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Sonja27: Venlafaxin absetzen

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Sonja27
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Sonja27: Venlafaxin absetzen

Beitrag von Sonja27 » Samstag, 16.01.16, 18:46

Hallo,

mein Name ist Sonja und ich möchte erst einmal Danke sagen, dass es dieses Forum gibt. Bitte seid mir nicht böse, dass meine Geschichte manchmal etwas durcheinander wirkt, aber mein Kopf ist zur Zeit ziemlich daneben.
Nun zu meiner Geschichte:
Im Dezember 2012 kam ich wegen einer Depression und Angststörung in die Psychiatrie, wo ich dann lange 5 Monate verbrachte :(
Seitdem nehme ich Venlafaxin 300 mg, Elontril 300 mg, Lyrica 50 mg sowie L-Thyroxin 50mg.
Habe angefangen Venlafaxin (natürlich in Absprache mit meinem Arzt) langsam abzusetzen. Ich weiss leider nicht mehr, wann ich damit angefangen habe, da ich es mir blöderweise nicht aufgeschrieben habe. Ich weiss nur, dass ich im Juni 2015 mit Venlafaxin begonnen habe und dann im Dezember mit 37,5 mg weitergemacht habe. Seit 7. 01.16 nehme ich gar kein Venlafaxin mehr, aber noch die anderen Medikamente,

Nun zu meinen Problemen:
Mein Hauptproblem ist, dass ich seit ungefähr September/Oktober 2015 jeden Tag!!!!! (ich hoffe, das glaubt mir jemand) wahnsinnige Kopfschmerzen habe und das schlimme daran ist, dass kein Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol, Novaminsulfon) hilft.
Ich war schon bei der Massage, Osteopath, Muskelentspannung nach Jacobsen, etc. Nichts hat geholfen.
Ich gehe nun davon aus, dass die Schmerzen durch den Entzug kommen. Was mich jedoch stutzig macht, ist die Tatsache, dass kein Schmerzmittel hilft.
Ich halte diese Schmerzen nicht mehr lange aus.
Natürlich habe ich neben den Kopfschmerzen noch diverse andere Symptome wie Übelkeit, Durchfall, Aggressivität, Brain-zaps.

Vielleicht hat ja jemand eine Idee, warum auf einmal kein Schmerzmittel bei mir wirkt und wie lange diese KOpfschmerzen noch anhalten. Noch zur Info: Die Schmerztablette hat schon beim Anfang der ersten KOpfschmerzen nicht geholfen, also kein medikamenteninduzierter Kopfschmerz. Nehme auch keine Schmerzmittel mehr, da sie eh nicht helfen.
Aber wie gesagt, ich halte das nicht mehr lange aus :frust:

Liebe Grüsse
Sonja27
Vielen Dank schon mal im Voraus
Zuletzt geändert von Annanas am Dienstag, 10.09.19, 18:18, insgesamt 3-mal geändert.
Grund: Titel aktualisiert

Dane
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Dane » Samstag, 16.01.16, 19:17

Hallo Sonja,

herzlich wilkommen im adfd! :)

Erfahrungsgemäß liegen leider meist Welten zwischen dem, was Ärzte unter korrektem Ausschleichen verstehen und wie es die Betroffenen dann selbst erleben. Wie waren denn deine konkreten Absetzschritte?

Hier mal eine (unvollständige) Checkliste von Entzugserscheinungen durch Psychopharmaka:
http://antidepressiva-absetzen.de/Stufe_3.html

Übelkeit, Durchfall, Aggressivität, Brain-zaps...all das ist ganz typisch und spricht für ein sich anbahnendes Absetzsydrom!

In dieser Grafik wird deutlich, dass SSRI wie Venlafaxin im unteren Dosisbereich besonders potent wirken. Selbst bei einer vermeintlich geringen Dosis wie 37,5mg sind noch knapp 80% :!: der Rezeptoren mit dem Wirkstoff belegt!
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 29#p105715

Wir empfehlen hier, 10% der Ausgangsdosis alle 4-6 Wochen abzusetzen (Schema nach Dr. Breggin). um das Ausschleichen für das ZNS so sanft wie möglich zu gestalten, sodass es am besten gar nicht erst zu den ganzen Entzugssymptomen kommt. Wie du merkst, wäre das bei 300mg einem Jahresprojekt gleichgekommen! Überhaupt ist das eine extrem hohe Dosis und z.B. in der Grafik gar nicht mehr abgetragen. :D Aber das tut jetzt auch nichts mehr zur Sache...

Dein Gehirn giert nach dem "fehlenden Stoff" und das ist nun mal das Venlafaxin. Absetzsymptome lassen sich aller Erfahrung nach nicht durch andere Medikamente deckeln, kein Schmerzmittel, kein Psychopharmakon...

Ich würde dir zu einer Wiedereinnahme einer gewissen Venlafaxin-Dosis raten, um die Entzugssymptome abzufedern und diese später ganz langsam auszuschleichen. Du bist noch nicht lange auf 0, aber Aussitzen ist aller Erfahrung nach die schlechteste Variante. Dann wird nämlich das Wiedereindosieren oft nicht mehr vertragen :!:

Am besten wäre es, wenn du dich auch in die anderen Venlafaxin-Threads einlesen würdest und dich schon mal mit der Kügelchenmethode vertraut machst!

Viele Grüße
Dane
Zuletzt geändert von Dane am Sonntag, 17.01.16, 0:04, insgesamt 7-mal geändert.
In den Wintermonaten 12/13 und 13/14: Einnahme von Johanniskraut (Laif 900, nicht ausgeschlichen)

06.2014 - 04.2015: Paroxetin (20/10mg) -> abrupt abgesetzt. Psychiaterin meinte: einfach weglassen!

Ende Juni beginnen die Absetzerscheinungen deutlich. Seitdem im kalten Entzug mit diversen Symptomen (vor allem Unruhe, Schwindel, Dauerübelkeit, Derealisation, Depression, Tinnitus, RLS, Druck/Ziehen hinter der Stirn, hohe Geräuschempfindlichkeit, kaum Libido).
Oft abwechselnd / wellenartiges Auftauchen & wieder verschwinden

> Versuch des krümelweise Wiedereinschleichens nach 2 Wochen abgebrochen! (Herzrasen, Panikattacken) <

Sep. - Nov. 2015: Promethazin (Atosil) bis zu 10 Tropfen -> zum Schluß heftige Symptomverschlimmerung :!:

Stand März 2016: Die meisten Symptome haben sich stark abgeschwächt; ich denke, ich befinde mich auf dem aufsteigenden Ast!

Was mir hilft: (oder zumindest nicht schadet)
Fischölkapseln
Passionsblumenkraut
Vitamin D3
Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training
und wenn es geht: viel Ruhe und Geduld :schnecke:

Kimeta
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Kimeta » Samstag, 16.01.16, 19:21

Liebe Sonja,

warst Du damit beim Arzt? Neurologe, Augenarzt, HNO?

Auch wenn es naheliegend ist, dass die Schmerzen vom Absetzen kommen, da Du weitere Symptome hast, so würde ich das trotzdem abklären lassen.

Da Du den Begriff "medikamenteninduzierter Kopfschmerz" kennst die Frage, ob Du früher auch Kopfschmerzen oder Migräne hattest? Wenn Migräne, hast Du Triptane genommen? Wenn ja, hast Du versucht, diesen Schmerz mit einem Triptan zu bekämpfen?

Ich kenne Kopfschmerzen als Absetzsymptom, sie sitzen dann im Gegensatz zu meinen "normalen" Migräne-Attacken hinter beiden Augen und sind auf eine spezielle Art sehr, sehr unangenehm, ich kann mich kaum bewegen und möchte mir am liebsten die Augen ausreißen.... Aber bei mir helfen Migränemittel in Kombi mit Schmerzmitteln glücklicherweise. Deshalb gehe ich davon aus, dass es eine Migräne ist, die sich nur anders zeigt.

Viele Grüße,
Kimeta
- Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
- Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013.
- Aktuell seit 14.05.2020: 1,75 mg

Hintergründe und Absetzverlauf:
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:schnecke: Mein Thread :schnecke:

Lisamarie
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Lisamarie » Samstag, 16.01.16, 19:28

Hallo Sonja,

Willkommen im ADFD.

Also wenn du im Juni mit dem Absetzen des Venlafaxin angefangen hast und im Dezember schon bei 37,5 mg warst und ab Januar auf 0 bist. Hast du vieeellll zu schnell abgesetzt. Ich denke das daher deine Kopfschmerzen kommen. Dein ZNS ist durch das schnelle Absetzen komplett sensibilisiert und reagiert mit Absetzproblematiken unter anderen die dauerhaften Kopfschmerzen. Dafür spricht auch das sie nicht auf Schmerzmittel ansprechen, weil es absetzbedingte Kopfschmerzen sind . Und natürlich glauben dir hier im ADFD alle, auch deine anderen Problematiken sind ziemlich sicher Absetzbeschwerden.

Mal zum Vergleich wie wir hier absetzen, alle vier bis sechs Wochen 10% der Ausgangsdosis , so das richtiges Absetzen in deinem Fall mindestens 1.5 Jahre gedauert hätte. Da du noch nicht lange auf 0 bist würde ich dir raten wieder etwas einzudosieren um dich wieder zu stabilisieren, meine Idee wäre dazu die letzte Dosis wieder einzunehmen um zu schauen ob sich deine Problematiken zurückbilden, eventuell müsstest du danach noch etwas höher, weil deine Ausgangsdosis 300 mg war. Und dann wenn du dich wieder genügend stabilisiert hast vernünftig ausschleichen.

Leider haben wir festgestellt das die meisten Ärzte keine Ahnung von richtigen Absetzen haben und schlichtweg falsche Absetzempfehlungen rausgeben.

Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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lunetta
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von lunetta » Samstag, 16.01.16, 21:33

Hallo!

Ich glaube auch dass du zu schnell abgesetzt hast....
Aber das hilft dir jetzt wenig.
Als Versuch könntest du probieren wieder eine ganz kleine Menge Venla einzudosieren, wenn die Schmerzen dann besser werden, sind es Absetzsymptome und du solltest dich mit einer kleinen Dosis stabilisieren und dann noch langsamer absetzen.

Laß es aber auf jeden Fall abklären! Dann bist du auf der sicheren Seite.

Ich bin auch eine chron. Kopfschmerzpatientin und habe schon Schmerzphasen von mehreren Wochen gehabt, man glaubt dann echt man wird wahnsinnig:(

Hast du schon mal Triptane verordnet bekommen, die wirken NUR bei Migräne, lösen dann aber Anfälle schnell.
Aber Vorsicht wegen Serotoninsyndrom - Triptane vertragen sich nicht mit bestimmten AD! Frag den Arzt!

Ich hatte schon mehrmals einen status migranosus, das ist Dauermigräne und da habe ich kurfristig Kortison bekommen, das löst den Migränezustand.
Und einmal habe ich im KH auch eine Valiuminfusion bei einem extrem langen Migräneanfall bekommen, da habe ich dann ein paar Stunden geschlafen, danach war die Migräne weg.

Ein paar Tipps, die du probieren könntest:
.) MCP-Tabletten (z.B. Paspertin), die sind normalerweise gegen Übelkeit, können aber auch Kopfschmerzen lösen
.) Äth. Minzöl auf die schmerzenden Stellen
.) Kühlpads auflegen
.) Kephalodoron Tabl. von der Firma Weleda (im Akutfall 2 Tabl. und dann alle paar Stunden 1), die helfen mir erstaunlicherweise ganz gut
.) heiße 7 der Schüsslersalze (Magnesium)
.) viel trinken
.) 1 Tasse Espresso mit einer ausgepreßten Zitrone (schmeckt scheußlich, wirkt aber)
.) Mutterkrauttinktur
.) Frauenmanteltee
.) 1 Teelöffel Vanilletinktur in einem Glas Wasser 3x täglich
.) Buscopan comp. (ist ein Spasmolyticum, da Kopfschmerzen aber oft aufgrund von Gefäßspasmen stammen, kann es helfen)

Das sind nun ein paar Sachen, die mir auf die schnelle einfallen, mit 35-jähriger Kopfschmerzerfahrung. Ansonsten ergänze ich es, wenn mir noch was einfällt.

Gute Besserung!

LG
.)
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LinLina
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von LinLina » Samstag, 16.01.16, 22:19

Hallo Sonja,

auch von mir herzlich willkommen.

Dieses plötzliche Auftreten von so heftigen, Andauernden Kopfschmerzen macht mich schon etwas stutzig, das habe ich in dieser Form glaube ich noch nicht oft gelesen. Vor allem da es schon im September angefangen hat, da warst du ja wahrscheinlich noch nicht so tief unten mit der Venlafaxindosis?

Hast du denn die anderen Symptome gleichzeitig mit den Kopfschmerzen bekommen?

Folgte die Schwere der Kopfschmerzen einem Muster, z.B. dass es immer eine Woche nach der Reduktion besonders schlimm war oder ähnliches?

Wurden die Schmerzen insgesamt bei geringerer Dosis schlimmer?


Ich würde das wirklich auch ärztlich abklären, auch wenn ich sonst nicht so dafür bin gleich die ganze Diagnostik zu durchlaufen bei Symptomen die beim Absetzen auftreten.

Hast du denn schon Untersuchungen diesbezüglich machen lassen?

Hattest du schon vorher schonmal ähnliche Kopfschmerzen?


Entschuldige die vielen Fragen, aber ich finde sehr wichtig nachzuvollziehen wodurch die Schmerzen genau verursacht wurden. Es kann gut sein dass es durch den Entzug gekommen ist, dann hilft dir vielleicht eine kleine Dosis wieder einzunehmen, wie die anderen schon geschrieben haben.

Liebe Grüße,

Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Clarissa
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 17.01.16, 6:16

Liebe Sonja,

ich leide ebenfalls unter tgl. schlimmen Kopfschmerzen, die auf nichts, aber auch gar nichts reagieren.

Ich bin (leider) eine Kaltabsetzerin, aber jetzt schon fast 1,5 Jahre komplett auf Null mit allen Medikamenten.

Manchmal sind die Kopfschmerzen so schlimm, daß sie mir mein bißchen Nachtschlaf rauben. Manchmal sind sie aushaltbar. Richtig beschwerdefrei bin ich kaum mal, eigentlich nie.

Tipps kann ich also bedauerlicherweise keine geben.

Nur meine Überzeugung vermitteln, daß diese Kopfschmerzen sicher medikamenten- oder entzugsbedingt sind.

VG sendet Dir eine Leidensgenossin.
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Mir haben falsches Leben, psychiatrische Therapien und besonders PP, allen voran die Benzos, viel Elend beschert. Ich werde nicht aufhören, auf die Gefahren von PP-Gebrauch hinzuweisen.

Jamie
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Jamie » Sonntag, 17.01.16, 10:57

Hallo Sonja,

willkommen im adfd :).

Du hast von einer extrem hohen Dosis sehr schnell abgesetzt, das ist vermutlich nicht gut gegangen.
Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass diese Kopfschmerzen absetzbedingt sind.
Sie sind vermutlich Folge der starken Reizung des ZNS, das sich bislang nicht erholen konnte.
Es ist nicht untypisch, dass diese Schmerzen manchmal auf kein Medikament mehr ansprechen; das haben wir hier schon öfters gelesen.
Nichtsdestotrotz sollte sich unbedingt mal ein Fachmann deine Kopfschmerzen anschauen, nur um auszuschließen, dass es nichts Organisches ist.

Auch gewisse Typen von Migränekopfschmerzen sprechen auf keinerlei Analgetika an mit Ausnahme von Triptanen.
Auch ich leide darunter und dann hilft mir wirklich nichts außer ein spezifisches Triptan; die "normalen" Schmerzmittel sind wirkungslos; ich glaube Kimeta hat dich auch bereits darauf hingewiesen. Auch das bitte einkalkulieren und beim Arzt nachfragen.

Ich an deiner Stelle würde sofort! Venlafaxin wieder eindosieren, ganz niedrig, vielleicht 5mg (Kügelchen-Methode), um zu schauen, ob damit die Kopfschmerzen verschwinden (?) Du hast mehr zu gewinnen als zu verlieren, wenn du es mal ausprobieren würdest.
Keiner von uns nimmt gerne AD, aber manchmal sind die Absetzsymptome derart gravierend, dass sie in keinem Verhältnis dazu stehen, es nicht nochmal mit einer Wiedereinnahme zu probieren. Denke drüber nach.

Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Sonja27 » Sonntag, 17.01.16, 11:29

Kimeta hat geschrieben:Liebe Sonja,

warst Du damit beim Arzt? Neurologe, Augenarzt, HNO?

Auch wenn es naheliegend ist, dass die Schmerzen vom Absetzen kommen, da Du weitere Symptome hast, so würde ich das trotzdem abklären lassen.

Da Du den Begriff "medikamenteninduzierter Kopfschmerz" kennst die Frage, ob Du früher auch Kopfschmerzen oder Migräne hattest? Wenn Migräne, hast Du Triptane genommen? Wenn ja, hast Du versucht, diesen Schmerz mit einem Triptan zu bekämpfen?

Ich kenne Kopfschmerzen als Absetzsymptom, sie sitzen dann im Gegensatz zu meinen "normalen" Migräne-Attacken hinter beiden Augen und sind auf eine spezielle Art sehr, sehr unangenehm, ich kann mich kaum bewegen und möchte mir am liebsten die Augen ausreißen.... Aber bei mir helfen Migränemittel in Kombi mit Schmerzmitteln glücklicherweise. Deshalb gehe ich davon aus, dass es eine Migräne ist, die sich nur anders zeigt.

Viele Grüße,
Kimeta
Liebe Kimeta,

vielen lieben Dank für Deine Rückmeldung.

ja ich war bereits beim HNO Arzt (MRT Nasen- und Stirnhöhlen) alles ok. Beim Augenarzt war ich auch, auch alles ok. Nächste Woche habe ich noch ein MRT vom Schädel. Ich bin schon eine Migränepatientin, doch habe ich diese vielleicht 1-2x im Monat, manchmal sogar Monate gar nicht. Wenn ich diese Kopfschmerzen habe, hilft mir Ibu 800 oder ein Triptan.
Solche Kopfschmerzen wie jetzt hatte ich noch nie. Ich denke sie kommen vom Entzug da ich einfach zu schnell ausgeschlichen habe. Aber das sagt einem ja keiner. Übrigens hat mein Neurologe gesagt, wie ich ausschleichen soll :shock: .
2013 KH-Aufenthalt 5 Monate wegen Depression und Angststörung, Venlafaxin 220 mg
2015 Bupropion 300 mg
2015 Pregabalin 50 mg
2015 Absetzen von Venlafaxin innerhalb eines halben Jahres-- massive Absetzsymptome (am meisten Kopfschmerzen)
2015 wieder Eindosieren von Venlafaxin auf 150 mg
Seit 2018 schrittweise Reduzierung bis jetzt 9/19 auf 18,75 mg mit der Kügelchenmethode
Seit 9/19 18,75 mg unretadiert (stärkste Kopfschmerzen und Unruhe, Übelkeit
Seit 2015 Bupropion 300 mg und Pregabalin 50 mg

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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Sonja27 » Sonntag, 17.01.16, 11:37

Lisamarie hat geschrieben:Hallo Sonja,

Willkommen im ADFD.

Also wenn du im Juni mit dem Absetzen des Venlafaxin angefangen hast und im Dezember schon bei 37,5 mg warst und ab Januar auf 0 bist. Hast du vieeellll zu schnell abgesetzt. Ich denke das daher deine Kopfschmerzen kommen. Dein ZNS ist durch das schnelle Absetzen komplett sensibilisiert und reagiert mit Absetzproblematiken unter anderen die dauerhaften Kopfschmerzen. Dafür spricht auch das sie nicht auf Schmerzmittel ansprechen, weil es absetzbedingte Kopfschmerzen sind . Und natürlich glauben dir hier im ADFD alle, auch deine anderen Problematiken sind ziemlich sicher Absetzbeschwerden.

Mal zum Vergleich wie wir hier absetzen, alle vier bis sechs Wochen 10% der Ausgangsdosis , so das richtiges Absetzen in deinem Fall mindestens 1.5 Jahre gedauert hätte. Da du noch nicht lange auf 0 bist würde ich dir raten wieder etwas einzudosieren um dich wieder zu stabilisieren, meine Idee wäre dazu die letzte Dosis wieder einzunehmen um zu schauen ob sich deine Problematiken zurückbilden, eventuell müsstest du danach noch etwas höher, weil deine Ausgangsdosis 300 mg war. Und dann wenn du dich wieder genügend stabilisiert hast vernünftig ausschleichen.

Leider haben wir festgestellt das die meisten Ärzte keine Ahnung von richtigen Absetzen haben und schlichtweg falsche Absetzempfehlungen rausgeben.

Lg Petra

Liebe Petra,

vielen lieben Dank für Deine Antwort.

Ich nehme seit heute wieder Venlafaxin 37,5 mg. Ich möchte auch noch hinzufügen, dass sich meine Nackenmuskulatur im Bett wenn ich liege, extrem anspannt und ich vielleicht deswegen diese Kopfschmerzen habe.
Wann sollte ich denn die nächst höhere Dosis nehmen, falls es mir nicht besser geht?
Ich weiss gar nicht, wie das alles weitergehen soll. Ich bin jetzt die nächsten 2 Wochen krank geschrieben, aber was dann? Und für meinen Sohn (10 Jahre) muss ich ja auch da sein. Der is auch schon ganz fertig, weil er meint ich muss wieder ins KH.
Naja... wird schon werden.
In diesem Sinne
Liebe Grüße
Sonja
2013 KH-Aufenthalt 5 Monate wegen Depression und Angststörung, Venlafaxin 220 mg
2015 Bupropion 300 mg
2015 Pregabalin 50 mg
2015 Absetzen von Venlafaxin innerhalb eines halben Jahres-- massive Absetzsymptome (am meisten Kopfschmerzen)
2015 wieder Eindosieren von Venlafaxin auf 150 mg
Seit 2018 schrittweise Reduzierung bis jetzt 9/19 auf 18,75 mg mit der Kügelchenmethode
Seit 9/19 18,75 mg unretadiert (stärkste Kopfschmerzen und Unruhe, Übelkeit
Seit 2015 Bupropion 300 mg und Pregabalin 50 mg

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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Sonja27 » Sonntag, 17.01.16, 11:41

lunetta hat geschrieben:Hallo!

Ich glaube auch dass du zu schnell abgesetzt hast....
Aber das hilft dir jetzt wenig.
Als Versuch könntest du probieren wieder eine ganz kleine Menge Venla einzudosieren, wenn die Schmerzen dann besser werden, sind es Absetzsymptome und du solltest dich mit einer kleinen Dosis stabilisieren und dann noch langsamer absetzen.

Laß es aber auf jeden Fall abklären! Dann bist du auf der sicheren Seite.

Ich bin auch eine chron. Kopfschmerzpatientin und habe schon Schmerzphasen von mehreren Wochen gehabt, man glaubt dann echt man wird wahnsinnig:(

Hast du schon mal Triptane verordnet bekommen, die wirken NUR bei Migräne, lösen dann aber Anfälle schnell.
Aber Vorsicht wegen Serotoninsyndrom - Triptane vertragen sich nicht mit bestimmten AD! Frag den Arzt!

Ich hatte schon mehrmals einen status migranosus, das ist Dauermigräne und da habe ich kurfristig Kortison bekommen, das löst den Migränezustand.
Und einmal habe ich im KH auch eine Valiuminfusion bei einem extrem langen Migräneanfall bekommen, da habe ich dann ein paar Stunden geschlafen, danach war die Migräne weg.

Ein paar Tipps, die du probieren könntest:
.) MCP-Tabletten (z.B. Paspertin), die sind normalerweise gegen Übelkeit, können aber auch Kopfschmerzen lösen
.) Äth. Minzöl auf die schmerzenden Stellen
.) Kühlpads auflegen
.) Kephalodoron Tabl. von der Firma Weleda (im Akutfall 2 Tabl. und dann alle paar Stunden 1), die helfen mir erstaunlicherweise ganz gut
.) heiße 7 der Schüsslersalze (Magnesium)
.) viel trinken
.) 1 Tasse Espresso mit einer ausgepreßten Zitrone (schmeckt scheußlich, wirkt aber)
.) Mutterkrauttinktur
.) Frauenmanteltee
.) 1 Teelöffel Vanilletinktur in einem Glas Wasser 3x täglich
.) Buscopan comp. (ist ein Spasmolyticum, da Kopfschmerzen aber oft aufgrund von Gefäßspasmen stammen, kann es helfen)

Das sind nun ein paar Sachen, die mir auf die schnelle einfallen, mit 35-jähriger Kopfschmerzerfahrung. Ansonsten ergänze ich es, wenn mir noch was einfällt.

Gute Besserung!

LG
.)
Hallo lunetta,

vielen lieben Dank für Deine Tipps,

das meiste davon habe ich auch schon ausprobiert, doch leider hat es nichts geholfen. Das mit der Vanille werde ich noch ausprobieren.

Liebe Grüße

Sonja
2013 KH-Aufenthalt 5 Monate wegen Depression und Angststörung, Venlafaxin 220 mg
2015 Bupropion 300 mg
2015 Pregabalin 50 mg
2015 Absetzen von Venlafaxin innerhalb eines halben Jahres-- massive Absetzsymptome (am meisten Kopfschmerzen)
2015 wieder Eindosieren von Venlafaxin auf 150 mg
Seit 2018 schrittweise Reduzierung bis jetzt 9/19 auf 18,75 mg mit der Kügelchenmethode
Seit 9/19 18,75 mg unretadiert (stärkste Kopfschmerzen und Unruhe, Übelkeit
Seit 2015 Bupropion 300 mg und Pregabalin 50 mg

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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Sonja27 » Sonntag, 17.01.16, 11:43

LinLina hat geschrieben:Hallo Sonja,

auch von mir herzlich willkommen.

Dieses plötzliche Auftreten von so heftigen, Andauernden Kopfschmerzen macht mich schon etwas stutzig, das habe ich in dieser Form glaube ich noch nicht oft gelesen. Vor allem da es schon im September angefangen hat, da warst du ja wahrscheinlich noch nicht so tief unten mit der Venlafaxindosis?

Hast du denn die anderen Symptome gleichzeitig mit den Kopfschmerzen bekommen?

Folgte die Schwere der Kopfschmerzen einem Muster, z.B. dass es immer eine Woche nach der Reduktion besonders schlimm war oder ähnliches?

Wurden die Schmerzen insgesamt bei geringerer Dosis schlimmer?


Ich würde das wirklich auch ärztlich abklären, auch wenn ich sonst nicht so dafür bin gleich die ganze Diagnostik zu durchlaufen bei Symptomen die beim Absetzen auftreten.

Hast du denn schon Untersuchungen diesbezüglich machen lassen?

Hattest du schon vorher schonmal ähnliche Kopfschmerzen?


Entschuldige die vielen Fragen, aber ich finde sehr wichtig nachzuvollziehen wodurch die Schmerzen genau verursacht wurden. Es kann gut sein dass es durch den Entzug gekommen ist, dann hilft dir vielleicht eine kleine Dosis wieder einzunehmen, wie die anderen schon geschrieben haben.

Liebe Grüße,

Lina

Hallo Lina,

vielen Dank für Deine Antwort.

Ich habe schon seit meiner Kindheit Migräne und bin auch anfällig für Kopfschmerzen. Jedoch habe ich die Migräne vielleicht 1-2x im Monat oder auch mal Monate gar nicht. Tägliche Kopfschmerzen wie jetzt hatte ich noch nie in meinem Leben. Ich habe jetzt nächste Woche noch einen Termin zum MRT und dann sehen wir weiter.
Liebe Grüße

Sonja
2013 KH-Aufenthalt 5 Monate wegen Depression und Angststörung, Venlafaxin 220 mg
2015 Bupropion 300 mg
2015 Pregabalin 50 mg
2015 Absetzen von Venlafaxin innerhalb eines halben Jahres-- massive Absetzsymptome (am meisten Kopfschmerzen)
2015 wieder Eindosieren von Venlafaxin auf 150 mg
Seit 2018 schrittweise Reduzierung bis jetzt 9/19 auf 18,75 mg mit der Kügelchenmethode
Seit 9/19 18,75 mg unretadiert (stärkste Kopfschmerzen und Unruhe, Übelkeit
Seit 2015 Bupropion 300 mg und Pregabalin 50 mg

Sonja27
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Sonja27 » Sonntag, 17.01.16, 11:51

Jamie hat geschrieben:Hallo Sonja,

willkommen im adfd :).

Du hast von einer extrem hohen Dosis sehr schnell abgesetzt, das ist vermutlich nicht gut gegangen.
Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass diese Kopfschmerzen absetzbedingt sind.
Sie sind vermutlich Folge der starken Reizung des ZNS, das sich bislang nicht erholen konnte.
Es ist nicht untypisch, dass diese Schmerzen manchmal auf kein Medikament mehr ansprechen; das haben wir hier schon öfters gelesen.
Nichtsdestotrotz sollte sich unbedingt mal ein Fachmann deine Kopfschmerzen anschauen, nur um auszuschließen, dass es nichts Organisches ist.

Auch gewisse Typen von Migränekopfschmerzen sprechen auf keinerlei Analgetika an mit Ausnahme von Triptanen.
Auch ich leide darunter und dann hilft mir wirklich nichts außer ein spezifisches Triptan; die "normalen" Schmerzmittel sind wirkungslos; ich glaube Kimeta hat dich auch bereits darauf hingewiesen. Auch das bitte einkalkulieren und beim Arzt nachfragen.

Ich an deiner Stelle würde sofort! Venlafaxin wieder eindosieren, ganz niedrig, vielleicht 5mg (Kügelchen-Methode), um zu schauen, ob damit die Kopfschmerzen verschwinden (?) Du hast mehr zu gewinnen als zu verlieren, wenn du es mal ausprobieren würdest.
Keiner von uns nimmt gerne AD, aber manchmal sind die Absetzsymptome derart gravierend, dass sie in keinem Verhältnis dazu stehen, es nicht nochmal mit einer Wiedereinnahme zu probieren. Denke drüber nach.

Viele Grüße
Jamie
Hallo Jamie,

vielen lieben Dank für Deine Antwort. Ich nehme seit heute wieder 37,5 mg Venlafaxin. Habe zwar gedacht ich schaff das, aber naja...
Ja ich habe auch ab und zu Migräne doch wenn ich dann ein Triptan nehme is es in der Regel wieder gut. Aber auch das hilft nicht.
Habe nächste Woche noch MRT Termin und wenn da nix rauskommt, dann muss es ja zu 99% am Venla liegen.

Liebe Grüße

Sonja
2013 KH-Aufenthalt 5 Monate wegen Depression und Angststörung, Venlafaxin 220 mg
2015 Bupropion 300 mg
2015 Pregabalin 50 mg
2015 Absetzen von Venlafaxin innerhalb eines halben Jahres-- massive Absetzsymptome (am meisten Kopfschmerzen)
2015 wieder Eindosieren von Venlafaxin auf 150 mg
Seit 2018 schrittweise Reduzierung bis jetzt 9/19 auf 18,75 mg mit der Kügelchenmethode
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Sonja27
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Sonja27 » Sonntag, 17.01.16, 12:09

Hallo Ihr Lieben,

ich möchte mich bei Euch allen für die Antworten bedanken. Ich weiss nicht wie ich es schreiben soll, aber.... beim Arzt ist man eben nur eine Nummer und schon 10 Minuten vorher vergessen, bevor man überhaupt drin war. Hier dagegen hätte ich nicht so schnell mit so vielen Antworten gerechnet.
Ich danke Euch.

Liebe Grüße

Sonja
2013 KH-Aufenthalt 5 Monate wegen Depression und Angststörung, Venlafaxin 220 mg
2015 Bupropion 300 mg
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Lisamarie
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Lisamarie » Sonntag, 17.01.16, 12:15

hallo Sonja, also ich würde mir keine Gedanken über eine eventuelle Erhöhnung machen, du nimmst jetzt erstmal wieder die 37,5 mg und das solltest du erstmal mindestens zwei Wochen beibehalten, dann kann man immer noch Bilanz ziehen , was sich verbessert hat und ob man noch nachjustieren sollte, aber genauso gross ist die Wahrscheinlichkeit das die 37,5 mg schon reichen und du dann nach 8 Wochen anfangen kannst langsam abzuzdosieren. Schauen wa ma.
lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Sonja27
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Sonja27 » Sonntag, 17.01.16, 17:13

Hallo Ihr Lieben,

ich bin´s nochmal.
Was ich noch vergessen habe zu sagen ist, ich fühle mich seit einigen Monaten immer so, wie wenn ich Grippe habe. Und das vergeht einfach nicht.
Verstopfte Nase, Rachen verschleimt, usw.
Könnte das auch mit dem Entzug zusammenhängen und vielleicht mit meinen Kopfschmerzen, da man ja bei Grippe auch oft Kopfschmerzen hat.
Lieben Dank im Voraus.

Grüsse Sonja
2013 KH-Aufenthalt 5 Monate wegen Depression und Angststörung, Venlafaxin 220 mg
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Murmeline
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 17.01.16, 17:25

Hallo Sonja,

Im englischen nennt man das Paxil Flu (paroxetin Grippe). Es kommt individuell im Entzug vor (auch bei anderen psychotropen Substanzen) dieses grippeartige Gefühl, auch wenn man keine Grippe hat. Es ist wohl eine Folge eines irritierten zentralen Nervensystems viewtopic.php?t=9910

Es ist sicher ziemlich unangenehm. :hug:

Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Sonja27
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Sonja27 » Sonntag, 17.01.16, 17:37

Hallo Murmeline,

na ja, dann weiss ich ja Bescheid. Da muss ich ja dann wohl durch :frust:
2013 KH-Aufenthalt 5 Monate wegen Depression und Angststörung, Venlafaxin 220 mg
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von lunetta » Sonntag, 17.01.16, 17:37

Hallo Sonja!

Ja, das kann ein Absetzsymptom sein. Wir nennen das "Absetzgrippe". Bei den meisten von uns kommt das ein paar Tage nach dem letzten Absetzschritt, dauert dann ein paar Tage und vergeht dann langsam wieder. Aber bei vielen kommt es auch schon einen Tag nach dem Runterdosieren, und manchmal dauert es auch bedeutend länger:(
So verschieden wie wir Menschen sind, so verschieden sind auch unsere Symptome.
Trockene Nase bzw. Schleimhäute kenne ich auch nur zu gut:( Meine Nase ist so trocken, dass sie mir ständig einreißt und blutet. Ich weiß schon nicht mehr was ich zur Befeuchtung und Pflege der Nasenschleimhaut verwenden soll, es hilft alles nichts. Am besten tut mir noch ein selbstgemachte Majoransalbe und ein Spray mit Meerwasser und Panthenol.
Besonders am Morgen, nach der Nacht ist sie krustig, komplett zu und wenn ich sie mir dann putze, reiße ich die Schleimhaut wieder auf. Ganz fies:(

Ein Denkansatz bei dir wäre auch, dass durch die verstopfte Nase, auch die Nebenhöhlen verstopft und eventuell entzündet sind, und die Kopfschmerzen davon kommen.....aber dann mußte ein Schmerzmittel eigentlich helfen....

Hast du auch schon ein krampflösenden Medikament probiert? Buscopan comp. hatte ich bei den Tipps geschrieben - einen Versuch wäre das auch noch wert.

Trotz allem denke ich dass es Absetzsymptome sind, und mit Wiedereindosieren, nach einer gewissen Stabilisierungsphase, besser werden.

Ich kann so mit dir mitfühlen! Mein Kopf weht auch seit 2 Tagen:( Aber bei uns stürmt es und der Luftdruck ist extrem gefallen.

Ich wünsche dir gute Besserung!

LG
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Sonja27
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Re: unstillbare Kopfschmerzen nach Venlafaxin Entzug

Beitrag von Sonja27 » Montag, 18.01.16, 10:36

lunetta hat geschrieben:Hallo Sonja!

Ja, das kann ein Absetzsymptom sein. Wir nennen das "Absetzgrippe". Bei den meisten von uns kommt das ein paar Tage nach dem letzten Absetzschritt, dauert dann ein paar Tage und vergeht dann langsam wieder. Aber bei vielen kommt es auch schon einen Tag nach dem Runterdosieren, und manchmal dauert es auch bedeutend länger:(
So verschieden wie wir Menschen sind, so verschieden sind auch unsere Symptome.
Trockene Nase bzw. Schleimhäute kenne ich auch nur zu gut:( Meine Nase ist so trocken, dass sie mir ständig einreißt und blutet. Ich weiß schon nicht mehr was ich zur Befeuchtung und Pflege der Nasenschleimhaut verwenden soll, es hilft alles nichts. Am besten tut mir noch ein selbstgemachte Majoransalbe und ein Spray mit Meerwasser und Panthenol.
Besonders am Morgen, nach der Nacht ist sie krustig, komplett zu und wenn ich sie mir dann putze, reiße ich die Schleimhaut wieder auf. Ganz fies:(

Ein Denkansatz bei dir wäre auch, dass durch die verstopfte Nase, auch die Nebenhöhlen verstopft und eventuell entzündet sind, und die Kopfschmerzen davon kommen.....aber dann mußte ein Schmerzmittel eigentlich helfen....

Hast du auch schon ein krampflösenden Medikament probiert? Buscopan comp. hatte ich bei den Tipps geschrieben - einen Versuch wäre das auch noch wert.

Trotz allem denke ich dass es Absetzsymptome sind, und mit Wiedereindosieren, nach einer gewissen Stabilisierungsphase, besser werden.

Ich kann so mit dir mitfühlen! Mein Kopf weht auch seit 2 Tagen:( Aber bei uns stürmt es und der Luftdruck ist extrem gefallen.

Ich wünsche dir gute Besserung!

LG
Liebe Lunetta,

vielen Dank für Deine Antwort. Ich werde mir heute gleich Buscopan comp. in der Apotheke holen.

Liebe Grüsse Sonja
2013 KH-Aufenthalt 5 Monate wegen Depression und Angststörung, Venlafaxin 220 mg
2015 Bupropion 300 mg
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2015 Absetzen von Venlafaxin innerhalb eines halben Jahres-- massive Absetzsymptome (am meisten Kopfschmerzen)
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Seit 2018 schrittweise Reduzierung bis jetzt 9/19 auf 18,75 mg mit der Kügelchenmethode
Seit 9/19 18,75 mg unretadiert (stärkste Kopfschmerzen und Unruhe, Übelkeit
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