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Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

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Susanne1978
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Susanne1978 » Montag, 05.08.19, 20:06

Der 14.08.19 ist doch noch gar nicht?! 🤔
:wink: -------------------- :wink:
Seit ca. 1998 nehme ich Antidepressiva
Doxepin, Sertralin, Venlafaxin

03/2017 nehme ich 150 mg Venlafaxin

01.12.2018 = abzgl. 5% = 142,50 mg
01.02.2019 = abzgl. 10% = 128,25 mg
01.03.2019 = abzgl. 10% = 115,50 mg
01.04.2019 = 112,50 mg
01.06.2019 = abzgl. 5% = 106,88 mg
11.07.2019 = abzgl. 5% = 101,54 mg
10.08.2019 = 100,00 mg
11.09.2019 = abzgl. 5% = 95,00 mg
29.10.2019 = abzgl. 8% = 87,50 mg
Einnahme vergessen am 18.12.19!
12.01.2020 = abzgl. 5% = 83,00 mg
18.02.2020 = abzgl. 10% = 75,00 mg
01.05.2020 = abzgl. 10% = 67,50 mg
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padma
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Donnerstag, 29.08.19, 18:05

Susuli hatte Johanniskraut abgesetzt, es geht ihr nun wieder gut :D
Hallo,

ich wolle mich nach über einem Jahr nochmal melden.

Inzwischen geht es mir wieder gut, aber es hat echt ewig gedauert bis sich alles wieder beruhigt hat. Auch die emotionale Situation und die Schulterverletzung von meinem Mann (wobei der immer noch damit zu tun hat) haben sich geklärt. :o

Den Durchfall hatte ich insgesamt ca. 3 Monate, die Schlafstörungen wurden zügig besser als ich wieder zum Neurofeedback gehen konnte.

"Angegriffen" habe ich mich ungefähr bis Weihnachten gefühlt.

Ich wollte mich nur noch mal recht herzlich bedanken für die damalig Unterstützung und wünsche allen Forenteilnehmern hier viel, viel Kraft um auch von dem Teufelszeug (was auch immer es ist) los zu kommen.

Alles liebe
Susuli
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 06#p320806

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Mittwoch, 11.09.19, 22:17

hallo,

Rachel hat Duloxetin erfolgreich abgesetzt :party2: :party2: :party2:
Nun nach über 3 Jahren Absetzen des Duloxetinsbin ich endlich bei Null angekommen. Ich bin sehr glücklich. Es,war ein langer Weg, den ich ohne euch hier nicht geschafft hätte. Ich habe wieder Freude am Leben, trotz meiner Wehwechen, die machen schon oft zu schaffen.
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 95#p322795

lg padma

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Samstag, 14.09.19, 13:42

hallo, :)

Martina52 hat bereits im April 2018 Duloxetin erfolgreich abgesetzt. Es geht ihr soweit ganz gut
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 44#p316244

liebe Grüsse,
padma

Optimist2403
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Optimist2403 » Montag, 16.09.19, 18:07

Hallo liebe Forum-Mitglieder,

Nach 4 Jahren Venlafaxin Einnahme und 1 Jahr Ausschleichen bin ich das Teufelszeug endlich los :party2: !
Ich bin bis auf wenige Beiträge eher stiller Mitleser gewesen, weil ich meistens nur in schlechten Phasen Trost gesucht und gefunden habe. :group:

Nachdem ich nun 8 Monate auf 0 bin, möchte ich trotzdem von meiner Erfolgsgeschichte berichten.

Im Januar als ich auf 0 ging, war ich mit starken Absetzerscheinungen 2 Wochen krank und nicht in der Lage zu arbeiten.

Danach ging es bergauf und das habe ich nicht zuletzt den Beiträgen hier im Forum zu verdanken! :group:
Ich wäre wahrscheinlich durchgedreht und hätte mich für todsterbenskrank gehalten, wenn ich nicht gelesen hätte, dass die Hirnvernebelung und das Muskelzittern, die Brain Zaps und Kopfschmerzen zu Absetzerscheinungen gehören. Mir war oft so übel, dass ich kein Essen zu mir nehmen oder drinbehalten konnte. :zombie:

Danke Danke Danke für dieses Forum!!!!!

Mein Nervensystem ist dennoch reizbarer als vorher. Im August habe ich geheiratet und habe 1 Jahr lang meine Hochzeit mit 100 Gästen vorbereitet. Durch diesen Stress habe ich seit Juni Tinnitus auf dem linken Ohr.
Auch der Schwindel begleitet mich noch in stressigen Phasen.

Dennoch kann ich meinem Alltag nachgehen und wieder vieles genießen! Ich habe gelernt, meinen Körper zu respektieren und ihm Ruhe und Pausen zu gönnen. Allerdings muss ich mich trotzdem hin und wieder erinnern, was mein Körper durchmachen musste und Geduld üben, wenn einige Funktionen noch nicht wieder optimal hergestellt sind. Aber die Zeit wird es richten. Ich unterstütze ihn, indem ich fast keinen Alkohol trinke, auf gute Ernährung achte und genügend schlafe.

Ich möchte allen AD-Geplagten Mut machen! Es gibt ein Leben nach dem Entzug! Gebt die Hoffnung bitte nicht auf.
Ich wünsche allen viel Kraft und Verständnis seitens eurer Freunde, Familie und Kollegen!

Vielen Dank an alle, die hier ihren Beitrag leisten!

Edit von padma: hier ist der thread von Optimist https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 06#p324306
Zuletzt geändert von padma am Montag, 16.09.19, 18:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit eingefügt
10.2014 8-wöchiger Klinikaufenthalt wegen Depressionen und Zwangsgedanken
Start mit 75mg Venlafaxin
Frühjahr 2015 Dosis halbiert --> 37,5 mg keinerlei Absetzsymptome

Juni 2017 erster Versuch abzusetzen reduziert auf 25mg
Nach schon 2 Wochen reduziert auf 12,5 mg
Ganz starke Absetzsymptome: extremes Zittern, Schweißausbrüche, Angstzuständen, konnte nicht allein sein, Konzentrationsschwierigkeiten, Appetitlosigkeit
Kurz danach wieder auf 25mg und dann auf 37,5mg hochgegangen
Psychologin meinte, ich brauche es wahrscheinlich
Im Februar 2018 habe ich dieses Forum entdeckt und es bestärkt mich, abzusetzen
02.02. reduziert auf 25mg
4 Wochen keine Symptome
03.03. Bauchkrämpfe,Niedergeschlagenheit
04.03. fast das ganze We nur geschlafen
05.03. am Morgen extreme Schweißausbrüche Angst, dass es wieder so schlimm wie beim letzten Versuch wird
06.03. seit 3:00 morgens starke Schweißausbrüche und Herzklopfen
10.05 20 mg
.
.
08.08. 11mg
07.09. 8 mg
08.10. 5 mg
07.11. 3mg
05.12. 2mg
03.01. 1 mg
Seit 23.01.19 auf 0
Nach 1 Jahr ist ein normaler Alltag mit ein paar Einschränkungen möglich. Geringere Stresstoleranz als vor der Einnahme von Venlafaxin. Bei zu viel Stress habe ich das Gefühl, dass mein Gehirn "anspannt" und im Bauch zittern die Muskeln.

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Dienstag, 17.09.19, 18:04

hallo,

Wachstum hat erfolgreich Doxepin abgesetzt.
Hier sein Bericht:

Hallo,

ich wollte mich noch mal zurück melden, da ich inzwischen den Absetzprozess mehr oder weniger erfolgreich beendet habe und einiges in der Zeit passiert ist. Vielleicht ist mein Erfahrungsbericht für den einen oder anderen, der auch Doxepin absetzt/abgesetzt hat ja interessant.

Ende Februar, Anfang März 2019 war ja der letzte status, den ich hier mitgeteilt hatte, dass ich innerhalb weniger Wochen in zwei Schritten von 30mg auf 20mg reduziert hatte, kurz bevor ich im März einen neuen Job begann. Das war ein Fehler. Die Absetzsymptome kamen Zeitverzögert mit dem Beginn des neuen Jobs, der mir überhaupt nicht gefiel, und mir ging es innerhalb weniger Tage - auch durch den Arbeitsstress und die neuen Anforderungen - so schlecht, dass ich den Job wieder kündigen musste. Angstzustände, Intrusionen, emotionale Flashbacks, Gefühl sich im Schmerz und in der Angst aufzulösen, massives Überforderungserleben, völlige Energielosigkeit, depressive Verzweiflung und viele schwer zu besschreibende Symptome einer komplexen PTBS waren neben den üblichen Absetzsymptomen wie Brainzaps, Schlaflosigkeit, Albträume, Gefühl wie auf Drogen, Verwirrung, Benommenheit, Brainfog, Verlust von emotionaler Regulationsfähigkeit, Überflutungserfahrungen mit Trauer, Ängsten u.Ä., Verdauungsprobleme usw meine ständigen Begleiter.

Ich Entschied mich letztlich dafür, die kommende Zeit für das Ausschleichen zu nutzen und keinen anderen neuen Job mehr zu suchen. Die ganze Zeit über war ich in der Misere, dass ich ganz klar das Gefühl hatte, dass das Doxepin mir nur massiv schadet, ich keinen Nutzen davon habe und mich davon abhält, wieder Stabilität zu erreichen und in meine Kraft zu kommen. Und es machte mich depressiv, was ich in der Form vorher nie war. Trotzdem musste ich es ja langsam ausschleichen, ich hatte ja gesehen, was der zu große Absetzschritt in Kombination mit Existenzängsten mit mir gemacht hatte. Ein Dilemma, ich habe regelrechten Hass auf Doxepin entwickelt.

Nach der Reduktion auf 20 mg, blieb ich etwa 6-7 Wochen auf dieser Dosis, aber es stellte sich keine Verbesserung ein. Vormittags, bevor ich das Doxepin nahm, ging es mir noch einigermaßen ok, aber 2-3 Stunden nach jeder Einnahme, nahm das Fiasko täglich seinen Lauf. So erledigte ich stets bis zum Mittag noch Dinge im Haushalt, weil ich wusste, dass ich ab Nachmittags nur noch schwer depressiv und benommen im Bett liegen konnte und das Gefühl hatte, von einem LKW überrollt zu werden. Teilweise immer wieder Angstvolle Krisen und Zweifel, ob es wirklich nur am Doxepin liegt, oder ob ich gerade in eine schwere depressive Episode hineinrutsche. Gefühl von Ohnmacht, ausgeliefert sein, fehlende Selbstwirksamkeit, ich konnte die Situation einfach nicht ändern und sie verbesserte sich nicht. Irgendwann entschloss ich, dass es so nicht weitergehen kann, ich kam nicht vom Fleck und litt dauerhaft. Also reduzierte ich von 20mg auf 19mg, im Wissen, dass es dadurch entweder besser oder noch schlimmer werden würde.

Es passierte das, was ich im Inneren eh die ganze Zeit wusste. Mein Zustand verbesserte sich deutlich. Nun hatte ich die Bestätigung, dass mein miserabler Zustand hauptsächlich vom Doxepin verursacht war. Nach einigen Tagen traten wieder diverse Absetzsymptome auf, aber insgesamt ging es mir wesentlich besser. 2-3 Wochen nach der Reduktion fühlte es sich jedoch so an, als ob ein Antidepressivum anfängt zu wirken, ich war wieder völlig "verklatscht", drogenmäßig verballert und der Zustand verschlechterte sich wieder, also reduzierte ich wieder die Dosis.

Dieses Muster setzte sich bei jeder Reduktion fort. Zwar wusste ich, dass ich dem Gehirn nach jeder Reduktion eigentlich mehr Zeit geben müsste, um sich an den neuen Medikamentenspiegel anzupassen, aber die Erfahrung hatte ja gezeigt, dass dies auch nach 6-7 Wochen leiden nicht passierte und ich das Doxepin grundsätzlich einfach nicht gut vertrug. Ich hätte dieses ewige, elendige Dahinsiechen nicht ausgehalten, wenn ich immer 6 Wochen Pause zwischen den Schritten gemacht hätte, in denen sich der Zustand nicht bessert. Also reduzierte ich jeweils nach 2-3 Wochen, wenn die Wirkung wieder begann, eklig zu werden, das war für mich die einzige Möglichkeit damit umzugehen. Von April bis August war ich damit beschäftigt. Der Prozess war in etwa (ganz genau kann ich es nicht mehr sagen) so: 20mg -> 19 -> 16 -> 15 -> 12,5 -> 10 -> 8 -> 6 -> 5 -> 4 -> 3 -> 2 -> 1 -> 0,5 -> 0,3 -> 0 mg. Gegen die widerlichen Zustände/Absetzsymptome/Wirkung der neuen Doxepindosis half nur weiteres Reduzieren.

Mein Absetzprozess war demnach nicht konventionell und nach den Richtlinien, die hier empfohlen werden, aber nur so hat es für mich funktioniert. Offenbar muss jeder für sich selbst herausfinden, wie es für ihn funktieren kann. Es war mit ganz erheblichen Leid verbunden, mit Wut und Tränen, Verfluchen der Pharmaindustrie und Verzweifeln, mit einem halben Jahr Ausnahmezustand und gefühlten Gehirnschaden, mit immer wieder kehrenden Zweifeln und Ängsten.

Jetzt bin ich seit knapp 7 Wochen auf 0 mg. Der letzte finale Absetzschritt war dann noch mal sehr heftig. Wieder kamen nach 2 Wochen extreme Wellen und all die Zustände, die ich bereits beschrieben habe, nur dass ich ja jetzt nichts mehr dagegen tun konnte (weitere Absetzschritte). Zur Zeit ist es so, dass Es Welllen von 4-5 Tagen gibt, in denen ich mich fühle als hätte ich 40 grad fieber, einen 20kg schweren Kopf und 2,5 Promille Alkohol im Blut nur ohne angenehmen Rausch ;-) Ich kann dann kaum noch etwas machen, bin völlig kraftlos, mein IQ und meine Konzentrationsfähigkeit ist gefühlt halbiert, und die Gefühle sind kaum noch zu steuern, morgens fühle ich mich, als ob die Welt unter geht und ich verfluche die Tatsache, dass ich diese Substanz genommen habe. Es ist immer wieder ein Kampf, bewusst in die völlige Akzeptanz zu kommen, denn nur so lassen sich die Wellen aushalten. Und dann gibt es Fenster von 2-3 Tagen, in denen ich mich relativ normal fühle.

4 Wochen nach 0mg begann ich erneut einen neuen Job, leider wieder äußerst ungünstiges Timing, ging aber nicht anders, die Chance musste ich nutzen. Diesmal nur eine halbe Stelle in einem Arbeitsfeld, was mir wirklich Spaß macht, ich bin jetzt in der dritten Arbeitswoche und es macht mir Freude, wieder autonom für mich selbst sorgen zu können, und ich kann es gut bewältigen, trotz der nach wie vor bestehenden Absetzsymptomproblematik. In den Wellen hatte ich teilweise Angst, dass ich in einen protahierten Entzug gerate, weil es 7 Wochen nach 0mg immer noch so heftig ist teilweise und weil sich vielleicht durch die kurzen Pausen zwischen den Reduktionsschritten die Absetzsymptome "aufgestaut" haben und sich nah 0mg dann erst so richtig entladen. Insgesamt wirds aber doch besser, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, nachhaltig Schaden durch das Doxepin genommen zu haben. Ein absolutes Teufelszeug. Rückblickend muss ich sagen, das war die widerlichste Substanz, die ich je genommen habe und das Absetzen war eine der schwierigsten Erfahrungen meines Lebens (Sertralin oder Escitalopram abzusetzen war ein Witz dagegen, Mirtazapin war auch heftig aber kein Vergleich zu Doxepin) und ich habe in den 9 Jahren komplexe PTBS schon viel erlebt...

Mein Fazit:
Trotz der heftigen Absetzproblematiken ging es mir seelisch insgesamt mit sinkender Dosis immer besser und ich bin heilfroh, dieses Gift endlich los zu sein. Es war ein Befreiungsschlag, ein Kampf für meine Freiheit und Unabhängigkeit, ich bin oft wieder gefallen, immer wieder aufgestanden, es hat eine unglaubliche Kraft,Geduld und Akzeptanz erfordert und den starken Willen, endlich (wieder) medikamentenfrei und echt leben zu wollen. Es war Hart und schwer. Auch meine Partnerin war in manchen Phasen unglaublich wichtig für mich, ohne den sicheren Hafen einer guten Partnerschaft hätte ich es nicht geschaffen und auch nicht ohne das Wissen, dass ich mich in den Prozess reinfallen lassen kann, ohne Angst haben zu müssen, ins Bodenlose zu fallen (Wohnungsverlust, Kein Geld, usw). Für meine existenziellen Bedürfnisse war ja stets gesorgt, zur Not auch ohne mein Zutun. Dafür bin ich unglaublich dankbar. So kann ich für mich selbst nur sagen:
Nie wieder Antidepressiva.

LG
Wachstum
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 65#p324465
Hallo,

noch ein kleiner Nachtrag, vielleicht kann man ihn noch in mein Posting im "erfolgsgeschichten" thread hinein editieren?!

Nun sind es fast 11 Wochen nach 0 mg und ich kann berichten, dass sich die massiven Absetzsymptomwellen in den letzten 4 Wochen deutlich gelegt haben. Waren es vor 4 Wochen noch stets mehrere Tage mit heftigsten Absetzsymptomen auf allen Ebenen, die unterbrochen waren von wenigen Tagen ohne oder mit wenig Symptomen, sind die Wellen jetzt langsam aber stetig abgeebbt. Hin und wieder gibt es noch einzelne Tage, an denen es mir schlecht geht, ich mich ängstlich und unwohl oder leicht depressiv fühle, die Symptome sind dann allerdings nicht mehr so deutlich als Absetzsymptome identifizierbar, dennoch fühlt es sich nicht natürlich an, eigentlich läuft mein Leben gerade echt gut, wenn man bedenkt, was ich für einen 1,5 jährigen Horrortrip hinter mir habe. Ich habe das Gefühl mein Gehirn leistet Schwerstarbeit, um sich von diesem Eingriff in seine Chemie zu erholen.

Dieses absolut kraftlose, körperliche Grippegefühl mit Brainfog, gefühlt halbierten IQ und kaum vorhandenen Konzentrationsfähigkeiten, dafür mit schwer steuerbaren Neuroemotionen, ist an den schlechten Tagen nicht mehr vorhanden, dafür dann aber morgens nach dem Aufwachen Brainzaps, was noch das spezifischste Absetzymptom ist. Es ist eher diffus, nicht leicht da zu differenzieren, betrifft eher die Emotionen, aber das Grundgefühl, was mich begleitet, kenne ich so von mir nicht.

Ich merke nach wie vor, dass mein Gehirn sich neu organisiert und noch nicht geheilt ist, oft fühle ich mich leer, wenig belastbar, ernüchtert, wie ein "runterkommen". Ich habe ja schon einige Erfahrung mit Antidepressiva, aber Doxepin war für mich definitiv das Schlimmste; das bei dem ich das Gefühl habe, es hat wirklich Schaden im Gehirn hinterlassen. Dabei habe ich es mit 30 mg noch nicht mal hoch dosiert. Das kannte ich bisher von Escitalopram, Sertralin oder Mirtazapin nicht.

Aber ich habe es überstanden, der Entzug ist im Großen und Ganzen hinter mir, die Nachwirkungen - so würde ich den jetzigen Zustand eher nennen - sind lästig und unschön, aber auszuhalten, ich kann in meinem neuen Job arbeiten, habe meine sexuelle Energie wieder gefunden, meine durchs Doxepin verursachte erektile Dysfunktion überwunden und fange gerade eine Traumatherapie an. Ego-State-Therapie und Körpertherapie, verbunden mit Elementen aus dem Tai Chi und der Meditation.

Was mich am meisten belastet, sind die massiven Schlafprobleme, die ich seit dem Entzug habe. Nichts hilft, Schlafhygiene, Entspannungsübungen, Meditation, Baldrian, Melisse, Hopfen, Passionsblume, CBD, Melatonin - alles highdose schon probiert. Das einzige, was hilft, sind Benzos oder Alkohol, aber das kann es ja auch nicht sein. Ich habe das Gefühl, mein Körper hat Schlafen verlernt. Ich hoffe, das legt sich noch, es ist extrem kräftezehrend.

Definitiv war das für mich der letzte Ausflug in die Welt der Antidepressiva. Im wesentlichen haben sie mir nicht nur nicht geholfen, sie haben Heilungs- und Verarbeitungsprozesse verhindert/verlangsamt und meinem Gehirn massiv Schaden zugefügt. Gespürt habe ich das beim Doxepin von Anfang an, dass es dem Gehirn schadet, rückblickend gesehen eine schlechte Entscheidung, es überhaupt weiter zu nehmen, wenn ich allein daran denke, wie schlimm schon das Einschleichen war. Nun denn, hinterher ist man immer schlauer.

Ich denke, dies war mein letztes Posting, ich bedanke mich noch mal bei den Menschen, die mich in meinem Thread unterstützt haben. Vielleicht schreibe ich noch mal etwas, wenn ich das Gefühl habe, die "Nachwirkungen" sind vollständig abgeheilt. Allen anderen Absetzenden wünsche ich gutes Durchhaltevermögen. Es ist möglich und nur zu empfehlen.

Grüße
Wachstum
Zuletzt geändert von padma am Dienstag, 15.10.19, 19:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nachtrag eingefügt

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Freitag, 20.09.19, 19:21

hallo,

ein mutmachendes update von WinterSoldier (Sertralin, Mirtazapin und Risperidon abgesetzt)
Hallo zusammen,

nach über 6 Monaten ohne Medikamente möchte ich mich mal wieder melden, erzählen wie es mir inzwischen geht und einen Rückblick auf 2,5 Jahre Psychopharmaka geben.

Es geht mir sehr gut, die letzten Absetzsymptome sind verschwunden, keine Schweissausbrüche mehr und auch das sexuelle Desinteresse hat sich endlich verzogen.
Ich fühle mich wieder wie ich selbst, schaffe es wieder mehr Sport zu treiben und habe deutlich mehr Energie sowohl für den Alltag als auch für Freizeitaktivitäten.
Vom Übergewicht bin ich nun ca. die Hälfte wieder los, am Rest arbeite ich noch :wink:

Hier mal einen Überblick über meine Nebenwirkungen während der Tabletteneinnahme, positive Wirkungen und Absetzsymptome:

Meine Nebenwirkungen waren:
-emotionale Verflachung, Gleichgültigkeit
-Ödeme in den Beinen
-Bettnässen
-völliges sexuelles Desinteresse, Anorgasmie
-Schweissausbrüche
-sehr lebhafte Träume
-über 12 Stunden Schlaf pro Tag, trotzdem müde
-über 20kg Gewichtszunahme
-starke Trägheit, konnte mich zu nichts aufraffen

positive Wirkung:
-guter Schlaf

Absetzsymptome:
-Schlafstörungen
-Appetitlosigkeit
-Schwindel
-Schweissausbrüche
-grippeähnlicher Infekt
-Bindehautentzündung

Ich habe deutlich schneller abgesetzt als hier empfohlen (s. Signatur). Für mich hat das gut funktioniert und darüber bin ich auch froh :)
Insgesamt bin ich mit den Absetzsymptomen noch ganz gut weggekommen, sie haben mich nicht übermäßig lange behindert. Ich habe hier von viel schlimmeren Verläufen gelesen. Das tut mir so leid :hug:

Ich kann inzwischen gar nicht mehr begreifen warum ich nicht schon viel früher mit dem Absetzen angefangen habe. Muss wohl die tabletteninduzierte Trägheit gewesen sein :x
Ich meine, viel positive Wirkungen hatte ich ja nicht (eine einzige, um genau zu sein) und wenn man die Nebenwirkungen gegenüberstellt dann steht das ja in keinem Verhältnis.
Warum tut man sich sowas an? Und warum interessiert das keinen Arzt? Wenn ich nicht entschlossen gewesen wäre, alle Medikamente abzusetzen hätte ich sie heute noch.
Da sagt keiner, jetzt nehmen Sie die Medikamente schon soundso viele Jahre, jetzt wird es mal Zeit ans Absetzen zu denken.

Ich bin jedenfalls durch mit Psychopharmaka und mit Psychiatern bin ich ebenfalls durch. Der Psychiatrieaufenthalt hat mir keine Hilfe, sondern ein Trauma beschert. Ich war wirklich geschockt, wie da mit einem geredet wird. Arrogant, ignorant und von oben herab.
Wie das helfen soll, habe ich bis heute nicht verstanden. Das brauche ich nicht nochmal.

Ich wünsche euch allen viel Kraft und Erfolg beim Absetzen, körperliche und geistige Gesundheit und Durchhaltevermögen.

Bis dann und viele Grüße,
WinterSoldier
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 83#p324783

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Montag, 30.09.19, 18:17

hallo, :)

ein Erfolgsbeitrag von Cavani, ihm geht es nach einem Kaltentzug von Duloxetin und Alprazolam nun wieder gut:
Guten Tag allerseits,
Lange ist es her, dass ich das letzte mal einen Beitrag verfasst habe oder im Forum aktiv war.
In dieser Zeit der Abwesenheit habe ich sehr gelitten ich ging jeden Tag durch die Hölle.
Es war grausam , das schöne ist ich kann heute sagen es WAR grausam also somit gehört es zur Vergangenheit.
Mir gehts es heute sehr gut.
90% der Symptome sind verschwunden, das interessante oder erwähnenswerte daran ist ich bemerkte es garnicht dass die Symptome verschwunden sind, erst nach einiger Zeit als ich mich selbst gefragt habe kamen mir gefühlt 12345678 symptome in den Sinn die ich heute nicht mehr habe und ich kann mich nicht einmal einfühlen wie sie sich angefühlt haben oder was ich gedacht habe es kommt mir heute so vor als hätte ich diese Symptome nie gehabt.komisches gefühl haha.
Suizidgedanken komplett weg ich bin so froh dass diese verfluchten Gedanken nicht mehr da sind.
Das einzige was ich heute noch habe ist diese permanente Derealisation/Depersonalisation.
Die geht mir übelst auf den Sack aber ich muss es akzeptieren .
Meine Formel = Akzeptanz + Zeit = Heilung
Ich habe nur noch fenster und wellen sind sehr sehr sehr selten geworden.
Ihr schafft das alle ich glaube an euch , ihr dürft niemals aufgeben.
Wenn ihr das überstanden habt dann gibt es nichts mehr aber wirklich nichts mehr auf dieser Welt , dass euch brechen könnte.
Ich bin so gewachsen an dieser Erfahrung ich kann nur für mich persönlich sprechen , dass es nichts mehr auf dieser Welt gibt das mich brechen könnte.
Diese Stärke, diese Energie , die sich 3 Jahre angestaut hat aber nicht raus konnte spuckt nur so aus mich aus.
Rückblicken kann ich sagen dass ich sogar froh bin diese Erfahrung gemacht zu haben , man schätzt das Leben viel mehr man geniesst das Leben in vollen zügen.
Macht euch bereit diese Zeit wird bei jedem von euch auch kommen.
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 28#p326728

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Mittwoch, 09.10.19, 18:38

hallo zusammen,

Babs hat erfogreich Mirtazapin abgesetzt :party2: :
Huhu,

lang ist es her und ich wollte nur kurz mitteilen, dass ich es mit der hier vorgeschlagenen Methode geschafft habe, das Mirtazapin vollständig abzusetzen. Ich nehme es nun seit vielen Monaten nicht mehr und es geht mir gut.

Alles Gute für jeden und Danke nochmal für dieses tolle Forum!
Herzliche Grüße
Babs
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 01#p328301

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Montag, 14.10.19, 18:10

hallo zusammen,

Manfred hat erfolgreich Escitalopram abgesetzt :party2: :
Hallo an Alle,

ich bin jetzt seit 4 Wochen auf Null und kann bis jetzt keine Beeinträchtigungen feststellen, FREU!!!

VIELEN, VIELEN DANK AN ALLE, DIE HIER GEANTWORTET HABE - IHR WART/SEID EINE GROSSE HILFE!!

Gruß von einem glücklichen

Manfred
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 96#p329096

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Donnerstag, 24.10.19, 18:45

hallo,

Birgitti hat nach 15 Jahren AD Einnahme, überwiegend Sertralin, erfolgreich abgesetzt :party2:
Also
Da ich schon seit mehr als zwei Jahren nichts mehr aktiv geschrieben habe, würde ich gerne ein bisschen erzählen wie es mir ergangen ist und Mut machen.

Ich habe wie man aus meiner Signatur entnehmen kann, seit fast 15 Jahren Antidepressiva genommen, hauptsächlich Sertralin in einer durchschnittlichen Dosis von 100 mg. Seit über 2 Monaten bin ich komplett frei von dieser Hölle. Ich habe mich vor 2 Jahren scheiden lassen und dadurch und durch Psychotherapie gelernt woher meine Depressionen immer kamen.

Und wenn ich heute über das alles nachdenke, hätte ich mir diese 15 Jahre Sertralin sparen können und einfach damals schon beginnen sollen auf mich selbst zu hören und mich nicht immer zu überfordern, nur um es anderen recht zu machen.

Das Problem damals war mit Sicherheit das die Menschen um mich wenig bis gar nichts von Depressionen wussten und die Ärzte es sich bis heute sehr einfach machen, indem sie Pillen aufschreiben. Ich habe in den letzten 2 Jahren so viel gelernt und bin zur Ruhe gekommen. Und ich habe viele Tiefs teilweise durch den Entzug, teilweise durch andere Dinge durchgemacht. Das alles war es wert.

Ich möchte nicht sagen das ich jetzt schon frei bin und nicht noch immer wieder Entzugserscheinungen auftauchen. Denn das tun sie.
Aber ich weiß jetzt auch das es nur kurze Zeit anhält und das dann wieder gute Zeiten kommen.
Und was ich auch mit Sicherheit weiß ist, dass es wirklich Drogen sind. Es ist keine Medizin die dich gesund macht, sondern auf Dauer krank, gefühlskalt und und und.

Ein depressiver Mensch ist im Endeffekt ein Mensch der seine eigenen Grenzen immer wieder übersteigt, der nicht egoistisch genug ist zu sagen das er am Ende ist, der alles für andere tut und dabei seine Psyche und Physe dauerhaft überfordert. Und eigentlich sind diese Antidepressiva nur dazu da, ihn noch mehr zu überfordern.

Auf jeden Fall ist es wirklich möglich damit aufzuhören, aber man muss auch damit rechnen das es Tage gibt wo es nicht gut läuft.
Auf der anderen Seite ist das das normale Leben, niemanden geht es immer gut.
Ich habe das so versucht anzunehmen, während dem absetzen und ich habe immer weiter gemacht.
Wenn es furchtbar war, habe ich mir klar gemacht das es am nächsten Tag wieder anders wird.
Liebe Grüße Gitti
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 44#p331044

Skyla23
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Skyla23 » Donnerstag, 12.12.19, 20:41

Hallo alle Zusammen :group: ,

ich habe mich über einen langen Zeitraum nicht mehr gemeldet , habe versucht mein Leben wieder neu zu organisieren. Reingeschaut ins Forum habe ich trotzdem immer mal wieder .

Heute möchte ich mit euch meine Erfahrungsgeschichte teilen, um denn einen oder anderen vielleicht etwas Mut und Erleichterung zu verschaffen.

Wie man bereits anhand meiner Signatur sehen kann, habe ich einige , wenn auch deutlich weniger als so manch anderer oder andere hier im Forum, Jahre Erfahrung was die Einnahme von ADS angeht. In meinem Fall nur Escitalopram.
Nun bin ich nach langem, nervenaufreibenden und immer wieder mit Rückschlägen verbundenen Absetzen seit April 2019 frei von dem AD.

Wie ging es mir während dieser Zeit des Absetzens (fast 1 1/2 Jahre) ?
- Es ging mir nicht gut. Ich habe geflucht und rotz und Wasser geheult bei jedem Reduzierungsschritt. Meine eigenen , viel zu hoch gesteckten Erwartungen kämpften mit den Absetzerscheinungen wie Schwindel, Pbelkeit, mordsmäßige Kopfschmerzen, Gereiztheit, Gedankenkarusselle, Panikattacke , Angstzustände und noch vieles ...vieles mehr. Und das bei jedem Reduzierungsschritt. Oft war ich gezwungen, wieder höher einzudosieren um dann wieder nur noch kleinere Reduzierungsschritte zu machen. Deswegen kann ich auch nur unterschreiben was alle anderen hier im Forum auch zu dem Thema Absetzen schreiben: Langsam ! Sehr , sehr langsam ausschleichen, wenn man das AD über einen längeren Zeitraum einnimmt.

Rückblickend kann ich sagen, dass mich das AD verändert hat. Ich war nicht mehr ich selbst. Und vor allem wurde mir bewusst, auch wenn Ärzte jedes Mal was anderes behaupten :party: , dass ich abhängig von dem AD geworden bin. Und deswegen war der Entzug den ich dann durchgemacht habe, für mich die Hölle auf Erden.
Allerdings wollte ich ebenso wenig mein Leben lang auf diese Tropfen angewiesen sein. Ich wollte endlich wieder leben, ich selbst sein und nicht Solche Medikamente einnehmen ( dazu muss ich aber sagen, dass sie mir in akuten Phasen trotz alle dem aus dem tiefen, schwarzen Loch herausgeholfen haben. Mag mir nicht vorstellen wie es anders, ohne , verlaufen wäre...) .

So. Also wie war es also nach 0?
Die ersten Wochen, ja sogar Monate war ich permanent auf der Hut vor Absetzerscheinungen, was letzten Endes sicherlich auch dazu beigetragen hat, dass in manchen Situationen meine Angstanflüge verstärkt wurden.
Jedoch wurden diese immer weniger und ich merkte , wie sich meine Psyche stabilisierte und ich ja... wieder zu Kräfte kam. Ich konnte wieder aus vollem Herzen lachen, mich freuen, aber auch mir traurigen Situationen besser umgehen.
Ich konnte meine Ausbildung mit 1,2 abschließen , Habe mich verlobt, ich war total aus dem Häuschen. Die Erinnerungen an die qualvollen, dunklen Monate und Jahre waren fast vergessen. Hier und da blitzte mal was auf , wurde dann aber schnell wieder durch positive Einflüsse und Erinnerungen ersetzt.
Mir ging es sehr gut.
Dann kam im September 2019 ein kleiner Rückschlag.
Ich wurde an einem Donnerstagabend von meinem Mann ins Krankenhaus aufgrund unerträglicher unterleibschmerzen verfrachtet. Dort wurde am nächsten Tag durch die Bauchspiegelung diagnostiziert: Zyste am linken Eierstock und Endometriose im 3. Stadium.
Tja, was soll ich schön reden: ich war total am Boden zerstört. Auch aufgrund der möglichen Kinderlosigkeit bezüglich der Endometriose. Ich spürte die Panikattacke und Ängste unter der Haut, sie waren da und lauerten. Ich erlaubte mir einen kleinen Zusammenbruch, nur um mich dann anschließend wieder zu berappen. So wollte ich doch nicht wieder in die Spirale des traurig- und depressivseins fallen.
Kurz darauf stand eine Reha ( schon Anfang des Jahres 2019 beantragt) an. Am 7.10 ging es los. Insgesamt war ich einen kompletten Monat in der Rehaklinik , 400km entfernt von meiner Familie, meinem Mann und meiner Geliebten Fellnase. Nichts desto trotz, tat mir die Reha wahnsinnig gut. Ich war dort an erster Stelle psychosomatisch und dementsprechend in psychologischer Betreuung.
Am Ende meiner Reha stand auf dem Entlassungsbrief die Diagnose: Generalisierte Angststörung aufgrund einer traumatischen Belastungssituation mit Panikattacken....Hurra. Schön ist sowas natürlich nicht. Aber ich war trotzdem erleichtert das Kind nun beim Namen nennen zu können, ging ich doch immer davon aus , dass ich manisch depressiv bin.

Bis dato, geht es mir psychisch gesehen soweit ganz gut und hoffe das es auch für eine längere Zeit so bleibt.

Nun, momentan bin ich wieder viel krank , Grippe, Erkältungen, Mandelentzündung und was man in meinem Beruf nicht noch alles mitnimmt. Erzieherin halt :lol: .
Ich habe für mich entschlossen , mich für ein Studium zu bewerben und warte nun geduldig auf den Bescheid. Pläne für die Hochzeit werden geschmiedet und ich blicke voller Hoffnung in die Zukunft.

Ich möchte allen, die vielleicht noch nicht so weit sind, dass sie die Medikamente komplett abgesetzt haben oder noch am absetzen sind sagen: Ihr schafft das. Ich weiß wie schrecklich diese Zeit ist. Und ich weiß das die Gedankengänge die man manchmal oder permanent während dieser Zeit hat beängstigend und machtvoll sind oder sich so anfühlen. Aber das ist nicht weil ihr als Persönlichkeit so sein sondern weil euer Gehirn , eure Seele, heilt. Anders kann ich es nicht beschreiben. Es ist ein Heilungsprozess. Ich hatte oft gedacht: das war’s. Ich kann nicht mehr. Es wird doch sowieso nie besser.
Aber trotzdem wurde es besser. Wenn auch am Anfang kaum bemerkbar aber es gab kleine Fortschritte.
Und letzten Endes wurde ich für mein Durchhalten und mein Leiden belohnt und entschädigt: Mit der Heilung.

Ich hoffe ich konnte einigen ein kleinen Funken Hoffnung mit meiner Geschichte geben. Ihr seit nicht alleine , bitte seit stark, haltet durch.
:pillowtalk: :group:

Skyla

Edit von padma: Hier ist Skylas thread https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=35&t=15472
Zuletzt geändert von padma am Freitag, 13.12.19, 16:50, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit eingefügt
Aktuelle Medikamentation : Euthyrox 112mg
2015 erstmalige Einnahme von Escitalopram aufgrund von PTBS und depressiver Verstimmung

Anfang August 2015 : 8mg Escitalopram Tropfen
Ende Oktober 2015 : auf 0mg .
-> Langsames Ausschleichen, alle 2 Wochen 2mg reduzieren
->Keinerlei Probleme außer Brain Zaps. Waren aber auszuhalten.

Juli 2017: Erneutes Aufflammen meiner Depression und Panik- wie auch Angsterkrankung. Escitalopram in Tropfenform eingeschlichen :

14.7-15.7: 2mg
16.7-17.7: 4mg
18.7-19.7: 6mg
20.7-24.7: 8mg
25.7.-16.8: 10mg
17.8.-7.3.2018 12mg

Absetzversuche
2018
8.3.-21.3. : 10mg
22.3.-4.4.: 8mg
5.4.-18.4. : 6mg
19.4.-3.5.: 4mg
-> Panikattacken, Angstzustände, Unruhe, Gedankenkarussel

4.5.: hochdosiert auf 6mg
29.5.: 5mg
1.7.: 4mg
-> Wieder Panikattacken, Angstzustände, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, gereizte Sinneswahrnehmung , Hoffnungslosigkeit, Zweifel, Gedankenkarussel , Schlafstörung und extreme, innerliche Unruhe, Adrenalinschübe die meinen Herzschlag kurzzeitig , für paar Sekunden, rasen lassen

6.7. : morgens 4mg + abends 0,5mg
7.7.: 4,5mg

8.7.: 4,5mg
->Noch innere Unruhe , aber schon abgeschwächt, Grübeleien, schwache Lustlosigkeit, leichte Panik-und Angstanflüge , aber alles in allem werden die Symptome schwächer
Neurexan + Bachblütentropfen + Baldrian Tinktur+ Sport helfen mir mich zu beruhigen

10.07.: 4,5mg
-> Stimmung ist gedrückt, starke Stimmungsschwankungen, leichtes Herzrasen ab und zu ,
Leichtes Angstgefühl, Gedächtnisprobleme
Aber auszuhalten

12.07.: 4,5mg
-> Immer noch gedrückte Stimmung; regelrecht depressiv, Gedankenkarussel

16.07.: 4,5mg
->Die Symptome verschwinden langsam

17.7.: 4,5mg
->Endlich durchatmen : Die Symptome sind weg, mir geht es viel , viel besser ( fast schon sehr gut )

07.08.: 4,1mg

15.08.: 4,1mg
-> Innere Unruhe, Passivität, leichte Angstgefühle

01.09.: 3,8mg
21.09.: 3,4mg
11.10.: 3,0mg

15.10.: 3,2mg
->Rachenentzündung + Nebenhöhlenentzündung. Unruhe, Schlafstörung und Gedankenkarussel. Aus diesen Gründen hochgesetzt auf 3,2mg

16.10.: 3,2mg
Deutliche, innere Anspannung und Unruhe, Gedankenkarussel, Angstschübe, Schlafstörung und Vergesslichkeit.

10.11.: 2,9mg (Eigentlich 1,1mg)
19.12.: 2,9mg (Eigentlich 1,1mg)

Am 21.12. bemerkt, dass ich bei 2,9mg einen Rechenfehler gemacht habe und seit mehr als einem Monat statt 2,9mg 1,1mg genommen hab !!! *facepalm*
Und ich habe mich gewundert warum ich so unruhig bin und Albträume hab :frust: .
Am 21.12. wollte ich auf 1,9mg runter da ist es mir aufgefallen beim Rechnen.

21.12.: 0,4mg

2019
06.01.: 0mg :shock:

NACH 0
15.01.: 6 Tage nach 0 durchgehend starke Kopfschmerzen und Gereiztheit. Danach besser

30.01.: Rachenentzündung mit Fieber
04.02.: Panik- und Angstzuständen/starke Unruhe/Schlafprobleme/Weinkrämpfe/Zittern/starke Übelkeit/depressive Verstimmung/ das Gefühl verrückt zu werden/ Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit

10.02.: 0,2mg wieder eindosiert
15.04.: 0mg

07.07.: 0mg leichte Angstanflüge. Verschwinden aber wieder schnell.
27.08.: 0mg-> allgemeines Wohlbefinden. Keinerlei Symptome

FineFinchen
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von FineFinchen » Freitag, 13.12.19, 13:45

Liebe Skyla, :-)

vielen lieben Dank für Deinen ausführlichen Bericht! :hug:

Und es sind so viele positive Dinge geschehen oder stehen in Deiner Zukunft an. :party2:

Ich wünsche Dir von Herzen, dass sich alles so entwickelt, wie Du es Dir wünschst. Du hast es Dir hart erkämpft und das gehört belohnt. :hug:

Alles Gute für Dich
Finchen
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krasiva
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von krasiva » Dienstag, 17.12.19, 19:51

Liebe Skyla,

ganz herzlichen Glückwünsche zum Null und ganz lieben herzlichen Dank für dein aufklärendes und schönes Bericht! Das lasst doch hoffen, besonders wenn man noch "mitten drin" ist und oft am hadern.

Ganz lieben herzlichen Dank noch mal und dir alles alles bestens für all die schönen Pläne und dein neues reiches Leben.

Herzliche Grüße,

krasiva :)
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Risperidon 0,40 mg ab 9.5.2020

lunetta
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von lunetta » Freitag, 20.12.19, 18:26

Hallo ihr Lieben!

Ich habe genau ein halbes Jahr gewartet bevor ich es hier posten wollte, aber ich denke jetzt nach 6 Monaten kann ich sagen, dass ich zumindest 1 AD losgeworden bin.

Als ich im Juli im KH zum Durchchecken war, und wo auch mein Gehinrturmor entdeckt worden war, wurde mir das Winzdosierungsmessen mit Venla zu blöd, mir ging es schlecht bevor ich es von 0,1 mg auf 0,2 mg aufdosiert hatte, und es wurde aucg mit dem Hochdosieren nicht besser, und im KH war das Herumdosieren mit den Spritzen ein Spießrutenlauf, denn ich mußte es ja heimlich machen.

Da dachte ich mir, ich springe jetzt ab, schlechter kann es nicht mehr kommen.

Und seitdem bin ich auf Null;)

Ich kann nicht sagen, was danach an Absetzsymptomen davon gekommen ist, was von der Mirta Hochdosierung kam, was vom Tumor, was von meinem schlechten Allgemeinzustand.

Ich muß aber fairerweise sagen, dass ich seit diesem Zeitpunkt auch den Schutz eines Benzos hatte, das ich seit Juli mehr oder weniger regelmäßig in geringer Dosierung genommen habe.


Auf jeden Fall bin ich Venla seit Juli los, und darüber freue ich mich sehr:)

GLG
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sinua
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von sinua » Montag, 13.01.20, 18:42

Hallo liebe Foris,

ich habe gerade mein Update zu meinem 4. Jahr auf Null geschrieben: https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 69#p345669 .
Obwohl ich nicht zu 100% gesund bin, ist es eine Erfolgsgeschichte in meinen Augen :D .

Alles Gute für euch :group: ,
Sinua
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Annanas
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Annanas » Donnerstag, 16.01.20, 6:30

 ! Nachricht von: Annanas
Hallo Josh, habe deinen Beitrag u folgende, in diesen Thread verschoben: https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 76#p345976 - lG von Anna

Claudiiii
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Claudiiii » Freitag, 28.02.20, 12:34

Hallo,

ich habe erfolgreich abgesetzt. Ich habe das folgende auch in meinem Thread geschrieben ( https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 75#p353775 )

ich möchte mich nach über 1,5 Jahren nochmal melden und mich explizit nochmal bei allen im Forum bedanken! Für die Aufklärung, die Beratung, das Zuhören, Zustimmen und Aufmuntern! Danke.

Schon seit einem Jahr bin ich jetzt ohne Antidepressiva. Seitdem geht es mir nun sehr, sehr gut. Ich kann keine Beeinträchtigungen mehr durch die Einnahme wahrnehmen.

Was ich noch für meine Heilung gemacht habe nach dem Abestzen:
- Als Reinigung habe ich nochmal eine Natronkur gemacht und danach ein paar Symptome gemerkt. (Für so eine Kur sollte man schon länger medikamenten und symptomfrei sein) Seitdem ist alles supi!
- Ich war mehrmals bei einer sehr guten Osteopatin. Sie hat viel an den Muskeln, die die Leber an Ort und Stelle halten gearbeitet. Da meine Leber durch die ganzen Medis schon ordentlich zu tun hatte, war das alles sehr verkrampft und verhärtet.
- Ich habe die Pille abgesetzt. Die beste Entscheidung aller Zeiten. Ich fühle mich, als wäre während der Einnahme meine gesamte Sexualität niemals vorhanden gewesen (Und ich nahm sie seit ich 17 war und für fast 9 Jahre!). Hätte ich die schon eher nicht mehr genommen, wer weiß ob ich je zu Antidepressiva gekommen wäre. Mir gehts körperlich und mental viel, viel besser.

Nach dem Absetzen brauchte ich sehr viel Abstand zu dem Thema, musste mich ganz auf die positvien Dinge konzentrieren und vielleicht auch ein bisschen die verlorene Zeit nachholen. So konnten die Wunden, die mir die Medikamente körperlich und mental zugeführt hatten, nun endlich heilen.

Es gibt sehr viel Positives in meinem Leben. Ich bin fast immer energiereich und voller Tatendrang. Ich kann meine Ideen nicht nur träumen sondern vieles Stück für Stück umsetzen. Ideen, die ich während des Absetzens hatte, habe ich oft aufgeschrieben und konnte sie nun, wo ich wieder die nötige Energie habe, umsetzen.
Grenzen, die mir andere setzen wollen, lasse ich links liegen, weil sie nicht für mich, sondern für sie selbst gelten. Nur ich allein kann meine eigenen Grenzen herausfinden.

Neben meinem momentan sehr flexiblen Beruf, habe ich mein Hobby weiter ausgebaut. Ein Töpferofen steht in meinem Keller und ich konnte mir eine eigene Werkstatt einrichten. Wo genau das hinführen wird, weiß ich nicht. Aber die 1000 Möglichkeiten, die mir offen stehen versuche ich als Chance zu sehen und nicht als mögliche falsche Entscheidung, die ich treffen könnte. Mich nochmal umzuentscheiden steht mir schließlich jederzeit frei.

Ende des Jahres werde ich nach Asien reisen, ich will das dortige ursprüngliche Leben kennenlernen, in glasklaren Riffen schnorcheln, solange es sie noch gibt und im Dschungel die letzten freilebenden Orang-Utans sehen.

Auch wenn es mir jetzt super geht, werde ich die Zeit des Absetzens nie vergessen. Es war das schlimmste, was ich erleben und aushalten musste. Manchmal habe ich Angst, ich könnte vergessen, wie schlimm es war, weil es mir jetzt so gut geht. Aber ich weiß noch genau wie es war. Natürlich verblasst die Erinnerung und das ist auch gut so, aber ich werde nie vergessen. Da ich ein sehr offener Mensch bin, erzählich ich von meinen Erlebnissen, wenn es sich in einem Gespräch ergibt. Und da ich nun medikamentenfrei bin, hört doch der ein oder andere genauer hin. Es gab eine Situation, wo ich eine Einnahme von AD durch meine Erzählungen verhindert habe und dann doch erstmal der erste Termin beim Psychotherapeuten abgewartet wurde. Es gab weitere Momente, in denen ich klar machen konnte, was langsames Absetzen bedeutet. Insgesamt habe ich gemerkt, dass (zu) viele von Depressionen und dann auch schnell mit Antidepressiva zu kämpfen haben, aber auch, dass so Langsam das Image der Antidepressiva bröckelt, denn ich treffe auch auf Menschen mit ähnlicher Erfahrung.

Das wichtigste ist aber: Wir können Absetzen und wir können heilen! Auch wenn zu viele sich dabei quälen müssen. Haltet durch, ihr schafft das!

Liebe Grüße und alles gute für euch!

Claudi
Aufgrund von Panikattacken und Angst Venlafaxin bis 75mg eindosiert, außerdem 7,5mg Mirtazapin. Nach 1 Monat Beginn mit Absetzen, durch zu schnelles Absetzen extreme Symptome: Durchfall, Übelkeit bis zum Erbrechen, Traurigkeit, Angst und Panik schlimmer als je zuvor. Besserung durch erneutes Hochdosieren von Venlafaxin. Mirtazapin unter Qualen und Hartnäckigkeit losgeworden.

ab 08.07.16 37,5mg Venlafaxin
ab 15.07.16 75mg = Maximaldosis
ab 08.08.16 Beginn mit Absetzen
Nach viel zu schneller Reduktion (alle 4 Tage 12,5mg) und wieder minimalem Hochdosieren auf 25mg stabilisiert und auf Kügelchen-Präparat umgestiegen
20.10.16 55 Kügelchen 18mg
20.11.16 45 Kügelchen 15mg
15.12.16 35 Kügelchen 11,5mg
11.01.17 25 Kügelchen 6,9mg
08.02.17 15 Kügelchen 4,2mg
08.03.17 10 Kügelchen 2,8mg zu großer Schritt daher
09.03.17 12 Kügelchen 3,3mg schlimmste Symptome
11.05.17 13 Kügelchen 3,6mg Aufdosiert, da keine Stabilisierung in Sicht war
09.10.17 12 Kügelchen 3,3mg endlich weiter runter, seitdem kaum Symptome
10.10.17 11 Kügelchen 3,4mg (neue Packung mit weniger Kügelchen pro Kapsel)
11.11.17 10 Kügelchen 3,1mg
12.12.17 09 Kügelchen 2,8mg
18.01.18 08 Kügelchen 2,5mg
12.03.18 07 Kügelchen 2,2mg
25.04.18 06 Kügelchen 1,9mg
08.06.18 05 Kügelchen 1,6mg
20.07.18 04 Kügelchen 1,2mg
08.08.18 04 Kügelchen 1,1mg (neues Präperat mit mehr Kügelchen pro Kapsel)
22.08.18.03 Kügelchen 0,8mg
15.10.18 02 Kügelchen 0,5mg
04.12.18 01 Kügelchen 0,3mg
07.02.19 00 Kügelchen 0,0mg
Symptome nach (zu schneller) Reduktion am Morgen extrem und schrecklich: Nervosität, Anspannung, schneller Puls, Angst, Panik, extreme Blähungen, zeitiges Aufwachen, dann Durchfall, manchmal mit Übelkeit bis zum Würgen, teilweise Erbrechen.

Dann Symptome auch ganztägig verteilt: plötzliche Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Gefühl das Gehirn schwitzt und ist warm, Unwirklichkeitsgefühl, vereinzelt Anflug von Panik, Traurigkeit, Weinerlichkeit, Pessimismus, wirre Träume.

Nachmittags ist es oft gut und es gibt auch Symptomfreie Tage, wenn ich dann endlich auf einer Dosis stabilisiert bin.

Immer wieder, auch außerhalb der schlimmen Wellen:
schmerzhafte Nacken- und Rückenverspannungen, ständig Blähungen und täglich Durchfall, selten kurzes aber schmerzhaftes Stechen im rechten Unterbauch, Schwindel, Kopfschmerzen

***Mittlerweile erfolgreich abgesetzt und völlig symptomfrei! Ich fühle mich super ohne Medikamente und besser als je zuvor. *** :party2:

Lloulou
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Registriert: Samstag, 12.05.18, 6:52

Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Lloulou » Freitag, 28.02.20, 14:46

Herzlichen Glückwunsch! Das macht Mut! Vielen lieben Dank und alles Gute Dir weiterhin!
Baujahr 1961.

Schon in der Kindheit psychische Auffälligkeiten (überängstlich, weinerlich, schnell verletzt, Essenverweigerung ... phasenweise hoch risikobereit...).

Zu Beginn der Pubertät Zwangsneurosen. Extremer Rückzug.

Mit 17 Jahren erstmals bei einem Psychiater nach mehreren Zusammenbrüchen. Er verschrieb mir ein Medikament (weiß nicht mehr, welches), das ich nach wenigen Tagen absetzte, weil ich mich damit wie ein Zombie fühlte.

Schwere depressive Phase mit 26 J. nach dem frühen Tod meiner beiden Brüder innerhalb eines halben Jahres (Autounfall, Selbstmord). Klinikaufenthalt und anschließend mehrere Jahre Therapie.

Danach zwei weitere schwere depressive Episoden, die ich ohne Medikamente und ohne fachliche Hilfe überstand.

2015, ausgelöst wohl durch den Tod meiner Mutter, zunehmend starke Symptome.

März - Mai 2016 10 Wochen teilstationäre Behandlung (Tagesklinik).
Diagnosen:
Rezidivierende Depressionen, Angst- und Panikstörung, Depersonalisations-/Derealisations-Syndrom, posttraumatische Belastungsstörung, instabile Persönlichkeitsstörung, Bulimie.

Mai 2016 - Februar 2019 Einzeltherapie (kognitive Verhaltenstherapie).

Seit Herbst 2018 frei von Depressionen - auch ohne Ge-/Missbrauch von Alkohol, den ich zeitweise zur "Selbsttherapie" (Spannungsabbau) benutzt hatte.

Medikamente:
Escitalopram Basics 10 mg seit 02/2016.

Weitere Medikamente und NEMs:
Hormonersatztherapie: Östrogen, sehr niedrig dosiert, und Progesteron (wegen Osteoporose)
Seit Herbst 2018: Calcium, Magnesium, Bor, Vit. D3 und K2, Zink (ebenfalls wegen Osteoporose)

2018 zwei Absetzversuche auf eigene Faust (Dosisreduktion auf die Hälfte). Sehr schnell heftigste Entzugssymptome, so dass ich beide Male UMGEHEND (innerhalb 24 Std.) wieder auf die gewohnte Dosis ging.

Ich habe aber den Wunsch, auf Dauer ohne Psychopharmaka leben zu können!
Angeregt durch dieses Forum will ich nunmehr das
Escitalopram im :schnecke: :schnecke: -Tempo ausschleichen

DANKE FÜR EURE UNTERSTÜTZUNG !!!

=================================
Reduktion des Escitalopram:
=================================
1 Tablette à 10 mg Escitalopram Basics
wiegt 130 mg. Der Einfachheit halber
gebe ich das GEWICHT des PULVERS an,
das ich mit der Feinwaage abwiege .
=================================

22.03.2019: Reduktion von 130 auf 120 mg
(entspricht - 7,5 %)

27.-31.03.19: alle zwei Tage Reduktion um 1 mg => 117 (entspricht - 2,5 %)
Ende einer längeren leicht manischen Phase. Destabilisierung. Heftige emotionale Schwankungen, aber unterm Strich okay.
Bleibe jetzt mindestens 4 Wochen bei 117 mg = 90 % der Ausgangsdosis.

padma
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Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Samstag, 29.02.20, 18:23

hallo zusammen, :)

Jaritt hat erfolgreich Mirtazapin abgesetzt. :party2: Hier ein update 3,5 Monate nach 0:
Guten Abend zusammen,

nach 3, 5 Monate ohne Mirta möchte ich mit meinem kurzen Bericht allen Mirtazapingeschädigten Mut machen, bei einem langsamen Ausschleichen zu bleiben, wie es hier im Forum von den unermüdlichen Helferinnen und Helfer empfohlen wird. :)

Zwar habe ich hin und wieder mit Wellen zu tun, aber die sind mitlerweile in einem Stadium, mit denen ich sehr gut umgehen kann.

Meine unangenehmsten Symptome sind nach dem aufstehen ein leichter Druck im Kopf mit Muskelschwäche. (Pudding in den Beinen/Knie)
Spaziergänge mit meinen drei Hunden werden jetzt nach einer Stunde schwieriger, weil dann der Gang unsicherer wird. :(
Reizhusten tritt seltener auf

Meine behandelnde Ärztin führt das auf die sedierende Wirkung von Mirta zurück. Es wird nach ihrer Meinung bestimmt noch ein Jahr dauern, bis diese Sympthome vergehen. Die Muskeln müssen auch wieder aufgebaut werden und das sollte ich mit leichtem Krafttraining unterstützen.

Mein Schlaf hat sich wieder soweit normaliesiert, dass ich am Folgetag in guter Verfassung bin. :)
Schwindel tritt nicht mehr auf
Blutdruck ist wieder im Normbereich
Augen tränen nicht mehr
Stimme ist wieder normal
Wassereinlagerung ist verschwunden
keine Übelkeit mehr

Über diese Entwicklung bin ich mehr als zufrieden und werde auch weiter an den Symptomen Muskelschwäche arbeiten, bis auch diese wieder ganz ? verschwinden.......

Das ganze habe ich nur mit Unterstützung von den fleißigen Helferrinnen/Helfer hier im Forum erreicht.
Seid alle von mir :group:

Hoffendlich erreiche ich mit meinem Bericht die Betroffenen, die das Mirta ausschleichen, denn es lohnt sich durchzuhalten, auch wenn mal größere Wellen kommen sollten

Ganz liebe Grüße
Jarritt
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 59#p353859

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