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Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert, jetzt setze ich den Rest ab

Verfasst: 05.05.2017 12:15
von Crystalix
Hallo,
ich habe dieses Forum gefunden und finde es mega interessant hier zu lesen. Ich möchte auch gerne meine Geschichte dazu erzählen.

Ich hatte vor 10 Jahren in meiner Jugend eine intensive Partyzeit und habe dabei auch vieles konsumiert. Mit 21 Jahren bin ich dann auf einem Trip hängengeblieben und war längere Zeit in der Klinik. DIe Ärzte wussten nicht so recht was ich hatte, tippten aber auf eine Manie mit psychotischen Zügen. Dort wurde ich auf 10mg Zyprexa eingestellt, was zunächst schon etwas beruhigt hat, aber auf Dauer dann auch sehr müde und schlapp und depressiv gemacht hat. Meine Geschichte ist sehr kompliziert und es würde lange dauern, alles zu erzählen, Ich hab viel darüber im Internet und Blogs etc geschrieben, ich kann ja mal einen Link zu einem Langzeitbericht einfügen, wenn das erlaubt ist.

Also ich hab dann direkt nach dem Vorfall komplett mit dem Konsum von Rauschmitteln aufgehört und bin auch bis heute clean ohne Rückfall.
Nachdem es mir dann mehrere Jahre nicht gut ging, ich sehr schlapp und fertig war und auch keine Lust mehr auf mein Leben hatte, bin ich zum Arzt und habe ihm das berichtet. Der Arzt hat gesagt, dass er mich auf Abilify umstellen wollte und so habe ich dann ca 2 Wochen das Zyprexa reduziert von 10mg auf 5 mg und immer 7,5 mg Abilify eingenommen morgens.

Das hat mich dann extrem gepusht und ich war total aktiv und euphorisch und habe kaum geschlafen. Nach 2 Wochen kam der große Knall, ich habe jegliche Kontrolle verloren und hatte plötzlich stärkste Ängste vor Kontakten und konnte nicht mal mehr ans Telefon gehen oder mit Menschen an den Tisch sitzen. Das Abilify hat irgendwas in mir ausgelöst, was zu einem furchtbaren Zustand geführt hat.

Ich kam dann wieder in die Klinik, hab das Abilify sofort abgesetzt und dann auf 20mg Zyprexa erhöht, dazu habe ich in der Zeit danach noch extrem viele Medikamente verordnet bekommen. Ich habe dann ca 3 Jahre lange folgende Medikation bekommen:
20mg Zyprexa, 45mg Mirtazapin, 150mg Opipramol, 47,5mg Beloc zok, 300mg Lyrica.
Ich war in der Zeit zu nichts zu gebrauchen und habe nur so vor mich hingelebt. Als ich damals aus der Klinik kam 2009 wurde ich zu 100% Schwerbehindert und dauerhaft erwerbsunfähig eingestuft.
Ich hatte extreme soziale Ängste, Zwangsstörung, Depressionen und Denkstörungen. Zum Glück blieb ich jedoch ganz clean und habe so gut wie nie Benzodiazepine genommen, obwohl das das einzigste war, was half.

Ich hab zugenommen, habe nicht auf mich geachtet und war sogar mal 3 Jahre (2009-2012) bettlägerig, hab 23 Stunden am Tag im Bett verbracht.
Irgendwann, so Ende 2012 habe ich gedacht, dass sich was ändern muss sonst gehe ich komplett den Bach runter und habe dann den Entschluss gefasst, viele DInge radikal verändern zu werden.

Ich hab dann innerhalb kurzer Zeit das Mirtazapin und Opipramol abgesetzt. Das hat ohne größere Probleme geklappt und eher gute als schlechte Auswirkungen gehabt. Ich bin dann nach Stuttgart gezogen, habe viel Sport gemacht und wieder angefangen zu arbeiten als 1€ Jobber. Unter hausärzticher Kontrolle konnte ich dann den Betablocker (Belok zoc) auch absetzen, was auch super geklappt hat.
Dann waren eben noch 20mg Zyprexa und 600mg Lyrica übrig. Es ging mir in der Zeit jedoch immer besser, ich habe Berichte und Blogs geschrieben, dadurch viele Leute kennengelernt und kam so Schritt für Schritt wieder aus dem Sumpf heraus, habe weiterhin gearbeitet immer 3 Stunden am Tag.
Anfang 2016 hatte ich die feste Überzeugung, dass ich auch das Zyprexa in Angriff nehmen muss, es geht nicht anders, da ich es da bereits 9 Jahre genommen habe und nicht ewig diese 20 mg nehmen kann.

Es war klar, dass ich keinen Arzt gefunden hätte, der das mitmacht, ihr kennt es ja, die Ärzte wollen die Verantwortung einfach nicht tragen.
Also habe ich es eigenständig relativ schnell in 5 mg Schritten reduziert. ich war damals schon sehr aufgedreht, hab nicht so viel geschlafen und hatte manchmal sehr viel Dopamin im Kopf, aber es ist nie ausgeartet. Also hab ich es von 20 auf 15, 10, 5, und nach nur 5 Wochen ganz abgsetzt. Das ging vorerst gut und jeder würde denken, dass nun die absolute Katastrophe kam.
Mir ging es zuerst gut, nach einigen Wochen hatte ich jedoch Probleme mit Grübeln und schlechten Gedanken und bin nachts oft wach gelegen und es ging mir gar nicht gut, hatte Schweissausbrüche und Panikgefühle.

Eines nachts habe ich mich dann entschieden, doch wieder 5 mg Zyprexa zu nehmen. damit waren dann auf einmal alle Probleme weg und ich war wieder ganz ausgeglichen und gut drauf. Ich nehme nun also seit 1 Jahr immer noch diese 5 mg Zyprexa und 600mg Lyrica und komme damit gut klar, mein Kopf hat sich mit der Reduktion von 20mg auf 5mg absolut abgefunden und ich wurde ruhig. Das beste war jedoch, dass dann nach und nach fast alle Probleme wie Zwänge, Ängste, soziale Ängste sich abgebaut haben und ich wieder ziemlich normal wurde. ich konnte wieder sprechen ohne Wortfindungsstörungen und war immer wach und aufmerksam, konnte gut denken und mein grösstes Problem was ich jahrelang hatte, die Reizüberflutung ging ganz weg. Ich hatte mit 20mg Zyprexa 2 mal die Woche diese Zustände der Reizüberflutung, was furchtbar war. Dieses Jahr 2017 hatte ich das bisher 1 mal für 2 Stunden, also praktisch nie.

Das eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten, ich habe nun die Option eine Reha zu machen (Antrag schon gestellt) oder eine Wiedereingliedeurung in den richtigen Arbeistmarkt zu machen, das ist auch so eine Maßnahme.
Hab mir ein Macbook gekauft und viel geschrieben und auch veröffenlticht und dadurch ein tolles Netzwerk erstellt, viele junge Leute kennengelernt. Ich bin nach wie vor clean (musste auch ein Screening machen wegen dem Rehaantrag) und auch seit 9 Jahren Nichtraucher, mache viel Kraftsport und und lebe vegan. Ich musste meinen Körper wieder aus dem Elend holen, nach den ganzen Jahren des Nichtstuns war das echt schlimm.
Ich bin nun 32 Jahre alt und mir bedeutet diese Medikamentenreduktion extrem viel, vor allem das Zyprexa so weit runterbekommen zu haben finde ich super und das hat mir echt eine große Verbesserung meiner Lebensqualität ermöglicht.

Wie es nun mit den Medikamenen weiter geht weiss ich noch nicht. Ich bin aber so im Moment zufrieden, möchte aber bis in wenigen Jahren ganz runter und ich denke das ist auch möglich. ich habe die Diagnose "undifferenzierte Schizophrenie". hatte aber nie so richtige Ausbrüche wie Paranoia oder Stimmen hören, das habe ich nie gehabt.
Bin extrem froh, dass das geklappt hat und wollte es einfach hier teilen, vielleicht ist es für manche interessant dass es doch möglich ist auch mal nach fast 10 jahren mit 20mg Zyprexa davon wieder runter zu kommen.
ich mache auch viel Persönlichkeitsentwicklung und sehe die Situation wie eine zweite Chance im Leben, das war die Schilderung eben nur aus der Sicht auf die Medikamente, nicht auf auf alles andere, hab aber auch woanders mal alles aus emotionaler Ebene beschrieben in einem Bericht.
LG an alle!
Crystalix

Re: Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert

Verfasst: 29.06.2017 15:19
von Crystalix
Hey,
ich dachte ich frage hier nochmal um Rat. Es geht um meine Zyprexa Reduktion, wie im Starpost beschrieben. Ich habe ca 10 Jahre 20mg Zyprexa genommen und dann 2016 habe ich innerhalb einiger Wochen das Medikament von 20mg auf 5mg reduziert. Das war nicht leicht, hatte teilweise Ansätze von manischen Phasen und es ging mir während der Reduktion auch mal nicht gut. jedoch hat mein Kopf das alles sehr gut verarbeitet, ich nehme nun seit über einem Jahr die Dosis von 5mg ein und das hat mein Leben extrem verbessert. Ich kann wieder denken, sprechen, viele Ängste sind einfach weg gegangen, meine Zwangsstörung ist weg und vor allem habe ich seit Januar nicht ein einziges mal mehr Reizüberflutung gehabt. Das war früher mit den 20mg Zyprexa ein riesen Problem.
Kurz gesagt, es hat sich so vieles dadurch verbessert und ich habe keine psychotischen Ansätze oder sowas bekommen. Nun würde ich aber natürlich gerne auch diese 5mg noch weiter reduzieren, da ich Sie vermutlich gar nicht brauche, ich hatte nie eine richtige Psychose oder sowas.
Wie könnte ich nun vorgehen, um diese Dosis weiter zu reduzieren?
Ich nehme immer zur Nacht eine 5mg Tablette. Ich würde gerne langsam reduzieren, damit ich mich daran gewöhnen kann.
Hat jemand eine Idee, wie schnell ich da die Dosis reduzieren könnte und wie ich das am besten machen kann?
Es wäre super nett, wenn jemand etwas dazu schreiben würde.
Vielen Dank!
Crystalix

Re: Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert

Verfasst: 30.06.2017 08:27
von Murmeline
Hallo Crystalix!
Ich habe ca 10 Jahre 20mg Zyprexa genommen und dann 2016 habe ich innerhalb einiger Wochen das Medikament von 20mg auf 5mg reduziert. Das war nicht leicht, hatte teilweise Ansätze von manischen Phasen und es ging mir während der Reduktion auch mal nicht gut. jedoch hat mein Kopf das alles sehr gut verarbeitet, ich nehme nun seit über einem Jahr die Dosis von 5mg ein und das hat mein Leben extrem verbessert. Ich kann wieder denken, sprechen, viele Ängste sind einfach weg gegangen, meine Zwangsstörung ist weg und vor allem habe ich seit Januar nicht ein einziges mal mehr Reizüberflutung gehabt. Das war früher mit den 20mg Zyprexa ein riesen Problem.
:party2: :party2: :party2:
Das ist ja wirklich eine erfreuliche Entwicklung.
Ich nehme immer zur Nacht eine 5mg Tablette. Ich würde gerne langsam reduzieren, damit ich mich daran gewöhnen kann.
Hat jemand eine Idee, wie schnell ich da die Dosis reduzieren könnte und wie ich das am besten machen kann?
Dir wurde dieser informative Link bereits empfohlen, hast Du schon mal reingeschaut? Das wäre wichtig, so kannst du Dir selber schon mal grundlegende Infos erarbeiten: Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=32&t=12884

Was hast Du für eine Darreichungsform des Olanzapin? Es gibt ja Schmelztabletten (5 mg, auch 2,5 mg), diese wären für eine kleinteilige Dosisreduktion wohl am einfachsten: http://www.apotheken-umschau.de/Medikam ... -2172.html

Grüße, Murmeline

Re: Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert

Verfasst: 30.06.2017 16:03
von Arianrhod
Hallo Crystalix, ich wollte dir noch zu deinem Erfahrungsbericht sagen, dass du nicht der erste bist, bei dem Abilify psychotische Symptome auslöst.
Ich kenne tatsächlich selbst einen Fall im RL , aber auch hier kannst du es nachlesen :
Eine Zunahme der psychotischen Symptome ist unter Aripiprazol wiederholt beobachtet worden und scheint ebenso häufig oder häufiger vorzukommen wie unter anderen Neuroleptika. In einzelnen Fällen besserte sich der Zustand nach Absetzen von Aripiprazol wieder.(14)
https://www.infomed.ch/pk_template.php?pkid=106

Ist natürlich ganz toll: Ein Medikament gegen Psychose mit Nebenwirkung Psychose :frust: und dann noch andere Neuroleptika darauf, um diese Psychose einzudämmen, eine üble Kombination von dirty drugs.

Um so besser, dass du nun beim Ausschleichen von Olanzapin bist, drücke dir die Daumen.

liebe Grüße Arian

Re: Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert

Verfasst: 09.07.2017 15:57
von Crystalix
Ich habe nun seit einer Woche das Zyprexa reduziert von 5mg auf 4,4mg. Ich merke das schon deutlich, habe unangenehme Gefühle im Kopf, so Kälte und Schwere, aber es ist gut aushaltbar. Fühle mich schlapp aber trotzdem unruhig. Aber damit hab ich schon gerechnet natürlich..
Hat jemand Erfahrungen wie lange sich solche Symptome hinziehen? Ich werde einige Zeit nun auf der Dosis bleiben, hab auch keine alarmierenden Symptome, daher alles ok.
Ich denke das die Hinrchemie sich einfach neu einstellen muss auf die veränderte Situation.
Mfg Crystalix

Re: Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert

Verfasst: 09.07.2017 16:09
von Murmeline
Hallo Crystalix,

Das machst du genau sinnvoll, das ganze als Umbauprozess zu sehen, in dem sich alles neu finden muss.

Idealerweise regulieren sich die Symptome nach einiger Zeit, wir empfehlen daher eine mehrwöchige Pause von vier bis sechs Wochen.

Sorge gut für Dich. Finde beispielsweise heraus, welche Mischung aus Ruhe, Aktivität und Ablenkung Dir gut tut. Ich wünsche dir alles gute!

Murmeline

Re: Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert

Verfasst: 15.07.2017 12:14
von Crystalix
Hallo,
also bei mir läuft die Reduktion soweit gut, die letzten Tage habe ich gute Laune und fühle mich aktiv und kann auch vieles machen.
Ich bin aber nicht mansich oder sowas, aber ich liege nicht mehr auf dem Sofa rum sondern mache den ganzen Tag etwas und fühle micht gut. Hatte nun schon 3 Tage eigentlich keine negativen Auswirkungen mehr, zu Beginn der Reduktion hatte ich mal Nachts Angstzuständen aber sonst kaum schlechte Gefühle. Schlafen kann ich gut, ca 8 Stunden und da hatte ich schon Befürchtungen dass ich da gar nicht mehr schlafen kann, mal sehen wie dass dann weiter unten im Bereich um 2,5mg oder so aussieht.
Ich bin jetzt bei 3,75mg Zyprexa und will das ne Weile halten, so wie es aussieht klappt das alles aber ganz gut und ich bin gespannt, ob doch auch noch mal schwere Zeiten kommen, hab ja doch noch einiges vor mir bis ich auf Null bin.
Ich werde weiter berichten, falls ich es schaffe auf Null zu kommen werde ich das irgendwie feiern, da ich fast 12 Jahre Zyprexa nehme und davon 8 Jahre lang die Höchstdosis mit 20mg.
Also bin ich mit aktuell nur 3,75mg Olanzapin (Zyprexa) schon sehr weit gekommen. :party2:
Lg Crys

Re: Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert, jetzt setze ich den Rest ab

Verfasst: 21.07.2017 19:45
von Crystalix
Ich melde mich auch wieder, mir gehts gut, hatte jedoch jetzt auch einige recht schwierige Tage. Ich bin aktuell bei 3.1mg, vor 3 Tagen wurde mir ein Zahn gezogen und ich hab dazu eine halbe Tavor genommen, was ich sonst nie mache. Ich hab davon aber immer tagelang schlimme Nachwirkungen und fühle mich schlecht danach. Ich hab es jedoch gut überstanden und heute gehts mir wieder ganz normal.
Ich reduziere immer relativ schnell, mir ist das so lieber, ich bin aber sehr wachsam und kann mich schon gut einschätzen. Ich möchte nun in in der nächsten Zeit auf 2,5mg gehen und dann auf der Dosis einige Wochen pausieren und mich daran gewöhnen. 2016 habe ich relativ schnell von 20mg auf 5mg reduziert und dann auf der Dosis 1 Jahr stabil Pause mit abdosieren gemacht.
Nun bin ich bald auf 2,5mg und fühle mich eigentlich ganz ok, bin manchmal etwas angetrieben, kann aber meine 7 Stunden schlafen und hab von der Gedankenwelt keine Auffälligkeiten.
Ich denke dass ich mit dem Ende des Jahres es dann schaffen werde auf 0,0mg zu gehen, das wird für mich dann ein Feiertag, nach 10 Jahren hochdosiert auf Zyprexa. Ich behaupte, dass es kaum möglich ist, auf 20mg Zyprexa ein richtiges Leben zu führen. Obwohl ich in der Zeit sogar ein Buch über meine Geschichte geschrieben haben und das alles arrangiert habe, aber trotzdem ist man auf dem Zyprexa so kaputt irgendwie.
Eine richtige Psychose hatte ich nie, hab zwar die Diagnose "undifferenzierte Schizophrenie", aber da haben sich die Ärzte auch gestritten und wussten nicht was Sie dagnostizieren sollen.
Ich berichte weiter, tut gut hier eine Begleitung zu haben, durch die Ärzte wäre es niemals möglich, so gut beraten zu werden leider.
Am 31.07.2017 habe ich einen Termin bei meiner Ärztin und werde offen sagen, wie es aussieht. War schon 1 Jahr nicht mehr dort.
LG C.

Re: Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert, jetzt setze ich den Rest ab

Verfasst: 10.08.2017 13:13
von Crystalix
Hey,
ich schreibe auch mal wieder wie es läuft, das Aufschreiben ist für mich therapeutisch auch sinnvoll.
Ich bin nun seit 23.07.2017 auf 2,5mg, also seit gut 2,5 Wochen.

Es ist alles ok soweit, aber ich merke doch, dass bei Reduktionen nach ewig langen Phase mit dem Olanzapin das Gehirn natürlich doch etwas lebhafter wird, es scheint als reagiert der Kopf auf den Alltag mit etwas größeren Höhen und Tiefen, aber das ist nicht verwunderlich.

Ich bin schon gut aktiv und erledige alle Aufgaben im Alltag, hab mal kurz etwas glücklichere Momente dann später wieder ein bisschen nachdenklich aber ich fange mich immer wieder.
Schlafen kann ich komischerweise sogar besser und tiefer als mit mehr Olanzapin.
Ich schlafe jetzt immer 4 Stunden durch, früher waren es immer 2 Stunden und ich bin dann alle 1 bis 2 Stunden aufgewacht, vor allem mit 20mg. Nun mit 2,5mg schlafe ich sehr tief und fest. Es ist also wieder das Gegenteil eingetreten, von dem was man erwartet hätte.

Ich hab viele Jahre an schlimmen Reizüberflutungszuständen gelitten, die mit keinem Medikament in den Griff zu bekommen waren. Als ich begonnen habe, das Olanzapin zu reduzieren habe ich mich auf schlimmste Szenarien vorbereitet bezüglich dieser Zustände, weil ich dachte das wird viel dramatischer wenn ich reduziere.
Es ist das Gegenteil passiert. Seit 2017 habe ich keinerlei Reizüberflutung mehr, es ist einfach verschwunden durch die Reduzierung des Olanzapins. Davor habe ich das 8 Jahre gehabt und das hat mich extrem belastet damals, diese Zustände.

Heute kann ich alles machen, immer raus gehen, essen gehen, in Menschenmengen laufen, Flugzeug fliegen, Zug fahren usw. Außerdem ist meine soziale Phobie um ca. 50% gesunken weil ich klarer sprechen kann und einen stabileren Blick habe. Eine Kontrollzwangsstörung aus Ängsten vor Haus abbrennen, Handy verlieren, Angst vor Einbrüchen etc. ist ganz verschwunden.

Es gäbe noch viel mehr aufzuzählen aber es sprengt den Rahmen. Probleme habe ich jedoch noch in der Öffentlichkeit, weil ich mich ständig bewertet fühle und mich dadurch oft selbst schlecht mache. Ich habe aber keine Angst vor Menschen und weiche den Situationen auch nicht aus, aber das Grundproblem habe ich schon länger.

Eine Sache wollte ich noch erzählen. Ich hatte am 31.07 nach über einem Jahr einen Termin bei einer Psychiaterin wo ich einmal war. Ich habe mit dem Schlimmsten gerechnet und bin dann rein, habe mich sehr angestrengt klar und sachlich die Situation zu erzählen und gemeint, dass die Hausärztin mich schickt um die Medikation zu überprüfen ob die Medikamente noch benötigt werden. Auf der Überweisung stand sogar "Reduktion?".

Die Ärztin war sehr nett und hat nicht ein mal die Nase gerümpft oder sowas, sondern wollte vieles wissen über Schlaf, Situation mit Arbeit und vieles mehr. Sie meinte dann, dass die kleinsten Olanzapin eben die 2,5mg wären, ich habe dann gesagt, dass das zwar theoretisch so ist, man diese Schmelztabletten aber teilen kann und dann langsam weiter reduzieren kann. Das hat Sie sogar bestätigt und nichts dagegen gesagt.

Sie meinte dann, dass man eben auf Dauer sehen müsste, ob ich ohne das Olanzapin auskommen werde und dass ich achtsam sein sollte. Ich habe Ihr versichert, dass ich im Notfall zu ihr kommen werde und sonst in einiger Zeit wieder die Praxis besuchen komme.

Am Ende hat Sie gemeint, dass ich ja nun meiner Hausärztin sagen könne, dass ich bei Ihr (Psychiaterin) war und dass ich wörtlich "Ihren Segen" zu der Medikation hätte.
Das hat mich sehr gefreut und hätte ich gar nicht erwartet. Nun ist aber alles dokumentiert, die Dosis aktuell mit 2,5mg und alles ärztlich kontrolliert.
Ich warte jetzt einige Zeit und werde vorerst nicht weiter runter gehen, obwohl alles ok ist, aber ich will meinem Kopf die Zeit geben, sich daran zu gewöhnen. Nach 12 Jahren Zyprexa sicher nicht leicht :-)

Wer es selbst nicht so erlebt und "erlitten" hat kann das glaub gar nicht richtig nachvollziehen was eine solche Reduktion bedeutet für denjenigen, der sie durchführt. Ich hatte vor ein paar Jahren niemals gedacht, dass ich so weit runter komme, zum Glück hatte ich den Mut das anzupacken, das hat mir mein Leben stark verändert und neue Möglichkeiten geschaffen.

Danke fürs Lesen, tut gut hier einen Ansprechpartner zu haben, weil viele Leute hier das eben verstehen können, was für andere nur eine simple Reduzierung einer Tabletten Dosis ist..
Lg

Re: Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert, jetzt setze ich den Rest ab

Verfasst: 10.08.2017 14:22
von Murmeline
Crystalix,

Ich freue mich, dass du im großen und ganzen eine so gute Entwicklung mit der reduzierten Dosis erlebst! Ich finde auch, dass die Psychiaterin offen und interessiert reagiert hat, und da es immer ärgerlich ist und Kraft kostet, sich von destruktiven Reaktionen abgrenzen zu müssen, freut es mich ebenfalls sehr, dass dir das erspart geblieben ist.

Zitat
Ich warte jetzt einige Zeit und werde vorerst nicht weiter runter gehen, obwohl alles ok ist, aber ich will meinem Kopf die Zeit geben, sich daran zu gewöhnen. Nach 12 Jahren Zyprexa sicher nicht leicht :-)

Ich stimme zu, nach 12 Jahren kann und sollte man sich Zeit lassen. Gerade gegen Null ist es vorteilhaft, weiterhin in kleinen Schritten mit ausreichend langen Stabilisierungsphasen auszuschleichen. Du bist schon so weit unten, und dass mit so erfreulichen Verbesserungen, da würde ich genauso Vorsichtig weitermachen und die guten Ergebnisse dabei genießen.

Alles gute, Murmeline

Re: Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert, jetzt setze ich den Rest ab

Verfasst: 04.09.2017 10:20
von Crystalix
Hey,
also jetzt gibt es auch mal wieder ein Update von mir. Die letzte Zeit war nicht ganz einfach, aber ich wusste das es nicht einfach werden wird und daher bin ich darüber auch nicht überrascht.
Insgesamt bin ich mit dem Zwischenergebnis sehr zufrieden und bin eine großen Schritt weiter gekommen.

Kurz nochmal zur Vorgeschichte: Ich habe 12 Jahre lang Olanzapin (Zyprexa) genommen, davon 8 Jahre die Höchstdosis von 20mg. Diagnose habe ich eine undifferenzierte Schizophrenie, wobei zu keinem Zeitpunkt klar war was ich hatte.

Ich bin 2005 nach einer intensiven Partyphase auf einem LSD-Trip hängen geblieben und hatte dadurch sehr lange große Probleme. Anfang 2016 habe ich mich wieder stabiler gefühlt nachdem ich damals schon 2 AD´s abgesetzt hatte und mich auch viel mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt hatte.
Also hab ich 2016 in relativ kurzer Zeit das Zyprexa sehr weit reduziert und es klappte zwar mit Problemen aber doch relativ gut. Als es ganz raus war nach nur 7 Wochen oder sowas habe ich aber extreme Ängste bekommen und es ging mir sehr schlecht. Also habe ich wieder 5 mg eindosiert und das hat mich komplett stabilisiert. Dabei bin ich geblieben und fühlte mich dauerhaft viel besser als mit 20mg.

Jetzt ein Jahr später habe ich die zweite Phase der Reduktion gestartet und wieder abdosiert, auch wieder relativ flott und hatte diesmal zunächst kaum Veränderungen oder Probleme. ich war dann innerhalb von 8 Wochen auf einer sehr kleinen Dosis von 0,6mg Olanzapin und fühlte mich ganz normal, also dachte ich dass ich es dann einfach ganz absetze und es schon klappen würde. ich tat dies und es wurde schon ziemlich schwierig und von Tag zu Tag habe ich mich unwohler gefühlt vor allem hat mein Körper sehr rebelliert und ich habe echt Herzschmerzen und Gewichtsabnahme und einiges mehr bekommen und konnte nie mehr als 2 Stunden am Stück schlafen. Nach 7 Tagen war es mir zu viel , da ich gerade ganz alleine in dem Haus auf dem Land meiner Mutter bin und einige schwierige Sachen da waren.

Ich habe mich dann wieder für eine Eindosierung von 0,5 mg entschieden. Das hat dann sofort alles stabilisiert und ich habe mich wieder zu fast 100% gut gefühlt. Das ist jetzt 3 Tage her und es ist alles ok, ich komme gut zurecht und fühle mich ganz normal.
Ich werde nun erstmal wieder eine Weile bei diesen 0,5 mg bleiben.

Für mich war die Reduktion damit sehr erfolgreich, ich bin von 5mg auf 0,5mg gekommen. Irgendwie habe ich den Eindruck dass es für den Körper sehr schwierig ist, wenn das Medikament ganz rausgeht.
Alles Weitere wird sich zeigen, ich beobachte mich weiter sehr genau und werde dann weitere Schritte planen wenn es an der Zeit ist.
Es hat mir sehr gut getan hier lesen zu können und Unterstützung zu erhalten. ich finde es absurd, dass die offiziell kleinste Milligramm Größe der Tabletten 2,5mg sind, ich frage mich wie das funktionieren soll?

Das schafft doch kaum jemand nach längerer Einnahme, aber von diesem Thema hört man gar nichts in der Praxis und wird auch nicht informiert von den Ärzten.
Lg an alle hier, ich werde weiter berichten und bin nun einen großen Schritt weiter.
Crys

Re: Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert, jetzt setze ich den Rest ab

Verfasst: 03.11.2017 11:06
von Tabin
Hallo Crys,

Ich habe auch über Jahre Zyprexa nehmen müssen, auch 20mg, dann 15 mg über längere Zeit. Mein Gehirn fühlte sich auch einfach nur noch nach Matsch an ;) Spracharmut, völliges Desinteresse, Depression, Müdigkeit.....
Mein Gehirn hat wirklich spürbar lange gebraucht um sich zu erholen. Keines der Medies die ich genommen habe hat mein Gehirn glaube ich so negativ durcheinander gebracht.
Zum Absetzen, ja es geht, das Gehirn braucht aber viel Zeit für die Umstellung. Bei 20, 15, 10 und auf 5mg ging es bei mir auch recht leicht und ich fühlte mich rasch besser.
Die letzten 5mg waren bei mir auch nicht so einfach, ständige Unruhe, Anspannung, Angst, wieder vermehrtes restless legs syn., schlechter Schlaf.
Aber in ganz, ganz kleinen Schritten ging es, es war nicht einfach, aber es ging und ich konnte weiter Fortschritte machen.

Deswegen kann ich dir aus meiner Erfahrung sagen, dass du dir da wirklich Zeit lassen solltest, und in ganz kleinen Schritten reduzierst.
Und dir Mut machen, dass es zu schaffen ist.
Auch das Gefühl, dass dein Gehirn und auch dein Körper, Stoffwechsel (das war wirklich eine kleine Neugeburt) sich wieder davon erholen werden.

Anfangs war ich noch recht steif im Denken und in meinen Bewegungen, meine Konzentration war völlig am Ar... . Kein Medikament hat meiner Konzentration so geschadet wie Zyprexa. Zwei Zeilen eines Buches... Knoten im Kopf, und jetzt kann ich mich auch 12 Stunden am Stück,
am Computer bei der Arbeit, konzentrieren wenn es sein muss.
Das hat wirklich Zeit gebraucht, es kommt aber wieder alles zurück.

Grüße Tabin

Re: Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert, jetzt setze ich den Rest ab

Verfasst: 29.11.2017 13:59
von Crystalix
Hey Tabin,
eben wollte ich ein Update zu meiner Reduktion schreiben und habe dann deinen Beitrag gesehen, vielen Dank dafür und es ist sehr interessant deine Erfahrung zu lesen. Es tut gut zu sehen dass es auch andere Menschen gibt die vielleicht einen ähnlichen Weg durchmachen bzw. durchgemacht haben.
Und ich hab auch wirklich ganz ähnliche Dinge erfahren während der Reduktion wie du auch.
Ich hab 12 Jahre lang hochdosiert Zyprexa eingenommen, die ersten 2 Jahre waren es 10mg und dann noch 10 Jahre lang 20mg. Anfang 2016 habe ich mich dann entschieden es zu probieren das Medikament abzusetzen bzw. zu reduzieren, ich war damals echt am Ende.
Nachdem ich dann innerhalb weniger Monate auf 5mg angekommen war, hat das schon eine sehr starke Erleichterung mit sich gebracht. Keine Reizüberflutungszustände mehr, wieder klar sprechen und denken können, viel sicherer in sozialen Situationen, mehr Antrieb, es hat sich echt viel zum Positiven gewandelt.
Wie du auch finde ich, dass die letzten 5mg nicht leicht zu reduzieren sind. Im Juli 2017 habe ich mich daran gemacht auch hier weiter runterzukommen und einfach mal zu probieren, wie weit ich es reduzieren kann.
Ich war auch vorübergehend schon fast ganz weg davon, bin aktuell stabil und ohne größere Probleme bei 1,25mg. Ich habe das Gefühl, dass nicht unbedingt meine Psyche am meisten daran leidet wenn ich es noch weiter reduziere, sondern eher mein Körper. Ich habe dann Gelenkprobleme, also knackende Gelenke, Herzklopfen usw.
Und ich kann dann kaum mal mehr als 4 Stunden schlafen und da das alles zusammen dann schon belastend wird bin ich nun stabil bei 1,25mg und werde weiter überlegen, wie ich den Rest noch weg bekomme. Ich muss aber sagen dass ich trotzdem schon sehr zufrieden bin mit dieser geringen Dosis, ich hätte nicht gedacht dass ich jemals mit so wenig auskommen würde.
Irgendwelche psychotischen Phasen oder manische Phasen habe ich während der Reduktion nicht erlebt, nur bei den ersten 10mg, also von 20mg auf 10mg da war ich manchmal ziemlich aufgedreht und ein wenig übermäßig glücklich, aber es kam nicht zu kritischen Situationen.
Leicht war was trotzdem gar nicht, viele Stimmungsschwankungen und schwierige Situationen waren schon dabei. Trotzdem bin ich sehr froh, mit der Reduktion begonnen zu haben.
2012 habe ich noch 6 Medikamente genommen und aktuell "nur" noch die kleine Dosis Zyprexa und Lyrica.
Das Zyprexa lass ich erstmal eine Zeit ruhen auf der Dosis.
Lyrica nehme ich schon seit 9 Jahren und hab teilweise auch etwas mehr genommen als verordnet, aktuell nehme ich immer genau meine verordnete Dosis von 600mg. Auf lange Sicht möchte ich das auch nicht mehr nehmen, ich weiss aber auch, dass es nicht einfach ist dieses Medikament abzusetzen bzw. zu reduzieren.
Da ich mich vegan ernähre wurde vor kurzem mein Vit. B12 Spiegel von meiner Hausärztin kontrolliert, dabei wurde entdeckt dass ich unter einem starken Vit. B 12 Mangel leide. Ich habe mich dann viel informiert und rausgefunden, dass Lyrica laut offiziellen Informationen und aufgrund vieler Erfahrungsberichte den Vit. B 12 Spiegel deutlich senkt.
Alleine das ist für mich ein Grund das nicht dauerhaft zu nehmen, außerdem habe ich leichte Herzprobleme und auch davon wird bei Lyrica viel berichtet. Ich bekomme jetzt B 12 Spritzen und das hat mir auch extrem geholfen und meine körperliche Situation gestärkt.
Ich fühle mich zur Zeit gut, mache viel Sport und gehe täglich Spazieren, ich habe Meditation für mich entdeckt und bin ganz zufrieden wie es läuft auch wenn das weitere Absetzen/Reduzieren der verbliebenen Medikamente noch einige Zeit und Kraft beanspruchen wird.
Es hat ein bisschen was als ob man sein Leben wieder zurückbekommt. Wichtig finde ich ist, dass man nicht nur dieses Thema bearbeitet sondern auch einige positive und spannende Ziele/Projekte im Leben verfolgt und dadurch einen Ausgleich und eine Ablenkung hat.
Für Tipps zu dem weiteren Vorgehen bezüglich des Lyrica´s bin ich dankbar, ich werde mir damit definitiv Zeit lassen. Vielleicht geht das Absetzen zu Beginn einfacher, als wenn es dann wieder in den unteren Bereich geht, ich glaube unter 300mg wird es dann schwierig.
Ich lasse mir in Zukunft den Lyrica Saft verschreiben, das habe ich mit der Apotheke schon so vereinbart, ich habe dafür eine gute Begründung, da ich als Veganer keine Gelatinekapseln mehr nehmen möchte. Den Saft kann ich dann sehr genau dosieren.
Ich habe auch viel hier im Forum gelesen, es ist echt sehr hilfreich da es ja offiziell beim Absetzen von Zyprexa dann nur die letzte Stufe von 2,5mg auf 0 gibt soweit ich das von den Ärzten gehört habe und das ist halt extrem unrealistisch, ich könnte das zumindest kaum schaffen.
Lg und vielen Dank für die Unterstützung!!
C.

Re: Zyprexa (Olanzapin) nach 9 Jahren erfolgreich um 75% reduziert, jetzt setze ich den Rest ab

Verfasst: 29.11.2017 21:59
von Tabin
Hey Crystalix,

freut mich, dass dir meine Erfahrungen weiterhelfen :)
Da hast du ja echt schon einiges hinter dir und schon viel geschafft. 10 Jahre lang 20mg Zyprexa... das glaub ich dir, dass du dich jetzt viel lebendiger fühlst.
Ja, Vitamin B12 ist bei veganer Ernährung ein wichtiges Thema. Zudem wenn man als Frau noch die Anti-BabyPille nimmt, diese reduziert das Vitamin zusätzlich. Und gerade B12 ist einfach so wichtig, dass wir genug davon haben um auch psychisch stabil zu bleiben, wie z.b. auch Eisen.

Was mir geholfen hat um Zyprexa ganz abzusetzen war tatsächlich eine Zeit lang Atosil nach Bedarf Abends zu nehmen.(Das soll jetzt keine Werbung dafür sein von einem Neuroleptikum auf ein anderes umzusteigen, mir hat es halt damals geholfen insgesamt von Zyprexa überhaupt ganz los zu bekommen). Ich habe es besser vertragen, konnte schlafen wenn es anders nicht ging, musste es nicht immer nehmen und konnte hier selbst meine Dosis bestimmen, ein Bedarfsmedikament zur Beruhigung war für mich zu diesem Zeitpunkt auch noch sehr sinnvoll ( war mit meinem Psychiater damals abgesprochen). Es hat mir geholfen über die letzten Absetzsymptome von Zyprexa hinweg zu kommen, ich weiß auch nicht warum die letzten paar mg da so schwierig sind, aber ich kenne kein Medie bei dem ich mir so schwer tat.
Ja, es ist wirklich auch etwas körperliches, nicht nur psychisches. Zyprexa greift da wirklich sehr spürbar in die Vorgänge der Nervenbahnen ein. Ich glaube auch wirklich, dass es da einiges im Gehirn verändert, was wiederum Zeit braucht um sich irgendwie beim Absetzen wieder umstellen zu können.
Herzrhythmusstörungen habe ich z.b. erst einige Zeit nach dem Absetzen nicht mehr gehabt und wo du es gerade sagst, ja auch meinen Gelenken geht es besser als früher ;)
Atosil war dann wie schon gesagt immer mein Notnagel den ich irgendwann immer seltener gebraucht habe, bis ich es irgendwann nachdem ich es ein Jahr nicht mehr gebraucht hatte entsorgen konnte. Mir tat es gut zu wissen, wenn ich in eine Krise komme habe ich etwas das hilft, das ich aber nicht ständig nehmen muss und nicht solche negativen Auswirkungen auf mich hatte.
Da habe ich dann auch Situationen ohne geschafft, nur mit dem Wissen, dass ich zu Not immer noch was nehmen kann;) Die kleinen Tricksereien.

Ich galube es ist tatsächlich wichtig, für sich etwas zu finden, dass einem hilft zu entspannen. Meditation finde ich da auch sehr hilfreich, ruhige Musik, Sport.
Jetzt könnte ich mir gar nicht mehr vorstellen auf ein Medikament angewiesen zu sein und als ich die Medikamente nahm konnte ich mir nicht vorstellen jemals ohne klar zu kommen.
Es kann sich wirklich viel verändern. Der Weg ist lang und nicht einfach, und bei jedem individuell, aber ihn gibt es.

Mit Lyrica kann ich dir leider nicht weiter helfen, das habe ich nie genommen.

LG Tabin