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Krank durch verantwortungslose Ärzte (Erfahrungsbericht)

Verfasst: 12.10.2010 12:27
von Planlos
Hallo,

die Überschrift klingt jetzt etwas verbittert. Aber insgesamt habe ich es ganz gut hinbekommen den Ärger den ich in den letzten Jahren hatte etwas lockerer zu sehen.

Meine Krankheitsgeschichte begann irgentwann Mitte 2001.

Damals war ich noch ca. 21 Jahre alt und fühlte ich mich etwas unkonzentriert und vernebelt. (später fand ich heraus, dass es an meiner Pollenallergie lag, von der ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts wuste, da die Symptome etwas anders waren)

In der Hoffnung kompetente Hilfe zu bekommen ging ich zu einer Neurologin. Ein verhängnissvoller Fehler wie sich herausstellen sollte. Denn anstatt erst einmal nachzuforschen woran ich überhaupt litt verschrieb sie mir spontan ein Antidepressiva (Doxepin).

Natürlich ohne mich über Risiken, Nebenwirkungen und Absetzproblematik zu informieren.

Nach ca. einem viertel Jahr habe ich das Doxepin abgesetzt. (kann aber heute nicht mehr mit Sicherheit sagen ob ich Absetztsymptome festgestellt habe)

2004 ging ich dann zu einer anderen Neurologin. Diese ging ähnlich vor wie die erste. (keine Untersuchung, keine Versuche herauszufinden was mir eigentlich fehlt. Keine Aufklärung über Risiken, Nebenwirkungen und Absetzproblematik) Nur mit dem Unterschied, dass ich diesmal Imipramin verschrieben bekam.

Als mir das Mittel nach einem halben Jahr ebenfalls nichts brachte, hatte ich es wieder abgesetzt. Nur diesmal mit dem Unterschied, dass ich mich unwohl, nervös und ängstlich fühlte. Da ich nicht wusste, dass man Antidepressiva nicht so einfach absetzen kann, dachte ich dass es ein psychisches Problem wäre und dass ich einfach nur für einige Zeit Ruhe brauche.

Nach einigen Wochen hatte ich dann das Impiramin doch wieder genommen. Die Folge war eine paradoxe Reaktion. Meine Unruhe steigerte sich zu Angst und Panik.
Nach ca. fünf Tagen bemerkte ich, dass es vom Imipramin kam und setzte es erneut ab.

Als Folge litt ich weitere 3 Jahre unter regelmäßig auftretenden Unruhezuständen die ich 2008 endlich ablegen konnte.

Während dieser Zeit habe ich ein Studium (Bioinformatik) in den Sand gesetzt und wurde sozial isoliert.




Die letzten 2 Jahre war ich wieder gesund. (bis zum Juni 2010 - wo ich mir durch Eigenverschulden geschadet habe) (abgesehen davon, dass ich unzureichend über Risiken, Nebenwirkungen und Suchtproblematik von Bezodiazepinen aufgeklärt wurde)

Inzwischen bin ich wieder auf dem Weg der Besserung und hoffe in wenigen Wochen wieder so fit zu sein wie vor dem Juni 2010.



Langer Rede kurzer Sinn. Ich würde es sehr begrüßen wenn alle Neurologen diesen Text zu lesen kriegen würden: Wie es sein sollte ...