIND wiederrum ist ein Projekt in England, das sich selbst so beschreibt:
Mind in Camden provides high quality support and capacity building services to benefit people who are struggling with mental distress, including: hearing voices, extremes of mood, anxiety, unusual beliefs and post-traumatic reactions.
http://www.mindincamden.org.uk/

Monicas Hinweise und das Video:
The most important thing to understand about withdrawing psych meds cold-turkey is that it’s potentially quite dangerous. This includes every class of psychiatric drug, too. To be clear: just because you’ve heard of someone that managed to do it without harming themselves (or you are the one who did it successfully) doesn’t mean it’s a generally safe thing for others to do. The risk involved if things go wrong are potentially radically life-changing in the extreme negative so it’s simply not a risk worth taking unless one is faced with an immediate life-threatening side-effect from the drugs. That is the only time that cold-turkey is appropriate and wise…in that instance one should have easy access to emergency medical services as well.

I always call the methods for psychiatric drug withdrawal recommended on this blog SAFER withdrawal options, because even discontinuing slowly has risks depending on a lot of factors that are simply not in our control.

*it is potentially dangerous to come off medications without careful planning. Please be sure to be well educated before undertaking any sort of discontinuation of medications. If your MD agrees to help you do so, do not assume they know how to do it well even if they claim to have experience. They are generally not trained in discontinuation and may not know how to recognize withdrawal issues. A lot of withdrawal issues are misdiagnosed to be psychiatric problems. This is why it’s good to educate oneself and find a doctor who is willing to learn with you as your partner in care.
http://beyondmeds.com/2014/06/26/cold-t ... ithdrawal/

Kurzübersetzung Murmeline: Ein Kaltenzug kann potentiell gefährlich sein bei allen Psychopharmaka. Auch wenn es Menschen gibt, die damit keine Probleme haben, gilt das nicht für jeden individuell und man weiß es vorher nicht, zu welcher Grupe man gehört. Man sollte nur bei lebensgefährlichen Nebenwirkungen kalt absetzen, denn nach einem Kaltenzug kann sich das Leben radikal zum Schlechten verändern. Auuschleichen sei daher eine sicherer Methode, aber aucgh langsames Ausschleichen hat Risiken durch viele Faktoren, die man individuell nicht unbedingt beeinflussen kann. Wer Psychopharmaka abesetzen möchte, soll sich selbst gut informeiren, denn wenige Ärzte erkennen Absetzsyndrome bzw. interpretieren sie richtig.

Ergänzend ein Video mit Alto Strada, der Gründerin des amerikanischen Forums Surving Antidepressants zum Thema Absetzen, das sie beim Occupy Psychiatry Protest bei der APA conference am 19. Mai 2013 gegeben hat.

http://beyondmeds.com/2013/05/30/alto-strata-speaks/

Re: Kaltabsetzen von Psychopharmaka

Verfasst: 18.06.2015 19:20
von padma
ich habe diesen Beitrag von Carlotta hier reinkopiert, mag vielleicht jemand übersetzen?

lg padma

Kalter Entzug - keine weise Entscheidung!

Beitragvon carlotta » Donnerstag, 11.07.13, 11:58
Hallo Ihr Lieben, :group:

bestürzt lese ich immer wieder, dass sich Menschen - teils auch wider besseres Wissen - für einen kalten Entzug von Psychopharmaka, einen sog. Cold Turkey entscheiden. Aus diesem Anlass möchte ich hierzu als Warnung folgende Worte von Altostrata posten, der Administratorin des US-Absetz-Forums http://survivingantidepressants.org.

Altostrata ist selbst Langzeitbetroffene im Entzug und beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Absetzen von Psychopharmaka, kennt sich richtig gut aus und bietet auf Ihrer Website zahllose wertvolle Tipps und Infos zum Thema.

Cold-turkeying off psych drugs is not a wise choice except in a life-threatening emergency

I am seeing an unfortunate trend in the psychiatric survivor community: People are saying cold turkey can be a perfectly fine way to go off psychiatric drugs.

We know many people get away with cold turkey, but others injure their nervous systems severely, for months or years. You don’t know in advance what will happen. Even a taper over a month reduces the risk of injury.

What’s more, if you do get withdrawal syndrome, you’re on your own. You cannot imagine how bad it can be. There’s no real medical treatment. You can’t count on a nice doctor with a pill to save you.

We need to get together to protect each other, the way the gay community united to encourage safe sex to protect people from HIV infection.

Please help spread the word: Friends do not let friends cold turkey.



Der Post ist ein Facebook-Post, den eine weitere Langzeitbetroffene, GiaK, auf ihrer ebenfalls sehr empfehlenswerten Website zu den Themen Alternativen zu Psychopharmaka und der Absetzproblematik mit weiteren Anmerkungen veröffentlich hat: http://beyondmeds.com/2013/05/14/cold-t ... se-choice/

Liebe Grüße :group:
Carlotta

Re: Kaltabsetzen von Psychopharmaka

Verfasst: 18.06.2015 19:58
von insanity
Übersetzung von insanity

Das kalte Absetzen von Psychopharma ist keine weise Entscheidung, ausgenommen in lebensgefährlichen Notfällen.
Ich sehe einen unglücklichen Trend in der Gemeinschaft der Psychatrie-Überlebenden: Leute sagen, kalt absetzen sei ein ausgezeichneter Weg um Psychopharmaka loszuwerden.
Wir kennen viele Menschen, die kalt absetzen, aber andere schädigen ihr Nervensystem schwer für Monate oder Jahre. Vorher weiß man nicht was passiert. Sogar eine Reduktion über einen Monat reduziert das Risiko zu erkranken. [Ich nehme an, damit sind die Absetzschritte gemeint.]
Wenn man Entzugserscheinungen bekommt, ist man auf sich alleine gestellt. Man kann sich nicht vorstellen, wie schlimm das sein kann. Es gibt keine reale medikamentöse Behandlung. Man kann nicht auf einen netten Arzt mit Pillen, die dich retten, hoffen.
Wir müssen zusammenkommen um uns gegenseitig zu helfen, genauso sich die Schwulenszene vereinigt hat, um "Safer-Sex" zu unterstützen um die Menschen vor einer HIV-Infektion zu schützen.
Helft um es in der Welt bekannt zu machen: Lasst eure Freunde nicht kalt absetzen.

Re: Kaltabsetzen von Psychopharmaka

Verfasst: 18.06.2015 20:04
von Oliver
Hi insanity,

willkommen im Kreis der Hobbyübersetzer :hug:

"Sogar eine Reduktion über einen Monat reduziert das Risiko zu erkranken. [Ich nehme an, damit sind die Absetzschritte gemeint.]"

Wie wärs mit: "Sogar das Absetzen innerhalb eines Monats reduziert das Risiko zu erkranken."

Re: Kaltabsetzen von Psychopharmaka

Verfasst: 18.06.2015 20:09
von insanity
Haha. ^^ Irgendwozu muss das ja gut sein :)

Dein Satz hat zwar einen besseren Ausdruck, aber ich finde das klingt eher nach, in einem Monat alles weg. Verstehst du? Ich bezweifle, dass das so gemeint war.

Re: Kaltabsetzen von Psychopharmaka

Verfasst: 18.06.2015 20:55
von Murmeline
Insanity, sehr cool und herzlichen Dank!

Da sie zwei Sachen gegenüberstellt, nämlich Kaltenzug von heute auf morgen und langsames Reduzieren über einen viel längeren Zeitraum, macht es vielleicht Sinn, den Satz einfach frei zu ergänzen:

Sogar eine Reduktion über nur einen Monat minimiert im Vergleich zu einem Kaltenzug das Risiko zu erkranken.

Re: Kaltabsetzen von Psychopharmaka

Verfasst: 18.06.2015 21:32
von Oliver
Ich denke auch, dass sie wirklich meint, dass nach einem Monat alles weg ist - Murmeline: Deine Version find ich auch gut.

Re: Kaltabsetzen von Psychopharmaka

Verfasst: 19.06.2015 09:41
von Lisamarie
Hallo, ja ich denke auch das das gemeint ist , wir haben ja viele im Forum denen ausschleichen empfohlen wird, nur verstehen die Ärzte darunter jetzt halbieren und in zwei Wochen ganz raus damit. Das verstehen die unter langsamen Ausschleichen :o
Lg Petra