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Artikel über Gefahren und Langzeit-Entzug von Psychopharmaka

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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carlotta
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Artikel über Gefahren und Langzeit-Entzug von Psychopharmaka

Beitrag von carlotta »

Liebe ADFDler,

hier ein aufrüttelnder Artikel des britischen Telegraph über die Gefahren von Psychopharmaka (protrahierte Entzüge von AD, aber auch Benzos) und deren explosionsartig zunehmende Verordnung:
:arrow: http://www.telegraph.co.uk/news/feature ... drugs.html

Titel und Vorspann:
Lives 'left in ruin’ by rising tide of depression drugs
More people are being put on the pills but some experts are now warning they do more harm than good. Julia Llewellyn Smith reports
Und noch einige Auszüge:
More than a decade later, Henry was far from cured and still taking antidepressants. “None of the drugs I was prescribed made me feel better, and most made me considerably worse. But every time I stopped them, the symptoms of what I thought was depression — but now know were of withdrawal — returned even more strongly, so I went back to the pills.”

By 2009, he was so unwell that he had to give up work. Finally, suspecting the drugs were the cause of his problems, he quit them, only to enter a new hell.

“It was torture. I thought I was going to die, and I didn’t care. For two years, I was in severe physical pain and so weak I lay all day on the sofa. My cognition was severely affected, I was dizzy, with blurred vision, I couldn’t read a bedtime story to my son and couldn’t remember things that had happened just a few seconds previously.”
Prof Gøtzsche, author of Deadly Medicines and Organised Crime: How Big Pharma has Corrupted Healthcare, believes that some drug companies have obfuscated the truth about antidepressants, much as tobacco firms attempted to hide the dangers of cigarettes.

“My research has led me to the uncomfortable conclusions that these drugs help very few people. They are often being taken needlessly and, in many cases, ruining lives.

“GPs and psychiatrists hand out these drugs for the most unbelievable reasons — when patients are having marital problems, have failed exams, split up with their boyfriends — occasions that would make anyone feel sad and stressed but don’t indicate clinical depression.

“In such cases, and also in truly depressed patients, the patients will feel better anyway with the passing of time, but doctors and patients attribute their recovery to the antidepressants. When they stop the drugs, withdrawal symptoms will often make them feel bad. This is often misdiagnosed as the depression not being cured, so they are told to continue taking the pills, sometimes for life.”
“It’s cheaper and quicker to prescribe antidepressants than investigate the root cause of sadness,” says Dr Davies. “The other problem is mental health practitioners aren’t introduced during training to the growing body of critical research on the drugs.”
Over the following decades, drug companies explained that depression was caused by a chemical imbalance that drugs could cure. But this theory has never been proven. “These drugs create a chemical imbalance, which is why it is so difficult for patients to get off them,” says Prof Gøtzsche.

In fact, he says, there’s little evidence that antidepressants help anyone. “In cases of mild depression, their effect is small. Nice [the National Institute for Health and Care Excellence] recommends that antidepressants are not routinely prescribed for people with mild depression. But even in severe cases, research shows only 10 per cent of people will feel better than if they used a placebo.
Und hier noch eine lesenswerte Einschätzung dazu von Monica Cassani, selbst Langzeit-Betroffene (Entzug von AD, Benzo, NL) und Betreiberin des empfehlenswerten Blogs Beyond Meds:
:arrow: http://beyondmeds.com/2014/04/27/antidepressant-drugs/

Liebe Grüße :group:
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

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SonneimHerzen
Beiträge: 25
Registriert: 19.06.2014 18:17

Re: Artikel über Gefahren und Langzeit-Entzug von Psychophar

Beitrag von SonneimHerzen »

Liebe Mitbetroffene,
Mir wurde vor drei Jahren gegen hartnäckige Schlafstörungen Cymbalta verschrieben- beim ersten Mal waren die Nebenwirkungen erträglich und nach zwei Wochen wieder vorbei.
Ich hatte die Vorstelltung dass man AD in einer Krise nimmt und nach einem halben Jahr oder so wieder absetzt. Meine Ärztin hat mich jedoch ständig zur Weitereinnahme animiert - mein Leben wäre doch so instabil da ja mal natürlich da oder dort was aufbrodelt.
Ich will auch viel Gutes über die Zeit sagen - Schlafen war besser, die Stimmung war besser, und der Antrieb OK - so viel Sport habe ich vorher noch nicht gemacht gehabt wie in der Zeit.
Retrospektiv betrachtet muss ich aber einiges an meinem Verhalten damals kritisch durchleuchten: Positiv - wir hatten damal Streit wegen eines Erbes - ich habe die Energie gefunden micht zu wehren. Negativ: Die Aggressivität stieg deutlich an - einen schwelenden inhaltichen Konflikt mit meinem Vorgesetzten habe ich miteskaliert, worauf ich versetzt wurde und dann eine recht quälende Zeit verbrachte, wie es weitergehen soll.Und- besonders tückisch- irgendwann nimmt man das Aufmerksamkeitsdefizit gar nicht mehr wahr.
Ich habe dann Fehler gemacht beim neuen Job- Unterlassungen , Schlampigkeiten aus einer Grundmüdigkeit heraus die mir gar nicht mehr bewußt war. Und war eigentlich gegen meine Ausbildnerin aggressiv und irgendwie streitlustig.
Manchmal in unangebrachter Weise gleichgültig.
Nach zwei Jahren habe ich es auf eigene Initiative abgesetzt. Da die Schlaflosigkeit wieder kam- nach 8 Monaten- wurde es wieder verschrieben - diesmal führte die Einnahme jedoch zu absoluter Lethargie - und Arbeiten ist praktisch nicht möglich wegen der Aufmerksamkeit . Übelkeit , rascher Gewichtsabnahme und Schwindel auch nach 6 Wochen. Es ist unangenehm, wenn man es nicht verträgt und dennoch nicht ohne die üblichen Symptome absetzen kann. Es wird den Patienten immer wieder vorgesagt "Macht nicht abhängig " - . Man wird nicht darauf hingewiesen dass die Medikationen offenbar auf Lebenszeit geplant werden- was für einen Menschen wie mich so in der midlife-crisis nicht befriedigend ist - sollte zumindest erwähnt werden.

Ich möchte hier auf die Gefahren des Aufmerksamkeitsdefizites und die Auswirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit und das Gedächtnis bei Langzeitgebrauch hinweisen. Die einem vielleicht gar nicht selbst bewußt sind - die Folgen stellen sich dennoch ein.
Ich hätte nie vermutet dass nach 8 Monaten noch was kommt.
depressive Krisen , die aber ohne Medis überwunden werden.
ab 2005 Schlafstörungen
gelegentlich Temes*a zum Schlafen
Umstieg auf Trittic*o, wechselnde Dosen




2011-2013
Cymbalt*a zunächst 60 mg, dann 30mg
Trittic*o, wechselnde Dosen 150mg bis 50mg

Sommer 2013 Cymbalt* abgesetzt von 30 mg weg, jeden 2. Tag ausgelassen,
weggelassen, keine Absetzsymptome

halbes Jahr nur Trittic*o 50mg

März 2014
Rivotril



1mg (kurz) dann viele Wochen 0,5 mg .
Ein gescheiterter Absetzversuch.
Seit Juni 2014: von 0,5 mg auf 0,25mg 3 Tage , weiter 0,125mg

März/ April 2014 3 Wochen Tresle*n, wegen extremer Gewichtsabnahme und Kopfweh übergangslos abgesetzt.

Mai 2014- Mitte Juni 2014 Cymbal*a 30mg/4 Wochen 60mg/ 2 Wochen 30 mg. Wegen Nebenwirkungen (Gewichtsabnahme, Schwindel, Kopfweh, Muskelschwäche, völlige Lethargie,) abrupt abgesetzt.

Mitte Juni 2014 : mit Johanniskraut 2x 450 mg Dr Bö*m auf eigene Faust begonnen,
Trittic*o (Juli 2014) 150 mg
ein Melatonin-Präparat, Baldrian Dragees, Passionsblume, Homöopathika

Plötzlich auf Tritti*o mit Übelkeit und Erbrechen reagiert (viell verträgt sichs mit Johanniskraut nicht - steht in der Gebrauchsinfo)
Trittic*o abgesetzt
Mirt*zipin verschrieben bekommen (Juli) Übelkeit und Erbrechen, extreme Dussligkeit . sofort aufgehört( sonst könnt ich nicht mehr im Forum schreiben)

Seroqu*l 2 Tage ausprobiert zum Schlafen.
1 tag 25mg sero*, 150 mg Trit*, 8 h geschlafen , aber erst nach 3-4 h eingeschlafen..
Putzmunter am 2. Tag trotz 50 mg Sero* (ohne Tritti*o), eher angetrieben als müde..
um mich wegzuklicken dann einfach 1mg Rivotr*l genommen.
24.7. Temesta 2,5 mg . auch Übelkeit morgens, Schlafen möglich
25.7. Temesta und Alkohol ist viel besser als Rivotril mit Alkohol !
Ich war immer so diszipliniert ! Auf Drogenabbau bedacht ! Was ist mit THC und Depression ? nie probiert.Alkoholfrei von März bis Jui2014
Klinik bis sept 2014 6 Wochen entlassen.med
Stablon 2* 25mg
Trittico 100 mg
Rivot*l 0,25 mg
Zyprexa 0,25mg
Valdoxan 25 mg
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