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Axelotti: Fehler beim Absetzen Citalopram_wie korrigieren?

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Axelotti
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Axelotti: Fehler beim Absetzen Citalopram_wie korrigieren?

Beitrag von Axelotti »

Guten Tag zusammen,

ich habe mich heute zum ersten Mal angemeldet, nachdem ich zunächst "nur" Lesende war....und mir dabei gleich mehrere "Lichter aufgegangen" sind.
:shock:

-> vielen Dank zunächst an alle, deren Beiträge ich gelesen habe für die viele Mühe/Arbeit, die in den wirklich hilfeichen Artikeln steckt!!!!

Auch ich habe (witzigerweise nach anfänglicher Skepsis, die dann aber irgendwann verschwunden ist), sicherlich mitbedingt durch jahrelange Verharmlosung der Medis durch alle Ärzte, denen ich begegnet bin, das Medikament schließlich in verschiedenster Hinsicht selbst verharmlost....
...und habe daher ganz aktuell Fehler gemacht :? , bei denen ich überlege, wie ich sie am besten "rückgängig" machen bzw. die Folgen einschränken kann.

-> ich habe nach jahrenlanger Einnahme von Citalopram (in verschiedener Dosierung; zuletzt für ca. 1,5 Jahre 40mg) in Rücksprache mit Therapeutin einen Reduktionsversuch (mein Ziel wäre es ganz abzusetzen!!!!) unternommen.
1. Fehler: ich bin von 40 mg auf 30 mg gegangen, was, wie ich jetzt weiß ein großer/vielleicht zu großer Schritt war
2. Fehler (wie blöd kann man sein :roll: ): davon auusgehend, dass es ohnehin um einen "Spiegelwert" geht, der sich nicht von einem Tag auf den anderen ändert, habe ich dies zunächst umgesetzt durch: 1 Tag 40 mg -> 1 Tag 20 mg -> 1 Tag 40 mg ->1 Tag 20mg.....ich dachte, so käme ich "im Durchschnitt" auch auf 30 mg und das sei letztlich "genauer", als meine 40mg-Tabletten "von Hand und krumm" durchzuschneiden...wie gesagt, saublöd, wie ich jetzt weiß :?
Die Reduktion habe ich vo ca. 3 Wochen begonnen, sei ca. 1 Woche kämpfe ich mit sehr unangenehmnde Begleiterscheinungen: Schlafprobleme(!), Unruhe/"Hirnrasen", Gereiztheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Gefühl fehlender Belastbarkeit/Stressresisitenz (leider bin ich parallel noch in eine recht anstrengen Phase bei der Arbeit geschlittert), zunehmende "Unsicherheit"/weniger Selbstvertrauen...

Ich kann das jetzt alles einordnen und es betätigt mich nur umsomehr darin, dass mein Gehirn, dass sich jetzt so mühevoll "wiederanpassen" muss längerfristig von diesem Mittel "loskommen" soll!!!! Wäre ich nur "für mich" würde ich einfach "aushalten". Da ich aber Sorge vor einem noch größeren Einbruch habe, der zu einem Ausfall bei der Arbeit führen könnte, würde ich gerne wissen, ob ich den "zu großen und falsch umgesetzten" Schritt zunächst nochmal ausgleichen sollte, bevor ich weiter mache mit der Redzierung
-> meine Tabletten schneide ich jetzt doch zu und werde mir für weitere Schritte eine Feinwaage kaufen.
-> soll ich mit dem nächsten Reduktionschritt lieber längerr als 4 - 6 Wochen warten? Vielleicht so lange, bis ich eine "Absetzwirkungen" spüre??
-> oder sollte ich kurzfristig sogar nochmal hoch auf 40 mg. oder vielleicht auf 36 mg (was der erste 10%-Schritt hätte sein sollen)

Ich weiß, dass es keine "Empfehlungen" geben kann, aber ein Einschätzung Eurerseits vor dem Hintergrund all der Erfahrungen und Kenntnisse würde mich sehr freuen (um dann natürlich meine EIGENE selbstverantwortliche Entscheidung zu treffen :) )

Ich sage hier schon einmal vielen herzlichen Dank für jede Antwort (oder gerne auch Hinweis auf schon Bestehendes, was ich vielleicht übersehen habe)

Herzliche Grüße Axelotti
Zuletzt geändert von Gwen am 15.07.2018 12:29, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Name im Titel ergänzt zur besseren Übersichtlichkeit im Forum
Ululu
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Re: Axelotti: Fehler beim Absetzen Citalopram_wie korrigieren?

Beitrag von Ululu »

Hallo Axelotti,

herzlich willkommen hier im Forum.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander.

Dies hier ist jetzt dein persönlicher thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Bitte lies dich aber zunächst in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein. Du findest sie hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=12880

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen "Umgang mit dem Entzug" und "Gesundheit". Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst.Die Anleitung wie das geht und was hinein gehört findest du hier:

https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 46&t=15035

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruss zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag clicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.app.php/rules

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe etwas Geduld.


Wir wünschen dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüsse
das ADFD Team
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Re: Axelotti: Fehler beim Absetzen Citalopram_wie korrigieren?

Beitrag von Ululu »

Hallo Axelotti,

in deinem Fall würde ich jetzt auf eine Dosis von 30 mg gehen und diese jeden Tag einnehmen.
Es ist gut möglich, dass du dich so schön stabilisieren kannst.
Sollte es dir nicht besser gehen, kann man immer noch etwas aufdosieren.

LG Ute
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Axelotti
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Re: Axelotti: Fehler beim Absetzen Citalopram_wie korrigieren?

Beitrag von Axelotti »

Liebe Ute,

Vielen Dank für deine Antwort/ Deinen Tipp. So habe ich es mir selbst auch gedacht. Bei 30mg (täglich ;-)) bleiben, warten ob/wann ich mich stabilisiere und dann über den nächsten Reduktionsschritt nachdenken. Und falls es doch nicht besser wird würde ich vielleicht nochmal Anfragen ob zurück auf 40 oder etwas weniger....

Dankeschön und Liebe Grüße
Michaela
Gwen
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Re: Axelotti: Fehler beim Absetzen Citalopram_wie korrigieren?

Beitrag von Gwen »

Hallo Michaela,
Axelotti hat geschrieben: 16.07.2018 18:25 Und falls es doch nicht besser wird würde ich vielleicht nochmal Anfragen ob zurück auf 40 oder etwas weniger....
Wenn ein weiteres Aufdosieren nötig sein sollte, solltest Du in kleinen Schritten Aufdosieren. Denn auch Schritte nach oben erfordern eine Anpassung Deines Körpers und können ihn daher entsprechend stressen wenn sie schnell und/oder groß ausfallen.

Viele Grüße Gwen
Diagnose: schwere rezidivierende Depressionen
Escitalopram: 0 mg!!

[spoil]Diagnosen: schwere rezidivierenden Depressionen seit der Kindheit, teilweise mit Angst-/ Panikattacken

Medikamente:
1999 Lorazepam (Bedarf), Opipramol (extreme Müdigkeit), Wechsel zu Paroxetin ca 2005 abgesetzt (selbständig langsam mit Seroxat-Suspension reduziert nach schlechten Erfahrungen beim Kaltenzugsversuch im KKH)

2008/09(?) Rückfall, Citalopram 20mg
irgendwann Wechsel auf Escitalopram 10mg
zwischendurch wg Schwangerschaft auf 2,5mg reduziert, nach der Geburt schwere postpartale Depression. 1 Woche Diazepam im AllgemeinKKH. Dank Beratung von "Schatten und Licht eV" eine Mutter-Kind Station gefunden. Zu Anfang Lorazepam als Bedarf und Escitalopram wieder 10mg.

03/2016 5mg Starke Kopfschmerzen und Müdigkeit
04/2016 6mg Besser. Jedoch seit Monaten erschöpft und müde
17.01.17 5,4mg. Lange Stabilisierungsphase. Es geht mir richtig gut. Viel Bewegung. Deutlich weniger Müdigkeit, viel fitter und ausgeglichener als sonst
09.04.17 3,5mg Übermut -> Kopfschmerzen, müde, Gliederschmerzen...
24.04.17 4mg stabiler! Dann EBV-Infektion - lange Erholungsphase
12.07.17 3,5mg
01.09.17 3,0mg
17.11.17 2,5mg
31.01.18 2,25mg
12.03.18 2,0mg
06.04.18 Omega3 (EPA+DHA=1200mg)
09.04.18 Magnesium 360mg

....
Zwischenschritte fehlen gegen Ende
Seit Ende Mai 2019 auf Null[/spoil]
Axelotti
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Re: Axelotti: Fehler beim Absetzen Citalopram_wie korrigieren?

Beitrag von Axelotti »

Hallo Gwen,

super, vielen Dank!
Auch diesen Rat hätte ich so von meinen (bisherigen) Ärzten nicht bekommen! Leuchtet mir aber nachdem was ich hier an NEUEN Erkenntnissen gewonnen habe ALLES so ein, dass ich rückblickend auch mit meiner eigenen früheren Naivität sehr "milde" umgehen muss 😉

Tolles tolles Forum!
Herzliche Grüße
Michaela
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Re: Axelotti: Fehler beim Absetzen Citalopram_wie korrigieren?

Beitrag von Ululu »

Hallo Axelotti,

Du brauchst dir keine Vorwürfe machen.
:hug:
Wie hättest du es besser wissen sollen.

Wirklich schlimm ist, dass Ärzte so ahnungslos sind.

Du hast relativ früh in deinem Absetzverlauf hergefunden, so kannst du schwere Fehler vermeiden und hast gute Chancen möglichst symptomlos von dem Medikament loszukommen.

LG Ute
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Re: Axelotti: Fehler beim Absetzen Citalopram_wie korrigieren?

Beitrag von Axelotti »

Hallo Ute,

das ist super nett :-) Und Selbstvorwürfe ändern ja auch nichts. Insofern lernen und besser machen :-).

Danke auch für das Mutmachen!! Ich bin bin in der Tat super froh, dass ich recht zu Beginn meines Absetzprozesses hierher gefunden habe....und bin (zumindest bis zur nächsten "Welle" :-)) zuversichtlich, mit den richtig dosierten Schritten und den "Werkzeugen", die ich im Laufe der Jahre für mich gefunden habe, "da raus"komme. Auch kann ich frühere fehlgeschlagene Versuche, die mich immer überzeugten, dass ich halt doch noch nicht "so weit" bin heute ganz anders sehen und ggf. auch Ärzten anders gegenüber treten (wobei ich das in der Tat (noch) schwierig finde).

UND ich werde heute da, wo sich mir die Möglichkeit bietet dazu beitragen, dass die Sorglosigkeit, mit der manche Pillen heute verschrieben/eingenommen werden einer zumindest "guten Informiertheit" Platz macht... unter anderem mit Verweis auf dieses Forum:-)

Dir Ute/bzw. Euch allen, die Du/Ihr ja alle Euren Weg "heraus" geht wünsche ich ebenfalls alles erdenktlich Gute & Erfolg beim Weg in eine Leben "ohne"!!
Herzliche Grüße
Michaela
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