Hallo zusammen
Da ich während der Einnahme von Cipralex, immer wider in Foren nach Erfahrungsberichten suchte und leider meistens negative Erfahrungen gelesen habe, möchte ich jetzt meine Erfahrungen mit euch teilen.
Im April 2014 musste ich (nicht unbedingt freiwillig, eher unter Druck wegen meinen Loebsten) in psychologische Behandlung begeben.
Ich litt an einer Depression mit einer Angsttörung und merkte bald, dass das doch der richtige Weg für mich war.
Mein Psychologe fragte mich, ob ich nicht Medikamente nehmen möchte, da es mir so schlecht ging. Das habe ich verweigert. Ich hatte Vorurteile gegen AD und war der Meinung, dass ich das ohne Medikamente schaffen würde.
Es ging mir länger wieder schlechter, ich war nicht therapierbar. Vor einem Jahr flehte ich meinen Arzt an, mit etwas zu geben. Ich hielt den Zustand nicht mehr aus. (Ich möchte hier nicht näher auf die Depression / Angststörung eingehen, ihr wisst was das bedeutet und wie es sich anfühlt)
Ich erhielt Cipralex und fing mit 2,5 mg an und steigerte die Dosis auf 10 mg. Ich fühlte keine Mebenwirkungen aber es ging mir natürlich auch nicht schlagartig besser. Das nahm ich 2 Monate so ein. Es ging mir etwas besser, ich war therapierbar, aber gut ging es mir nicht wirklich. Wir entschlossen uns dann das Cipralex auf 20 mg zu erhöhen. Auch das verursachte keine Nebenwirkungen. Bis im Januar 2015 machte ich eine Schematherapie, wo ich stark an mir gearbeitet habe. Es war eine schlimme / anstrengende Zeit. Im Januar war ich stabil und beendete die Therapie, da ich weggezogen bin. Mein Arzt und ich besprachen, dass ich die Medikamente bis im Sommer weiternehmen soll und dann langsam ausschleichen soll.
Im April verringerte ich die Dosis auf 10 mg. Ich hatte starke Kopfschmerzen,mir war übel und schwindlig. Dies pendelte sich nach 1-2 Wochen wieder ein. Im Mai reduzierte ich die Menge auf mg mit denselben Absetzerscheinungen. Auch diese liessen nach 1-2 Wochen nach. Jedoch fühlte ich mich bei diesem Schritt etwas verändert. Ich nahm Gefühle viel intensiver wahr. Ob positive oder negative. Das machte mich nervös und ich hatte Angst wieder in alte Muster zurückzufallen und dass ich auf einmal alles nochmals durchleben muss. Ich rief meinen damaligen Psychologen an und habe ihm das erzählt. Er meinte, diese Absetzerscheinungen seien bekannt, und ich solle die Cipralex jetzt (4Wochen nach der letzten Runterdosierung) ganz weg lassen, damit wir sehen, ob es mir wegen den Absetzerscheinungen schlechter geht oder ob es mit wirklich psychisch schlechter geht. Mit dieser Antwort habe ich nicht gerechnet und erhlich gesagt, machte mir das Angst. Da ich meinem Psychologen vertraue und er ja wissen muss, wie sich Medikamente verhalten habe ich das Cipralex vor 1 Woche von 5 mg auf 0 abgesetzt.
Ich fühle mich abundzu noch etwas schwindlig aber sonst geht es mir wunderbar.
Ich möchte den Betroffenen einfach mitteilen, dass Absetzerscheinungen möglich sind. Aber versteift euch nicht darauf. Ihr habt Cipralex nicht ohne Grund genommen und ich hoffe es hat euch so gut unterstützt, wie es mich unterstützt hat. Die Absetzerscheinungen waren für mich durchaus erträglich. Und jetzt geht es mir gut. Für diejenigen, die mehr Probleme beim absetzen hatten als ich, tut es mir Leid. Und ich hoffe, ihr schafft den harten Weg. Für diejenigen, die das Absetzen noch vor sich haben sage ich: versteift euch nich auf die Aussagen anderer. Jeder Körper geht mit solchen Sachen anders um. Ich wünsche euch viel Erfolg!
Liebe Grüsse
Cipralex Absetzen Erfahrungsbericht
Cipralex Absetzen Erfahrungsbericht
Zuletzt geändert von Murmeline am 22.06.2015 12:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Murmeline
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Re: Cipralex Absetzen Erfahrungsbericht
Hallo Dido,
da Du keine direkten Fragen zum Absetzen hast, habe ich mir erlaubt, Deinen Beitrag unter Erfahrungsberichte zu schieben.
Du hast ja wirklich eine lange Zeit hinter Dir, in der es Dir nicht gut ging.
Ich freue mich, dass die Schematherapie Dich weitergebracht hast und Du wieder stabil geworden bist.
Ich wünsche mir für Dich, dass Du den letzten Reduktionschritt von 5mg auf 0mg weiterhin gut verträgst. Absetzprobleme sind (ebenso wie Nebenwirkungen) individuell ganz unterschiedlich und solange es bei Dir ein überschaubarer Schwindel ist, kommst Du sicher gut damit klar.
Meine Therapie hat mir im Rückblick auch geholfen, aber es ist natürlich weiterhin immer wieder eine Arbeit an sich selbst im Alltag, die hört mit dem Abschluss der Therapie ja nicht auf.
Hier etwas zu lesen zum Thema Neuro-Emotionen, dass sind quasi Emotionen, die beim oder nach dem Absetzen auftauchen, wenn das Gehirn sich wieder umstellt, ohne das Medikament eine Homöestase (ein Gleichgewicht in den Neurotransmittern) zurückzugewinnen. Diese Emotionen haben also körperliche Gründe, keine seelischen.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=50&t=9778
Und hier etwas zur Unterscheidung von "Grunderkrankung" und psychischem "Durcheinander" beim und nach dem Absetzen:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=9345
Ich hatte übrigens individuell beim Absetzen mehr mit psychischen als mit körperlichen Entzugssymptomen zu kämpfen, z.B. schlimme, für mich ganz untypische Aggressionen, und mit kognitiven Problemen wie z.B. Konzentrationsschwierigkeiten. Das hat sich dann wieder ganz langsam gelegt, nach Monaten war es endlich weg.
Alles Gute für Dich!
Grüße Murmeline
da Du keine direkten Fragen zum Absetzen hast, habe ich mir erlaubt, Deinen Beitrag unter Erfahrungsberichte zu schieben.
Du hast ja wirklich eine lange Zeit hinter Dir, in der es Dir nicht gut ging.
Ich freue mich, dass die Schematherapie Dich weitergebracht hast und Du wieder stabil geworden bist.
Du scheinst echt Glück mit Deinem Psychiater gehabt zu haben. Viele User des ADFD berichten, dass ihre Ärzte Absetzerscheinungen, gerade psychische Absetzprobleme, nicht ernst nehmen, da wird eher von Aussagen wie "so etwas ist nicht bekannt" berichtet.Er meinte, diese Absetzerscheinungen seien bekannt, und ich solle die Cipralex jetzt (4Wochen nach der letzten Runterdosierung) ganz weg lassen, damit wir sehen, ob es mir wegen den Absetzerscheinungen schlechter geht oder ob es mit wirklich psychisch schlechter geht.
Ich wünsche mir für Dich, dass Du den letzten Reduktionschritt von 5mg auf 0mg weiterhin gut verträgst. Absetzprobleme sind (ebenso wie Nebenwirkungen) individuell ganz unterschiedlich und solange es bei Dir ein überschaubarer Schwindel ist, kommst Du sicher gut damit klar.
Ich nehme seit 3 Jahren auch keine Medikamente mehr. Dieses mehr Fühlen ist eigentlich eine schöne Sache. Es gehört zum leben eben dazu, nicht nur schöne Sachen zu spüren, sondern auf bestimmte Situationen auch berechtigt mit negativen Gefühlen zu reagieren. Wir sind doch alle keine Maschinen, die auf "Sonnenschein" laufen.Ich nahm Gefühle viel intensiver wahr. Ob positive oder negative. Das machte mich nervös und ich hatte Angst wieder in alte Muster zurückzufallen und dass ich auf einmal alles nochmals durchleben muss.
Hier etwas zu lesen zum Thema Neuro-Emotionen, dass sind quasi Emotionen, die beim oder nach dem Absetzen auftauchen, wenn das Gehirn sich wieder umstellt, ohne das Medikament eine Homöestase (ein Gleichgewicht in den Neurotransmittern) zurückzugewinnen. Diese Emotionen haben also körperliche Gründe, keine seelischen.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=50&t=9778
Und hier etwas zur Unterscheidung von "Grunderkrankung" und psychischem "Durcheinander" beim und nach dem Absetzen:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=9345
Ich hatte übrigens individuell beim Absetzen mehr mit psychischen als mit körperlichen Entzugssymptomen zu kämpfen, z.B. schlimme, für mich ganz untypische Aggressionen, und mit kognitiven Problemen wie z.B. Konzentrationsschwierigkeiten. Das hat sich dann wieder ganz langsam gelegt, nach Monaten war es endlich weg.
Alles Gute für Dich!
Grüße Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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