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Dan092: Tavor Abhängigkeit?

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Kaenguru70 » Freitag, 28.12.18, 22:39

Hallo Dan,

Meine Schwester erzählte mir heute, dass sie immer wieder unter schweren Panikattacken leidet. Dabei passiert es ihr, dass sie dissoziiert. Sie kann dann entweder nicht reden oder sogar nicht reden und sich nicht bewegen. Du schreibst aich, dass du keine Gewalt über dich hattest. Das hört sich nach Dissoziation an.

Sagtest du nicht mal was von dissoziativen Anfällen?

Die erste Panikattacke im Leben soll die schlimmste sein, die man jemals hat. Ich kann mich noch lebhaft erinnern, ich wusste nicht was los war und dachte ich sterbe.

Wenn ich unter Stress stehe, neige ich zu Panikattacken. Dann neige ich auch zu einem Gefühl mich von der Erde zu lösen, als wenn ich hier nicht hergehöre. Der Himmel fühlt sich an, als wenn er mir auf den Kopf fällt. Es war so beängstigend, alle um mich herum waren froh und munter und mein Kopf funktionierte nicht.

Manchmal findet man keinen direkten Zusammenhang zu den Paniken. Bei mir war es Stress, ich hatte Angst vor Auseinandersetzungen vor Gericht mit meinem Vater.
Ich bekam dann Angst in geschlossenen Räumen wie Busse und Aufzüge. Den direkten Zusammenhang sieht man nicht sofort. Ich hatte keine Angst vor dem Bus, sondern vor meinem Vater.

Ich denke du musst schauen, was der Grund für deinen ersten Vorfall im Mai war.
Die Benzos abzusetzen ist gut und richtig, aber du musst das zugrundeliegende Problem in den Griff bekommen.
Vlt ist das nicht so offensichtlich.
Stress, Zukunftsängste , Zwischenmenschliche Probleme.....?

Ich hoffe ich konnte verständlich machen, was ich aussagen wollte, ich hatte einen stressigen Tag und bin müde. Mir fallen die Worte nicht so leicht.

Du hast mein Mitgefühl und ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlst. Ich war schon öfter in Situationen, die mir unüberwindbar schienen. Irgendwie ging es immer weiter, ich habe versucht mich immer wieder empor zu arbeiten.

Selbsthilferatgeber können auch weiterhelfen. Man lernt etwas über die Dynamik der Prozesse und kann sich besser selber analysieren. Ich habe ziemlich viele und das ein oder andere richtig gute Buch war dabei.

Ich wünsche dir eine gute Nacht,
viele Grüße

Sarah
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Lithium » Freitag, 28.12.18, 23:58

Hi Dan,

am 18.12.18 hast du geschrieben über die Situation unmittelbar vor der ersten Panikattacke:

"Mir ist dann plötzlich im Bett eingefallen, dass ich mir ein paar Tage zuvor den Kopf leicht angestoßen habe. Mir kam dann sofort eine mögliche Hirnblutung in den Sinn (habe mal gehört, dass das auch einige Zeit nach dem Unfall auftreten kann)."

Damals warst du dir sicher dass durch die Folgen eines schicksalhaften Ereignises dein Leben unabwendbar in Gefahr ist (weil du dir den Kopf leicht angestoßen hast). Dein Gehirn ist nicht aus Glas. Du kannst es nicht durch ein leichtes anstoßen oder eine einmalig hohe Dosis an Tavor irreversibel zerstören. Das ist Teil deiner Angststörung an der du heute arbeiten musst. Natürlich kannst du dir noch eine 2. oder eventuell 3. Meinung anderer Neurologen anhören. Ich bezweifle allerdings dass dies zu neuen Erkenntnissen führt.

Wenn du mit dem Tavor auf null bist dann wird wahrscheinlich deine DP verschwinden. Die Angststörung, die zur Panikattacke führt, wird allerdings weiter bestehen. Daran musst du arbeiten.

Liebe Grüße :)

Lithium
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Samstag, 29.12.18, 12:28

Hallo Sarah, hallo Lithium 🙂

Das mit dem dissozativen ist korrekt, so hat es zumindest mein Neurologe gesagt. Er ist darauf nicht weiter eingegangen bzw. Hat mir nicht erklärt was es damit genau auf sich hat aber ich habe ihn damals auch nicht weiter gefragt.

Ich glaube, dass neben dem Tavor natürlich auch vieles von dem monatelangen grübeln, nachdenken und der permanenten Selbstbeobachtung kommt. Mittlerweile bin ich ja ein Sklave davon geworden. Ich mache über Wochen und Monate den ganzen Tag nichts anderes mehr und wundere mich, dass ich mich immer hilfloser und verzweifelter fühle und mein geregeltes Leben total zum erliegen gekommen ist.

Ich weiß ihr seid wie ich alle keine Psychologen aber vielleicht schiebe ich einfach zu viel auf das Tavor. Klar muss das Zeug weg und daran arbeite ich auch aber es ist ja recht einfach und ‘bequem‘ einfach alles darauf zu schieben. Ich habe das Gefühl, dass bei mir psychisch einige Baustellen sind die ich angehen muss. Vermutlich wäre auch eine Verhaltenstherapie wie ich sie damals als Kind/Jugendlicher hatte nicht schlecht für mich.

Momentan ergebe ich mich meinem Schicksal und Zustand total. Mein Neurologe hat mir geraten mich viel abzulenken, nicht im Bett liegen zu bleiben wenn es mir schlecht geht usw. aber das ist alles nicht so leicht.
Ich habe einfach Angst die Kontrolle komplett und damit auch meinen Verstand zu verlieren. Ich weiß nicht ob das überhaupt möglich ist aber das ist so ein Horrorszenario von mir.

LG
Dan
Diagnose: Schwere Angststörung, F13.3 Entzugssyndrom durch Sedativa oder Hypnotika, Gedankenkreisen, Somatisierung, Untergewicht, Schlafstörungen seit Ende 2010.


-Ende Mai 2018 heftige Panikattacke/Zusamenbruch aus dem nichts (2mg Lorazepam intravenös v. Notarzt)

-Anfang Juni 2018 wieder heftige Panikattacke in der Notaufnahme (8mg Lorazepam intravenös)

-15.06.2018
Tavor vom Hausarzt verschrieben bekommen, 0,5mg Lorazepam, zwischenzeitlich wieder mehrere Attacken sowie ein schleichend aufkommendes permanentes Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

-Juli 2018 bei Bedarf weiterhin 0,5mg Lorazepam,
Allgemeinzustand verschlechtert sich weiter.

-17.07.2018 beginn mit Mirtazapin (15mg)
In der selben Nacht starke Angst/Panik, Schwächeanfall
im Krankenwagen, anschließend Untersuchung in der Notaufnahme ohne Befund.

-Weiterhin Mirtazapin (15mg) vor dem schlafen.
NW: unruhige Beine, aufschrecken in der Einschlafphase,
intensive Träume, trockene Kopfhaut.

-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

- Mitte August Erhöhung von Mirtazapin auf 30mg.
NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
Jetzt permanent am Grübeln.

-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
Hauptsymptom nach wie vor völlige Entfremdung von meinem Ich-Gefühl, denken etc. (Starke Depersonalisation und Derealisation)

-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

Untersuchungen:
Blutwerte inkl. Hormonwerte - ohne Befund
EKG - ohne Befund
EEG - ohne Befund
CT/MRT - ohne Befund

Aktuelle Medikation:
-0,325mg Lorazepam (Tavor) (Zusatzttavor bei Bedarf bis maximal 0,5mg extra)
-L-Thyroxin 50 Henning

Sonstige Nahrungsergänzungsmittel:
-150mg Magnesium täglich
-Vitamin B-Komplex täglich
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Lithium » Samstag, 29.12.18, 14:54

Hi Dan,

ja dieses Zwangsgrübeln ist schädlich.

Versuch mal dir nicht jeden morgen diese Frage zu stellen:

"Warum geht es mir heute so beschissen?"

Warum nicht diese Frage? Weil dein Gehirn auf diese Frage absolut spezialisiert ist. Wenn du dir die Frage stellst dann wird dein Gehirn ohne Anstrengung möglicherweise einen stundenlangen und vor allem sinnlosen Prozess ansteuern. Und dieser Prozess ist die einfachste und bequemste Beschäftigung die derzeit dein Gehirn kennt.

Frag dich eher:

"Was kann ich jetzt in diesem Moment unternehmen damit es mir etwas besser geht?"

Ich gebe dir auf die Frage die Antwortmöglichkeiten die ich kenne und die bei mir funktionieren:

- Entspannungsübungen (progressive Muskelentspannung / Yoga)
- Atemübungen
- Ausdauersport / Kraftsport (wobei Ausdauersport bei deinem Problem sinnvoller ist)
- Etwas auf der PS4 zocken
- Spazierengehen
- Ein Buch lesen
- Die gute alte Badewanne
- Auf Amazon Prime / Netflix einen Film bzw. eine Serie anschauen
- Die Wohnung aufräumen

Jemand der zum Grübeln neigt sollte sich dazu motivieren sich zu beschäftigen. Das ist am Anfang wahnsinnig anstrengend. Aber es wird besser und besser.

Viel Glück :)

Lithium
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Kaenguru70 » Samstag, 29.12.18, 15:13

Hallo Dan,

Dan092 hat geschrieben:
Samstag, 29.12.18, 12:28
Vermutlich wäre auch eine Verhaltenstherapie wie ich sie damals als Kind/Jugendlicher hatte nicht schlecht für mich.
Falls die Frage nicht zu persönlich ist,
weswegen hattest du Verhaltenstherapie?
Dan092 hat geschrieben:
Samstag, 29.12.18, 12:28
Ich habe das Gefühl, dass bei mir psychisch einige Baustellen sind die ich angehen muss.
Es ist nicht leicht sich so etwas einzugestehen. Es würde Veränderung bedeuten und man muss Verantwortung für sich übernehmen.
Alte gut bekannte Pfade erscheinen einem immer einfacher als neue Wege. Pure Gewohnheit.


Gegen Grübeln hilft wirklich Ablenkung. Das sehe ich genauso wie Lithium.
Bei meiner Liste stünde noch
- mit drm Hund kuscheln
- malen

Liebe Grüße
Sarah
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Sonntag, 30.12.18, 10:37

Hallo Lithium, hallo Sarah

das mit ablenken klappt zumindest manchmal recht gut. Was mich sehr gut ablenkt ist reden, meine Playstation oder der Computer.

Zu deiner Frage Sarah, ich war damals mit 12 und mit 14 stationär wegen Agoraphobie und einer Angststörung in Behandlung. Die letzte Behandlung war 2006 für drei Monate.

Nun noch ein kurzes Update, ich konnte die Nacht fast überhaupt nicht schlafen weil es mir so schlecht ging. Der Tag an sich gestern war soweit eigentlich aushaltbar, da hatte ich schon schlimmere erlebt. Das es wieder so richtig schlimm wurde bzw. sich verschlechterte fing wie so oft wieder gegen Abend an. Das steigert sich dann meistens und Nachts ist es dann kaum noch aushaltbar. Ich kann mir nicht erklären ob es da einen zeitlichen Zusammenhang gibt. Die letzte Dosis habe ich gestern um 16.00 Uhr genommen. Ab 21/22 Uhr merkte ich dann wie es wieder schlechter wurde.
Den Rest der Nacht lag ich dann wie benebelt im Bett und konnte kaum noch einen klaren Gedanken fassen.

Woher kommt das jetzt, dass ich trotz geringerer Dosis benommener bin als sonst? Ist das normal bei einem Entzug?
Mir kommt es so vor als würde mir alles immer komischer und fremder vorkommen. Allen voran das denken.

LG
Dan
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Tavor vom Hausarzt verschrieben bekommen, 0,5mg Lorazepam, zwischenzeitlich wieder mehrere Attacken sowie ein schleichend aufkommendes permanentes Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

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Allgemeinzustand verschlechtert sich weiter.

-17.07.2018 beginn mit Mirtazapin (15mg)
In der selben Nacht starke Angst/Panik, Schwächeanfall
im Krankenwagen, anschließend Untersuchung in der Notaufnahme ohne Befund.

-Weiterhin Mirtazapin (15mg) vor dem schlafen.
NW: unruhige Beine, aufschrecken in der Einschlafphase,
intensive Träume, trockene Kopfhaut.

-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

- Mitte August Erhöhung von Mirtazapin auf 30mg.
NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
Jetzt permanent am Grübeln.

-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
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-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 30.12.18, 16:31

Hallo Dan,
Dan092 hat geschrieben:
Sonntag, 30.12.18, 10:37
Woher kommt das jetzt, dass ich trotz geringerer Dosis benommener bin als sonst? Ist das normal bei einem Entzug?
Mir kommt es so vor als würde mir alles immer komischer und fremder vorkommen. Allen voran das denken.
Ja, das kommt leider oft vor, dass man im Entzug unter Benommenheit leidet.
Mit längerer Einnahmedauer baust du leider mehr und mehr eine Toleranz auf, sodass das Benzo nicht mehr richtig wirkt und du bei gleichbleibende Einnahme in die Entzügigkeit rutscht. :cry:

Zudem hat das Lorazepam auch nur eine kurze Halbwertszeit.
Wenn du deine Dosis um 16 Uhr nimmst, ist um 21 Uhr schon die Hälfte aus deinem Körper raus.
Du könntest versuchen, die Dosis später zu nehmen, wenn es dir um 16 Uhr nicht schon zu schlecht geht.

LG Ute
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Sonntag, 30.12.18, 18:44

Hallo Ute :)

vermutlich war bzw. bin ich schon lange in der Toleranz, da selbst die 2mg zuletzt nicht mehr richtig gewirkt haben und ich ja schon über Wochen hinweg deutlich unter 2mg liege zum Glück. Also sind diese ganzen Symptome jetzt nicht nur vom Entzug also dem abdosieren an sich sondern auch von der bereits länger bestehenden Toleranz?

Ja, dass Tavor eine recht kurze Halbwertszeit hat ist mir bekannt. Ich werde morgen mal versuchen die zweite Dosis etwas später zu nehmen, das dürfte ich hinbekommen denke ich.

Zu den psychischen Symptomen kommen jetzt vermehrt halt auch noch die physischen hinzu wie gelegentlich Tinnitus, Kopfschmerzen, Druckgefühl im Kopf und im Ohr, kribbeln am Körper etc. Aber ehrlich gesagt machen mir die psychischen wie die DR und DP sowie diese unendliche Leere im Kopf viel mehr Probleme als die körperlichen Beschwerden. Mir ist nur aufgefallen, dass dieses blöde unbeschreibbare Gefühl im Kopf beim laufen viel stärker ausgeprägt ist als beispielsweise im sitzen oder liegen.

LG
Dan
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-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

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Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
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-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Mittwoch, 02.01.19, 15:21

Hallo an alle :)

ich musste jetzt tatsächlich die Dosis etwas reduzieren um mit den Tabletten bis am Montag hinzukommen, weil erst da mein Neurologe wieder
geöffnet hat. Alle anderen Ärzte wie z.B. mein Hausarzt verschreiben mir Tavor nicht mehr.

Anstatt 1mg (2x0,5) nehme ich jetzt seit dem 28.12 0,75mg, damit komme ich bis am Montag hin dann brauche ich dringend ein neues Rezept.
Ich hoffe der Neurologe stellt sich nicht queer. Komischerweise geht es mir mit der notgedrungenen Dosis von 0,75mg keinen deut schlechter als mit 1mg. Ich habe sogar eher das Gefühl, dass mein Kopf ein klein wenig klarer wird und dafür die körperlichen Symptome im Gegenzug etwas anziehen. Ich fühle mich recht schwach auf den Beinen (weiche Knie) und generell abgeschlagen und kraftlos. Aber ich schaffe es zumindest jeden Tag für eine Weile aus dem Bett und erledige auch kleinere Hausarbeiten gelegentlich.

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intensive Träume, trockene Kopfhaut.

-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

- Mitte August Erhöhung von Mirtazapin auf 30mg.
NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
Jetzt permanent am Grübeln.

-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
Hauptsymptom nach wie vor völlige Entfremdung von meinem Ich-Gefühl, denken etc. (Starke Depersonalisation und Derealisation)

-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

Untersuchungen:
Blutwerte inkl. Hormonwerte - ohne Befund
EKG - ohne Befund
EEG - ohne Befund
CT/MRT - ohne Befund

Aktuelle Medikation:
-0,325mg Lorazepam (Tavor) (Zusatzttavor bei Bedarf bis maximal 0,5mg extra)
-L-Thyroxin 50 Henning

Sonstige Nahrungsergänzungsmittel:
-150mg Magnesium täglich
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Dan092
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Freitag, 04.01.19, 11:35

Hallo Forum,

wie ich ja bereits geschrieben habe muss ich mir die Tabletten noch bis am Montag einteilen damit sie mir nicht ausgehen und liege jetzt seit einigen Tagen bei 1 1/2 statt 2 Tabletten. Ich bekomme mittlerweile nur noch von meinem alten Neurologen Tavor über Privatrezept ausgestellt.

Heute Nacht und jetzt gerade sind die Symptome allen voran die DP/DR wieder besonders schlimm. Am liebsten würde ich einfach alles hinwerfen weil mich dieser Zustand um den Verstand bringt. Mein Leben scheint keinen Sinn mehr zu haben wenn man das Ich-Gefühl verloren hat und einem seine eigenen Gedanken und Gefühle komisch/unwirklich vorkommen und man sich damit überhaupt kein bisschen mehr identifizieren kann.
Das schlimmste ist zu wissen, dass mein Kopf momentan das schlimmste Gefängnis ist. Bei Körperlichen Schmerzen kann man zur Not Schmerzmittel nehmen aber bei dieser Sache? Dazu müsste man sein Denken und fühlen betäuben oder abstellen was nicht möglich ist. Zu wissen wie ausgeliefert man dem ist macht mir nicht nur Angst sondern auch oft hoffnungslos. Nichts fühlt sich mehr richtig oder normal bzw. logisch an, geschweige denn gut.
Ich weiß gar nicht wann ich das letzte mal eine Art
‘Wohlfühlgefühl‘ hatte, ohne eine höhere Dosis wie üblich an Tavor genommen zu haben.

Ich komme zwar aus dem Bett jeden Tag für einige Stunden, aber das letzte mal die Wohnung verlassen habe ich vor Weihnachten. Ich traue mich nicht mehr wegzugehen geschweige denn Auto zu fahren (was unter Tavor ohnehin unverantwortlich wäre).

Dazu kommt noch, dass ich extreme Schwierigkeiten habe an ein Rezept zu kommen. Ich hoffe, dass mein alter Neurologe am Montag mitzieht denn der neue möchte mir keines mehr verschreiben und will, dass ich in eine Klinik gehe.

Was jetzt neu hinzugekommen gekommen ist in den letzten Tagen phasenweise sind Suizidgedanken. Ich möchte mich eigentlich keinesfalls umbringen aber manchmal habe ich mittlerweile das Gefühl es gibt keinen anderen Ausweg. Ich möchte mich doch nur wieder halbwegs normal und wie ein Mensch fühlen...

LG
Dan
Diagnose: Schwere Angststörung, F13.3 Entzugssyndrom durch Sedativa oder Hypnotika, Gedankenkreisen, Somatisierung, Untergewicht, Schlafstörungen seit Ende 2010.


-Ende Mai 2018 heftige Panikattacke/Zusamenbruch aus dem nichts (2mg Lorazepam intravenös v. Notarzt)

-Anfang Juni 2018 wieder heftige Panikattacke in der Notaufnahme (8mg Lorazepam intravenös)

-15.06.2018
Tavor vom Hausarzt verschrieben bekommen, 0,5mg Lorazepam, zwischenzeitlich wieder mehrere Attacken sowie ein schleichend aufkommendes permanentes Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

-Juli 2018 bei Bedarf weiterhin 0,5mg Lorazepam,
Allgemeinzustand verschlechtert sich weiter.

-17.07.2018 beginn mit Mirtazapin (15mg)
In der selben Nacht starke Angst/Panik, Schwächeanfall
im Krankenwagen, anschließend Untersuchung in der Notaufnahme ohne Befund.

-Weiterhin Mirtazapin (15mg) vor dem schlafen.
NW: unruhige Beine, aufschrecken in der Einschlafphase,
intensive Träume, trockene Kopfhaut.

-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

- Mitte August Erhöhung von Mirtazapin auf 30mg.
NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
Jetzt permanent am Grübeln.

-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
Hauptsymptom nach wie vor völlige Entfremdung von meinem Ich-Gefühl, denken etc. (Starke Depersonalisation und Derealisation)

-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

Untersuchungen:
Blutwerte inkl. Hormonwerte - ohne Befund
EKG - ohne Befund
EEG - ohne Befund
CT/MRT - ohne Befund

Aktuelle Medikation:
-0,325mg Lorazepam (Tavor) (Zusatzttavor bei Bedarf bis maximal 0,5mg extra)
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Aquamarine » Freitag, 04.01.19, 14:41

Hi Dan und an alle,
von Herzen ein gesundes, neues Jahr!

Es ist das Mirtazapin bei dir!! Kaltentzug vom Mirtazapin, habe ich 2 x durch und einmal von einer hohen Dosis im Januar 2018.
Extreme Selbstentfremdung und ein unbeschreibliches Gefühl im Kopf! Ein unendlicher Kopfdruck und nur im Liegen und Sitzen ist dieses Gefühl einigermaßen erträglich. Bezgl deiner DP/DR... alles meine Worte. Lies bei mir!!
Ich habe kein Tavor genommen, aber ua Mirtazapin.
Und ich denke, dass das Mirtazapin der Hauptübeltäter ist. Ich hatte die schlimmsten Zustände darunter.. abgrundtief!!

Unter anderem ist CYP 2D6 (Enzym bei der Verstoffwechselung) der Hauptabbauweg für Mirtazapin. Wenn das Enzym inaktiv ist, dann ist die Verstoffwechselung gestört! Ich bin poor Metabolizer!

Ein Kaltentzug vom Mirtazapin ist die Hölle!! Ich habe die schlimmsten Kopfsymptome.

Ich rate dir hochwertige Omega Fettsäuren einzunehmen!!

Gruß Aquamarine
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14.11.2017 Escitalopram in Tropfen (3 mg Einnahme)-abends totale Leere im Kopf und gesteigerte Ängste und dann nichts mehr genommen
ab 22.11.2017 bis 02.12.17 Valdoxan-Einnahme mit einem Tag Unterbrechung
-unter Valdoxan absolute Ängste, totale Schlaflosigkeit, Schlimmste Albträume, Schwitzen, Massive ZG, komische Gefühle im Kopf, nach Absetzen fühlte sich meine Wohnung und Umgebung fremd an, hatte das Gefühl nicht mehr richtig da zu sein, alles wie im Film
-ab 03.12.17 abends Mirtazapin nur 3,75 mg
-ab 05.12. in Tagesklinik unter Beschreibung meiner Symptome und Wahrnehmung wurde eine schwere Depression diagnostiziert, wusste aber, dass ich bis Anfang Oktober 2017 eine glückliche und lebensfrohe Frau gewesen bin.
wurde innerh. von 14 Tagen auf 45 mg Mirtazapin hochdosiert- extreme Ängste, Gedankenleere, ZG, Entfremdung, wurde sedierter, das Gefühl neben sich zustehen, Kopf fühlte sich täglich anders an, als wenn Platte in Kopf geschoben wurde
-bei 45 mg Mirtazapin begannen eine Art Wachträume -halten bis heute an, bevor ich überhaupt eingeschlafen bin, sodass ich eigentlich gar nicht mehr zu Ruhe kam und komme
-dann Reduktion von 45 mg auf 30 mg
- reduzierte ab 01.01. auf 27 mg dann bis 05.01. auf 22,5 mg, 2 Tage dann 15 mg, ein Tag 10 mg, ein Tag 7,5 mg und am 10.01. zuletzt 4,75 mg
In der Klinik sagte man mir, ich könne Mirtazapin ohne Ausschleichen absetzen- Symptome: unendliche Ängste, Schwitzen, ZG, totale Schlaflosigkeit, ich war wie in einer Hülle und konnte kaum noch aufstehen, mir fehlte jegliche Wahrnehmung
-ab 13.01. 5 HTP auf Empfehlung einer Hausärztin aber nur 11 Tage lang, meine Wahrnehmung veränderte sich täglich, Schlaflosigkeit, Ängste
-22.01. zur Ärztin verordnet mir Escitalopram und Quetiapin wegen Fremdheitsgefühl
-ab 29.01. 12,5 mg Quetiapin genommen und hat mich weggehauen, war wie unter Drogen (Quetiapin nur kurz genommen, hatte Panikattacken!!)
ab 30.01. Einstieg mit 2,5 mg Escitalopram und ab 01.02. bis 18.02. Escitalopram in Höhe von 5 mg genommen und abgesetzt, konnte nicht mehr, mein Leben fühlt sich nur noch fremd an, hatte stets und ständig ständig andere Wahrnehmung, als wenn ich vor mir sitze, keine Konzentration mehr, Ängste, könnte die einfachsten Dinge nicht mehr
-nach Absetzen wieder schlimme Erfahrung, wie hinter einer dicken Wand
-dann ab 05.04. wieder mit 5 mg Escitalopram begonnen und wieder die Hölle von vorne, aber ohne ging auch nichts mehr
-ab 11.04. 10 mg Escitalopram und zum Schlafen 3,75 mg Mirtazapin
-ab 24.04. in Klinik, weil ich mir nicht mehr zu helfen wusste & da bis 11.05. 10 mg Escitalopram und 3,75 mg Mirtazapin, die Ärztin reduzierte aus Wut ab 12.05. meine Dosis 10 mg auf 5 mg ( in der Klinik bekam ich Cipralex anstelle meines Escitaloprams) -bei 10 mg hatte ich lebensmüde Gedanken, mein Körper fühlte sich wie innerlich gelähmt, mein Kopf war wie hinter einer undurchsichtigen Mauer
-ab 16.05. von 5mg auf 0 mg cipralex- heftige Schmerzen im Nacken, lebensmüde Gedanken, Schmerzen im Körper und im Kopf
-0 mg Mirtazapin

Symptome jetzt:
Massives Fremdheitsgefühl
Unbeschreibliche Schmerzen im Kopf
Null Lebensfreude, kein Antrieb

Ich nehme zur Zeit Vitalstoffe, OPC, Omega 3,
Folsäure, Biotin, Homöopathische Mittel für Hypophyse, Epiphyse, Hypothalamus & Globuli für Nebenniere.
Ich habe Procain -Spritzen bekommen in Nacken und Schläfen, wegen der Schmerzen.

Am schlimmsten ist das Gefühl, dass ich mich nicht mehr so fühle wie früher.

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Freitag, 04.01.19, 17:34

hallo aquamarine :)

auch dir ein frohen neues Jahr!

Ja das mit dem Mirtazapin darauf haben hier auch schon einige getippt. Mittlerweile glaube ich auch, dass das sehr bei mir mit reinspielt was die Symptome angeht. Wie lange haben diese DP/DR bzw. Entfremdungssymptome bei dir angehalten nach deinem Kaltentzug wenn ich fragen darf?

An welche Omega Fettsäuren hast du gedacht? Handelsübliches Omega 3 aus der Apotheke?

LG
Dan
Diagnose: Schwere Angststörung, F13.3 Entzugssyndrom durch Sedativa oder Hypnotika, Gedankenkreisen, Somatisierung, Untergewicht, Schlafstörungen seit Ende 2010.


-Ende Mai 2018 heftige Panikattacke/Zusamenbruch aus dem nichts (2mg Lorazepam intravenös v. Notarzt)

-Anfang Juni 2018 wieder heftige Panikattacke in der Notaufnahme (8mg Lorazepam intravenös)

-15.06.2018
Tavor vom Hausarzt verschrieben bekommen, 0,5mg Lorazepam, zwischenzeitlich wieder mehrere Attacken sowie ein schleichend aufkommendes permanentes Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

-Juli 2018 bei Bedarf weiterhin 0,5mg Lorazepam,
Allgemeinzustand verschlechtert sich weiter.

-17.07.2018 beginn mit Mirtazapin (15mg)
In der selben Nacht starke Angst/Panik, Schwächeanfall
im Krankenwagen, anschließend Untersuchung in der Notaufnahme ohne Befund.

-Weiterhin Mirtazapin (15mg) vor dem schlafen.
NW: unruhige Beine, aufschrecken in der Einschlafphase,
intensive Träume, trockene Kopfhaut.

-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

- Mitte August Erhöhung von Mirtazapin auf 30mg.
NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
Jetzt permanent am Grübeln.

-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
Hauptsymptom nach wie vor völlige Entfremdung von meinem Ich-Gefühl, denken etc. (Starke Depersonalisation und Derealisation)

-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

Untersuchungen:
Blutwerte inkl. Hormonwerte - ohne Befund
EKG - ohne Befund
EEG - ohne Befund
CT/MRT - ohne Befund

Aktuelle Medikation:
-0,325mg Lorazepam (Tavor) (Zusatzttavor bei Bedarf bis maximal 0,5mg extra)
-L-Thyroxin 50 Henning

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-150mg Magnesium täglich
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Aquamarine » Freitag, 04.01.19, 18:19

Hallo Dan,

meine Entfremdung ist nicht weg!!! Ich kämpfe jeden Tag wie du! Ich habe nach wie vor schlimme Symptome im Kopf aber es hat sich einiges schon gebessert. Für mich ist die Entfremdung wie bei dir das Schlimmste überhaupt!! Ich mochte eine Zeit deswegen gar nicht mehr sprechen! Die körperlichen Probleme sind für mich nicht so schlimm!

Wenn es geht ganz hochwertige Omega 3/6/9 Fettsäuren und gutes Olivenöl!!! Alles gut fürs Gehirn!

LG Aquamarine
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-ab 03.12.17 abends Mirtazapin nur 3,75 mg
-ab 05.12. in Tagesklinik unter Beschreibung meiner Symptome und Wahrnehmung wurde eine schwere Depression diagnostiziert, wusste aber, dass ich bis Anfang Oktober 2017 eine glückliche und lebensfrohe Frau gewesen bin.
wurde innerh. von 14 Tagen auf 45 mg Mirtazapin hochdosiert- extreme Ängste, Gedankenleere, ZG, Entfremdung, wurde sedierter, das Gefühl neben sich zustehen, Kopf fühlte sich täglich anders an, als wenn Platte in Kopf geschoben wurde
-bei 45 mg Mirtazapin begannen eine Art Wachträume -halten bis heute an, bevor ich überhaupt eingeschlafen bin, sodass ich eigentlich gar nicht mehr zu Ruhe kam und komme
-dann Reduktion von 45 mg auf 30 mg
- reduzierte ab 01.01. auf 27 mg dann bis 05.01. auf 22,5 mg, 2 Tage dann 15 mg, ein Tag 10 mg, ein Tag 7,5 mg und am 10.01. zuletzt 4,75 mg
In der Klinik sagte man mir, ich könne Mirtazapin ohne Ausschleichen absetzen- Symptome: unendliche Ängste, Schwitzen, ZG, totale Schlaflosigkeit, ich war wie in einer Hülle und konnte kaum noch aufstehen, mir fehlte jegliche Wahrnehmung
-ab 13.01. 5 HTP auf Empfehlung einer Hausärztin aber nur 11 Tage lang, meine Wahrnehmung veränderte sich täglich, Schlaflosigkeit, Ängste
-22.01. zur Ärztin verordnet mir Escitalopram und Quetiapin wegen Fremdheitsgefühl
-ab 29.01. 12,5 mg Quetiapin genommen und hat mich weggehauen, war wie unter Drogen (Quetiapin nur kurz genommen, hatte Panikattacken!!)
ab 30.01. Einstieg mit 2,5 mg Escitalopram und ab 01.02. bis 18.02. Escitalopram in Höhe von 5 mg genommen und abgesetzt, konnte nicht mehr, mein Leben fühlt sich nur noch fremd an, hatte stets und ständig ständig andere Wahrnehmung, als wenn ich vor mir sitze, keine Konzentration mehr, Ängste, könnte die einfachsten Dinge nicht mehr
-nach Absetzen wieder schlimme Erfahrung, wie hinter einer dicken Wand
-dann ab 05.04. wieder mit 5 mg Escitalopram begonnen und wieder die Hölle von vorne, aber ohne ging auch nichts mehr
-ab 11.04. 10 mg Escitalopram und zum Schlafen 3,75 mg Mirtazapin
-ab 24.04. in Klinik, weil ich mir nicht mehr zu helfen wusste & da bis 11.05. 10 mg Escitalopram und 3,75 mg Mirtazapin, die Ärztin reduzierte aus Wut ab 12.05. meine Dosis 10 mg auf 5 mg ( in der Klinik bekam ich Cipralex anstelle meines Escitaloprams) -bei 10 mg hatte ich lebensmüde Gedanken, mein Körper fühlte sich wie innerlich gelähmt, mein Kopf war wie hinter einer undurchsichtigen Mauer
-ab 16.05. von 5mg auf 0 mg cipralex- heftige Schmerzen im Nacken, lebensmüde Gedanken, Schmerzen im Körper und im Kopf
-0 mg Mirtazapin

Symptome jetzt:
Massives Fremdheitsgefühl
Unbeschreibliche Schmerzen im Kopf
Null Lebensfreude, kein Antrieb

Ich nehme zur Zeit Vitalstoffe, OPC, Omega 3,
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Towanda1 » Freitag, 04.01.19, 19:16

Dan092 hat geschrieben:
Freitag, 04.01.19, 17:34

An welche Omega Fettsäuren hast du gedacht? Handelsübliches Omega 3 aus der Apotheke?
Hallo Dan,

ich nehme das Omega-3-Zone-Öl, weil ich keine Kapseln mag.

Wenn Du hier in die Suchfunktion Fischöl, Krillöl oder Algenöl eingibst, bekommst Du noch jede Menge Tips.

LG Towanda
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13.12.18 - 7,50 mg Mirtazapin
16.01.19 - 6,70 mg Mirtazapin
15.02.19 - 6,00 mg Mirtazapin
13.03.19 - 5,40 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Ciprofloxacin C30 5 Globuli
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Freitag, 04.01.19, 19:52

Hallo aquamarine, hallo towanda :)

danke für die Tipps!

Kann man denn ungefähr voraussagen wie lange solche Entzugssymptome anhalten können? Unterstützen die genannten Omega Fettsäuren und
Olivenöl das ZNS bei der Regenerierung? Ich weiß, dass das alles seine Zeit braucht und alle Symptome reversibel sind und sich das Hirn von selbst heilt aber wenn man es dadurch unterstützen kann wäre das ja eine geniale Sache. :-o

LG
Dan
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-Ende Mai 2018 heftige Panikattacke/Zusamenbruch aus dem nichts (2mg Lorazepam intravenös v. Notarzt)

-Anfang Juni 2018 wieder heftige Panikattacke in der Notaufnahme (8mg Lorazepam intravenös)

-15.06.2018
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-Juli 2018 bei Bedarf weiterhin 0,5mg Lorazepam,
Allgemeinzustand verschlechtert sich weiter.

-17.07.2018 beginn mit Mirtazapin (15mg)
In der selben Nacht starke Angst/Panik, Schwächeanfall
im Krankenwagen, anschließend Untersuchung in der Notaufnahme ohne Befund.

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NW: unruhige Beine, aufschrecken in der Einschlafphase,
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NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

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-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
Hauptsymptom nach wie vor völlige Entfremdung von meinem Ich-Gefühl, denken etc. (Starke Depersonalisation und Derealisation)

-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

Untersuchungen:
Blutwerte inkl. Hormonwerte - ohne Befund
EKG - ohne Befund
EEG - ohne Befund
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Sonntag, 06.01.19, 13:49

Hallo an alle :)

heute ist der zehnte Tag mit 0,75mg und morgen kümmere ich mich sofort um ein neues Rezept da ich nun nur noch eine einzige Tablette habe.
Soll ich nun bei der Dosis von 0,75mg vom 28.12.18 bleiben? Damit geht es mir zwar auch nicht wirklich gut aber mit 1mg ist es auch nicht besser.
Und wie hier ja bereits schon gesagt wurde sind ständige Änderungen der Dosishöhe Gift für das ZNS. Ich bin nun etwas ratlos in der Hinsicht, und möchte eigentlich nur meine Symptome halbwegs ertragbar machen wenn irgendwie möglich.

Aktuell ist es so, dass die Symptome mal stärker und mal weniger stark ausgeprägt sind. Besonders schlimm sind sie unmittelbar nach dem aufwachen und gegen Abend. Im Bett nehme ich dann eine 0,5mg und warte etwa eine halbe stunde/stunde bis sie wirkt und stehe dann auf. Dann sind die Symptome halbwegs erträglich bis sie sich nach ca. 2 oder 3 Stunden wieder verstärken und für den Rest des Tages dann sogar noch verschlechtern.
Sind solche Schwankungen normal bei einem Entzug? Ich bin überrascht wie schnell das teilweise umschlägt, als würde jemand einen Schalter umlegen.

Könnte es vielleicht sein, dass ich das Tavor nicht mehr vertrage? Noch im Sommer z.B. als ich das genommen habe hatte ich diese Symptome in der Form nicht. Oder liegt das jetzt tatsächlich noch an der dreimonatigen Einnahme von Mirtazapin und meinem unbedachten Kaltentzug letzten Oktober?

LG
Dan
Diagnose: Schwere Angststörung, F13.3 Entzugssyndrom durch Sedativa oder Hypnotika, Gedankenkreisen, Somatisierung, Untergewicht, Schlafstörungen seit Ende 2010.


-Ende Mai 2018 heftige Panikattacke/Zusamenbruch aus dem nichts (2mg Lorazepam intravenös v. Notarzt)

-Anfang Juni 2018 wieder heftige Panikattacke in der Notaufnahme (8mg Lorazepam intravenös)

-15.06.2018
Tavor vom Hausarzt verschrieben bekommen, 0,5mg Lorazepam, zwischenzeitlich wieder mehrere Attacken sowie ein schleichend aufkommendes permanentes Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

-Juli 2018 bei Bedarf weiterhin 0,5mg Lorazepam,
Allgemeinzustand verschlechtert sich weiter.

-17.07.2018 beginn mit Mirtazapin (15mg)
In der selben Nacht starke Angst/Panik, Schwächeanfall
im Krankenwagen, anschließend Untersuchung in der Notaufnahme ohne Befund.

-Weiterhin Mirtazapin (15mg) vor dem schlafen.
NW: unruhige Beine, aufschrecken in der Einschlafphase,
intensive Träume, trockene Kopfhaut.

-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

- Mitte August Erhöhung von Mirtazapin auf 30mg.
NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
Jetzt permanent am Grübeln.

-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
Hauptsymptom nach wie vor völlige Entfremdung von meinem Ich-Gefühl, denken etc. (Starke Depersonalisation und Derealisation)

-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

Untersuchungen:
Blutwerte inkl. Hormonwerte - ohne Befund
EKG - ohne Befund
EEG - ohne Befund
CT/MRT - ohne Befund

Aktuelle Medikation:
-0,325mg Lorazepam (Tavor) (Zusatzttavor bei Bedarf bis maximal 0,5mg extra)
-L-Thyroxin 50 Henning

Sonstige Nahrungsergänzungsmittel:
-150mg Magnesium täglich
-Vitamin B-Komplex täglich
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Lithium
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Lithium » Sonntag, 06.01.19, 18:40

Hi Dan,

ja nicht schlecht dass du 10 Tage mit 0.75mg geschafft hast. Das wäre noch vor Kurzem undenkbar gewesen.

Ich bin jetzt kein Benzoexperte aber ich glaub ich würde dann bei den 0.75mg bleiben. Sonst hast du wieder so ein hin und her. Du kannst dich ja dann auf den 0.75mg weiter stabilisieren.

Ich drück dir die Daumen dass das morgen mit dem Rezept klappt.

Ich persönlich kann mir grad nicht vorstellen dass deine jetzige Situation noch etwas mit dem Mirtazapin zu tun hat. Aber ich kann mich natürlich irren. Allerdings spielt es ja jetzt auch keine Rolle mehr ob es etwas mit dem Mirtazapin zu tun hat. Ausser du würdest es wieder minimal eindosieren wollen. Aber das hattest du ja schon mal verneint.

Viele Grüße

Lithium
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2012 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 1,5 Monaten auf 7,5mg. Sehr starke Absetzsymptome bei 7,5mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 30mg
2012 Herbst: Mirtazapin 45mg
2013 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 2 Monaten auf 15mg. Sehr starke Absetzsymptome bei 15mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 45mg
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2018 Januar: 1. Absetzversuch von 45mg Mirtazapin mit sehr langsamen Reduktionsschritten. Absetzgeschwindigkeit: konstant 0,5mg Mirtazapin / Woche bis 03.03.2019.

2019 März: Absetzgeschwindigkeit auf 1 mg pro Monat geändert

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Montag, 07.01.19, 8:06

Hi Lithium,

danke ich hoffe auch, dass das heute ohne größere Probleme klappt. Wenn nicht wüsste ich nicht was ich machen soll.
Es ist ohnehin schon alles schlimm genug zur Zeit, und dann kommt noch der Stress wo und ob man ein neues Rezept bekommt hinzu.

Es ist durch diese ganzen Symptome der Entfremdung bzw. DP/DR wirklich überhaupt nichts mehr schön. Ich kann mich über nichts mehr freuen
oder mich richtig entspannen weil sich einfach alles fürchterlich anfühlt. Das geht nun schon so lange und ich habe Angst das ich den Rest meines Lebens so "leben" muss. Ich hab manchmal das Gefühl mir ist nicht mehr zu helfen. Vielleicht habe ich mich durch mein monatelanges grübeln und in mich hinein horchen auch wie eine Art "kaputt gedacht" falls sowas überhaupt möglich ist. Ich glaube ich habe mir oft die falschen Fragen gestellt bezüglich meines Zustandes und jetzt ist da nur noch ein Chaos in meinem Kopf. Früher war alles so selbstverständlich und ich habe irgendwie "einfach gelebt" aber mittlerweile ist das überhaupt nicht mehr möglich weil ich so sehr auf alles achte (z.B. wie ich mich gerade fühle). Dadurch hat alles an dieser Selbstverständlichkeit verloren die früher Routine war über die man sich keinerlei Gedanken gemacht hat.

Manchmal (gerade morgens) wenn das DR/DP Gefühl besonders ausgeprägt ist habe ich als das Gefühl es nicht mehr zu ertragen. Ich muss mich dann innerlich selbst versuchen zu beruhigen und schnellstmöglich mit etwas ablenken um nicht komplett in Panik zu verfallen. Ich habe aber Angst, dass das bald nicht mehr klappt. Was würdet ihr mir raten im Fall der Fälle? Ich möchte dann nicht wieder wie so oft letztes Jahr als letztes Mittel den Krankenwagen rufen müssen. Tavor zu nehmen wäre sicherlich auch keine gute Option, aber welche andere Option als die zwei genannten bleiben mir übrig wenn ich es wirklich überhaupt nicht mehr aushalten sollte? Ich habe auch etwas sorge, dass ich dann in Panik etwas unbedachtes tun könnte.

Ich hätte so gerne mal wieder etwas Entspannung, selbst wenn es nur ein paar Stunden wäre um etwas durchatmen zu können. Dafür wäre ich schon sehr dankbar.

Kleiner Nachtrag: Ich kann das Rezept heute Nachmittag abholen das erleichtert mich gerade.

LG
Dan
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-15.06.2018
Tavor vom Hausarzt verschrieben bekommen, 0,5mg Lorazepam, zwischenzeitlich wieder mehrere Attacken sowie ein schleichend aufkommendes permanentes Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

-Juli 2018 bei Bedarf weiterhin 0,5mg Lorazepam,
Allgemeinzustand verschlechtert sich weiter.

-17.07.2018 beginn mit Mirtazapin (15mg)
In der selben Nacht starke Angst/Panik, Schwächeanfall
im Krankenwagen, anschließend Untersuchung in der Notaufnahme ohne Befund.

-Weiterhin Mirtazapin (15mg) vor dem schlafen.
NW: unruhige Beine, aufschrecken in der Einschlafphase,
intensive Träume, trockene Kopfhaut.

-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

- Mitte August Erhöhung von Mirtazapin auf 30mg.
NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
Jetzt permanent am Grübeln.

-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
Hauptsymptom nach wie vor völlige Entfremdung von meinem Ich-Gefühl, denken etc. (Starke Depersonalisation und Derealisation)

-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

Untersuchungen:
Blutwerte inkl. Hormonwerte - ohne Befund
EKG - ohne Befund
EEG - ohne Befund
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Kaenguru70 » Montag, 07.01.19, 9:58

Hallo Dan,

Super, dass du weiterhin Tavor bekommst :) .
Ich würde, wie dir oben auch schon geraten, auf den 0,75 mg bleiben. Aber nun diese Dosis länger halten, da deine Schritte sehr flott waren und es dir ja nicht gut geht.
Leider ist ein Entzug im unteren Dosisbereich schwerer.
Dan092 hat geschrieben:
Montag, 07.01.19, 8:06
Dadurch hat alles an dieser Selbstverständlichkeit verloren die früher Routine war über die man sich keinerlei Gedanken gemacht hat.
Ich denke, so gut wie jeder, der in diesem Forum schreibt hat genau das gleiche Empfinden. Das Leben wurde auf den Kopf gestellt und man fühlt sich jeden morgen wie im falschen Film.

Wenn du aber bei denen nachschaust, die den Entzug hinter sich gebracht haben, wirst du sehen, dass dies sich wieder verbessert.
Man kann sich nur selber gebetsmühlenartig wiederholen, dass man Geduld und Akzeptanz aufbringen muss.

Nicht länger mit der Situation hadern, sondern sie annehmen und positiv nach vorne schauen. Das klingt jetzt sehr abgehoben, aber ich habe es ja selber erlebt.
In der einen Stunde ist man wütend und verängstigt, wie alles weitergeht und dann muss man sich wieder fangen und beruhigen.

Du kannst schon unheimlich stolz auf dein Absetzen von Tavor sein. Schau, du hast es geschafft über 50% zu reduzieren und bist konsequent mit der Dosierung.
So kann man es schaffen.
Dan092 hat geschrieben:
Montag, 07.01.19, 8:06
Das geht nun schon so lange und ich habe Angst das ich den Rest meines Lebens so "leben" muss.
Natürlich nicht :wink:
Baylissa schreibt immer wieder, dass ausnahmslos alle heilen. Leider kann man über die Zeitdauer nicht viel sagen.
Dan092 hat geschrieben:
Montag, 07.01.19, 8:06
Ich muss mich dann innerlich selbst versuchen zu beruhigen und schnellstmöglich mit etwas ablenken um nicht komplett in Panik zu verfallen. Ich habe aber Angst, dass das bald nicht mehr klappt.
Genau das muss man lernen. Die Angst vor der Angst ist meist das Schlimmste.
Man stirbt nicht davon und du wirst bestimmt auch keine dummen Sachen machen.
Ablenkung ist immer gut.

Hast du mal versucht zu überlegen, was dir helfen könnte an Entspannungsverfahren?
Mir hat z.b. die Klopftechnik EFT etwas Linderung gebracht. Das muss man aber üben und nicht nur im Notfall anwenden.

Jeder braucht etwas anderes. Es gibt soviele Möglichkeiten.
Aus der Therapie von Borderlinern gibt es die Skilltechniken. Man könnte ein scharfes Bonbon lutschen oder Ähnliches.
Google mal bitte. Auch hier im Forum gibt es dazu Links, ich weiss gerade nicht wo.

Wenn man einen sogenannten Noftallkoffer an Strategien hat, mit denen man gegen Angst vorgehen kann, wird die Bedrohung direkt kleiner, weil man sich nicht mehr so hilflos fühlt.

Deinen starken Hang zur Grübelei solltest du vlt mal mit deiner Therapeutin besprechen. Evtl hat sie da Rat.

Da du ja schon in deiner Jugend Therapie hattest, scheinst du ja jemand zu sein, der zu Ängsten neigt. Da müsste man mal genauer hinschauen.

Es wird wieder besser, leider muss man Geduld haben.

Viele Grüße
Sarah
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Lithium » Montag, 07.01.19, 10:00

Hi Dan,

es wird jetzt erst mal kein Weg daran vorbei führen das Benzo auszuschleichen. Lass dir dafür Zeit und geh mit Bedacht vor. Vermeide weitere Schwankungen und reduziere in einem akzeptablen Tempo. Wenn du auf 0 bist wirst du dir auch noch Zeit geben müssen bevor man realistischerweise mit Besserung rechnen kann. Während dieser Zeit macht es keinen Sinn darüber nachzudenken ob das jetzt für immer bleibt oder nicht. Es wird dir hier keiner sagen können. Aber du machst gerade einen sehr schnellen Entzug eines Benzos und da kann die Lebensqualität garnicht gut sein.

Ich glaube dein größtes Problem ist deine Angststörung bezüglich tragischer, irreversibler Krankheiten. Nach meiner Meinung nach neigst du auch stark zum Dramatisieren was bei Angststörungen natürlich selbstverständlich ist. Beispielsweise entwickle ich Panikattacken wenn ich im Stau stehe. Und ein Stau ist eine völlig harmlose Situation. Aber ich dramatisiere so stark (in schlechten Momenten) dass ich wirklich kurz vor dem durchdrehen bin. Ich hab mich in keiner Weise mehr im Griff. Oft ist der Stau nach 10 Minuten vorbei und ich schäme mich dann dass ich jedes Mal wieder aufs neue so dramatisch darauf reagiere. Natürlich ist ein Stau einfacher zu handhaben wie der Gedanke eine gefährliche Krankheit zu haben die unmittelbar kurz vor ihrem endgültigen (letzten?) Ausbruch steht. Aber es steckt in beiden Fällen viel Potential zur Erleichterung wenn man Methoden entwickelt wie man besser mit der aufkommenden Angst umgeht.

Die nächsten Monate werden sehr hart aber ich glaub du bist grundsätzlich auf einem guten Weg.

Liebe Grüße

Lithium :)
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2003 Herbst: Diagnose Saisonale Depression 30mg Mirtazapin
2004 Frühjar: Absetzen Mirtazapin auf 0 innheralb von 2 Wochen. 4 Tage sehr starke Absetzsymptome danach alles bestens
2004 Winter: Mirtazapin 30mg
2007 Herbst: Mirtazapin 45mg
2008 Frühjahr: Mirtazapin 30mg
2012 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 1,5 Monaten auf 7,5mg. Sehr starke Absetzsymptome bei 7,5mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 30mg
2012 Herbst: Mirtazapin 45mg
2013 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 2 Monaten auf 15mg. Sehr starke Absetzsymptome bei 15mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 45mg
2014 Herbst: Zusätzlich phasenweise 5 HTP 25mg - 150mg bis zum heutigen Tag. Aber generell keine Probleme wenn auf 0mg reduziert wird.
2017 Sommer: Cannabidiol manchmal am Abend. Davor seit 1999: Cannabis.

2018 Januar: 1. Absetzversuch von 45mg Mirtazapin mit sehr langsamen Reduktionsschritten. Absetzgeschwindigkeit: konstant 0,5mg Mirtazapin / Woche bis 03.03.2019.

2019 März: Absetzgeschwindigkeit auf 1 mg pro Monat geändert

Aktuell:
18.03.2019 13,5mg Mirtazapin

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