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sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

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sylvie
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sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von sylvie » Montag, 11.11.19, 18:30

Hallo liebe Mitglieder,

ich habe leider aus Unwissenheit Venlafaxin 75mg Mitte Juli 2019 von heute auf morgen abgesetzt. Die ersten 4 Wochen ging es mir relativ gut. Doch seit Ende August ist es nur noch der Horror. Ich bin wieder in eine starke Depression gerutscht, habe zwischendurch Suizidgedanken, starke Kopfschmerzen , "komischer " Schwindel, totale Antriebslosigkeit. Liege seit Wochen fast nur noch im Bett. Leider habe ich aus lauter Verzweiflung Mitte September wieder Venlafaxin 37,5 mg eingenommen und vor 3 Wochen auf 75 mg aufdosiert, in der Hoffnung, dass mir meine ursprüngliche Dosis aus diesem Loch hilft. Es wird aber jeden Tag schlimmer :cry: Jetzt habe ich auch noch Autoaggressionen entwickelt und weiß nicht mehr weiter. Denke daran wieder abzusetzen oder auf 37,5 mg zu reduzieren :(
Oder soll ich noch etwas aushalten :?

verzweifelte Grüße
Zuletzt geändert von Ululu am Montag, 11.11.19, 18:35, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Namen im Titel zugefügt zur besseren Übersicht im Forum
Anfang 2016 Diagnose: schwere depressive Episode
Seit April 2016 Venlafaxin Retardtabletten in 37,5 mg Schritten bis auf 300 mg erhöht. Wegen starken Nebenwirkungen in 37,5 mg Schritten ohne Probleme auf 75 mg reduziert. Diese Dosis bis Juli 2019 beibebehalten (zwischendurch erfolglose Absetzversuche).
Mitte Juli 2019:Aufgrund von Kinderwunsch von 75 mg auf 0 mg plötzlich abgesetzt. Die ersten 4 Wochen waren die Absetzsymptome relativ erträglich.
Seit 3 Monaten unerträgliche Symptome: starke Depressionen, Suizidgedanken, starke Kopfschmerzen, Schwindel, totale Antriebslosigkeit.
In Panik geraten und Ende September 37,5 mg Venlafaxin wieder eindosiert, seit 19.10. auf 75 mg erhöht. Immer noch starke Symptome wie oben beschrieben (zusätzlich Autoaggressionen und Apathie) :cry:

FineFinchen
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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von FineFinchen » Montag, 11.11.19, 18:45

Hallo sylvie, :-)


willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.


Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen


Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.


Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen


Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
Finchen
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe.
Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern.

- Konfuzius -
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Straycat
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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von Straycat » Montag, 11.11.19, 20:09

Liebe Sylvie,

willkommen im Forum.
Das klingt schlimm, wie es dir derzeit geht, du Arme :(

Wie du vermutlich schon gelesen hast, empfehlen wir hier eine Reduktion um 5-10% alle 4-6 Wochen.
Da warst du beim Absetzen - wie du selbst schon erkannt hast - viel zu schnell unterwegs. Von 75mg auf Null ist ein Kaltentzug und deine Symptome deshalb nicht ungewöhnlich, aber natürlich schrecklich auszuhalten.
Leider habe ich aus lauter Verzweiflung Mitte September wieder Venlafaxin 37,5 mg eingenommen und vor 3 Wochen auf 75 mg aufdosiert, in der Hoffnung, dass mir meine ursprüngliche Dosis aus diesem Loch hilft.
Die Eindosierung war auch sehr sehr hoch. Um Absetzsymptome abzufedern eignet sich eine Eindosierung von einer sehr kleinen Menge, um die neurologischen Entzugserscheinungen abzumildern.
Denn auch die Aufdosierung ist Stress für dein ZNS.

Du hast dein ZNS durch den Kaltentzug und die Wiedereindosierung jetzt sehr stark gereizt (kein Vorwurf!).
Es ist für mich schwer einzuschätzen, ob du nun eine paradoxe Reaktion auf die sehr hohe Wiedereindosierung hast oder das immer noch die Absetzsymptome sind.

Bist du denn in therapeutischer Behandlung?
Insbesondere bei Suizidgedanken und Selbstverletzungstendenzen solltest du dir dringend Hilfe holen.

Ich hoffe, es melden sich noch ein paar erfahrenere Forumsmitglieder, weil ich im Moment unsicher bin, wozu ich dir raten sollte hinsichtlich der Dosierung. Wenn es Absetzsymptome sind, die durch die Dosissprünge verursacht sind, solltest du mal Stabilität reinbringen und auf der Dosis bleiben. Wenn es eine paradoxe Reaktion ist, solltest du vermutlich rasch reduzieren.

Sind denn die Symptome stärker/anders geworden, seit du wiedereindosiert hast? Hast du neue Symptome entwickelt? Ist die Autoagression etwas ganz neues bei dir oder hattest du das schon einmal?

Liebe Grüße,
Cat
ursprüngliche Symptome ca. 2004: Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas
neue Symptome (seit Frühling 2017): Panikattacken, Muskelschmerzen und chronische Verspannungen (vermutlich protrahierte Entzugssymptome vom zu schnellen Absetzen von Escitalopram)
Diagnose: rezidive Depression (2006)
Psychotherapie (verschiedene Typen) seit 2004
Escitalopram 2007-2016 zu schnell abgesetzt, danach immer wieder Panikattacken, Unruhezustände und starke Muskelschmerzen/Verspannungen (orthopädisch abgeklärt und o.B.)
vorübergehend auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion - alles wieder abgesetzt
Venlafaxin - aktuelles Absetzen seit 04/2018 (wurde aufgrund von Panikattacken - die ich aber mittlerweile eher als protrahiertes Entzugssymptom von Escitalopram sehe - verschrieben)
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sylvie
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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von sylvie » Montag, 11.11.19, 20:34

Hallo Cat,

lieben Dank für deine Antwort. Ich habe eine Psychotherapeutin , wobei ich bis jetzt nur zwei mal bei ihr da war. Sie hat mir geraten in die stationäre Psychatrie zu gehen. Ich war aber vor 5 Jahren schon mal 6 Wochen stationär und dir Erlebnisse waren schrecklich. Wurde ständig mit neuen Antidepressiva zugedröhnt und wie sie einen dort behandeln ist auch nicht gerade hilfreich. Die wollten nur, dass wir brav unsere Tabletten nehmen und die in Ruhe lassen.
Einen Psychiater habe ich auch nicht. Weil die mich auch jahrelang nur mit verschiedenen Antidepressiva zugemüllt haben und ich kein Vertrauen mehr habe. Einen schnellen Termin zu bekommen ist jetzt sowieso unmöglich.
Ich empfinde meine Situation jetzt schlimmer als in der Zeit ohne Venlafaxin. Solche Autoaggressionen kannte ich bis jetzt nicht, habe das Gefühl ich verliere den Verstand.
Meine Schwester beharrt darauf, dass ich weiter 75mg nehme. Ich habe aber Angst völlig durchzudrehen.

Liebe Grüße
Anfang 2016 Diagnose: schwere depressive Episode
Seit April 2016 Venlafaxin Retardtabletten in 37,5 mg Schritten bis auf 300 mg erhöht. Wegen starken Nebenwirkungen in 37,5 mg Schritten ohne Probleme auf 75 mg reduziert. Diese Dosis bis Juli 2019 beibebehalten (zwischendurch erfolglose Absetzversuche).
Mitte Juli 2019:Aufgrund von Kinderwunsch von 75 mg auf 0 mg plötzlich abgesetzt. Die ersten 4 Wochen waren die Absetzsymptome relativ erträglich.
Seit 3 Monaten unerträgliche Symptome: starke Depressionen, Suizidgedanken, starke Kopfschmerzen, Schwindel, totale Antriebslosigkeit.
In Panik geraten und Ende September 37,5 mg Venlafaxin wieder eindosiert, seit 19.10. auf 75 mg erhöht. Immer noch starke Symptome wie oben beschrieben (zusätzlich Autoaggressionen und Apathie) :cry:

Straycat
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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von Straycat » Montag, 11.11.19, 20:55

Liebe Sylvie,

ich verstehe deine Vorbehalte gegenüber Ärzten und einer Klinik. Diese Erfahrung, dass man dort nur mit neuen Medikamenten vollgepumpt wird, habe ich schon oft gelesen :(

Auch, dass du das Gefühl hast den Verstand zu verlieren, kann ich nachvollziehen.
Wenn die Absetzsymptome voll einsetzen fühlt sich das wie ein Horrortrip an.

Ich kann dir nur versichern: Es wird wieder besser! Auch wenn es sich grauenhaft anfühlt, auch die schlimmste Welle ebbt wieder ab.

Hattest du die Autoaggression direkt nach dem Absetzen oder erst jetzt wieder durch das Eindosieren?
Haben sich deine Symptome nach der Wiedereindosierung verändert?

Liebe Grüße,
Cat
ursprüngliche Symptome ca. 2004: Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas
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sylvie
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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von sylvie » Montag, 11.11.19, 21:21

Straycat hat geschrieben:
Montag, 11.11.19, 20:55

Ich kann dir nur versichern: Es wird wieder besser! Auch wenn es sich grauenhaft anfühlt, auch die schlimmste Welle ebbt wieder ab.

Hattest du die Autoaggression direkt nach dem Absetzen oder erst jetzt wieder durch das Eindosieren?
Haben sich deine Symptome nach der Wiedereindosierung verändert?

Liebe Grüße,
Cat
Liebe Cat,

vielen Dank für dein Mutmachen :hug:

Die Autoaggressionen haben sich erst jetzt , also 3 Wochen nach 75 mg, entwickelt.
Nach der Wiedereindosierung hatte ich zwischendurch 1-2 Tage , wo es mir etwas besser ging. Dann hatte ich wieder Tage, wo es mir noch elendiger ging als nach dem Absetzen. Und seit einigen Tagen erlebe ich die schlimmste Zeit: völlig hoffnungslos, verzweifelt, aggressiv.

Liebe Grüße
Anfang 2016 Diagnose: schwere depressive Episode
Seit April 2016 Venlafaxin Retardtabletten in 37,5 mg Schritten bis auf 300 mg erhöht. Wegen starken Nebenwirkungen in 37,5 mg Schritten ohne Probleme auf 75 mg reduziert. Diese Dosis bis Juli 2019 beibebehalten (zwischendurch erfolglose Absetzversuche).
Mitte Juli 2019:Aufgrund von Kinderwunsch von 75 mg auf 0 mg plötzlich abgesetzt. Die ersten 4 Wochen waren die Absetzsymptome relativ erträglich.
Seit 3 Monaten unerträgliche Symptome: starke Depressionen, Suizidgedanken, starke Kopfschmerzen, Schwindel, totale Antriebslosigkeit.
In Panik geraten und Ende September 37,5 mg Venlafaxin wieder eindosiert, seit 19.10. auf 75 mg erhöht. Immer noch starke Symptome wie oben beschrieben (zusätzlich Autoaggressionen und Apathie) :cry:

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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von Straycat » Montag, 11.11.19, 21:29

Liebe Sylvie,

Symptome die ganz neu nach dem Wiedereindosieren auftreten sprechen ein wenig für eine "paradoxe Reaktion".
Manchmal verträgt man einen Wirkstoff nicht mehr, wenn man ihn nach zu schnellem Absetzen wieder einnimmt.
Insbesondere hast du das Venlafaxin erst 2 Monate nach null wieder eindosiert. Da ist die Chance leider schon größer, dass man den Wirkstoff nicht mehr verträgt.
Wenn du eine solche paradoxe Reaktion hast, solltest du das Venlafaxin schnell wieder absetzen.

Aber ich hoffe wirklich, es schreibt noch jemand, der erfahrener als ich ist - ich will dir nicht zu etwas falschem raten.
Vielleicht schaut ja bald jemand aus dem Moderationsteam in deinem Thread vorbei. Die Moderatoren haben schon viele Jahre Erfahrung in der Hilfestellung beim Absetzen und wissen das sicher besser.

Schicke dir einstweilen ganz viel Kraft für diese elende Zeit! Halte durch!
Liebe Grüße,
Cat
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Jamie
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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von Jamie » Montag, 11.11.19, 22:06

Hallo sylvie,

willkommen im Forum :).

Bei 3 Wochen auf 75mg hätten diese schon längst greifen müssen, in welcher Form auch immer, wenn es eine passende Dosis wäre.

Ich glaube eher, dass die 75mg zu hoch sind und ggf auch nicht mehr richtig vertragen werden.
Wissen tue ich es natürlich nicht zu 100%, aber das Gesamtbild spricht schon eher dafür.

Wie bereits angedeutet, war bereits der Wiedereinstieg mit 37,5mg nach der langen Pause zu hoch und wird das ZNS zusätzlich zum Entzug weiter strapaziert haben.

Keinesfalls würde ich jetzt aber wieder abrupt auf 37,5mg zurückgehen, sondern mich schrittweise nach unten hangeln auch wissend, dass das jetzt ein Probelauf ist, ob eine niedrigere Dosis verträglicher ist.

Mein Vorschlag wären 60, 55 oder 50mg (suche dir den Wert aus, zu dem dein Bauchgefühl ja sagt) und das mal mind. 10 Tage halten.
Hast du Venlafaxin retard (Kapseln) oder nicht retard (Tabletten)? Hast du genug Nachschub? (es gibt aktuell einen Lieferengpass)

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von Straycat » Montag, 11.11.19, 22:20

Hallo Sylvie und Jamie,

Danke Jamie für deine Antwort - mir ist das immer lieber jemand von euch Erfahrenen schreibt auch seine Meinung zu solchen eher heikleren Fällen, wo ich nicht weiß, ob ich das richtige rate :)

Ich möchte nur kurz noch etwas anmerken:
Jamie hat geschrieben:
Montag, 11.11.19, 22:06
Hast du Venlafaxin retard (Kapseln) oder nicht retard (Tabletten)? Hast du genug Nachschub? (es gibt aktuell einen Lieferengpass)
Es gibt auch retardierte Venlafaxin Tabletten! Also auch bei Tabletten bitte unbedingt nachschauen, ob es die unretardierten oder die retardierten sind. Die retardierten darf man ja nicht teilen (weswegen sie zum Absetzen extrem ungeeignet sind).

Liebe Grüße,
Cat
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sylvie
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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von sylvie » Montag, 11.11.19, 22:35

Hallo Jamie und Cat,

vielen Dank für eure Antworten. Ich habe vor dem Absetzen Retardtabletten von ratiopharm genommen. Nach dem Wiedereinnehmen REK von betapharm. Da ist aber nur eine Tablette drin :/
Ich habe hier noch REK von Hennig mit den kleinen Kügelchen. Davon aber nur 14 Stück. Ich weiß nicht, ob ich danach Nachschub bekomme aufgrund der Lieferengpässe :(
Anfang 2016 Diagnose: schwere depressive Episode
Seit April 2016 Venlafaxin Retardtabletten in 37,5 mg Schritten bis auf 300 mg erhöht. Wegen starken Nebenwirkungen in 37,5 mg Schritten ohne Probleme auf 75 mg reduziert. Diese Dosis bis Juli 2019 beibebehalten (zwischendurch erfolglose Absetzversuche).
Mitte Juli 2019:Aufgrund von Kinderwunsch von 75 mg auf 0 mg plötzlich abgesetzt. Die ersten 4 Wochen waren die Absetzsymptome relativ erträglich.
Seit 3 Monaten unerträgliche Symptome: starke Depressionen, Suizidgedanken, starke Kopfschmerzen, Schwindel, totale Antriebslosigkeit.
In Panik geraten und Ende September 37,5 mg Venlafaxin wieder eindosiert, seit 19.10. auf 75 mg erhöht. Immer noch starke Symptome wie oben beschrieben (zusätzlich Autoaggressionen und Apathie) :cry:

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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von Straycat » Montag, 11.11.19, 22:44

Hallo Sylvie,

die Kapseln mit den Kügelchen sind besser geeignet, um eine individuelle Dosierung zu bekommen.
Ich verlinke dir hier mal den Thread über das "How to do" der Kügelchenmethode: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=8897

Frage doch mal in der Apotheke, ob sie noch Venlafaxin-Präparate mit Kügelchen haben. Manche haben noch Restbestände lagernd.
Hier kannst du auch einen Vergleich verschiedener Venlafaxin-Präparate finden, die man im per Versandapotheke bestellen kann:
https://www.medizinfuchs.de/venlafaxin.html?sac=1

Liebe Grüße,
Cat
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Diagnose: rezidive Depression (2006)
Psychotherapie (verschiedene Typen) seit 2004
Escitalopram 2007-2016 zu schnell abgesetzt, danach immer wieder Panikattacken, Unruhezustände und starke Muskelschmerzen/Verspannungen (orthopädisch abgeklärt und o.B.)
vorübergehend auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion - alles wieder abgesetzt
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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von sylvie » Dienstag, 12.11.19, 17:09

Liebe Cat,

Danke für den Hinweis :)
Dann werde ich mal versuchen, Kapseln mit Kügelchen zu bekommen.

LG
Anfang 2016 Diagnose: schwere depressive Episode
Seit April 2016 Venlafaxin Retardtabletten in 37,5 mg Schritten bis auf 300 mg erhöht. Wegen starken Nebenwirkungen in 37,5 mg Schritten ohne Probleme auf 75 mg reduziert. Diese Dosis bis Juli 2019 beibebehalten (zwischendurch erfolglose Absetzversuche).
Mitte Juli 2019:Aufgrund von Kinderwunsch von 75 mg auf 0 mg plötzlich abgesetzt. Die ersten 4 Wochen waren die Absetzsymptome relativ erträglich.
Seit 3 Monaten unerträgliche Symptome: starke Depressionen, Suizidgedanken, starke Kopfschmerzen, Schwindel, totale Antriebslosigkeit.
In Panik geraten und Ende September 37,5 mg Venlafaxin wieder eindosiert, seit 19.10. auf 75 mg erhöht. Immer noch starke Symptome wie oben beschrieben (zusätzlich Autoaggressionen und Apathie) :cry:

sylvie
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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von sylvie » Dienstag, 12.11.19, 21:06

Jamie hat geschrieben:
Montag, 11.11.19, 22:06


Mein Vorschlag wären 60, 55 oder 50mg (suche dir den Wert aus, zu dem dein Bauchgefühl ja sagt) und das mal mind. 10 Tage halten.
Hast du Venlafaxin retard (Kapseln) oder nicht retard (Tabletten)? Hast du genug Nachschub? (es gibt aktuell einen Lieferengpass)

Grüße
Jamie
Hallo Jamie,

ich habe mich entschieden erst mal auf 60 mg zu gehen. Wenn nach 10 Tagen keine Besserung eintritt, soll ich dann weiter in 10 mg Schritten runtergehen ?

LG
sylvie
Anfang 2016 Diagnose: schwere depressive Episode
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Mitte Juli 2019:Aufgrund von Kinderwunsch von 75 mg auf 0 mg plötzlich abgesetzt. Die ersten 4 Wochen waren die Absetzsymptome relativ erträglich.
Seit 3 Monaten unerträgliche Symptome: starke Depressionen, Suizidgedanken, starke Kopfschmerzen, Schwindel, totale Antriebslosigkeit.
In Panik geraten und Ende September 37,5 mg Venlafaxin wieder eindosiert, seit 19.10. auf 75 mg erhöht. Immer noch starke Symptome wie oben beschrieben (zusätzlich Autoaggressionen und Apathie) :cry:

Straycat
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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von Straycat » Dienstag, 12.11.19, 21:46

Hallo Sylvie,

ich würde es mal mit den 60mg probieren. Wenn nach 10 Tagen sich nichts bessert, würde ich eher in kleineren Schritten reduzieren. Vielleicht von 60 auf 55mg und dann wieder 10 Tage schauen, wie es geht. Zu große Schritte bringen wieder zu viel Unruhe in dein ZNS.
Aber vielleicht reicht die Reduktion auf 60mg schon aus, dass es dir besser geht.

Ich drück dir die Daumen und wünsch dir alles Gute!
Cat
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vorübergehend auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion - alles wieder abgesetzt
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sylvie
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Re: sylvie: Venlafaxin Absetzhorror: total verzweifelt

Beitrag von sylvie » Mittwoch, 13.11.19, 0:21

Vielen Dank liebe Cat :-)

LG
Anfang 2016 Diagnose: schwere depressive Episode
Seit April 2016 Venlafaxin Retardtabletten in 37,5 mg Schritten bis auf 300 mg erhöht. Wegen starken Nebenwirkungen in 37,5 mg Schritten ohne Probleme auf 75 mg reduziert. Diese Dosis bis Juli 2019 beibebehalten (zwischendurch erfolglose Absetzversuche).
Mitte Juli 2019:Aufgrund von Kinderwunsch von 75 mg auf 0 mg plötzlich abgesetzt. Die ersten 4 Wochen waren die Absetzsymptome relativ erträglich.
Seit 3 Monaten unerträgliche Symptome: starke Depressionen, Suizidgedanken, starke Kopfschmerzen, Schwindel, totale Antriebslosigkeit.
In Panik geraten und Ende September 37,5 mg Venlafaxin wieder eindosiert, seit 19.10. auf 75 mg erhöht. Immer noch starke Symptome wie oben beschrieben (zusätzlich Autoaggressionen und Apathie) :cry:

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