Paroxat (Paroxetin) erfolgreich absetzen - meine Erfahrungen
Verfasst: 26.01.2012 10:41
Hier meine Erfahrungen mit dem erfolgreichen Absetzen des Paroxats
Vorwort:
Der Absetzprozess ist IMMER eine individuelle Angelegenheit.
Nur weil er bei mir so funktionierte wie ich es im Folgenden schildern werde, heisst das nicht, dass er bei anderen Betroffenen auf die gleiche Art funktioniert.
Man kann wohl davon ausgehen, dass meine Absetzerfahrungen auf viele andere Patienten anwendbar sind, jedoch nicht auf alle.
In meinem Falle bestand die Indikation in einer generalisierten Angststörung.
Zuerst schildere ich ein paar Regeln, die ich als Fazit meines erfolgreichen Reduzierens/Absetzens als notwendig erkannt habe.
Nach den Regeln erläutere ich noch ein paar konkretere Aspekte meines Vorgehens.
Regel Nummer 1:
Diesen Punkt halte ich für den allerwichtigsten.
Man sollte beim Ausschleichen oder spätestens einige Zeit vor dem Absetzen so weit sein, dass man die Hintergründe der eigenen Erkrankung im Wesentlichen erkannt hat und in der Genesung weiter fortgeschritten ist.
Wenn man bzgl. der krankmachenden Hintergründe im Unklaren ist und noch zu sehr in der Schwebe, dann wird das Absetzen sicher viel schwieriger.
Wir wissen doch: was uns krank macht sind bestimmte Gedanken – und Verhaltensmuster, die sich – aus welchen Gründen auch immer – im Laufe des Lebens manifestiert haben.
Diese Muster erkennen, ausmerzen und wieder auf die persönlich richtige Bahn hin umzuwerten ist das Um und Auf einer erfolgreichen Selbstheilung.
Erst wenn die Muster, Trigger etc. im Wesentlichen erkannt sind und der Körper UND Geist (eine Krankheit ist nie rein körperlich oder rein psychisch) ein Stück weit Entspannung, Gelassenheit und Erholung gefunden haben kann man davon ausgehen, dass die Symptome beim Absetzen wirklich nur noch bloße Absetzsymptome sind.
Natürlich sollte dann die Arbeit an sich selbst nicht abgeschlossen sein bzw. ist das erfolgreiche Absetzen keine Garantie dafür, dass man am therapeutischen Ziel angekommen ist. Aber in diesem Stadium ist man in der Regel sowieso schon so weit, dass die tiefe Selbsterfahrung, die nötig ist für die Genesung, kein allzu schlimmes Mühsal mehr ist, sondern als interessante „Reise“ empfunden wird.
Regel Nummer 2:
Die Dosis keinesfalls zu schnell reduzieren.
Ich hatte die 10 mg bereits seit etwa einem Jahr – also lange genug, dass sich der Körper auf diese geringe Dosis eingestellt hat.
Keinesfalls sollte die Dosis zu schnell reduziert werden.
Also z.B.: jemand nimmt 40 mg, dann nicht innerhalb von einem Jahr gleich auf 10mg reduzieren!
Regel Nummer 3:
Geschicktes Zeitmanagement kann helfen oder sogar unbedingt erforderlich sein.
Man sollte sich für die Zeit des Ausschleichens und Absetzens eine Zeit aussuchen, in der man Stress vermeiden kann. Eine Zeit, in der es einem gut möglich sein wird, sich auszuklinken vom Alltagstreiben und belastenden Einflüssen. Eine Zeit, in der man es sich leisten kann, sich abzukapseln sobald man dies für nötig und wohltuend hält.
Wenn man einen Lebenspartner hat, Kinder, Arbeit etc. dann ist hier sicher ein gewisses Maß an organisatorischer Vorarbeit wichtig, damit man während des Prozesses genug Ressourcen für sich selbst übrig hat.
Ich würde nicht behaupten, dass man sich während des Reduzierens sich von Haus aus total ausklinken soll. Möglicherweise wirkt erst recht das Beibehalten eines strukturellen Alltagsmusters und die Beschäftigung mit gewissen Dingen, dass das Ausschleichen/Reduzieren/Absetzen leichter fällt!
Für den Fall aber, dass man Auszeiten braucht, sollte man in der jeweiligen Situation auch in der Lage sein, sich diese Zeiten unkompliziert, ohne Druck und ohne schlechtes Gewissen zu nehmen.
Regel Nummer 4:
Kein Selbstdruck und keine sich selbsterfüllende Prophezeiung zulassen!
Wenn die Symptome kommen – versuchen, gelassen zu bleiben. Die Symptome ernst nehmen, aber nicht das Bad mit dem Kind ausschütten – nicht übertreiben und sich nicht hineinsteigern! Sich Zeit und Geduld nehmen, soweit es möglich und nötig ist.
Sich keinesfalls unter Druck setzen, wenn man nicht durchgehalten. In diesem Fall setzt man die vorherige Dosis wieder an – dann lassen die Absetzsymptome von Tag zu Tag nach, bis nach wenigen Tagen wieder der Ausgangszustand erreicht ist.
Es ist keine Schande, wenn der Versuch gescheitert ist. Im Gegenteil – man ist reicher an Erfahrung und dies wird helfen, es bei den folgenden Versuchen besser zu machen!
Nun noch zu meinem konkreten Vorgehen:
Ich nahm zuerst 20 mg, habe später erhöht auf 40.
Insgesamt nahm ich das Paroxat für etwa 4 Jahre.
In den letzten 1,5 bis 2 Jahren hatte ich die Dosis bereits auf 10mg runter.
Ich habe insgesamt 3 mal einen Reduktions-/Ausschleichversuch unternommen.
Erst beim 3. Mal habe ich dann begriffen, dass es besonders wichtig ist, das Mittel langsam - vielleicht nicht zu langesam - auszuschleichen und die oben genannten Regeln zu beachten.
Während ich es beim 1. Versuch von 10mg auf 0 versuchte, habe ich beim 3. Versuch es zuerst einmal nur auf 5mg reduziert.
Auch beim 2. Versuch bin ich zu schnell vorgegangen und habe mich nicht ausreichend an die Regeln gehalten. Hier habe ich zwar nicht sofort von 10 auf 0 reduziert, sondern zuerst einmal nur jeden 2. Tag 10mg eingenommen – aber auch das ging letztlich schief.
Beim 3. Mal klappte es rel. gut. Ich reduzierte von 10 auf 5mg. Ab dem 3. Tag kamen die unangenehmen Absetzerscheinungen, die sich jedoch bereits ab dem 8. Tag zusehends reduzierten! Spätestens ab dem 9. Tag waren die Absetzerscheinungen gut erträglich und vor allem ein Ende der Qual in Sicht – ich war also vorerst über den Berg.
Wie komme ich überhaupt zu der Dosis von 5mg? Auch auf mein Drängen hin wurde in der Apotheke nirgends ein Paroxat-Medikament gefunden, welches man unkompliziert auf 5mg teilen kann.
Die einzige Möglichkeit bestand für mich darin, eine 20mg-Tablette mit vorgegebener Teilungsspalte zu nehmen, und die daraus entstandenen 10er wiederum mit einem Cutter-Messer zu spalten (was auch ziemlich gut funktionierte). Einfach das Cuttermesser schön mittig von oben gerade ansetzen und gerade nach unten drücken.
Inzwischen habe ich auch von Leuten gelesen, die mit 1mg-Schritten reduzierten. Ist so etwas vielleicht nur in Entzugskliniken möglich ?
Ich war dann etwa für 5-6 Monate auf 5mg, als ich dann auf 0 reduzierte – und dieser 4. Schritt, wo es also um das Absetzen im engeren Sinne ging, war dann sogar deutlich einfacher als der Schritt von 10 auf 5mg!
Vermutlich lag dies daran, dass 5mg bereits eine derart geringe Dosis ist, dass diese für den Körper fast keine Rolle mehr spielt.
Möglicherweise aber fiel mir der Schritt von 5 auf 0 auch deshalb leichter, weil ich vorher schon einmal Absetzversuche machte (sh. oben).
In meinem Falle war es auch so, dass mein Komplementärmediziner mir homöopathisches Paroxetin empfohlen hat.
Dieses habe ich jedoch nur während der Reduktionsphase von 10 auf 5 genommen. Während der Phase „5 auf 0“ hatte ich gar keine Unterstützung durch eine alternative Arznei mehr benötigt.
Auch ein weiteres homöopathisches Mittel hat mir mein Komplementärmediziner empfohlen, welches ich aber bewusst hier nicht verraten werde, denn: die homöopathischen Mittel müssen immer ganz individuell verschrieben werden. Es sollte keines dieser Mittel genommen werden, nur weil es einer anderen Person geholfen hat.
Homöopathie also immer nur von einem erfahrenen Homöopathen und Ganzheitsmediziner, der einen gut kennt und wahrhaftig einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt ! Gibt genug Homöopathen, die für die Ausübung dieser hohen Heilkunst kein Talent und keine Kompetenz haben.
Beim Absetzschritt auf 0 kam es gar nicht mehr so weit, dass ich die unterstützenden homöopathischen Arzneien brauchte.
Die zusätzliche Einnahme homöopathischer Arzneien haben die Absetzsymptome keinesfalls verschwinden lassen.
Vermutlich haben sie die Symptome etwas reduziert und das Verschwinden der Symptome beschleunigt, oder anders ausgedrückt, die Wiederherstellung der Selbstregulationsfähigkeit des Körpers beschleunigt.
Die Beachtung der o.g. Regeln und der geschickte Umgang mit mir selbst haben dazu geführt, dass ich das Medikament erfolgreich Absetzen konnte.
Psychiater und sonstige Ärzte und Therapeuten können nur eine Hilfestellung geben. Machen muss man es selber, genauso wie die Verantwortung für die ganze Gesundheit nicht abgegeben werden kann – abgesehen natürlich von Extremsituationen wie Bewusstlosigkeit nach einem Unfall etc.
Oft habe ich hier und in anderen Foren gelesen, dass Betroffene nach dem Absetzen nicht einordnen konnten, ob die Symptome vom Absetzen oder von der Krankheit kamen.
Ich meinem Falle kann ich sicher sagen, dass es- bis auf das Resginationsverhalten und die Weltuntergangsstimmung - blosse Absetzsymptome waren, die ich zuvor, während der Krankheit kaum oder nie hatte:
Schwindel, Stromschllagempfinden, Weinerlichkeit, Weltuntergagngsstimmung, Gereiztheit, Ungeduld, Resignationshaltung, sich heiss und rot anfühlendes Gesicht, Nackensteifigkeit. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Difeferenzierung bei Depressionen schwieriger sein dürfte.
Ärzte verschreiben oft leichtfertig Medikamente.
Wenn Sie schon Medikamente verschreiben, müssen die Betroffenen Patienten auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass man sich darauf einstellen soll, sich von den Medis irgendwann auch wieder zu verabschieden. Genauso kann man sagen: Wenn schon ein Patient sich auf die Einnahme von Medikamenten einlässt, soll er sich darauf einstellen, sich von den Medis irgendwann wieder zu verabschieden – spätestens dann, wenn die (Selbst)Heilung soweit fortgeschritten ist, dass keine Medis mehr nötig sind.
Die Einnahme der Medis bewirkt auch unbewusst eine gewisse Abhängigkeit, auch wenn es immer heisst, moderne SSRI machen nicht abhängig.
Man nimmt täglich morgens die Tablette ein und lernt dabei automatisch, dass die Tablette normal ist im Leben.
Sie ist es jedoch nicht und lenkt ab von der Notwendigkeit, das Übel an der Wurzel zu packen, in sich zu gehen und sein Leben Schritt für Schritt in eine andere, für sich persönlich richtige Bahn zu lenken.
Ich hoffe, ich kann mit meinen Erfahrungen einigen Leuten eine Hilfestellung geben.
Alles Gute!
P.S.: wenn Fragen kommen, bitte nicht böse sein wenn ich länger nicht antworte, ich werde nicht jeden Tag online sein hier.
Vorwort:
Der Absetzprozess ist IMMER eine individuelle Angelegenheit.
Nur weil er bei mir so funktionierte wie ich es im Folgenden schildern werde, heisst das nicht, dass er bei anderen Betroffenen auf die gleiche Art funktioniert.
Man kann wohl davon ausgehen, dass meine Absetzerfahrungen auf viele andere Patienten anwendbar sind, jedoch nicht auf alle.
In meinem Falle bestand die Indikation in einer generalisierten Angststörung.
Zuerst schildere ich ein paar Regeln, die ich als Fazit meines erfolgreichen Reduzierens/Absetzens als notwendig erkannt habe.
Nach den Regeln erläutere ich noch ein paar konkretere Aspekte meines Vorgehens.
Regel Nummer 1:
Diesen Punkt halte ich für den allerwichtigsten.
Man sollte beim Ausschleichen oder spätestens einige Zeit vor dem Absetzen so weit sein, dass man die Hintergründe der eigenen Erkrankung im Wesentlichen erkannt hat und in der Genesung weiter fortgeschritten ist.
Wenn man bzgl. der krankmachenden Hintergründe im Unklaren ist und noch zu sehr in der Schwebe, dann wird das Absetzen sicher viel schwieriger.
Wir wissen doch: was uns krank macht sind bestimmte Gedanken – und Verhaltensmuster, die sich – aus welchen Gründen auch immer – im Laufe des Lebens manifestiert haben.
Diese Muster erkennen, ausmerzen und wieder auf die persönlich richtige Bahn hin umzuwerten ist das Um und Auf einer erfolgreichen Selbstheilung.
Erst wenn die Muster, Trigger etc. im Wesentlichen erkannt sind und der Körper UND Geist (eine Krankheit ist nie rein körperlich oder rein psychisch) ein Stück weit Entspannung, Gelassenheit und Erholung gefunden haben kann man davon ausgehen, dass die Symptome beim Absetzen wirklich nur noch bloße Absetzsymptome sind.
Natürlich sollte dann die Arbeit an sich selbst nicht abgeschlossen sein bzw. ist das erfolgreiche Absetzen keine Garantie dafür, dass man am therapeutischen Ziel angekommen ist. Aber in diesem Stadium ist man in der Regel sowieso schon so weit, dass die tiefe Selbsterfahrung, die nötig ist für die Genesung, kein allzu schlimmes Mühsal mehr ist, sondern als interessante „Reise“ empfunden wird.
Regel Nummer 2:
Die Dosis keinesfalls zu schnell reduzieren.
Ich hatte die 10 mg bereits seit etwa einem Jahr – also lange genug, dass sich der Körper auf diese geringe Dosis eingestellt hat.
Keinesfalls sollte die Dosis zu schnell reduziert werden.
Also z.B.: jemand nimmt 40 mg, dann nicht innerhalb von einem Jahr gleich auf 10mg reduzieren!
Regel Nummer 3:
Geschicktes Zeitmanagement kann helfen oder sogar unbedingt erforderlich sein.
Man sollte sich für die Zeit des Ausschleichens und Absetzens eine Zeit aussuchen, in der man Stress vermeiden kann. Eine Zeit, in der es einem gut möglich sein wird, sich auszuklinken vom Alltagstreiben und belastenden Einflüssen. Eine Zeit, in der man es sich leisten kann, sich abzukapseln sobald man dies für nötig und wohltuend hält.
Wenn man einen Lebenspartner hat, Kinder, Arbeit etc. dann ist hier sicher ein gewisses Maß an organisatorischer Vorarbeit wichtig, damit man während des Prozesses genug Ressourcen für sich selbst übrig hat.
Ich würde nicht behaupten, dass man sich während des Reduzierens sich von Haus aus total ausklinken soll. Möglicherweise wirkt erst recht das Beibehalten eines strukturellen Alltagsmusters und die Beschäftigung mit gewissen Dingen, dass das Ausschleichen/Reduzieren/Absetzen leichter fällt!
Für den Fall aber, dass man Auszeiten braucht, sollte man in der jeweiligen Situation auch in der Lage sein, sich diese Zeiten unkompliziert, ohne Druck und ohne schlechtes Gewissen zu nehmen.
Regel Nummer 4:
Kein Selbstdruck und keine sich selbsterfüllende Prophezeiung zulassen!
Wenn die Symptome kommen – versuchen, gelassen zu bleiben. Die Symptome ernst nehmen, aber nicht das Bad mit dem Kind ausschütten – nicht übertreiben und sich nicht hineinsteigern! Sich Zeit und Geduld nehmen, soweit es möglich und nötig ist.
Sich keinesfalls unter Druck setzen, wenn man nicht durchgehalten. In diesem Fall setzt man die vorherige Dosis wieder an – dann lassen die Absetzsymptome von Tag zu Tag nach, bis nach wenigen Tagen wieder der Ausgangszustand erreicht ist.
Es ist keine Schande, wenn der Versuch gescheitert ist. Im Gegenteil – man ist reicher an Erfahrung und dies wird helfen, es bei den folgenden Versuchen besser zu machen!
Nun noch zu meinem konkreten Vorgehen:
Ich nahm zuerst 20 mg, habe später erhöht auf 40.
Insgesamt nahm ich das Paroxat für etwa 4 Jahre.
In den letzten 1,5 bis 2 Jahren hatte ich die Dosis bereits auf 10mg runter.
Ich habe insgesamt 3 mal einen Reduktions-/Ausschleichversuch unternommen.
Erst beim 3. Mal habe ich dann begriffen, dass es besonders wichtig ist, das Mittel langsam - vielleicht nicht zu langesam - auszuschleichen und die oben genannten Regeln zu beachten.
Während ich es beim 1. Versuch von 10mg auf 0 versuchte, habe ich beim 3. Versuch es zuerst einmal nur auf 5mg reduziert.
Auch beim 2. Versuch bin ich zu schnell vorgegangen und habe mich nicht ausreichend an die Regeln gehalten. Hier habe ich zwar nicht sofort von 10 auf 0 reduziert, sondern zuerst einmal nur jeden 2. Tag 10mg eingenommen – aber auch das ging letztlich schief.
Beim 3. Mal klappte es rel. gut. Ich reduzierte von 10 auf 5mg. Ab dem 3. Tag kamen die unangenehmen Absetzerscheinungen, die sich jedoch bereits ab dem 8. Tag zusehends reduzierten! Spätestens ab dem 9. Tag waren die Absetzerscheinungen gut erträglich und vor allem ein Ende der Qual in Sicht – ich war also vorerst über den Berg.
Wie komme ich überhaupt zu der Dosis von 5mg? Auch auf mein Drängen hin wurde in der Apotheke nirgends ein Paroxat-Medikament gefunden, welches man unkompliziert auf 5mg teilen kann.
Die einzige Möglichkeit bestand für mich darin, eine 20mg-Tablette mit vorgegebener Teilungsspalte zu nehmen, und die daraus entstandenen 10er wiederum mit einem Cutter-Messer zu spalten (was auch ziemlich gut funktionierte). Einfach das Cuttermesser schön mittig von oben gerade ansetzen und gerade nach unten drücken.
Inzwischen habe ich auch von Leuten gelesen, die mit 1mg-Schritten reduzierten. Ist so etwas vielleicht nur in Entzugskliniken möglich ?
Ich war dann etwa für 5-6 Monate auf 5mg, als ich dann auf 0 reduzierte – und dieser 4. Schritt, wo es also um das Absetzen im engeren Sinne ging, war dann sogar deutlich einfacher als der Schritt von 10 auf 5mg!
Vermutlich lag dies daran, dass 5mg bereits eine derart geringe Dosis ist, dass diese für den Körper fast keine Rolle mehr spielt.
Möglicherweise aber fiel mir der Schritt von 5 auf 0 auch deshalb leichter, weil ich vorher schon einmal Absetzversuche machte (sh. oben).
In meinem Falle war es auch so, dass mein Komplementärmediziner mir homöopathisches Paroxetin empfohlen hat.
Dieses habe ich jedoch nur während der Reduktionsphase von 10 auf 5 genommen. Während der Phase „5 auf 0“ hatte ich gar keine Unterstützung durch eine alternative Arznei mehr benötigt.
Auch ein weiteres homöopathisches Mittel hat mir mein Komplementärmediziner empfohlen, welches ich aber bewusst hier nicht verraten werde, denn: die homöopathischen Mittel müssen immer ganz individuell verschrieben werden. Es sollte keines dieser Mittel genommen werden, nur weil es einer anderen Person geholfen hat.
Homöopathie also immer nur von einem erfahrenen Homöopathen und Ganzheitsmediziner, der einen gut kennt und wahrhaftig einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt ! Gibt genug Homöopathen, die für die Ausübung dieser hohen Heilkunst kein Talent und keine Kompetenz haben.
Beim Absetzschritt auf 0 kam es gar nicht mehr so weit, dass ich die unterstützenden homöopathischen Arzneien brauchte.
Die zusätzliche Einnahme homöopathischer Arzneien haben die Absetzsymptome keinesfalls verschwinden lassen.
Vermutlich haben sie die Symptome etwas reduziert und das Verschwinden der Symptome beschleunigt, oder anders ausgedrückt, die Wiederherstellung der Selbstregulationsfähigkeit des Körpers beschleunigt.
Die Beachtung der o.g. Regeln und der geschickte Umgang mit mir selbst haben dazu geführt, dass ich das Medikament erfolgreich Absetzen konnte.
Psychiater und sonstige Ärzte und Therapeuten können nur eine Hilfestellung geben. Machen muss man es selber, genauso wie die Verantwortung für die ganze Gesundheit nicht abgegeben werden kann – abgesehen natürlich von Extremsituationen wie Bewusstlosigkeit nach einem Unfall etc.
Oft habe ich hier und in anderen Foren gelesen, dass Betroffene nach dem Absetzen nicht einordnen konnten, ob die Symptome vom Absetzen oder von der Krankheit kamen.
Ich meinem Falle kann ich sicher sagen, dass es- bis auf das Resginationsverhalten und die Weltuntergangsstimmung - blosse Absetzsymptome waren, die ich zuvor, während der Krankheit kaum oder nie hatte:
Schwindel, Stromschllagempfinden, Weinerlichkeit, Weltuntergagngsstimmung, Gereiztheit, Ungeduld, Resignationshaltung, sich heiss und rot anfühlendes Gesicht, Nackensteifigkeit. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Difeferenzierung bei Depressionen schwieriger sein dürfte.
Ärzte verschreiben oft leichtfertig Medikamente.
Wenn Sie schon Medikamente verschreiben, müssen die Betroffenen Patienten auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass man sich darauf einstellen soll, sich von den Medis irgendwann auch wieder zu verabschieden. Genauso kann man sagen: Wenn schon ein Patient sich auf die Einnahme von Medikamenten einlässt, soll er sich darauf einstellen, sich von den Medis irgendwann wieder zu verabschieden – spätestens dann, wenn die (Selbst)Heilung soweit fortgeschritten ist, dass keine Medis mehr nötig sind.
Die Einnahme der Medis bewirkt auch unbewusst eine gewisse Abhängigkeit, auch wenn es immer heisst, moderne SSRI machen nicht abhängig.
Man nimmt täglich morgens die Tablette ein und lernt dabei automatisch, dass die Tablette normal ist im Leben.
Sie ist es jedoch nicht und lenkt ab von der Notwendigkeit, das Übel an der Wurzel zu packen, in sich zu gehen und sein Leben Schritt für Schritt in eine andere, für sich persönlich richtige Bahn zu lenken.
Ich hoffe, ich kann mit meinen Erfahrungen einigen Leuten eine Hilfestellung geben.
Alles Gute!
P.S.: wenn Fragen kommen, bitte nicht böse sein wenn ich länger nicht antworte, ich werde nicht jeden Tag online sein hier.