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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
TeaTime
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Interessanter Bericht aus der Zeit (wenn die Seele Hilfe braucht)

Beitrag von TeaTime »

Bild
[spoil]Einnahme PPI seit 2008 (Mittel um die Magensäurenproduktion zu verringern)

Beginn mit 40mg Nexium (Esomeprazol)
In den Jahren danach 20mg Esomeprazol (Kapseln/Tabletten). Auch 2 Jahre mit einem Tag aussetzen.
Nochmal Erhöhung auf 40mg für ein knappes Jahr. Zuletzt wieder 20mg Esomeprazol.

Ausgangsdosis : 20mg Kapseln.
Am 23.06.16 : Beginn 18mg --> danach alle 2 Wochen um je 1mg reduziert.
*50% Reduzierung nach 16 Wochen geschafft !!!*
Am 13.10.16 : Beginn 10mg --> danach weiterhin alle 2 Wochen um 1mg reduziert
Am 08.12.16 : Beginn 6mg ---> danach 0,5mg pro Woche reduziert
*75% Reduzierung nach 26 Wochen geschafft !!!*
Am 22.12.16 : Beginn 5mg -->das erste Mal seit d. Reduzierung Druckgefühl Hals/Ohren.Teils Brennen in der Speiseröhre
Am 16.01.17 : Beginn 5mg jeden 2. Tag --> Druckgefühl Hals/Ohren wieder schlimmer. Kein Brennen mehr.
Am 05.03.17 : Beginn 4,5mg jeden 2.Tag --> Plan : alle 2 Wochen 0,5mg reduzieren.
Am 30.04.17 : Beginn 2 mg jeden 2. Tag (von vorher 3mg)
*100% geschafft !!Nach 10,5 Monaten erfolgreich abgesetzt !!!*
Bild

:party2: Am 06.Mai 2017 habe ich die letzten 2mg Esomeprazol eingenommen :party2:


Guten alten Zeiten nachzutrauern, bringen sie nicht zurück. Du musst Dir neue gute Zeiten schaffen ![/spoil]

"Anfangs wollt' ich fast verzagen,
Und ich glaubt', ich trüg es nie,
Und ich hab es doch getragen,
Aber frag mich nur nicht: wie?"
(Heinrich Heine)
Murmeline
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Leben ohne Antidepressiva
Gerlinde Tobias leidet unter Depressionen und nahm mehrere Jahre lang Antidepressiva. Das wollte sie nicht mehr und lebt nun seit zwei Jahren wieder ohne Medikamente. Uwe Gonther, ärztlicher Direktor des Ameos Klinikum Dr. Heines, spricht über die Behandlung von Depressionen ohne Medikamente.
http://www.radiobremen.de/fernsehen/but ... popup.html
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
Kimeta
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Kimeta »

Danke Murmeline, der Beitrag macht Hoffnung, dass sich doch ganz langsam etwas ändert.....

Optimistische Grüße,
Kimeta
- Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
- Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013.
- Aktuell seit 23.12.2021: 0,70 mg

Hintergründe und Absetzverlauf:
► Text zeigen
:schnecke: Mein Thread :schnecke:
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Kimeta »

Bericht über eine Frau mit einer PTBS - kein Wort von Medikamenten, dafür aber viel über Therapie: klick.

Noch ein Grund zur Hoffnung :D .

Viele Grüße,
Kimeta
- Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
- Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013.
- Aktuell seit 23.12.2021: 0,70 mg

Hintergründe und Absetzverlauf:
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Ärzte Zeitung online, 15.12.2016

Was bringen Psychopharmaka?
Provokante Fragen: Haben Psychopharmaka überhaupt die gewünschte Wirkung? Oder schaden sie am Ende mehr, als sie nutzen? Auf dem DGPPN-Kongress wurde darüber heftig diskutiert.

Auszug
Für besonders problematisch erachtet Kirsch jedoch die erhöhte Rezidivrate nach dem Absetzen von Antidepressiva: In Studien wurden rund die Hälfte der Teilnehmer unter SSRI in den ersten sechs Monaten nach dem Absetzen erneut depressiv, nach dem Absetzen von Placebo hingegen nur 20–30 Prozent und nach dem Ende einer Psychotherapie etwa ein Drittel.

In einer Untersuchung aus dem Jahr 2000 lag die Rückfallrate in einer Gruppe mit körperlichem Training nach zehn Monaten nur bei 8 Prozent, hatten Patienten zu dem Training auch noch einen SSRI erhalten, betrug sie 31 Prozent. Kirsch vermutet, dass es nach dem Absetzen von SSRI zu einem deutlichen Rebound-Effekt kommt.
Nicht weniger kritisch setzt sich die britische Psychiaterin Dr. Joanna Moncrieff mit der Wirksamkeit von Antipsychotika und Antidepressiva auseinander. Sie sieht keine ausreichende Evidenz für serotonerge Störungen bei Depressionen oder für dopaminerge Dysfunktionen bei Psychosen. In ihrem aktuellen Buch "The Bitterest Pills" bezweifelt sie, dass Psychopharmaka überhaupt in spezifischer Weise ein gestörtes Transmittergleichgewicht wieder herstellen.

Antipsychotika fahren ihrer Ansicht nach lediglich Hirnsysteme herunter, die eben auch für Psychosen benötigt werden. Eine Disruption, ähnlich brachial wie die EKT, nur eben medikamentös.

Moncrieff spricht hier von einer arzneimittelbasierten Wirksamkeit: Eine psychoaktive Substanz zeigt im Gehirn einen gewissen Effekt, der sich eben auch auf die Psyche auswirkt. Alkohol lindert aufgrund seiner enthemmenden Wirkung soziale Ängste, es gibt aber keine spezifische Wirkung von Alkohol auf diese Ängste.
http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... rmaka.html
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
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Peter_Ansari
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Peter_Ansari »

Ich hab da noch einen Vortrag:

Antidepressiva und Emotionsregulation von Ansari (kann man sich durchklicken)



Gehalten in Bremen am 10.12.2016
http://www.ameos.eu/standorte/ameos-wes ... ychiatrie/
Dr. Peter Ansari
Forscht an Depressionen und Antidepressiva. Möchte allen Menschen,
die unter der Einnahme der Antidepressiva leiden, eine Stimme geben.
http://www.depression-heute.de
Rät zur Vorsicht im Umgang mit Antidepressiva und warnt vor der Langzeiteinnahme.Gratuliert allen, die es geschafft haben, die Medikamente abzusetzen und wünscht denen, die gerade dabei sind die notwendige Kraft :sports: um den Weg weiter zu beschreiten. Auch wenn es dauert: Ihr schafft das :hug: !
Arianrhod
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Arianrhod »

STERN online heute

Das Medikament Risperdal sollte gegen Angstzustände helfen, doch bei tausenden Männern in den USA hatte es eine schreckliche Nebenwirkung: Ihnen wuchsen Brüste. Nun verklagen sie den Pharmariesen Johnson & Johnson.
Dass es eine Folge des Arzneimittels sein könnte, daran habe er zunächst nicht gedacht. Das Brustwachstum schob er stattdessen auf seine Gewichtszunahme. Bible litt enorm unter seinem Körper, er zog sich zurück, ging nicht mehr aus dem Haus.
Gynäkomastie wurde nicht als Nebenwirkung erwähnt
"Hätte ich von den Nebenwirkungen gewusst, hätte ich es nie eingenommen", sagte er. Doch auf dem Beipackzettel wurde nichts dergleichen erwähnt. Bible und die anderen Opfer werfen Johnson & Johnson vor, die Information bewusst vorenthalten zu haben, um den Verkauf zu steigern.
http://www.stern.de/gesundheit/medizin/ ... 41740.html

Es scheint den Patienten gar nicht bewusst gewesen zu sein, dass Risperidon ein hochpotentes Neuroleptikum ist *wunder*

liebe Grüße Arian
[spoil]2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Ich weiß mittlerweile 2019 , dass ich Asperger- Autistin bin .
Murmeline
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Liebe Arian,

die Welt ist so irre.

aus dem Stern:
Der Pharmariese will von den Vorwürfen nichts wissen. "Risperdal ist ein sicheres und effektives Medikament, das bereits Millionen Menschen geholfen hat, ein besseres Leben zu führen", hieß es in einer Mitteilung an "CNN".
Der Anwalt der Geschädigten fordert Schadensersatz von Johnson & Johnson - und dass der Konzern seinen Fehler einsieht. "Das ist ein Unternehmen, das Menschen helfen soll, stattdessen hat es viele verletzt."
Und ausgerechnet Johnson & Johnson bekommt jetzt den Ethical Leadership Award.
The FASPE Ethical Leadership Award is recognizing Johnson & Johnson for its groundbreaking and market-leading ethical work in the area of compassionate use of drugs and the sharing of clinical research.

Der FASPE Ethical Leadership Award zeichnet Johnson & Johnson für seine bahnbrechende und marktführende ethische Arbeit im Bereich des compassionate Medikamentengebrauchs (keine Ahnung wie compassionate in dem Zusammenhang übersetzt wird, eigentlich bedeutet es "mitfühlend"/"teilnahmsvoll") und die gemeinsame Nutzung von klinischen Forschung aus.
http://www.faspe.info/documents/FASPEEt ... oJandJ.pdf

:vomit:
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Die Autoren analysierten die Daten von 252 placebo-kontrollierten mit 26.324 Patienten, die zum Thema zwischen 1978 und 2015 durchgeführt wurden.
Die Ergebnisse zeigten, dass bei Antidepressiva-Studien der Placebo-Effekt weiterhin die positiven Ansprechrate zwischen 35% und 40% ausmacht.
Entgegen der derzeit verbreiteten Meinung ist der durchschnittliche Placebo-Effekt bei Antidepressiva-Studien auch in den letzten 25 Jahren beträchtlich geblieben.
Medknowledge-Anmerkung: Anders gesagt, fast die Hälfte der Besserung durch Antidepressiva ist auf den Placebo-Effekt zurück zu führen. Meist werden sie bei depressiven Erkrankungen verordnet.
http://www.medknowledge.de/aktuelle-stu ... -2016.html
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von LinLina »

Bericht über Preispolitik der Pharmaindustrie in der Arte Mediathek (zwischendurch wird auch mal über Flüchtlingspolitik berichtet, danach gehts aber mit dem Thema Medikamentenpreise weiter.

http://www.arte.tv/guide/de/068399-011-A/vox-pop
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Nach dem Absetzen von Antidepressiva treten häufig unangenehme Begleiterscheinungen auf. Darf man das Entzugssymptome nennen? Die Studienlage spricht dafür.

Frage: Können nach dem Absetzen von Antidepressiva schwerwiegende Probleme auftreten?

Antwort: Ja

Erklärung: Es ist inzwischen gut dokumentiert, dass das Absetzen bestimmter Antidepressiva zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Die Symptome ähneln denen, die beim Entzug von starken Beruhigungsmitteln auftreten.

Eine Depression verläuft häufig in Episoden: Nach einer Zeit mit Beschwerden folgt in der Regel eine Phase, in der die Erkrankung keine Probleme macht. Wenn Patienten dann auf ihre Antidepressiva verzichten wollen, können sehr unangenehme Begleiterscheinungen auftreten. Dazu gehören etwa Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Herzklopfen oder Muskelzuckungen. Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Auch die Dauer schwankt von Person zu Person und reicht von einigen Stunden oder Tagen bis hin zu mehreren Monaten.

Bekannt sind solche Probleme besonders bei neueren Antidepressiva. Dazu gehören die so genannten „selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer“ (SSRI, Beispiele: Paroxetin, Fluoxetin, Citalopram beziehungsweise Escitalopram) und die „selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer“ (SNRI, Beispiele: Duloxetin, Venlafaxin). Beide Substanzgruppen greifen in den Stoffwechsel von Nervenbotenstoffen im Gehirn ein. Vergleichbare Symptome sind auch für andere Arzneistoffe mit Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem bekannt, etwa starke Beruhigungsmittel (Benzodiazepine) oder Medikamente zur Behandlung einer Schizophrenie.
Der ganze Artikel:
http://www.medizin-transparent.at/antid ... a-absetzen
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Ärzte Zeitung, 28.12.2016
Psychiatrische Therapie

Wo bleibt der disruptive Wandel?

Keine neuen Medikamente, keine neuen Ideen – kaum eine andere Disziplin tritt derart auf der Stelle wie die Psychiatrie. Disruptiv sind hier allenfalls die therapeutischen Auswirkungen auf das Gehirn der Patienten. Woran liegt's?

http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... telle.html
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Arianrhod »

Murmeline, ein toller Artikel, besonders diese Stelle hier:
Die britische Psychiaterin Dr. Joanna Moncrieff sieht selbst für Antipsychotika keine spezifische Wirksamkeit. Solche Mittel, einst eingeführt als "neurologische Inhibitoren", haben ihrer Ansicht nach eine ganze Reihe von eher globalen Effekten: Sie lähmen die körperliche Aktivität, Aufmerksamkeit, Reaktionszeit und Koordination, sedieren, führen zu emotionaler Verflachung und Gleichgültigkeit. Damit bremsen sie zwangsläufig auch eine Psychose. Vergleichen lässt sich das mit einem zu schnellen Auto: Natürlich wird es langsamer, wenn man in die Reifen schießt. Womöglich haben wir – statt nach der Bremse zu suchen – 60 Jahre lang nur effektivere Methoden entwickelt, die Luft aus den Reifen zu lassen.
Hervorhebungen von mir, http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... telle.html

Genauso gut könnte ich Schnaps als Mittel gegen soziale Phobie anpreisen, denn nachweislich baut Alkohol Ängste hat, hätte also die gleiche unspezifische Wirkung wie ein Neuroleptikum.

liebe Grüße Arian
[spoil]2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

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hypomane Reaktion
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Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
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Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

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Ich weiß mittlerweile 2019 , dass ich Asperger- Autistin bin .
paragon

Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von paragon »

naja, der Artikel bläst halt trotz aller Kritik an den Umständen in das alte Horn..

Psychopharmaka sind immer noch "state of the art"
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Psychiater Ulrich Voderholzer: Antidepressiva: Wie viel ist zu viel?

Beitrag von Murmeline »

Psychiater Ulrich Voderholzer: Antidepressiva: Wie viel ist zu viel?

Den Artikel bewerte ich auch gemischt, aber es sind viele gute Ansätze drin:
Die Betroffenen sind nicht ausreichend aufgeklärt!

Viele Nebenwirkungen der häufig verordneten Antidepressiva, wie zum Beispiel Übelkeit, sind vergleichsweise harmlos und klingen meist nach einigen Wochen ab. Bei längerfristiger Einnahme über Monate und Jahre sind oft Nebenwirkungen relevant. Dazu gehören eine Verminderung des sexuellen Interesses oder sexuelle Funktionsstörungen, häufiges, insbesondere nächtliches Schwitzen und auch Gewichtszunahme, die manchmal auch ein erhebliches Ausmaß annehmen kann. Auch eine Einschränkung des emotionalen Erlebens kann auftreten („emotional blunting“). Die Erfahrung zeigt, dass vielen der betroffenen Patienten der Zusammenhang zwischen der Einnahme des Medikamentes und diesen Wirkungen gar nicht bekannt oder bewusst ist und auch nicht besprochen wurde, als über die Einnahme des Medikamentes entschieden wurde.

Dies ist insofern kritisch, als Antidepressiva nach längerer Einnahme nicht problemlos abgesetzt werden können, sondern Absetzerscheinungen verursachen (3). Nach jahrelanger Einnahme kann es sogar sehr schwierig werden, Antidepressiva wieder abzusetzen. Diese Absetz-Phänomene wurden erst in den letzten Jahren intensiver in das Blickfeld der Forscher genommen. Hier fehlen aber noch wissenschaftliche Untersuchungen. Es ist zu prüfen, inwieweit nach jahrelanger Antidepressivatherapie Anpassungsvorgänge im zentralen Nervensystem erfolgen. Denn diese könnten das Absetzen besonders schwierig gestalten. Und sie könnten eventuell sogar das Risiko erhöhen, erneut zu erkranken. Diese Unsicherheit über eventuell ungünstige Langzeitwirkungen soll auf jeden Fall ermahnen, auch alternative Möglichkeiten der Therapie, insbesondere Psychotherapie, noch stärker in der Erstbehandlung psychischer Erkrankungen anzuwenden.
Kritikpunkt 3: Der Patient entscheidet nicht mit

In der Leitlinie Depression wird auch betont, dass die Entscheidung für ein Therapieverfahren gemeinsam mit dem Patienten getroffen werden muss. Man spricht von „Partizipativer Entscheidungsfindung“. Dies erscheint im ersten Moment als eine Selbstverständlichkeit. De facto ist es jedoch meist eine Entscheidung des Behandlers, dem der Patient vertrauen wird. Um wirklich gemeinsam eine Entscheidung treffen zu können, bedarf es nämlich ausführlicher Informationen des Patienten, die schon allein aufgrund der begrenzten Gesprächszeit, insbesondere beim Hausarzt, gar nicht möglich ist.

Auf die Bedeutung der gemeinsamen Entscheidungsfindung in der Praxis weist eindrucksvoll eine Befragung unter Ärzten zur Untersuchung zum Verordnungsverhalten von Antidepressiva hin. Die Ärzte wurden befragt, wie sie bei einem typischen Depressionsfall handeln würden und wie sie handeln würden, wenn sie selbst betroffen wären. Während bei einem typischen Depressionsfall 80 Prozent ein Antidepressivum verordnen würden, wollten nur weniger als 40 Prozent selbst ein Antidepressivum einnehmen, wenn sie betroffen wären (2). Dabei ist es ja eine Maxime ärztlichen Handelns darin besteht, dem Patienten die Behandlung zu empfehlen, die man auch bei sich selbst anwenden würde. Hier deutet sich schon an, dass Antidepressiva häufiger verordnet werden, als es der Überzeugung der Behandler entspricht.
https://www.psychosomatik-online.de/wer ... a-gegeben/
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

10 Mythen der Pharmaindustrie
Von zauberhaften Gewinnen und fehlenden Medikamenten

Wenn man den Verlautbarungen großer Pharmaunternehmen Glauben schenkt, haben wir unsere lange Lebenserwartung hauptsächlich Medikamenten zu verdanken. Die Branche nimmt für sich in Anspruch, durch ihre Innovationen erheblich zum Allgemeinwohl beizutragen. Doch was ist dran an diesen Behauptungen? Wir sind zehn populären Argumenten der Pharmaindustrie nachgegangen und setzen stichhaltige Informationen gegen Pharma-Marketing und Firmen-PR.
http://www.bukopharma.de/uploads/file/P ... Mythen.pdf

Herausgeber: BUKO Pharma-Kampagne/Gesundheit und Dritte Welt e.V.
http://www.bukopharma.de/
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Aber was passiert, wenn man tatsächlich wie Dschungelcamp-Kandidatin Hanka Rackwitz unter einer Zwangsstörung wie Waschzwang leidet? Das beantwortet uns Isabella Heuser, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Berliner Charité im Video.

"Im schlimmsten Fall kann Hanka Rackwitz so etwas wie einen Nervenzusammenbruch haben", warnt Isabella Heuser. "Menschen mit Waschzwang müssen sich ständig – aus Angst, sich anzustecken – die Hände waschen, bis zu 200 Mal am Tag", sagt sie. Zwar seien solche Zwangsstörungen relativ gut heilbar – aber nur mit einer Kombination aus Medikamenten wie Antidepressiva und beispielsweise einer Verhaltenstherapie.
http://www.abendblatt.de/kultur-live/tv ... gehen.html

aber [highlight=yellow]nur[/highlight] mit einer Kombination aus Medikamenten wie Antidepressiva und beispielsweise einer Verhaltenstherapie. Achso.
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Arianrhod »

Auch wenn man kein Fachmann auf dem Gebiet der Psychopharmaka ist, so kommt man relativ schnell zu dem Ergebnis, dass man am liebsten etwas ohne Nebenwirkungen nehmen würde, etwas, das gut gegen den Wahn hilft und außerdem nicht so stark sediert – das, was real ist, möchte man schließlich noch bewusst wahrnehmen können.

Lieber gar nichts nehmen?

Hat man sich die eigenen Auswahlkriterin dann verdeutlicht, bleibt eigentlich nur eine Schlussfolgerung: Am besten, man nimmt gar nichts, denn oben aufgeführtes Ideal gibt es nicht.
Leider bleibt psychiatrietogo nicht bei diesem Fazit :(

http://news.doccheck.com/de/blog/post/5 ... lock=23817
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Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Ich weiß mittlerweile 2019 , dass ich Asperger- Autistin bin .
Arianrhod
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Arianrhod »

Ab Minute 23.40 bei Podcast

http://psychcast.de/pc035-neuroleptika- ... =24:20.268

Frage: Warum steigt die Verordnung von Neuroleptika (Antipsychotika) ?

Antworten:
1) Psychosen werden häufiger diagnostiziert
2) drogeninduzierte Psychosen nehmen zu.
3) Depressive werden damit (fehl)behandelt.
4) Bewohner in Altenheimen erhalten mehr.
[spoil]2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Ich weiß mittlerweile 2019 , dass ich Asperger- Autistin bin .
Murmeline
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Re: TV, Zeitungsberichte etc. über Antidepressiva & Co.

Beitrag von Murmeline »

Glyn Lewis, Professor of Psychiatric Epidemiology at University College Hospital’s Division of Psychiatry said he knew of people who had been taking antidepressants or 20 years.

“The number of prescriptions for antidepressants has risen quite dramatically since the early 1990s, and has been going up by around six or seven percent a year,” he said.

“It isn’t as though other psychiatric drugs have shown this rise, it’s a phenomenon just for antidepressants.

“Are we getting more depressed? Well we’re probably getting slightly more depressed but certainly not enough to explain this massive increase.

“Up to 2000 the number of people getting a prescription was increasing but the recent increase seems to be more about people staying antidepressants for longer.

“People are taking them for decades. Many people find it difficult to come off antidepressants.”

http://www.telegraph.co.uk/science/2017 ... g_share_tw
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
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