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Erledigt: Paroxetin nicht besser als Placebo

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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PhilRS
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Erledigt: Paroxetin nicht besser als Placebo

Beitrag von PhilRS »

Hi,

aus diversen liegengebliebenen Meldungen hier mal eine besondere Perle:

Paroxetin nicht besser als Placebo

CMAJ 2008; 178 (3):296.

Seit Längerem ist ja bekannt, dass Paroxetin in klinischen Studien nur geringfuegig besser abschneidet als Placebo (betrifft alle SSRI). Das bezieht sich aber nur auf die HAMILTON-Punktwerte, also wie die Teilnehmer beim Rating bewertet werden.

Jetzt haben die Cochrane-Spezialisten Barbui, Cipriani und Furukawa mal etwas ueber den Tellerrand geschaut und die unerwuenschten Wirkungen in die Kalkulation einbezogen. Es wird ja immer wieder betont, dass man Antidepressiva längere Zeiträume einnehmen soll, und da ist die Verträglichkeit entscheidend. Die mit Paroxetin behandelten Patienten hatten unter wesentlich mehr Nebenwirkungen zu leiden als die Placebo-Einnehmer, und v.a. traten bei ihnen deutlich stärkere Suizidtendenzen zu Tage.

Wenn man die Zeit bis zum Ausscheiden aus der Studie als Qualitätsmerkmal nimmt (vgl. CATIE bei Neuroleptika), ist Paroxetin Placebo nicht ueberlegen. Anders gesagt: Der geringe antidepressive Effekt von Paroxetin reicht nicht aus, um die Patienten trotz der Nebenwirkungen länger in den Studien zu halten als Placebo-Einnehmer.

BTW habe ich mir seinerzeit alle veröffentlichten Duloxetin-Studien besorgt, und m.W. haben insgesamt wesentlich mehr Duloxetin-Anwender die Studien wegen UAW verlassen als Placebo-Einnehmer... muss man noch mal nachschauen. Allgemein duerfte so gesehen jedes neuere AD schlechter bis höchstens gleich "gut" abschneiden wie Placebo.

Alles Gute
-PhilRS.
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