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James - Entzug nach Cymbalta war schlimmer als meine Depressionen

Verfasst: 19.10.2015 21:13
von Murmeline
Im September 2015 erschien im VICE Magazin der Erfahrunsgbericht von James.

James hat mit 17 seinen Freund bei einem Unfall verloren. Als er mit seiner Ärztin sprach, wie er mit diesem Schicksalsschlag umgehen sollte, der ihn ziemlich aus der Bahn geworden hat und starke Ängste auslöste, empfahl diese 60mg Cymbalta.

Zunächst fühlte er sich ganz gut unter den Medikamenten und wurde wieder etwas ruhiger. Dann entwickelten sich nach einem Jahr Nebenwirkungen: Appetitlosigkeit, Libidoverlust und sein Schlaf wurde immer schlechter bis hin zur Schlaflosigkeit. Es war ständig reizüberlastet und völlig erschöpft. Nach mehreren Jahren trank er sehr viel Kaffee, weil er ständig müde war. Hinzukamen Kopfschmerzen, die sich unter Alkohol noch verschlimmerten, den er aber trank, um seine Zustände aushalten zu können, denn er hatte immer mehr das Gefühl, in einem Film zu sein und garnicht richtig bei sich selbst.

Letztendlich beschloß er, sein Leben zu ändern, mit dem Alkohol aufzuhören und die Medikamente abzusetzen. Da es Cymbalta nur in den Verschriebunsgeinheiten 20mg, 30mg und 60 mg gibt, und 20 mg immernoch eine Dosis ist, die man schwer absetzen kann, hat er sich für einen Kaltenzug entschieden. Nach einer Woche hat er Cymbalta wieder eingenommen, die Symptome waren zu stark.

Später fand er einen neuen Arzt, der ihn beim Absetzen begleitete. Dieser berichtete wie schwer es sei, Cymbalta abzusetzen und dass es ihm wiederstrebe, das Medikament weiter an Patienten zu verschrieben. Der Arzt empfahl im die Kügelchenmethode und ein langsames Reduzieren.

Als James dann so abgesetzte, hat er monatelang mit BrainZaps zu kämpfen gehabt, die einfach so oder in Verbindungen mit Bewegungen (z.B. Kopfdrehungen) aufgetreten sind und sich wie Nadelstiche anfühlten. Weitere Symptome waren Herzklopfen, ein übermäßiger Appetit, ein unzuverlässigen Schlaf-Zyklus und eine oszillierende Stimmung, so dass sich der Entzug viel schlimmer und schädlicher anfühlte als die Zustände, die zur Einnahme von Cymbalta geführt haben. Morgens wachte er verschwitzt und mit Panik auf und entwickelte tagsüber anhaltende Angstgefühle.

Er erklärt im Rückblick:
I still have low points, and so does everyone else. Anxiety and depression are incredibly common. It doesn't mean you throw medication at the problem without thoroughly assessing alternatives. I paint, I write, I run. I have many projects that keep me occupied and many people I love to keep me happy. As excruciating as it was getting off Cymbalta, I never would have realized how little I needed the medicine otherwise.
http://www.vice.com/read/the-withdrawal ... etwitterus