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0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
0816
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Dienstag, 20.11.18, 16:01

Hallo,
ich habe jetzt trotz enormer Schlafprobleme von 3,5 auf 3 mg Diazepam reduziert. Leider sind meine Ohrprobleme auf einem absolutem Tiefpunkt angelangt. Ich habe am Donnerstag einen HNO-Termin und werde dann sehr wie wenig Hörkraft auf dem betroffenen Ohr noch übrig ist und ob der HNO noch irgenteine Idee hat...ich bezweifele es leider und kann deshalb nur versuchern möglichst eisern am Entzug festzuhalten und hoffen, dass mein andere Ohr nicht auch noch Probleme macht.
Schlaf ist derzeit konstant nur Vormittags möglich und je weniger ich schlafe desto schlimmer ist das Ohr. Es ist einfach zum verrücktwerden, da kaum eine Aktivität noch möglich ist.
Und jetzt muss ich schauen, was mein Körper zur weiteren Reduktion sagt. Der letzte Schritt hat mich ja ziemlich aus der Bahn geworfen.

MFG
0816
Psychische Probleme seid Kindesalter mit unterschiedlicher Manifestation. Verschiedene Diagnose wobei ich eigentlich nur eine Angststörung als wirklich treffend ansehe.

Einnahme von Zolpidem als Schlafmittel seit 18. Lebensjahr. Zunächst 5 mg, später 10 mg.
2004 psychischer Zusammenbruch mit traumatischer Psychatrieerfahrung. In Psychatrie hohe Dosen Lorazepam erhalten. Mehrere Jahre Psychotherapie und Versuche mit etlichen Antidepressiva. Antidepressiva haben bei mir weder wirkliche Wirkung gezeigt noch Absetzprobleme bereitet. Letzte Einnahme ca. 2010
Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
Absetzversuch Zolpidem mit Substitution mit Oxazepam gescheitert, ebenso kalter Entzug aufgrund erneuter Hörstürze in Zusammenhang mit fehlendem Schlaf.

Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 Tropfen Diazepam, 6 Tropfen Atosil
zur Zeit: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil
seit 9.10.18: 4 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
30.10.18 3,5 mg Diazepam, 7 Tropefen Atosil + 3 Bedarf
19.11.18 3,0 mg Diazepam, 7 Tropfen Atosil + 3 Bedarf extreme und Ohrprobrobleme
04.12.18 2,5 mg Diazepam 7 Tropen Atosil
26.12.18 2,0 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil
17.01.18 1,5 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil

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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Ululu 69 » Mittwoch, 21.11.18, 13:16

Hallo 0816,

wenn du so arge Probleme hast und dich nach dem letzten Schritt noch gar nicht stabilisieren konntest, macht es in meinen Augen Sinn, eine Absetzpause einzulegen.
Stress ist der häufigste Grund für Hörstürze aber das weißt du sicher selbst.

Ich bin gespannt, was die Überprüfung beim Ohrenarzt ergibst.

LG Ute
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Sonntag, 09.12.18, 6:10

Hallo,
ich habe mich jetzt länger nichtmehr gemeldet, da mich der HNO-Besuch zunächst ultimativ frustriert hat. Nach mehr als einer Stunde warten trotz Termins hatte der Arzt gerade kaum Zeit für mich und hat sich mein Problem nichtmal ausführlich schildern lassen.
Der Hörtest war wie zu erwarten zu katastrophal wie nie zu vor.
Eine wirkliche Behandlung ist nicht möglich. Ich habe mal wieder Betavert bekommen, die ich aber schon während der Entstehung der neueren Probleme genommen habe und die nichts in den Griff bekommen haebn.
Danach folge eine absolut grausame Woche, die ich kaum aushalten konnte und dann von jetzt auf gleich eine Remission bezüglich der Ohres. Leider musste ich in der Woche zwei wichtige Termine bezüglich des ambulanten Bewo absagen, da ich mich nicht in der Lage gesehen habe, das Haus zu verlassen.
Außerdem war mein Schlafrhytmus entgültig außer Fugen. Deshalb habe ich nach der Remission jetzt versucht den Schlafrhytmus mit Gewalt nach hinten zu schieben, indem ich jeden Tag 4 Stunden später schlafen gegangen bin.
Leider hat das auch nur bedingt funktioniert, da ich diese Woche einen Tag gar nicht geschlafen habe und seit zwei Tagen zwar um 20/21 Uhr einschlafe allerdings nach 5 Stunden wach werde und nichtmehr einschlafen kann.

Im Moment bin ich jeden Tag unsäglich müde. Außerdem habe ich eine Überweisung in die Ambulanz des örtlichen Krankenhauses wegen der Ohrprobleme, die momentan sich aber so stark abgeschwächt haben, dass die Diagnostik dort eigentlich nicht sinnvoll ist. Trotzdem werde ich wohl Montag mal hingehen.
Ich bin psychisch fast soweit, dass mir eine komplette Ertaubung des linken Ohrs als einzige dauerhafte Alternative erscheint. Der mehrwöchige Horror, den ich diesbezüglich hinter mir habe, hat mir jedes Vertrauen in meinen Körper genommen und depremiert mich mehr als alles andere, da ich weiß, dass die Probleme jederzeit wieder auftreten können und ich bei heftigen Attacken einfach nichts kann, sodass jegliche Planung unmöglich macht.
Meine Existenz hier ist momentan einfach nur schwer zu ertragen. Die Kombination aus partieller Schlaflosigkeit, ständiger Angst vor dem Ohr und der absoluten Sinnlehre meines Daseins macht es mir sehr schwer irgenteine Art von Hoffnung zu haben.

Trotzdem bin ich bei meinen geplanten Reduktionsschritten geblieben und jetzt auf 2,5 MG Diazepam. Ich hätte wohl diesen Schritt nicht gehen sollen, da die Durchschlafprobleme wohl mit der weiteren Reduktion zusammenhängen aber nach mehreren Tagen wieder aufzudosieren ist ja auch eher unklug. Ich hoffe nur, dass mein Körper sich irgentwann den Schlaf holt, dessen Fehlen er mir jeden Tag durchgängig signalisiert.
Mir fehlt momentan jeglicher Lebensmut und es gibt nur wenige Stunden am Tag, die erträglich sind.

MFG
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Clarissa
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 09.12.18, 6:40

Guten Morgen, 0816.

Was Du schilderst, ist leider nicht unnormal für einen Benzoentzug und erinnert mich an meine Anfangszeit.

Ich wollte Dir dalassen, daß es wieder besser wird, aber eben über einen längeren Zeitraum, der viel Geduld und Durchhaltevermögen von Dir einfordert.

Ich für meinen Teil bin fest davon überzeugt, daß weitere PP-Einnahme auf Dauer nur Schaden anrichtet und möchte jeden ermutigen, sich davon zu befreien - auch wenn es dauert und ein langer Atem nötig ist.

Alles Gute und teilnahmsvolle Grüße von Clarissa.
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-Rentnerin letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen; Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 4 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei.

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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 09.12.18, 17:21

Hallo 0816,

Schlafentzug ist grausam und Folter.
Jeder, der das erlebt hat, weiß, wovon du sprichst.
Ich halte es für wahrscheinlich, dass der fehlende Schlaf auch einen Anteil an deiner schlechten Grundstimmung hat.
Ich denke aber schon, dass sich dein Schlaf wieder einpendeln wird, es kann eben leider dauern.
:cry:
Am besten kommen hier im Forum jene Menschen damit klar, die den schlechten Schlaf, zumindest vorübergegehend, für sich akzeptieren und annehmen können.
Das ist schwierig, das ist mir schon klar. Verkrampftversuchen einzuschlafen führt aber leider oft zu dem genauen Gegenteil.
:frust:
Wenn sich dein Gehör von Zeit zu Zeit wieder verbessert ist das doch grundsätzlich schon mal ein sehr gutes Zeichen. Das bedeutet doch, dass nichts nachhaltig kaputt gegangen ist.
:hug:
Ich denke, es wäre für dich wichtig und hilfreich, wenn du eine Möglichkeit finden könntest, dich von deinen Problemen auch mal abzulenken.
Gibt es etwas, was du gern tust ?
Es gibt ja zum Beispiel im Internet auch einige Möglichkeiten, wenn du zur Zeit das Haus nicht verlassen kannst.
Da du ja, wie du oben schreibst, kaum Sozialkontakte hast, fände ich es wichtig, dass du dich mit irgendetwas beschäftigst und eventuell etwas Struktur in deine Alltag bringst.
Oftmals bessern sich dann auch die Schlafprobleme.

Vielleicht besteht ja auch die Möglichkeit, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen. Der Austausch mit anderen Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht oder ähnliche Probleme haben, kann sehr hilfreich sein.

LG Ute
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Sonntag, 09.12.18, 18:42

Hallo Clarissa und Ute,
vielen Dank für eure Antworten.

Ich versuche den schlechten Schlaf schon so gut es geht anzunehmen. Leider macht mir das aufwachen mitten in der Nacht momentan deutlich mehr zu schaffen als meine bisherigen Einschlafstörungen, da ich ab Mittag zu nichts mehr zu gebrauchen bin. Ich habe es die letzten beiden Tage so gehalten, dass ich um 2 bzw. 4 Uhr morgens aufgestanden bin, weil es keinen Sinn mehr gemacht hat sich ständig im Bett hin und herzudrehen.
Die Vormittage waren noch halbwegs aushaltbar aber die Nachmittage waren dann echt hart. Und ich möchte eigentlich vermeiden mich mittags hinzulegen, da ich dann wieder in einen komplett kaputten Schlafrhytmus komme, den ich ja gerade versucht habe zu korrigieren.
Heute war ich Nachmittags in einer kurzen Regenpause mal kurz vor der Tür. Hoffentlich wird das Wetter wieder stabiler, dass zumindestens kurze Spaziergänge wieder möglich sind.

Das fatale an der Ohrproblematik ist, dass ich aus Erfahrung weiß, dass eine Verbesserung bei mir meistens nicht von Dauer ist sondern nur eine paar Tage oder wenige Wochen hällt und dann wieder umschlägt. Es wird von Mal zu Mal schwerer darauf zu vertrauen, dass eine spontane Verbesserung länger anhällt und die Schwankungen verhindern das sinnvolle Aufsuchen von Ärzten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mir meine Krankenhausüberweisung nichts bringen wird, da die Hörminderung momentan nicht stark genug ist, dass sich die Ärzte drum kümmern - trotz des fatalen Hörtests von vor zwei Wochen.
Wie gesagt wäre es mir langsam am liebsten die Hörfähigkeit auf dem einen Ohr komplett zu verlieren um die Schwankungen nicht ständig zu haben. Nach einem Hörsturz ist der Hörverlust das geringste Problem für mich. Viel schlimmer sind die ständigen Schwankungen und die verzerrte Geräuschwahrnehmung, die jeden Aufenthalt vor der Tür zur Qual macht.
Aber ich kann wohl nur abwarten wie es weiter geht.
Die letzten Wochen vor der Verbesserung waren jedenfalls die absolute Hölle und ein solcher Zustand lässt kein halbwegs erträgliches Leben zu.
Das schlimme an der Sache ist auch, dass ich nicht wirklich weiß ob es einen Zusammenhang zur Medikamentensituation gibt oder nicht. Ich glaube eigentlich nicht an einen Zusammenhang, kann ihn aber auch nicht ausschließen.

Hobbys sind schwierig....das was am besten funktioniert sind Computerspiele, die aber voraussetzen, dass ich ausreichend schlafe. Ansonsten kann ich mich dafür nicht genug konzentrieren.
Bücher und Filme haben in den letzten Jahren leider die Eigenschaft entwickelt mich sehr leicht zu triggern und meine Stimmung noch mehr zu verschlechtern. Da geht nur ganz wenig. Bei Büchern funktionieren primär komplexe Sachbücher, für die meine Konzentration im Moment tagsüber nicht ausreicht.

Wenn mein Ohr mich diese Woche in Ruhe lässt muss ich dringend den Faden mit dem ambulanten betreuten wohnen wieder aufnehmen. Leider habe ich diesbezüglich zwei Termine absagen müssen, weil ich mir einfach nicht zugetraut vor die Tür zu gehen. Daher ist auch eine Selbsthilfegruppe momentan schwierig. Ich kann eigentlich immer erst morgens entscheiden was am jeweiligen Tag möglich ist. Während man die Müdigkeit noch irgentwie für ein paar Stunden beiseiteschieben kann, geht das bei einem amoklaufenden Ohr einfach nicht, wenns absolut akut ist - erst recht nicht wenn das Ganze mit fehlendem Schlaf zusammenfällt.

Ich frage mich wie ich jemals einen Weg für mich finden soll, wenn es unmöglich ist Tage im voraus zu planen.

Es bleibt mir momentan nur zu hoffen, dass sich mein Körper an die fehlenden 0,5 mg Diazepam gewöhnt und ich irgentwann das Schlafloch mal ein wenig aufholen kann.

Ich habe aber immer mehr Angst vor den nächsten Wochen. Die Reduktion bis hin zu 4 mg Diazepam ging eigentlich recht gut aber jetzt wird jeder Schritt schwerer und ich weiß eben nicht sicher, wie sehr die Eskalation meiner Ohrprobleme auf den Entzug zurückzuführen ist.
Dazu wurde ich von einem Gesprächspartner vom betreuten Wohnen daraufhingewiesen, dass der Benzoentzug seiner Erfahrung nach erst ab 2,0 mg Diazepam richtig schwierig wird. Wenn das stimmt, werden mir noch sehr unangenehme Monate bevorstehen.
Aber meine Motivation durchzuhalten ist noch vorhanden, weil es letztlich der einzige Weg in ein dauerhaft halbwegs erträgliches Leben sein kann.

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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Samstag, 15.12.18, 13:43

Hallo,
um mal etwas positives berichten zu können: Ich habe tatsächlich eine recht gute Woche hinter mir. Die letzten beiden Tag habe ich wieder mehr geschlafen und mein Ohr gibt momentan auch weiterhin Ruhe auch wenn ich das Damoklesschwert nie los bekomme.
Die letzten drei Tage war ich jeweils 2 Stunden spazieren, sogar tagsüber, was für mich in meiner momentanen Verfassung schon ein kleiner Erfolg ist. Meine Einschlafzeit lag diese Woche durchgängig zwischen 22 Uhr und 2 Uhr. Hoffentlich kann ich den Rhytmus halten, da er mir erlaubt Termine zu normalen Zeiten zu vereinbaren und auch im Winter Tageslich mitzubekommen, was ja hinsichtlich der Stimmung durchaus förderlich sein soll.

Außerdem hatte ich Montag ein Gespräch bezüglich des ambulanten betreuten wohnens. Leider bin ich mir sehr unsicher ob der Ansatz für mich passend ist, weil ein Auszug innerhalb eines Jahres absolute Bedingung ist und ich momentan nicht sicher weiß, ob der Weg der richtige ist. Aber manchmal muss man wohl einem Weg folgen, selbst wenn man ihm nicht völlig vertraut und subjektiv arg viele Steine im Weg liegen.
Ab März könnte die Betreuung dort starten und Ziel wäre ein Umzug in eine andere Stadt und damit ein Neuanfang. Wenn alles nach Plan läuft wäre ich zu diesem Zeitpunkt dann auch Diazepamfrei, wobei es momentan eher fraglich ist, ob ich mein Tempo durchhalten kann, weil die beiden letzten Reduktionsschritte deutlich schwerer waren als die bisherigen.

Mit einem Paradoxom muss ich irgentwie klarkommen: Wenn es mir besser geht und meine Erkrankung weniger im Vordergrund steht, fällt es mir noch schwerer nicht in negative Grübelspiralen zu rutschen, da ich mir immernoch nicht vorstellen kann, wie sich aus meiner Situation ein halbwegs glückliches Leben entwickeln kann. Die Spaziergänge sind die besonders schwierig, obwohl ich bei ihnen Hörbücher höre. Die Situation ist einfach zu hoffnungslos. Immerhin konnte ich gestern und heute ohne allzu große Probleme Computerspielen und so die Gedankenkreisläufe durchbrechen.

Nächste Woche steht ein letztes Gespräch mit meiner früheren Therapeuten an bevor dieser in Rente geht.
Weitere Reduktionsschritte werde ich wohl bis nach Weihnachten verschieben. Speziell meiner Mutter ist Weihnachten wichtig und wer weiß wie viele Weihnachtsfeste wir noch zusammen haben werden. Letztes Jahr hatten wir beiden einen Novo-Virus und ein entsprechend tolles Weihnachtsfest. Diese Jahr möchte ich das beste aus den Tagen machen auch wenn mich Weihnachten mit 2 Personen schon seit Jahren depremiert. Wenn ich vorher weiter reduzieren würde, wären die Chancen auf ein gelungenes Weihnachtsfest sehr gering.

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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Jamie » Samstag, 15.12.18, 17:43

Hallo o816, :)

was ist das denn für ein komisches ambulantes betreutes Wohnen? :?
Wieso ist ein Auszug Bedingung?
Könntest du das etwas näher erörtern?

Ich muss noch mal nachfragen - lebst du bei deiner Mutter / Familie?
Wenn ja: willst du das?

Mein Sozialarbeiter (ambulantes betreutes Wohnen) hat mir noch nie irgendwelche Bedingungen gestellt außer dass ich mitarbeiten muss an meinen Zielen, was ich ja selber will und dass wir uns in gewissen Abständen sehen.
Mich unter Druck zu setzen - das geht gar nicht. Da würde ich nicht mitmachen; Druck macht mich krank.

Wenn du das Gefühl hast von außen wird dir etwas auf-oktroyiert, dann ist das nicht gut.
Oder ist an dem Vorschlag auch was Positives oder Interessantes?

Viele Grüße
Jamie
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Samstag, 15.12.18, 18:49

Hallo Jamie,
nochmal zur Klarstelung:
Ich lebe noch zu Hause bei meiner Mutter und möchte da mittelfristig schon raus. Das Problem ist, dass ich mir wirklich nicht sicher bin, ob der schnelle Auszug als erster Schritt wirklich so klug ist.

Die Situation ist folgende: Meine Mutter ist Ende 70 und ich weiß, dass die Situation wie sie sich momentan darstellt nicht dauerhaft stabil sein kann. Allerdings möchte ich, wenn ich hier ausziehe unbedingt einen Ortswechsel. In meiner Heimatstadt gibt es zu viele Zonen, die mich triggern und für mich ein No-Go sind. Es laufen zu viele Menschen durch die Stadt, denen ich keinesfalls begegnen möchte was meinen Bewegungsradius stark einschränkt. Deshalb ist der Wunsch nach einem Ortswechsel und der damit einhergehenden Annonymität stark. Meine Mutter lässt sich aber in ihrem Alter nicht mehr verpflanzen ;), sodass ein Auszug mittelfristig notwendig ist.

Die Frage ist nur die Reihenfolge der Maßnahmen. Ich weiß, dass ich irgentwie auf eigenen Beinen stehen muss. Dazu gehört für mich eine Form der Berufstätigkeit und auch selbsständiges wohnen.
Die Idee mit dem ambulanten betreuten Wohnen kam von meinem ehemaligen Psychotherapeuten, den ich ursprünglich wegen einer Empfehlung eines neuen Therepeuten aufgesucht habe.
Leider ist aber Voraussetzung für das ambulante betreute Wohnen bei Menschen, die noch zu Hause leben, dass als Primärziel zunächst der Auszug angepeilt wird bevor es um andere Ziele geht. Das wird wohl vom Kostenträger so vorgegeben und wurde im Vorgespräch stark betont.
Ob diese Reihenfolge für mich so gut ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich weiß auch nicht wie schnell ein Auszug für mich realisierbar ist. Beim Vorgespräch, dass ich diese Woche hatte, wurde betont, dass der Auszug das vorrangige Ziel wäre und innerhalb eines Jahres erfolgen sollte. Das baut für mich einen gewissen Druck auf bei dem ich noch nicht weiß, ob ich ihm gewachsen bin. Wie ich z.B. eine akute Hörsturzsituation alleine durchstehen soll, kann ich mir momentan nicht vorstellen.

Mein bisher einziger Versuch alleine zu leben ist schon lange her (mit Anfang 20 für ein Jahr) und hat schon damals nicht zufriedenstellend funktioniert. Daher habe ich ziemlichen Respekt vor dem Ziel. Eine neue Psychotherapie wäre vielleicht der bequemere Ansatz gewesen, allerdings haben meine bisherigen Therapieversuch wenig positives bewirkt.
Ich brauche jedenfalls dringend irgenteine Form von Hoffnung in Bezug auf meine Zukunft. Mein ehemaliger Psychologe denkt wohl, dass das ambulante betreute Wohnen der beste Weg ist mir eine Perspektive zu schaffen und ich will mich deshalb darauf einlassen obwohl mir eine etwas ergebnisoffenere Betreuung lieber wäre. So hätte ich z.B. durchaus etwas für sich erst einmal zu versuchen sich darüber klarzuwerden, was beruflich möglich ist. Aber dazu muss ich erstmal den Entzug zuende bringen.

Die Perspektive für die ich 10 Jahre gelebt habe ist tot - da gibt es keinen Weg zurück mehr. Mit meinem ehemaligen Freundeskreis komme ich nicht mehr klar. Nach mehr als drei Jahren des kompletten Abtauchens fehlen dort einfach Gemeinsamkeiten, die sich sowiso stark auf die Studiensituation gefußt habe. Ich muss mir praktisch mit Mitte 30 aus dem nichts einen lebenswerten Zustand schaffen ohne ein stabiles soziales Umfeld und Menschen auf die ich mich verlassen kann und weiß nicht wirklich wie dieser Aussehen soll. Erst seit ich den Zusammenhang zwischen den Zolpidem und meinem körperlichen Zustand herstellen konnte, habe ich ein wenig Lebesmut gefasst. Vorher war ich mir eigentlich sicher, dass meine Situation über kurz oder lang im Suizid enden würde, weil ich keinerlei gesundheitliche Stabilität hatte - weder psychisch noch körperlich.
Jetzt habe ich meine Einstellung zum Leben insofern verändert als das ich versuchen möchte ein Leben zu finden, dass sich meinem körperlichen Zustand anpassen kann und dabei versuchen psychisch damit zurechtzukommen, dass ich ein Leben führen muss, dass meinen ehemaligen Ansprüchen an ein lebenswertes Leben in keiner Form gerecht werden kann.
Momentan gibt mir die Entzugshoffnung Kraft, da ich glaube, dass zumindestens ein zentraler Teil meiner körperlichen Baustellen mit einem erfolgreichen Entzug wieder ins Lot kommt und ich die Hoffnung habe, dass ich ohne Psychopharmaka besser klarkomme als bisher.

Insofern hat die Idee mit dem ambulanten betreuten Wohnen schon etwas für sich, weil ich Hilfe dabei brauche mir einen Zukunftsplan zu bauen, der einerseits durchführbar ist und andererseits einen Rest Lebensqualität beinhaltet. Die Diskussionen mit meiner Mutter drehen sich im Kreis und ansonsten habe ich abseits der Ärzte keine Sozialkontakte.
Ob ich mich vollständig mit dem Konzept anfreunden kann beurteile ich von Tag zu Tag anders. Meine Stimmung ist sehr instabil und lässt sich sehr leicht negativ triggern. Allerdings ist ein einfaches weiter so keine wirklich Option, weil mir klar ist, dass mir momentan nur der Suizid bliebe wenn meiner Mutter etwas zustoßen sollte oder sie den Alltag nicht mehr managen könnte. An dieser Situation muss sich etwas ändern, ansonsten könnte ich mir die Entzugsbelastung auch sparen und mich mit Diazepam einrichten bis es zu Ende geht.

Sorry, dass ich jetzt wieder so einen Roman geschrieben habe....mir fällt es momentan schwer mich kurz zu fassen.

MFG
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Psychische Probleme seid Kindesalter mit unterschiedlicher Manifestation. Verschiedene Diagnose wobei ich eigentlich nur eine Angststörung als wirklich treffend ansehe.

Einnahme von Zolpidem als Schlafmittel seit 18. Lebensjahr. Zunächst 5 mg, später 10 mg.
2004 psychischer Zusammenbruch mit traumatischer Psychatrieerfahrung. In Psychatrie hohe Dosen Lorazepam erhalten. Mehrere Jahre Psychotherapie und Versuche mit etlichen Antidepressiva. Antidepressiva haben bei mir weder wirkliche Wirkung gezeigt noch Absetzprobleme bereitet. Letzte Einnahme ca. 2010
Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
Absetzversuch Zolpidem mit Substitution mit Oxazepam gescheitert, ebenso kalter Entzug aufgrund erneuter Hörstürze in Zusammenhang mit fehlendem Schlaf.

Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 Tropfen Diazepam, 6 Tropfen Atosil
zur Zeit: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil
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seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
30.10.18 3,5 mg Diazepam, 7 Tropefen Atosil + 3 Bedarf
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Ululu 69 » Samstag, 15.12.18, 19:49

Hallo 0816,

ich halte es auch nicht für gut, dass man dich quasi zum Auszug bei deiner Mutter zwingen möchte und ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht, welchen Vorteil das im Moment für dich haben soll.
Deine Mutter ist dein einziger sozialer Kontakt, warum will man dir den jetzt auch noch nehmen.

Ich fände es sinnvoller, dir eventuell dabei zu helfen, Kontakt zu anderen Menschen zu suchen und dich so auch unabhängiger von deiner Mutter zu machen.
Wie fit ist deine Mutter? Kannst du nicht so argumentieren, dass du sie nicht alleine lassen kannst ?

Dass man nicht das Leben lebt, das man sich für sich selbst ursprünglich einmal vorgestellt hat, geht wohl sehr vielen Menschen so . Ich selbst bin mit 18 schwanger geworden. Das hatte ich mir so ganz gewiss auch nicht vorgestellt. :wink:
Aber Hey, es ist alles gut geworden. Anders als geplant aber gut.
Es gibt immer noch Wege, zu jeder Zeit und auf jeden Fall mit Mitte 30. :)
Du kommst hier sehr reflektiert und sympathisch rüber, warum solltest du im echten Leben keine sozialen Kontakte knüpfen können. Ich denke, du bräuchtest vielleicht nur etwas Unterstützung.
Dir scheint es im Moment etwas besser zu gehen, du klingst auf jeden Fall etwas positiver und zuversichtlicher.
Du bist selbstreflektiert und kannst dich gut artikulieren, ich kann mir bei dir vorstellen, dass du wirklich von einer Selbsthilfegruppe profitieren könntest.
In meinem Landkreis findet man auf der Internetseite der Kreisverwaltung eine Übersicht über alle bestehende Selbsthilfegruppen mit den entsprechenden Ansprechpartnern.
Ich wünsche dir und deiner Mutter eine schöne Vorweihnachtszeit.

LG Ute
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Sonntag, 16.12.18, 9:25

Hallo Ute,
zwingen ist mir als Wort etwas zu hart. Ich möchte wie gesagt perspektivisch schon selbstständig leben und auch aus der Stadt raus. Mein Problem eher die vorgegebene Reihenfolge der Hilfe und der damit entstehende Druck in eine Richtung. Aber vielleicht brauch ich den Druck auch um eine Veränderung zu erreichen. Es ist ja wie gesagt auch weniger die Schuld der handelnden Personen als eine Vorgabe des Kostenträgers. Wenn ich das Ziel des Auszuges nicht hätte, wäre die Maßnahme die falsche und ich müsste mich wieder umorientieren. Daher denke ich momentan, dass ich den Weg erstmal gehen werde. Es entsteht ja kein kompletter Automatismus und ein Ausstieg ist ja immer möglich. Ängste entstehen leider trotzdem und ich hoffe, dass hier ein Platz ist, wo ich sie auch weiter abladen kann ohne das mein Jammern zu sehr nervt ;)

Das Thema soziale Kontakte ist für mich wohl die größte Herausforderung, weil ich diesbezüglich nicht wirklich weiß was ich will. Einerseits brauchen Menschen den Austausch mit anderen. Andererseits haben mir meine sozialen Kontakte im Leben auf Dauer immer mehr Schmerzen bereitet als mir geholfen. Ein Übermaß an sozialen Kontakten ist jedenfalls nicht mein Ziel, weil das für mich nicht händelbar ist. Ich vergleiche mich viel mit anderen und wenn das eigene Leben in keinem Bereich auch nur ansatzweise so funktioniert wie das der anderen werden soziale Kontakte schnell zur Qual. Ich habe die Tendenz regelmäßig absolute Tabalu Rasa in Bezug auf Sozialkontakte zu machen. Ich habe schon dreimal alle bestehenden Sozialkontakte abgebrochen und habe es nie geschafft mich in einer psychischen Krise auf andere Menschen zu verlassen als auf meine Mutter.

Ich möchte schon im Prinzip ein eher zurückgezogenes Leben aber eine komplette Vereinsamung ist auch schwer auszuhalten. Es ist einfach sehr schwierig mir aus meiner momentanen Situation ein lebenswertes Leben vorzustellen, weil so viel nicht geht. Meine Idealvorstellung momentan ist momentan Halbtagsjob, Hund und ausgewählte Sozialkontakte, die mir nicht weh tun und sich nicht in völlig anderen Spären bewegen. Wie ich da hinkommen soll ist mir aber leider nicht wirklich klar.

Aber jetzt muss ich erstmal aufhören zu jammern.....immerhin habe ich jetzt die dritte Nacht in Folge ordentlich geschlafen und werde versuchen die Tage halbwegs zu genießen an denen sich sowohl Ohr als auch Schlaf so verhalten, dass es möglich ist ;)

Heute werden erstmal weiter Weihnachtsplätzchen gebacken und danach kann ich mich am PC ablenken. Das ist besser als mein Leben an den meisten Tagen der letzten zweieinhalb Jahre war und muss auch mal gewürdigt werden.

MFG
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 16.12.18, 9:52

Hallo, 0816.

Das finde ich aber auch: so schlecht liest sich das gar nicht :) !

Ich führe übrigens so ein ähnliches Leben, wie es Dir vorschwebt - b.a. den Halbtagsjob :wink: .
Ich fühle mich nicht einsam. Zu viele sozialen Kontakte stressen mich leider immer noch.
Ich versorge mich selbst und kann dafür wieder Auto fahren. Durch den Hund komme ich unter Leute, einige wenige Freunde habe ich auch. Die allerdings mein zurückgezogenes Leben oft nicht ganz verstehen, ich klage kaum und komme offenbar gesünder rüber, als ich mich fühle. Ich mache vieles mit mir selbst aus hinter geschlossener Tür.

Aber ich finde, man kann ganz gut so leben. In der Hoffnung auf weitere Verbesserungen zudem!

Alles Gute und VG von Clarissa.
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früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-Rentnerin letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen; Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 4 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei.

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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Mittwoch, 19.12.18, 13:39

Hallo,
ich hatte gestern nochmal ein letztes Psychologengespräch und werde mich auf das ambulante betreute Wohnen einlassen. Mal ehemaliger Pschotherapeut meinte ich solle auf ein schnelles Erstgespräch mit dem Betreuer drängen und wenn dies nicht möglich ist nochmal andere Anbieter anrufen und mich erkundigen, da es wohl sehr wichtig sei mit der Person des Betreuers klarzukommen.
Danach war ich noch mit meiner Mutter auf dem Friedhof um unsere Familiengräber weihnachtsbereit zu machen....soweit war der Tag recht gelungen.
Leider bin ich Nachmittags aber wieder sehr ins grübeln verfallen. Ich kann mich mit meiner derzeitigen Lebenssituation einfach sehr schlecht abfinden und es fällt mir jeden Tag schwer noch vorne zu schauen. Häufig wünsche ich mir einfach nur ein schnelles Ende. Ich versuche gegenzusteuern indem ich mich beschäftige aber manche Beschäftigungen triggern die negativen Gedanken besonders stark und je mehr ich mich mit meiner Zukunft beschäftige desto fatalistischer fallen die folgenden Grübelattacken aus. Ich realisiere einfach zu stark was ich an Berufchancen verloren habe und wie armselig mein Leben in weiten Teilen ist.
Abends habe ich es geschafft mich dank meiner PC Spiele wieder besser "einzufangen".

Leider driftet mein Schlafrhytmus wieder unaufhaltbar nach hinten. Gestern konnte ich wieder erst gegen 3 Uhr einschlafen und habe dementsprechend auch heute bis halb 11 geschlafen.
Morgen werde ich wohl um den Wecker nicht herumkommen, wenn mein Schlafrhytmus nicht wieder komplett crashen soll.
Aber immerhin bekomme ich noch halbwegs Schlaf.

MFG
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Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
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18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
30.10.18 3,5 mg Diazepam, 7 Tropefen Atosil + 3 Bedarf
19.11.18 3,0 mg Diazepam, 7 Tropfen Atosil + 3 Bedarf extreme und Ohrprobrobleme
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Donnerstag, 27.12.18, 13:22

Hallo,
ich habe Weihnachten überstanden was schonmal gut ist. Leider war der Schlaf weniger gut über die Tage. Mein Körper will wieder nicht vor 4 Uhr schlafen. Ich versuche konsequent um 10 aufzustehen um meinen Tag/Nacht Rhytmus nicht wieder komplett zu zerschießen.
Das macht die Tage eher anstrengend.

Leider vertrage ich momentan weder schweres Essen Abends (an Weinachten unglücklich) noch Alkohol (an Weihnachten noch schlimmer). Wenn ich Alkohol trinke verschlimmert sich das Trockenheitsgefühl in meinen Atemwegen so stark, dass schlafen fast unmöglich ist. Ich glaube auch nicht an einen Zusammenhang mit den Psychopharmaka und werde wohl mit diesen Erscheinungen ein Leben lang leben müssen. Leider lösen bereits gerige Mengen Alkohols hier eine Verschlechterung aus. Zwei Gläser Weinschorle zum Essen und ein kleines Glas Bayleys danach führt bereits zu einer sehr unangenehmen Nacht wie ich Heiligabend feststellen durfte.

An Heiligabend fühle ich meine Einsamkeit am stärksten. Das Problem habe ich aber schon seit mehr als 10 Jahren, da ein Heiligabend nur mit meiner Mutter einfach stark von dem abweicht, was ich mir immer gewünscht habe. Davor hatten wir immernoch meine damals hochbetagten und schwer pflegebedürftigen Großeltern da. Zwar war Weihnachten dadurch früher sehr anstrengend aber letztlich hatte man am Ende ein Familiengefühl und hat sich über jede Geste gefreut, die zeigt, dass man die alten Menschen wenigstens für einige Momente aus ihrem traurigen Alltag und ihrer eigenen Gedankenwelt holen konnte. Jetzt sind sie seit mehr als 10 Jahren tot und Weihnachten ist einsam. Manchmal frage ich mich, ob mein Leben mit Geschwistern auch so gescheitert wäre wie es nun ist. Die Kombination aus alten Eltern und fehlenden Geschwistern war von Beginn an sicher nicht günstig.

Immerhin haben wir lecker gegessen und ich mag es gemeinsam zu kochen. Leider merke ich meiner Mutter das Alter von Jahr zu Jahr mehr an, was meine Verzweiflung stärkt aber auch meine Initiative etwas an der jetzigen Situation zu ändern.

Jetzt muss noch Sylvester überstanden werden. Als ich vor 5 Jahren Sylvester allein zu Hause nur mit einer Flasche Whisky verbracht habe, dachte ich ein Tiefpunkt sei erreicht. Nun ist seit 2-3 Jahren auch der Alkohol als Fluchtmittel nichtmehr vorhanden. Zum Glück ist meine Mutter dieses Jahr da und so wird auch der Tag vorbei gehen. Angst habe ich aber vor der Zeit, in der ich solche Tage ganz allein verbringen muss und noch nichtmal die klassisch männliche Alkoholflucht als Ausweg bleibt.

Gestern Abend habe ich mit meiner Diazepamreduktion weitergemacht und bin gespannt wie ich mit 2 Mg zurechtkomme. Die erste Nacht war wie die Nächte davor und auch heute habe ich bisher keine besonderen Entzugssymptome aber das hat die letzten Male auch ein paar Tage gedauert bis sich mein Körper über die gerigere Dosis beschwert hat. Drückt mir die Daumen, dass die Entzugssymptome nicht zu heftig ausfallen.

Immerhin geht es mir dieses Jahr gesundheitich schon ein wenig besser als letztes Jahr zur Weihnachtszeit. Vielleicht gelingt es mir im nächsten Jahr zumindestens das Thema Benzos und Atosil endlich hinter mir zu lassen und zu Ansätze zu finden, die mich aus den Trümmern meiner Lebens zu etwas hinführen was ich eher für mich akzeptieren kann als die derzeitige Situation. Immerhin weiß ich, dass Teile meiner gesundheitlichen Probleme durch die Schlaftabletten verursacht waren, was ich letztes Jahr zu diesem Zeitpunkt nur vermuten konnte und der Umstief auf Diazepam ermöglicht mir immerhin wieder überhaupt an eine Zukunft zu denken.

Ich hoffe ihr hattet ein (vor allem psychisch) erbaulicheres Weihnahtsfest.

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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Ululu 69 » Samstag, 29.12.18, 16:46

Hallo 0816,

die Weihnachtsfeiertage sind für Viele eine echte Herausforderung.
Natürlich für Menschen, die sich einsam fühlen, aber auch für Menschen wie mich, die eine riesige Familie haben und von Einem zum Nächsten hetzen und jede Menge essen. :lol: :sick:

Immerhin hast du noch deine Mutter, bist also nicht ganz alleine. :hug:

Ich drücke dir die Daumen, dass dein Reduktionsschritt möglichst symptomfrei von statten geht.
Mit Alkohol solltest du beim Benzoentzug vorsichtig sein, am besten komplett darauf verzichten. Er dockt an die selben Rezeptoren im Gehirn an wie die Benzos und erschwert damit den Entzug.

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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Samstag, 29.12.18, 17:49

Hallo Ute,
leider befürchte ich, dass meine Alkoholunverträglichkeit nichts mit dem Entzug zu tun hat, weil ich mit den trockenen Atemwegen schon länger zu tun habe und die Verschlimmerung mit der Alkoholunverträglichkeit vor dem Entzug begonnen hat.
So bleibt mir wohl nichts anderes übrig als zu versuchen mir ein Leben zu bauen, bei dem das Bedürfnis nach gelegentlichen Besäufnissen nicht vorhanden ist ;)
Das komische war, dass die Wechselwirkung Alkohol/Zolpidem bei mir den Jahrzehnten der Einnahme nie Probleme gemacht hat.
Aber vielleicht bessert sich die Schleimhautbelastung ja bei kompletter Medikamentenfreiheit auch wenn ich das nicht glaube. Wobei dort wohl eher das Atosil der Übeltäter wäre und bis ich das raus habe, dauert es leider wohl noch etwas länger.

Die letzten Nächte nach der Reduktion waren jedenfalls akzeptabel. Die mehr als zwei Stunden Einschlafzeit nerven zwar sehr aber dann bekomme ich halbwegs genug Schlaf. Wenn ich mich nicht wecken würde, wäre sogar ausschlafen drin. Dann wäre aber der Schlafrhytmus wieder dahin. So sind es meist ca 6 Stunden.
Ansonsten halten sich die Symptome bisher in Grenzen.

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Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
Absetzversuch Zolpidem mit Substitution mit Oxazepam gescheitert, ebenso kalter Entzug aufgrund erneuter Hörstürze in Zusammenhang mit fehlendem Schlaf.

Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 Tropfen Diazepam, 6 Tropfen Atosil
zur Zeit: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil
seit 9.10.18: 4 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
30.10.18 3,5 mg Diazepam, 7 Tropefen Atosil + 3 Bedarf
19.11.18 3,0 mg Diazepam, 7 Tropfen Atosil + 3 Bedarf extreme und Ohrprobrobleme
04.12.18 2,5 mg Diazepam 7 Tropen Atosil
26.12.18 2,0 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil
17.01.18 1,5 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil

0816
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Samstag, 05.01.19, 10:55

Hallo,
leider hat sich meine letzte Reduktion wieder deutlich am Schlaf bemerkbar gemacht. Seit Neujahr habe ich jeden Tag mindestens 2-3 Stunden gebraucht um Schlaf zu finden und meine Schlafrhytmus ist wieder völlig kaputt, was mich auch psychisch immer mehr mitnimmt.
Heute habe ich mal wieder versucht die Notbremse zu ziehen und habe mich nach 4 Stunden wecken lassen.
Bisher bleibt zumindestens mein Ohr halbwegs ruhig auch wenn ich den unregelmäßigen Schlaf sofort spüre indem ich den Puls beim liegen auf dem angeschlagenen Ohr höre. Das war in der Vergangenheit nie ein gutes Zeichen aber bisher ist es nur ein Zeichen.
Ich hoffew, dass es mir gelingt heute Abend mal wieder vor 4 Uhr zu schlafen. Je unausgeschlafener ich bin desto schwieriger ist es für mich mein Gedankenkarussel zu bändigen und desto schwerer ist es die Tage durchzuhalten.
Ich hoffe, dass es mir dieses Jahr gelingt meinem Leben wenigstens ein wenig Sinn zu geben, denn dieses halbtote Leben was ich seit fast 4 Jahren führen ist einfach nur noch schwer auszuhalten, die Selbstbetäubung wird immer schwerer.

Eigentlich müsste ich ja schon bald wieder die nächste Dosisreduktion angehen aber ich werde wohl eher auf einen 4 Wochenrhytmus gehen müssen um zu sehen ob sich mein Körper wieder an regelmäßigeren Schlaf gewöhnen lässt.
Jedenfalls ist es sehr auffällig, dass ich jetzt in einem Dosisbereich angekommen bin, der die Reduktion deutlich komplizierter macht. Ich habe jetzt schon Angst vor den letzten Schritten Richtung 0, werde aber weiter am Ashton-Tempo festhalten und höchstens das Absetzintervall verändern. Wenn ich monatlich weitergehe dauert es noch bis April bis ich benzofrei bin und dann steht immernoch das Atosil an.

Wenn ich nur ein klares Bild vor Augen hätte wofür ich kämpfe......das fehlt mir die meiste Zeit einfach, da es so wenige realistische Träume in meinem Leben mehr gibt. Einen Zustand der wirklichen Zufriedenheit hatte ich so lange nicht mehr und wie ich zu einer eigentständigen Zukunft kommen soll, ist mir immernoch ein Rätsel.

MFG
0816
Psychische Probleme seid Kindesalter mit unterschiedlicher Manifestation. Verschiedene Diagnose wobei ich eigentlich nur eine Angststörung als wirklich treffend ansehe.

Einnahme von Zolpidem als Schlafmittel seit 18. Lebensjahr. Zunächst 5 mg, später 10 mg.
2004 psychischer Zusammenbruch mit traumatischer Psychatrieerfahrung. In Psychatrie hohe Dosen Lorazepam erhalten. Mehrere Jahre Psychotherapie und Versuche mit etlichen Antidepressiva. Antidepressiva haben bei mir weder wirkliche Wirkung gezeigt noch Absetzprobleme bereitet. Letzte Einnahme ca. 2010
Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
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Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
Absetzversuch Zolpidem mit Substitution mit Oxazepam gescheitert, ebenso kalter Entzug aufgrund erneuter Hörstürze in Zusammenhang mit fehlendem Schlaf.

Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
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seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
30.10.18 3,5 mg Diazepam, 7 Tropefen Atosil + 3 Bedarf
19.11.18 3,0 mg Diazepam, 7 Tropfen Atosil + 3 Bedarf extreme und Ohrprobrobleme
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Ululu 69
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 06.01.19, 21:50

Hallo 0816,

ich wünsche dir vorab noch alles Gute für 2019.
:)

Versuche einen Schritt nach dem anderen zu gehen und nicht zu weit in die Zukunft zu denken.
Im Großen und Ganzen lässt sich das Leben sowieso eher nicht langfristig planen.
Es tun sich immer wieder Wege und Umwege auf.
:)

Gehe vorerst das Benzo an und versuche zu Schlaf zu kommen.
Notfalls in deinem eigenen Rhythmus. Ich finde, das ist besser als gar nicht
Vor allem, wenn dein Ohr und dein Allgemeinzustand so unter der Schlaflosigkeit leiden.

Wenn du das geschafft hast, kannst du weiter sehen.

LG Ute
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Dienstag, 08.01.19, 7:10

Hallo,
ich bin mir momentan sicher, dass ich den Entzug nicht durchhalten werde. Hatte eine ganz grausame Nacht.....keine Sekunde Schlaf aber mein Gehirn ist mit mir Schlitten gefahren. Wenn das ganze Leben aus einer unendlichen Aneinandereihung des Scheiterns darstellt, ist es einfach nicht möglich ohne Tabletten zu leben. Leider war es in den letzten Jahren auch nicht möglich mit Tabletten zu leben.
Diese Nacht hat mich auf ein Gedankenkarussel bis zurück in Grundschulzeiten geführt und mir etliche Situationen vors Auge geholt, die einfach nur Schmerzen - komischerweise heute viel mehr als damals. Der Gedanke an welchen Punkten sich mein Leben hätte ändern können ist einfach nicht zu kontrollieren.
Momentan besteht keine Chance auf Schlaf obwohl die Zeit, in welcher ich gewöhnlich einschlafe schon überschritten ist. Mir stehen aufgrund meiner gesundheitlichen Situation keine Fluchtmöglichkeiten offen. Weder Alkohol noch irgentetwas schlaferzeugenden.
Wie soll ich das bloß länger aushalten ohne jede Hoffnung, dass mein Leben noch mal glückliche Momente erzeugen wird?
Meine Gedanken wandeln in solchen Nächten zu Plätzen, die keine Therapie wirklich erreichen konnte und wahrscheinlich niemals wird.
Ich bin der Situation einfach vollkommen hilflos ausgeliefert und sehne mich nach der Zeit als ich in solchen Situation mit Benzos künstlich Ruhe erzeugen konnte.
Hätte ich das Zeug doch niemals regelmäßig genommen.....dann hätte ich wenigstens in Nächten wie dieser eine Akutmaßnahme. Aber so ist mein Gehirn dermaßen kauputt, dass es nichts mehr gibt, was mir Erleichterung bringt.
Ich habe jede Nacht Angst davor überhaupt zu versuchen zu schlafen, kann aber auch nicht schlaflos bleiben, weil das auf Dauer mein Ohr triggert.
Von einem Leben ist jedenfalls nichts mehr übrig.

Jetzt versuche ich nochmal mich mit einem Hörbuch hinzulegen und hoffe inständig, dass ich noch ein paar Stunden Schlaf bekomme. Wenn mein Ohr wieder kippt, weiß ich entgültig nichtmehr wie ich die Lage auffangen soll. Dieses Leben ist ein einziges Trauerspiel....

MFG
0816
Psychische Probleme seid Kindesalter mit unterschiedlicher Manifestation. Verschiedene Diagnose wobei ich eigentlich nur eine Angststörung als wirklich treffend ansehe.

Einnahme von Zolpidem als Schlafmittel seit 18. Lebensjahr. Zunächst 5 mg, später 10 mg.
2004 psychischer Zusammenbruch mit traumatischer Psychatrieerfahrung. In Psychatrie hohe Dosen Lorazepam erhalten. Mehrere Jahre Psychotherapie und Versuche mit etlichen Antidepressiva. Antidepressiva haben bei mir weder wirkliche Wirkung gezeigt noch Absetzprobleme bereitet. Letzte Einnahme ca. 2010
Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
Absetzversuch Zolpidem mit Substitution mit Oxazepam gescheitert, ebenso kalter Entzug aufgrund erneuter Hörstürze in Zusammenhang mit fehlendem Schlaf.

Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 Tropfen Diazepam, 6 Tropfen Atosil
zur Zeit: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil
seit 9.10.18: 4 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
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30.10.18 3,5 mg Diazepam, 7 Tropefen Atosil + 3 Bedarf
19.11.18 3,0 mg Diazepam, 7 Tropfen Atosil + 3 Bedarf extreme und Ohrprobrobleme
04.12.18 2,5 mg Diazepam 7 Tropen Atosil
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Clarissa
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Clarissa » Dienstag, 08.01.19, 9:08

Hallo, 0816.

Vor diesm Dilemma stand ich auch: es ging schließlich nicht mehr mit und auch nicht ohne Benzo bzw. Z-Substanz. Bei mir führte es dazu, daß ich kurzzeitig versuchte, die Dosis zu steigern. Das machte mich völlig verbimmelt im Kopf und die Nebenwirkungen nahmen überhand - keine Option.

Auch deswegen habe ich damals die Flucht nach vorn angetreten.

Irgendwie habe ich diese Zeit überstanden und es gibt noch ein Leben für mich.

Die Schlaflosigkeit war ein Riesenproblem und quälte mich über lange Zeit. Mir brachte auch nichts Erleichterung, im Gegenteil, sodaß ich mich schließlich entschloß, die Finger von allen psychoaktiven Substanzen zu lassen.
So halte ich es immer noch.

Irgendwann konnte ich dieses Gedankenkarussell in Negativthemen hinter mir lassen, teils aktiv, aber das wurde auch von allein besser.
Noch immer verbiete ich mir, zu intensiv zurückzuschauen und mich mit hätte, hätte aufzuhalten. Dieser Teil meines Lebens ist vorüber und nicht mehr zu ändern.

Wenn es Dir wieder besser geht, kommen Hoffnung und glückliche Momente von ganz allein.

Ich glaube schon, daß sich das Gehirn regenerieren kann, also meins hat es zum Teil und tut es hoffentlich noch weiter.

Aber geschenkt wird einem das nicht, auch nicht durch eine Wunderpille.

Alles Gute und VG von Clarissa
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0816
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-Rentnerin letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen; Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 4 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei.

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