Seite 1 von 1

Neufassung der S3 Behandlungsleitlinie für depressive Patienten veröffentlicht

Verfasst: 04.10.2015 22:18
von Sommersprosse
Neues Leid für depressive Patienten. Die neue Leitlinie unipolare Depression.
Psychiater sollen weiterhin Tabletten verschreiben, obwohl eine langfristige Gesundheit der Patienten möglich ist.

Im August 2015 wurde die Neufassung der S3 Behandlungsleitlinie für depressive Patienten veröffentlicht.
Hier geht es zum Artikel

Quelle - http://www.depressionen-heute.de | Website von Dr. Peter Ansari - Depressionsforscher

Re: Neufassung der S3 Behandlungsleitlinie für depressive Patienten veröffentlicht

Verfasst: 20.10.2015 15:42
von Murmeline
Hallo Sommersprosse,

danke noch für den Hinweis.

Das sind übrigens die Hinweise in der konsultationsfassung der Leilinien zu den Themen allgemeine Aufklärung bei Therapiebeginn, Abhängigkeit und Absetzen.
H 4 .4.4 Absetzen der Medikation
Antidepressiva sollten in der Regel schrittweise über einen Zeitraum von vier Wochen reduziert werden. In einigen Fällen werden auch längere Zeiträume benötigt. Fluoxetin hingegen kann gewöhnlich wegen seiner sehr langen Halbwertszeit über einen kürzeren Zeitraum abgesetzt werden. Solange die Absetzerscheinungen mild ausgeprägt sind, sollten die Patienten beruhigt und die Symptome überwacht werden. Falls die Symptome schwer sind, sollte das Wiederansetzen des ursprünglichen Antidepressivums (oder eines mit längerer Halbwertszeit aus derselben Wirkstoffklasse) in wirksamer Dosierung erwogen und es unter Überwachung noch langsamer abgesetzt werden.

In einer systematischen Übersichtsarbeit von Fava et al. (2015) [ 591 ] wurde das Auftreten von Entzugssymptomen beim Absetzen von SSRI untersucht, dabei wurden Hinweise auf mögliche Absetzsymptome insbesondere bei Paroxetin identifiziert.
H 3.4.4.2 Therapiebeginn
Zur Aufklärung gehört ferner, dass von Therapiebeginn an auch die Gesamt-Behandlungsdauer thematisiert wird, z.B. dass auch nach Abklingen der depressiven Symptomatik ein Antidepressivum zur Remissionsstabilisierung mindestens für ca. sechs Monate weiter eingenommen werden sollte. Wichtig ist auch, dass auf die Möglichkeit von Absetzerscheinungen bei raschem Absetzen eines Medikaments, einer Dosisreduzierung oder einer unregelmäßigen Einnahme hingewiesen wird. Diese Symptome sind in der Regel leicht und bilden sich spontan zurück, können im Einzelfall aber auch schwer sein, z. B. wenn eine Medikation abrupt abgesetzt wird
Eine intensive Aufklärung und engmaschige Betreuung (wöchentlich) sollte in den ersten vier Wochen erfolgen, um die Mitarbeit des Patienten zu fördern. Wichtige Inhalte des Aufklärungsgesprächs sind:
• Bedenken gegenüber Antidepressiva (z. B. Sucht, Toleranzentwicklung, Persönlichkeitsveränderungen) erkennen und besprechen
• biologische Wirkmechanismen erklären;
• auf Wirklatenz und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hinweisen;
• Nebenwirkungen erläutern;
• Behandlungsdauer begründen.
Außerdem kann es dabei vorteilhaft sein, Angehörige und/oder Selbsthilfegruppen einzubeziehen
H. 3.1.3 Einbezug von Patienten und Angehörigen
H 3.1.3.1 Aufklärung und Mitarbeit
Im Rahmen des Aufklärungsgespräches, z.B. am Beginn einer antidepressiven Pharmakotherapie, kann die Erklärung biologischer Aspekte von Depressionen hilfreich sein. Eine solche Erläuterung entlastet Patienten unter Umständen von Schuldgefühlen und kann das Gefühl persönlichen Versagens relativieren. Auch die eingehende Aufklärung über die Wirkweise und Nebenwirkungen der Antidepressiva („Botenstoffe im Gehirn“) sowie ihr fehlendes Abhängigkeitspotential kann helfen, dass Vorbehalte und Befürchtungen der betroffenen Patienten oder ihrer Angehörigen über das suchterzeugende und die Persönlichkeit verändernde Potential von Antidepressiva ausgeräumt werden.
Darüber hinaus sollten Patienten informiert werden, dass bei einer medikamentösen Behandlung mit einer Wirklatenz zu rechnen ist und Nebenwirkungen besonders am Anfang der Behandlung auftreten können. Häufige Nebenwirkungen der Medikamente sollten immer direkt und mit Hinweis auf ihre meist vorübergehende Natur, sowie mit einer Gewichtung hinsichtlich der erwarteten Wirkung beruhigend angesprochen werden.
http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/ ... tation.pdf

Ich lass das mal unkommentiert, ihr könnt Euch ja vorstellen, was mich stört - oder was fehlt.
Murmeline

Re: Neufassung der S3 Behandlungsleitlinie für depressive Patienten veröffentlicht

Verfasst: 16.11.2015 23:27
von Murmeline

Re: Neufassung der S3 Behandlungsleitlinie für depressive Patienten veröffentlicht

Verfasst: 17.11.2015 13:33
von Oliver
Traurig :(

Re: Neufassung der S3 Behandlungsleitlinie für depressive Patienten veröffentlicht

Verfasst: 19.11.2015 22:26
von Sommersprosse
S3-Leitlinie und Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression
Für die 2. Auflage der S3-Leitlinie/NVL Unipolare Depression wurde die Leitlinie von Oktober 2013 bis November 2015 komplett überarbeitet.
Ziel dieser Leitlinie ist es, die Erkennung, Diagnostik und Behandlung von Depressionen in Deutschland zu verbessern und die Versorgung von Menschen mit unipolarer Depression zu optimieren.

Quelle | Versorgungs-Leitlinien.de
*****

An einer Studie, der STAR*D Studie eine bislang umfangreichste und teuerste Studie (Gesamtkosten 35 Millionen Dollar) haben 4041 depressive Patienten teilgenommen wobei mehr als 10 antidepressive Medikamente verglichen wurden.
> zitiert aus Depressionen-Heute | Website von Dr. Peter Ansari, Depressionsforscher

Quelle | http://www.depression-heute.de
*****

Wenn Wissenschaft gebogen wird – Depressionen, die Leitlinie und die DGPPN
Mit dieser Überschrift beginnt Dr. Peter Ansari – Depressionsforscher, seinen Beitrag zur neuen S3-Leitlinie für unipolare Depressionen.
Beitrag lesen

Quelle | http://www.depressionen-heute.de