Lebensgefährliche Plazebos: Halbes Schlusswort
Verfasst: 20.06.2007 08:28
Liebe Leute,
Das letzte wesentliche Pro-SSRI-Argument ist gefallen.
Wir erinnern uns - Prof. FRITZE, der Chef-Propagandist der AD-Hersteller, hatte das arznei-telegramm angegriffen und dabei immerhin zugegeben, dass die Wirkstärke von AD unbekannt sei (nach all den Jahren! und -zig Studien).
Dennoch sollten Antidepressiva wirken, und zwar werden sie explizit bei schweren Depressionen empfohlen (das Inkompetenznetz tut sich da auch gern hervor) - das a-t hatte jedoch korrekt angegeben, dass es bei SSRI & Co. keine Dosis-Wirkungs-Beziehung gibt, wie sie bei wirksamen Pharmaka zu erwarten wäre. Mehr hilft nicht mehr. Und bei schweren Depressionen?
Jetzt kommt eine Meta-Analyse (=höchste Beweiskraft) heraus, die untersucht hat, ob neuere AD in Studien mit schwer depressiven Patienten besser abschneiden:
Biol Psychiatry. 2007 Jul 1;62(1):65-71.
Das ist nicht der Fall. Dafuer steigt aber der Placeboeffekt (!) mit Schwere der Depression.
Ein starkes Ding. Besonderes Detail: Die Analyse stammt von Khan et al. - eine fruehere Metaanalyse aus gleichem Hause wurde zuvor den Emperor's New Drugs entgegengehalten, auch von FRITZE und anderen, die sich durch selektive Realitätswahrnehmung hervortun.
FAZIT:
Die Wirkung neuerer Antidepressiva unterscheidet sich nicht von der Placebowirkung. Bei schweren Depressionen wirken sie nicht besser als bei leichten, fuer die sie nicht Mittel der Wahl sind.
Die Verschreibungshäufigkeit dieser teuren Placebos hängt bekanntlich vom Marketing ab und nicht von wissenschaftlichen Fakten - sonst wären sie längst abgeschafft.
Somit registriere ich erstmal nur, dass wir vom ADFD wie das a-t und die anderen Kritiker wieder mal recht behalten haben - die Wahrheit kommt eben immer raus, wenn auch spät.
<hr>
Zum Thema "Lebensgefährlich" kommt im nächsten Am J Psychiatry ein ganzer Haufen Daten, aber mein Abo ist abgelaufen
Wahrscheinlich wird's wieder heissen "nichts Genaues weiss man nicht" - aber mal abwarten.
Alles Gute
-PhilRS.
Das letzte wesentliche Pro-SSRI-Argument ist gefallen.
Wir erinnern uns - Prof. FRITZE, der Chef-Propagandist der AD-Hersteller, hatte das arznei-telegramm angegriffen und dabei immerhin zugegeben, dass die Wirkstärke von AD unbekannt sei (nach all den Jahren! und -zig Studien).
Dennoch sollten Antidepressiva wirken, und zwar werden sie explizit bei schweren Depressionen empfohlen (das Inkompetenznetz tut sich da auch gern hervor) - das a-t hatte jedoch korrekt angegeben, dass es bei SSRI & Co. keine Dosis-Wirkungs-Beziehung gibt, wie sie bei wirksamen Pharmaka zu erwarten wäre. Mehr hilft nicht mehr. Und bei schweren Depressionen?
Jetzt kommt eine Meta-Analyse (=höchste Beweiskraft) heraus, die untersucht hat, ob neuere AD in Studien mit schwer depressiven Patienten besser abschneiden:
Biol Psychiatry. 2007 Jul 1;62(1):65-71.
Das ist nicht der Fall. Dafuer steigt aber der Placeboeffekt (!) mit Schwere der Depression.
Ein starkes Ding. Besonderes Detail: Die Analyse stammt von Khan et al. - eine fruehere Metaanalyse aus gleichem Hause wurde zuvor den Emperor's New Drugs entgegengehalten, auch von FRITZE und anderen, die sich durch selektive Realitätswahrnehmung hervortun.
FAZIT:
Die Wirkung neuerer Antidepressiva unterscheidet sich nicht von der Placebowirkung. Bei schweren Depressionen wirken sie nicht besser als bei leichten, fuer die sie nicht Mittel der Wahl sind.
Die Verschreibungshäufigkeit dieser teuren Placebos hängt bekanntlich vom Marketing ab und nicht von wissenschaftlichen Fakten - sonst wären sie längst abgeschafft.
Somit registriere ich erstmal nur, dass wir vom ADFD wie das a-t und die anderen Kritiker wieder mal recht behalten haben - die Wahrheit kommt eben immer raus, wenn auch spät.
<hr>
Zum Thema "Lebensgefährlich" kommt im nächsten Am J Psychiatry ein ganzer Haufen Daten, aber mein Abo ist abgelaufen
Wahrscheinlich wird's wieder heissen "nichts Genaues weiss man nicht" - aber mal abwarten.
Alles Gute
-PhilRS.