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Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

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Yomo
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Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Yomo » Freitag, 15.11.19, 16:21

Hallo,
ich habe leider sehr schlechte Erfahrungen mit Psychopharmaka gemacht und bin zurzeit total verzweifelt.

Das alles hat ca. vor einem Jahr mit Angstzuständen angefangen. Mein Arzt verschrieb mir damals Alprazolam, erklärte mit aber leider nicht dass das Zeug abhängig machen kann. Ich nahm es für mehrere Wochen täglich um in der Uni klarzukommen und beendete danach die Einnahme. Darauf bekam ich nich schlimmere Angstzustände, was ich jetzt weiß dass es Absetzsymptome waren.
Die Ärzte erkannten aber keinen Zusammenhang mit dem Alprazolam und diagnostizierten bei mir eine Panikstörung und generalisierte Angststörung.

Mir wurde daraufhin Escitalopram 10mg verschrieben, was ich widerwillig nahm, weil die Symptome sehr stark waren.
Nach einiger Zeit verschwanden die Panikattacken und ich fühlte mich sogar einige Zeit ganz gut, aber wurde mit der Zeit immer mehr fauler und emotionsloser. Hatte auf nichts mehr Lust, so beendete ich nach ca. 6 Monaten die Einnahme, weil ich keine Lust mehr auf AD hatte.
Die Absetzsymptome waren die ersten Wochen ganz erträglich und ich schenkte ihnen keine wirkliche Beachtung. Doch nach ca. 3 bis 4 Monate traf es mich wie aus heiterem Himmel, ich erlebte heftige Panikzustände und wurde mit der Rettung ins Spital in die Psychiatrie gebracht.

Dort meinte man, ich habe noch ne Angststörung und erkannte keinen Zusammenhang mit irgendwelchen Absetzsymptomen. Man gab mir zuerst Sertralin, auf das ich mit starken Nebenwirkungen reagierte und fast schon manisch war.
Daraufhin meinten die dort dass ich ADs nicht vertrage und gaben mir Aripiprazol, Trazodon und wieder Alprazolam, was bei mir noch heftigere Zustände auslöste und ich in die Notaufnahme kam und sogar in der Nacht leicht halluzinierte.

Ich bekam danach eine neue Diagnose, schwere Depression mit psychotischen Symptomen, obwohl ich nie in meinem Leben sowas wie ne Psychose oder Depression hatte.
Die Psychiaterin sagte daraufhin ich muss wieder Escitalopram und Seroquel nehmen. Auf das Escitalopram reagierte ich extrem paradox und das Seroquel nahm ich nicht einmal, weil ich keine Lust auf Neuroleptika hatte.

Bin sogar danach extra zu einem Psychologen gegangen, un mich testen zu lassen, sprich ne umfassende psychologische Diagnostik und es wurde nichts ernstes bei mir gefunden, keine Psychose oder so nur Selbstunsicherheit und Angstprobleme.

Bin dann zu nem anderen Psychiater gegangen und der meinte ich habe nur ne Panikstörung und soll jz Venlafaxin probieren und das ADs eh nicht so schlimm seien. Ich zog hier aber einfach einen Schlussstrich und wollte endgültig nichts mehr mit der Psychiatrie zu tun haben.

Das ganze war vor ca. 2 Monaten. Seitdem nehme ich nichts mehr, leider aber unter starken Symptomen wie Panik, extreme Nervosität, Flashbacks, DP/DR, Gefühl verrückt zu werden, Schlafstörungen, Unruhe, Gefühl ich sei ein anderer Mensch, Wahrnehmungsstörungen, Weinkrämpfe, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Persönlichkeitsveränderungen, kann nicht mehr alleine vor die Tür und bin etwas traumatisiert.

Ich tue alles um meine Heilung zu unterstützen, gesunde Ernährung, Vitamine, beruhigende Tees, aber nichts hilft so wirklich.

Habe extreme Angst dass ich durch die Psychopharmaka mein ganzes Leben lang geschädigt sein werde oder ich doch verrückt bin und Medikamente nehmen muss.

Was einfach nicht mehr weiter.


LG Yomo
Zuletzt geändert von Kaenguru am Freitag, 15.11.19, 17:30, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Überschrift um Medikamentennamen ergänzt
Ausgangssymptome: Angstzustände,

Diagnose: am Anfang Angstattacken, danach Panikstörung und Generalisierte Angststörung, schwere Depression mit psychotischen Symptomen (Krankenhaus), Angsstörung u. Selbstunsicherheit (Psychologe)

Medikation (Sommer 2018 - Winter 2019):

-Alprazolam 0,5mg mehrere Wochen jeden Tag– wirkte gut gegen die Angst, danach kalt abgesetzt,
nach dem Absetzen sehr starke Panikattacken, Unruhe

-Escitalopram 10mg, ca halbes Jahr genommen, am Anfang gute Wirkung, danach keine Emotionen, abgestumpft und auf nichts mehr Lust.
Kalt abgesetzt, mehrere Wochen Absetzsymptome, nach ca. 4 Monaten extrem heftige Panik und Angst

Medikation im Krankenhaus (Ende April):

- Sertralin, weiß leider nicht mehr welche Dosis, mehrere Tage; extreme Unruhe und Nervosität, manisches Verhalten,
gleich danach abgesetzt,

- Aripiprazol/Trazodon, glaube 5mg (Aripiprazol), Trazodon weiß nicht welche Dosis, extreme Nebenwirkungen, Unruhe, Herzrasen, Kreislaufprobleme, Wahrnehmunsstörungen, in der Nacht leichte Halluzinationen, mehrere Tage genommen, danach abgesetzt,

- Alprazolam, 0,25mg, bei Bedarf über mehrere Wochen genommen und danach wieder abgesetzt, weil sich wieder ne Abhängigkeit zeigte

Psychiaterin empfiehlt wieder Escitalopram und dazu Seroquel,

-Escitalopram August - Septemer 2019, 5mg probiert, Unruhe, leicht manisch, Hautausschläge, Herzrasen, zittern,
wieder abgesetzt,

- Seroquel, nicht genommen

einige Zeit nichts mehr, danach wegen Verzweiflung zu einem anderen Psychiater

anderer Psychiater verschreibt Venlafaxin; nicht genommen

Jetzt:

- bei Bedarf Baldrian, Nerventees, in Notfällen Alprazolam

Kaenguru
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka

Beitrag von Kaenguru » Freitag, 15.11.19, 17:15

Hallo Yomo :) ,

 willkommen im ADFD. Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum: Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander.

Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden. Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.
Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Benzodiazepinen ein: Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Neuroleptika ein: Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread.
Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig. Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden. Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken. Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln. Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein. Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld. Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen. Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Zu deinem persönlichen Anliegen :) ,
es ist erschreckend, was du alles mitgemacht hast :cry: . Hier im Forum sind solche Fälle keine Seltenheit.
 Viele erfahren schon dadurch eine Erleichterung, dass sie von anderen Betroffenen lesen und dadurch spüren,, dass sich nicht alleine mit dieser Erfahrung sind.
Ich habe dir Texte zu allen PP verlinkt,
vielleicht macht auch eine Wiedereindosierung eines AD Sinn,aber da warte bitte, bis sich jemand mit Antidepressiva-Erfahrung meldet.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum, liebe Grüße :hug:

Sarah
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Yomo
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka

Beitrag von Yomo » Freitag, 15.11.19, 17:39

Hallo Sarah,

danke für das willkommen heißen und die vielen Infos.

Ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass ich ab und zu, aber das ist wirklich in extremen Fällen ein Benzo zu mir nehme. Weiß dass es nicht gut für mich ist, aber manchmal sind diese Zustände einfach nicht erträglich.

Was mich extrem belastet sind nicht einmal die vielen komischen Symptome die ich jeden Tag habe, sondern diese ganze Erfahrung mit den Medikamenten bzw. in der Psychiatrie.
Seit dem das ganze passiert ist, fühle ich mich innerlich sehr verletzt und nichts kann diese Lücke fühlen. Ich weiß nicht ob man von einem traumatischen Erlebnis sprechen kann, aber diese Symptome die ich von diesen verschiedenen Medikamenten im Krankenhaus bekam, haben mich sehr verunsichert und sind bis heute deutlich in Erinnerung geblieben.
Äußerlich sieht man mir das zwar nicht an, aber diese ganze Erfahrung hat mich innerlich total durcheinander gebracht und seelisch sehr verletzt.
Ich fühlte mich von den Ärzten missverstanden und kann es nicht fassen wie leichtsinnig diese Medikamente verschrieben werden.

Vielleicht habe ich auch einige Schuld zu tragen, da ich mich besser informieren hätte sollen, was diese Medikamente überhaupt anrichten können.

LG Yomo
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FineFinchen
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von FineFinchen » Freitag, 15.11.19, 17:55

Hallo Yomo, :-)

herzlich willkommen auch von mir.

Für den Anfang ist es ganz wichtig, dass Du eine aussagefähige Signatur anlegst. Wie das geht, hat Sarah :-) Dir im Begrüßungstext verlinkt. Also welches Medikament, in welcher Höhe, über welchen Zeitraum und wie Du jeweils abgesetzt (ausgeschlichen, große Dosissprünge, Kaltentzüge) hast.
Bitte so exakt, wie es geht.

Schön, dass Du hergefunden hast.

Viele Grüße
Finchen
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe.
Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern.

- Konfuzius -
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Kaenguru
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Kaenguru » Freitag, 15.11.19, 17:56

Hallo Yomo :) ,

Man kann da durchaus von traumatischen Erfahrungen sprechen.
Genauso wie Operationen und schwere Krankheiten auch Traumaspuren hinterlassen können.

Dieses Gefühl anzuerkennen, hilft oft schon. Sich selber zuzugestehen, dass man viel Schlimmes erlebt und durchgemacht hat, kann sehr erleichternd sein.
Traumaspuren können durch die Selbstheilungskräfte des Körpers wieder geheilt werden, bitte bekomm keine Angst, dass du einen lebenslangen Schafen hast.
Wichtig ist es jetzt gut zu sich selber zu sein und sich sofern möglich mit positiven Dingen beschäftigen.

Weist du was die Gründe für deine anfänglichen Panikattacken waren?
Du erwähnst die Uni, hattest du zu der Zeit viel Stress?
Oftmals ist es hilfreich eine Therapie zu machen, um die Probleme die hinter Ängsten stehen können zu bearbeiten.

Die Fragen brauchst du nicht beantworten, sie könnten dir aber helfen zu schauen, was du für dich tun kannst.

Viele Grüße
Sarah
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loewe55
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von loewe55 » Freitag, 15.11.19, 18:29

Hallo Yomo,

es ist mal wieder erschreckend zu sehen, wie man durch eine „einfache“ Panikattacke (das meine ich jetzt nicht verharmlosend, denn die sind schlimm) in einen solchen Pharmastrudel gerät und wie einem immer mehr und mehr verschrieben wird.

Ich finde es zunächst mal gut, dass du für dich die Notbremse gezogen hast, wenn auch mit sehr unangenehmen Folgen.

Es war auch gut, dass du hierher gefunden hast, hier bekommst du einerseits Trost und Zuspruch, denn uns geht es hier allen ja nicht gut mit den Medikamenten oder bei bzw. nach dem Absetzen.

Du wirst hier von den Fachleuten noch gute Tipps zum weiteren Vorgehen bekommen und ich wünsche dir einen guten Austausch und baldige Besserung deines Befindens.

Liebe Grüße 🍀🍀🍀
Gabi
2013 erste PA, Mirtazapin bekommen, nicht genommen
2015 Zuspitzung, ab Dezember 2015 Mirtazapin 30 mg
2016 im Januar 3 Todesfälle in der Familie innerhalb von 3 Wochen, zusätzlich Kündigung erhalten
Nichts geht mehr, ich bestehe nur noch aus Angst
Mirtazapin hilft beim Schlafen
Mai 2016 auf eigenen Wunsch über Notaufnahme in Klinik, dort 7 Wochen stationär
Mirtazapin raus, dafür Citalopram und Pregabalin
Furchtbare 4 Wochen, kein Schlaf, heißes Körperbrennen
Langsame Besserung, Medis helfen, Schlaf kommt wieder
August 2016 für 5 Wochen Tagesklinik, stabilisiere mich
Wirkverlust Citalopram, dafür Venlafaxin ab Januar 2017
Kombination mit Pregabalin hilft, es geht wieder bergauf
Mai/ Juni 2017 Reha, Venlafaxin auf 150, bei Entlassung fast symptomfrei, Venla112,5 mg, Lyrica 100-0-100,
August 2017 Venla auf 100 mg,
September 2017 90 mg, Oktober 2017 75 mg,
November 2017 60 mg, Dezember 2017 50 mg
Januar 2018 Venla auf 45 mg, Februar 2018 37,5mg, Befinden nicht mehr gut
März 2018 Venla auf 34 mg, dann wieder hoch auf 37,5
April 2018 auf 31 mg
Befinden schlechter, massive Ängste morgens und nachts, bleibe seitdem auf dieser Dosis
16.05.18 Erhöhung um 2,1 mg nach Anmeldung und Beratung im Forum
Venlafaxin jetzt 33,1 mg
31.05.18 leichte Erhöhung Venlafaxin um 1,5 mg, bin jetzt bei 34,6 mg
05.06.18 leichte Besserung erkennbar, versuche mich bei 33,45 mg Venla zu stabilisieren
12.07.18 Erhöhung auf 37,5 mg: weder Verschlechterung noch Verbesserung erkennbar, weiterhin Angstzustände im „gewohnten“ Ausmaß
24.08.18 immer noch auf 37,5 es geht mir besser, kurze Angstgefühle, aushaltbar
21.09.18 versuche seit 10 Tagen Pregabalin um 10 mg zu reduzieren, abends von 100 auf 90, Symptome wieder stark: Ängste bis fast zur Panik, werde wieder erhöhen
28.09.18 Ich erkläre meinen Versuch für gescheitert und lege wegen verstärkter Ängste eine Pause ein
Medikation derzeit: Venlafaxin 37,5 mg / Pregabalin 75-0-100 mg
November 2018: 34,26 mg, mache in 5%-Schritten weiter🐌 Dezember 2018: 33,18 mg
01.01.2019: 34,26 mg, wg.Angstverstärkung aufdosiert
31.01.2019: 34,26 mg, Ängste und Daueranspannung
28.02.2019: 34,26 mg, weniger Ängste, dafür Daueranspannung, aber auch viele Fenster
08.03.2019: 34,84 mg, um 2 Kügelchen hoch wegen starker Symptome
29.04.2019: Pregabalin Umstellung auf Wasserlösmethode, Venlafaxin Absetzpause (34,84 mg)
10.05.19: Pregabalin auf 155 mg
Dieses Mal auch körperliche Symptome wie Brain zaps, Nackenschmerzen, Muskelschmerzen, Übelkeit, Schwäche in den Beinen, Erschöpfung, Schwere
24.06.19: Pregabalin auf 145 mg
16.07.19: Pregabalin auf 137 mg
12.08.19: Pregabalin auf 125 mg
05.09.19: Pregabalin auf 123 mg
16.09.19: Pregabalin auf 120 mg
26.09.19: Pregabalin auf 118 mg
06.10.19: Pregabalin auf 115 mg
27.10.19: Pregabalin auf 110 mg
Diesmal starke Symptome, vor allem psychisch: dauernde Angstattacken und Panik mit Horrorspitzen, Durchdrehgefühl, einige Tage Zwangsgedanken, Angst vor der Angst, morgendliche Übelkeit, Appetitlosigkeit, gerade noch so alltagstauglich, möchte kaum noch rausgehen, fühle mich oft wie „festgetackert“
11.11.19: Tag 15 der letzten Reduktion, erste leichte Verbesserungen spürbar, zumindest ein gutes Fenster
23.11.19: leichte Aufdosierung Pregabalin auf 112 mg wegen starker Symptomatik (Ängste)
30.11.19: Pregabalin auf 110 zurück, da keine gravierende Besserung zu verzeichnen war

Yomo
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Yomo » Freitag, 15.11.19, 18:41

Hallo,

ich habe jetzt die Signatur gemacht, hoffe die passt so. Leider kann ich mich nicht genau an alle Daten erinnern.

Vielen dank nochmal für das nette willkommen heißen und für eure Antworten :)


LG Yomo
Ausgangssymptome: Angstzustände,

Diagnose: am Anfang Angstattacken, danach Panikstörung und Generalisierte Angststörung, schwere Depression mit psychotischen Symptomen (Krankenhaus), Angsstörung u. Selbstunsicherheit (Psychologe)

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Kalt abgesetzt, mehrere Wochen Absetzsymptome, nach ca. 4 Monaten extrem heftige Panik und Angst

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- Seroquel, nicht genommen

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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Murmeline » Freitag, 15.11.19, 18:51

Off Topic
Hallo Gabi,

Hier gibts keine Fachleute. Hier gibt Mitglieder mit ihren persönlichen Erfahrungen oder einem Schatz an angelesen Erfahrungen. Jeder ist sein eigener Fachmann / Fachfrau oder muss dazu werden :)

Murmeline mit Grüßen
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Straycat » Freitag, 15.11.19, 23:53

Hallo Yomo,

willkommen im ADFD. Es ist wirklich erschütternd zu lesen, was du durchmachen musstest :hug:
Yomo hat geschrieben:
Freitag, 15.11.19, 18:41
ich habe jetzt die Signatur gemacht, hoffe die passt so. Leider kann ich mich nicht genau an alle Daten erinnern.
Es wäre wichtig, dass du noch ungefähre Datum-Angaben dazu machst.
zB von wann bis wann du welches Medikament ungefähr eingenommen hast. Es muss nicht auf den Tag genau stimmen. Aber so können wir besser einschätzen, ob zB eine minimale Wiedereindosierung in deinem Fall noch Sinn hätte.

Alles Liebe,
Cat
ursprüngliche Symptome ca. 2004: Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas
neue Symptome (seit Frühling 2017): Panikattacken, Muskelschmerzen und chronische Verspannungen (vermutlich protrahierte Entzugssymptome vom zu schnellen Absetzen von Escitalopram)
Diagnose: rezidive Depression (2006)
Psychotherapie (verschiedene Typen) seit 2004
Escitalopram 2007-2016 zu schnell abgesetzt, danach immer wieder Panikattacken, Unruhezustände und starke Muskelschmerzen/Verspannungen (orthopädisch abgeklärt und o.B.)
vorübergehend auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion - alles wieder abgesetzt
Venlafaxin - aktuelles Absetzen seit 04/2018 (wurde aufgrund von Panikattacken - die ich aber mittlerweile eher als protrahiertes Entzugssymptom von Escitalopram sehe - verschrieben)
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Yomo
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Yomo » Sonntag, 24.11.19, 14:07

Hallo,

tut mir leid für die späte Antwort. Bei mir war einfach viel los.
Habe die Signatur jetzt aktualisiert, das letzte was ich genommen habe war das Escitalopram 5mg für einen Monat.

Mir geht es leider im Moment total mies, habe jeden Tag starke Unruhe, Nervosität, Reizüberflutung und Wahrnehmubgsstörungen. Habe irgendwie schon komplett den Glauben an eine Besserung verloren, diese ganze Geschichte mit diesen Medikamenten hat mich total zerstört. Ich habe immer sehr gerne gelernt und zu studieren war immer mein Traum gewesen, aber jetzt kann ich nicht einmal die einfachsten alltäglichen Sachen erledigen. Meine Intelligenz und Konzentration ist vollkommen weg, fühle mich jeden Tag wie ein Junkie auf Entzug, obwohl ich mittlerweile glaube dass das was viele hier durchmachen, wie ich hier so gelesen habe, viel schlimmer ist als ein Drogenentzug.

Es gibt nichts was mich davon ablenkt und dazu kommen meine alten Probleme, sprich meine alten Ängste und Sorgen wieder hoch. Weiß einfach nicht mehr weiter, es tut mir wirklich leid dass ich hier so rummeckere aber in meinem Umfeld verstehe das einfach keiner, nicht einmal meine Eltern, die zwar verständnisvoll sind und verstehen dass ich zurzeit eine schwere Zeit durchmachen, aber nicht so recht glauben wollen dass das alles von den Psychopharmaka kommt.

Habe jetzt sogar wieder einen Termin bei einem angeblich sehr guten Psychiater gemacht gemacht, mal sehen was er davon hält. Ich weiß dass er bestimmt nichts Neues sagen wird, aber ich bin einfach nur verzweifelt.


LG Yomo
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Kalt abgesetzt, mehrere Wochen Absetzsymptome, nach ca. 4 Monaten extrem heftige Panik und Angst

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- Sertralin, weiß leider nicht mehr welche Dosis, mehrere Tage; extreme Unruhe und Nervosität, manisches Verhalten,
gleich danach abgesetzt,

- Aripiprazol/Trazodon, glaube 5mg (Aripiprazol), Trazodon weiß nicht welche Dosis, extreme Nebenwirkungen, Unruhe, Herzrasen, Kreislaufprobleme, Wahrnehmunsstörungen, in der Nacht leichte Halluzinationen, mehrere Tage genommen, danach abgesetzt,

- Alprazolam, 0,25mg, bei Bedarf über mehrere Wochen genommen und danach wieder abgesetzt, weil sich wieder ne Abhängigkeit zeigte

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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Straycat » Sonntag, 24.11.19, 16:20

Hallo Yomo,

Das klingt echt heftig :hug:
Zunächst mal: Hier kannst du ganz offen über all deine Symptome schreiben und niemand verurteilt dich für "Gejammer". Fast alle Mitglieder hier haben entweder einen Psychopharmakaentzug hinter sich oder sie stecken mitten drin. Wir verstehen deine Situation also sehr gut! :group:

Wenn ich mir die Einnahmen der Medikamente in deiner Signatur anschaue, wirkt es für mich, als hätte Escitalopram bei dir nicht wirklich gegen die Grundproblematik geholfen (was es sehr oft nicht oder jedenfalls nicht langfristig tut - Antidepressiva können maximal nur Symptome deckeln, aber bekämpfen nicht die Ursache der Probleme). Als du es dann abgesetzt hast war das zu schnell (kein Vorwurf!).
Darauf hast du Absetzerscheinungen entwickelt - eine plötzlich auftretende Welle von Angst und Panik mehrere Monate nach null könnte noch dem Entzug zugeordnet werden.

Leider reagieren Ärzte dann oft darauf mit der Verordnung jeder Menge anderer Psychopharmaka (leider nicht die richtige Vorgehensweise, wenn man eigentlich Absetzerscheinungen hat). Diese anderen Psychopharmaka scheinst du nicht vertragen zu haben und beim neuerlichen Eindosieren des Escitalopram zuletzt hast du sehr schlecht auf den Wirkstoff reagiert.
Du hattest den Wirkstoff dann auch schon länger nicht mehr genommen, da reagiert man dann häufig mit Unverträglichkeit bei einer neuerlichen Einnahme.

Ich vermute daher, dass eine minimale Wiedereindosierung von Escitalopram bei dir eher nicht sinnvoll wäre. Wenn dann wohl maximal eine Minimalst-Dosis von z.B. 0,5 mg um zu sehen, ob es dir Linderung verschafft. Vielleicht schreibt ja auch noch jemand anderer "Erfahrener" seine Ansicht dazu.
Wenn ein Wirkstoff zu schnell reduziert oder gar kalt abgesetzt wird, dann kann sich der Gehirnstoffwechsel nicht so schnell auf diese neue Dosis einstellen. Während der Einnahme von Psychopharmaka reagiert dein Gehirn ja mit jeder Menge Anpassungen. Wenn dann der Wirkstoff plötzlich fehlt, reagiert das ZNS mit Absetzsymptomen. Die können sehr unterschiedlich und mitunter heftig ausfallen (wie du schon selbst schreibst: Wie ein Junkie auf Entzug).
Yomo hat geschrieben:
Sonntag, 24.11.19, 14:07
Habe jetzt sogar wieder einen Termin bei einem angeblich sehr guten Psychiater gemacht gemacht, mal sehen was er davon hält. Ich weiß dass er bestimmt nichts Neues sagen wird, aber ich bin einfach nur verzweifelt.
Ich verstehe deine Verzweiflung! Aber leider bringen Gespräche mit Ärzten selten einen Durchbruch. Die meisten verschreiben nur einfach neue Medikamente und setzen sich mit der Absetzproblematik nicht wirklich auseinander.
Bitte versuche also nicht allzu enttäuscht zu sein, wenn das Gespräch nicht wirklich weiterhilft :(

Dass die Konzentration derzeit fehlt ist in Anbetracht deiner Situation absolut verständlich.
Nach dem zu schnellen oder plötzlichen Absetzen von Psychopharmaka kommt es häufig zu Absetzerscheinungen.
Lies dir vielleicht auch mal den Artikel mit den Grundlageninfos zum Absetzen von AD durch - da findet man viele wichtige Hinweise, um auch besser verstehen zu können, was in einem vorgeht, wenn man AD absetzt.

Ich wünsche dir alles gute und hoffe, dass es möglichst bald besser wird!
Was du brauchst im Moment ist viel Ruhe und leider auch Akzeptanz dieser Symptome. Heilung dauert leider manchmal quälend lange - aber es wird auch wieder besser!

Liebe Grüße,
Cat
ursprüngliche Symptome ca. 2004: Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas
neue Symptome (seit Frühling 2017): Panikattacken, Muskelschmerzen und chronische Verspannungen (vermutlich protrahierte Entzugssymptome vom zu schnellen Absetzen von Escitalopram)
Diagnose: rezidive Depression (2006)
Psychotherapie (verschiedene Typen) seit 2004
Escitalopram 2007-2016 zu schnell abgesetzt, danach immer wieder Panikattacken, Unruhezustände und starke Muskelschmerzen/Verspannungen (orthopädisch abgeklärt und o.B.)
vorübergehend auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion - alles wieder abgesetzt
Venlafaxin - aktuelles Absetzen seit 04/2018 (wurde aufgrund von Panikattacken - die ich aber mittlerweile eher als protrahiertes Entzugssymptom von Escitalopram sehe - verschrieben)
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Yomo
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Yomo » Sonntag, 24.11.19, 22:31

Hallo Cat,

vielen lieben Dank für deine Antwort!

Ja das Escitalopram hat mir nicht wirklich geholfen, vielleicht am Anfang etwas, aber ansonsten hat es mich emotionslos und faul gemacht.

Ich hätte da eine Frage und zwar hat mir meine Oma ein in ihrem Heimatland beliebtes pflanzliches Beruhigungsmittel gegen Angst und Unruhe gegeben, dass ich jetzt schon seit einiger Zeit zu mir nehme und es mir beim einschlafen hilft. Auf Englisch heißt es übersetzt Valerian Root, leider weiß ich den deutschen Namen nicht. Habe es gegoogelt und es kam "echter Baldrian" heraus, aber ich weiß nicht ob es dasselbe ist.
Jedenfalls habe ich auf englischsprachigen Seiten erfahren, dass Valerian Root ähnlich wie Benzos im GABA System wirkt und sogar sehr ähnliche Enzugssymptome hervorrufen kann. Weiß vielleicht jemand ob das stimmt?
Habe ja selber so meine Erfahrungen mit Alprazolam gemacht und will aufkeinenfall noch einen Benzo ähnlichen Entzug an der Backe haben.

LG Yomo
Ausgangssymptome: Angstzustände,

Diagnose: am Anfang Angstattacken, danach Panikstörung und Generalisierte Angststörung, schwere Depression mit psychotischen Symptomen (Krankenhaus), Angsstörung u. Selbstunsicherheit (Psychologe)

Medikation (Sommer 2018 - Winter 2019):

-Alprazolam 0,5mg mehrere Wochen jeden Tag– wirkte gut gegen die Angst, danach kalt abgesetzt,
nach dem Absetzen sehr starke Panikattacken, Unruhe

-Escitalopram 10mg, ca halbes Jahr genommen, am Anfang gute Wirkung, danach keine Emotionen, abgestumpft und auf nichts mehr Lust.
Kalt abgesetzt, mehrere Wochen Absetzsymptome, nach ca. 4 Monaten extrem heftige Panik und Angst

Medikation im Krankenhaus (Ende April):

- Sertralin, weiß leider nicht mehr welche Dosis, mehrere Tage; extreme Unruhe und Nervosität, manisches Verhalten,
gleich danach abgesetzt,

- Aripiprazol/Trazodon, glaube 5mg (Aripiprazol), Trazodon weiß nicht welche Dosis, extreme Nebenwirkungen, Unruhe, Herzrasen, Kreislaufprobleme, Wahrnehmunsstörungen, in der Nacht leichte Halluzinationen, mehrere Tage genommen, danach abgesetzt,

- Alprazolam, 0,25mg, bei Bedarf über mehrere Wochen genommen und danach wieder abgesetzt, weil sich wieder ne Abhängigkeit zeigte

Psychiaterin empfiehlt wieder Escitalopram und dazu Seroquel,

-Escitalopram August - Septemer 2019, 5mg probiert, Unruhe, leicht manisch, Hautausschläge, Herzrasen, zittern,
wieder abgesetzt,

- Seroquel, nicht genommen

einige Zeit nichts mehr, danach wegen Verzweiflung zu einem anderen Psychiater

anderer Psychiater verschreibt Venlafaxin; nicht genommen

Jetzt:

- bei Bedarf Baldrian, Nerventees, in Notfällen Alprazolam

Towanda
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Towanda » Sonntag, 24.11.19, 22:41

Hallo Yomo,

Valerian root ist einfach Baldianwurzel, Valeriana radix. Arzneiliche Zubereitungen zur Beruhigung werden immer aus der Wurzel gewonnen.

Hier kannst Du nachlesen: https://www.awl.ch/heilpflanzen/valeria ... ldrian.htm

Gruß, Towanda
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26.09.19 - 1,95 mg Mirtazapin
24.10.19 - 1,65 mg Mirtazapin
20.11.19 - 1,40 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von carlotta » Sonntag, 24.11.19, 23:35

Hallo Yomo,

es ist wohl auch bei stärkeren pflanzlichen Stoffen nicht auszuschließen, dass Entzugssymptome auftreten können. Bei Johanniskraut bspw. ist das bekannt; das sollte wirklich so vorsichtig wie ein synthetisches AD ausgeschlichen werden. Auch bei Lavendel (in Kapselform, also konzentrierter) gab es schon Berichte, wenn ich mich recht erinnere.

Ich meine, auch schon mal im Zusammenhang mit Baldrian davon gelesen zu haben. Allerdings müsste man den dann wohl über einen längeren Zeitraum hochdosiert einnehmen. Und ob der Entzug tatsächlich an Länge und Intensität mit einem Benzo-Entzug vergleichbar wäre, sei dahingestellt; zumindest habe ich im Zusammenhang mit Baldrian noch nicht von so extremen Reaktionen gelesen. Ich würde vermuten, dass die Symptome wesentlich milder ausfallen. Aber das hängt wohl auch von der Sensibilität des Nervensystems ab (die ja durch Einnahme von Psychopharmaka erhöht sein kann) und letztlich gibt es nichts, was es nicht gibt.

Also zusammenfassend: Ich denke, wenn man den Wirkstoff jetzt nicht über Monate täglich einnimmt und dazu in hohen Dosen, sollte das kein Problem darstellen, zumindest kein größeres (sofern man ihn verträgt natürlich).

Liebe Grüße
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

Yomo
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Yomo » Montag, 02.12.19, 0:48

Hallo,

vielen Dank für den Link und die Info über Baldrian.

Mir geht es leider zurzeit überhaupt nicht gut. Um ehrlich zu sein habe ich mich noch nie in meinem Leben so dermaßen schlecht, einsam und verzweifelt gefühlt.
Ich versuche jeden Tag irgendwie über die Runden zu kommen, aber es ist so unglaublich schwer.

Ich fühle mich innerlich tot, aber eigentlich fühle ich irgendwie gar nichts mehr. Nichts macht mir mehr Freude, ich kann mich nicht ablenken, dabei hatte ich früher soviele Hobbies und jetzt weiß ich nicht einmal wer ich bin. Nichts macht mehr in meinem Leben einen Sinn, ich fühle mich von der Welt abgekoppelt, wie ein Geist der duch die Welt herumirrt. Noch dazu habe ich schreckliche Angst, um meine körperliche Gesundheit, aber auch um meine Psyche.

Und das blöde daran ist, dass ich irgendwie weiß, dass es nicht von mir kommt. Ich will unbedingt leben, möchte das Leben wieder in vollen Zügen genießen, möchte wieder Freude beim Anblick meiner Freunde erleben und möchte wieder meinen Hobbies nachgehen, aber kann es nicht.

Fühle mich so unglaublich isoliert, weiß nicht wo ich mir Hilfe holen kann, denn die Ärzte scheinen von Absetzsymptomen nichts zu verstehen.
Es ist einfach nur schrecklich...meine Eltern meinen dass ich mich einfach aufraffen soll und versuchen soll irgendwas zu machen, aber es geht einfach nicht. Nicht dass ich es nicht will, sondern ich kann es nicht. Es fällt mir sogar schwer meinen Zustand und das was in meinem Kopf vor sich geht mit Worten zu beschreiben.

Einfach nur unfassbar was Psychopharmaka anrichten können...ich dachte damals habe ich es schlecht mit den Panikattacken, aber das war ein Witz dagegen.


LG Yomo
Ausgangssymptome: Angstzustände,

Diagnose: am Anfang Angstattacken, danach Panikstörung und Generalisierte Angststörung, schwere Depression mit psychotischen Symptomen (Krankenhaus), Angsstörung u. Selbstunsicherheit (Psychologe)

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-Alprazolam 0,5mg mehrere Wochen jeden Tag– wirkte gut gegen die Angst, danach kalt abgesetzt,
nach dem Absetzen sehr starke Panikattacken, Unruhe

-Escitalopram 10mg, ca halbes Jahr genommen, am Anfang gute Wirkung, danach keine Emotionen, abgestumpft und auf nichts mehr Lust.
Kalt abgesetzt, mehrere Wochen Absetzsymptome, nach ca. 4 Monaten extrem heftige Panik und Angst

Medikation im Krankenhaus (Ende April):

- Sertralin, weiß leider nicht mehr welche Dosis, mehrere Tage; extreme Unruhe und Nervosität, manisches Verhalten,
gleich danach abgesetzt,

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- Alprazolam, 0,25mg, bei Bedarf über mehrere Wochen genommen und danach wieder abgesetzt, weil sich wieder ne Abhängigkeit zeigte

Psychiaterin empfiehlt wieder Escitalopram und dazu Seroquel,

-Escitalopram August - Septemer 2019, 5mg probiert, Unruhe, leicht manisch, Hautausschläge, Herzrasen, zittern,
wieder abgesetzt,

- Seroquel, nicht genommen

einige Zeit nichts mehr, danach wegen Verzweiflung zu einem anderen Psychiater

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Jetzt:

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Clarissa
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Clarissa » Montag, 02.12.19, 4:53

Hallo, Yomo.

Ich habe gerade mit einiger Bedrückung Deine Geschichte gelesen.
Unfaßbar, wie Du in das Medikamentenkarussell geraten bist, wie leichtfertig Dir sogar NL verordnet wurden!

Um medikamentenfrei und einigermaßen gut leben zu können, ist es m.E. ganz wichtig, daß Du den Druck aus Deinem Leben nehmen kannst - der wahrscheinlich zu Deinen Symptomen geführt hat.
Ich hatte wenige Stunden bei einer sehr guten Therapeutin, die mir diesbezüglich die Augen geöffnet und mich auf den für mich richtigen Weg geschubst hat. Das ist jetzt 5 Jahre her und ich habe keine psychischen Probleme mehr - was all die PP vorher nicht fertiggebracht haben. Ja, ich habe einen erheblichen sozialen Abstieg hingelegt, aber ich lebe auf nun niedrigerem Niveau viel zufriedener.

Teilnahmsvolle Grüsse von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Straycat
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Straycat » Montag, 02.12.19, 10:06

Hallo Yomo,

das tut mir sehr leid zu lesen, wie schlecht es dir derzeit geht :(

Du schreibst, dass du vor der Einnahme von Psychopharmaka nie Depressionen oder dergleichen hattest, richtig?
Ich könnte mir daher gut vorstellen, dass das noch Absetzsymptome von deinem Entzug von Escitalopram sein könnten. Es können auch Monate nach null manchmal noch Symptome auftreten.
Was du über die "Abkoppelung vom ich und deinen Gefühlen" schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Ich erlebte das auch unter Escitalopram und auch danach noch. Das ist wirklich ein sehr fieses und unangenehmes Empfinden :hug:

Hast du denn schon mal Psychotherapie gemacht?
Vielleicht würde es dir helfen, wieder Zugang zu deinen Gefühlen zu bekommen und Schritte zu erlernen, die dir in diesen schweren Zeiten helfen.

Du kannst auch immer hier in deinem Thread schreiben und es werden dir bestimmt auch Mitglieder immer wieder antworten. Oft hilft es, sich mit anderen in einer gleichen oder ähnlichen Situation auszutauschen. Eine Therapie kann das natürlich nicht ersetzen, aber so fühlt man sich zumindest nicht so schrecklich allein mit diesem Zustand :group:

Leider braucht es oft sehr viel Zeit, bis Absetzsymptome komplett verschwinden und man wieder ins Gleichgewicht kommt. Die Zeit scheint dann quälend langsam zu vergehen.
Aber lass mich dir sagen: Es bleibt nicht für immer so! Es geht auch wieder bergauf und du wirst wieder Freude und all die anderen spannenden, heftigen, angenehmen und lebendigen Emotionen in deinem Leben spüren. Halte durch!

Alles Liebe,
Cat
ursprüngliche Symptome ca. 2004: Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas
neue Symptome (seit Frühling 2017): Panikattacken, Muskelschmerzen und chronische Verspannungen (vermutlich protrahierte Entzugssymptome vom zu schnellen Absetzen von Escitalopram)
Diagnose: rezidive Depression (2006)
Psychotherapie (verschiedene Typen) seit 2004
Escitalopram 2007-2016 zu schnell abgesetzt, danach immer wieder Panikattacken, Unruhezustände und starke Muskelschmerzen/Verspannungen (orthopädisch abgeklärt und o.B.)
vorübergehend auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion - alles wieder abgesetzt
Venlafaxin - aktuelles Absetzen seit 04/2018 (wurde aufgrund von Panikattacken - die ich aber mittlerweile eher als protrahiertes Entzugssymptom von Escitalopram sehe - verschrieben)
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Yomo
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Yomo » Montag, 02.12.19, 16:24

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten.
Clarissa hat geschrieben:
Montag, 02.12.19, 4:53
Um medikamentenfrei und einigermaßen gut leben zu können, ist es m.E. ganz wichtig, daß Du den Druck aus Deinem Leben nehmen kannst - der wahrscheinlich zu Deinen Symptomen geführt hat.
Ich hatte wenige Stunden bei einer sehr guten Therapeutin, die mir diesbezüglich die Augen geöffnet und mich auf den für mich richtigen Weg geschubst hat.
Freut mich sehr dass es dir jetzt viel besser geht und das ohne Psychopharmaka :)

Ich würde ja gerne eine Psychotherapie machen, aber irgendwie fehlt mir momentan dafür die Kraft. Kann um ehrlich zu sein kaum alleine aus dem Haus gehen, was mich noch mehr bedrückt. War früher recht sportlich und immer viel unterwegs und jetzt ist mein Körper einfach total kaputt, aber ich hoffe sehr dass es sich mit der Zeit bessert und ich Kraft für eine Therapie finde.
Für mich ist es schon zurzeit ein Riesenerfolg, wenn ich in der Früh irgendwie aus dem Bett komme und sowas wie ne Tagesstruktur habe. Die letzten Monate war ich mehr oder weniger nur vorm PC und habe Fast Food gegessen, wobei ich jetzt auch gemerkt habe, dass ich einige Nahrungsmittel nicht mehr so gut wie sonst vertrage. Liegt wohl an dieser Histaminintoleranz von der hier einige im Forum berichten.
Straycat hat geschrieben:
Montag, 02.12.19, 10:06
Du schreibst, dass du vor der Einnahme von Psychopharmaka nie Depressionen oder dergleichen hattest, richtig?
Ich könnte mir daher gut vorstellen, dass das noch Absetzsymptome von deinem Entzug von Escitalopram sein könnten. Es können auch Monate nach null manchmal noch Symptome auftreten.
Was du über die "Abkoppelung vom ich und deinen Gefühlen" schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Ich erlebte das auch unter Escitalopram und auch danach noch. Das ist wirklich ein sehr fieses und unangenehmes Empfinden :hug:
Nein, Depressionen hatte ich vor der Einnahme von Psychopharmaka nie, dafür diverse Ängste und Panikattacken, die bei mir in der Schule angefangen habe.
Ich bin aber damals ziemlich gut mit diesen Panikattacken und Ängsten zurecht gekommen, habe einfach viel Sport getrieben und auch meine Freunde und einige Lehrer wussten davon und waren sehr verständnisvoll und zuvorkommend.
Es wurde schlimmer, als ich die Schule beendet habe und mit dem Studium anfing, zeitgleich hatte ich auch meinen ersen Job (Mitarbeiter in einem Fast Food Restaurant) angefangen. Ich kannte in meinem Studiengang niemanden, weil alle meine Freunde aus der Schule was anderes machten und so wurden die Ängste und der Druck immer größer. Zudem habe ich ein ziemlich forderndes Studium ausgewählt (Jura) und landete schließlich wegen diesen Ängsten beim Arzt und der verschrieb gleich Alprazolam :evil: Wenn ich so zurückblicke hätte ich mir einfach ne Auszeit gönnen sollen, stattdessen bin ich in diesen Psychopharmaka Strudel hineingeraten.


LG Yomo
Ausgangssymptome: Angstzustände,

Diagnose: am Anfang Angstattacken, danach Panikstörung und Generalisierte Angststörung, schwere Depression mit psychotischen Symptomen (Krankenhaus), Angsstörung u. Selbstunsicherheit (Psychologe)

Medikation (Sommer 2018 - Winter 2019):

-Alprazolam 0,5mg mehrere Wochen jeden Tag– wirkte gut gegen die Angst, danach kalt abgesetzt,
nach dem Absetzen sehr starke Panikattacken, Unruhe

-Escitalopram 10mg, ca halbes Jahr genommen, am Anfang gute Wirkung, danach keine Emotionen, abgestumpft und auf nichts mehr Lust.
Kalt abgesetzt, mehrere Wochen Absetzsymptome, nach ca. 4 Monaten extrem heftige Panik und Angst

Medikation im Krankenhaus (Ende April):

- Sertralin, weiß leider nicht mehr welche Dosis, mehrere Tage; extreme Unruhe und Nervosität, manisches Verhalten,
gleich danach abgesetzt,

- Aripiprazol/Trazodon, glaube 5mg (Aripiprazol), Trazodon weiß nicht welche Dosis, extreme Nebenwirkungen, Unruhe, Herzrasen, Kreislaufprobleme, Wahrnehmunsstörungen, in der Nacht leichte Halluzinationen, mehrere Tage genommen, danach abgesetzt,

- Alprazolam, 0,25mg, bei Bedarf über mehrere Wochen genommen und danach wieder abgesetzt, weil sich wieder ne Abhängigkeit zeigte

Psychiaterin empfiehlt wieder Escitalopram und dazu Seroquel,

-Escitalopram August - Septemer 2019, 5mg probiert, Unruhe, leicht manisch, Hautausschläge, Herzrasen, zittern,
wieder abgesetzt,

- Seroquel, nicht genommen

einige Zeit nichts mehr, danach wegen Verzweiflung zu einem anderen Psychiater

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Clarissa
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Clarissa » Montag, 02.12.19, 20:08

Hallo, Yomo.

Das sehe ich genauso: Auszeit nehmen bzw. anerkennen: das anspruchsvolle Jura-Studium ist nicht richtig für Dich.

Gibt es denn keine Alternative, mit der Du Dich wohler fühlen könntest?

Mir haben Psychotherapien übrigens nicht viel gebracht, b.a. die wenigen Stunden bei der einen Therapeutin zur Reha, die mir die Augen geöffnet hat über mein falsches Leben.
Danach bin ich alleine "weitergewackelt" und habe daheim die PT sogar abgebrochen. Aber ich wußte dann, was bei mir schief gelaufen war, und habe das geändert bzw. mich damit ausgesöhnt.

Alles Gute und VG von Clarissa.
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

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los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
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Leider nicht symptomfrei :( .

Michael808
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Re: Yomo: Schlechte Erfahrung mit Psychopharmaka (Alprazolam, Escitalopram, Aripiprazol, Trazodon, Sertralin)

Beitrag von Michael808 » Dienstag, 03.12.19, 11:33

Hallo Yomo,
furchtbar, was du durchmachst! Du hast die völlig richtigen Schlussfolgerungen gezogen: Nie wieder mit der Psychiatrie und ihrer Schwester Pharmaindustrie in Berührung kommen! Psychiater haben auch meiner Erfahrung nach keine Ahnung von psychischen Krankheiten. Du hast völlig recht: Die Erfahrung mit diesen sog. Ärzten hat dich traumatisiert. Ich fühle mich ähnlich, aber habe zum Glück nur eine dieser Pharma-Drogen für mehrere Wochen genommen und leide nicht so sehr wie du. Ich war entsetzt, zu lesen, was du alles nehmen musstest. Man hat dir übles angetan. Ich wünsche dir alles Gute für deinen weiteren Lebensweg!
Ich gehöre übrigens auch zu denen, die weder von Psychotherapie noch von irgendwelchen Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln profitierten. Aber die gute Nachricht dabei ist: Ich hatte schon 4 depressive Episoden (3 davon mit generalisierter Angst) und die sind alle irgendwann wieder verschwunden und konnte wieder normal leben.
LG
Michael
Durch Hausarzt wegen Depression Mirtazapin 15mg verordnet bekommen (9.5.2019); erste Woche 7,5mg, dann volle Dosis für 6 Wochen. Antidepressiver Effekt: nicht eingetreten; schlaffördernde Wirkung bereits nach 3. Woche nicht mehr gegeben. Heftige Verspannungen, Muskelzuckungen und Krämpfe stellten sich ein. Nach 6 Wochen begonnen auszuschleichen: Erste 2 Wochen 7,5mg, dann im Abstand von je einer Woche um ca. 1/8 der Gesamtdosis reduziert. Bereits nach Halbierung der Dosis unbegründete Angstattacken, Zucken am Augenlied für 2 Wochen. Verspannungen, Gelenkbeschwerden auch 4 Monate nach Beginn de Einnahme noch vorhanden und gefühlt immer stärker (heute 19.9.2019)

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