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adsert13: Nach Absetzen Wiedereinstieg Sertralin - andere Wirkung?

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adsert13
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adsert13: Nach Absetzen Wiedereinstieg Sertralin - andere Wirkung?

Beitrag von adsert13 »

Hallo!
Durch Zufall bin ich auf dieses Forum gestoßen und habe gesehen, dass man sich hier mit anderen Leidensgenossen austauschen kann :)
Deswegen hab ich mich mal angemeldet. Ich bin männlich, 20 Jahre alt, Student, ca 1,70m groß, wiege etwa 60kg und komme aus Österreich.
Nun frage ich um Rat meiner derzeitigen Situation: Nach dem Absetzen von Sertralin im Februar fing ich wieder Anfang Juli mit Sertralin wieder an (auf Rat des Psychiaters). Meinen genauen Krankheitsverlauf findet ihr in meiner Signatur.

Ich leide seit dem Sommer 2015 unter eine Angststörung. Im Juli 2015 bin ich bei einer öffentlichen Veranstaltung zusammengebrochen - ich hatte eine (epileptischen) Krampfanfall und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Die zwei Tage zuvor hatte ich mächtig viel Alkohol getrunken und beide Tage zusammen maximal 4 Stunden geschlafen - dazu kam am besagten Tag eine irre Hitze (35°) und ich hatte eine (dicke) Uniform an. Tja auf jeden Fall bin ich im Krankenhaus dann durchgecheckt worden da man vermutete, dass ich an Epilepsie leide (es war bereits mein 2. Krampfanfall in 6 Monaten) - Schlussendlich kam nichts heraus und ich konnte wieder nach Hause gehen und dachte mir "Ich war sehr dumm sowas mach ich nie mehr".

Leider wars nicht so einfach, in den darauffolgenden Monaten entwickelte sich eine Ängstlichkeit und zwar die Angst "umzukippen" bzw. wieder das Bewusstsein zu verlieren, zu verkrampfen und in der Öffentlichkeit "lächerlich" zu sein. Dazu kam noch:
  • Ich war schon immer ein nachdenklicher Mensch und philosophierte, was andere Menschen über mich denken
  • Meine Mutter ist ein besorgter Mensch - sie sagt uns immer wir sollen aufpassen, es kann was passieren etc - hat wohl unterbwusst beeinflusst
  • Ich hatte in diesem Jahr meine Matura (=Abitur in D), also hatte ich auch Stress
  • Ungesunder Lebensstil (kein/zu wenig Sport), Rauchen, Alkohol und gelegentlich Hanf
  • Die oben beschriebene "Geschichte" war der Anlass, dass schlussendlich meine Angststörung ausgebrochen ist
Erst Ende Dezember 2016, als ich schon mein erstes Semester angefangen habe im Studium ging ich zu einem Psychiater, da ich meine Angststärung nicht mehr aushielt. Zuerst suchte ich immer nach einer organischen Ursachen (ich war bei einen Haufen Ärzten) da ich einen Dauerschwindel hatte (nun weiß ich: es ist ein dauerhafter "Angstschwindel"), außerdem zitterte ich am ganzen Körper, hatte Herzrasen und Übelkeit. Nun ja mein Psychiater führte mit mir eine Gesprächstherapie und verschrieb mir Sertralin - das nahm ich auch bis auf 150mg und mir ging es wesentlich besser!
Aufgrund einer negativen Einstellung meiner Eltern (und z.T. auch meiner eigenen) setze ich Sertralin bis März 2018 wieder ab, obwohl es mir damit wesentlich besser ging. Tja schlussendlich kamen die Beschwerden alle wieder zurück darum dachte ich, ich haben doch eine organische Ursache deswegen ging ich zu einem Neurologen. Dieser stellte wieder eine Angststörung fest - ich bekam Medikamente (Escitalopram, Duloxetin) die mir aber nicht halfen sodass ich am Schluss wieder bei meinem Psychiater gelandet bin und nun auf 100mg Sertralin wieder bin.

Jetzt frage ich mich aber - wird das Sertralin je wieder wirken so wie früher? Ich habe meiner Meinung nach einfach zu schnell abgesetzt und bereue diesen Fehler zutiefst.. Mittlerweile nehme ich seit ca. 2 Wochen 100mg Sertralin und ich merke zwar eine leichte Besserung, jedoch ist dieser Daurschwindel/Dauerbenommenheit noch immer da, ich bin "innerlich angespannt" und zittere ab und an bzw. hab ich auch noch immer Angst.
Neben Sertralin nehme ich noch Magnesium (habe einen Magnesiummangel) und das homöopathische Medikament Taumea, in der Hoffnung, dass es etwas gegen den Schwindel hilft.

Mittlerweile gilt einmal für mich: Mit der Medikation stabil werden und endlich das Leben "normal" leben. Ich weiß, dass auch womöglich eine Verhaltenstherapie helfen kann, jedoch gibt es in Österreich so gut wie keine Kassaplätze. Zudem müssten diesen meine Eltern finanzieren, welche ohnehin mir einreden wollen, dass mir nichts fehlt und diese "psychischen Behandlungen" für nichts sind bzw. mich nur Tablettenabhängig machen..
Deswegen zahle ich meinen Psychiater von nun an auch selber, dass sie nicht mitkriegen wenn ich zu einer Sitzung gehe. Wenn ich mit meiner Ausbildung fertig wäre würde ich dann eine Therapie machen, welche ich dann selber bezahlen könnte. Aber ganz allein gestellt bin ich zum Glück nicht: Ich habe eine wunderbare Freundin welche mich unterstützt - ich war mit ihr bereits seit 2014 zusammen, also bevor meine Krankheit ausgebrochen ist.

Ich habe mittlerweile aufgehört zu Rauchen, ich mache mehr Sport, ich trinke wenig bis gar keinen Alkohol, nehme keine Drogen, Schlafe mehr, mache Entspannungsübungen oder suche den Ausgleich in der Natur und ernähre mich auch etwas gesünder. Wenn ich mich mit meinen Freunden vergleiche dann würde ich sagen ich wäre "vernünftig" und lebe gesund.
Leider geht es mir aber noch immer nicht gut - hab ihr Tipps für mich was ich noch machen kann? Das Sertralin hilft mit 100mg leider noch nicht, wahrscheinlich macht auch eine Dosissteigerung Sinn (werde dazu meinen Psychiater nach 3 Wochen fragen) und ich fühle mich dauerängstlich, dauergestresst und dauerschwindlig, ich möchte zumindest mal einen Tag Pause :cry:
Habe mir sogar schon überlegt meinen Psychiater zu fragen ob ich vielleicht eine Zweitsubstanz nehmen soll z.B. Pregabalin oder Benzodiazepine. Allerdings habe ich da (besonder bei den Benzos) Angst eine Abhängigkeit zu etnwickeln und würde lieber drauf festhalten, dass das Sertralin endlich anschlägt und es mir besser geht..

LG und danke fürs Lesen :?
Diagnose: (generalisierte) Angststörung mit Panikattacken im Dez. 2016
Symptome: Dauerschwindel, Nervosität, Herzrasen, Zittern, Übelkeit, Angst...

Therapie und Medikation:
- Mitte Dezember 2016: Beginn mit Sertralin (25mg) und Gesprächstherapie
- Ende Dezember 2016: Dosissteigerung auf 50mg - keine Nebenwirkungen außer Müdigkeit
- Ab 25. Jänner: 75mg, da noch immer keine Wirkung
- im laufe der Zeit Besserung, aber nicht zufrieden - 100mg
- Panikattacke im April 2017 bei einem Gasthausbesuch - Dosissteigerung auf 125mg
- Nun merkliche Besserung, trotzdem "kurze" Dosissteigerung auf 150mg im Juni 2017
- "Schlechtes Denken über Medikamente" --> deswegen Absetzen (Eltern beeinflusst)
- Zuletzt auf 150mg Sertralin im Sommer 2017 (Medikamente ca. ein halbes Jahr genommen)
- In Absprache mit Psychiater Absetzung (langsam) über mehrere Monate - dauerte bis Februar 2018
- Während des absetzens noch immer gute Besserung und Laune, erst mit unter 75mg wurde es etwas "brennsliger"
- Schlussendlich im Februar komplett abgesetzt - 0mg Sertralin

- Ende Februar/Anfang März 2018: Rückschlag - Bekam Schwindel und Panikattacken; Dachte an organ. Ursache
- Ging im März zum Neurologen (anderer Arzt) machte die Diagnose Angststörung (keine organ. Ursache)
- Von April bis Mai 2018: Escitalopram mit zuerst 5mg, dann auf 10mg; Leider überhaupt nicht vertragen (Suizidgedank.)
- Wechsel auf Duloxetine (Cymbalta): Zuerst 30mg dann auf 60mg - SNRI
- Besser vertragen als Escitalopram, allerdings Nebenwirkungen wie Schwitzen und starkes Zittern
- 7.Juni 2018: Zurück zum Psychiater, unerfreut wegen "Zwischenpfuschen" eines andren Arztes
- Zurück zu Sertralin - Juli 2018 jetzige Dosis: 100mg - Besserung, allerdings noch immer Schwindel, Anspannung, Angst
Murmeline
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Re: adsert13: Nach Absetzen Wiedereinstieg Sertralin - andere Wirkung?

Beitrag von Murmeline »

Hallöchen!

Es gibt sicher noch andere antworten, aber ist dir bewusst, dass du in einem Psychopharmaka kritischen Forum gelandet bist? Wir tauschen uns hier über Probleme, Risiken, Schäden und Absetzwege aus, nixht darüber, mit welchen Substanzen es sich gut leben lässt. Dafür ist in anderen Foren Raum.

Bitte lies hier
https://www.adfd.org/austausch/app.php/rules
Und https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... =12&t=1811

Nichts für ungut, ich möchte nur sicherstellen, dass du weißt, wo du bist bzw. unseren Kontext.

Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
Gwen
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Re: adsert13: Nach Absetzen Wiedereinstieg Sertralin - andere Wirkung?

Beitrag von Gwen »

Hallo adsert:

Ich habe mir gerade Deinen Verlauf in der Signatur angesehen und möchte Dir eine Rückmeldung dazu geben.
Während des absetzens noch immer gute Besserung und Laune, erst mit unter 75mg wurde es etwas "brennsliger"
- Schlussendlich im Februar komplett abgesetzt - 0mg Sertralin
- Ende Februar/Anfang März 2018: [highlight=yellow]Rückschlag - Bekam Schwindel und Panikattacken;[/highlight] Dachte an organ. Ursache
- Ging im März zum Neurologen (anderer Arzt) machte die Diagnose Angststörung (keine organ. Ursache)
- Von April bis Mai 2018: Escitalopram mit zuerst 5mg, dann auf 10mg; Leider überhaupt nicht vertragen (Suizidgedank.)
- Wechsel auf Duloxetine (Cymbalta): Zuerst 30mg dann auf 60mg - SNRI
- Besser vertragen als Escitalopram, allerdings Nebenwirkungen wie Schwitzen und starkes Zittern
- 7.Juni 2018: Zurück zum Psychiater, unerfreut wegen "Zwischenpfuschen" eines andren Arztes
- Zurück zu Sertralin - Juli 2018 jetzige Dosis: 100mg - Besserung, allerdings noch immer Schwindel, Anspannung, Angst
Ohne jetzt genau zu wissen, wie Du abgesetzt hast, spricht das zeitnahe Auftreten und die Tatsache, dass es sich bei Schwindel und Angst auch um ganz typische Entzugsbeschwerden handelt dafür, dass Du vermutlich zu schnell abgesetzt hast. Die Erfahrung zeigt, dass andere Medikamente (bei Dir ja das Escitalopram und das Duloxetin) einen Entzug nicht auffangen sondern dann nur zu anderen bzw verstärkten Symptomen führen. Das scheint bei Dir ja dann auch so gewesen zu sein. Das Wiedereindosieren des ursprünglichen Medikaments ist da grundsätzlich eine richtige Idee, hätte aber in einer deutlich geringeren Dosis erfolgen müssen, um Dein sowieso schon sehr gereiztes ZNS nicht noch mehr zu reizen. Leider kennen sich viele Ärzte jedoch nur schlecht mit dieser Thematik aus und behandeln eher nach dem Grundsatz "viel hilft viel", was aber leider - wie Du ja auch gerade erfahren musst- nicht der Fall ist.

Viele Grüße Gwen
Diagnose: schwere rezidivierende Depressionen
Escitalopram: 0 mg!!

[spoil]Diagnosen: schwere rezidivierenden Depressionen seit der Kindheit, teilweise mit Angst-/ Panikattacken

Medikamente:
1999 Lorazepam (Bedarf), Opipramol (extreme Müdigkeit), Wechsel zu Paroxetin ca 2005 abgesetzt (selbständig langsam mit Seroxat-Suspension reduziert nach schlechten Erfahrungen beim Kaltenzugsversuch im KKH)

2008/09(?) Rückfall, Citalopram 20mg
irgendwann Wechsel auf Escitalopram 10mg
zwischendurch wg Schwangerschaft auf 2,5mg reduziert, nach der Geburt schwere postpartale Depression. 1 Woche Diazepam im AllgemeinKKH. Dank Beratung von "Schatten und Licht eV" eine Mutter-Kind Station gefunden. Zu Anfang Lorazepam als Bedarf und Escitalopram wieder 10mg.

03/2016 5mg Starke Kopfschmerzen und Müdigkeit
04/2016 6mg Besser. Jedoch seit Monaten erschöpft und müde
17.01.17 5,4mg. Lange Stabilisierungsphase. Es geht mir richtig gut. Viel Bewegung. Deutlich weniger Müdigkeit, viel fitter und ausgeglichener als sonst
09.04.17 3,5mg Übermut -> Kopfschmerzen, müde, Gliederschmerzen...
24.04.17 4mg stabiler! Dann EBV-Infektion - lange Erholungsphase
12.07.17 3,5mg
01.09.17 3,0mg
17.11.17 2,5mg
31.01.18 2,25mg
12.03.18 2,0mg
06.04.18 Omega3 (EPA+DHA=1200mg)
09.04.18 Magnesium 360mg

....
Zwischenschritte fehlen gegen Ende
Seit Ende Mai 2019 auf Null[/spoil]
adsert13
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Re: adsert13: Nach Absetzen Wiedereinstieg Sertralin - andere Wirkung?

Beitrag von adsert13 »

Danke für eure Antworten!

@Gwen: An sowas hab ich gar nicht gedacht.. Klingt aber plausibel. Kann das aber wirklich sein? Immerhin hab ich das Medikament über knapp 9 Monate abgesetzt (von 150mg auf 0mg). Wie viel Zeit hätte ich mir dann eher einplanen sollen?

Die Absetzschritte sind immer in 25mg Schritten erfolgt.

LG
Diagnose: (generalisierte) Angststörung mit Panikattacken im Dez. 2016
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- Mitte Dezember 2016: Beginn mit Sertralin (25mg) und Gesprächstherapie
- Ende Dezember 2016: Dosissteigerung auf 50mg - keine Nebenwirkungen außer Müdigkeit
- Ab 25. Jänner: 75mg, da noch immer keine Wirkung
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- Zuletzt auf 150mg Sertralin im Sommer 2017 (Medikamente ca. ein halbes Jahr genommen)
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- Schlussendlich im Februar komplett abgesetzt - 0mg Sertralin

- Ende Februar/Anfang März 2018: Rückschlag - Bekam Schwindel und Panikattacken; Dachte an organ. Ursache
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- Von April bis Mai 2018: Escitalopram mit zuerst 5mg, dann auf 10mg; Leider überhaupt nicht vertragen (Suizidgedank.)
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- 7.Juni 2018: Zurück zum Psychiater, unerfreut wegen "Zwischenpfuschen" eines andren Arztes
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Gwen
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Re: adsert13: Nach Absetzen Wiedereinstieg Sertralin - andere Wirkung?

Beitrag von Gwen »

Hallo adsert,

wir empfehlen, jeweils 5-10% der Dosis zu reduzieren und dann 4-6 Wochen zu warten, bis der Körper sich angepasst hat.

Im oberen Bereich haben die Reduktionen bei Dir ja noch ganz gut geklappt. Das ist meist so, da die Belegung der Serotonintransporter nicht linear verläuft (Grafiken für Sertralin findest Du hier: viewtopic.php?f=19&t=8829#p105713). Im unteren Bereich sind jedoch noch verhältnismäßig viele Transporter belegt, hier sollte dann wirklich kleinschrittig vorgegangen werden. Und da waren es ja dann bei Dir von 75mg auf 50mg ca 30% und beim nächsten Schritt auf 25mg sogar 50% Reduktion. In dem Bereich lag also vermutlich das Problem.

Viele Grüße Gwen
Diagnose: schwere rezidivierende Depressionen
Escitalopram: 0 mg!!

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Medikamente:
1999 Lorazepam (Bedarf), Opipramol (extreme Müdigkeit), Wechsel zu Paroxetin ca 2005 abgesetzt (selbständig langsam mit Seroxat-Suspension reduziert nach schlechten Erfahrungen beim Kaltenzugsversuch im KKH)

2008/09(?) Rückfall, Citalopram 20mg
irgendwann Wechsel auf Escitalopram 10mg
zwischendurch wg Schwangerschaft auf 2,5mg reduziert, nach der Geburt schwere postpartale Depression. 1 Woche Diazepam im AllgemeinKKH. Dank Beratung von "Schatten und Licht eV" eine Mutter-Kind Station gefunden. Zu Anfang Lorazepam als Bedarf und Escitalopram wieder 10mg.

03/2016 5mg Starke Kopfschmerzen und Müdigkeit
04/2016 6mg Besser. Jedoch seit Monaten erschöpft und müde
17.01.17 5,4mg. Lange Stabilisierungsphase. Es geht mir richtig gut. Viel Bewegung. Deutlich weniger Müdigkeit, viel fitter und ausgeglichener als sonst
09.04.17 3,5mg Übermut -> Kopfschmerzen, müde, Gliederschmerzen...
24.04.17 4mg stabiler! Dann EBV-Infektion - lange Erholungsphase
12.07.17 3,5mg
01.09.17 3,0mg
17.11.17 2,5mg
31.01.18 2,25mg
12.03.18 2,0mg
06.04.18 Omega3 (EPA+DHA=1200mg)
09.04.18 Magnesium 360mg

....
Zwischenschritte fehlen gegen Ende
Seit Ende Mai 2019 auf Null[/spoil]
adsert13
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Re: adsert13: Nach Absetzen Wiedereinstieg Sertralin - andere Wirkung?

Beitrag von adsert13 »

Hallo Gwen,

Das klingt plausibel, ich hab mich selbee schon gewundert, dass die Schritte schon "drastisch" sind. Aber Sertralin gibts ja nur in 25, 50 und 100 mg, wie komm ich da zum Beispiel von einer Reduktion von 50mg auf 45mg ? (=10%)

Dann werd ich derzeit mal am Sertralin festhalten und schauen wie es mir weiterhin geht. Wenn der Versuch des Absetzens kommt, dann werd ich so vorgehn wie empfohlen.

LG
Diagnose: (generalisierte) Angststörung mit Panikattacken im Dez. 2016
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Therapie und Medikation:
- Mitte Dezember 2016: Beginn mit Sertralin (25mg) und Gesprächstherapie
- Ende Dezember 2016: Dosissteigerung auf 50mg - keine Nebenwirkungen außer Müdigkeit
- Ab 25. Jänner: 75mg, da noch immer keine Wirkung
- im laufe der Zeit Besserung, aber nicht zufrieden - 100mg
- Panikattacke im April 2017 bei einem Gasthausbesuch - Dosissteigerung auf 125mg
- Nun merkliche Besserung, trotzdem "kurze" Dosissteigerung auf 150mg im Juni 2017
- "Schlechtes Denken über Medikamente" --> deswegen Absetzen (Eltern beeinflusst)
- Zuletzt auf 150mg Sertralin im Sommer 2017 (Medikamente ca. ein halbes Jahr genommen)
- In Absprache mit Psychiater Absetzung (langsam) über mehrere Monate - dauerte bis Februar 2018
- Während des absetzens noch immer gute Besserung und Laune, erst mit unter 75mg wurde es etwas "brennsliger"
- Schlussendlich im Februar komplett abgesetzt - 0mg Sertralin

- Ende Februar/Anfang März 2018: Rückschlag - Bekam Schwindel und Panikattacken; Dachte an organ. Ursache
- Ging im März zum Neurologen (anderer Arzt) machte die Diagnose Angststörung (keine organ. Ursache)
- Von April bis Mai 2018: Escitalopram mit zuerst 5mg, dann auf 10mg; Leider überhaupt nicht vertragen (Suizidgedank.)
- Wechsel auf Duloxetine (Cymbalta): Zuerst 30mg dann auf 60mg - SNRI
- Besser vertragen als Escitalopram, allerdings Nebenwirkungen wie Schwitzen und starkes Zittern
- 7.Juni 2018: Zurück zum Psychiater, unerfreut wegen "Zwischenpfuschen" eines andren Arztes
- Zurück zu Sertralin - Juli 2018 jetzige Dosis: 100mg - Besserung, allerdings noch immer Schwindel, Anspannung, Angst
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Re: adsert13: Nach Absetzen Wiedereinstieg Sertralin - andere Wirkung?

Beitrag von Murmeline »

Moin!

Bitte lies dich hier ein, auch die weiterführenden Links. Unter praktische Hinweise gibt es Infos, wie mein kleine Dosisschritte herstellt! Wenn darüber hinaus fragen auftreten, stelle sie gerne.

viewtopic.php?f=18&t=12880

Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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