Seite 1 von 1
Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 08.03.2019 10:47
von Murmeline
Die dunkle Seite der Stimmungsaufheller
Viele Menschen berichten von starken Beschwerden wie Ängsten, Unruhe und Missempfindungen, wenn sie Antidepressiva absetzen. Immer mehr spricht dafür, dass Ärzte solche Entzugserscheinungen lange unterschätzt haben.
von Janosch Deeg
Quelle: Gehirn & Geist Ausgabe 4/2019
https://www.spektrum.de/news/machen-ant ... n=ZON_KOOP
Zu Wort kommen in diesem Artikel Psychiater Dr. Uwe Gonther, Sozialarbeiter und Mitglied des Fachausschuss Psychopharmaka der DGSP Markus Kaufmann, ein Betroffener und meine Wenigkeit

als Vertretung des Forums, welches als Betroffeneninitiative auch genannt ist.
Der Artikel ist aktuell kostenfrei zu lesen. Am besten ausdrucken!
Die 7,50 für das analoge Heft halte ich ebenfalls für gut investiert (erscheint heute am 08. März).
Wer mag, kann seine persönlichen Erfahrungen sachlich als Lesermeinung an die Redaktion senden (unter dem Artikel). Und ein Danke, dass das Thema im Magazin aufgegriffen wurde, ist auch nett!
Aus dem Artikel
Zitat Uwe Gonther:
Es wäre schon viel gewonnen, wenn man akzeptiert, dass teilweise schwere und lang anhaltende Symptome nach dem Absetzen auftreten.«
Zitat Markus Kaufmann:
Bei seiner Arbeit gerate er oft an Ärzte, die die Symptome ihre Patienten nicht ernst nähmen oder sie einer psychischen Störung zuschrieben, erzählt er. »Immer wieder reden Mediziner den Patienten sogar aus, dass es Entzugserscheinungen geben kann«, sagt Kaufmann.
Zitat Iris Heffmann
Während manche Menschen die Medikamente ohne größere Probleme absetzen könnten, würden andere monate- oder jahrelang unter den Folgen leiden. Insbesondere letztere Gruppe werde von den behandelnden Ärzten nur unzureichend erkannt, so Heffmanns Einschätzung.
Zitat Betroffener Tim
Bei Tim verschwanden die diffusen Symptome nicht nach ein paar Wochen. Wie offenbar viele seiner Leidensgenossen machte er sich auf die Suche nach weite- ren Informationen. Im Internet stieß er auf jede Menge Erfahrungsberichte – insbesondere im deutschsprachigen ADFD-Forum. »
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 08.03.2019 15:02
von Jamie
Hallo,
aktuell kann der Artikel auch online und kostenlos beim
Spektrum der Wissenschaft gelesen werden:
https://www.spektrum.de/news/machen-ant ... n=ZON_KOOP
Ich bin begeistert
Grüße, Jamie
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 08.03.2019 16:16
von Arianrhod
Gratuliere, ihr seid toll

langsam zahlt sich der harte Kampf aus, das Thema schafft es in die wissenschaftlichen Printmedien und von dort aus auch in die populäreren. In 50 Jahren wird man vielleicht die Behandlung mit Pp genauso gruselig finden wie wir heute die Lobotomie.
liebe Grüße Arian
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 08.03.2019 16:51
von 0816
Hallo,
ich habe mir den Artikel direkt ausgedruckt um "Munition" zu haben falls ich meine Skepsis bezüglich weiterer Psychopharmaka irgentwann wieder gegenüber Ärzten verteidigen muss.
Solche Artikel sind wirklich wichtig um ein breiteres Problembewusstsein bezüglich der Substanzen zu schaffen.
Ich hatte ja bisher das Glück, dass ich ADs immer problemlos absetzen konnte aber wenn ich daran zurückdenke was bei mir bereits alles ausprobiert wurde in die AD-Richtung und wie wenig mögliche Risiken betont wurden dann sind solche Artikel bitter notwendig.
Gratulation an alle, die im Hintergrund an dem Artikel mitgewirkt haben!
MFG
0816
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 08.03.2019 17:13
von Pomegranate
Hallo,
ich habe ihn auch direkt als PDF gespeichert
Wirklich toll, was ihr mittlerweile erreicht habt, sodass wir endlich langsam Gehör finden!
LG
Pom
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 08.03.2019 18:49
von Murmeline
Ich freu mich auch!
Ich denke, man kann diesen Artikel gut Freunden und Familie weitergeben. Ich hoffe, er kann euch nützlich sein.
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 08.03.2019 19:44
von LenaLena
Der Stein kommt endlich ins Rollen und wir werden gehört!!! Dass ich das noch erleben darf
Vorgestern der Artikel in der New York Times und heute nun das.
Danke für eure tolle Arbeit, ich werde es sofort weiterverbreiten. Ich freue mich sehr!
LG Lena
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 09.03.2019 09:35
von Murmeline
Ja, raus damit in die Welt! Ich hab ihn auch verschickt per Mail und getwittert!
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 09.03.2019 16:21
von Ululu
Hallo,
ich habe mir das Magazin gekauft und werde es meiner Psychiaterin unter die Nase halten.
LG Ute
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 09.03.2019 16:28
von Kaenguru
Hallo,
Ululu 69 hat geschrieben: ↑09.03.2019 16:21
ich habe mir das Magazin gekauft und werde es meiner Psychiaterin unter die Nase halten.
Ich auch
Sarah
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 09.03.2019 16:42
von LenaLena
Hallo,
eins verstehe ich nur nicht: Warum wird am Ende des Artikels die Deutsche Depressionshilfe als Anlaufstelle genannt??
Die ist sogar mir als Österreicherin dafür bekannt, dass sie Antidepressiva sehr befürwortet und Entzug bestreitet!?
Ist sie Sponsor des Gehirn & Geist Heftes?
LG Lena
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 09.03.2019 16:46
von Murmeline
Nein, das sind sie nicht.
Irgendwie scheint es üblich geworden zu sein, auf diese Institution zu verweisen, wenn es um Depressionen geht.
Ohne sich bewusst zu sein, wie unkritisch diese mit Medikament und dem Thema Entzugsschwierigkeiten umgeht.

Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 10.03.2019 11:40
von svenja2014
Super!
Endlich tut sich was!!
Ich hab auch nur durch dieses Forum von der Kügelchen Methode erfahren!!
DANKE!!
Mein Arzt hat mich noch nie nach Entzugserscheinungen gefragt, wenn ich ihm gesagt habe, dass ich selbstständig wieder reduziert habe, das irritiert mich schon sehr....( Vermeidungsverhalten)?
Will er es lieber nicht wissen?
Und ich hab’s ihm auch nicht gesagt, weil dann heißt es gleich wieder, dass man die Tabletten eben braucht...und wieder aufdosieren soll...
Ich werde diesen Artikel auch ausdrucken!
Danke !
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 10.03.2019 14:53
von 0816
LenaLena hat geschrieben: ↑09.03.2019 16:42
Hallo,
eins verstehe ich nur nicht: Warum wird am Ende des Artikels die Deutsche Depressionshilfe als Anlaufstelle genannt??
Die ist sogar mir als Österreicherin dafür bekannt, dass sie Antidepressiva sehr befürwortet und Entzug bestreitet!?
Ist sie Sponsor des Gehirn & Geist Heftes?
LG Lena
Hallo,
Ich denke, dass es sich um einen Stadart-Textbaustein handelt, der bei allen Texten zum Thema Depression und Suizid verwiesen wird. Das ist bei Presse und Interneterzeugnissen zum Thema ja standartisiert, selbst, wenn über den Suizid von Prominenten berichtet wird. Die Verlage werden sich nicht bei jeden Thema damit auseinandersetzen um die Empfehlung hier passt.
MFG 0816
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 10.03.2019 17:21
von Arianrhod
Hallo,
ich verlinke den Artikel in sämtlichen Foren, die ich kenne - auch wenn es nicht immer passt. (Obwohl - fast in jedem Forum gibt es Depressions- Betroffene, es ist anscheinend eine Volkskrankheit ). Daher : Diese Informationen sollen auch unters Volk.
liebe Grüße Arian
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 11.03.2019 22:27
von dragon4277
Hallo ihr lieben,
ich freue mich das es nun langsam aber sicher eine klare linie zu den absetztsymptomen und der geselschaft findet. Eine Aufklärung war nötig.
Dennoch betrachte ich die ganze Geschichte sehr skeptisch.
Über Jahre hinweg waren diese Absetztsymptome durchaus bekannt. Und auch der Nutzten der antidepressiva (oder der nicht nutzten). Warum wird ausgerechnet jetzt und heute aufgeklärt.
Die zahl der Menschen mit Burn-out und Depressionen nimmt heute in deutschland durch die gesellschaftlichen anforderungen und Umwandlungen zu. Also nimmt auch die Verordnung der Antidepressiva zu. Das verursacht kosten.
Nun mit der Aufklärung sollen nun wohl diese kosten gesenkt werden.
Ich freue mich wircklich über die gesellschaftliche Aufklärung. Aber der Zeitpunkt dieser Aufklärung ist denkbar der schlechteste. Da es aktuell keine alternative medizinische Therapie option gibt. DIe krankenkassen üben weiterhin druck aus das der Patient so schnell wie nur möglich in die Arbeit entsandt wird. Und wenn der Patient jetzt die Antidepressiva verweigert drohen passive dem Patienten sanktionen. DEr Patient weis um den nichts nutzten der ANtidepressiva aber er sitzt dann auf den kosten.
Um das zu konkretisieren. Er nimmt die medikamente nicht ein. Also wird ihm nahe gelegt das er doch bitte kündigen soll, weil er ja kein intresse daran hat wieder gesund zu werden und arbeiten geht und die Medikamente verweigert. Wenn er kündigt, verzichtet er automatisch auf sein recht auf krankengeld. Er wird für drei Monate beim Arbeitsamt gesperrt. Und wenn er ne abfindung bekommen hat, muss er zuerst seine abfindung aufbrauchen bevor er hartz 4 bekommt. Und er verliert die Sicherung seines Arbeitsplatztes für 5 Jahre. Diese menschen können aber nicht klar denken und kündigen im vertrauen auch noch tatsächlich.
Ich bitte euch neben so einer Aufklärung auch eine alternative anzubieten. Den diese Menschen sind wircklich krank. AKtuell wird nur berichtet wie gefährlich ANtidepressiva sind. Aber es kommt kaum was darüber was tun wennns jemanden erwischt.
Eine dieser alternativen ist z.b. das recht auf eine 18 Monatige krankmeldung. Üblich ists das man 1 monat krankgeschrieben wird mit medikamneten vollgepumpt wird und zur arbeit geschickt wird. Dies Menschen sollten die vollen 18 Monate auch nutzten können. Also ihr lieben klärt die Leute auch über ihre rechte auf.So wie wir über unsere Mitwirkungspflichten aufgeklärt werden.
Aktuell Lotse ich Menschen die an Burnout/depression leiden ohne medikamentöse Therapie durch diese schwierige Phase. Und glaubt mir es ist eine schlacht. Dabei ist nicht einmal der Patient das problem. Der ist ja sowieso krank und kann nicht "klar" denken. Das soziale dreieck ist das problem. Krankenkasse rentenkassen und arbeitslosenkassen, schieben den ball von einem zum anderen. Ziel ist es die kosten zu senken oder die kosten umzuwälzen. Und der Patient der nicht klar denken kann im vertrauen ist und jahre lang in dieses system eingezahlt hat, ist einfach überfordert mit den Mitteln die diese "Berater" arbeiten.
Und es geht ohne Medikamentöse therapie. Es ist intial teurer. Aber danach hat man einen vollständig genesenen Menschen der wieder belastbar ist.
Zusammengefast : Es reicht nicht aus zu sagen die dinger sind gefährlich. Man sollte auch eine alternative anbieten können.
LG Dragon
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 12.03.2019 19:36
von Arianrhod
dragon4277 hat geschrieben: ↑11.03.2019 22:27
Es reicht nicht aus zu sagen die dinger sind gefährlich. Man sollte auch eine alternative anbieten können.
Das halte ich allerdings für einen Zirkelschluss .
Man muss nicht, wenn man eine Gefahr erkennt, sofort eine alternative Lösung bereithaben.
Erstens, weil nicht alles Gefährliche sofort verboten wird. Beispiel: Atomkraft. Niemand schaltet die Dinger sofort ab, da plant man einen langsamen Ausstieg.
Wichtig ist zunächst das Gefahrenbewusstsein und der verantwortungsvolle Umgang.
Auf AD bezogen: Laut Studien wirken sie signifikant besser als Placebo ohnehin nur bei schweren Depressionen. Da sollten sie dann auch nur eingesetzt werden. Für leichte und mittelschwere Depressionen gibt es gute Alternativen, besonders psychotherapeutische Interventionen . Aber gerade diesen Menschen werden AD und Benzos verschrieben wie Smarties.
Deiner Kritik am System stimme ich selbstverständlich zu.
liebe Grüße Arian
Re: Artikel in Gehirn & Geist 4/2019 über Antidepressiva und Absetzen
Verfasst: 14.03.2019 09:02
von Clarice
Guten Morgen!
dragon4277 hat geschrieben: ↑11.03.2019 22:27DIe krankenkassen üben weiterhin druck aus das der Patient so schnell wie nur möglich in die Arbeit entsandt wird. Und wenn der Patient jetzt die Antidepressiva verweigert drohen passive dem Patienten sanktionen. DEr Patient weis um den nichts nutzten der ANtidepressiva aber er sitzt dann auf den kosten.
Tatsächlich habe ich ähnliches erlebt: bei meiner letzten Depression war ich mit meinem damals noch Venlafaxin schon von 150mg auf 18,5 mg.
Ich wollte nicht wieder hoch, die Ärztin hat mich angepflaumt, was sie denn der KV und meinem AG sage soll, wenn die fragen, warum es mir nicht besser geht, wenn ich die Medikamente nicht nehme.
Heute würde ich sagen: gut ich nehms, Rezept einlösen und es zu Hause in die Tonne kloppen.
Clarice