Hallo Sommersprosse,
danke noch für den Hinweis.
Das sind übrigens die Hinweise in der konsultationsfassung der Leilinien zu den Themen allgemeine Aufklärung bei Therapiebeginn, Abhängigkeit und Absetzen.
H 4 .4.4 Absetzen der Medikation
Antidepressiva sollten in der Regel schrittweise über einen Zeitraum von vier Wochen reduziert werden. In einigen Fällen werden auch längere Zeiträume benötigt. Fluoxetin hingegen kann gewöhnlich wegen seiner sehr langen Halbwertszeit über einen kürzeren Zeitraum abgesetzt werden. Solange die Absetzerscheinungen mild ausgeprägt sind, sollten die Patienten beruhigt und die Symptome überwacht werden. Falls die Symptome schwer sind, sollte das Wiederansetzen des ursprünglichen Antidepressivums (oder eines mit längerer Halbwertszeit aus derselben Wirkstoffklasse) in wirksamer Dosierung erwogen und es unter Überwachung noch langsamer abgesetzt werden.
In einer systematischen Übersichtsarbeit von Fava et al. (2015) [ 591 ] wurde das Auftreten von Entzugssymptomen beim Absetzen von SSRI untersucht, dabei wurden Hinweise auf mögliche Absetzsymptome insbesondere bei Paroxetin identifiziert.
H 3.4.4.2 Therapiebeginn
Zur Aufklärung gehört ferner, dass von Therapiebeginn an auch die Gesamt-Behandlungsdauer thematisiert wird, z.B. dass auch nach Abklingen der depressiven Symptomatik ein Antidepressivum zur Remissionsstabilisierung mindestens für ca. sechs Monate weiter eingenommen werden sollte. Wichtig ist auch, dass auf die Möglichkeit von Absetzerscheinungen bei raschem Absetzen eines Medikaments, einer Dosisreduzierung oder einer unregelmäßigen Einnahme hingewiesen wird. Diese Symptome sind in der Regel leicht und bilden sich spontan zurück, können im Einzelfall aber auch schwer sein, z. B. wenn eine Medikation abrupt abgesetzt wird
Eine intensive Aufklärung und engmaschige Betreuung (wöchentlich) sollte in den ersten vier Wochen erfolgen, um die Mitarbeit des Patienten zu fördern. Wichtige Inhalte des Aufklärungsgesprächs sind:
• Bedenken gegenüber Antidepressiva (z. B. Sucht, Toleranzentwicklung, Persönlichkeitsveränderungen) erkennen und besprechen
• biologische Wirkmechanismen erklären;
• auf Wirklatenz und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hinweisen;
• Nebenwirkungen erläutern;
• Behandlungsdauer begründen.
Außerdem kann es dabei vorteilhaft sein, Angehörige und/oder Selbsthilfegruppen einzubeziehen
H. 3.1.3 Einbezug von Patienten und Angehörigen
H 3.1.3.1 Aufklärung und Mitarbeit
Im Rahmen des Aufklärungsgespräches, z.B. am Beginn einer antidepressiven Pharmakotherapie, kann die Erklärung biologischer Aspekte von Depressionen hilfreich sein. Eine solche Erläuterung entlastet Patienten unter Umständen von Schuldgefühlen und kann das Gefühl persönlichen Versagens relativieren. Auch die eingehende Aufklärung über die Wirkweise und Nebenwirkungen der Antidepressiva („Botenstoffe im Gehirn“) sowie ihr fehlendes Abhängigkeitspotential kann helfen, dass Vorbehalte und Befürchtungen der betroffenen Patienten oder ihrer Angehörigen über das suchterzeugende und die Persönlichkeit verändernde Potential von Antidepressiva ausgeräumt werden.
Darüber hinaus sollten Patienten informiert werden, dass bei einer medikamentösen Behandlung mit einer Wirklatenz zu rechnen ist und Nebenwirkungen besonders am Anfang der Behandlung auftreten können. Häufige Nebenwirkungen der Medikamente sollten immer direkt und mit Hinweis auf ihre meist vorübergehende Natur, sowie mit einer Gewichtung hinsichtlich der erwarteten Wirkung beruhigend angesprochen werden.
http://www.leitlinien.de/mdb/downloads/ ... tation.pdf
Ich lass das mal unkommentiert, ihr könnt Euch ja vorstellen, was mich stört - oder was fehlt.
Murmeline