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Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

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Verankh
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Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Verankh » Donnerstag, 22.08.19, 11:00

Guten Morgen an alle!

Ich bin Vera, 37 jahre jung, wohne in Hamburg. Mama von 3 Kinder, im Moment nicht berufstätig.

Ich bin unendlich dankbar an den ganzen Forum für die Infos und Unterstützung, was Ihr gibt. Im Vorfeld möchte ich mich für meine Fehler entschuldigen, denn Deutsch nicht meine Muttersprache ist.

Kurz zu meiner Geschichte.

Ich habe fast 3 Jahre Sertralin 75 mg genommen wegen PPD und Zwangstörung, paralell tiefenpsychologisch fundierte Therapie ca 2 Jahre und im Anschluss Verhaltenstherapie, da bin ich noch 1 Jahr ungefähr dabei.

Es ging mir mit Sertralin richtig gut und ich sage ehrlich, ich wäre bereit das Zeug weiter zu nehmen.

Meine Therapeutin meinte aber, nö, Schluss jetzt, ich bin stabil genug um Setralin weg zu lassen und solange ich Sie noch habe, wäre das sinnvol unter Ihre Begleitung zu machen. Das wusste ich selber, hatte aber Angst vor dem, dass ich genau so krank werde, wie vor dem Sertralin.Der Arzt meinte auch, super Idee und ich darf los legen.

Ich habe mit grossen Schritten angefangen, von 75 auf 50 usw. (Waren ja eigentlich nur 2) Ich habe erste NW erst auf 25 mg gemerkt, alles war so....wie soll ich sagen, nicht richtig Katastrophe, aber nicht mehr stabil, alles wackelte in meiner schöner perfekter Welt, Unruhe, Sorgen, Angst, Schwarzsehen...damals waren wir im Urlaub am Meer...und ich dachte noch: was soll das? Maaaan, du bist im Urlaub, geniss es endlich mal. Nö. Das ganze hörte exakt nach 1 Woche auf, wie weg geblasen. Ich bin noch einige Zeit auf 25 mg geblieben und dann auf 0. Es ging mir super damit....ein paar Wochen...

Und dann ging es los, ich wurde deutlich sensibler, ageessiver, ungeduldiger, unruhiger, kamen ZG, Panik, alles im geradenoch aushaltbarer Bereich. Es war auf jeden Fall nicht so, wie es auf Sertralin war. Ganz und gar nicht. Es ging Berg ab, aber mit Elefantenschritten. Irgendwann bin ich zusammengebrochen. Ich wusste, das ist die Hölle, ich war genau so, wie vor dem Sertralin. Wie aus dem heiteren Himmel am nächsten Tag war alles weg. ALLES.

Ich war irritiert bis zum geht nicht mehr. Keine Panik, keine ZG, keine Unruhe, müde war ich, aber nicht mehr und nicht weniger.

Ich muss sagen, da sind viele Faktoren zusammen gefallen, 3 Kids, was auch schon nicht ohne ist, Schulferien 6 Wochen, Thrapeut und Psycheater im Urlaub....ich dachte, ich habe mich übernommen und es ist nichts da, was die Zustände deckt.

Danach kamm Körper im Spiel, mein Herz hat gestolpert, ein dickes fiberhaftes Infekt, was nur aus Gliederschmerzen und 39 Fieber bestand, danach war ich beim Hausarzt, nicht auffälliges, gesund! Ich konnte nicht einschlafen, meine Beine waren so eingespannt, dass ich sogar die PME nach Jacobson gemacht habe, damit das ganze Körper entspannt ist und ich einschlafen kann. Wass solls, wenigstens was tun, schlafen kann ich eh nicht. Es hat gewirkt!!! Yea!!! Nach eine Weile ging auch das weg. Essen schmeckte mir nicht mehr, na ja, das gute hat es, ich bin wieder beim 55 Kilo angekommen. Das ist geblieben erst mal. Ich esse, aber ohne Appetit, ganz normal eigentlich, ohne mich zu überfressen.

Die Psyche hat auch rumgesponnen, mal ging es mir gut, mal nicht, mal dies mal das.....und ich habe Angefangen im Internet zu suchen. Und euch gefunden.

Ab diesem Moment hatte ich eine gute Halt und Wusste, was los war, allerdings war ich schon in der 9 Te Woche nach 0 und eindosieren käme für mich nicht mehr in Frage. Ich habe Sachen erlebt und die überstanden, ich wusste , es wird wieder eine Welle kommen und mich umhauen, bis ich wieder im Bett liege und mit der Gedanke rumspiele, das ganze zu beenden....dazu muss ich sagen, ist auch vorbei. Ausserdem war mein Arzt nicht da und ich bin (Sturkopp) nicht zu dem irgendjemandem gegangen.

Ich habe Wellen und Fenster, so , wie ihr das beschreibt, aber ich denke durch das Gröbste bin ich durch, nicht ohne, ich musste gewisse Veränderungen akzeptieren, mein Leben umstrukturieren und Abwarten. Einfach Abwarten.

Ich finde es wichtig , euch erzählen, was mir geholfen hat und weiter hilft:

1. Ich habe Therapieheft, dort notiere ich mir wichtige Sachen, was meine Therapeutin sagt. Und was mir in den hellen Momenten so durch den Kopf schisst. Das integriere ich in mein Leben. Das Heft wird profilaktisch gelesen und natürlich, wenn es mit nicht gut geht. Dort stehen auch wichtige Gedanken, die ich aus dem Forum gelernt habe.

2. Ich weiss nicht mehr genau, wer das gesagt hat, König Salomon glaube ich: Alles geht vorüber, auch das hier!!!! Und es stimmt auch, das Leben geht weiter und es wird besser. Vom Tag zu Tag.

3. Ich hatte eine komplizierte Geburt, natürlich ohne Beteubung, weil ich damals klügscheisser und allesbesserwisser und allesalleinemacher und und und war....worauf hinaus ich möchte, ach ja...jede Geburtswehe ist höllisch an sich....aber mit jede Wehe bist du näher am Ziel dran. Schritt für Schritt näheren wir uns ans Ziel...die Wellen , wie die Wehen, lassen irgendwann nach...das passt unglaublich zu meinem Zustand jetzt.

4. Ich habe einen Planer, wo ich jeden Tag reinschreibe, welche NW und wie stark ich habe und meine Laune, morgens, mittags, abends...und ich muss sagen, am Anfang waren es sehr viele NW, und zu jetzige Woche 14 male ich nur meine Laune in Smeilis. Dadurch sehe ich, aha, 6 Wochen vorher ging es mir richtig doof, und jetzt bin deutlich aus der Hölle raus, noch nicht ganz...aber fast. Und die Wellen sind nicht mehr so stark, wie am Anfang. Es hilt mir zu sehen diese langsame Verbesserung.

5. Sein Zustand zu akzeptieren, ja, es ist jetzt so, aber das heisst noch lange nicht, dass es so bleibt, was kann ich im Moment tun um mir eine Freude zu machen? Worüber kann ich mich jetzt freuen? In Garten gehen, schoppen, Fahrradfahren, mit Freundin treffen (vor 10 Wochen wäre das nicht möglich gewesen ohne Panik, Unruhe, Bauchkneifen und und und)....

6. Zu wissen, dass das Fenster auch mal dran kommt! Und dann ist es Erholung. Ich denke in den Wellen heilt das Körper, weil es die Arbeit macht um das ganze System ins Gleichgewicht zu bringen, deshalb fühlen sich die Wellen so anstrengend an.

7. Schlafen. Ich weiss, viele von euch können es nicht, das macht mich traurig, ich hatte nur vielleicht 10 mal, wo ich nicht einschlafen konnte ohne progressive Muskel Entspannung. Meine Regel ist vor 21.00 ins Bett, PME, lesen, meistens gehe ich mit den Kids um 19.30 ins Bett, wir lesen was und irgendwann bin auch müde und um 21.00 schläft das ganze friedlich. Ich wache vor dem Wecker auf und bin nicht so zermatscht am Tage, als wenn ich um 22.-23 und später ins Bett gehe.

8. Dank Forum habe ich Passiflora kennengelernt, tolle Pflanze muss ich sagen. Es hat geholfen! Pascoflair habe ich genommen und es hellte auf. Jetzt nehme ich das auch nicht mehr.

9. Caffe WEG, ganz Weg, auch entcoffeniert. Ja, ich habe es literweise am Tag getrunken, wir haben eine Siebträgermaschie zuhause und mein Mann ist ein Profi und kennt tausende Wariationen von dem leckeren Getränk. Ich musste es weg lassen, nach dem Absetzen, in meinem Fall ist es so gewesen: ich vertrage kein Caffe mehr, nicht mal den Geruch. Jetzt trinke ich Tee, Magen-Darm Tee, Kamille u s w. Ich hatte Magen Probleme nach dem Absetzen und mit Tees und Heilerde (was auch toxine bindet) wieder in den Griff bekommen. Doktore damit rum, damit es konstant bleibt.

10. Nach draussen gehen, kleine Tätigkeiten erledigen. Na ja, mit den Kindern hat man immer was zu tun. Mal dies, mal das, wichtig nur, OHNE überfordern, denn das ist die Garantie dafür, dass ich am nächstet Tag im Bett verbringe mit Grübel, fiese Laune und keine Kraft zu nichts.

11. Auf sich achten, ich bin dabei es zu lernen, den ich bin immer die jenige, die sehr streng zu sich ist, und immer nach dem Prinzip gelebt hat: Augen zu und durch, stell dich nicht an, steh auf, du Wischmop. Tja...jetzt bin ich mal Wischmop und genisse es, im Bett zu liegen und alles sein lassen, es ist noch keiner vom dreck auf dem Boden krank geworden und von sterille Sauberkeit geheilt. Ich lese einfache Zeitungen mal, oder schaue witzuge Videos, wo ich noch vor 1 Jahr sagen würde: nö, für das investiere ich keine Zeit und würde mich mit super langweiliger wichtigen Artikel aus Neuigkeiten aus der Strahlentherapie beschäftigen. Seien Sie lieb zu sich selbst, schonen Sie sich, erlaubt euch auch quatsch zu machen. In der Ruhe liegt die Kraft. Das positive im Leben darf auch sein.

Leute, es wird euch besser gehen!
Ich habe selber am Anfang nur eine kleiiiiine winzige Hoffnung, die aber mit jede Woche, die vorüber ging, wuchs! Jetzt bin ich überzeugt, ja, das wird es, Schritt für Schritt. Langsam, aber wahr.

Ach ja, der Psycheater, ich war bei ihm, habe alles berichtet, was mit mir los war. Er sagte zu mir, na ja, theoretisch können NW ja höchstens 4-6 Wochen andauern, aber!!! Er hat es dokumentiert, und meinte , bei langzeit Einnahme wäre das möglich. Die Ausnahmen dürfen auch sein. Da sass ich, habe ihn angeschaut und wusste nicht mehr, was ich sagen soll. Er meinte, so wie er mich in dem Moment erlebt, brauche ich nichts mehr, als Gesprechtterapie weiter machen. Keine Medis, bin gesund!!!
Na ja, wir werden mal sehen, schlisslich bib ich die jenige, die auf mich aufpasst.

Boa...so viel, unglaublich, ich hoffe, ich habe euch nicht überfordert mit meinem Bericht.

Ich bedanke mich noch mal für alles, was ich in Forum gefunden habe. Ich stehe sehr gerne zum Austausch zur Verfügung.

Bis dahin allen schöne und gute Zeit uns allen.

Lg, Vera
Zuletzt geändert von Annanas am Donnerstag, 22.08.19, 11:11, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Benutzername im Titel ergänzt
03.2013 PPD+ Zwangstörung - keine Medikation, da ich sicher war, es selber auf die Reihe zu kriegen. Hatte 1 Jahr Therapie mit dem Therapeuten, der keine Ahnung vom Zwang hatte,

Sommer 2015 Therapie abgebrochen, da es mir nur schlechter ging.

09.2015 - Geburt 3ttes Kindes und erneut PPD nur mit massive Zwangstörung, was ich wieder gehofft habe, alleine zu beweltigen.

05.2016 Aufenthalt in der Mutter-Kind Tagesklinik. Medikation 75 mg Sertralin + Therapie 1,5 Jahre.

Irgendwann Ende 2017 Verhaltenstherapie gestartet.

02.2019 Sertralin Reduziert auf 50 mg, keine Bemerkbare NW. Nur deutlich sprürbar geworden.

04.2019 wieder reduziert auf 25 mg, 1 Woche nach Reduktion erste Symptome, was ich überhaupt nicht mit der damahligen Dosis in Verbindung gebracht hatte: mir war kalt, ich war gereizt, ungeduldig, immer negativ/schwarz sehen, alles war so anstrengend.

Ende 05.2019 - 0 mg. So wie der Arzt verordnet hatte. Seit dem bleibt es auch so. Ich bin immer noch bei 0.

Durch Glück oder Unglück je nach dem, wer was sehen mag, waren meine beide Arzt und Therapeutin in den Ferien und nicht erreichbar. Ich habe das Schlimmste überstanden (hoffe ich zumindest), alleine, dank Forum und Glauben, dass es vorüber geht.

Zur Zeit nehme ich Pascoflair nach bedarf,
Omega 3+Vitamin D, Magnesium.

Gönne mir Ruhe, wo es nur geht. Versuche auf mich zu achten.

padma
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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von padma » Donnerstag, 22.08.19, 13:45

hallo Vera, :)

willkommen im ADFD.
Danke dir, dass du deine Erfahrungen und Tipps mit uns teilst.

Du hast unwissentlich sehr schnell abgesetzt und hattest leider ja auch heftige Absetzsymptome. Ich drücke dir fest die Daumen, dass du das Schlimmste überstanden hast.
Du hast für dich ja viele und gute Strategien gefunden mit dem Entzug zurecht zu kommen.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



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: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von FineFinchen » Donnerstag, 22.08.19, 14:54

Hallo Vera und herzlich willkommen, :-)

ich verlinke Dir noch die Basisinfos:

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.


Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen
Hast Du ja schon erledigt :D

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag clicken.

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Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
Finchen
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Verankh
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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Verankh » Donnerstag, 07.11.19, 11:25

Hallo liebe Forummitglieder.

Ich möchte gerne mal wieder von mir berichten und euer Rat fragen.

Ich habe jetzt den Stand kurz nach 6 Monate bei 0 erreicht.

Ein kleiner Erfolg.

Immer mal wieder habe ich gute Tage und schlechte Tage, was auch dazu gehört und ganz normal ist. Was ich merke, dass ich in der letzte Zeit sehr oft auf die Frage stosse, ist das noch Entzug oder bin ich das schon?

Da kommen die Zweifel hoch. Meine Grundproblematik war ja Zwang, und es ist weg. Das ist richtig schön. Wenn die ZGs kommen, dann bleiben die nicht so lange und gehen auch wieder. Ich habe in der Therapie gelernt damit umzugehen. Ich hatte eine Phase im 4 ten Monat nach 0 , das waren die wieder vermehrt da. Da dachte ich, oh nein, jetzt sind diese Kakerlacken wieder gekommen. Aber diese Phase ging auch vorbei.

Im Hintergrund hatte ich Gesundheitsängste. In der Therapie wurde viel auf das Thema gesprochen und gearbeitet und gewerkelt. Das war keine Panische Angst, aber es war da in der Form ja, es ist ein Pünktchen im Hinterkopf, aber ich will die ja nicht bis zum Heissluftballon grösse aufpusten. Schlüss, Ende. Bis zum ca 5 Monat ist es auch so geblieben. Und ab dem ca 5ten Monat kamm mit der Körperliche Problematik ( Infekt, der nicht weg ging ca 12 Wochen, Schwäche, Magen-Darm Geschichte, dicke brennende Zunge u s w ) Angst. Und diese Angst hält mich fest.

Ich kann mich ablenken, kann andere Tätigkeiten ausführen, aber der kleine Punkt im Kopf hält mich fest. Ich denke, es ist normal die Angst zu haben, aber so, dass man kein Heissluftballon wird.
Dieser Punkt, oder sagen wir mal so, jetzt ist es Tischtennis Ball geworden wackelt die andere Symptomatik aus, nähmlich leichte bis mässige Panik. Es ist unangenehm. Was mir noch dazu auffält, dass ich dazu gleich oder im laufe des Tages eine brennende Zunge bekomme. Und da denke ich, hm... es ist doch Entzug ähnlich..... Ich weiss nicht richtig, wie ich diese Ängste definieren soll. Und irgendwie sind die in den Vordergrund getreten. So, dass ich mich mit denen öfters auseinander setzen muss. Das raubt Kraft, ich bin die ganze oder die meiste Zeit damit beschäftigt mit diesen Auseinandersetzungen und andere Sachen bleiben Liegen. Am Ende ist der Ansatzpunkt genau wo der war, und nichts ist erledigt. Ich habe versucht die zu akzeptieren, so wie es in der Therapie gelernt habe, aber irgendwie schaffe ich es nicht. Ich hatte schon lange kein Fenster und habe fast vergessen, wie schön es sich anfühlt, wenn man kein Symptome hat.

Seit ein paar Wochen hatte ich mal was neues, mir ist aufgefallen, dass ich auf jedes Wort, ob es gut gemeint ist oder schlecht - seeeehr sensibel reagiere...so, dass mir Träne kommen. Letztes WE war ich am Weinen. Ich habe durchgeheult von morgens bis abends, es hat spontan angefangen und spontan aufgehört. Dabei hatte ich Gedankenlauf von allerdreckigste Bedeutung auf mich selber bezogen, bis auf mein Mann, alles stellte ich ins Frage: will ich ihn noch? Möchte ich die Ehe weiter führen, wie mache ich das jetzt? Ich zerstöre nur alles und mache alles kaputt.
Wie soll es so weiter gehen? Ich bin nichts und ich bin der allerletzter Dreck.... ich wollte zu meinem Mann gehen und ihm mitteilein, dass ich aus der Ehe aussteige.
Zum Glück habe ich es nicht gemacht, denn ich habe nachgedacht, ob es Entzug bedinngt sein kann? Denn sowas hatte ich noch nie gehabt, die Zweifel dieser Art. Später kamm ich auf die Idee, dass es auch PMS sein könnte. Das hatte ich früher nie. Jetzt merke ich deutlich, dass ich ab dem Eisprung einfach mich schlechter fühle.

Jedes mal denke ich nicht darüber nach, ob es Entzug mich so steuern kann. Erst, wenn es richtig hart wird, kommt bei mir diese Gedanke. Schlisslich man kann nicht alles auf den Entzug abzuschreiben. Irgendwo bin ich - ich selbst. Nur diese Grenze ist so verschwommen. Paar Tage später war der Schleier weg. Wie weg geblasen. Ich stelle nichts mehr ins Frage und ich weiss, wie es weiter geht.

Wenn ich Fenster habe , geht es mir gut, und ich denke jedes mal, boa, meine Liebe, du!!!!! DU HAST ES GESCHAFFT. Da habe ich keine Ängste, keine Panik, bin einfach glücklich. Und ich hoffe, dass dieses Zustand nie aufhört. Da kommen mir ganz andere Gedanken und machen die Welle ganz weit weg von mir, und ich glaube im Ernst, dass es wars, ich bin frei. Aber es ist nicht so, die Wellen kommen noch. Ich stecke jetzt in einer fest.

Meine wichtige Frage ist, wenn man die Fenster empfindet und fast so gut es geht symptomfrei ist.... ist es denn vielleit ein Zeichen dafür, dass es eine Aussicht auf die Genesung ist? Dass man einfach nur Hoffnung und Zuversicht nicht verlieren soll??? Ich weiss irgendwie nicht weiter.

Danke für das lesen.

Lg, Vera.
03.2013 PPD+ Zwangstörung - keine Medikation, da ich sicher war, es selber auf die Reihe zu kriegen. Hatte 1 Jahr Therapie mit dem Therapeuten, der keine Ahnung vom Zwang hatte,

Sommer 2015 Therapie abgebrochen, da es mir nur schlechter ging.

09.2015 - Geburt 3ttes Kindes und erneut PPD nur mit massive Zwangstörung, was ich wieder gehofft habe, alleine zu beweltigen.

05.2016 Aufenthalt in der Mutter-Kind Tagesklinik. Medikation 75 mg Sertralin + Therapie 1,5 Jahre.

Irgendwann Ende 2017 Verhaltenstherapie gestartet.

02.2019 Sertralin Reduziert auf 50 mg, keine Bemerkbare NW. Nur deutlich sprürbar geworden.

04.2019 wieder reduziert auf 25 mg, 1 Woche nach Reduktion erste Symptome, was ich überhaupt nicht mit der damahligen Dosis in Verbindung gebracht hatte: mir war kalt, ich war gereizt, ungeduldig, immer negativ/schwarz sehen, alles war so anstrengend.

Ende 05.2019 - 0 mg. So wie der Arzt verordnet hatte. Seit dem bleibt es auch so. Ich bin immer noch bei 0.

Durch Glück oder Unglück je nach dem, wer was sehen mag, waren meine beide Arzt und Therapeutin in den Ferien und nicht erreichbar. Ich habe das Schlimmste überstanden (hoffe ich zumindest), alleine, dank Forum und Glauben, dass es vorüber geht.

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Gönne mir Ruhe, wo es nur geht. Versuche auf mich zu achten.

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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von padma » Donnerstag, 07.11.19, 19:27

hallo Vera, :)
Meine wichtige Frage ist, wenn man die Fenster empfindet und fast so gut es geht symptomfrei ist.... ist es denn vielleit ein Zeichen dafür, dass es eine Aussicht auf die Genesung ist? Dass man einfach nur Hoffnung und Zuversicht nicht verlieren soll???
Ja, genau so ist es. Die Fenster zeigen dir, wie es dir ohne Entzugssymptome geht. Die Heilung verläuft wellenförmig, Welle, Fenster, Welle, Fenster etc., und irgendwann ist es vorbei.
Schlisslich man kann nicht alles auf den Entzug abzuschreiben. Irgendwo bin ich - ich selbst. Nur diese Grenze ist so verschwommen. Paar Tage später war der Schleier weg. Wie weg geblasen. Ich stelle nichts mehr ins Frage und ich weiss, wie es weiter geht.
Das zeigt, dass es entzugsbedingt ist. Natürlich ist auch ohne Entzug nicht alles perfekt. Aber der Entzug steigert die Angst, die Zweifel etc. ins Maaßlose und man hat kaum einen Zugriff darauf. Im "Normalzustand" kann man ganz anders damit umgehen.

Der Monatszyklus kann Entzugssymptome deutlich verstärken.

Ich denke, du bist auf einem guten Heilungsweg, es braucht halt noch Zeit.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
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Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Verankh » Donnerstag, 07.11.19, 21:28

Danke liebe Padma.

Das ist mir sehr wichtig zu wissen, ob ich auf dem richtigen Weg bin.

Das stimmt schon was du sagst.
Ich merke bei mir versterkung von körperlichen Symptomen. Und wenn die Welle vorbei ist, ist auch irgendwie Ruhe im Karton.

Im Moment erinnern mich diese Symptome (Angst und Panik) an meine Erkrankung, nur ohne Zwang, deshalb zweifele ich. Und ich hatte schon lange , gefüllt lange , kein Fenster mehr.

Es ist wahrscheinlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich, aber mich interessiert, ob es irgendwelche Regel oder Muster (ausser Wellen-Fenster )zu erkennen sind, wie das Entzug verläuft im allgemein.

Ich habe gedacht, dass das, was man schon hatte (ich rede von mir jetzt, z.b. Schlafstörung, Anspannung, Speiseröhrenentzündung, Müdigkeit, extreme Sensibilität, Stimmungsschwankungen, Panik, Ängste) kommt nicht wieder, so nach dem Muster - ist geheilt. Aber so ist es anscheinend nicht. Zumindest bei mir, es ist mal dies, mal das, mal was anderes, so, dass ich erstmal überhaupt nicht dahinter komme, dass es Entzug bedinngt ist. Und erst später, wo der Spuck vorbei ist, denke ich: he??? Wat nun?

Was mir noch auffält, dass die Symptome bei mir beim Aufwachen ca 6-6.15 Uhr stärker sind, oder so gesagt ich wache schon mit komischen Gedanken auf (vermutlich kortisol), dann in der Regel im laufe des Tages wirds irgendwie besser, je nach dem, wie ich mich beschäftige, und am Abend zum ins Bettgehzeit ist ganz gut. Gar keine Symptome, oder so schwach ausgeprägt , dass ich damit umgehen kann.

Ach, was solls, ich gehe weiter.

Versuche noch mal über Entzugsverlauf im Vorum zu finden.

Lg, Vera
03.2013 PPD+ Zwangstörung - keine Medikation, da ich sicher war, es selber auf die Reihe zu kriegen. Hatte 1 Jahr Therapie mit dem Therapeuten, der keine Ahnung vom Zwang hatte,

Sommer 2015 Therapie abgebrochen, da es mir nur schlechter ging.

09.2015 - Geburt 3ttes Kindes und erneut PPD nur mit massive Zwangstörung, was ich wieder gehofft habe, alleine zu beweltigen.

05.2016 Aufenthalt in der Mutter-Kind Tagesklinik. Medikation 75 mg Sertralin + Therapie 1,5 Jahre.

Irgendwann Ende 2017 Verhaltenstherapie gestartet.

02.2019 Sertralin Reduziert auf 50 mg, keine Bemerkbare NW. Nur deutlich sprürbar geworden.

04.2019 wieder reduziert auf 25 mg, 1 Woche nach Reduktion erste Symptome, was ich überhaupt nicht mit der damahligen Dosis in Verbindung gebracht hatte: mir war kalt, ich war gereizt, ungeduldig, immer negativ/schwarz sehen, alles war so anstrengend.

Ende 05.2019 - 0 mg. So wie der Arzt verordnet hatte. Seit dem bleibt es auch so. Ich bin immer noch bei 0.

Durch Glück oder Unglück je nach dem, wer was sehen mag, waren meine beide Arzt und Therapeutin in den Ferien und nicht erreichbar. Ich habe das Schlimmste überstanden (hoffe ich zumindest), alleine, dank Forum und Glauben, dass es vorüber geht.

Zur Zeit nehme ich Pascoflair nach bedarf,
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Gönne mir Ruhe, wo es nur geht. Versuche auf mich zu achten.

padma
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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von padma » Freitag, 08.11.19, 13:37

liebe Vera, :)

die Verläufe sind sehr unterschiedlich, es gibt alle Varianten. Bei den einen kristallisiert sich ein Muster heraus (das sich aber auch wieder ändern kann), bei anderen gibt es kein Muster.
Zumindest bei mir, es ist mal dies, mal das, mal was anderes, so, dass ich erstmal überhaupt nicht dahinter komme, dass es Entzug bedinngt ist. Und erst später, wo der Spuck vorbei ist, denke ich: he??? Wat nun?
Das ist bei vielen so. Ein Symptom, dass schon mal weg war, kann wieder kommen, es kann beständig wechseln, ganz neue Symptome können auftreten.

Dass es morgens am schlimmsten ist und sich im Verlauf des Tages bessert, ist bei vielen so. Es liegt, wie du auch vermutest, am frühmorgendlichen Cortisolanstieg.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Verankh » Freitag, 08.11.19, 18:50

Danke Padma.

Wenn ich darf, noch eine Frage, bzw Vermutung ausluften....

Ich habe bei dieser Welle Magen Kneifen /im Magen bereich (oder ist es Sonnengeflecht, ich weiss es also nicht genau), so was wie brennen. Es ist stärker, wenn die Panik anhält und wenn die Panik weg, ist der Bauch auch ruhig. Es seid denn, ich habe Hunger.

Da ich durch diese ganze Körpersymptome Karusel jetzt sowieso schon Ängste habe, was kommt als nächstes....

Überlege ich, ob ich die Sache lieber kontrollieren lasse durch Magenspiegelung. Tja, eigentlich habe ich dazu keine Lust. Und mein Verstand sagt mir, dass diese ganze Mist mit dem Entzug in einem Gespann mitfährt. Wenn da nicht der Zweifel wäre....

Ich denke, ich warte ab, so doll ist es auch nicht, und mal sehen, wie es sich entwickelt. Ich möchte nicht mit jedem Furz zum Arzt. Mir ist es jedes mal peinlich, wenn ich irgendwas anspreche im Zusammenhang mit Entzug.

Mit dem Magen hatte ich noch nie was, ernähre mich gesund. Und so wie ich denke, wenn da was nicht in Ordnung wäre, würde das nicht nur ab und zu was weh tun, sondern permanent. Liege ich richtig mit den überlegungen?

Wäre echt für die Meinung sehr dankbar.

Lg, Vera
03.2013 PPD+ Zwangstörung - keine Medikation, da ich sicher war, es selber auf die Reihe zu kriegen. Hatte 1 Jahr Therapie mit dem Therapeuten, der keine Ahnung vom Zwang hatte,

Sommer 2015 Therapie abgebrochen, da es mir nur schlechter ging.

09.2015 - Geburt 3ttes Kindes und erneut PPD nur mit massive Zwangstörung, was ich wieder gehofft habe, alleine zu beweltigen.

05.2016 Aufenthalt in der Mutter-Kind Tagesklinik. Medikation 75 mg Sertralin + Therapie 1,5 Jahre.

Irgendwann Ende 2017 Verhaltenstherapie gestartet.

02.2019 Sertralin Reduziert auf 50 mg, keine Bemerkbare NW. Nur deutlich sprürbar geworden.

04.2019 wieder reduziert auf 25 mg, 1 Woche nach Reduktion erste Symptome, was ich überhaupt nicht mit der damahligen Dosis in Verbindung gebracht hatte: mir war kalt, ich war gereizt, ungeduldig, immer negativ/schwarz sehen, alles war so anstrengend.

Ende 05.2019 - 0 mg. So wie der Arzt verordnet hatte. Seit dem bleibt es auch so. Ich bin immer noch bei 0.

Durch Glück oder Unglück je nach dem, wer was sehen mag, waren meine beide Arzt und Therapeutin in den Ferien und nicht erreichbar. Ich habe das Schlimmste überstanden (hoffe ich zumindest), alleine, dank Forum und Glauben, dass es vorüber geht.

Zur Zeit nehme ich Pascoflair nach bedarf,
Omega 3+Vitamin D, Magnesium.

Gönne mir Ruhe, wo es nur geht. Versuche auf mich zu achten.

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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Ululu » Sonntag, 10.11.19, 17:45

Hallo Vera,

Magenbedchwerden kommen beim Absetzen sehr häufig vor.
Wenn du vorher keine Probleme damit hättest, liegt die Vermutung nahe, dass es dem Absetzen zuzuschreiben ist.
Hast du es mal mit einer Rollkur versucht ?

Ich lasse dir mal einen Link dazu da. Das hilft auch bei Gastritis, ist sanft und erspart dir vielleicht eine Magenspiegelung die ja auch nicht wirklich angenehm ist.

https://m.apotheke-adhoc.de/nachrichten ... gastritis/

LG Ute
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Verankh
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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Verankh » Sonntag, 10.11.19, 20:11

Hallo Ute,

vielen Dank, ich hatte schon alles zum Thema Magen-Darm im Forum gefunden. Ist ja echt unglaublich, was Entzug produzieren kann.

Heute geht es meinem Bauch besser, ohne, dass ich dafür was gemacht habe. Wo ich dann denke, alles klar, wieder Entzug bestimmt.

Was auch seltsam ist, was auch mich interessiert, ob die Wellen / Fenster sich am Tage stündlich wechseln können? Ich kannte es vorher nur so, dass ich einige Tage/ Woche Welle habe und dann etwa gleich langes Fenster.... und jetzt ist es alles irgendwie finster.

Ich heulte schon wieder aus Angst es nicht zu schaffen, dass ich einfach nicht mehr durchhalte, obwohl bis jetzt war alles irgendwie ertragbar und aushaltbar. Und das mehrere Male am Tag. Danach gings mir besser und ich wunderte , he??? Was ist den das wieder? Und dann noch mal, und noch mal....

Oh Mann, was wünsche ich allen viel Krafft und Durchhaltevermögen.

Ich möchte es unbedinngt schaffen, aber es zieht so an den übrig geblibenen nerven.

Sorry für mein trauriges Schreiben.

Schönen Abend an alle
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Irgendwann Ende 2017 Verhaltenstherapie gestartet.

02.2019 Sertralin Reduziert auf 50 mg, keine Bemerkbare NW. Nur deutlich sprürbar geworden.

04.2019 wieder reduziert auf 25 mg, 1 Woche nach Reduktion erste Symptome, was ich überhaupt nicht mit der damahligen Dosis in Verbindung gebracht hatte: mir war kalt, ich war gereizt, ungeduldig, immer negativ/schwarz sehen, alles war so anstrengend.

Ende 05.2019 - 0 mg. So wie der Arzt verordnet hatte. Seit dem bleibt es auch so. Ich bin immer noch bei 0.

Durch Glück oder Unglück je nach dem, wer was sehen mag, waren meine beide Arzt und Therapeutin in den Ferien und nicht erreichbar. Ich habe das Schlimmste überstanden (hoffe ich zumindest), alleine, dank Forum und Glauben, dass es vorüber geht.

Zur Zeit nehme ich Pascoflair nach bedarf,
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Gönne mir Ruhe, wo es nur geht. Versuche auf mich zu achten.

carlotta
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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von carlotta » Sonntag, 10.11.19, 21:27

Hallo Vera,

Wellen und Fenster können in kürzeren oder längeren Abständen kommen, von wenigen Minuten bis Tagen, Wochen oder Monaten. Sie müssen beide auch nicht "ausgewogen" bzw. gleich lang sein. Da gibt's wirklich alle Spielarten, abhängig von der individuellen Situation bzw. wie der Körper den Heilungsprozess gestaltet, ob Trigger vorhanden sind, die ja auch eine Welle auslösen können etc.

Ja, das kann anstrengend sein. Aber es ist doch gut, überhaupt Fenster zu haben. Es gibt auch Verläufe, da lassen die ganz lange auf sich warten.

Liebe Grüße
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

Verankh
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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Verankh » Sonntag, 10.11.19, 22:03

Gute Nacht Carlotta,

Tja, was soll ich sagen, Mut hat es mir nicht gegeben, aber so weiss ich zumindest, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Es ist gut , dass nach so harten Welle, paar Stunden Ruhe gibt.

Ich kann auch nicht viel mit diesem Zustand machen, ausser aushalten oder abwarten. Irgendwie macht das Körper ganz alleine. Nach seinem Rythmus.

Ich möchte mich noch bei allen bedanken, die hier so toll unterstützen, alleine könnte ich es nicht schaffen, wenn man alleine mit seinen Überlegungen ist.

Gute Nachtt
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carlotta
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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von carlotta » Sonntag, 10.11.19, 22:22

Hallo Vera,
Verankh hat geschrieben:
Sonntag, 10.11.19, 22:03
Ich kann auch nicht viel mit diesem Zustand machen, ausser aushalten oder abwarten.
Das kenne ich gut, leider. :( :hug:
Verankh hat geschrieben:
Sonntag, 10.11.19, 22:03
Irgendwie macht das Körper ganz alleine. Nach seinem Rythmus.
Ja, das ist so. Man kann aber andererseits froh sein, dass er das von allein macht bzw. immer nach Heilung strebt.

Kennst Du folgenden Text?
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... aaf5a4412c

Ich finde es auch gut, dass man hier nicht allein mit seiner Entzugsproblematik ist. Sie kann ja durchaus sehr bedrohlich erscheinen und das ganze Leben umwälzen, zumindest vorübergehend.

Liebe Grüße und viele Fenster
Carlotta
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Verankh
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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Verankh » Dienstag, 12.11.19, 10:49

Hallo Carlotta, vielen Dank, Text habe ich gründlich durchgelesen. Danke dafür.
Es erklärt vieles.

Was mich interessieren würde, auf meinem Beispiel: Angststörung...ist ja nicht aus dem heiteren Himmel gekommen, die Umstände, die dazugeführt haben , sind JETZT weg. Ich habe lange Therapie gemacht, habe verstanden, wo das ganze her kam, was ich dafür tun muss, um dies vorbeugen und wenn es schon da ist, phasenweise, wie ich damit umgehe. Mit dem Zwang genau so. Es ist auch weg, zu 90%, aber es schränkt mich nicht ein und plagt auch nicht wie ein Specht. Besteht die Möglichkeit, dass nach dem Entzug, wenn alles , was Entzug bedinngt ist, weg ist und das alle Störungen, die vor der AD Einname da waren, auch komplett weg sind oder in dem Maas, was das normales Leben ermöglicht?

Die gelesene Erfolgsgeschichten machen mir jedenfalls Mut.

Ich wünsche dir auch beste Gebesung und vieeeeele laaaange Fenster.

Ganz liebe Grüsse.
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Ende 05.2019 - 0 mg. So wie der Arzt verordnet hatte. Seit dem bleibt es auch so. Ich bin immer noch bei 0.

Durch Glück oder Unglück je nach dem, wer was sehen mag, waren meine beide Arzt und Therapeutin in den Ferien und nicht erreichbar. Ich habe das Schlimmste überstanden (hoffe ich zumindest), alleine, dank Forum und Glauben, dass es vorüber geht.

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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Straycat » Dienstag, 12.11.19, 11:23

Liebe Vera,

wenn deine Angststörung durch bestimmte Lebensumstände bedingt war, ist es gut möglich, dass sie jetzt nicht mehr kommt, weil diese Umstände auch weg sind.
Aber bei Panikattacken ist es so, dass das Gehirn auch gewisse Angst-Muster erlernt und dann schnell auf ganz normale Situationen mit Angst reagiert, einfach weil es das gewöhnt ist. Ich denke dein Ansatz mit Therapie war sicherlich der richtige.

Ich glaube, man kann nie zu 100% ausschließen, dass manche Symptome nicht wieder kommen, die man bereits vor der Einnahme der Medikamente hat.
Aber wenn die Symptome (wie bei dir) auf bestimmte Umstände zurückzuführen sind, ist es wahrscheinlicher, dass sie nicht mehr kommen.

Ich wünsche dir alles Gute!
Liebe Grüße,
Cat
ursprüngliche Symptome ca. 2004: Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas
neue Symptome (seit Frühling 2017): Panikattacken, Muskelschmerzen und chronische Verspannungen (vermutlich protrahierte Entzugssymptome vom zu schnellen Absetzen von Escitalopram)
Diagnose: rezidive Depression (2006)
Psychotherapie (verschiedene Typen) seit 2004
Escitalopram 2007-2016 zu schnell abgesetzt, danach immer wieder Panikattacken, Unruhezustände und starke Muskelschmerzen/Verspannungen (orthopädisch abgeklärt und o.B.)
vorübergehend auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion - alles wieder abgesetzt
Venlafaxin - aktuelles Absetzen seit 04/2018 (wurde aufgrund von Panikattacken - die ich aber mittlerweile eher als protrahiertes Entzugssymptom von Escitalopram sehe - verschrieben)
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Verankh
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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Verankh » Dienstag, 12.11.19, 11:54

Hallo Cat, danke für die Antwort.

Ich hoffe auch, dass es der Fall ist. Was ich noch denke (ich hoffe es still), dass all die Jahre, die ich in der Therapie verbracht habe, werden seine Früchte tragen, und gelernte Muster, wie man damit umgeht, und die Lebensumstände ....das wird alles zusammen auf das ganze auswirken und machen das Leben lebenswert.

Danke für dein Feedback. Es ist sehr interessant zu wissen, was andere Läute darüber denken.

Ganz liebe Grüsse.
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Durch Glück oder Unglück je nach dem, wer was sehen mag, waren meine beide Arzt und Therapeutin in den Ferien und nicht erreichbar. Ich habe das Schlimmste überstanden (hoffe ich zumindest), alleine, dank Forum und Glauben, dass es vorüber geht.

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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Straycat » Dienstag, 12.11.19, 12:06

Liebe Vera,

ich bin sicher, dass dir das, was du in der Therapie gelernt hast, dir helfen wird.
Der Unterschied zwischen Therapie und Medikamenten ist, dass man bei der Therapie den Ursachen auf den Grund geht und Werkzeuge erlernt, die man beim Einsetzen der Symptome verwenden kann. Die Medikamente dagegen deckeln im besten Fall Symptome - aber dadurch packt man das Problem nie an der Wurzel.

Alles Gute,
Cat
ursprüngliche Symptome ca. 2004: Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas
neue Symptome (seit Frühling 2017): Panikattacken, Muskelschmerzen und chronische Verspannungen (vermutlich protrahierte Entzugssymptome vom zu schnellen Absetzen von Escitalopram)
Diagnose: rezidive Depression (2006)
Psychotherapie (verschiedene Typen) seit 2004
Escitalopram 2007-2016 zu schnell abgesetzt, danach immer wieder Panikattacken, Unruhezustände und starke Muskelschmerzen/Verspannungen (orthopädisch abgeklärt und o.B.)
vorübergehend auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion - alles wieder abgesetzt
Venlafaxin - aktuelles Absetzen seit 04/2018 (wurde aufgrund von Panikattacken - die ich aber mittlerweile eher als protrahiertes Entzugssymptom von Escitalopram sehe - verschrieben)
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Verankh
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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Verankh » Mittwoch, 27.11.19, 8:38

Guten Morgen in die Runde.

Ein kleines Update von mir.

Woche 28 nach 0.

Leute, ich glaube es einfach nicht!!!! Ich hatte 1 ganze Woche hinter mir mit GAR KEINE Symptomatik. WoW.

Es ist so schön seltsam!!!! Wirklich. Ich bin sooooo Glücklich.

Zunge brennt nicht
Magen ist still
Kein Reflux
Keine Panik
Keine Angst
Keine ZG
Kein Grübeln
Keine Gedanken, die im Kopf ständig irgendwas vorsummen.
Kein Pochen, stechen, Missempfindungen.
Keine morgenliche Unruhe mehr, ich wache irgendwann auf und kapiere langsam, dass ich wach bin. :)))

Ist das nich Wahnsinn???

Ich hatte am Mo eine ZWR OP gehabt, selbst das hat mein Geistiges Wohlbeginden nicht geschadet und ich befinde mich gerade in der Zeit vor der Periode....was normalerweise wie Horrorfilm ablief...

Ja, ich weiss , das kann sich ändern von jetzt auf gleich....und das wars sicherlich noch nicht alles vom Entzug. Aber dieses Fenster gab und gibt mir so eine unglaubliche Halt. Danke!!!!!!

Ich wünsche allen gute Besserung.
Leute haltet durch.

Ganz liebe Grüsse.
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Irgendwann Ende 2017 Verhaltenstherapie gestartet.

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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Klaringel » Mittwoch, 27.11.19, 9:25

Hallo Vera,

ich freue mich mit dir. Wenn ich was positives hier lese, schöpfe ich ich immer etwas Mut, daß es besser werden kann.

Weiterhin alles Gute.
Klaringel
Seit Febr.2018 Wechseljahresbeschwerden
kaum Schlaf, ständige Unruhe
ab 2/18 Einnahme 50 mg Opipramol Abends
ab 2/18 Clionara (HET)
ab 4/18 Steigerung Opipramol auf 300 mg am Tag
ab 6/18 Reduzierung auf 200 mg Opipramol am Tag
ab 6/18 150 mg Bupropion
keine Nebenwirkungen, Schlaf wird gut, Unruhe geht weg, Antriebslosigkeit bleibt bis 9/18
seit 9/18 geht es mir super, nehme die Tabletten noch weiter
ab 1/19 Reduktion des Opipramol jeweils um 25 mg aller drei Wochen (so genau weiß ich das nicht mehr)
keine Symptome, mir geht es super
am 25.6.19 letzte Bupropion, einfach weggelassen
24.7.19 Zeckenimpfung
ein paar Tage später Durchfall, dann Unruhe dann Schlaflosigkeit
seit 5.8.19 wieder Opipramol 50 mg Abends
Unruhe ist fast weg, Schlaf etwas besser, teilweise antriebslos mit Stimmungsschwankungen,ein Tag so, ein Tag so
21.11.19 Schlaf ist viel besser, ca. 6 Stunden, seit ein paar Tagen Unruhe und diffuse Ängste

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Re: Verankh: Sertralin Entzug, persönliche Vorstellung

Beitrag von Straycat » Mittwoch, 27.11.19, 9:46

Liebe Vera,

das freut mich sehr zu lesen! :party2:

Genieße das Fenster - ich hoffe es ist möglich lange und nachhaltig oder am besten für immer :lol:

Liebe Grüße,
Cat
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